[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Verdichtung von trockenen Gemengen wie
beispielsweise erdfeuchtem Beton bei der Herstellung von Steinen. Weiter betrifft
die Erfindung ein entsprechendes Verfahren.
[0002] Derartige Vorrichtungen und ein entsprechendes Verfahren werden beispielsweise zur
Herstellung Betonsteinen oder dgl. Formteilen in der industriellen Produktion verwendet.
Zur Verdichtung nutzen herkömmliche Maschinen die sogenannte Schockvibration, wobei
ein Schwingtisch mit diesem zugeordneten Unwuchterregern in Schwingungen versetzt
wird und eine auf dem Schwingtisch befindliche Form mit dem eingefüllten Gemenge dabei
ebenfalls in Schwingung versetzt wird. Damit die Form relativ frei schwingen kann,
ist diese in einer pneumatischen Formverspannung gelagert. Durch die Vibrationen hebt
die Form in der Aufwärtsbewegung vom Schwingtisch ab und schlägt in der Abwärtsbewegung
auf sogenannten Klopfleisten so auf, dass dabei Prellschläge hoher Beschleunigungsintensität
entstehen. Dadurch wird eine Verdichtung des relativ schwierig zu verarbeitenden trockenen
Betons erreicht. Andererseits entsteht durch die Prellschläge auch ein hoher Lärmpegel.
Außerdem ist zur Erzwingung dieser Prellschläge eine komplizierte Maschineneinstellung
notwendig.
[0003] Alternativ zur Verdichtung mittels Prellschlägen wird in der
EP 0 870 585 B1 vorgeschlagen, die Form auf den Schwingtisch zuspannen, um so die Einheit Schwingtisch
- Unterlagsbrett - Form und Beton in harmonische Schwingungen zu versetzen, die weniger
laut und maschinentechnisch leichter beherrschbar sind. Mit herkömmlichen motorisch
angetriebenen Unwuchtrüttlern lassen sich dabei jedoch nur verhältnismäßig geringe
Beschleunigungswerte erzielen. Daher wird in der
EP 0 870 585 B1 vorgeschlagen, die Schwingungen hydraulisch mittels eines entsprechend großen Servozylinders
zu erzeugen. Ein ähnlicher Aufbau, bei welchem die Schwingungen durch angetriebene
Unwuchtwellen erzeugt werden, geht aus der
DE 203 01 953 U1 hervor.
[0004] Bei diesem vorgenannten Stand der Technik wird die Form durch separate, insbesondere
hydraulisch betätigte, Klemmeinrichtungen auf dem Schwingtisch fixiert. Die Mittel
zur Erzeugung der Verspannkraft sind dabei direkt am Schwingtisch angebracht und schwingen
mit diesem und der Form mit. Zur Befestigung der Form weist diese spezielle Aufnahmen
auf, was insbesondere bei einem umfangreichen Formenpark einen erheblichen Aufwand
bedeutet.
[0005] Daneben kann die Betätigung der Verklammerung zu einer Zeitverzögerung führen, was
zu einer verringerten Produktivität von bis zu 20% führt.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, das verfahren zu verbessern und eine
verbesserte Verbindung zwischen Form und Schwingtisch vorzuschlagen, welche die Befestigung
und die Entschalung der Formen erleichtert sowie eine höhere Produktivität ermöglicht.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruches
1, eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruches 3 sowie ein Verfahren mit den
Merkmalen des Anspruches 12 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen
sind in den abhängigen Patentansprüchen angegeben.
[0008] Bei einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Verdichtung von insbesondere trockenem
Gemenge, wie bspw. erdfeuchtem Beton, durch Vibration sind wenigstens ein in einer
Schwingtischaufhängung in der Vorrichtung gelagerter Schwingtisch und wenigstens eine
darauf verspannbare Form sowie wenigstens ein Formhubzylinder zum Abheben der Form
vom Schwingtisch vorgesehen, wobei die Form mittels wenigstens einer elastischen Lagerung
in der Vorrichtung gelagert ist. Diese elastische Lagerung ist dabei vorzugsweise
so ausgebildet und angeordnet, dass die Form entkoppelt von der Schwingtischaufhängung
in der Vorrichtung gelagert ist. Vorteilhafterweise ermöglicht dies, dass gleichzeitig
mit dem Absenken der Form auf den Schwingtisch die Form auch mit dem Schwingtisch
verspannt wird. Somit kann ein separater Verspannvorgang mittels separater Verspannmittel
entfallen. Diese Zeiteinsparung führt zu einer Produktivitätssteigerung und es können
die Taktzyklen verkleinert werden. Gleichzeitig bewirkt die elastische Lagerung der
Form vorteilhafterweise, dass die Form zusammen mit dem Schwingtisch schwingen kann.
