[0001] Injektoren für die Kraftstoffeinspritzung in einen Verbrennungsmotor, die einen piezoelektrischen
Aktor als Antriebseinheit aufweisen, müssen mit größter Präzision gefertigt werden,
da einerseits die durch einen Spannungsimpuls erzeugte Längenänderung des Aktor nur
im µm-Bereich liegt und somit äußerst minimal ist. Andererseits müssen die einzuspritzenden
Kraftstoffmengen exakt dosiert werden, um die Verbrennungsabläufe im Motor zu optimieren
und die geforderten Emissionsgrenzen einzuhalten. Um diese Forderungen erfüllen zu
können, müssen insbesondere die mechanischen Einzelteile des Injektors mit größter
Präzision gefertigt werden. Selbst Längenmaße mit engen Fertigungstoleranzen können
sich in der Summe zu unzulässigen Fehlern addieren.
[0002] Bisher wurde beispielsweise dieses Problem dadurch gelöst, dass die einzelnen Bauteile
exakt ausgemessen und dann präzise gefertigte Ausgleichsscheiben in die Bohrung eingesetzt
wurden, mit denen die berechneten Fehlmaße bei der exakten Positionierung einzelner
Bauteile in dem Injektor ausgeglichen werden konnten. Diese Methode erfordert eine
Lagerhaltung von vielen unterschiedlichen Ausgleichsscheiben. Dieses Vorgehen ist
daher sehr aufwändig und erhöht die Herstellkosten für den Injektor in erheblichem
Maße.
[0003] Aus der
DE 199 56 256 A1 ist ein Verfahren bekannt geworden, bei dem in eine Stufenbohrung eines Injektors
eine Prägescheibe eingeführt wird. Die Prägescheibe wird auf die Stufe aufgelegt,
die sich am Übergang von zwei Bohrungen der Stufenbohrung einstellt. Mit einem Prägewerkzeug
wird dann die Prägescheibe soweit zusammengepresst, bis der gewünschte Abstand zu
einem bereits in der Stufenbohrung fixierten ersten Bauteil erreicht ist. Um den Prägevorgang
kontrollieren zu können, ist an der Spitze des Prägestempels ein elektrischer Sensor
isoliert eingebaut, der ein Abschaltsignal an eine Antriebseinheit des Prägestempels
liefert, sobald das fixierte erste Bauteil berührt wird. Ungünstig erscheint hierbei,
dass die Messstelle des elektrischen Sensors an der Spitze des Prägestempels während
des Pressvorganges nicht sichtbar ist, da sie sich innerhalb der Stufenbohrung befindet
und dort nicht beobachtet werden kann. Das kann zu Fehlsteuerungen führen, wenn sich
beispielsweise ein Schmutzpartikel auf dem Sensorkopf abgesetzt hat und als Folge
dessen der Sensor die Antriebseinheit zu früh abschaltet. Da praktisch keine Kontrollmöglichkeit
besteht, kann dieses leicht zu einem unerkannten Fertigungsfehler führen.
[0004] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, in einem Injektorgehäuse für die Kraftstoffeinspritzung
die Position der Bauteile, die in das Gehäuse einzubauen sind, mit einem vorgegebenen
Abstand in einer Stufenbohrung des Gehäuses exakt zu positionieren.
[0005] Die Aufgabe wird mit den Merkmalen des unabhängigen Patentanspruchs gelöst.
[0006] Ein Injektor weist ein erstes Bauteil auf, das in einer kleineren ersten Bohrung
einer Stufenbohrung des Injektorgehäuses fixiert ist, und mit einem Prägering, der
auf einer Stufe der Stufenbohrung aufliegt, die durch eine größere zweite Bohrung
gebildet ist und dass die Höhe des Prägeringes mit einem Prägestempel exakt auf einen
zum ersten Bauteil vorgegebenen Abstand geprägt ist, wobei der Prägering eine Ringbreite
aufweist, die breiter als die Stufenbreite der Stufe in der Stufenbohrung ist, wodurch
die Kraftwirkung zwischen dem zweiten Bauteil und der Stufenbohrung über eine vergrößerte
Kontaktfläche der Ringbreite des Prägerings gebildet wird. Dadurch ergibt sich eine
bessere Auflagefläche für das zweite Bauteil, das dadurch sicherer und exakter in
der Stufenbohrung positioniert werden kann.
