[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Nachweis von Mykotoxinen
sowie Kits, die zur Durchführung des Verfahrens geeignet sind.
[0002] Der Nachweis von Mykotoxinen umfasst ein großes Anwendungsgebiet z.B. im Nahrungs-
und Futtermittelbereich, in der Umweltanalytik, im Pflanzenschutz sowie in der biochemischen
Forschung.
[0003] Mykotoxine sind von Schimmelpilzen gebildete Giftstoffe mit sehr unterschiedlicher
chemischer Struktur. Mykotoxine kommen in Ernteprodukten wie Getreide, ölhaltigen
Samen und Früchten vor und können Ursache von Vergiftungen bei Mensch und Tier sein.
Inzwischen sind über 300 verschiedene Mykotoxine identifiziert worden, die in ca.
25 Strukturtypen eingeteilt werden und unterschiedliche toxische Wirkungen zeigen.
Mykotoxine können, je nach Toxinart, akute oder chronische Vergiftungen hervorrufen.
Häufig vorkommende Gruppen von Mykotoxinen sind Aflatoxine, Ochratoxine, Mutterkornalkaloide,
Patulin und Fusarientoxine. Unter den Fusarientoxinen sind-Deoxynivalenol, Zearalenon,
Nivalenol, T-2-/HT2-Toxin und die Fumonisine von besonderer Bedeutung, da sie häufig
in Getreideerzeugnissen vorkommen. Entsprechend sollte ein Test auf Mykotoxine, beispielsweise
auf Toxine von Feldpilzen, z.B. Fusarientoxine, oder auf Toxine von Lagerpilzen an
den Getreideannahmestellen, bei Getreidehändlern sowie Getreideverarbeitem, beispielsweise
Mühlen, Mälzereien, Futtermittelhersteller, bei Landwirten, Beratungsstellen, Universitäten
oder Ministerien beispielsweise dem Ministerium für Verbraucherschutz durchgeführt
werden, um die Qualität der Nahrungsmittel sicherzustellen.
[0004] Im Stand der Technik sind eine Reihe von Verfahren zum Nachweis von Mykotoxinen bekannt.
Der Nachweis von Mykotoxinen erfolgt zum Beispiel durch chromatographische Verfahren
wie HPLC, die mit fluoreszenzbasierter, absorptiver oder massenspektrometrischer Detektion
gekoppelt sein kann. Vor der HPLC-Analyse, beispielsweise einer Getreide-Probe, erfolgt
in der Regel die Anreicherung und Aufreinigung des Analyten mittels Immuno-Affinitäts-Säulen.
Nachteile aller HPLC-basierten Verfahren sind die hohen Investitionskosten, die relativ
komplexe Probenhandhabung sowie lange Analysezeiten. Aufgrund der genannten Nachteile
sind HPLC-basierte Nachweisverfahren nicht zur schnellen, billigen und einfachen Analyse,
beispielsweise von Getreideproben in Getreide erzeugenden, annehmenden, handelnden
oder verarbeitenden Betrieben geeignet. Stattdessen erfolgt die HPLC-basierte Analyse
in spezialisierten, analytischen Labors. In der Praxis steht das Ergebnis dementsprechend
erst mit einer Zeitverzögerung von mehreren Tagen zur Verfügung.
[0005] Eine alternative Methode zum Nachweis von Mykotoxinen ist die ELISA-Technik (
Enzyme
Linked
Immuno
Sorbent
Assay). Für den ELISA-Test werden Mikrotiterplatten bereitgestellt, deren Vertiefungen
beispielsweise mit Fänger-Antikörpern beschichtet sind, die spezifisch an ein Mykotoxin
binden. Nachteile des ELISA-Tests sind die vielen Pipettier-, Wasch- und Inkubationsschritte,
die zu relativ langen Analysezeiten von mehr als 30 Minuten führen können. Dies verhindert
es, den Test schnell vor Ort außerhalb eines analytischen Labors durchzuführen. Zudem
erlaubt der Test nicht den gleichzeitigen Nachweis mehrerer Analyten, da in der Regel
jede Mikrotiterplatte nur mit einer Sorte von Antikörpern beschichtet ist.
[0006] Eine weitere Methode zum Nachweis von Mykotoxinen sind Lateral Flow Assays (LFA).
Zum Nachweis von Mykotoxinen mittels LFA kann beispielsweise ein direkter, kompetitiver
Immunoassay auf einem Nitrozellulosestreifen ausgeführt werden, wobei die zu analysierende
Probe aufgrund von Kapillarkräften durch den gesamten Nitrozellulosestreifen durchgezogen
wird. Nachteilig ist, dass das Verfahren nur einen qualitativen Mykotoxin-Nachweis
erlaubt. Weiterhin nachteilig ist, dass für jedes Mykotoxin bei diesem Test ein separater
Streifen benötigt wird.
[0007] Im Stand der Technik finden sich auch Arbeiten zur Entwicklung von Nachweisverfahren
für Mykotoxine, beispielsweise beschrieben von
M. M. Ngundi et al., Anal. Chem. 2005, 77, 148-154. In diesem Verfahren wird ein indirekt, kompetitiver Immuno-Assay zum Nachweis von
Ochratoxin A ausgeführt, indem Ochratoxin A auf Glasobjektträgern immobilisiert wird.
Das Gemisch eines fluoreszenzmarkierten Antikörpers gegen Ochratoxin A und der zu
bestimmenden Probe wird auf den Glasobjektträger gegeben und nach Entfernen der nichtgebundenen
Antikörper durch Waschen kann dieser ausgelesen werden. Nachteilig bei diesem Verfahrens
ist, dass Waschschritte und Inkubationszeiten von 10 bis 20 Minuten benötigt werden
und aufwändige Fluoreszenz-Imaging-Syteme zum Auslesen der Ergebnisse erforderlich
sind. Dieses ermöglicht es nicht, einen vor Ort durchführbaren Schnelltest außerhalb
eines analytischen Labors auf dieser Grundlage zu entwickeln.
[0008] F. S. Ligler et al., Analytical and Bioanalytical Chemistry, 2003, 377, 3, 469-477 beschreibt eine Methode zur Analyse von Mykotoxinen mittels Wellenleiter-Array-Sensor
in einem kompetitiven Fluoroimmunoassay. Um das Mykotoxin Fumonisin zu bestimmen,
wurde ein kompetitiver Assay gewählt, wo Fumosinin an die Sensoroberfläche immobilisiert
wird und mit einem Gemisch aus fluoreszenzmarkiertem Cy5-anti-Fumonisin-Antikörper
und Probe inkubiert wird.
[0009] Die im Stand der Technik bekannten Verfahren zum Nachweis von Mykotoxinen benötigen
somit hohe Investitionskosten aufgrund komplizierter Auslesegeräte, beinhalten viele
manuelle Schritte, oder sind nicht außerhalb eines analytischen Labors einsetzbar.
[0010] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Verfügung
zu stellen, das wenigstens einen der vorgenannten Nachteile des Standes der Technik
überwindet, insbesondere, ein Verfahren bereitzustellen, das schnell, einfach handhabbar
und kostengünstig den Nachweis von Mykotoxinen in einer Probe ermöglicht.
[0011] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zum Schnell-Nachweis von Mykotoxinen
umfassend folgende Schritte:
[0012] Weiters beschrieben ist eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zum Nachweis
von Mykotoxinen.
[0013] Ein weiterer Gegenstand ist ein Kit geeignet zur Durchführung des Verfahrens zum
Nachweis von Mykotoxinen.
[0014] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0015] Überraschend wurde gefunden, dass das erfindungsgemäße Verfahren zum Nachweis von
Mykotoxinen einfach durchzuführen ist, und außerhalb spezialisierter Analyselabors
durchgeführt werden kann. Dies ermöglicht es, dass das erfindungsgemäße Verfahren
in Form eines Schnelltests durchgeführt werden kann, ohne dass Proben notwendigerweise
in ein Labor zur Analyse gegeben werden müssen. Weiterhin vorteilhaft ist, dass der
Mykotoxinnachweis gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren lediglich wenige oder keine
Waschschritte benötigt. Dies ist insbesondere von Vorteil, da die Durchführung von
Waschschritten zeitaufwändig ist, den Erhalt eines Analyseergebnisses verzögert, und
insbesondere bei wenig sorgfältiger oder unsachgemäßer Durchführung die Analyseergebnisse
verzerren oder den Nachweis gänzlich unmöglich machen kann.
[0016] Die Kombination der vorteilhaften Eigenschaften des erfindungsgemäßen Verfahrens
ermöglicht es, dass ein Nachweis von Mykotoxinen in Nahrungsmitteln beispielsweise
an Getreideannahmestellen, bei Getreidehändlern oder Getreideverarbeitern durchgeführt
werden kann. Insbesondere
a) Bereitstellen eines Dünnschichtwellenleiters umfassend eine erste optisch transparente
wellenleitende Schicht (a) auf einer zweiten optisch transparenten Schicht (b), wobei
(b) einen niedrigeren Brechungsindex besitzt als (a), und wobei auf Schicht (a) Mykotoxin-
Rinderserumalbumin - Konjugate als chemisches oder biochemisches Erkennungselement
für einen Mykotoxin-bindenden Bindungspartner räumlich separiert immobilisiert werden,
b) Aufbringen einer Mykotoxin(e) enthaltenden Probe und von Mykotoxin-bindenden Bindungspartnern
zu den immobilisierten Mykotoxin-Rinderserumalbumin -Konjugate auf dem Dünnschichtwellenleiter,
wobei ein Markierungselement an einen Bindungspartner oder an den immobilisierten
Mykotoxin- Rinderserumalbumin -Konjugate gebunden ist,
c) Detektieren eines Signals im Evaneszentfeld, das durch Änderung der optischen Eigenschaften
an der Grenzfläche zum Wellenleiter infolge der Wechselwirkung der auf dem Dünnschichtwellenleiter
immobilisierten Mykotoxin- Rinderserumalbumin -Konjugate mit den Mykotoxinen aus der
Probe und/oder den Mykotoxin-bindenden Bindungspartnern hervorgerufen wird,
dann
d) Bestimmen der in der Probe vorliegenden Menge an Mykotoxin(en).
ermöglicht die einfache und schnelle Durchführbarkeit des Verfahrens, dass dieses
auch von Personen durchgeführt werden kann, die keine spezialisierten Analytiker eines
Fachlabors sind.