[0009] Es wird bevorzugt, wenn Hydraulikzylinder als Formhubzylinder vorgesehen werden,
welche bidirektional verfahren werden können. Daher kann die Form sowohl angehoben
als auch abgesenkt werden. Vorzugsweise sind wenigstens zwei Formhubzylinder vorgesehen.
[0010] Die elastische Lagerung ist insbesondere so ausgestaltet, dass in einem Zustand,
in welchem die Form auf den Schwingtisch abgesenkt ist, die Form bei einer Auslenkung
des Schwingtisches ebenfalls ausgelenkt wird und auf Grund der elastischen Rückstellkraft
gegen den Schwingtisch gepresst wird.
[0011] Gemäß einer Weiterbildung der Vorrichtung ist die elastische Lagerung der Form in
Reihe mit dem wenigstens einen Formhubzylinder in einer Kraftflussverbindung zwischen
einer Krafteinleitung an der Vorrichtung und einer Krafteinleitung der Form angeordnet.
Als Krafteinleitung ist dabei beispielsweise ein Aufhängungspunkt an einem Gestell
oder einer Halterung der Vorrichtung zur Aufhängung der Lagerung der Form zu verstehen.
Als Reihenfolge kann dabei sowohl die Reihenfolge Krafteinleitung - Formhubzylinder
- elastische Lagerung - Form als auch die Reihenfolge Krafteinleitung - elastische
Lagerung - Formhubzylinder - Form vorgesehen sein. Es versteht sich von selbst, dass
innerhalb dieser Kraftflussverbindung noch weitere Verbindungsteile oder dgl. angeordnet
sein können.
[0012] Die Erfindung betrifft außerdem eine Vorrichtung, insbesondere eine der vorstehend
beschriebenen Ausgestaltungen, zum Verdichten von trockenen Gemengen, insbesondere
erdfeuchtem Beton, mit wenigstens einer auf einem Schwingtisch, der zur Erzeugung
einer Vibration geeignet ist, oder einem diesem zugeordneten Unterlagsbrett angeordneten
Form zur Herstellung wenigstens eines Formteils aus dem Gemenge, insbesondere zur
Herstellung eines Steins aus Beton, und mit wenigstens einem Formhubzylinder zum Abheben
der Form von dem Schwingtisch nach dem Verdichten des Gemenges durch Vibration, wobei
der wenigstens eine Formhubzylinder und die Form und/oder deren Lagerung derart aneinander
angepasst sind, dass die Form von dem wenigstens einen Formhubzylinder auch bei Betätigung
des Schwingtisches auf diesem fixierbar ist. Der Formhubzylinder und die Form bzw.
deren Lagerung sind dabei vorzugsweise so aneinander angepasst, dass die Form auf
das Unterlagsbrett gepresst wird, so dass die Form nicht vom Schwingtisch abheben
kann und der Schwingtisch, das Unterlagsbrett und die Form schwingungstechnisch eine
Einheit bilden, die insbesondere harmonisch, d. h. vorzugsweise rein sinusförmig,
mit der vom am Schwingtisch angebauten Unwuchterreger vorgegebenen Sequenz schwingt.
Der bzw. die Formhubzylinder sind dabei insbesondere so bemessen, dass bei einem üblichen
hydraulischen Systemdruck der Steinformmaschine von beispielsweise 200 bar die Anpresskraft
größer ist als die bei der Abwärtsbeschleunigung des Schwingtisches benötigte Kraft
zum Abwärtsbeschleunigen der Form.
[0013] Gemäß einer Ausgestaltung der Vorrichtung sind der Schwingtisch und die Form elastisch
in einem Rahmen oder Gestell gelagert. Das Gestell bzw. der Rahmen ist beispielsweise
aus vertikalen Säulen mit wenigstens einer Quertraverse ausgestattet.
