[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Kalibrieren einer Kompressionskälteanlage
und eine Kompressionskälteanlage mit einem Kältemittel, einem Verdampfer, einem Verdichter,
einem Verflüssiger und einem Drosselorgan.
[0002] Bei einer Kompressionskälteanlage wird prinzipiell das im Kältekreis der Kompressionskälteanlage
befindliche Kältemittel im Verdampfer durch Wärmeentzug des zu kühlenden Mediums verdampft.
Im Verdichter erfolgt eine Druck- und damit Temperaturerhöhung des Kältemittels. Anschließend
wird das Kältemittel im Verflüssiger unter Wärmeabgabe wieder verflüssigt. Durch das
Drosselorgan wird das Kältemittel auf den Verdampfungsdruck entspannt.
[0003] Derartige Kompressionskälteanlagen werden z.B. für die Beheizung von Räumen und die
Bereitung von Brauchwasser eingesetzt, wobei beides nachfolgend als Wärmesenke bezeichnet
wird.
[0004] Die Regelung der Wärmesenkentemperatur erfolgt üblicherweise durch Ein- und Ausschalten
des Verdichters bzw. durch Modulation der Verdichterdrehzahl. Solche Verfahren sind
beispielsweise aus der
EP 1 355 207 A1 oder
DE 43 03 533 A1 bekannt. Weiterhin ist es Aufgabe einer derartigen Regelung, den Wirkungsgrad des
Verdampfers und damit des Kältekreises zu optimieren. Der Wirkungsgrad des Verdampfers
hängt u.a. von seinem Befüllungsgrad ab, also davon, welcher Teil des Verdampfers
mit Nassdampf und welcher Teil des Verdampfers mit überhitztem Kältemittel gefüllt
ist. Je höher der Nassdampfanteil ist, desto geringer ist die Überhitzung und desto
besser ist der Wirkungsgrad.
[0005] Als Regelgröße für die Verdampferregelung wird bevorzugt die Überhitzung des Kältemittels
am Verdampferausgang verwendet (nachfolgend auch als Überhitzung bezeichnet). Diese
Überhitzung des Kältemittels lässt sich bevorzugt aus dem Verdampferdruck p
0 und der Temperatur T
0h des überhitzten Kältemittels am Verdampferausgang bestimmen. Temperatur und Druck
lassen sich durch geeignete Messaufnehmer messen. Die Differenz aus Verdampferausgangstemperatur
T
0h und Verdampfungstemperatur T
0, welche die Temperatur des Kältemittels während der Verdampfung ohne Überhitzung
repräsentiert, wird berechnet und stellt die Ist-Überhitzung ΔT
0h-ist des Kältemittels am Verdampferausgang dar (das im Folgenden auch als Überhitzung
bezeichnet wird).
[0006] Ein Überhitzungsregler ermittelt die Differenz von Überhitzungs-Ist- und Sollwert.
In Abhängigkeit der Regelabweichung wird die Stellgröße, hier das Drosselorgan, eingestellt.
[0007] Im praktischen Betrieb können Fehler bei der Ermittlung des Istwertes der Verdampferüberhitzung
auftreten, beispielsweise durch Fehler des Verdampferdrucksensors, durch Fehler des
Verdampferausgangstemperatursensors, durch Fehler bei der Messung des elektrischen
Ausgangssignals des Verdampferdrucksensors, durch Fehler bei der Berechnung des Verdampferdruckes
aus dem gemessenen elektrischen Ausgangssignal des Verdampferdrucksensors, durch Fehler
bei der Messung des elektrischen Ausgangssignals des Verdampferausgangstemperatursensors,
durch Fehler bei der Berechnung des Verdampferdruckes aus dem gemessenen elektrischen
Ausgangssignal des Verdampfertemperatursensors, oder durch Fehler oder durch Berechnungsungenauigkeiten
bei der Berechnung der Überhitzung im Regler, z. B. Berechnungsungenauigkeiten bei
der Berechnung der Verdampfungstemperatur T0 aus dem Verdampferdruck.
[0008] Fehler bei der Ermittlung des Istwertes der Überhitzung können dazu führen, dass
beispielsweise der Kältekreis in einem weniger effizienten Arbeitspunkt betrieben
wird.
[0009] Ist die aus fehlerbehafteten Messwerten berechnete Ist-Überhitzung größer als die
reale Ist-Überhitzung im Kältekreis, so wird eine reale Ist-Überhitzung von OK als
eine Überhitzung von größer OK angenommen und unter Umständen sogar ausgeregelt. Der
Überhitzungsregler wird dann gegebenenfalls eine zu geringe reale Überhitzung (unter
Umständen OK) einregeln, was zu Verdichterschäden führen kann.
[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren zum Kalibrieren einer Kälteanlage
und eine entsprechende Kälteanlage vorzusehen, wobei die Funktion der Sensoren und
Aktoren der Kälteanlage geprüft wird und ein möglicher Fehlereinfluss auf die gemessenen
und berechneten Prozesswerte ermittelt und gegebenenfalls korrigiert wird.
[0011] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren zum Kalibrieren einer Kälteanlage gemäß Anspruch
1 sowie durch eine Kälteanlage gemäß Anspruch 5 gelöst.
[0012] Die Erfindung betrifft den Gedanken, ein Verfahren zum Kalibrieren einer (Kom-pressions-)Kälteanlage
vorzusehen. Dazu wird ein Kalibrierbedarf erkannt. Der ursprüngliche Betriebszustand
wird verlassen, und es wird ein Betriebszustand zur Kalibrierung der Messwertaufnahme,
d. h. der Sensoren und der Messwertverarbeitung im Regler, eingestellt. Die Kalibrierung
wird durch Anfahren eines speziellen Betriebszustandes bzw. Arbeitspunktes, in welchem
sich eine (durch eine Formel beschreibbare) physikalische Abhängigkeit zwischen Prozesswerten
des Kältekreises und ggf. Werkstoffkenngrößen zumindest annähernd einstellt. Der Zeitpunkt
oder Zeitraum wird erkannt, in dem die durch eine Formel beschreibbare physikalische
bzw. werkstofftechnische Abhängigkeit zwischen Prozesswerten für die Berechnung der
Kalibrierwerte gilt. Der oder die während der Kalibrierung ermittelte Prozesswert(e)
wird unter Verwendung der oben zu Grunde liegenden physikalischen Abhängigkeit verrechnet,
und Kalibrierwerte werden gebildet, welche die Funktion und den Fehlereinfluss auf
die Sensoren, die Messwertaufnahme und Verarbeitung und ggf. die Aktorik beschreiben.
Die Kalibrierwerte werden im Hinblick auf Fehlerzustände bewertet, gegebenenfalls
erfolgt die Berechnung von Korrekturkennwerten zur Korrektur der Sensorsignale. Der
Betriebszustand Kalibrieren wird verlassen, und der ursprüngliche Betriebszustand
wird eingestellt.
[0013] Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels und mit Bezug auf
die beigefügten Zeichnungen veranschaulicht.
- Fig. 1
- zeigt eine schematische Darstellung einer Kompressionskälteanlage gemäß der Erfindung,
und
- Fig. 2
- zeigt eine schematische Darstellung des Reglers der Kältemaschine von Fig. 1.
[0014] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Kompressionskälteanlage. Die Kälteanlage
weist einen Verdampfer 31, einen Verdichter 32, einen Verflüssiger 33 und ein elektronisch
ansteuerbares Drosselorgan bzw. ein Expansionsventil 13 auf, welche durch ein Leitungssystem
verbunden sind, durch welches das Kältemittel geleitet wird. Ferner wird ein Regler
40 zur Regelung des Expansionsventils 13 vorgesehen.