[0017] In bevorzugten Ausführungsformen des Verfahrens verwendet man als Dünnschichtwellenleiter
einen Evaneszent-Feld-Biochip, der auf einem Dünnschichtwellenleiter basiert, vorzugsweise
einen planaren optischen Wellenleiter-Biochip, der auf einem Dünnschichtwellenleiter
basiert.
[0018] Optische Wellenleiter sind eine Klasse von Signalwandlern, mit denen man die Änderung
der optischen Eigenschaften eines Mediums detektieren kann, das an eine wellenleitende
Schicht, typischer Weise ein Dielektrikum, grenzt. Wird Licht als geführte Mode in
der wellenleitenden Schicht transportiert, fällt das Lichtfeld an der Grenzfläche
Medium/Wellenleiter nicht abrupt ab, sondern klingt in dem an den Wellenleiter angrenzenden
sogenannten Detektionsmedium exponentiell ab. Dieses exponentiell abfallende Lichtfeld
wird als evaneszentes Feld bezeichnet. Ändern sich die optischen Eigenschaften des
an den Wellenleiter grenzenden Mediums innerhalb des evaneszenten Feldes, kann dies
über einen geeigneten Messaufbau detektiert werden.
[0019] Vorteilhaft bei der Verwendung von Wellenleitern als Signalwandler ist, dass bei
an der Grenzfläche des Wellenleiters immobilisierten Erkennungselementen das Binden
an das Erkennungselement oder die Reaktion des Erkennungselementes detektiert werden
kann, wenn sich dabei die optischen Eigenschaften des Detektionsmediums an der Grenzfläche
zum Wellenleiter ändern.
[0020] Entsprechend wird eine Zeitersparnis bei der Durchführung des Nachweises ermöglicht,
wie auch eine Vereinfachung des Ablaufs.
[0021] Somit kann die Detektion eines Signals bzw. eines markierten Elements über die sich
ändernden optischen Eigenschaften des Mediums, beispielsweise einer zu analysierenden
Probe, direkt an der Oberfläche des Signalwandlers bzw. Dünnschichtwellenleiters erfolgen,
beispielsweise über eine Änderung der Absorption, der Fluoreszenz, der Phosphoreszenz,
der Luminseszenz oder ähnlichem.
[0022] Vorzugsweise detektiert man im Evaneszentfeld ein Fluoreszenzsignal. Erfindungsgemäß
verwendbare Markierungselemente für eine Markierung der Bindungspartner, beispielsweise
Mykotoxine, Mykotoxin-Konjugate, Antikörper-Konjugate oder Antikörper sind vorzugsweise
organische Fluorophore, Nanopartikel, fluoreszente Nanopartikel, Beads, fluoreszente
Beads, fluoreszente Proteine oder andere signalgebende Moleküle oder Einheiten oder
beliebige Kombinationen verschiedener Markierungselemente. Bevorzugt verwendet man
lumineszenzfähig markierte Bindungspartner. Bevorzugte Markierungselemente sind organische
Fluorophore und/oder fluoreszente Proteine.
[0023] Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren kann der vorzugsweise fluoreszente markierte
Bindungspartner durch ein evaneszentes Feld angeregt werden. In bevorzugten Ausführungsformen
wird das Evaneszente Feld durch einen planaren optischen Wellenleiter, wie in
US 5,959,292, Duveneck et al. beschrieben erzeugt. Die isotrop emittierte Fluoreszenz ist durch einen geeigneten
Aufbau detektierbar. In anderen Ausführungsformen kann die in den Wellenleiter eingekoppelten
Fluoreszenz durch ein geeignetes optisches Element aus dem Wellenleiter wieder ausgekoppelt
und mit einem geeigneten optischen Aufbau detektiert werden.
[0024] Von besonderem Vorteil ist, dass ein Abwaschen vorzugsweise fluoreszent markierter
Bindungspartner oder einer markierte Bindungspartner enthaltenden Probe bzw. Lösung
vor der Detektion eines Signals eingeschränkt oder sogar völlig darauf verzichtet
werden kann. Dieses ermöglicht eine Zeitersparnis bei einem Mykotoxinnachweis wie
auch eine Vereinfachung der Durchführung, da auch auf die Bereitstellung der üblicherweise
verwendeten verschiedenen Pufferlösungen des Waschprotokolls verzichtet werden kann.
[0025] Verwendbare Dünnschichtwellenleiter umfassen vorzugsweise eine optisch transparente
wellenleitende Schicht (a) enthaltend Oxide ausgewählt aus der Gruppe umfassend TiO
2, ZnO, Nb
2O
5, Ta
2O
5, HfO
2 und/oder ZrO
2, bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe umfassend TiO
2, Ta
2O
5 und/oder Nb
2O
5. Vorzugsweise ist die optisch transparente wellenleitende Schicht (a) aus TiO
2, ZnO, Nb
2O
5, Ta
2O
5, HfO
2 oder ZrO
2, bevorzugt TiO
2, Ta
2O
5 oder Nb
2O
5 ausgebildet. Insbesondere hat sich die Verwendung von Tantalpentoxid als vorteilhaft
herausgestellt, insbesondere bei der Detektion eines Fluoreszenzsignals.
[0026] In bevorzugten Ausführungsformen bringt man auf den Dünnschichtwellenleiter, insbesondere
auf die optisch transparente wellenleitende Schicht (a) enthaltend Oxide ausgewählt
aus der Gruppe umfassend TiO
2, ZnO, Nb
2O
5, Ta
2O
5, HfO
2 und/oder ZrO
2, Mono- oder Mehrfachschichten von Organophosphorsäuren gemäß der nachstehenden Formel
(I)
R-OPO
3H
2 (I)
und/oder Organophosphonsäuren gemäß der nachstehenden Formel (II)
R-PO
3H
2 (II)
und/oder deren Salze auf, wobei
- R
- steht für Alkyl mit C10 bis C24.
[0027] Bevorzugt verwendbar sind Organophosphorsäuren und/oder Organophosphonsäuren, vorzugsweise
Organophosphate und/oder Organophosphonate, mit R ist ausgewählt aus der Gruppe umfassend
unverzweigtes Alkyl mit C
10 bis C
20, vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe umfassend unverzweigtes Alkyl mit C
12 bis C
18, bevorzugt Dodecylphsophorsäure, Dodecylphosphat, Octadecylphosphonat und/oder Octadecylphosphonsäure.
[0028] Vorzugsweise sind Organophosphorsäuren bzw. Organophosphate, die in Form wasserlöslicher
Salze aus wässriger Lösung auf den Dünnschichtwellenleiter aufgebracht werden können
verwendbar.
[0029] In bevorzugten Ausführungsformen werden die Organophosphorsäuren und/oder Organophosphonsäuren,
vorzugsweise Organophosphate, in Form einer Monoschicht auf den Dünnschichtwellenleiter,
insbesondere einen Evaneszent-Feld-Biochip, vorzugsweise einen planaren optischen
Wellenleiter-Biochip, aufgebracht. Das Aufbringen kann in Form von Tauchverfahren
erfolgen.
[0030] Die Monoschicht oder Monolayer kann als eine Haftvermittlungsschicht auf die optisch
transparente Schicht ausgebildet aus Oxiden aufgebracht werden. Vorteilhafter Weise
können Organophosphorsäuren und/oder Organophosphonsäuren mit Erkennungselementen,
insbesondere mit Proteinen oder an Proteine gekoppelten Erkennungselementen wechselwirken
und die Bindung der Erkennungselemente an den Biochip verstärken.
[0031] Verwendbare Mykotoxin-bindende Bindungspartner sind vorzugsweise ausgewählt aus der
Gruppe umfassend Anti-Mykotoxin-Antikörper, Anti-Mykotoxin-Antikörper-Konjugate, Fragmente
von Anti-Mykotoxin-Antikörpem, Mykotoxin-bindende Peptide, Mykotoxin-bindende Anticaline,
Mykotoxin-bindende Aptamere, Mykotoxin-bindende Spiegelmere und/oder Mykotoxin-bindende
imprinted Polymers, bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe umfassend Anti-Mykotoxin-Antikörper,
Anti-Mykotoxin-Antikörper-Konjugate.
[0032] Die Bindungspartner wechselwirken jeweils spezifisch und/oder affin mit den Mykotoxin-Rinderserumalbumin-Konjugaten
Beispielsweise binden Anti-Mykotoxin-Antikörper, die auf einem Dünnschichtwellenleiter
aufgebracht werden, affin an auf diesem Dünnschichtwellenleiter immobilisierte Mykotoxine.
Ebenso binden auf einem Dünnschichtwellenleiter immobilisierte Anti-Mykotoxin-Antikörper
affin an Mykotoxine oder Mykotoxin-Konjugate, die auf den Dünnschichtwellenleiter
aufgebracht werden. Die Spezifität der Bindung hängt dabei von den verwendeten Affinitätspartnern
ab. So binden verwendbare kreuzreaktive Anti-Mykotoxin-Antikörper affin an die entsprechenden
Mykotoxine, beispielsweise der Gruppe der Fumosine, aber weniger spezifisch als beispielsweise
ein spezieller Antikörper gegen Fumosin B1 wäre. Bindungspartner, die immobilisiert
sind, werden auch als Erkennungselement oder "Fängermoleküle" bezeichnet.
[0033] Anti-Mykotoxin-Antikörper-Konjugate und Mykotoxin-Konjugate sind beispielsweise ausbildbar
aus einem Protein und Anti-Mykotoxin-Antikörper oder Mykotoxin.