[0014] Dabei können verschiedene Anordnungen von Formhubzylinder und Lagerung der Form vorgesehen
sein. In einer ersten Ausgestaltung ist vorgesehen, dass der Schwingtisch elastisch
in dem Rahmen oder Gestell gelagert ist, und dass die Form elastisch an oder in dem
wenigstens einen Formhubzylinder gelagert ist, der starr mit dem Rahmen oder Gestell
verbunden ist. Dies ermöglicht eine einfache Montage des wenigstens einen Formhubzylinders,
da Hydraulikleitungen zu seiner Versorgung keiner Bewegung unterliegen müssen.
[0015] Gemäß einer alternativen Ausgestaltung ist es vorgesehen, dass die elastischen Lagerungen
des Schwingtisches und der Form derart ausgestaltet sind, dass der wenigstens eine
Formhubzylinder elastisch mit dem Rahmen oder Gestell verbunden ist und dass der wenigstens
eine Formhubzylinder starr mit der Form verbunden ist. Statt der starren Verbindung
zwischen dem Formhubzylinder und der Form kann alternativ auch eine elastische Verbindung
vorgesehen sein.
[0016] Für ein möglichst prellschlagfreies Schwingverhalten kann es günstig sein, wenn die
elastischen Lagerungen des Schwingtisches und der Form derart aufeinander abgestimmt
sind, dass die Federeigenschaften wenigstens näherungsweise identisch sind, so dass
der Schwingtisch und die Form im Wesentlichen ein Ein-Massensystem bilden. Insbesondere
schwingen Schwingtisch und Form gleichphasig mit gleicher Amplitude.
[0017] Eine Abstimmung des Schwingverhaltens kann verbessert werden, wenn die elastische
Lagerung der Form veränderlich ist, um die Abstimmung der elastischen Lagerungen des
Schwingtisches und der Form aufeinander herbeizuführen. Als veränderliche Parameter
können beispielsweise die Position bzw. der Abstand der Lagerung vom Schwingtisch,
die Anpresskraft, die Dämpfung oder die Rückstellkraft vorgesehen sein. Die Rückstellkraft
kann beispielsweise durch Verwendung einer pneumatischen Lagerung erzielt werden,
wenn der entsprechende Luftdruck angepasst wird.
[0018] Alternativ oder zusätzlich kann die Abstimmung verbessert werden, wenn die Vorrichtung
ein Wegmessungselement zur Wegmessung der Stauchtiefe der Federelemente und eine Steuer-
oder Regeleinheit aufweist, mittels welcher zur Durchführung der Abstimmung der Anpressdruck
der Form in Abhängigkeit der Stauchtiefe einstellbar ist. Ebenfalls alternativ oder
zusätzlich kann eine Verbesserung der Abstimmung erreicht werden, wenn die Vorrichtung
wenigstens einen Drucksensor zur Messung des Hydraulikdrucks beim Anpressen der Federelemente
und eine Steuer- oder Regeleinheit aufweist, mittels welcher zur Durchführung der
Abstimmung der Anpressdruck der Form einstellbar ist.
[0019] Vorzugsweise ist zusätzlich eine Auswerteeinheit vorgesehen, mittels welcher verschiedene
Messgrößen der Vorrichtung miteinander und/oder mit vorgegebenen Werten vergleichbar
sind. Dies ermöglicht es, aus Abweichungen Rückschlüsse auf Änderungen der Federeigenschaften
der Federelemente zu ziehen und damit die Vorrichtung in einem optimalen Betriebszustand
zu betreiben.
[0020] Zur Entlastung des hydraulischen Formhubzylinders kann gemäß einer Weiterbildung
der Vorrichtung ein Bremsgestänge und/oder eine insbesondere hydraulische Bremse zur
Verriegelung der Lagerung der Form und/oder des Formhubzylinders mit dem Rahmen vorgesehen
sein. Dies ermöglicht eine energiesparende Betriebsweise, wenn der Hydraulikantrieb
in arretiertem Zustand deaktiviert wird.
[0021] Eine zusätzliche Vergrößerung der Verspannkraft auf dem äußeren Kraftflussweg ist
durch pneumatische Elemente möglich.