[0015] Eine erste Messeinheit 1 dient dazu, die Temperatur des verdampften Kältemittels
zu messen. Eine zweite Messeinheit 2 dient dazu, den Verdampferausgangsdruck zu messen.
Eine dritte Messeinheit 3 dient dazu, die Temperatur des verflüssigten Kältemittels
zu messen. Eine vierte Messeinheit 4 dient dazu, den Verflüssigerdruck zu messen.
Die erste, zweite, dritte und vierte Messeinheit 1 - 4 sind mit einem Regler 40 gekoppelt,
welcher das Expansionsventil 13 basierend auf den durch die Messeinheiten 1 - 4 ermittelten
Werten steuert.
[0016] Durch Wärmezufuhr auf niedrigem Temperaturniveau wird ein Medium mit tiefem Siedepunkt
("Kältemittel", heute meist Ozon-unschädliche FCKWs oder natürliche Stoffe) im Verdampfer
31 verdampft, die gasförmige Phase wird in einem Verdichter 32 verdichtet und dadurch
erhitzt. Unter hohem Druck stehend gibt das Arbeitsmittel bzw. das Kältemittel seine
Wärme zur Nutzung am Verflüssiger 33 ab (Heizungswasser, Luftstrom) und kondensiert
dabei. Durch ein Expansionsventil 13 tritt das Arbeitsmittel wieder in den Teilkreislauf
mit geringem Druck ein und wird wiederum dem Verdampfer 31 zugeführt, an dessen Ausgang
der Verdampferdruck mit der Messeinheit 2 und die Temperatur des verdampften Kältemittels
mit der Messeinheit 1 bestimmt wird. Aus dem ermittelten Verdampferdruck und der Temperatur
des verdampften Kältemittels am Verdampferausgang lässt sich mit Hilfe von Kältemitteldaten
die Überhitzung des Kältemittels am Verdampferausgang bestimmen bzw. ableiten.
[0017] Die Temperaturdifferenz zwischen der Wärmequelle und dem Kältemittel ermöglicht einen
Wärmestrom zum Verdampfer 31. Anschließend wird der Kältemitteldampf vom Verdichter
32 angesaugt und komprimiert. Die Temperatur des Kältemittels wird dabei auf ein höheres
Temperaturniveau "gepumpt", welches i. A. oberhalb dessen der Wärmeverteilung liegt.
Am Verflüssiger 33 liegt wieder eine Temperaturdifferenz vor, und es kommt zu einem
Wärmestrom, in Richtung Wärmeverteilung. Das unter Hochdruck stehende Kältemittel
kühlt wieder ab und kondensiert. Am Ausgang des Verflüssigers wird der Verflüssigerdruck
mit der Messeinheit 4 und die Temperatur des verflüssigten Kältemittels mit der Messeinheit
3 bestimmt. Anschließend wird das Kältemittel über ein Expansionsventil 13 entspannt.
Der gesamte Vorgang erfolgt erneut und befindet sich dadurch in einem Kreisprozess.
[0018] Fig. 2 zeigt eine schematische Darstellung eines Reglers einer Kältemaschine von
Fig. 1. Der Regler für den Kältekreis der Kältemaschine weist eine Messwerterfassungs-
und -verarbeitungseinheit 5, eine Berechnungseinheit 6, eine Modellbildeeinheit 10,
eine erste Bestimmungseinheit 9 und eine zweite Bestimmungseinheit 11 sowie eine Auswahleinheit
12 auf. Der Regler dient dabei zur Regelung der Überhitzung des Kältemittels am Verdampferausgang.
[0019] Die Messwerterfassungs- und -verarbeitungseinheit 5 dient zur Erfassung und Verarbeitung
der Messwerte der Messeinheiten 1 - 4. Diese in der Regel elektrischen Signale der
Messeinheiten 1 - 4 werden anhand der Messwerterfassungs- und -verarbeitungseinheit
5 in Messwerte umgerechnet und ggf. von Störeinflüssen wie beispielsweise eine 50
Hz-Überlagerung befreit. Die erste Bestimmungseinheit 9 bestimmt einen Stellwert W
1 für das Expansionsventil 13 in Abhängigkeit der Abweichung einer Ist-Überhitzung
und einer Soll-Überhitzung des Kältemittels. Die Berechnungseinheit 6 berechnet die
momentane Ist-Überhitzung des Kältemittels am Verdampferausgang basierend auf dem
Verdampferausgangsdruck und der Verdampferausgangstemperatur. Aus dem Vergleich der
Ist-Überhitzung mit der Soll-Überhitzung wird der erste Stellwert für das Expansionsventil
13 in der ersten Bestimmungseinheit bestimmt. Der erste Stellwert W
1 betrifft den Öffnungswinkel des Expansionsventils, so dass der Lauf des Kältemittels
im Kreislauf reguliert wird. Wenn die Ist-Überhitzung größer als die Soll-Überhitzung
ist, so fährt das Stellorgan 13 auf, d. h. das erste Stellsignal wird größer. Ist
die Ist-Überhitzung kleiner als die Soll-Überhitzung, so fährt das Stellorgan 13 zu,
d. h. das erste Stellsignal wird kleiner. Der Regler der Einheit 9 kann dabei als
ein P, PI, I oder PID-Regler ausgeführt sein.
[0020] Eine Modellbilde-Einheit 10 dient dazu, ein Modell zu bilden, welches den Kältemittelmassenstrom
am Verdampfereingang mit dem Kältemittelmassenstrom am Verdampferausgang vergleicht
und einen zweiten Stellwert W
2 für das Expansionsventil 13 anhand des Modells aus dem Verdampferdruck, dem Verflüssigerdruck
und kältekreisspezifischen Größen berechnet.
[0021] Eine zweite Bestimmungseinheit 11 dient dazu, einen dritten Stellwert W
3 für das Expansionsventil 13 durch Verknüpfung des ersten Stellwerts W
1 mit dem zweiten Stellwert W
2 zu bestimmen. Eine Stelleinheit zum Einstellen des Expansionsventils 13 auf den dritten
Stellwert W
3 wird ebenfalls vorgesehen.
[0022] Eine Auswahleinheit 12 dient der Auswahl des Stellsignals in Abhängigkeit der Betriebsart
des Kältekreisreglers und schaltet in Abhängigkeit von der Betriebsart des Kältekreisreglers
Stellsignale aus unterschiedlichen Quellen an das Expansionsventils 13 weiter. In
der Betriebsart Heizen wird das Stellsignal aus der zweiten Bestimmungseinheit 11
zum Bestimmen eines dritten Stellwertes W
3 an das Expansionsventil 13 weitergeschaltet. In der Betriebsart Stand-by wird das
Stellsignal mit Null Prozent Öffnungsgrad an das Expansionsventil 13 weitergeschaltet.
In der Betriebsart Abtauen wird das Stellsignal aus der Bestimmungseinheit zum Bestimmen
eines Stellwertes für Abtaubetrieb an das Expansionsventil 13 weitergeschaltet.
[0023] Eine Erkennung des Kalibrierbedarfes erfolgt zyklisch, beispielsweise bei Überschreiten
einer vorbestimmten Anzahl von Verdichterstarts und/oder beim Überschreiten einer
vorbestimmten Verdichterlaufzeit oder bei einer Detektion von Unregelmäßigkeiten im
Regelbetrieb des Kältekreises wie z.B. Verlassen des Regelabweichungstoleranzbandes
für eine vorbestimmte Zeit. Für die Auslösung der Kalibrierung ist es bei erkanntem
Kalibrierbedarf notwendig, dass sich der für die Durchführung der Kalibrierung erforderliche
Betriebszustand des Kältekreises eingestellt hat. So wird die Kalibrierung beispielsweise
erst dann ausgelöst, wenn die für eine Kalibrierung erforderliche Betriebsart oder
ein Betriebsartübergang erreicht ist, wenn sich die Regelabweichung der Überhitzung
innerhalb eines vorgegebenen Bandes befindet, wenn sich der Hoch- und der Niederdruck
innerhalb vorgegebener Grenzen befindet.
