[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Schmiermittelzusammensetzung, die insbesondere
als Festschmierstoff-Additiv für verschiedene Anwendungen, wie Reibbeläge, technische
Kunststoffe, Suspensionen, Schmierstoffe geeignet ist und eine Verbesserung der technischen
Eigenschaften der additivierten Produkte, verbunden mit einer Optimierung ihrer Wirtschaftlichkeit
bewirkt.
[0002] Schmierölen wird üblicherweise ein Festschmierstoff-Additiv zugesetzt, um die tribologischen
und Verschleiß mindernden Eigenschaften des Schmiermittels, insbesondere unter Belastung
(Druck und/oder Temperatur), zu verbessern. Zu diesem Zweck werden häufig Metallsulfide,
wie Molybdändisulfid, Wolframdisulfid, Zinnsulfide, Bismuttrisulfid, Antimontrisulfid,
Zinksulfid etc. verwendet. Es gibt umfangreichen Stand der Technik, welcher die Verwendung
derartiger Metallsulfide beschreibt. So offenbart die
CH 644890 einen Schmierstoff für die Anwendung bei Temperaturen von über 200° C, der einen
Festschmierstoff aus einem Gemisch von 60 bis 90 Gew.-% Graphit und 10 bis 40 Gew.-%
eines Metallsulfids, insbesondere Molybdändisulfid, enthält. Die
US 5,641,731 beschreibt ein Konzentrat, das als Additiv für Motoröl geeignet ist und 0,35 bis
15,0 Gew.-% einer Öl löslichen Molybdänverbindung, 0,25 bis 25,0 Gew.-% an nicht wässrigen
Polytetrafluorethylen-Suspensionen und bis zu 90 Vol.-% eines synthetischen Öls enthält
(siehe beispielsweise Anspruch 38). Die
WO 00/52116 beschreibt eine Schmierstoffzusammensetzung, die einen Festschmierstoff mit Schichtgitterstruktur,
wie Zinndisulfid, und gegebenenfalls weitere Festschmierstoffe enthält. Die
EP 244 099 A beschreibt Festschmierstoff-Additive für Getriebeöle, die Molybdändisulfid, Graphit,
Wolframdisulfid, Zinnsulfid, Polytetrafluorethylen etc. enthalten. Die
EP 606 970 beschreibt eine Festschmierstoffzusammensetzung, die 30 bis 70 Gewichtsteile Graphit
und 70 bis 30 Gewichtsteile eines Gemisches aus wenigstens zwei Komponenten umfasst,
die ausgewählt sind unter (a) Alkalimolybdat, (b) einem Alkali- und/oder Erdalkalisulfat
und (c) einem Alkaliphosphat, wobei das Verhältnis der beiden Komponenten im Bereich
von 0,05/1 bis 20/1 liegt. Die Zusammensetzung besitzt gute filmbildende Eigenschaften
und gute Schmierwirkung, wobei der Reibungskoeffizient von äußeren Bedingungen im
Wesentlichen nicht beeinflusst wird. Außerdem wirkt sie auf die damit geschmierten
Substrate nicht korrosiv.
[0003] Die Schmierwirkung der bekannten Schmierstoffzusammensetzungen ist nicht zufriedenstellend.
Es wurde nun eine Schmiermittelzusammensetzung gefunden, die ausgezeichnete Schmierwirkung
besitzt.
[0004] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher eine Schmiermittelzusammensetzung,
umfassend:
- a) Graphit,
- b) eine oder mehrere Metallverbindungen, die ausgewählt sind unter Calciumfluorid,
Lithiumfluorid, Natriumaluminiumfluorid (Kryolith), Kaliumaluminiumfluorid, Kaliumtetrafluoroborat
(KBF4), Calciumsulfat, Strontiumsulfat, Bariumsulfat, Magnesiumcarbonat, Calciumcarbonat,
Magnesium-Calciumcarbonat (Dolomit), Lithiumcarbonat, Lithiumhydroxid, , Magnesiumhydroxid,
Calciumhydroxid, Aluminiumhydroxid, Aluminiumoxid, Siliziumdioxid, Titandioxid und
Eisen-(II)-Eisen-(III)-Oxid (Magnetit) und
- c) eine oder mehrere organische Molybdänverbindungen.