[0007] Für eine spielfreie Positionierung des zweiten Bauteils erscheint auch eine glatte
und insbesondere polierte Auflageflächen des Prägeringes von Vorteil. Derartige präzise
Fläche wären an der Stufe direkt nur sehr schwer und mit erheblichem Mehraufwand herstellbar,
da die Stufe relativ tief in der Bohrung sitzt und somit mit einem Werkzeug schwer
erreichbar ist.
[0008] Da ein piezoelektrischer Aktors auf Grund seiner physikalischen Eigenschaften eine
nur sehr geringe Längenänderung aufweist, ist das Einhalten des exakten Abstandes
zu einem zweiten Bauteil, beispielsweise einem Servoventil, einem Düsenkörper, einer
Umlenkeinrichtung oder dergleichen besonders wichtig, um die verfügbare Längenänderung
der Aktors möglichst vollständig nutzen zu können.
[0009] Das Verfahren zum Herstellen eines solchen Injektors zum Festlegen einer Position
eines zweiten Bauteils in einer Stufenbohrung hat den Vorteil, dass die Messstelle
außerhalb der Bohrung liegt und der Abstand von dem in der Bohrung fixierten Bauteil
an einem Messtaster abgelesen werden kann, der ein Referenzmaß zwischen dem herausragenden
Endstück des Messtasters und einer Bezugsmarke des Prägestempels bildet. Dadurch kann
auf einfache Weise der Messvorgang jederzeit kontrolliert werden, so dass sich die
Fertigungssicherheit verbessert. Als besonders vorteilhaft wird angesehen, dass der
Prägevorgang kontinuierlich beobachtet werden kann und somit bereits das Annähern
an das Referenzmaß einfach beobachtet und überprüft werden kann.
[0010] Durch die in den abhängigen Ansprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen
und Verbesserungen des in den nebengeordneten Ansprüche 1 und 7 angegebenen Verfahrens
beziehungsweise des Injektors gegeben. Als besonders vorteilhaft wird angesehen, dass
das Referenzmaß um einen vorgegebenen Wert größer sein kann als der vorgegebene Abstand.
Dadurch wird in vorteilhafter Weise erreicht, dass nach dem Einbau die beiden Bauteile
einen gewissen Abstand zueinander aufweisen, der als Leerhub für den Aktor genutzt
werden kann.
[0011] Eine besonders einfache Erfassung des Referenzmaßes ist mit einer bekannten mechanischen
oder optischen Messeinrichtungen wie Fühlerlehre, Messuhr, Okular, Kamera, Interferenzverfahren
usw. gegeben. Die Messeinrichtungen arbeiten zuverlässig und sind auch von ungeübtem
Personal leicht bedienbar.
[0012] Eine bevorzugte und vorteilhafte Anwendung des Verfahrens wird bei einem Injektor
für die Kraftstoffeinspritzung gesehen, da hier der Abstand der in der Stufenbohrung
des Injektorgehäuses einzubauenden Bauteile mit besonders hoher Präzision einzuhalten
ist.
[0013] Im Zuge einer automatischen Serienfertigung erscheint besonders günstig, das Referenzmaß
mit einer elektrischen Messeinrichtung, beispielsweise mit einem einfachen elektrischen
Kontakt zu erfassen. Dabei ist besonders vorteilhaft, dass der Messvorgang automatisiert
werden kann, so dass weniger qualifiziertes Personal benötigt wird und die Fertigungskosten
reduziert werden können.
[0014] Mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und
werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
Figur 1a zeigt zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung mit einem Injektor,
Figur 1b zeigt einen vergrößerten Ausschnitt des Injektorgehäuses und
Figur 2 zeigt einen Längsschnitt durch einen Injektor.
[0015] In Figur 1a ist in schematischer Darstellung ein Gehäuse 1 dargestellt, das in axialer
Richtung eine Stufenbohrung 6 aufweist. Das Gehäuse 1 kann ganz allgemein eine Baugruppe
sein, in die zwei Bauteile 2,10 mit einem vorgegebenen Abstand zueinander exakt und
mit geringen Toleranzen eingebaut werden sollen.
[0016] Bei der bevorzugten erfindungsgemäßen Anwendung wird als Gehäuse 1 ein Injektorgehäuse
verwendet, in das die beiden Bauteile 2 und 10 einzubauen sind. Das erste Bauteil
2 ist beispielsweise ein Aktor, insbesondere ein piezoelektrischer Aktor. Ein zweites
Bauteil 10 soll mit einem vorgegebenen Abstand H zum ersten Bauteil 2 eingebaut werden
soll. Das erste Bauteil 2 kann aber auch eine Bodenplatte des Aktors oder dergleichen
sein.