[0024] Ist eine Kalibrierung ausgelöst, wird der Aktor im Regelkreis, hier das elektronische
Expansionsventil, während der Kalibrierung nicht durch die für den normalen Regelbetrieb
steuernden Mittel (hier Stelleinheit zum Einstellen des Expansionsventils 13 auf den
dritten Stellwert W3) angesteuert, sondern wird durch eine Einheit 19 zur Steuerung
des Kalibrierverlaufes angesteuert.
[0025] Diese Einheit 19 steuert Aktoren im Regelkreis, beispielsweise das elektronische
Expansionsventil oder auch andere Aktoren wie Verdichter, Ventile etc. nach einem
für die Kalibrierung geeigneten Steuerprogramm. Der Verlauf des Steuerprogramms kann
auch während der Kalibrierung in Abhängigkeit von sich dabei einstellenden Prozesswerten
beeinflusst werden. Während der Kalibrierung werden die für die Kalibrierung relevanten
Prozesswerte gemessen, und als Funktion über die Zeit in einem Funktionsblock gespeichert.
Weiterhin werden relevante sich aus einer physikalischen Verknüpfung der gemessenen
Prozesswerte ergebende berechnete Prozesswerte (beispielsweise eine aus Verdampferdruck
und Verdampferausgangstemperatur berechnete Überhitzung) auch als Funktion über die
Zeit in einer Speichereinheit 20 gespeichert.
[0026] Durch die Analyse der physikalischen Abhängigkeiten im Kältekreis ist es möglich,
den Ablauf einer Kalibrierung so zu gestalten, dass während der Kalibrierung ein spezieller
Betriebszustand bzw. Arbeitspunkt angefahren wird, in welchem sich eine vorzugsweise
durch eine Formel beschreibbare physikalische Abhängigkeit zwischen Prozesswerten
des Kältekreises und ggf. Werkstoffkenngrößen von den Kältekreis beeinflussenden Medien
einstellt oder annähernd einstellt. Diese durch eine Formel beschriebene physikalische
Abhängigkeit wird zur Überprüfung der Funktion der Sensoren 1 - 4 genutzt. Den Kältekreis
beeinflussende Medien können beispielsweise das Kältemittel selbst oder das kondensierende
und vereisende bzw. tauende Wasser an den Verdampferlamellen sein.
[0027] Der Verlauf der Prozesswerte während der Kalibrierung hat gegebenenfalls Einfluß
auf die Steuerung der Aktoren während der Kalibrierung, beispielsweise das elektronische
Expansionsventil oder auch andere Aktoren wie Verdichter, Ventile etc. Es kann so
beispielsweise zur Konstanthaltung des Kältemittelvolumenstromes während einer Kalibrierung
der Öffnungsgrad des Expansionsventils in Abhängigkeit von den gemessenen Werten von
Hochdruck und Niederdruck gestellt werden.
[0028] Weiterhin wird die Gültigkeit der Kalibrierergebnisse oder der Abbruch einer Kalibrierung
vom Verlauf der Prozesswerte während der Kalibrierung beeinflusst. In einer Recheneinheit
21 werden die während der Kalibrierung ermittelten Prozesswerte unter Verwendung einer
die physikalische bzw. werkstofftechnische Abhängigkeit zwischen den Prozesswerten
beschreibende Formel verrechnet und es werden Kalibrierwerte ermittelt, die einen
Fehlereinfluss auf die Sensoren beschreiben. Hier erfolgt auch die Erkennung des Zeitpunktes
oder Zeitraumes, in dem die durch eine Formel beschreibbare physikalische bzw. werkstofftechnische
Abhängigkeit zwischen Prozesswerten für die Berechnung der Kalibrierwerte gilt.
[0029] Der Fehlereinfluss auf die gemessenen oder berechneten Prozesswerte wird in einer
Vergleichseinheit 23 mit gerätespezifischen Grenzwerten verglichen, bei Überschreitung
bzw. mehrmaliger Überschreitung können Fehlerzustände ausgelöst werden, die ggf. die
Funktion des Gerätes einschränken.
[0030] Weiterhin kann ein detektierter Fehlereinfluss auf die gemessenen oder berechneten
Prozesswerte dazu führen, dass gemessene oder berechnete Prozesswerte mit einem Korrekturterm
so korrigiert werden, dass beim folgenden Betrieb der Fehlereinfluss verringert wird.
[0031] Nachfolgend werden die signalverarbeitenden Funktionsgruppen zur Kalibrierung für
die Prozesswerte Verdampferüberhitzung, Verdampferausgangstemperatur und Verdampferdruck
und Verflüssigerdruck detailliert beschrieben. Weiterhin ist dargestellt, wie das
Zusammenspiel zwischen Kältekreisregler und Kalibriereinrichtung ausgestaltet werden
kann.
[0032] Die Messwerterfassungs- und -verarbeitungseinheit 5 dient der Erfassung und Auswertung
der Sensorsignale (Messeinheiten 1 - 4) aus dem Kältekreis. Die Sensorsignale werden
ggf. mittels Tiefpass von Störsignalen (beispielsweise 50 Hz Brumm) befreit. Weiterhin
erfolgt in der Berechnungseinheit 6 die Berechnung der Ist-Überhitzung aus Verdampferausgangstemperatur
und Verdampferdruck. Bei eventuellem Nichtvorhandensein eines Verflüssigerdruckfühlers
erfolgt die Berechnung des Verflüssigerdrucks aus der Verflüssigertemperatur.
[0033] Eine Korrektureinheit 7 dient dazu, in Abhängigkeit der Kalibrierergebnisse und der
daraus berechneten Korrekturterme ein oder mehrere Prozesswerte oder daraus abgeleitete
Werte zu korrigieren, so dass Fehler bei der Regelung verringert werden.
[0034] Dem Regler 9 wird die Ist-Überhitzung T
oh Ist und Soll-Überhitzung T
oh Soll zugeführt, und ein von der Regelabweichung beeinflusstes Stellsignal wird ausgegeben.
In diesem Verfahrensschritt wird ein erster Stellwert für das Expansionsventil im
Regelbetrieb berechnet. Anschließend wird ein zweites Stellsignal für das Expansionsventil
im Regelbetrieb mit Hilfe der kältetechnischen Modellbilde-Einheit 10 erzeugt und
in Einheit 11 mit dem von der Regelabweichung beeinflussten ersten Stellsignal zu
einem Gesamtstellsignal verknüpft.
[0035] In der Auswahleinheit 12 wird in Abhängigkeit des Betriebszustandes ausgewählt, welches
Signal als Steuersignal an das Stellorgan weitergeleitet wird. Im Regelbetrieb wird
das in Einheit 11 mathematisch verknüpfte und begrenzte Steuersignal weitergeleitet.
Weitere Betriebsarten sind der Stand-by-Betrieb, der Abtaubetrieb oder der Kalibrierbetrieb.
Im Stand-by-Betrieb ist das Stellsignal für das Expansionsventil üblicherweise 0 %,
d.h. ganz geschlossen, im Abtaubetrieb ist das Expansionsventil zumindest dann geöffnet,
wenn Kältemittel im Abtaubetrieb das Expansionsventil passieren soll.