[0034] In bevorzugten Ausführungsformen beispielsweise bei indirekt kompetitiven Assays
sind die immobilisierten Bindungspartner Mykotoxin-Konjugate. Mykotoxin-Konjugate
sind vorzugsweise ausbildbar aus Mykotoxin gebunden an Proteine, beispielsweise Rinderserumalbumin
(BSA, Bovine Serum Albumine). Von besonderem Vorteil bei der Verwendung eines solchen
Mykotoxin-BSA-Konjugats ist, dass eine Verbesserung der Bindung des Mykotoxins an
den Dünnschichtwellenleiter über eine Wechselwirkung zwischen Protein und Organophosphorsäuren
und/oder Organophosphonsäuren ausgebildet werden kann. Dies kann eine Verbesserung
der Haftung der Erkennungselemente an dem Dünnschichtwellenleiter zur Verfügung stellen.
[0035] Ein Markierungselement, beispielsweise ein Fluoreszenzfarbstoff oder Fluorophor,
kann direkt an einen Bindungspartner, beispielsweise an einen Anti-Mykotoxin-Antikörper
oder an ein Mykotoxin gebunden sein, oder über ein spacer-Element, beispielsweise
ein Protein oder eine Alkyl- oder Polyethylenglycol-Kette. Das Markierungselement,
beispielsweise ein Fluoreszenzfarbstoff oder Fluorophor, ist vorzugsweise über ein
Protein an die Mykotoxine gebunden. Ein geeignetes Protein ist beispielsweise BSA.
Eine Bindung eines Fluorophors an ein Mykotoxin mittels BSA kann die Bindung des Markierungselements
an die Bindungspartner, beispielsweise Antikörper, deutlich verbessern. Ein weiterer
Vorteil ergibt sich dadurch, dass aufwändige Verfahren zur direkten Bindung beispielsweise
eines Fluorophors an ein Mykotoxin vermieden werden können. Vorzugsweise sind als
Bindungspartner für einen immobilisierten Anti-Mykotoxin-Antikörper fluoresenzmarkierte
Mykotoxin-BSA-Konjugate verwendbar, beispielsweise in einem direkt kompetitiven Assay.
[0036] Der Nachweis der Mykotoxine kann grundsätzlich in auf einem Dünnschichtwellenleiter
aufbringbare Proben, Lösungen oder sonstigen Medien erfolgen. In bevorzugten Ausführungsformen
sind die Proben Nahrungsmittel für Mensch oder Tier. Bevorzugt erfolgt der Nachweis
von Mykotoxinen gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren in Getreide, Getreideprodukten,
Wein, Säften oder Früchten, und/oder in Getreide, Wein, Säfte und/oder Früchte enthaltenden
Produkte. Hierbei kann die zu analysierende Probe beispielsweise ein Nahrungsmittel
oder Produkt auf den Dünnschichtwellenleiter aufgebracht werden oder mit einem Lösemittel
oder Lösemittelgemisch extrahiert werden und der extrahierter Extrakt verwendet werden.
Der Extrakt kann verdünnt oder konzentriert verwendbar sein.
[0037] Die Mykotoxine können aus der zu untersuchenden Probe, zum Beispiel Getreide oder
andere Nahrungsmittel, durch Behandlung mit einem Lösemittel oder Lösemittelgemisch
herausgelöst werden. Beispielsweise können Mykotoxine aus Getreideproben durch Mahlen
und anschließend Extraktion mit Wasser oder organischen Lösemitteln oder Lösemittelgemischen,
beispielsweise mit Gemischen aus Wasser, das gegebenenfalls mit Puffersubstanzen,
Salzen, Säuren oder Basen und anderen Zusätzen versetzt sein kann, und organischen
Lösemitteln, beispielsweise mit Gemischen aus Wasser und Methanol oder Ethanol oder
Wasser und Acetonitril herausgelöst werden. Andere Verfahren, die zur Extraktion der
Mykotoxine führen, sind dem Fachmann bekannt. Die erhaltenen, gelösten Mykotoxine
können anschließend direkt oder nach Verdünnung oder Anreicherung auf dem Dünnschichtwellenleiter
oder Chip analysiert werden.
[0038] Verwendbare Erkennungselemente, die auch als "Fängermoleküle" bezeichnet werden,
vorzugsweise Mykotoxin-BSA-Konjugate, vorzugsweise zwei oder mehrere verschiedene,
können auf der Dünnschichtwellenleiter- oder Chip-Oberfläche kovalent oder nichtkovalent,
beispielsweise durch hydrophobe Adsorption, immobilisiert werden. Ein Immobilisieren
kann beispielsweise durch ein als Spotting bezeichnetes Aufbringen der Erkennungselemente
in Form von Messfeldern, sogenannten Spots, auf die Dünnschichtwellenleiter- oder
Chipoberfläche erfolgen. Vorzugsweise erfolgt ein Spotting von Lösung vorzugsweise
von Pufferlösungen, den das oder die Bindungspartner als Erkennungselement enthalten,
durch Geräte zum automatischen Aufbringen, sogenannte Spotter. Vorzugsweise werden
die Dünnschichtwellenleiter oder Chips nach dem Spotten wenigstens eine Stunde, vorzugsweise
einige Stunden inkubiert, so dass die Erkennungselemente auf dem Dünnschichtwellenleiter
oder Chip anheften können.
[0039] Es ist bevorzugt, dass die Biochips nach dem Spotten für wenigstens eine Stunde,
vorzugsweise 2 Stunden bis 6 Stunden, besonders bevorzugt 3 Stunden bis 4 Stunden
mit einer Proteinlösung, vorzugsweise einer Lösung eines verwendbaren Blocking-Proteins,
beispielsweise BSA, behandelt werden. Nach dem Entfernen der Lösung können die Dünnschichtwellenleiter
oder Biochips getrocknet und gelagert werden.
[0040] Das Aufbringen der Probe und der vorzugsweise fluoreszent markierten Mykotoxin-bindenden
Bindungspartner zu den immobilisierten Erkennungselementen auf dem Dünnschichtwellenleiter,
bevorzugt Evaneszent-Feld-Biochip, vorzugsweise einen planaren optischen Wellenleiter-Biochip,
kann gleichzeitig oder nacheinander erfolgen. So kann die Zugabe von vorzugsweise
fluoreszent markierten Bindungspartnern, beispielsweise von einem oder mehreren vorzugsweise
fluoreszenzmarkierten Antikörpern gegen ein oder mehrere Mykotoxine, vor oder während
der Inkubation einer Probe, beispielsweise eines Extrakts auf dem Chip erfolgen. Es
kann auch beispielsweise ein Extrakt einer zu untersuchenden Probe im Gemisch mit
bevorzugt markierten, vorzugsweise fluoreszenzmarkierten Antikörpern gegen ein oder
mehrere Mykotoxine auf den Chip gegeben werden.
[0041] Von besonderem Vorteil ist, dass die Probe gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren
weniger als 15 Minuten, vorzugsweise weniger als 10 Minuten, besonders bevorzugt weniger
als 5 Minuten, vor der Detektion des Signals mit den immobilisierten Bindungspartnern
als chemisches oder biochemisches Erkennungselement auf dem Dünnschichtwellenleiter
und/oder den Bindungspartnern inkubieren kann.
[0042] Diese ermöglicht einen großen Vorteil gegenüber bekannten Verfahren, die Inkubationszeiten
mit aufgebrachtem Mykotoxinkonjugat mit einer Lösung von markierten Mykotoxinantikörpern
von teilweise bis zu zwei Stunden benötigen, oder gegenüber Verfahren, die Vorinkubationen
der Proben mit markierten Anti-Mykotoxin-Antikörpern erfordern. Dies ermöglicht, dass
die Bestimmung der Mykotoxine gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren gegenüber bekannten
Verfahren deutlich schneller erfolgen kann, Insbesondere kann die Inkubationszeit
deutlich verkürzt werden. In besonders bevorzugten Ausführungsformen kann die Inkubationszeit
unter 10 Minuten oder sogar lediglich 5 Minuten betragen. Insbesondere in Kombination
mit dem weiteren Vorteil, dass auf Waschschritte verzichtet werden kann, wird ermöglicht,
dass durch das erfindungsgemäße Verfahren ein Ergebnis in weniger als 20 Minuten,
vorzugsweise in weniger als 15, besonders bevorzugt in weniger als 10 Minuten vorliegen
kann.
[0043] Unter Verwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens können Mykotoxine quantitativ und
vorzugsweise mit geringer Variation bestimmt werden. Beispielsweise kann der sogenannte
Interlabor-Variationskoeffizient, ein Maß für die Vergleichspräzision, weniger als
50 %, bevorzugt weniger als 40 % betragen. Weiterhin kann der sogenannte Intralabor-Variationskoeffizient,
ein Maß für die Wiederholpräzision, weniger als 20 % betragen. Dies ermöglicht die
Verwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens im Rahmen eines standardisierten und einfachen
Verfahrens zur Bestimmung von Mykotoxinen in Nahrungsmitteln, beispielsweise Getreide,
Getreideprodukten oder Wein.
[0044] Nachweisbare Mykotoxine sind vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe umfassend Aflatoxine,
Ochratoxine, Mutterkornalkaloide, Patulin und/oder Fusarientoxine beispielsweise ausgewählt
aus der Gruppe umfassend Deoxynivalenol, Nivalenol, Zearalenon, T-2 Toxin, HT-2 Toxin,
Ochratoxin A und/oder Fumonisine. Fumonisine sind vorzugsweise ausgewählt aus der
Gruppe umfassend Fumonisin B1, Fumonisin B2 und/oder Fumonisin B3.
[0045] Entsprechend sind verwendbare Bindungspartner bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe
der Mykotoxine umfassend Aflatoxine, Ochratoxine, Mutterkornalkaloide, Patulin und/oder
Fusarientoxine beispielsweise ausgewählt aus der Gruppe umfassend Deoxynivalenol,
Nivalenol, Zearalenon, T-2 Toxin, HT-2 Toxin, Ochratoxin A und/oder Fumonisine und
Antikörper gegen Mykotoxine ausgewählt aus der Gruppe umfassend Aflatoxine, Ochratoxine,
Mutterkornalkaloide, Patulin und/oder Fusarientoxine beispielsweise ausgewählt aus
der Gruppe umfassend Deoxynivalenol, Nivalenol, Zearalenon, T-2 Toxin, HT-2 Toxin
und/oder Fumonisine.