[0017] Das zweite Bauteil 10 ist als Stellglied ausgebildet, insbesondere kann es ein Hubumkehrer,
ein Düsenkörper oder ein Betätigungselement eines Servoventils oder dergleichen sein,
das von dem piezoelektrischen Aktor 2 betätigt werden soll.
[0018] Bevor das zweite Bauteil 10 eingebaut werden kann, wird zunächst das erste Bauteil
2 in eine erste Bohrung 6a der Stufenbohrung 6 möglichst genau an einer dafür vorgesehenen
Stelle einsetzt und fixiert. Eine Unterseite 17a des ersten Bauteils 2 bildet eine
erste Bezugsfläche für den vorgegebenen Abstand H. Die erste Bohrung 6a ist im oberen
Teil von Figur 1 erkennbar und weist einen ersten Durchmesser d1 auf, der kleiner
ist als ein zweiter Durchmesser d2 einer zweiten Bohrung 6b. Die zweite Bohrung 6b
ist im unteren Teil der Stufenbohrung 6 angeordnet. Am Übergang zwischen den beiden
Bohrungen 6a,6b bildet sich auf Grund der unterschiedlichen Durchmesser d1,d2 eine
ringförmige Stufe 16 aus.
[0019] In einem nächsten Schritt wird in die zweite Bohrung 6b mit dem größeren Durchmesser
d2 ein Prägering 3 soweit eingeführt, bis dieser auf der ringförmigen Stufe 16 der
Stufenbohrung 6 aufliegt. Der Prägering 3 ist derart ausgeformt, dass er die Funktion
des nachfolgend einzubauenden zweiten Bauteils 10 nicht beeinträchtigt.
[0020] Die Unterseite 17a des in der ersten Bohrung 6a fixierten ersten Bauteils 2 bildet
somit zu einer unteren Ringfläche 17 des Prägeringes 3 eine Bezugsbasis für einen
Abstand H, mit dem das zweite Bauteil 10 nach der Prägung des Prägeringes 3 in der
zweiten Bohrung 6b gehaltert werden soll.
[0021] Die Höhe des Prägeringes 3 ist so gewählt, dass durch Zusammenpressen des Prägeringes
3 der Abstand H, der als Sollmaß vorgegeben ist und zwischen der Unterseite 17a des
erste Bauteils 2 und der unteren Ringfläche 17 des Prägeringes 3 gemessen wird, mit
einem vorgegebenen Wert hergestellt werden kann.
[0022] Nachdem der Prägering 3 auf die Stufe 16 aufgelegt wurde, wird ein Prägestempel 4
in die zweite Bohrung 6b bis zur unteren Ringfläche 17 des Prägeringes 3 eingeführt.
Der Prägestempel 4 weist eine zentrale Längsbohrung 18 mit einem Durchmesser d auf,
in die ein Messtaster 5 so weit eingeführt werden kann, bis sein Kopfende die Unterseite
17a des ersten Bauteils 2 berührt. Die Länge des Messtasters 5 ist abhängig vom angewendeten
Messverfahren und ist beispielsweise so bemessen, dass ein Endstück E des Messtasters
5 ein kleines Stück aus der Längsbohrung 18 des Prägestempels 4 herausragt.
[0023] Um durch Prägen des Prägeringes 3 den gewünschten Abstand H herstellen zu können,
ist an dem Prägestempel 4 eine erste Bezugsmarke B, beispielsweise als ebene Messfläche
angeordnet. Des weiteren ist auf dem Endstück E des Messtasters 5 ist eine zweite
Bezugsmarke C aufgebracht, die ebenfalls als Bezugsfläche ausgebildet sein kann. Somit
kann zwischen der ersten Bezugsmarke B an dem Prägestempel 4 und der zweiten Bezugsmarke
C an dem Messtaster 5 ein Referenzmaß x gemessen beziehungsweise abgelesen werden.
Das Referenzmaß x ist dabei so gewählt, dass bei Vorliegen des Referenzmasses x zwischen
der ersten und der zweiten Bezugsmarke B, C die untere Ringfläche 17 des Prägeringes
3 den Abstand H zur Unterseite 17a des ersten Bauteils 2 aufweist.
