[0001] Die Erfindung betrifft einen Fangrahmen für eine Mehrdeckkabine bestehend aus Seitenschildern,
einem unteren Joch zum Tragen einer unteren Kabine, mindestens einem Mittenjoch zum
Tragen einer oberen Kabine und einem oberen Joch, wobei der Fangrahmen mittels Tragmitteln
in einem Aufzugsschacht in vertikaler Richtung entlang von Führungsschienen verfahrbar
ist gemäss der Definition des unabhängigen Patentanspruchs.
[0002] Aus der Schrift
JP 2001122564 ist ein Doppeldeckaufzug mit einer oberen Kabine und einer unteren Kabine bekannt
geworden, wobei die Kabinen mittels eines Fangrahmens getragen werden. Der Fangrahmen
besteht aus Seitenschildern, die mittels eines oberen Jochs, eines mittleren Jochs
und eines unteren Jochs in Verbindung stehen. Jedes Seitenschild besteht aus zwei
parallel geführten, beabstandeten Trägern, die wiederum mittels parallel geführten
Trägern des oberen, mittleren und unteren Jochs und mittels Querstegen verbunden sind.
Der Fangrahmen spannt mit den Seitenschildern, dem oberen Joch und dem unteren Joch
einen Quader auf, wobei auch das mittlere Joch im Quader liegt. Unterhalb des mittleren
Jochs ist ein Rahmen mit je Schmalseite einer Umlenkrolle für die Umlenkung der Tragmittel
vorgesehen. Jede Kabine wird von je einem am Joch angeordneten Kabinenrahmen getragen.
[0003] Die Erfindung, wie sie in Anspruch 1 gekennzeichnet ist, löst die Aufgabe, einen
Fangrahmen zu schaffen, der bei einer Notfallsituation das Umsteigen von einer Kabine
in die andere Kabine erleichtert.
[0004] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Patentansprüchen
angegeben.
[0005] Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind im wesentlichen darin zu sehen,
dass der aus oberem Joch, unterem Joch und Seitenschildern bestehende Fangrahmen nicht
durch ein Mittenjoch räumlich unterteilt ist. Das üblicherweise mit dem oberen Joch
und dem unteren Joch vergleichbare Abmessungen aufweisende Mittenjoch ist durch das
erfindungsgemässe Mittenjoch ersetzt worden, das entlang der Bodenkanten der Kabine
verläuft. Der Boden der oberen Kabine ist frei von mittig durch die Bodenfläche verlaufenden
Jochträgern. Dank den entlang den Bodenkanten verlaufenden Jochträgern ist die Bodenfläche
frei für den mittigen Einbau einer Bodenluke, die ein sicheres und leichtes Umsteigen
im Notfall von einer Kabine in die andere Kabine ermöglicht.
[0006] Ausserdem ist der Raum zwischen der oberen Kabine und der unteren Kabine leichter
zugänglich und kann besser genutzt werden, beispielsweise für den Einbau von Hilfsaggregaten
wie Klimageräte, Belüftungseinrichtungen, Beleuchtungseinrichtungen, Türantriebe,
etc.. Geräte wie Leitern oder Seileinrichtungen für den Umstieg von einer Kabine in
die andere Kabine können auch im Raum zwischen den Kabinen verstaut werden. Mehr Raum
zwischen den Kabinen und bessere Zugänglichkeit vereinfacht auch die Montage und den
Unterhalt der oben genannten Einrichtungen und Geräte.
[0007] Mit der mittig angeordneten Bodenluke bzw. Deckenluke ist der Raum zwischen den Kabinen
von oben und unten frei zugänglich.
[0008] Bei dem erfindungsgemässen Fangrahmen für eine Mehrdeckkabine bestehend aus Seitenschildern,
einem unteren Joch zum Tragen einer unteren Kabine, mindestens einem Mittenjoch zum
Tragen einer oberen Kabine und einem oberen Joch wird der Fangrahmen mittels Tragmitteln
in einem Aufzugsschacht in vertikaler Richtung entlang von Führungsschienen verfahren,
wobei das Mittenjoch in horizontaler Richtung wesentlich aus dem durch den Fangrahmen
mit Seitenschildern, unterem Joch und oberem Joch gebildeten Quader ragt. Die horizontale
Richtung steht senkrecht auf der vertikalen Richtung.
[0009] Anhand der beiliegenden Figuren wird die vorliegende Erfindung näher erläutert.
[0010] Es zeigen:
Fig. 1
einen Fangrahmen mit Seitenschildern für eine Mehrdeckkabine,
Fig. 2
untere Schildteile mit einem erfindungsgemässen Mittenjoch,
Fig. 3, Fig. 3a
Einzelheiten einer Verbindungseinrichtung von der Führungsschiene her gesehen und
Fig. 4, Fig. 4a
Einzelheiten der Verbindungseinrichtung vom Mittenjoch her gesehen.