[0046] Abhängig von der Art des verwendeten Immunoassay werden einer der Bindungspartner,
beispielsweise im Fall eines indirekt kompetitiven Immnunoassays eines oder mehrere
der Mykotoxine, als Erkenhungselement auf dem Dünnschiehtwellenleiter immobilisiert,
während der andere Bindungspartner, beispielsweise im Fall eines indirekt kompetitiven
Immnunoassays einer oder mehrere der Anti-Mykotoxin-Antikörper, vor oder gleichzeitig
mit der Probe, auf den Dünnschichtwellenleiter gegeben werden. hierbei ist der zuzugebende
Bindungspartner vorzugsweise lumineszenzfähig markiert, bevorzugt mit einem Fluorophor
markiert.
[0047] Vorzugsweise sind verwendbare Bindungspartner ausgewählt aus der Gruppe umfassend
Deoxynivalenol, Nivalenol, Zearalenon, T-2 Toxin, HT-2 Toxin, Ochratoxin A und/oder
Fumonisin B1, Fumonisin B2 und/oder Fumonisin B3 und Antikörper gegen Mykotoxine ausgewählt
aus der Gruppe umfassend aus der Gruppe umfassend Deoxynivalenol, Nivalenol, Zearalenon,
T-2 Toxin, HT-2 Toxin, Ochratoxin A und/oder Fumonisin B1, Fumonisin B2 und/oder Fumonisin
B3.
[0048] Hierbei sind vorzugsweise monoklonale Antikörper gegen Mykotoxin verwendbar, beispielsweise
Anti-Fumosin B1, Anti-Fumosin B2 oder Anti-Fumosin B3. Weiterhin verwendbar sind Antikörper,
die gegen die Gruppe der Fumosine wirken. Verwendbare Bindungspartner, vorzugsweise
Antikörper gegen Mykotoxine, können einzeln oder im Gemisch verwendet werden, weiterhin
sind ebenfalls kreuzreaktive Antikörper verwendbar.
[0049] Ein besonderer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens ergibt sich daraus, dass
Mykotoxine durch das erfindungsgemäße Verfahren mit erhöhter Sensitivität nachweisbar
sind. Beispielsweise können Mykotoxine, insbesondere in Nahrungsmitteln für Mensch
oder Tier, beispielsweise Getreide, Wein, Säfte, Früchte und/oder Produkte daraus,
oder in Extrakten der Nahrungsmittel oder Produkte noch im Bereich nanomolarer oder
picomolarer Konzentrationen der Mykotoxine nachweisbar sein. Beispielsweise können
Mykotoxine in Getreideextrakt noch im Bereich von 0,1 pM bis 100 nM Mykotoxin, vorzugsweise
im Bereich von 1 pM bis 1 nM Mykotoxin, nachgewiesen werden. insbesondere können Konzentrationen
von weniger als 1 nM, vorzugsweise von weniger als 100 pM Mykotoxin, bevorzugt von
weniger als 10 pM Mykotoxin, besonders bevorzugt weniger als 1 pM Mykotoxin nachweisbar
sein.
[0050] Weiterhin können Mykotoxine in Getreideextrakt im Bereich von 10
-4 ppb bis 10000 ppb Mykotoxin, in Getreide im Bereich von 10
-2 ppb bis 10000 ppb Mykotoxin, nachweisbar sein. Vorzugsweise können Mykotoxine in
Getreideextrakt im Bereich von ≤ 0,1 ppb Mykotoxin, bevorzugt im Bereich von ≤ 0,01
ppb Mykotoxin, besonders bevorzugt im Bereich von ≤10
-4 ppb Mykotoxin, in Getreide im Bereich von ≤ 0,1 ppb Mykotoxin, bevorzugt im Bereich
von ≤ 0,01 ppb Mykotoxin, besonders bevorzugt im Bereich von ≤ 10
-4 ppb Mykotoxin, nachweisbar sein.
[0051] Dies ermöglich außerhalb eines analytischen Labors eine genauere Bestimmung der in
Nahrungsmitteln enthaltenen Mykotoxine als bislang möglich.
[0052] Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht, dass man wenigstens zwei Mykotoxine, vorzugsweise
2 bis 1000 Mykotoxine, bevorzugt 5 bis 100 Mykotoxine nachweisen kann. Insbesondere
können die Mykotoxine gleichzeitig bestimmt werden. Dies bedeutet einen großen Vorteil
gegenüber bekannten Verfahren, die zumeist lediglich den Nachweis eines einzigen Mykotoxins
gleichzeitig erlauben.
[0053] Eine bevorzugte Ausführungsform des Verfahrens zum Nachweis von Mykotoxinen sieht
vor, dass man auf der Oberfläche eines Dünnschichtwellenleiters umfassend eine erste
optisch transparente wellenleitende Schicht (a) auf einer zweiten optisch transparenten
Schicht (b), wobei (b) einen niedrigeren Brechungsindex besitzt als (a) auf Schicht
(a) Mykotoxin-Rinderserumalbumin-Konjugate als spezifische und/oder affine Bindungspartner
für einen Mykotoxin-bindenden Bindungspartner räumlich separiert immobilisiert. Anschließend
können die zu analysierende Probe und die vorzugsweise mit einem Fluorophor markierten
Mykotoxin-bindenden Bindungspartner gleichzeitig oder aufeinanderfolgend zugegeben
werden. Die spezifische und/oder affine Wechselwirkung zwischen den auf dem Dünnschichtwellenleiter
immobilisierten Mykotoxin-Rinderserumalbumin-Konjugaten, den Mykotoxin(en) der Probe
und/oder den vorzugsweise mit einem Fluorophor markierten Mykotoxin-bindenden Bindungspartnern
kann als Signaländerung im evaneszenten Feld detektiert werden. Die Anwesenheit eines
Mykotoxins in der Probe führt dabei zu einer Änderung des Signals im evaneszenten
Feld.
[0054] Erfindungsgemäß kann der Nachweis der Mykotoxine durch einen Assay, beispielsweise
einen Immuno-Assay auf dem Chip erfolgen. Der Nachweis der Mykotoxine erfolgt vorzugsweise
in Form eines Immunoassays, bevorzugt eines kompetitiven Immunoassays, beispielsweise
eines direkt oder indirekt kompetitiven Immunoassays, besonders bevorzugt in Form
eines indirekt kompetitiven Immunoassays.
[0055] Ein Verfahren zum Nachweis von Mykotoxinen in Form eines direkt kompetitiven Immunoassays
kann vorsehen, dass man auf der Oberfläche eines Dünnschichtwellenleiters umfassend
eine erste optisch transparente wellenleitende Schicht (a) auf einer zweiten optisch
transparenten Schicht (b), wobei (b) einen niedrigeren Brechungsindex besitzt als
(a), Anti-Mykotoxin-Antikörper als chemisches oder biochemisches Erkennungselement
für Mykotoxine räumlich separiert immobilisiert. Anschließend können vorzugsweise
mit einem Fluorophor markierte Mykotoxine oder vorzugsweise mit einem Fluorophor markierte
Mykotoxin-BSA-Konjugate gleichzeitig oder vor der zu analysierenden Probe zugegeben
werden. Die Wechselwirkung zwischen den auf dem Dünnschichtwellenleiter immobilisierten
Anti-Mykotoxin-Antikörper, den Mykotoxin(en) der Probe und/oder den vorzugsweise mit
einem Fluorophor markierten Mykotoxine oder Mykotoxin-BSA-Konjugate kann als Signaländerung
im evaneszenten Feld detektiert werden.
[0056] Im Falle eines direkten kompetitiven Immuno-Assays können, vorzugsweise zwei oder
mehrere verschiedene, Anti-Mykotoxin-Antikörper auf der Chip-Oberfläche kovalent oder
nichtkovalent immobilisiert werden, beispielsweise durch Spotting. Wird beispielsweise
ein Extrakt einer zu untersuchenden Probe im Gemisch mit vorzugsweise fluoreszenzmarkierten
Mykotoxinen oder Mykotoxin-Konjugaten auf den Chip gegeben, kommt es zur Kompetition
der markierten und unmarkierten Mykotoxine bzw. Mykotoxin-Konjugate um die auf dem
Chip verfügbaren Antikörper-Bindungsstellen. Die Zugabe der fluoreszenzmarkierten
Mykotoxine kann vor oder während der Inkubation des Extrakts auf dem Chip erfolgen.
Die Menge der an die immobilisierten Antikörper gebundenen markierten Mykotoxine ist
umgekehrt proportional zu der im Extrakt befindlichen Menge an Mykotoxinen.
[0057] Der Nachweis kann auch in Form eines Sandwich-Assays ausgeführt werden. In diesem
Fall werden anstelle der markierten Mykotoxine oder Mykotoxin-Konjugate markierte
Detektionsantikörper verwendet, die an einen immobilisierten Komplex aus auf dem Chip
immobilisierten Antikörper und Mykotoxin binden. Beim Sandwich-Assay ist die Menge
der an die Antikörper gebundenen Fluorophore proportional zu der Konzentration der
Mykotoxine im Extrakt.
[0058] Die bevorzugte Ausführungsform des Verfahrens zum Nachweis von Mykotoxinen in Form
eines indirekt kompetitiven Immunoassays kann vorsehen, dass man auf der Oberfläche
eines Dünnschichtwellenleiters umfassend eine erste optisch transparente wellenleitende
Schicht (a) auf einer zweiten optisch transparenten Schicht (b), wobei (b) einen niedrigeren
Brechungsindex besitzt als (a), vorzugsweise mit einem Fluorophor markierte Mykotoxin-BSA-Konjugate
als chemisches oder biochemisches Erkennungselement räumlich separiert immobilisiert.