[0005] Die Komponente (a) verwendet man vorzugsweise in einer Menge im Bereich von 10 bis
80 Gew.-%, insbesondere 30 bis 70 Gew.-% und besonders bevorzugt 40 bis 60 Gew.-%,
bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung.
[0006] Die Komponente (b) verwendet man im Allgemeinen in einer Menge von 20 bis 75 Gew.-%,
vorzugsweise 30 bis 70 Gew.-% und insbesondere 40 bis 60 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht
der Zusammensetzung.
[0007] Die Komponente (c) verwendet man im Allgemeinen in einer Menge im Bereich von 0,1
bis 10 Gew.-%, vorzugsweise 0,2 bis 8 Gew.-% und insbesondere 0,5 bis 6 Gew.-%, bezogen
auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung.
[0008] Bei der Komponente (c) handelt es sich insbesondere um organische Molybdänverbindungen.
Dazu zählen Molybdändithiocarbamate und Molybdändithiophosphate und die sulfurisierten
Derivate davon. Die Molybdändithiocarbamate sind vorzugsweise solche der Formel (1)

worin R
1 und R
2 unabhängig voneinander für H oder einen Kohlenwasserstoffrest stehen, wobei wenigstens
einer der Reste einen Kohlenwasserstoffrest bedeutet, X für O oder S steht, b wenigstens
2 bedeutet und a in Abhängigkeit von der Oxidationsstufe des Molybdäns wenigstens
1 bedeutet, c in Abhängigkeit von der Oxidationsstufe des Molybdäns wenigstens 1 bedeutet
und d in Abhängigkeit von der Oxidationsstufe des Molybdäns für 0 oder wenigstens
1 steht.
[0009] Im Allgemeinen liegen a und b im Bereich von 1 bis 5, c im Bereich von 1 bis 6 und
d beträgt im Allgemeinen 0 oder liegt im Bereich von 2 bis 10. Besonders bevorzugt
stehen a für 1 oder 2, b für 1 oder 2, c für 1 oder 2 und d für 0 oder 2.
[0010] Die Kohlenwasserstoffreste umfassen insbesondere 3 bis 26 Kohlenstoffatome und besonders
bevorzugt 4 bis 18 Kohlenstoffatome. Es kann sich um aliphatische Reste, wie Alkyl-
oder Alkenylgruppen, alicyclische Reste, wie Cycloalkyl- oder Cycloalkenylgruppen,
aromatische Reste, wie Phenyl- oder Naphthylgruppen, die gegebenenfalls substituiert
sein können, handeln. Geeignete Substituenten für die aliphatischen Reste sind Halogen,
insbesondere Chlor oder Fluor, Amino, C
1-C
12-Alkoxy, Mercapto, C
1-C
12-Alkylmercapto etc. Geeignete Substituenten für alicyclische Reste sind die eben genannten
Substituenten sowie Phenyl. Geeignete Substituenten für aromatische Reste sind insbesondere
Alkylreste mit vorzugsweise 1 bis 12 Kohlenstoffatomen.
[0011] Vorzugsweise verwendet man Molybdändithiocarbamate der Formeln:

worin a für wenigstens 2 steht und R
1, R
2 und X die oben angegebenen Bedeutungen besitzen.
[0012] Vorzugsweise stehen R
2 für Wasserstoff und X für S.
[0013] Das Molybdän liegt vorzugsweise mit der Oxidationsstufe +5 oder +6 vor. Beispiele
für Molybdändithiocarbamate sind Molybdändi-n-butyldithiocarbamat, das im Handel unter
der Bezeichnung Molyvan A von Vanderbilt erhältlich ist, und Molybdänditridecyldithiocarbamat,
das im Handel unter der Bezeichnung Molyvan 807 von Vanderbilt erhältlich ist.
[0014] Molybdändithiocarbamate und ihre Herstellung sind beispielsweise in der
US 4,846,983 beschrieben, auf die in vollem Umfang Bezug genommen wird.