[0011] Fig. 1 zeigt einen erfindungsgemässen Fangrahmen 1 für eine Mehrdeckkabine mit einem
unteren Deck 2 und einem oberen Deck 3. Die Kabine des unteren Decks und die Kabine
des oberen Decks sind nicht dargestellt. Der Fangrahmen 1 bildet einen Quader und
besteht aus einem ersten Seitenschild 4, einem zweiten Seitenschild 5, einem unteren
Joch 6 und einem oberen Joch 7 und wird durch ein Mittenjoch 9 versteift. Der Fangrahmen
1 trägt einen unteren Deckrahmen 8 für die untere Kabine. Die obere Kabine wird vom
Mittenjoch 9 getragen. Am Deckrahmen 8 und am Mittenjoch 9 sind verstellbare Auflager
10 zur Schwingungsdämpfung angeordnet, auf denen die Kabinen ruhen. Am Fangrahmen
1 sind nicht dargestellte Führungseinrichtungen vorgesehen, beispielsweise Rollenführungsschuhe,
die den Fangrahmen 1 entlang von nicht dargestellten im Aufzugsschacht in vertikaler
Richtung angeordneten Führungsschienen führen.
[0012] Das erste Seitenschild 4 besteht aus einem ersten unteren Schildteil 11 und aus einem
ersten oberen Schildteil 12. Das zweite Seitenschild 5 besteht aus einem zweiten unteren
Schildteil 13 und aus einem zweiten oberen Schildteil 14. Jeder untere Schildteil
11,13 besteht aus mindestens einem unteren Träger 16, im gezeigten Ausführungsbeispiel
sind es zwei Träger 16, wobei jeder Träger 16 des unteren Schildteils 11,13 mittels
einer Verbindungseinrichtung 15 mit dem korrespondierenden oberen Träger 17 des oberen
Schildteils 12,14 verbunden ist. Als Träger 16,17 können beispielsweise im Stahlbau
verwendete Stangenware mit Vierkantprofil oder mit U-Profil verwendet werden.
[0013] Der untere Deckrahmen 8 besteht aus die Auflager 10 tragenden unteren Längsträgern
18 und aus die Träger 16 der unteren Schildteile 11,13 verbindenden unteren Querträgern
19. Die unteren Querträger 19 stehen in Verbindung mit den Seitenschildern 4,5 und
mit den unteren Jochträgern 22 des unteren Jochs 6. Das Mittenjoch 9 besteht aus die
Auflager 10 tragenden oberen Längsträgern 20 und aus die Träger 17 der oberen Schildteile
12,14 verbindenden oberen Querträgern 21, wobei die Verbindungseinrichtungen 15 die
oberen Querträger 21 einbinden. Als Längsträger 18,20 können beispielsweise im Stahlbau
verwendete Stangenware mit Rechteck-Profil verwendet werden. Als Querträger 19,21
und als untere Jochträger 22 können beispielsweise im Stahlbau verwendete Stangenware
mit U-Profil verwendet werden.
[0014] Die Seitenschilder 4,5 stehen oben in Verbindung mit dem oberen Joch 7, wobei obere
Jochträger 22 und Stege 23 das obere Joch 7 bilden. Bei einer 1:1 Tragmittelführung
wird der Fangrahmen 1 getragen von am oberen Joch 7 angreifenden Tragmittelendverbindungen
24. Denkbar ist auch bei einer 2:1 Tragmittelführung, die Tragmittel über mindestens
eine am oberen Joch 7 angeordnete Umlenkrolle oder über mindestens zwei unterhalb
des oberen Decks 3 am Fangrahmen 1 angeordnete oder am unteren Joch 6 angeordnete
Umlenkrollen zu führen.
[0015] Fig. 2 zeigt die unteren Schildteile 11,13 mit dem Mittenjoch 9. Am oberen Ende eines
jeden unteren Trägers 16 des jeweiligen unteren Schildteils ist eine Verbindungseinrichtung
15 angeordnet, die auch mit dem Mittenjoch 9 in Verbindung steht. In Fig. 2 sind die
oberen Schildteile 12,14, die ebenfalls mit der Verbindungseinrichtung in Verbindung
stehen, nicht dargestellt. An jedem oberen Querträger 21 des Mittenjochs 9 ist eine
Justiereinrichtung 25 vorgesehen, mittels der der Fangrahmen 1 bei der Montage gegenüber
der jeweiligen Führungsschiene ausrichtbar ist. Je unterer Querträger 19 und je Steg
23 ist ebenfalls eine Justiereinrichtung 25 vorgesehen. Jedes Auflager 10 ist entlang
seines Längsträgers 20 verschiebbar ausgestaltet und eignet sich auch zur Aufnahme
eines Lastmesssensors. Längsträger 20 und die mit den Seitenschildern 4,5 verbundenen
Querträger 21 bilden das viereckförmige Mittenjoch 9, das etwa entlang der Kante der
Bodenfläche der oberen Kabine verläuft. Das Mittenjoch 9 steift den Fangrahmen 1 aus
und trägt zugleich die obere Kabine, wobei das Mittenjoch 9 in horizontaler Richtung
wesentlich aus dem durch den Fangrahmen 1 mit Seitenschildern 4,5, unterem Joch 6
und oberem Joch 7 gebildeten Quader ragt und die Bodenfläche der oberen Kabine frei
lässt.