Anschließend können vorzugsweise mit einem Fluorophor markierte Anti-Mykotoxin-Antikörper
gleichzeitig oder vor der zu analysierenden Probe zugegeben werden. Die Wechselwirkung
zwischen den auf dem Dünnschichtwellenleiter immobilisierten vorzugsweise mit einem
Fluorophor markierte Mykotoxin-BSA-Konjugate, den Mykotoxin(en) der Probe und/oder
den vorzugsweise mit einem Fluorophor markierten Anti-Mykotoxin-Antikörper kann als
Signaländerung im evaneszenten Feld detektiert werden.
[0059] Erfindungsgemäß kann der Nachweis der Mykotoxine auch durch einen indirekten, kompetitiven
Immuno-Assay erfolgen. In diesem Fall können Mykotoxin-BSA-Konjugate, auf dem Chip
immobilisiert werden. Wird ein Extrakt einer zu untersuchenden Probe im Gemisch mit
vorzugsweise fluoreszenzmarkierten Anti-Mykotoxin-Antikörpem auf den Chip gegeben,
kommt es zur Kompetition der immobilisierten und der in Lösung befindlichen Mykotoxine
um die verfügbaren Bindungsstellen der fluoreszenzmarkierten Antikörper. Die Zugabe
der fluoreszenzmarkierten Anti-Mykotoxin-Antikörper kann vor oder während der Inkubation
des Extrakts auf dem Chip erfolgen. Die Menge der gebundenen markierten Antikörper
ist in diesem Fall umgekehrt proportional zu der im Extrakt befindlichen Menge an
Mykotoxinen.
[0060] Weiterhin ist von Vorteil, dass die Detektion des Signals im Evaneszentfeld mittels
eines Auslesegeräts erfolgen kann. Das Auslesegerät kann beispielsweise ein robustes
und kostengünstiges Auslesegerät sein.
[0061] Die Auswertung der Signalintensität, beispielsweise der Fluoreszenzintensität kann
mittels einer geeigneten Software erfolgen, ebenso wie die Berechnung der in der Probe
vorliegenden Menge der Mykotoxine.
[0062] Die zur Verfügung gestellten Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens, insbesondere
eine Kombination eines einfach durchführbaren Verfahrens, der Möglichkeit gleichzeitig
mehrere Mykotoxine quantitativ auf einem robusten und kostengünstigen Auslesegerät
nachweisen zu können, ermöglicht einen einfachen und schnellen Nachweis von Mykotoxinen
außerhalb eines analytischen Labors.
[0063] Eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zum Nachweis von Mykotoxinen weist
einen Dünnschichtwellenleiter, bevorzugt einen planaren optischen Wellenleiter-Biochip
auf, der auf einem Dünnschichtwellenleiter basiert, umfassend eine erste optisch transparente
wellenleitende Schicht (a) auf einer zweiten optisch transparenten Schicht (b), wobei
(b) einen niedrigeren Brechungsindex besitzt als (a). Vorzugsweise sind die Erkennungselemente
auf der Schicht (a) immobilisiert.
[0064] Geeignete planare optische Wellenleiter sind beilspielsweise in der
WO 01/92870 oder in
US 5,959,292 beschrieben.
[0065] In bevorzugten Ausführungsformen der Vorrichtung kann die optisch transparente Schicht
(b) des Dünnschichtwellenleiters, vorzugsweise planaren optischen Wellenleiter-Biochips,
aus Silikaten wie Glas oder Quarz oder aus einem transparenten Kunststoff, bevorzugt
ausgewählt aus der Gruppe umfassend Polycarbonate, Polyimide, Polymethacrylate, Polystyrene,
zyklische Polyolefine, und/oder zyklische Polyolefin-Copolymere vorzugsweise aus zyklischen
Polyolefinen oder zyklischen Polyolefin-Copolymeren, ausgebildet sein. Geeignete Kunststoffe
zur Herstellung der optisch transparenten Schicht (b) sind beispielsweise in der
WO 03/020488 beschrieben.
[0066] Bevorzugt sind transparente thermoplastische oder spritzbare Kunststoffe, beispielsweise
ausgewählt aus der Gruppe umfassend Polycarbonat, Polyimid, Acrylat, insbesondere
Polymethylmethacrylat, oder Polystyrol.
[0067] In bevorzugten Ausführungsformen der Vorrichtung kann die optisch transparente wellenleitende
Schicht (a) Oxide ausgewählt aus der Gruppe umfassend TiO
2, ZnO, Nb
2O
5, Ta
2O
5, HfO
2 und/oder ZrO
2, bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe umfassend TiO
2, Ta
2O
5 und/oder Nb
2O
5 umfassen. Es sind auch Kombinationen mehrerer derartiger Oxide verwendbar. Vorzugsweise
ist eine optisch transparente wellenleitende Schicht (a) aus TiO
2, ZnO, Nb
2O
5, Ta
2O
5, HfO
2 oder ZrO
2, bevorzugt TiO
2, Ta
2O
5 oder Nb
2O
5 ausgebildet. Insbesondere hat sich die Verwendung von Tantalpentoxid als vorteilhaft
herausgestellt.
[0068] In bevorzugten Ausführungsformen umfasst der Dünnschichtwellenleiter, insbesondere
auf der optisch transparenten Schicht enthaltend Oxide ausgewählt aus der Gruppe umfassend
TiO
2, ZnO, Nb
2O
5, Ta
2O
5, HfO
2 und/oder ZrO
2, Mono- oder Mehrfachschichten von Organophosphorsäuren gemäß der nachstehenden Formel
(I)
R-OPO
3H
2 (I)
und/oder Organophosphonsäuren gemäß der nachstehenden Formel (II)
R-PO
3H
2 (II)
und/oder deren Salze, wobei
- R
- steht für Alkyl mit C10 bis C24.
[0069] Bevorzugt verwendbar sind Organophosphorsäuren und/oder Organophosphonsäuren, vorzugsweise
Organophosphate und/oder Organophosphonate mit R ist ausgewählt aus der Gruppe umfassend
unverzweigtes Alkyl mit C
10 bis C
20, vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe umfassend unverzweigtes Alkyl mit C
12 bis C
18, bevorzugt Dodecylphsophorsäure, Dodecylphosphat, Octadecylphosphonat und/oder Octadecylphosphonsäure.
[0070] Vorzugsweise sind Organophosphorsäuren bzw. Organophosphate, die in Form wasserlöslicher
Salze aus wässriger Lösung auf den Dünnschichtwellenleiter aufgebracht werden können.
[0071] In bevorzugten Ausführungsformen sind die Organophosphorsäuren und/oder Organophosphonsäuren,
vorzugsweise Organophosphate, in Form einer Monoschicht auf den Dünnschichtwellenleiter,
insbesondere einen Evaneszent-Feld-Biochip, vorzugsweise einen planaren optischen
Wellenleiter-Biochip, aufgebracht.
[0072] Die Monoschicht oder Monolayer kann als eine Haftvermittlungsschicht auf die optisch
transparente Schicht ausgebildet aus Oxiden aufgebracht werden. Vorteilhafter Weise
können Organophosphorsäuren und/oder Organophosphonsäuren mit Erkennungselementen,
insbesondere mit an Trägerproteine gekoppelten Erkennungselementen wechselwirken und
die Bindung der Erkennungselemente an den Biochip verstärken.
[0073] In einer bevorzugten Form der Vorrichtung sind die Organophosphorsäuren und/oder
Organophosphonsäuren, vorzugsweise Organophosphate, auf dem Dünnschichtwellenleiter
vorzugsweise auf der optisch transparenten Schicht ausgebildet aus Oxiden in Form
einer Haftvermittlungsschicht aufgebracht. Die Haftvermittlungsschicht kann die Bindung
der Erkennungselemente an den Dünnschichtwellenleiter oder Biochip verstärken.
[0074] Es ist bevorzugt, dass die Haftvertnittlungsschicht eine Dicke von weniger als 200
nm, vorzugsweise von weniger als 20 nm, aufweist.
[0075] Vorzugsweise erfolgt die Einkopplung des Anregungslichtes in die optisch transparente
wellenleitende Schicht (a) unter Verwendung von einer oder mehreren Gitterstrukturen.
[0076] Vorzugsweise ist die Gitterstruktur ein Reliefgitter mit beliebigem Profil, beispielsweise
mit Rechteck-, Dreieck- oder halbkreisförmigem Profil, oder ein Phasen- oder Volumengitter
mit einer periodischen Modulation des Brechungsindex in der im wesentlichen planaren
optisch transparenten Schicht (a). Die Gitterstruktur kann auch ein diffraktives Gitter
mit einer einheitlichen Periode sein oder ein multidiffraktives Gitter. Die Gitterstruktur
kann eine senkrecht oder parallel zur Ausbreitungsrichtung des in die optisch transparente
wellenleitende Schicht (a) eingekoppelten Anregungslichts räumlich variierendePeriodiziät
aufweisen
[0077] Es ist bevorzugt, dass die zur Einkopplung des Anregungslichtes verwendbaren Gitterstrukturen
eine Periode im Bereich von 200 nm bis 1000 nm, vorzugsweise im Bereich von 200 nm
bis 400 nm aufweisen. Es ist weiterhin bevorzugt, dass die Modulationstiefe des Gitters
im Bereich von 3 nm bis 60 nm, vorzugsweise im Bereich von 10 nm bis 40 nm liegt.
Es wird bevorzugt, dass das Verhältnis von Modulationstiefe zur Dicke der ersten optisch
transparenten wellenleitenden Schicht (a) gleich oder kleiner als 0,4 ist. Es ist
ebenfalls bevorzugt, dass die Brechungsindexmodulation sowohl an der Grenzfläche zwischen
Schicht a und Schicht b als auch an der Grenzfläche von Schicht a zum Analysenmedium
ausgeprägt ist.
[0078] Vorzugsweise weist die optisch transparente wellenleitende Schicht (a) eine Dicke
im Bereich von 40 nm bis 1000 nm, bevorzugt im Bereich von 40 nm bis 300 nm, noch
bevorzugter im Bereich von 80 nm bis 200 nm, auf.