[0036] Der Eingang 14 repräsentiert die aktuelle Betriebsart in Abhängigkeit von der Wärmeanforderung
des Kältekreisreglers und der Eingang 15 den Schaltzustand des Verdichters ( Ein /
Aus). In der Einheit 16, d. h. dem ersten Zähler, wird ein Verdichterstartzähler nach
jedem Verdichterstart inkrementiert. Beim Einschalten des Netzes für die Regelung,
beim manuellen Reset oder nach jeder durchgeführten Kalibrierung, wird dieser Zähler
wieder auf Null gesetzt. In der Einheit 17, d. h. dem zweiten Zähler, wird bei eingeschaltetem
Verdichter ein Verdichterlaufzeitzähler inkrementiert. Beim Einschalten des Netzes
für die Regelung, beim manuellen Reset oder nach jeder durchgeführten Kalibrierung
wird dieser Zähler wieder auf Null gesetzt. In der Kalibrierauslöse-Einheit 18 wird
der Start und das Ende einer Kalibrierung ausgelöst. Die Auslösung einer Kalibrierung
erfolgt zyklisch, beispielsweise bei Überschreiten einer vorbestimmten Anzahl von
Verdichterstarts des Verdichterstartzählers 16 und/oder beim Überschreiten einer vorbestimmten
Verdichterlaufzeit des Verdichterlaufzeitzählers 17.
[0037] Alternativ ist es jedoch auch möglich, dass bei erkanntem Kalibrierbedarf der für
die Durchführung der Kalibrierung erforderliche Betriebszustand des Kältekreises sofort
durch das Mittel 18 zur Steuerung des Kalibrierverlaufes eingestellt wird, auch wenn
ohne erkannten Kalibrierbedarf ein anderer Betriebszustand gesteuert würde. Es können
auch weitere Bedingungen definiert werden, die für eine Kalibrierauslösung eingehalten
werden müssen. So wird eine Kalibrierung beispielsweise nur dann ausgelöst, wenn die
Regelabweichung der Überhitzung innerhalb eines vorgegebenen Bandes ist und/oder wenn
sich der Hoch- und Niederdruck innerhalb vorgegebener Grenzen befindet. Die Kalibrierauslöse-Einheit
18 steuert die Auswahl-Einheit 12 für die Stellsignalauswahl für das Expansionsventil
an.
[0038] In der Auswahl-Einheit 12 wird in der Betriebsart Regeln das in Einheit 11 erzeugte
Stellsignal für das Expansionsventil im Regelbetrieb an das Expansionsventil weitergeleitet,
oder bei der Betriebsart Kalibrieren wird das in der Ablaufsteuer-Einheit 19 erzeugte
Stellsignal für das Expansionsventil im Kalibrierbetrieb an das Expansionsventil weitergeleitet.
[0039] In der Ablaufsteuer-Einheit 19 wird eine Ablaufsteuerung implementiert, welche bei
Freigabe der Kalibrierung durch die Kalibrierauslöse-Einheit 18 in Abhängigkeit von
Eingangsgrößen wie Sensorwerten aus dem Kältekreis und einem durch die Eingangsgrößen
beeinflussbaren einprogrammierten Ablaufprogramm Stellsignale an Aktoren im Kältekreis
wie Expansionsventil, Abtauventil, Verdichter etc. sendet.
[0040] Während der Kalibrierung leitet die Einheit 12 diese Stellsignale an Aktoren, beispielsweise
an das Expansionsventil, weiter. In einer Speichereinheit 20 werden während der Kalibrierung
Eingangsgrößen wie Sensorwerte aus dem Kältekreis, aber auch durch mathematische Verknüpfung
von Eingangsgrößen gewonnene Größen wie Überhitzung in ihrem Verlauf gespeichert.
In einer Recheneinheit 21 werden die während der Kalibrierung ermittelten Prozesswerte
unter Verwendung einer die physikalische Abhängigkeit zwischen den Prozesswerten und
ggf. Werkstoffkenngrößen beschreibenden Formel verrechnet, und es werden Kalibrierwerte
ermittelt, die einen Fehlereinfluss auf die Sensoren und/oder auf einen Fehler in
der Signalerfassung/Signalauswertung in der Regelung beschreiben. Ferner dient die
Recheneinheit dazu, den Zeitpunkt oder den Zeitraum, in dem die durch eine Formel
beschreibbare physikalische bzw. werkstofftechnische Abhängigkeit zwischen Prozesswerten
für die Berechnung der Kalibrierwerte gilt, zu erkennen. Aus den Kalibrierwerten wird
der Fehlereinfluss auf die gemessenen oder berechneten Prozesswerte bestimmt.
[0041] Der Fehlereinfluss auf die gemessenen Prozesswerte oder aus gemessenen Prozesswerten
abgeleiteten Werte wird in einer Vergleichseinheit 23 mit gerätespezifischen Grenzwerten
verglichen. Bei einer Überschreitung bzw. mehrmaliger Überschreitung können Fehlerzustände
ausgelöst werden, die ggf. die Funktion des Gerätes einschränken.
[0042] Des Weiteren ist eine differenzierte Beurteilung der Kalibrierwerte hinsichtlich
unterschiedlicher Fehlergrenzen möglich. Für die zulässige Abweichung des Kalibrierwertes
vom Werkswert kann eine andere Grenze festgelegt werden, als für die zulässige Abweichung
des Kalibrierwertes vom Mittelwert von einer bestimmten Anzahl der letzten Kalibrierungen.
Es ist auch möglich, nur die Mittelwerte einer bestimmten Anzahl der letzten Kalibrierungen
auf die Abweichungen vom Werkswert zu prüfen. Bei ein- oder mehrmaligen Überschreitungen
der zulässigen Grenzen kann ein Fehlerzustand ausgelöst werden, der beispielsweise
zur Anzeige gebracht werden kann. Auch ist in Abhängigkeit vom Fehlerzustand eine
Einschränkung des Betriebsbereichs des Reglers möglich.
[0043] Weiterhin kann ein detektierter Fehlereinfluss auf die gemessenen oder berechneten
Werte dazu führen, dass gemessene Prozesswerte oder aus gemessenen Prozesswerten abgeleitete
Werte mit einem Korrekturterm so korrigiert werden, dass beim folgenden Betrieb der
Fehlereinfluss verringert wird. Eine Korrektur-Einheit 22 berechnet Korrekturterme
für einen oder mehrere Prozesswerte oder daraus abgeleitete Werte, diese werden an
eine Einheit 7 übergeben, die dann korrigierte Prozesswerte oder korrigierte, aus
Prozesswerten abgeleitete Werte berechnet.
[0044] Ein Beispiel für einen Kalibrierablauf, die Bewertung der Prozesswerte unter Verwendung
einer Formel und die Ermittlung von Kalibrierwerten sei hier genannt:
Ziel der Kalibrierung nach diesem Beispiel ist es, die Funktion der Drucksensoren
im Kältekreis, Verdampferdrucksensor 2 und Verflüssigerdrucksensor 4, zu prüfen. Hierbei
liegt die Erkenntnis zu Grunde, dass bei ausgeschaltetem Verdichter und geöffnetem
Expansionsventil die Messwerte der Druckaufnehmer im eingeschwungenen Zustand nach
erfolgtem Druckausgleich in etwa gleiche Werte annehmen müssen. Beim Übergang vom
Betriebszustand "Verdichter ein" zu "Verdichter aus" in der Betriebsart Regeln wird
die Kalibrierung ausgelöst. Die Ablaufsteuerung 19 erzeugt dann ein Stellsignal für
das Expansionsventil mit Öffnungsgrad 100 %, im Regelbetrieb wäre das Stellsignal
bei ausgeschaltetem Verdichter üblicherweise 0 %, um eine Verlagerung von Kältemittel
zu sperren.
[0045] In der Speicher-Einheit 20 werden die Signale der Drucksensoren im Kältekreis, d.
h. Verdampferdrucksensor 2 und Verflüssigerdrucksensor 4, wie Sensorwerte aus dem
Kältekreis als Eingangsgrößen in ihrem Verlauf während der Kalibrierung gespeichert.