[0016] Fig. 3 zeigt Einzelheiten der Verbindungseinrichtung 15 von der Führungsschiene her
gesehen. Der untere Träger 16 mit Vierkantprofil wird von einem ersten Winkelprofil
26 und von einen zweiten Winkelprofil 27 auf drei Seiten umfasst. Jedem gegenüberliegenden
Schenkel der Winkelprofile 26,27 ist ein Flachprofil 28,29 zugeordnet. Den gleichliegenden
Schenkeln ist ein gemeinsames Flachprofil 30 zugeordnet. Die Flachprofile 28,29,30
sind im unteren Träger 16 bzw. auf den Innenseiten des Vierkantprofils angeordnet.
Nicht dargestellt ist das untere Ende des oberen Trägers 17. Das untere Ende des oberen
Trägers 17 wird so wie das obere Ende des unteren Trägers 16 zwischen den Winkelprofilen
26,27 und den Flachprofilen 28,29,30 angeordnet. Winkelprofile 26,27, Flachprofile
28,29,30, Schrauben 31 und Muttern 32 verbinden die beiden Träger 16,17 zu einem vom
unteren Joch 6 bis zum oberen Joch 7 reichenden Träger als Teil des Seitenschildes
4,5. Fig. 3a zeigt anstelle der Winkelprofile 26,27 Flachprofile 26.1,27.1.
[0017] Eine Führungsschiene besteht aus einem Schienenfuss und einem freien Führungsschenkel,
wobei der Schienenfuss mit der Schachtwand oder einer Konsole fest verbunden ist.
Der freie Führungsschenkel dient als Führungsbahn für die Führungseinrichtung des
Fangrahmens 1. Während der Montage des Fangrahmens 1 wird der Fangrahmen 1 je Seitenschild
4,5 mittels der Justiereinrichtung 25 nach dem freien Führungsschenkel der Führungsschiene
ausgerichtet, wobei je Seite des freien Führungsschenkels ein Justierkopf 33 vorgesehen
ist. Jeder Justierkopf 33 ist an einem Bügel 34 angeordnet, wobei der Justierkopf
33 in der Längsachse gesehen einstellbar ist.
[0018] Fig. 4 zeigt Einzelheiten der Verbindungseinrichtung 15 vom Mittenjoch 9 her gesehen.
Zur Vereinfachung der Montage wird ein Auflager 35 eingebunden, das als Auflage und
Anschlag für den oberen Querträger 21 dient. Fig. 4a zeigt anstelle der Winkelprofile
26,27 Flachprofile 26.1,27.1.
[0019] Bei grossen Fangrahmenhöhen oder bei Fangrahmen mit mehr als zwei Decks kann jedes
Seitenschild in mehr als zwei Schildteile aufgeteilt sein. Ein Schildteil kann auch
aus einem oder mehr als zwei Trägern bestehen. Das Mittenjoch kann auch bei Fangrahmen
mit einteiligen Seitenschildern verwendet werden. Fangrahmen mit mehr als einem Mittenjoch
sind auch denkbar.
1. Fangrahmen (1) für eine Mehrdeckkabine bestehend aus Seitenschildern (4,5), einem
unteren Joch (6) zum Tragen einer unteren Kabine, mindestens einem Mittenjoch (9)
zum Tragen einer oberen Kabine und einem oberen Joch (7), wobei der Fangrahmen (1)
mittels Tragmitteln in einem Aufzugsschacht in vertikaler Richtung entlang von Führungsschienen
verfahrbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Mittenjoch (9) in horizontaler Richtung wesentlich aus dem durch den Fangrahmen
(1) mit Seitenschildern (4,5), unterem Joch (6) und oberem Joch (7) gebildeten Quader
ragt.
2. Fangrahmen nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Mittenjoch (9) den Fangrahmen (1) aussteift und zugleich die obere Kabine trägt,
wobei das Mittenjoch (9) die Bodenfläche der oberen Kabine frei lässt.
3. Fangrahmen nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass Querträger (21) des Mittenjochs (9) mittels Verbindungseinrichtungen (15) mit den
Seitenschildern (4,5) verbindbar sind.
4. Fangrahmen nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Vereinfachung der Montage an der Verbindungseinrichtung (15) ein Auflager (35)
vorgesehen ist, das als Auflage und Anschlag für den Querträger (21) dient.
5. Fangrahmen nach einem der Ansprüche 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Querträger (21) mittels Längsträgern (20) verbunden sind.
6. Fangrahmen nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass je Längsträger (20) Auflager (10) zum Tragen der Kabine vorgesehen sind.
7. Fangrahmen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass an den Querträgern (21) Justiereinrichtungen (25) vorgesehen sind, die den Fangrahmen
(1) während der Montage des Fangrahmens (1) nach den Führungsschienen ausrichten.
8. Fangrahmen nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass je Seite des Führungsschenkels der Führungsschiene ein Justierkopf (33) vorgesehen
ist, der an einem Bügel (34) angeordnet ist, wobei der Justierkopf (33) in der Längsachse
gesehen einstellbar ist.
9. Aufzug mit einem Fangrahmen (1) nach den Ansprüchen 1 bis 8.