[0079] Der Unterschied in den Brechungsindizes zwischen Schicht (a) und (b) beträgt vorzugsweise
≥ 0,2 bevorzugt ≥ 0,5, und liegt noch bevorzugter bei 0,56.
[0080] Die Wellenlänge des Anregungslichts liegt vorzugsweise im Bereich von 300 nm bis
1100 nm, bevorzugt im Bereich von 300 nm bis 800 nm, noch bevorzugter im Bereich von
500 nm bis 700 nm.
[0081] Geeignetes Anregungslicht kann über eine Gitterstruktur eingekoppelt werden, an welche
sich in Ausbreitungsrichtung des eingekoppelten und in der Schicht (a) geführten Lichts
ein unmodulierter Bereich der Schicht (a) mit einer darauf befindlichen Vielzahl von
Messbereichen in einem Array anschließt, auf denen der Nachweis der verschiedenen
Mykotoxine erfolgt. Daran kann sich in der Ausbreitungsrichtung des geführten Lichts
vorteilhaft eine oder mehrere weitere Gitterstrukturen mit einem dahinter befindlichen
weiteren Array von Messbereichen anschließen. Alternativ können sich die Messbereiche
eines Arrays oder auch einer Vielzahl von Arrays auf dem modulierten Bereich der Schicht
(a) befinden.
[0082] Es wird bevorzugt, dass jedem in Ausbreitungsrichtung des eingekoppelten Anregungslichts
nachfolgenden Array von Messbereichen eine für dieses Array spezifische Gitterstruktur
zur Auskopplung dieses Anregungslichts zugeordnet ist, wobei senkrecht zur Ausbreitungsrichtung
des eingekoppelten Anregungslichts die Gitterstrukturen spezifisch für einzelne Arrays
ausgebildet sein können oder sich auch über den gesamten Dünnschichtwellenleiter in
dieser Richtung erstrecken können.
[0083] Die Vorrichtung kann eine sehr große Anzahl einzelner Messfelder aufweisen. In bevorzugten
Ausführungsformen der Vorrichtung sind die spezifischen und/oder affinen Bindungspartner
als chemisches oder biochemisches Erkennungselement in Form von bis zu 100.000 Messfeldem
oder "Spots" in einer zweidimensionalen Anordnung aufgebracht, wobei ein Messfeld
oder Spot bevorzugt eine Fläche im Bereich von 0,001 mm
2 bis 6 mm
2, vorzugsweise im Bereich von 0,1 mm
2 bis 1 mm
2 aufweist. Bevorzugt sind mehr als 10, bevorzugt mehr als 50 Messfelder pro Quadratzentimeter
auf dem Dünnschichtwellenleiter oder Biochip aufgebracht.
[0084] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Kit zum Nachweis von Mykotoxinen. Der
Kit enthält wenigstens einen Dünnschichtwellenleiter umfassend eine erste optisch
transparente wellenleitende Schicht (a) auf einer zweiten optisch transparenten Schicht
(b), wobei (b) einen niedrigeren Brechungsindex besitzt als (a), und wobei auf der
wellenleitenden Schicht (a) Mykotoxin-Rinderserumalbumin-Konjugate als chemisches
oder biochemisches Erkennungselement für einen Mykotoxin-bindenden Bindungspartner
räumlich separiert immobilisiert sind.
[0085] Der Kit kann weiterhin wenigstens ein Reagenz umfassend vorzugsweise fluoreszenz
markierte Mykotoxin-bindende Bindungspartner enthalten. Der Kit kann auch mehrere
Reagenzien umfassend vorzugsweise markierte Bindungspartner enthalten oder ein Reagenz
enthaltend ein Gemisch verschiedener markierte Bindungspartner. Der Kit kann weiterhin
Puffer und/oder Lösemittel enthalten, die zur Durchführung des Nachweises nach einem
der vorherigen Ansprüche benötigt werden. Es kann auch vorgesehen sein, dass der Kit
eine Detektionseinheit umfasst.
[0086] Die Kits sind zum Schnell-Nachweis von Mykotoxinen verwendbar.
[0087] Ein Beispiel, das der Veranschaulichung der vorliegenden Erfindung dient, ist nachstehend
angegeben.
Beispiel 1
Ermittlung einer Standardkurve zur Messung von Zearalenon in einem indirekt kompetitiven
Immuno-Assay auf einem Evaneszent-Feld-Biochip
[0088] Sieben Biochips (Firma Unaxis, Liechtenstein) mit den Außenmaßen 1 cm x 2 cm aus
Glas, in das ein optisches Gitter mit einer Gittertiefe von 18 nm eingeschrieben war,
versehen mit einer Schicht von 155 nm von Tantalpentoxid, wurden mit Octadecylphosphonsäure
durch eintauchen in eine 500 µM Lösung von Octadecylphosphonsäure in n-Heptan/Isopropanol
im Verhältnis 9:1 beschichtet. Mit Hilfe eines Spotters des Typs "Biochip Arrayer"
(Perkin Elmer, Deutschland) wurden Konjugate aus Zearalenon und Bovinem Serum Albumin
(ZEA-BSA, Verhältnis ZEA:BSA = 50:1, hergestellt von der Fa. Biopure, Tulln, Österreich)
sowie mit dem Farbstoff DyLight 647 (Pierce, Deutschland) markierte BSA-Moleküle (DyLight
647-BSA) auf den Biochip aufgebracht. Die Spotting-Lösungen enthielten DyLight 647-BSA
in einer Konzentration von 5x10
-4 mg/ml in PBS (137 mM NaCl, 2,8 mM KCl, 10 mM Na
2HPO
4, 1,8 mM KH
2PO
4, pH 7,4) mit 0,1% BSA und 0,1% Tween 20, BSA-ZEA-Konjugat der Konzentration 0,5 mg/ml
in PBS mit 0,1% BSA und 0,1% Tween 20. Die Spots wurden in Form neuen alternierender
Reihen von jeweils 10 DyLight 647-BSA-Spots und BSA-ZEA-Konjugat-Spots in Form zweier
Felder (Arrays) auf den Chip aufgebracht.
[0089] Die Spots wurden über Nacht bei hoher Luftfeuchte (40%) inkubiert, anschließend behandelte
man die Biochips für 4 Stunden mit einer 3%igen Lösung von BSA in PBS. Auf die Chips
wurden Meßkammern aufgebracht, sodass auf jedem Chip zwei Arrays mit getrennten Reaktionskammern
gebildet wurden. Man bereitete wässrige Lösungen von Zearalenon in verschiedenen Konzentrationen
im Bereich von 0 µg/l bis 31 µg/l und versetzte diese mit einem monoklonalen Anti-Zearalenon-Antikörper
(Biotez, Berlin), der mit DyLight 647 markiert war, sodass man jeweils eine 1 nM Lösung
des Antikörpers erhielt.
[0090] Die Mischungen unterschiedlicher Konzentrationen wurden jeweils in die Messkammern
gegeben und die Biochips wurden ohne weitere Behandlungsschritte innerhalb von maximal
zehn Minuten auf einem Fluoreszenz-Auslesegerät "Minifluo IV" (Bayer Technology Services,
Deutschland) vermessen. Die erhaltenen Fluorezenzintensitäten für jeden Zearalenon-Spot
wurden durch den Mittelwert der Fluoreszenzintensitäten des oberhalb und unterhalb
des jeweiligen Spots gelegenen DyLight 647-BSA-Spots dividiert. Die Mittelwerte der
Fluoreszenzintensitäten aller 40 Spots eines Arrays wurden ermittelt. Die erhaltenen
konzentrationsabhängigen Fluoreszenzintensitäten wurden mit Hilfe des Computerprogramms
Origin 7G (Origin Lab Corporation, USA) durch einen sigmoidalen Fit angepasst.
[0091] Es konnte festgestellt werden, dass in einem Bereich von 0,4 ppb bis 4 ppb Zearalenon,
entsprechend 80% bzw. 20% der maximalen Fluoreszenzintensität in der angepaßten sigmoidalen
Kurve, entsprechend einem Bereich von 1 nM bis 10 nM der eingesetzten ZEA-Konzentration
in der Lösung eine Quantifizierung der ZEA-Konzentration durch Auswertung der Fluoreszenzintensität
der Proben ermöglicht wurde.
Beispiel 2
Ermittlung einer Standardkurve zur Messung von Deoxynivalenol (DON) und Messung einer
kontaminierten Futtergetreide-Probe
[0092] 15 Biochips (Firma Unaxis, Liechtenstein) mit den Außenmaßen 1 cm x 2 cm aus Glas,
in das ein optisches Gitter (Gittertiefe 18 nm) eingeschrieben war, versehen mit einer
Schicht (155 nm) von Tantalpentoxid, wurden mit Octadecylphosphonsäure (durch Eintauchen
in eine Lösung von Octadecylphosphonsäure in n-Heptan/Isopropanol 9:1) beschichtet.
Mit Hilfe eines Spotters des Typs Nanoplotter (GeSiM, Deutschland) wurden Konjugate
aus Deoxynivalenol und Bovinem Serum Albumin (DON-BSA, Verhältnis DON:BSA = 100:1,
hergestellt von der Fa. Biopure, Tulln, Österreich) sowie Hunde-IgG (dog-IgG, Rockland,
USA) auf den Biochip aufgebracht. Die Spotting-Lösungen bestanden aus Hunde-IgG in
einer Konzentration von 0,2 mg/ml in PBS (137 mM NaCl, 2,8 mM KCI, 10 mM Na2HP04,
1,8 mM KH2P04, pH 7,4) mit Trehalose sowie aus BSA-DON-Konjugat der Konzentration
1 mg/ml in PBS mit Trehalose. Die Spots wurden in Form zweier Reihen von jeweils 12
Hunde-IgG-Spots und einer dazwischen liegenden Reihe von 12 BSA-DON-Konjugat-Spots
in Form zweier Felder (Arrays) auf den Chip aufgebracht.