[0022] Die Erfindung betrifft außerdem ein Verfahren zum Verdichten von trockenen Gemengen,
bspw. zur Herstellung von Steinen aus erdfeuchtem Beton, insbesondere mit einer Vorrichtung
gemäß einer der vorstehend beschriebenen Ausgestaltungen, mit folgenden Schritten:
Einfüllen des Gemenges in wenigstens eine Form, die auf einem Schwingtisch oder einem
ggf. vorgesehenen Unterlagsbrett angeordnet ist oder wird, Erzeugen einer vorzugsweise
harmonischen Vibration zum Verdichten des Gemenges durch den Schwingtisch und/oder
diesem zugeordneten Anrichtungen, wobei wenigstens ein Formhubzylinder die Form während
der Vibration so stark auf den Schwingtisch oder das Unterlagsbrett presst, dass während
der Vibration die Form und der Schwingtisch im Wesentlichen gemeinsam schwingen. Dies
ermöglicht eine Reduktion des Lärms sowie eine deutliche Verbesserung der Verdichtungsleistung.
[0023] Zum Entschalen ist gemäß einer Weiterbildung des Verfahrens vorgesehen, dass das
verdichtete Gemenge durch ein Abheben der Form von dem Schwingtisch oder dem Unterlagsbrett
mittels des wenigstens einen Formhubzylinders entschalt wird, wobei das verdichtete
Gemenge gleichzeitig insbesondere durch eine Auflast niedergehalten werden kann. Die
Auflast wird beispielsweise mit einem Auflasthubzylinder aufgebracht.
[0024] Für ein möglichst prellschlagfreies Verdichten ist es günstig, wenn bei der Vibration,
insbesondere durch eine aufeinander abgestimmte elastische Lagerung des Schwingtisches
und der Form, der Schwingtisch und die Form im Wesentlichen als ein Ein-Massensystem
gemeinsam schwingen.
[0025] Der Anpressdruck wird gemäß einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens an das
Schwingverhalten der Gesamteinheit angepasst, um ein Abheben der Form zu verhindern.
Insbesondere wird der Anpressdruck lediglich genauso hoch gewählt, dass die Form bei
einem üblichen Betriebsverhalten gerade nicht vom Schwingtisch abhebt.
[0026] Für einen möglichst geräuscharmen bzw. prellschlagfreien Betrieb schwingen die wenigstens
eine Form und der Schwingtisch oder das Unterlagsbrett während der Vibration vorzugsweise
phasengleich mit gleicher Amplitude. Dadurch kann erreicht werden, dass zumindest
keine nennenswerte Relativbewegung zwischen der wenigstens einen Form und dem Schwingtisch
oder dem Unterlagsbrett stattfindet.
[0027] Zur Verbesserung der Abstimmung des Schwingverhaltens der Vorrichtung können verschiedene
weitere Maßnahmen vorgesehen sein. In einer ersten Ausgestaltung der Erfindung ist
vorgesehen, dass zur Abstimmung des Schwingverhaltens der Vorrichtung der Anpressdruck
in Abhängigkeit des insbesondere durch Wegmessung der Stauchtiefe der Federelemente
bestimmten Anpressdruckes eingestellt wird. Beispielsweise kann ein Anpressdruck erhöht
werden, wenn die Stauchtiefe der Federelemente einen voreingestellten Schwellwert
überschreitet. Dieser Schwellwert ist insbesondere so gewählt, dass bei seiner Einhaltung
ein Abheben der Form vom Schwingtisch verhindert wird. Insbesondere kann der Anpressdruck
in Abhängigkeit eines vorgegebenen funktionalen Zusammenhanges zwischen Stauchtiefe
und Soll-Anpressdruck vorgegeben werden. Der Anpressdruck kann dabei erfindungsgemäß
z.B. auch durch Messung des Hydraulikdrucks beim Anpressen der Federelemente bestimmt
werden.
[0028] In einer alternativen oder zusätzlichen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens
kann zur Abstimmung des Schwingungsverhaltens der Vorrichtung die Wegmessung der Stauchtiefe
der Federelemente sowie die Messung des Hydraulikdrucks miteinander sowie insbesondere
mit vorgegebenen Werten verglichen und ausgewertet werden. Dadurch können Änderungen
der Federeigenschaften der Federelemente aufgedeckt und kompensiert werden.