[0046] In der Recheneinheit 21 werden die Signale der Drucksensoren, d. h. Verdampferdrucksensor
2 und Verflüssigerdrucksensor 4, während der Kalibrierung über eine Formel verrechnet.
In diesem Fall wird der Kalibrierwert berechnet, indem die Differenz zwischen dem
gemessenen Wert für Hochdruck und dem gemessenen Wert für Niederdruck gebildet wird.
[0047] Weiterhin erfolgt hier auch die Erkennung des Zeitpunktes oder Zeitraumes, in dem
die durch eine Formel beschreibbare physikalische bzw. werkstofftechnische Abhängigkeit
zwischen Prozesswerten für die Berechnung der Kalibrierwerte gilt. Als Zeitpunkt kann
derjenige nach Start der Kalibrierung betrachtet werden, ab dem die Druckdifferenz
zwischen Verdampferdrucksensor 2 und Verflüssigerdrucksensor 4 in den eingeschwungenen
Zustand übergeht, also die Werteveränderung pro Zeit unterhalb einer festgelegten
Schwelle ist.
[0048] Alternativ kann als Zeitpunkt derjenige nach Start der Kalibrierung betrachtet werden,
nach dem aufgrund physikalisch rechnerischer Betrachtungen die Druckdifferenz zwischen
Verdampferdrucksensor 2 und Verflüssigerdrucksensor 4 in den eingeschwungenen Zustand
eingeschwungen sein sollte. Diese Zeit kann in der Kalibrierfunktion fest abgelegt
werden. Der so ermittelte Kalibrierwert aus dem Differenzdruck im eingeschwungenen
Zustand nach erfolgtem Druckausgleich kann zur Beschreibung des Fehlereinflusses auf
die Messwerte der Sensoren verwendet werden. Ist beispielsweise der Fehler des Verdampferdrucksensors
2 mit Hilfe eines anderen Kalibrierverfahrens bekannt, kann der Fehler des Verflüssigerdrucksensors
4 mit Hilfe der oben beschriebenen Kalibrierprozedur berechnet werden.
[0049] In der Vergleichs-Einheit 23 wird dann der ermittelte Kalibrierwert, die Abweichung
des Druckmesswertes der beiden Sensoren, im Hinblick auf zulässige Fehlergrenzen beurteilt.
Die Fehlergrenzen können als Werkswerte in einem nichtflüchtigen Speicher des Reglers
abgelegt sein.
[0050] In der Korrektur-Einheit 22 können aus dem ermittelten Kalibrierwert oder den ermittelten
Kalibrierwerten Korrekturwerte berechnet werden, mit Hilfe derer in Einheit 7 die
Messwerte der Sensoren bezüglich Offset und/oder Steigung der Kennlinie korrigiert
werden können. Wenn beispielsweise der Fehler des Verdampferdrucksensors 2 als Funktion
über seinen Druckbereich bekannt ist und im angenommenen Fall im gesamten Bereich
gleich Null ist, so lässt sich der Fehler des Hochdruckfühlers mit Hilfe der oben
beschriebenen Kalibrierung ermitteln. Führt man nun verschiedene Kalibrierungen in
unterschiedlichen Drucklagen durch, so erhält man eine durch diese Stützstellen definierte
Funktion des Fehlers des Verflüssigerdrucksensors 4 über den anliegenden Druck. Implementiert
man diese Funktion in Einheit 7, können die Messwerte des Verflüssigerdrucksensors
4 bezüglich Offset und/oder Steigung der Kennlinie korrigiert werden. So ist es denkbar,
dass hier gegebenenfalls die Messwerte eines oder beider Drucksensoren bei festgestellter
Abweichung der Messwerte bei der Kalibrierung korrigiert werden.
[0051] Ein weiteres Beispiel für einen Kalibrierablauf zur Kalibrierung eines aus Prozesswerten
abgeleiteten Wertes, die Bewertung der Prozesswerte unter Verwendung einer Formel
und die Ermittlung von Kenngrößen wird nachfolgend beschrieben:
Hierbei soll die Funktion des Verdampferdrucksensors 2 und des Verdampfertemperatursensors
1 im Kältekreis und damit auch der Fehler bei der Ermittlung der Überhitzung geprüft
werden.:
Hierbei liegt die Erkenntnis zu Grunde, dass bei einem im Zustand des Nassdampfbereiches
befindlichen Kältemittel eine durch eine Formel beschreibbare Abhängigkeit zwischen
Druck des Kältemittels und Temperatur des Kältemittels besteht. Gelingt es während
der Kalibrierung, diesen Zustand definiert anzufahren, so kann die Funktion des Verdampferdrucksensors
2 und des Verdampfertemperatursensors 1 im Kältekreis geprüft werden, indem beide
Messwerte zueinander die durch die kältemittelspezifische Formel beschreibbare Abhängigkeit
zwischen Druck des Kältemittels und Temperatur des Kältemittels aufweisen müssen.
Der aus beiden Messwerten vom Verdampferdrucksensor 2 und Verdampfertemperatursensor
1 abgeleitete Wert der Überhitzung und der daraus bestimmte Kalibrierwert müssen bei
ordnungsgemäßer fehlerfreier Funktion der Sensorik und Messwerterfassung einen Wert
nahe Null aufweisen.
[0052] Beim Übergang vom Betriebszustand "Verdichter ein" zu "Verdichter aus" in der Betriebsart
Regeln wird die Kalibrierung ausgelöst (im Regelbetrieb würde das Expansionsventil
jetzt mit Öffnungsgrad von 0 % steuern). Um die physikalischen Bedingungen im Kältekreis
von Kalibrierung zu Kalibrierung möglichst ähnlich zu gestalten, kann es erforderlich
sein, weitere Kriterien für den Start einer Kalibrierung festzulegen. So kann beispielsweise
die Kalibrierung erst dann gestartet werden, wenn die Betriebsart "Heizen" auf die
Betriebsart "Stand-by" wechselt und die Zeitspanne nach Umschaltung von Betriebsart
"Stand-by" auf Betriebsart "Heizen" mindestens 1 Minute (Heizen für mindestens eine
Minute) vergangen und der Absolutwert der Regelabweichung Überhitzung < 10 K ist.
[0053] Die Ablaufsteuerung 19 erzeugt dann ein Stellsignal für das Expansionsventil mit
einem vom Verlauf der Prozesswerte abhängigen Öffnungsgrad. Es wird dabei angestrebt,
dass die in den Verdampfer eingespritzte Kältemittelmenge bei der Durchführung der
Kalibrierung in etwa einen konstanten vorbestimmten Wert annimmt. Die Kältemittelmenge
ist vorteilhaft so ausgelegt, dass die Zeitkonstanten der Temperaturfühler, des Verlaufes
der Verdampferfüllung während der Kalibrierung aufeinander abgestimmt sind.
[0054] Der Öffnungsgrad des Expansionsventils beim Kalibrieren wird beispielsweise in Relation
zu dem in Einheit 10 berechneten Stellwert für das Expansionsventil eingestellt werden.
[0055] In der Speichereinheit 20 werden während der Kalibrierung als Eingangsgrößen die
Signale der Drucksensoren im Kältekreis Verdampferdrucksensor 2 und Verdampfertemperatursensor
1 sowie der daraus berechnete Wert der Überhitzung in ihrem Verlauf gespeichert. In
der Recheneinheit 21 wird der während der Kalibrierung ermittelte Wert der Überhitzung
zum Kalibrierwert verrechnet. Eine einfache Möglichkeit zur Berechnung des Kalibrierwert
ist es, das Minimum des Wertes der Überhitzung während der Kalibrierung zu ermitteln,
dieser Wert stellt dann den Kalibrierwert dar. Dieses Verfahren hat jedoch den Nachteil,
dass Störeinflüsse durch EMV etc. bei der Signalauswertung so ungefiltert den Kalibrierwert
beeinflussen. Ein verbessertes Verfahren bewirkt eine Filterung des Wertes der Überhitzung.