[0093] Die Spots wurden 1h bei 37°C inkubiert, anschließend behandelte man die Biochips
für bis zu 4 Stunden mit einer Lösung von BSA in PBS. Auf die Chips wurden Meßkammern
aufgebracht, sodass auf jedem Chip zwei Arrays mit getrennten Reaktionskammern gebildet
wurden. Man extrahierte 5g nichtkontaminiertes Weizenmehl mit einer Lösung von 70%
Methanol in Wasser (v/v) durch Schütteln für 5 min. Der Extrakt wurde zentrifugiert
und anschließend mit einem Tris-CitratPuffer (pH 7,4), der BSA, Casein, fettarmes
Trockenmilchpulver, Tween 20, Polyethylenglycol und Sucrose enthielt, im Verhältnis
1:4 v/v (Extrakt:Puffer) verdünnt. Man bereitete Lösungen von Deoxynivalenol in verschiedenen
Konzentrationen (15 bis 150 µg/l) und versetzte diese mit einem monoklonalen Anti-Deoxynivalenol-Antikörper,
der mit DyLight 647 markiert war sowie mit einem monoklonalen Ziege-Anti-Hunde-IgG
Antikörper, der ebenfalls mit DyLight 647 markiert war, sodass man jeweils eine 1nM
Lösung des Antikörpers erhielt.
[0094] Die Lösungen unterschiedlicher Konzentrationen wurden jeweils in die Meßkammern gegeben
und die Biochips wurden ohne weitere Behandlungsschritte innerhalb von maximal zehn
Minuten auf einem Fluoreszenz-Auslesegerät "Minifluo IV" (Bayer Technology Services,
Deutschland) vermessen. Die erhaltenen Fluorezenzintensitäten für jeden Deoxynivalenol-Spot
wurden durch den Mittelwert der Fluoreszenzintensitäten des oberhalb und unterhalb
des jeweiligen Spots gelegenen Hunde-IgG-Spots dividiert. Die normierten Mittelwerte
der Fluoreszenzintensitäten aller 12 DON-Spots eines Arrays wurden ermittelt. Die
erhaltenen konzentrationsabhängigen, normierten Fluoreszenzintensitäten wurden mit
Hilfe eines Computerprogramms durch einen potentiellen Fit angepasst.
[0095] Analog zu dem oben dargestellten Extraktionsverfahren wurden 5g einer mit DON kontaminierten
Futtergetreidemehl-Probe (Fa Coring, Deutschland, zertifiziert 526 ppb DON) extrahiert
und der Extrakt verdünnt. 300 µl des verdünnten Extraktes wurden mit einem monoklonalen
Anti-Deoxynivalenol-Antikörper, der mit DyLight 647 markiert war sowie mit einem monoklonalen
Ziege-Anti-Hunde-IgG Antikörper, der ebenfalls mit DyLight647 markiert war versetzt,
sodass man jeweils eine 1nM Lösung des Antikörpers erhielt. Jeweils 100 µl der Lösung
wurden in eine Messkammer gegeben und die Biochips wurden ohne weitere Behandlungsschritte
innerhalb von maximal zehn Minuten auf einem Fluoreszenz-Auslesegerät "Minifluo IV"
(Bayer Technology Services, Deutschland) vermessen. Die erhaltenen Fluorezenzintensitäten
für jeden Deoxynivalenol-Spot wurden durch den Mittelwert der Fluoreszenzintensitäten
des oberhalb und unterhalb des jeweiligen Spots gelegenen Hunde-IgG-Spots dividiert.
Die normierten Mittelwerte der Fluoreszenzintensitäten aller 12 DON-Spots eines Arrays
wurden ermittelt. Die erhaltenen Fluoreszenzintensitäten wurden mithilfe der oben
beschriebenen Standardkurve in DON-Konzentrationen im Futtergetreidemehl umgerechnet,
wobei ein durchschnittlicher Wert über die drei Messungen von 590 ppb erhalten wurde.
1. Verfahren zum Schnell-Nachweis von Mykotoxinen, umfassend die folgenden Schritte:
a) Bereitstellen eines Dünnschichtwellenleiters umfassend eine erste optisch transparente
wellenleitende Schicht (a) auf einer zweiten optisch transparenten Schicht (b), wobei
(b) einen niedrigeren Brechungsindex besitzt als (a), und wobei auf Schicht (a) Mykotoxin-
Rinderserumalbumin - Konjugate als chemisches oder biochemisches Erkennungselement
für einen Mykotoxin-bindenden Bindungspartner räumlich separiert immobilisiert werden,
b) Aufbringen einer Mykotoxin(e) enthaltenden Probe und von Mykotoxin-bindenden Bindungspartnern
zu den immobilisierten Mykotoxin-Rinderserumalbumin -Konjugate auf dem Dünnschichtwellenleiter,
wobei ein Markierungselement an einen Bindungspartner oder an den immobilisierten
Mykotoxin- Rinderserumalbumin -Konjugate gebunden ist,
c) Detektieren eines Signals im Evaneszentfeld, das durch Änderung der optischen Eigenschaften
an der Grenzfläche zum Wellenleiter infolge der Wechselwirkung der auf dem Dünnschichtwellenleiter
immobilisierten Mykotoxin- Rinderserumalbumin -Konjugate mit den Mykotoxin-bindenden
Bindungspartnern hervorgerufen wird,
dann
d) Bestimmen der in der Probe vorliegenden Menge an Mykotoxin(en).
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass man auf Schicht (a) Mono- oder Mehrfachschichten von Organophosphorsäuren gemäß der
nachstehenden Formel (I)
R-OPO
3H
2 (I)
und/oder Organophosphonsäuren gemäß der nachstehenden Formel (II)
R-PO
3H
2 (II)
und/oder deren Salze aufbringt, wobei
R steht für Alkyl mit C10 bis C24.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass man Organophosphorsäuren, Organophosphonsäuren, Organophosphate und/oder Organophosphonate
mit R ausgewählt aus der Gruppe umfassend unverzweigtes Alkyl mit C10 bis C20, vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe umfassend unverzweigtes Alkyl mit C12 bis C18, bevorzugt Organophosphorsäuren, Organophosphonsäuren, Organophosphate und/oder Organophosphonate
ausgewählt aus der Gruppe umfassend Dodecylphsophorsäure, Dodecylphosphat, Octadecylphosphonat
und/oder Octadecylphosphonsäure, verwendet.
4. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass man einen Dünnschichtwellenleiter umfassend eine optisch transparente wellenleitende
Schicht (a) umfassend Oxide ausgewählt aus der Gruppe umfassend TiO2, ZnO, Nb2O5, Ta2O5, HfO2 und/oder ZrO2, bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe umfassend TiO2. Ta2O5 und/oder Nb2O5 verwendet.
5. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass man die Mykotoxin-bindenden Bindungspartner auswählt aus der Gruppe umfassend Anti-Mykotoxin-Antikörper,
Anti-Mykotoxin-Antikörper-Konjugate, Fragmente von Anti-Mykotoxin-Antikörpern, Mykotoxin-bindende
Peptide, Mykotoxin-bindende Anticaline, Mykotoxin-bindende Aptamere, Mykotoxin-bindende
Spiegelmere und/oder Mykotoxin-bindende imprinted Polymers, vorzugsweise auswählt
aus der Gruppe umfassend Anti-Mykotoxin-Antikörper, Anti-Mykotoxirt-Antikörper-Konjugate.
6. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass man das Markierungselement, vorzugsweise ein Fluorophor, mittels eines Proteins,
vorzugsweise mittels Rinderserumalbumin an Mykotoxine bindet.
7. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Probe ein Nahrungsmittel für Mensch oder Tier, bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe
umfassend Getreide, Wein, Säfte, Früchte und/oder Getreide, Wein, Säfte und/oder Früchte
enthaltende Produkte, oder ein mit einem Lösemittel oder Lösemittelgemisch extrahierter
Extrakt der Nahrungsmittel oder Produkte ist.
8. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass man die Probe weniger als 15 Minuten, vorzugsweise weniger als 10 Minuten vor der
Detektion des Signals mit den Mykotoxin-Rinderserumalbumin-Konjugaten als chemisches
oder biochemisches Erkennungselement und/oder den Mykotoxin-bindenden Bindungspartnern
inkubiert.
9. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mykotoxine ausgewählt sind aus der Gruppe umfassend Aflatoxine, Ochratoxine,
Mutterkornalkaloide, Patulin und/oder Fusarientoxine beispielsweise ausgewählt aus
der Gruppe umfassend Deoxynivalenol, Nivalenol, Zearalenon, T-2 Toxin, HT-2 Toxin
und/oder Fumonisine, vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe umfassend Ochratoxin A,
Deoxynivalenol, Nivalenol, Zearalenon, T-2 Toxin, HT-2 Toxin, Fumonisin B1, Fumonisin
B2 und/oder Fumonisin B3.
10. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass man den Nachweis in Form eines Immunoassays führt.
11. Kit zum Schnell-Nachweis von Mykotoxinen, dadurch gekennzeichnet, dass der Kit wenigstens einen Dünnschichtwellenleiter umfassend eine erste optisch transparente
wellenleitende Schicht (a) auf einer zweiten optisch transparenten Schicht (b), wobei
(b) einen niedrigeren Brechungsindex besitzt als (a), und wobei auf der wellenleitende
Schicht (a) Mykotoxin- Rinderserumalbumin -Konjugate als chemisches oder biochemisches
Erkennungselement für einen Mykotoxin-bindenden Bindungspartner räumlich separiert
immobilisiert sind, enthält.
12. Kit nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Kit ein Reagenz umfassend vorzugsweise fluoreszenzmarkierte Mykotoxin-bindenden
Bindungspartnern enthält.
13. Verwendung eines Kits nach einem der vorherigen Ansprüche zum Schnell-Nachweis von
Mykotoxinen.