[0024] In alternativer Ausgestaltung der Erfindung ist auf dem Endteil E eine Markierung
oder Skalierung 19 aufgebracht, an der die Tiefe der Prägung beziehungsweise der Abstand
zwischen der Unterseite 17a des ersten Bauteils 2 und der unteren Ringfläche 17 des
Prägeringes 3 überwacht werden kann.
[0025] Mit einer in der Figur 1a nicht dargestellten, bekannten Prägeeinrichtung wird nun
der Prägering 3 so weit verformt, bis der vorgegebene Wert x für das Referenzmaß und
damit der Abstand H zwischen der unteren Ringfläche des Prägerings 3 und der Unterseite
17a des ersten Bauteils 2 erreicht wird. Der Prägering 3 ist zu diesem Zweck beispielsweise
aus einem entsprechenden Kaltstauch- und Kaltfließpressstahl nach DIN 1654 gefertigt.
[0026] Alternativ ist auch vorgesehen, die Verformung des Prägeringes 3 schon etwas früher
zu beenden. Der Prägeweg ist in diesem Fall etwas kürzer. Damit wird ein Abstand H+dx
eingestellt, dem ein Referenzmaß mit dem Wert x-dx entspricht. Dieses ist von Vorteil,
wenn zum Beispiel die beiden Bauteile 2,10 berührungsfrei mit einem gewissen Abstand
zueinander eingebaut werden sollen. Für den Aktor 2 ergibt sich dadurch ein Leerhub
mit dem Wert dx.
[0027] Da während des Pressvorganges das gewünschte Referenzmaß kontinuierlich beobachtet
werden kann, kann bei Erreichen des gewünschten Abstandes H+dx mit dem Montagemaß
x-dx der Pressvorgang vorzeitig gestoppt werden. Durch das beschriebene Verfahren
wird der Abstand auf einen präzisen Wert eingestellt, so dass die einzelnen Bauteiletoleranzen
wirkungsvoll und kostengünstig kompensiert sind.
[0028] Als Messeinrichtung 7, mit der das Referenzmaß x beziehungsweise x-dx erfasst wird,
kommen alle per se bekannten mechanischen, optischen oder elektrischen Messanordnungen
in Frage. In einer bevorzugten Ausführungsform wird beispielsweise eine optische Messeinrichtung
7 der LM-Serie von der Firma Heidenhain GmbH verwendet, die insbesondere in der Automatisierungstechnik
einsetzbar ist. Diese Messeinrichtung 7 weist einen laserinterferometrischen Messtaster
auf, mit dem Messgenauigkeiten erzielt werden, die im Nanometerbereich liegen. Für
die Messung wird ein He-Ne-Laser verwendet, dessen Licht einem Miniaturinterferometer
zugeführt wird, das sich an der Messstelle befindet. Das Miniaturinterferometer erfasst
die Messbewegung einer Messpinole, die dem Abstand der beiden Bezugsmarken B und C
an dem Prägestempel 4 beziehungsweise an dem Messtaster 5 entsprechen, und setzt diese
Bewegung in ein optisches Interferenzsignal um. Das optische Messsignal wird dann
über einen Lichtwellenleiter zu einer optischen Auswerte- und Versorgungseinheit übertragen
und als Messergebnis entweder auf einer digitalen Anzeige oder auf dem Monitor eines
Computers ausgegeben. Des weiteren wird das Messsignal verwendet, um die Prägevorrichtung
mit dem Prägestempel 4 zu steuern beziehungsweise abzuschalten, wenn der vorgesehene
Abstand H beziehungsweise H+dx oder das Referenzmaß x oder x-dx erreicht ist.