[0015] Bevorzugte Molybdändithiophosphate entsprechen den Formeln
a)

worin n für 3, 4, 5 oder R1und R2 unabhängig voneinander ausgewählt sind unter H, C1-C20-Alkyl und Cycloalkyl oder
Alkylcycloalkyl mit jeweils 3 bis 22 Kohlenstoffatomen sowie Aryl, Alkylaryl oder
Cycloalkylaryl mit jeweils 6 bis 25 Kohlenstoffatomen.
b)

worin p für 0, 1 oder 2 steht;
für 0,1 oder 2 steht;
(p+q) = 1 oder 2;
r für 1, 2, 3 oder 4 steht, wenn (p+q) = 1 und r für 1 oder 2 steht, wenn
(p+q) = 2; und
R1 und R2 die oben unter a) genannten Bedeutungen besitzen;
c)

worin t = 0, 1, 2, 3, 4;
u = 0, 1, 2, 3, 4; (t+u) = 1, 2, 3, 4;
v = 4, 6, 8, 10, wenn (t+u)= 1;
v= 2, 4, 6, 8 wenn (t+u) = 2;
v = 2, 4, 6, wenn (t+u) = 2;
v = 2, 4, wenn (t+u) = 4; und
R1 und R2 die oben unter a) genannten Bedeutungen besitzen.
[0016] Molybdändi(2-ethylhexyl)phosphorothioat und das sulfurisierte Derivat davon der Formel

(Molyvan L von Vanderbilt oder Additin RC 3580 von Rheinchemie) sind besonders bevorzugt.
[0017] Molybdändithiophosphate und ihre Herstellung sind beispielsweise in der
US 5,055,174 beschrieben, auf die in vollem Umfang Bezug genommen wird.
[0018] Die Herstellung der erfindungsgemäßen Schmierstoffzusammensetzungen erfolgt durch
Vermischen und Homogenisieren der Komponenten. Zweckmäßigerweise geht man so vor,
dass zunächst die Komponenten (a) und (b) vermischt und homogenisiert werden. Zur
Homogenisierung werden übliche Vorrichtungen verwendet, beispielsweise langsam drehende
Flügelmischer oder Pflugscharmischer. Alternativ kann man die Komponenten (a) und
(b) zusammen vermahlen, zweckmäßigerweise bis zu einer Teilchengröße im Bereich von
100 nm bis 25 µm. Das durch Homogenisierung oder Vermahlen der Komponenten (a) und
(b) erhaltene Gemisch kann auch als aktivierter Graphit bezeichnet werden.
[0019] Die Komponente (c) kann vor oder während des Homogenisierens oder Vermahlens oder
danach zugemischt werden. Das Vermahlen der Komponenten (a) oder (b) erfolgt mit Hilfe
üblicher Vorrichtungen, insbesondere mit einer Kugelmühle oder Kolloidmühle.
[0020] Die erfindungsgemäßen Schmiermittelzusammensetzungen können zusätzlich einen oder
mehrere weitere Schmierstoffe enthalten. Dabei kann es sich um Polytetrafluorethylen
(PTFE) oder Bornitrid oder um Metallsulfide handeln, die ausgewählt sind unter Zinnmonosulfid
(SnS), Zinndisulfid (SnS
2), Zinntrisulfid (Sn
2S
3) oder Mischsulfide davon, Zinksulfid, Bismut-III-sulfid (Bi
2S
3), Molybdändisulfid, Antimontrisulfid (Sb
2S
3), Wolframdisulfid, Kupfersulfiden (CuS, Cu
2S) oder Mischsulfide davon, Eisensulfiden (FeS, Fe
2S
3 oder Mischsulfide davon) und Gemischen davon.
[0021] Wenn die Schmierstoffzusammensetzung einen zusätzlichen Schmierstoff enthält, ist
dieser im Allgemeinen in einem Anteil von 1 bis 40 Gew.-%, vorzugsweise 5 bis 30 Gew.-%,
insbesondere 10 bis 25 Gew.-% und besonders bevorzugt 10 bis 20 Gew.-%, bezogen auf
das Gesamtgewicht der Zusammensetzung, enthalten.