1. Process for rapid detection of mycotoxins, comprising the following steps:
a) providing a thin-film waveguide comprising a first optically transparent wave-guiding
layer (a) on top of a second optically transparent layer (b), with (b) having a lower
refractive index than (a), and with mycotoxin-bovine serum albumin conjugates being
immobilized on layer (a) as a chemical or biochemical recognition element for a mycotoxin-binding
binding partner in a spatially separated manner,
b) applying a mycotoxin(s)-containing sample and mycotoxin-binding binding partners
to the immobilized mycotoxin-bovine serum albumin conjugates on said thin-film waveguide,
with a labeling element being bound to a binding partner or to the immobilized mycotoxin-bovine
serum albumin conjugates,
c) detecting a signal in the evanescent field which is caused by a change in the optical
properties at the interface to the waveguide as a result of the interaction of the
mycotoxin-bovine serum albumin conjugates immobilized on the thin-film waveguide with
the mycotoxin-binding binding partners,
then
d) determining the amount of mycotoxin(s) present in the sample.
2. Process according to Claim 1,
characterized in that mono- or multilayers of organophosphoric acids of the following formula (I)
R-OPO
3H
2 (I)
and/or organophosphonic acids of the following formula (II)
R-PO
3H
2 (II)
and/or their salts are applied to layer (a), where
R is a C10 to C24 alkyl.
3. Process according to Claim 2, characterized in that organophosphoric acids, organophosphonic acids, organophosphates and/or organophosphonates,
with R being selected from the group comprising unbranched C10 to C20 alkyl, preferably selected from the group comprising unbranched C12 to C18 alkyl, preferably organophosphoric acids, organophosphonic acids, organophosphates
and/or organophosphonates selected from the group comprising dodecylphsophoric acid,
dodecylphosphate, octadecylphosphonate and/or octadecylphosphonic acid, are used.
4. Process according to any of the preceding claims, characterized in that a thin-film waveguide comprising an optically transparent wave-guiding layer (a)
comprising oxides selected from the group comprising TiO2, ZnO, Nb2O5, Ta2O5, HfO2 and/or ZrO2, preferably selected from the group comprising TiO2, Ta2O5 and/or Nb2O5, is used.
5. Process according to any of the preceding claims, characterized in that the mycotoxin-binding binding partners are selected from the group comprising anti-mycotoxin
antibodies, anti-mycotoxin-antibody conjugates, fragments of anti-mycotoxin antibodies,
mycotoxin-binding peptides, mycotoxin-binding anticalins, mycotoxin-binding aptamers,
mycotoxin-binding spiegelmers and/or mycotoxin-binding imprinted polymers, preferably
selected from the group comprising anti-mycotoxin antibodies, anti-mycotoxin-antibody
conjugates.
6. Process according to any of the preceding claims, characterized in that the labeling element, preferably a fluorophore, is bound to mycotoxins by means of
a protein, preferably by means of bovine serum albumin.
7. Process according to any of the preceding claims, characterized in that the sample is a food item for humans or animals, preferably selected from the group
comprising cereals, wine, juices, fruits and/or products containing cereals, wine,
juices and/or fruits, or an extract of said food items or products which has been
extracted with a solvent or solvent mixture.
8. Process according to any of the preceding claims, characterized in that the sample is incubated with the mycotoxin-bovine serum albumin conjugates as chemical
or biochemical recognition element and/or the mycotoxin-binding binding partners less
than 15 minutes, preferably less than 10 minutes, before detection of the signal.
9. Process according to any of the preceding claims, characterized in that the mycotoxins are selected from the group comprising aflatoxins, ochratoxins, ergot
alkaloids, patulin and/or fusarium toxins, for example selected from the group comprising
deoxynivalenol, nivalenol, zearalenone, T-2 toxin, HT-2 toxin and/or fumonisins, preferably
selected from the group comprising ochratoxin A, deoxynivalenol, nivalenol, zearalenone,
T-2 toxin, HT-2 toxin, fumonisin B1, fumonisin B2 and/or fumonisin B3.
10. Process according to any of the preceding claims, characterized in that detection is carried out by way of an immunoassay.
11. Kit for rapid detection of mycotoxins, characterized in that the kit comprises at least one thin-film waveguide comprising a first optically transparent
wave-guiding layer (a) on top of a second optically transparent layer (b), with (b)
having a lower refractive index than (a), and with mycotoxin-bovine serum albumin
conjugates being immobilized on the wave-guiding layer (a) as a chemical or biochemical
recognition element for a mycotoxin-binding binding partner in a spatially separated
manner.
12. Kit according to Claim 11, characterized in that it comprises a reagent preferably comprising fluorescently labeled mycotoxin-binding
binding partners.
13. Use of a kit according to any of the preceding claims for rapid detection of mycotoxins.
1. Procédé de détection rapide de mycotoxines, comprenant les étapes suivantes :
a) la préparation d'un guide d'ondes à couches minces comprenant une première couche
guide d'ondes optiquement transparente (a) sur une seconde couche optiquement transparente
(b), (b) présentant un indice de réfraction inférieur à (a) et des conjugués mycotoxine-albumine
de sérum bovin étant immobilisés de manière séparée dans l'espace sur la couche (a)
en tant qu'élément de reconnaissance chimique ou biochimique pour un partenaire de
liaison se liant aux mycotoxines,
b) l'application d'un échantillon contenant une ou plusieurs mycotoxines et de partenaires
de liaison se liant aux mycotoxines sur les conjugués mycotoxine-albumine de sérum
bovin immobilisés sur le guide d'ondes à couches minces, un élément de marquage étant
relié à un partenaire de liaison ou aux conjugués mycotoxine-albumine de sérum bovin
immobilisés,
c) la détection d'un signal dans le champ évanescent qui est produit par une modification
des propriétés optiques au niveau de l'interface du guide d'ondes en conséquence de
l'interaction des conjugués mycotoxine-albumine de sérum bovin immobilisés sur le
guide d'ondes à couches minces avec les partenaires de liaison se liant aux mycotoxines,
puis
d) la détermination de la quantité de la ou des mycotoxines présentes dans l'échantillon.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que des mono- ou multicouches d'acides organophosphoriques selon la formule (I) ci-dessous
R-OPO
3H
2 (I)
et/ou d'acides organophosphoniques selon la formule (II) ci-dessous
R-PO
3H
2 (II)
et/ou de leurs sels sont appliquées sur la couche (a),
R représentant un alkyle en C10 à C24.
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que des acides organophosphoriques, des acides organophosphoniques, des organophosphates
et/ou des organophosphonates avec R choisi dans le groupe comprenant les alkyles non
ramifiés en C10 à C20, de préférence choisi dans le groupe comprenant les alkyles non ramifiés en C12 à C18, de préférence des acides organophosphoriques, des acides organophosphoniques, des
organophosphates et/ou des organophosphonates choisis dans le groupe comprenant l'acide
dodécylphosphorique, le phosphate de dodécyle, le phosphonate d'octadécyle et/ou l'acide
octadécylphosphonique, sont utilisés.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un guide d'ondes à couches minces comprenant une couche guide d'ondes optiquement
transparente (a) comprenant des oxydes choisis dans le groupe comprenant TiO2, ZnO, Nb2O5, Ta2O5, HfO2 et/ou ZrO2, de préférence choisis dans le groupe comprenant TiO2, Ta2O5 et/ou Nb2O5, est utilisé.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les partenaires de liaison se liant aux mycotoxines sont choisis dans le groupe comprenant
les anticorps anti-mycotoxines, les conjugués d'anticorps anti-mycotoxines, les fragments
d'anticorps anti-mycotoxines, les peptides se liant aux mycotoxines, les anticalines
se liant aux mycotoxines, les aptamères se liant aux mycotoxines, les spiegelmères
se liant aux mycotoxines et/ou les polymères imprimés se liant aux mycotoxines, de
préférence choisis dans le groupe comprenant les anticorps anti-mycotoxines, les conjugués
d'anticorps anti-mycotoxines.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément de marquage, de préférence un fluorophore, est relié aux mycotoxines par
une protéine, de préférence par une albumine de sérum bovin.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'échantillon est un aliment pour les hommes ou les animaux, de préférence choisi
dans le groupe comprenant les céréales, le vin, les jus, les fruits et/ou les produits
contenant des céréales, du vin, des jus et/ou des fruits, ou un extrait des aliments
ou produits extrait avec un solvant ou un mélange de solvants.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'échantillon est incubé pendant moins de 15 minutes, de préférence moins de 10 minutes,
avec le conjugué mycotoxine-albumine de sérum bovin en tant qu'élément de reconnaissance
chimique ou biochimique et/ou les partenaires de liaison se liant aux mycotoxines,
avant la détection du signal.
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les mycotoxines sont choisies dans le groupe comprenant les aflatoxines, les ochratoxines,
les alcaloïdes d'ergots, la patuline et/ou les toxines de Fusarium, par exemple choisies
dans le groupe comprenant le désoxynivalénol, le nivalénol, la zéaralénone, la toxine
T-2, la toxine HT-2 et/ou la fumonisine, de préférence choisies dans le groupe comprenant
l'ochratoxine A, le désoxynivalénol, le nivalénol, la zéaralénone, la toxine T-2,
la toxine HT-2, la fumonisine B1, la fumonisine B2 et/ou la fumonisine B3.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la détection est réalisée sous la forme d'un immunoessai.
11. Kit pour la détection rapide de mycotoxines, caractérisé en ce que le kit contient au moins un guide d'ondes à couches minces comprenant une première
couche guide d'ondes optiquement transparente (a) sur une seconde couche optiquement
transparente (b), (b) présentant un indice de réfraction inférieur à (a) et des conjugués
mycotoxine-albumine de sérum bovin étant immobilisés de manière séparée dans l'espace
sur la couche guide d'ondes (a) en tant qu'élément de reconnaissance chimique ou biochimique
pour un partenaire de liaison se liant aux mycotoxines.
12. Kit selon la revendication 11, caractérisé en ce que le kit contient un réactif comprenant de préférence des partenaires de liaison se
liant aux mycotoxines marqués par fluorescence.
13. Utilisation d'un kit selon l'une quelconque des revendications précédentes pour la
détection rapide de mycotoxines.