[0029] Alternativ kann zwischen dem Endstück E des Messtasters 5 und dem Prägestempel 4
ein elektrischer Kontakt angebracht werden, der von außen gut einsichtbar und justierbar
ist. Der elektrische Kontakt wird dabei so justiert, dass er bei Erreichen des vorgesehenen
Referenzmaßes x oder x-dx ein Abschaltsignal an die Prägeeinrichtung liefert. Im unteren
Teil von Figur 1a ist ausschnittsweise eine solche elektrische Messanordnung schematisch
dargestellt. An dem Prägestempel 4 ist eine Kontaktfahne 31 angeordnet, deren Kontakt
auf die Längsbohrung 18 gerichtet ist. Mittels einer Stellschraube 31 kann die Kontaktfahne
in der Höhe justiert und gegebenenfalls ein Leerhub dx eingestellt werden. Das Endstück
E des Messtasters 5 ist in diesem Fall etwas kürzer ausgebildet und gegen den Prägestempel
4 isoliert ausgeführt. Beim Prägen der Prägescheibe 3 bewegt sich der Prägestempel
4 relativ zum Messtaster 5 nach oben. Wenn die Kontaktfahne 31 den Messtaster 5 berührt,
ist das Referenzmaß x-dx erreicht. Die Kontaktfahne 31 schließt dabei einen Stromkreis
I über den Messtaster 5 und den Prägestempel 4. Dieses Signal wird dann zum Beenden
des Prägevorgangs genutzt.
[0030] Figur 1b zeigt in einer vergrößerten Darstellung den Prägevorgang. Man erkennt den
Prägering 3, der sich durch den Prägevorgang an die Kontur der Stufe 16 in der Wandung
des Gehäuses 1 anpasst. Durch die Verwendung des Prägestempels 4, der eine plane und
glatte Prägefläche aufweist, die zudem präzise im 90° Winkel zur Längsachse geschliffen
ist, ergibt sich, dass die geprägte Fläche, d.h. die untere Ringfläche 17 des Prägeringes
3 rechtwinklig und glatt ausgeführt ist. Dadurch liegt das eingeführte zweite Bauteil
10 genau und spielfrei auf dem Prägering 3 auf, so dass ein vorgegebene Abstand H
oder H+dx beziehungsweise das vorgegebene Referenzmaß x oder x-dx exakt eingehalten
werden kann.
[0031] Der Prägering 3 weist entsprechend Figur 1b vorzugsweise eine Ringbreite d3 auf,
die größer ist als die Breite der Stufe 16, die eine Stufenbreite d4 aufweist. Die
Stufe 16 selbst ist als Auflagefläche für das zweite Bauteil 10 nicht so günstig,
da ihre Stufenbreite d4 einerseits relativ schmal ist und andererseits ihre Oberfläche
durch die Bearbeitungswerkzeuge eine gewisse Rauhigkeit und Unebenheit aufweist. Nachteilig
wäre auch, dass sich wegen der langen Stufenbohrung 6 die Oberfläche nur schwer plan
bearbeiten lässt.
[0032] Nach Erreichen des vorgegebenen Referenzmaßes x-dx wird der Prägestempel 4 mit dem
Messtaster 5 aus der zweiten Bohrung 6b herausgenommen und das zweite Bauteil 10 bis
zum Aufsetzen auf der unteren Ringfläche 17 des zusammengepressten Prägering 3 eingeschoben.
[0033] Figur 2 zeigt in schematischer Darstellung einen Längsschnitt durch einen Injektor
für die Kraftstoffeinspritzung für einen Verbrennungsmotor eines Kraftfahrzeugs. Zunächst
ist ein Injektorgehäuse 1 mit einer Stufenbohrung 6 erkennbar. Durch die beiden Bohrungen
6a,6b der Stufenbohrung 6 mit ihren unterschiedlichen Durchmessern ergibt sich die
Stufe 16. Auf die Stufe 16 ist der Prägering 3 eingelegt und auf die gewünschte Dicke
mit dem Einstellmaß 12 geprägt worden. Als erstes Bauteil 2 wurde ein piezoelektrischer
Aktor in die kleinere, erste Bohrung 6a eingefügt und am oberen Teil des Gehäuses
1 an einer Verbindungsstelle A mit dem Gehäuse 1 befestigt. Die Unterseite 17a des
piezoelektrischen Aktors 2 weist in Bezug auf die untere Ringfläche 17 des Prägeringes
3 ein vorgegebenes Einbaumaß 15 für das erste Bauteil 2, den Aktor auf. Zusammen mit
dem Einstellmaß 12 des Prägeringes ergibt sich aus den beiden Maßen 15+12 der vorgegebene
Abstand H als Maß zwischen der Unterseite 17a des Aktors 2 und der unteren Ringfläche
17 des Prägeringes 3.