[0029] Im Folgenden wird die Erfindung anhand der Zeichnung beispielhaft erläutert. Die
Erfindung ist jedoch nicht auf die dort dargestellte Merkmalskombination beschränkt.
Vielmehr können in der Beschreibung und/oder den Figuren dargestellte Merkmale einzeln
oder in Kombination unabhängig von deren Rückbeziehung in den Patentansprüchen erfindungswesentlich
sein.
[0030] Es zeigen schematisch:
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Verdichten von erdfeuchtem Beton,
- Fig. 2
- eine Detailansicht einer Lagerung von Form und Schwingtisch, und
- Fig. 3
- eine schematische Detailansicht einer alternativen Lagerung.
[0031] Die linke Bildhälfte der Fig. 1 zeigt die Ausführungsform gemäß der Erfindung, während
die rechte Hälfte der Fig. 1 eine Ausführungsform gemäß dem Stand der Technik darstellt.
[0032] Die erfindungsgemäße Vorrichtung 1 umfasst einen in einem Gestell 2 gelagerten Schwingtisch
3, auf welchem eine Form 4 zur Herstellung eines nicht im Einzelnen dargestellten
Betonformteiles verspannt ist. Damit das Betonformteil nach dem Entschalen leicht
aus der Vorrichtung 1 entnommen werden kann, ist unterhalb der Form 4 ein Unterlagsbrett
5 angeordnet.
[0033] Der Schwingtisch 3 ist durch eine Schwingtischaufhängung 6, welche eine elastische
Lagerung 7 ist, in dem Gestell 2 gelagert. Zur Erzeugung der Vibrationen weist der
Schwingtisch 3 mehrere Unwuchterreger 8 auf. Dabei kann es sich sowohl um harmonische
als auch um anharmonische Anregungen handeln.
[0034] Bei der Ausgestaltung gemäß dem Stand der Technik ist die Form 4 mittels einer pneumatischen
Formverspannung 9 in vertikaler Richtung auslenkbar auf dem Schwingtisch 3 fixiert.
Bei den durch die Unwuchterreger 8 erzeugten Schockvibrationen hebt die Form 4 in
der Aufwärtsbewegung vom Schwingtisch 3 ab und schlägt in der Abwärtsbewegung auf
sogenannten Klopfleisten 10 auf. Dabei entstehen Prellschläge hoher Beschleunigungsintensität,
die einen hohen Lärmpegel erzeugen.
[0035] Bei der erfindungsgemäßen Ausgestaltung ist die Form 4 mittels einer weiteren elastischen
Lagerung 11 auf dem Schwingtisch 3 fixiert. Dazu ist ein Formhubzylinder 12 vorgesehen,
welcher einerseits starr mit einem Boden 13 des Gestells 2 der Vorrichtung 1 verbunden
ist. Andererseits ist der Formhubzylinder 12 mit der weiteren elastischen Lagerung
11 verbunden, so dass diese nach oben und nach unten verfahren werden kann. Bei einer
solchen Bewegung in Richtung des Bodens 13 wird die Form 4 auf dem Unterlagsbrett
5 bzw. dem Schwingtisch 3 durch Anpressen fixiert. Die elastische Lagerung 7 des Schwingtisches
3 und die elastische Lagerung 11 der Form 4 sind derart aufeinander abgestimmt, dass
die Federungseigenschaften wenigstens näherungsweise identisch sind. Die Form 4, das
Unterlagsbrett 5 und der Schwingtisch 3 bilden somit ein Ein-Massensystem 14.
[0036] Zur Entlastung des Formhubzylinders 12 ist an einem Bremsgestänge 15 eine z.B. hydraulische
Bremse 16 vorgesehen, welche die mittels einer Führungshülse 17 an einer Führungssäule
18 geführte elastische Lagerung 11 der Form 4 in vertikaler Richtung arretieren kann.
Zur Abstimmung der elastischen Lagerungen 11, 7 sind mehrere, nicht im Einzelnen dargestellte,
Sensoren vorgesehen, deren Messwerte in eine Steuer- oder Regeleinheit 19 eingespeist
werden. Weiter ist eine Auswerteeinheit 20 vorgesehen, mittels welcher eine Auswertung
der Messwerte vorgenommen werden kann. Mit der Steuer- oder Regeleinheit 19 kann der
Anpressdruck der Form 4 auf den Schwingtisch 3 mittels des Formhubzylinders 12 eingestellt
werden. Zudem können beispielsweise die Federeigenschaften der elastischen Lagerung
11 der Form 4 verändert werden.