[0022] Die erfindungsgemäßen Schmiermittelzusammensetzungen können gegebenenfalls weitere
übliche Komponenten enthalten. Beispiele für derartige Komponenten sind Bindemittel
bzw. Verdickungsmittel, wie sie unten im Zusammenhang mit den halbfesten Schmiermitteln,
denen die Schmiermittelzusammensetzungen zugesetzt werden können, angegeben sind.
Gegebenenfalls können die erfindungsgemäßen Schmiermittelzusammensetzungen auch organische
Füllstoffe enthalten, insbesondere Polymere, wie PTFE-, Polyethylen- oder Aramidpulver
(z. B. Twaron® 5011 von Teijin Twaron) sowie Cellulosefasern (z.B. Arbocel ® von Rettenmaier
oder Setralit ® NfU/346/1 von ECCO).
[0023] Die erfindungsgemäßen Schmiermittelzusammensetzungen können flüssigen bis pastösen
Schmiermitteln als Additiv zugesetzt werden, um die tribologischen und Verschleiß
mindernden Eigenschaften des Schmiermittels, insbesondere unter Belastung (Druck und/oder
Temperatur) zu verbessern. Derartige Schmiermittel sind dem Fachmann bekannt und z.
B. beschrieben in
Ullmann's Encyclopedia of Industrial Chemistry, 5. Aufl., Band A 15, 429-443, 1990. Beispiele für derartige Flüssigkeiten sind:
- Mineralöle,
- synthetische Öle, z. B. synthetische Kohlenwasserstoffe, wie Polyolefinöle, chlorierte
Kohlenwasserstoffe oder durch Hydrocracking erhaltene Kohlenwasserstofföle (Isoparaffine),
Polyetheröle, Esteröle, Phosphorsäureester, Silikonöle etc.,
- alkylierte cyclische Kohlenwasserstoffe, wie polyalkyliertes Cyclopentan oder Alkylbenzole,
- Pflanzenöle, wie Rapsöl, Leinöl oder HOS ("High-Oleic-Sunflower", ein veredeltes Sonnenblumenöl),
- Polyglycole.
[0024] Brauchbare Polyolefinöle sind insbesondere Polymerisate von C
8-C
12-α-Olefinen.
[0025] Zu Polyetherölen zählen aliphatische Polyetheröle, wie Poly(alkylenglykole), z. B.
Polyethylenglykol, Poly(propylen-glykol) und Copolymere davon sowie die Mono- und
Diether, Mono- oder Diester und gewünschte Ether-Ester davon. Es kommen wasserlösliche
und wasserunlösliche Typen in Betracht. Zu aliphatischen Polyetherölen zählen auch
Perfluoropolyalkylether. Bevorzugte Polyetheröle sind Polyphenylether und alkylierte
Polyphenylether.
[0026] Bei den Esterölen handelt es sich insbesondere um die folgenden Estertypen:
- a) Ester geradkettiger oder verzweigter Dicarbonsäuren mit geradkettigen oder verzweigten
primären Alkoholen;
- b) Ester geradkettiger oder verzweigter Monocarbonsäuren mit geradkettigen oder verzweigten
Diolen, Triolen oder allgemein Polyolen wie Poly(alkylenglykolen);
- c) Ester aromatischer Mono-, Di-, Tri- oder Tetracarbonsäuren mit geradkettigen oder
verzweigten primären Alkoholen (z.B. TOPM = Tetraoctylpyromelliat).
[0027] Von besonderer Bedeutung sind die obigen Ester a) und die sogenannten komplexen Ester
aus Dicarbonsäuren und Glykolen oder Polyglykolen, die Endgruppen aus Monocarbonsäuren
oder Monoalkoholen aufweisen. Verzweigte primäre Alkohole sind insbesondere die durch
Oxosynthese oder Aldolkondensation erhaltenen Alkohole, wie 2-Ethylhexanol und die
C
7-, C
8- und C
9-Oxoalkohole. Als Dicarbonsäure sind insbesondere Sebacin-, Azelain- und Adipinsäure
bevorzugt. Als Poly(alkylenglykol) ist Poly(ethylenglykol) mit einem Molekulargewicht
von 100 bis 600 bevorzugt.