[0034] Gemäß eines Ausführungsbeispiels der Erfindung ist das zweite Bauteil 10 als Hubtransformator
ausgebildet, der als Hubumkehrer wirkt. Der Hubumkehrer liegt spielfrei an der unteren
Ringfläche 17 des Prägeringes 3 an und bewegt entsprechend der dargestellten Pfeile
sein unteres Teil nach oben, wenn sich der Aktor 2 nach unten ausdehnt. Im nicht aktivierten
Zustand des Aktors 2 drückt der Hubumkehrer 10 über einen Stößel 13 auf ein Servoventil
20, so dass dieses geschlossen ist. Das Servoventil 20 regelt den Kraftstoffabfluss
aus einer Steuerkammer 21, die über eine Zulaufdrossel mit Kraftstoff versorgt wird.
Die Steuerkammer 21 wird von einer beweglich gelagerten Düsennadel 14 begrenzt. Der
Kraftstoffdruck spannt die Düsennadel 14 auf einen Dichtsitz 24 vor. In dieser Position
sind die Einspritzlöcher 25 des Einspritzventils verschlossen, die in Fließrichtung
gesehen nach dem Dichtsitz des Servoventils 20 angeordnet sind. Die Düsennadel 14
ist in der Steuerkammer 21 angeordnet, die über eine Zuleitung 22 versorgt wird.
[0035] In dem dargestellten Ausführungsbeispiel liegt der Hubumkehrer 10 direkt an der Unterseite
17a des Aktors 2 an. Alternativ kann auch ein Leerhub zwischen dem Aktor 2 und dem
Hubumkehrer 10 vorgesehen sein. Wird der Aktor 2 durch Anlegen einer Spannung aktiviert,
dann dehnt sich der Aktor 2 aus und drückt auf den Hubumkehrer 10. Der Hubumkehrer
bewegt den Stößel 13 nach oben, so dass sich wegen des einwirkenden Kraftstoffdrucks
das Schließglied des Servoventils 20 vom Dichtsitz abhebt. Damit öffnet das Servoventil
20, so dass Kraftstoff aus der Steuerkammer 21 abfließt. Es fließt zwar über eine
Zulaufdrossel gleichzeitig Kraftstoff in die Steuerkammer 21, aber der Zufluss ist
geringer als der Abfluss. Damit sinkt der Druck in der Steuerkammer 21. Die Düsennadel
14 wird somit entlastet. Kraftstoffdruck, der an Druckflächen der Düsennadel 14 angreift,
hebt die Düsennadel 14 vom Dichtsitz 24 ab. Damit werden die Einspritzlöcher 25 geöffnet
und Kraftstoff wird in den Brennraum des Motors eingespritzt. Wird der Aktor entstromt,
dann wird das Servoventil 20 geschlossen, der Druck in der Steuerkammer 21 erhöht
und die Düsennadel 14 auf den Dichtsitz 24 gedrückt. Damit endet die Einspritzung.
1. Injektor für die Kraftstoffeinspritzung in einen Verbrennungsmotor eines Kraftfahrzeuges,
mit einem ersten Bauteil (2), das in einer kleineren ersten Bohrung (6a) einer Stufenbohrung
(6) des Injektorgehäuses (1) fixiert ist, und mit einem Prägering (3), der auf einer
Stufe (16) der Stufenbohrung (6) aufliegt, die durch eine größere zweite Bohrung (6b)
gebildet ist und dass die Höhe des Prägeringes (3) mit einem Prägestempel (4) exakt
auf einen zum ersten Bauteil (2) vorgegebenen Abstand (H) geprägt ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Prägering (3) eine Ringbreite (d3) aufweist, die breiter als die Stufenbreite
(d4) der Stufe (16) in der Stufenbohrung (6) ist, wodurch die Kraftwirkung zwischen
dem zweiten Bauteil (10) und der Stufenbohrung (1) über eine vergrößerte Kontaktfläche
der Ringbreite (d3) des Prägerings (3) gebildet wird.
2. Injektor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Prägering (3) an der Auflagefläche für das zweite Bauteil (10) glatt, vorzugsweise
poliert und/oder plan, vorzugsweise senkrecht zur Achse der Stufenbohrung (6) ausgebildet
ist.
3. Injektor nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Bauteil (10) als Hubumkehrer ausgebildet ist.
4. Injektor nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Bauteil als Düsenkörper oder Betätigungselement eines Servoventils ausgebildet
ist.
5. Injektor nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Bauteil (2) als piezoelektrischer Aktor ausgebildet ist.
6. Injektor nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Bauteil (2) als Bodenplatte des Aktors ausgebildet ist.