[0037] In der schematischen Detailansicht gemäß Fig. 3 ist die gleichartige Lagerung von
Form 4 und Schwingtisch 3 noch einmal veranschaulicht. Die elastische Lagerung 7 des
Schwingtisches 3 sowie die elastische Lagerung 11 der Form 4 weisen im Wesentlichen
die gleichen elastischen Eigenschaften auf, so dass bei entsprechende dimensionierten
Massen von Form 4 und Schwingtisch 3 der Abstand 21 zwischen Form 4 und Schwingtisch
3 praktisch stets konstant bleibt.
[0038] An Stelle der in Fig. 1 gewählten Anordnung können die elastische Lagerung 11 der
Form 4 und die elastische Lagerung 7 des Schwingtisches 3 auch gemäß einer Anordnung
nach Fig. 2 zueinander angeordnet sein. In diesem Fall sind sowohl die elastische
Lagerung 7 des Schwingtisches 3 als auch die elastische Lagerung 11 der Form 4 starr
mit dem Gestell 2 verbunden. Die Form 4 ist wiederum über den Formhubzylinder 12 mit
der elastischen Lagerung 11 der Form 4 verbunden.
[0039] Nach dem Verdichten können bspw. die aus dem Gemenge gebildeten Betonsteine auf dem
Unterlagsbrett 5 entschalt werden. Hierzu wird die Form 4 mittels des Formhubzylinders
12 angehoben, während das Produkt, d.h. die Betonsteine oder dgl., von einer Auflast
22 auf dem Unterlagsbrett 5 niedergehalten werden. Danach wird das Unterlagsbrett
5 zusammen mit den darauf liegenden Betonsteinen aus der Vorrichtung 1 ausgestoßen,
während gleichzeitig oder kurz darauf ein neues, leeres Unterlagsbrett5 auf den Schwingtisch
3 gefördert wird.
Bezugszeichenliste:
[0040]
- 1
- Vorrichtung
- 2
- Gestell
- 3
- Schwingtisch
- 4
- Form
- 5
- Unterlagsbrett
- 6
- Schwingtischaufhängung
- 7
- elastische Lagerung des Schwingtisches
- 8
- Unwuchterreger
- 9
- pneumatische Formverspannung
- 10
- Klopfleisten
- 11
- elastische Lagerung der Form
- 12
- Formhubzylinder
- 13
- Boden
- 14
- Ein-Massensystem
- 15
- Bremsgestänge
- 16
- Bremse
- 17
- Führungshülse
- 18
- Führungssäule
- 19
- Steuer- oder Regeleinheit
- 20
- Auswerteeinheit
- 21
- Abstand
- 22
- Auflast
1. Vorrichtung zum Verdichten von trockenen Gemengen, insbesondere erdfeuchtem Beton,
mit wenigstens einer auf einem Schwingtisch (3), der zur Erzeugung einer Vibration
geeignet ist, oder einem diesem zugeordneten Unterlagsbrett (5) angeordneten Form
(4) zur Herstellung wenigstens eines Formteils aus dem Gemenge, insbesondere zur Herstellung
eines Steins aus Beton, und mit wenigstens einem Formhubzylinder (12) zum Abheben
der Form (4) von dem Schwingtisch (3) nach dem Verdichten des Gemenges durch Vibration,
dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Formhubzylinder (12) und die Form (4) derart aneinander angepasst
sind, dass die Form (4) von dem wenigstens einen Formhubzylinder (12) auch bei Betätigung
des Schwingtisches (3) auf diesem fixierbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwingtisch (3) und die Form (4) elastisch in einem Rahmen oder Gestell (2)
gelagert sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwingtisch (3) elastisch in dem Rahmen oder Gestell (2) gelagert ist, und dass
die Form (4) elastisch an dem wenigstens einen Formhubzylinder (12) gelagert ist,
der starr mit dem Rahmen oder Gestell (2) verbunden ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwingtisch (3) elastisch in dem Rahmen oder Gestell gelagert ist, und dass
die Form (4) insbesondere starr an dem wenigstens einen Formhubzylinder (12) gelagert
ist, der elastisch mit dem Rahmen oder Gestell (2) verbunden ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 2, 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die elastischen Lagerungen (7, 11) des Schwingtisches (3) und der Form (4) derart
aufeinander abgestimmt sind, dass die Federeigenschaften wenigstens näherungsweise