Zu Beginn der Kalibrierung wird der aktuelle Kalibrierwert auf einen normalerweise
real nicht erreichbaren Wert eingestellt. Während des Verlaufes der Kalibrierung wird
der Wert der Variable aktueller Kalibrierwert aus der Variable Überhitzung Verdampfer
wie folgt berechnet:
- a) Ist-Überhitzung < aktueller Kalibrierwert V (n-1), gilt :

bei einer Abtastrate von einer Sekunde.
Mit dieser Funktion werden Überhitzungssprünge von größer 1 K/sec auf 1 K/ sec begrenzt.
- b) Ist-Überhitzung >= aktueller Kalibrierwert (n-1), gilt :

[0056] In der Recheneinheit 21 erfolgt auch die Erkennung des Zeitpunktes, in dem die durch
eine Formel beschreibbare physikalische bzw. werkstofftechnische Abhängigkeit zwischen
Prozesswerten für die Berechnung der Kalibrierwerte gilt. Als Zeitpunkt kann derjenige
nach Start der Kalibrierung betrachtet werden, ab dem der Wert des aktuellen Kalibrierwertes
V (n) in den eingeschwungenen Zustand übergeht, also die Werteveränderung pro Zeit
unterhalb einer festgelegten Schwelle ist.
[0057] Alternativ kann als Zeitpunkt derjenige nach Start der Kalibrierung betrachtet werden,
nach dem aufgrund physikalisch rechnerischer Betrachtungen der Wert des aktuellen
Kalibrierwertes V(n) in den eingeschwungenen Zustand eingeschwungen sein sollte, diese
Zeit wird in der Kalibrierfunktion fest abgelegt. Weiterhin kann es erforderlich sein,
den gewonnenen Kalibrierwert einer Plausibilitätsprüfung zu unterziehen, um sicherzustellen,
dass der gewünschte zur Kalibrierung erforderliche Betriebszustand des Kältekreises
während der Kalibrierung auch erreicht wurde.
[0058] Folgendes Kriterium kann beispielsweise für die beschriebene Kalibrierung gelten:
plausibel ist ein Kalibrierwert dann, wenn während des Verlaufes der Kalibrierung
der gemessene Überhitzungswert für die Dauer von mindestens 10 Sekunden unterhalb
des Wertes (minimaler Überhitzungswert während der Kalibrierung + 2 Kelvin ) liegt.
Mit diesem Kriterium soll sichergestellt werden, dass der Verlauf der Überhitzung
für eine bestimmte Dauer innerhalb eines Toleranzbandes um das Minimum befindlich
war. Der so ermittelte Kalibrierwert kann zur Beschreibung des Fehlereinflusses auf
den aus Prozesswerten berechneten Wert der Überhitzung verwendet werden.
[0059] Liegt kein Fehler in den Messwerten und in der Messwertauswertung von Verdampferdrucksensor
2 und Verdampfertemperatursensor 1 und somit des Wertes der Überhitzung und des daraus
bestimmten Kalibrierwertes vor, so muss bei ordnungsgemäßer fehlerfreier Funktion
der Sensorik und Messwerterfassung der Kalibrierwert nahe Null Kelvin sein. Unterscheidet
sich der Kalibrierwert über ein durch Meßunsicherheiten bestimmtes Maß hinaus von
Null Kelvin, so deutet dies auf eine fehlerhafte Abweichung des Verdampferdrucksensors
2 und/oder Verdampfertemperatursensors 1 hin.
[0060] Ist beispielsweise der Fehler des Verdampferdrucksensors 2 mit Hilfe eines anderen
Kalibrierverfahrens bekannt, kann der Fehler des Verdampfertemperatursensors 1 mit
Hilfe der oben beschriebenen Kalibrierprozedur berechnet werden. Ist beispielsweise
der Fehler des Verdampfertemperatursensors 1 mit Hilfe eines anderen Kalibrierverfahrens
bekannt, kann der Fehler des Verdampferdrucksensors 2 mit Hilfe der oben beschriebenen
Kalibrierprozedur berechnet werden. Weiterhin ist es auch möglich, die Ursache eines
durch Kalibrierung festgestellten Fehlers nicht einer fehlerhaften Abweichung des
Verdampferdrucksensors 2 und/oder Verdampfertemperatursensors 1 zuzuordnen, sondern
nur auf den sich aus den einzelnen Sensorwerten berechneten Wert der Überhitzung zu
beziehen.
[0061] In der Vergleichs-Einheit 23 wird dann der ermittelte Kalibrierwert, die Abweichung
der minimalen Überhitzung während der Kalibrierung vom Wert Null im Hinblick auf zulässige
Fehlergrenzen beurteilt. Die Fehlergrenzen können als Werkswerte in einem nichtflüchtigen
Speicher des Reglers abgelegt sein.
[0062] In der Korrektur-Einheit 22 können aus dem ermittelten Kalibrierwert oder den ermittelten
Kenngrößen Korrekturwerte berechnet werden, mit Hilfe derer in der Einheit 7 die Messwerte
der Sensoren in Offset und/oder Steigung der Kennlinie korrigiert werden können. Wenn
verschiedene Kalibrierungen in unterschiedlichen Arbeitspunkten des Kältekreises durchgeführt
werden, so erhält man eine durch diese Stützstellen definierte Funktion des Fehlers
der Überhitzungsmessung über verschiedene Arbeitspunkte. Implementiert man diese Funktion
in Einheit 7, können die Messwerte der Überhitzung in Offset und/oder Steigung der
Kennlinie korrigiert werden.
[0063] Ein weiteres Beispiel für einen Kalibrierablauf zur Kalibrierung eines aus Prozesswerten
abgeleiteten Wertes, die Bewertung der Prozesswerte unter Verwendung einer Formel
und die Ermittlung von Kenngrößen wird nachfolgend beschrieben:
Ziel der Kalibrierung nach diesem Beispiel ist es ebenso wie im zuvor beschriebenen
Fall, die Funktion des Verdampferdrucksensors 2 und des Verdampfertemperatursensors
1 im Kältekreis und damit auch den Fehler bei der Ermittlung der Überhitzung zu prüfen:
Zugrunde liegt auch hier die Erkenntnis, dass bei einem im Zustand des Nassdampfbereiches
befindlichen Kältemittel eine durch eine Formel beschreibbare Abhängigkeit zwischen
Druck des Kältemittels und Temperatur des Kältemittels besteht. Gelingt es während
der Kalibrierung, diesen Zustand definiert anzufahren, so kann man die Funktion des
Verdampferdrucksensors 2 und des Verdampfertemperatursensors 1 im Kältekreis prüfen,
indem beide Messwerte zueinander die durch die kältemittelspezifische Formel beschreibbare
Abhängigkeit zwischen Druck des Kältemittels und Temperatur des Kältemittels aufweisen
müssen. Der aus beiden Messwerten Verdampferdrucksensor 2 und Verdampfertemperatursensor
1 abgeleitete Wert der Überhitzung und der daraus bestimmte Kalibrierwert müssen bei
ordnungsgemäßer fehlerfreier Funktion der Sensorik und Messwerterfassung einen Wert
nahe Null aufweisen.
[0064] Die Kalibrierung erfolgt in der Betriebsart "Verdichter ein" in der Betriebsart Regeln.
Um die physikalischen Bedingungen im Kältekreis von Kalibrierung zu Kalibrierung möglichst
ähnlich zu gestalten, kann es erforderlich sein, weitere Kriterien für den Start einer
Kalibrierung festzulegen: So wird beispielsweise die Kalibrierung erst gestartet,
wenn die Zeitspanne nach Umschaltung von Betriebsart Standby auf Betriebsart Heizen
mindestens 1 Minute (Heizen für mindestens eine Minute) und der Absolutwert der Regelabweichung
Überhitzung < 10 K ist.