identisch sind, so dass der Schwingtisch (3) und die Form (4) im Wesentlichen ein
Ein-Massensystem (14) bilden.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die elastische Lagerung (11) der Form (4) veränderlich ist, um die Abstimmung der
elastischen Lagerungen (7, 11) des Schwingtisches (3) und der Form (4) aufeinander
herbeizuführen.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, gekennzeichnet durch ein Wegmessungselement zur Wegmessung der Stauchtiefe der Federelemente und eine
Steuer- oder Regeleinheit (19), mittels welcher zur Durchführung der Abstimmung der
Anpressdruck der Form (4) in Abhängigkeit der Stauchtiefe einstellbar ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, gekennzeichnet durch einen Drucksensor zur Messung des Hydraulikdrucks beim Anpressen der Federelemente
und eine Steuer- oder Regeleinheit (19), mittels welcher zur Durchführung der Abstimmung
der Anpressdruck der Form (4) einstellbar ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8, gekennzeichnet durch eine Auswerteeinheit, mittels welcher verschiedene Messgrößen der Vorrichtung miteinander
oder/und mit vorgegebenen Werten vergleichbar sind.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch ein Bremsgestänge (15) und/oder eine Bremse (16) zur Verriegelung der Lagerung (11)
der Form (4) oder des Formhubzylinders mit dem Gestell (2).
11. Vorrichtung zum Verdichten von Gemenge durch Vibration, insbesondere nach einem der
vorhergehenden Ansprüche, mit wenigstens einem in einer Schwingtischaufhängung (6)
in der Vorrichtung gelagerten Schwingtisch (3) und wenigstens einer darauf verspannbaren
Form (4) sowie wenigstens einem Formhubzylinder (12) zum Abheben der Form vom Schwingtisch,
dadurch gekennzeichnet, dass die Form (4) mittels wenigstens einer elastischen Lagerung (11) in der Vorrichtung
(1) gelagert ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die elastische Lagerung (11) der Form (4) in Reihe mit dem Formhubzylinder (12) in
einer Kraftflussverbindung zwischen einer Krafteinleitung an der Vorrichtung (1) und
der Form (4) angeordnet ist.
13. Verfahren zum Verdichten von trockenen Gemengen, insbesondere zur Herstellung von
Steinen aus erdfeuchtem Beton, mit folgenden Schritten:
- Einfüllen des Gemenges in wenigstens eine Form (4), die auf einem Schwingtisch (3)
und/oder einem Unterlagsbrett (5) angeordnet ist oder wird,
- Erzeugen einer vorzugsweise harmonischen Vibration zum Verdichten des Gemenges durch
den Schwingtisch und/oder diesem zugeordnete Einrichtungen,
dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Formhubzylinder (12) die Form (4) während der Vibration so stark auf
den Schwingtisch (3) oder das Unterlagsbrett (5) presst, dass während der Vibration
Form (4) und Schwingtisch (3) gemeinsam schwingen.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Verdichten das verdichtete Gemenge durch Abheben der Form (4) von dem Schwingtisch
(3) oder dem Unterlagsbrett (5) mittels des wenigstens einen Formhubzylinders (12)
entschalt wird, wobei insbesondere das verdichtete Gemenge gleichzeitig durch eine
Auflast (22) niedergehalten wird.
15. Verfahren nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Vibration, insbesondere durch eine aufeinander abgestimmte elastische Lagerung
(7, 11) des Schwingtisches (3) und der Form (4), der Schwingtisch und die Form im
Wesentlichen als ein Ein-Massensystem (14) gemeinsam schwingen.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Anpressdruck an das Schwingverhalten der Gesamteinheit angepasst wird, um ein
Abheben der Form (4) zu verhindern.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass während der Vibration die wenigstens eine Form (4) und der Schwingtisch (3) oder
das Unterlagsbrett (5) phasengleich mit gleicher Amplitude schwingen.