[0065] Die Ablaufsteuerung 19 erzeugt dann ein Stellsignal für das Expansionsventil mit
einem sich vom normalen Regelbetrieb unterscheidenden Öffnungsgrad. Der Öffnungsgrad
wird beim Kalibrieren so eingestellt, dass eine um einen voreingestellten Faktor größere
Kältemittelmenge in den Verdampfer eingespritzt wird, als die Menge, welche vor dem
Start der Kalibrierung im Regelbetrieb eingespritzt wurde. Die Kältemittelmenge ist
vorteilhaft so ausgelegt, dass die Kältemittelmenge ausreicht, um im anliegenden Arbeitspunkt
des Verdampfers keine vollständige Verdampfung zu ermöglichen, so dass sich eine Überhitzung
des Kältemittels am Verdampferausgang von Null Kelvin einstellen sollte. Es ist auch
möglich, den Öffnungsgrad des Expansionsventil im Kalibrieren beispielsweise in Relation
zu dem in Block 10 berechneten Stellwert für das Expansionsventil einzustellen.
[0066] In der Speichereinheit 20 werden während der Kalibrierung als Eingangsgrößen die
Signale der Drucksensoren im Kältekreis Verdampferdrucksensor 2 und Verdampfertemperatursensor
1 sowie der daraus berechnete Wert der Überhitzung in ihrem Verlauf gespeichert. In
der Recheneinheit 21 wird der während der Kalibrierung ermittelte Wert der Überhitzung
zum Kalibrierwert verrechnet.
[0067] Eine einfache Möglichkeit zur Berechnung des Kalibrierwertes ist es, das Minimum
des Wertes der Überhitzung während der Kalibrierung zu ermitteln, dieser Wert stellt
dann den Kalibrierwert dar.
[0068] Dieses Verfahren hat jedoch den Nachteil, dass Störeinflüsse durch EMV etc. bei der
Signalauswertung so ungefiltert den Kalibrierwert beeinflussen. Ein verbessertes Verfahren
bewirkt eine Filterung des Wertes der Überhitzung, wie auch im zuvor beschriebenen
Kalibrierablauf verwendet.
[0069] In der Recheneinheit 21 erfolgt weiterhin auch die Erkennung des Zeitpunktes, in
dem die durch eine Formel beschreibbare physikalische bzw. werkstofftechnische Abhängigkeit
zwischen Prozesswerten für die Berechnung der Kalibrierwerte gilt. Als Zeitpunkt kann
derjenige nach Start der Kalibrierung betrachtet werden, ab dem der Wert des aktuellen
Kalibrierwertes V(n) in den eingeschwungenen Zustand übergeht, also die Werteveränderung
pro Zeit unterhalb einer festgelegten Schwelle ist.
[0070] Alternativ kann als Zeitpunkt derjenige nach Start der Kalibrierung betrachtet werden,
nachdem aufgrund physikalisch rechnerischer Betrachtungen der Wert des aktuellen Kalibrierwertes
V(n) in den eingeschwungenen Zustand eingeschwungen sein sollte, diese Zeit wird in
der Kalibrierfunktion fest abgelegt. Weiterhin kann es erforderlich sein, den gewonnenen
Kalibrierwert einer Plausibilitätsprüfung zu unterziehen, um sicherzustellen, dass
der gewünschte zur Kalibrierung erforderliche Betriebszustand des Kältekreises während
der Kalibrierung auch erreicht wurde. Dieses Verfahren wurde bereits im zuvor beschriebenen
Kalibrierablauf erläutert.
[0071] Die Mechanismen zur Fehlerbetrachtung und Korrektur der Prozesswerte oder daraus
abgeleiteter Größen kann analog zum im zuvor beschriebenen Kalibrierablauf erfolgen.
Nach erfolgter Kalibrierung erfolgt eine Rückschaltung des Reglers in die Betriebsart
Regeln.
[0072] Zuvor kann es erforderlich sein, dass der Kältekreisarbeitspunkt so konditioniert
wird, dass ein regelungstechnisch und kältetechnisch optimierter Einstieg in die Betriebsart
Regeln erfolgen kann. Beispielsweise wird während der hier beschriebenen Kalibrierung
der Wert der Überhitzung auf Null gezwungen, dies ist für die Betriebsart Regeln ein
ungünstiger Startwert, da hier der Wert der Überhitzung von größer Null eingeregelt
werden soll. Auch ist der Verdampfer mit mehr Kältemittel gefüllt, als verdampft werden
kann, dies ist kein günstiger Arbeitspunkt für den Verdichter.
[0073] Zur schnellen Arbeitspunktanpassung von Betriebsart Kalibrieren an die Betriebsart
Regeln kann folgendes Verfahren eingesetzt werden: Nach Beenden der Betriebsart Kalibrieren
wird der Öffnungsgrad des Expansionsventils zunächst gleich Null gestellt, während
dieser Zeit strömt kein weiteres Kältemittel in den Verdampfer und der Verdichter
saugt das Kältemittel aus dem Verdampfer. Nun wird die Überhitzung des Kältemittels
am Verdampferausgang rasch ansteigen. Hat der Istwert der Überhitzung den Sollwert
im Regelbetrieb erreicht, kann umgeschaltet werden auf Regelbetrieb, der Regler für
den Öffnungsgrad des Expansionsventils wird freigegeben, die Regelabweichung ist in
diesem Moment nahe Null, eine sehr günstige Konstellation um das Regeln zu beginnen.
[0074] Eine weitere Besonderheit kann im Regler vorteilhaft implementiert werden:
Beim Umschalten vom Regeln ins Kalibrieren wird diejenige Größe im Regler gespeichert,
die das aktuelle Reglerausgangssignal repräsentiert, dies kann z.B. der Integralanteil
oder das Stellsignal für den Expansionsventilöffnungsgrad sein. Während der Kalibrierung
ist der Regler passiv geschaltet, aber nach der Kalibrierung kann diejenige Größe
im Regler, die das aktuelle Reglerausgangssignal vor Eintritt in das Kalibrieren repräsentierte,
verwendet werden, um den Arbeitspunkt des Reglers wieder einzustellen, in der Annahme,
dass sich der Arbeitspunkt des Kältekreises in der Zeit des Kalibrierens nicht stark
verändert hat.
[0075] Zur Möglichkeit der Kalibrierung der Aktorik sei auch ein Beispiel genannt:
In bestimmten Betriebsarten ist es erforderlich, die Funktion der Aktorik zumindest
in einigen Arbeitspunkten zu prüfen. So ist es erforderlich, dass in der Betriebsart
Stand-by (Verdichter AUS) das Expansionsventil mit dem Öffnungsgrad Null Prozent angesteuert
wird und somit dicht schließt, um eine Verlagerung des Kältemittels vom Verflüssiger
zum Verdampfer zu verhindern. Eine Kalibrierroutine würde die Dichtigkeit des Ventils
wie folgt prüfen:
Beim Übergang vom Betriebszustand "Verdichter ein" zu "Verdichter aus" in der Betriebsart
Regeln wird die Kalibrierung ausgelöst. Das Expansionsventil wird dann mit Öffnungsgrad
gleich Null Prozent angesteuert. Nach einer festgelegten Wartezeit zum vollständigen
Schließen des Expansionsventils wird eine erste Differenz zwischen den Werten von
Verdampferdrucksensor 2 und Verflüssigerdrucksensor 4 gebildet. Vorteilhaft kann es
auch sein, diese Wartezeit über die o. g. Zeit hinaus zu verlängern, so dass thermische
Einschwingvorgänge im Kältekreis abgeschlossen oder nahezu abgeschlossen sind. Nach
Verstreichen einer weiteren festgelegten Wartezeit wird eine zweite Differenz zwischen
den Werten von Verdampferdrucksensor 2 und Verflüssigerdrucksensor 4 gebildet.
[0076] Die Abweichung der ersten Differenz von der zweiten Differenz wird als Kalibrierwert
ermittelt und ist Maß für die Dichtigkeit des Expansionsventils, zumindest, wenn man
den Verdichter im Ruhezustand als dicht annimmt. Diese Kalibrierung kann auch zyklisch
in der Betriebsart Stand-by längere Zeit nach Verdichterausschalten wiederholt werden.
[0077] Zur Möglichkeit der Kalibrierung des Reglers sei auch ein Beispiel genannt:
Für die Betriebart Regeln ist es nützlich, zyklisch die ordnungsgemäße Funktion des
Reglers in festgelegten Arbeitspunkten zu prüfen.
[0078] Eine Kalibrierroutine könnte die Funktion des Reglers wie folgt prüfen:
Voraussetzung für den Start der Kalibrierung ist der Betriebszustand Regeln in einem
eingeschwungenen Reglerzustand, die Regelabweichung muss dazu während einer festgelegten
Zeitspanne in einem festgelegten Bereich befindlich sein. Mit dem Start der Kalibrierung
wird dann der Sollwert für die Überhitzung des Reglers um einen festgelegten Faktor
oder um einen festgelegten Betrag ausgehend vom normalen Reglersollwert verändert.
Dabei kann der Überhitzungssollwert vergrößert oder verringert werden. Während der
Kalibrierung regelt der Regler nun diesen Sollwertsprung aus, und der Istwertverlauf
der Überhitzung wird relativ zum Sollwertverlauf der Überhitzung bewertet und daraus
der Kalibrierwert gewonnen. Der Kalibrierwert kann aus der integralen Abweichung von
Ist- und Sollwert während der Kalibrierung, aus der Abweichung von Ist- und Sollwert
nach einer festgelegten Zeit oder anderen Verrechnungen zwischen Ist- und Sollwert
errechnet werden. Auch die Größe des Sollwertsprunges und die Reglerparameter können
relativ in die Berechnung des Kalibrierwertes Einfluss nehmen. Der Kalibrierwert trifft
so eine Aussage über die Regelgüte und kann zur Fehlererkennung und Regleradaption
verwendet werden.
[0079] Für die verschiedenen Arten der Kalibrierung ergeben sich weitere vorteilhafte Ausgestaltungen
zur Bewertung und Verarbeitung der Kalibrierwerte:
Es kann vorteilhaft sein, nicht nur den letzten Kalibrierwert für die Fehlerbewertung
und Prozesswertkorrektur zu verwenden, sondern eine bestimmte Zahl gespeicherter Kalibrierwerte.
Der Speicher kann als FIFO organisiert sein, sodass immer eine festgelegte Anzahl
letzter Kalibrierwerte gespeichert werden kann. Die Fehlerbewertung kann sich dann
auf eine Anzahl von letzten Kalibrierwerten beziehen, von welchen dann beispielsweise
das arithmetische Mittel gebildet wird und dieses zur Fehlerbewertung und Prozesswertkorrektur
verwendet wird.
[0080] Wird in diese Liste zugehörig zu den Kalibrierwerten auch Datum, Zeit und Arbeitspunkt
eingetragen, erleichtert ein Auslesen der Prozesswerte dem Servicetechniker die Fehlerdiagnose.
1. Verfahren zum Kalibrieren einer Kälteanlage, insbesondere einer Kompressionskälteanlage,
mit einem Kältemittel, einem Verdampfer (31), einem Verdichter (32), einem Verflüssiger
(33), einem elektronisch ansteuerbaren Drosselorgan (13) und einem Regler (40) zum
Steuern des elektronisch ansteuerbaren Drosselorgans (13), mit den Schritten:
Umschalten von einer normalen Betriebsart in eine Kalibrier-Betriebsart,
Anfahren eines speziellen Betriebszustandes, in welchem sich eine bekannte physikalische
Abhängigkeit zwischen Prozesswerten des Kältekreises zumindest annähernd einstellt,
Erfassen der jeweiligen Prozesswerte, wenn der spezielle Betriebszustand angefahren
worden ist,
Bilden von Kalibrierwerten zum Beschreiben eines Fehlereinflusses auf Teile der Kälteanlage
basierend auf den erfassten Prozesswerten,
Bilden mindestens eines Korrekturwertes basierend auf den Kalibrierwerten, und
Rückkehren zu der normalen Betriebsart.
2. Verfahren nach Anspruch 1, mit den Schritten:
Kalibrieren eines Drucksensors (2) zum Messen des Verdampferausgangsdruckes und eines
Drucksensors (4) zum Messen des Verflüssigerdruckes,
wobei der Verdichter abgeschaltet und das Drosselorgan 13 geöffnet wird,
wobei ein Kalibrierwert der Differenz zwischen dem Hochdruck und dem Niederdruck im
eingeschwungenen Zustand entspricht, und
wobei ein Korrekturwert basierend auf dem Kalibrierwert gebildet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, mit den Schritten:
Kalibrieren des Drucksensors des Verdampferausgangs und des Sensors für die Verdampfertemperatur
(1),
wobei die Kalibrierbetriebsart aktiviert wird, wenn die Betriebsart der Kälteanlage
von einer Betriebsart, bei der der Verdichter eingeschaltet ist, auf eine Betriebsart
umgeschaltet wird, bei der der Verdichter ausgeschaltet ist,
wobei der Regler (40) das Expansionsventil (13) derart regelt, dass sich das Kältemittel
im Verdampfer im Nassdampfbereich befindet,
Messen des Verdampferausgangsdruckes und der Verdampfertemperatur, und
Vergleichen dieser Werte mit den zugrundeliegenden physikalischen Abhängigkeiten.
4. Verfahren nach Anspruch 3, wobei die Kalibrierbetriebsart aktiviert wird, wenn die
Betriebsart aktiviert ist, bei der der Verdichter eingeschaltet ist, wobei der Regler
(40) das Expansionsventil (13) derart regelt, dass sich das Kältemittel im Verdampfer
vollständig oder nahezu vollständig im Nassdampfbereich befindet,
Erfassen des Verdampferausgangsdruckes und der Verdampfertemperatur, und
Bestimmen des Minimums des Wertes der Überhitzung basierend auf dem Verdampferausgangsdruck
und der Verdampfertemperatur,
wobei der Kalibrierwert dem Minimum des Wertes der Überhitzung entspricht.
5. Kälteanlage, insbesondere Kompressionskälteanlage, mit
einem Kältemittel, einem Verdampfer (31), einem Verdichter (32), einem Verflüssiger
(33), einem elektronisch ansteuerbaren Drosselorgan (13) und einem Regler (40) zum
Steuern des elektronisch ansteuerbaren Drosselorgans (13),
einer Kalibrierauslöseeinheit (18) zum Auslösen einer Kalibrierung,
einer Anlaufsteuereinheit (19) zum Anfahren eines speziellen Betriebszustandes der
Kälteanlage, bei welchem sich eine bekannte physikalische Abhängigkeit zwischen Prozesswerten
des Kältekreises zumindest annähernd einstellt,
wobei die jeweiligen Prozesswerte erfasst werden, wenn der spezielle Betriebszustand
mittels der Anlaufsteuereinheit (19) angefahren worden ist,
einer Recheneinheit (21) zum Bilden von Kalibriergrößen zur Beschreibung eines Fehlereinflusses
auf Teile der Kälteanlage, und
einer Korrektureinheit (22) zum Bilden mindestens eines Korrekturwertes basierend
auf den ermittelten Kalibrierwerten.