[0028] Bei den Estern der Neopentylpolyole handelt es sich insbesondere um Ester von Neopentylglykol,
Trimethylolethan, Trimethylolpropan, Pentaerythritol und den ethoxylierten und/oder
propoxylierten Produkten davon.
[0029] Erfindungsgemäß bevorzugt sind die Mineralöle, Esteröle und die Polyetheröle.
[0030] Beispiele für flüssige Schmiermittel sind Motoröle, Getriebeöle, Turbinenöle, Hydraulikflüssigkeiten,
Pumpenöle, Wärmeübertragungsmittel, Isolieröle, Bohröle, Schneidöle, Kompressorenöle,
Kettenöle, Glasmaschinenöle, Trennöle, Waffenöle, Zylinderöle, Gleitlacke auf Lösemittel-
oder Wasserbasis (vor der Verdampfung der Trägerflüssigkeit), Kühlschmierstoffe etc.
[0031] Halbfeste Schmiermittel basieren im Allgemeinen auf mineralischen oder synthetischen
Ölen (wie oben angegeben) in Verbindung mit geeigneten Verdickungsmitteln.
[0032] Beispiele für halbfeste Schmiermittel sind Fette, Pasten, Wagenfette, Wälz- und Gleitlagerfette
etc.
[0033] Beispiele für geeignete Verdickungsmittel sind
- rein organische Verdicker, wie Polyharnstoffe und Polyurethane,
- organische Polymere, die oben bereits unter Füllstoffe genannt wurden, wie PTFE oder
Polyethylen oder Aramidpulver (z.B. Twaron® von Tejin Twaron),
- Cellulosefasern aus nachwachsenden Rohstoffen (ebenfalls oben bereits unter Füllstoffe
genannt: z.B. Arbocel ® von Rettenmaier oder Setralit ® NfU346/1 von ECCO),
- amorphes oder hydrophobiertes Siliciumdioxid,
- Schichtsilikate, wie Bentonite, Attapulgit u.s., die hydrophobiert sein können,
- Metallsalze, -oxide, -hydroxide, -sulfide und verwandte Verbindungen, insbesondere
Metallsalze von Fettsäuren, wie Stearinsäure oder 12-Hydroxystearinsäure. Die Metallsalze
der Fettsäuren können im Gemisch mit Salzen von Carbonsäuren, wie Essigsäure, Benzoesäure
oder Azelainsäure, verwendet werden. Brauchbare Kationen sind z. B. Li+, Na+, K+, Mg2+, Ca2+, Sr2+, Ba2+, AI3+, [AI (OH)]2+, TiO2+,
- organische Füllstoffe, insbesondere Polymere, wie PTFE oder Polyethylen oder Aramidpulver
(z.B. Twaron ® 5011 von Teijin Twaron) sowie Cellulosefasern (z.B. Arbocel ® von Rettenmaier
oder Setralit ® NfU346/1 von ECCO).
[0034] Die erfindungsgemäßen Schmierstoffzusammensetzungen können mit anderen Festschmierstoffen
in jedem Verhältnis kombiniert werden.
[0035] Die erfindungsgemäßen Schmiermittelzusammensetzungen werden flüssigen bis halbfesten
Schmierstoffen, wie z.B. Ölen und Fetten, im Allgemeinen in einer Menge von 0,1 bis
25 Gew.-%, vorzugsweise 0,2 bis 15 Gew.-% und insbesondere 0,5 bis 2 Gew.-%, bezogen
auf das Gesamtgewicht des Schmierstoffs, zugesetzt. Die Zugabe des Schmiermittel-Additivs
kann auch so erfolgen, dass die homogenisierte oder vermahlene Mischung der Komponenten
a) und b) sowie die Komponente c) getrennt zu dem Schmiermittel gegeben werden.
[0036] Eine besondere Form der halbfesten Schmierstoffe stellen Pasten dar. Bei diesen beträgt
die Zugabe der erfindungsgemäßen Schmiermittelzusammensetzungen im Allgemeinen 10
bis 75 Gew.-%, vorzugsweise 20 bis 60 Gew.-% und insbesondere 25 bis 55 Gew.-%, bezogen
auf das Gesamtgewicht der Paste. Die Zugabe des Schmiermittel-Additivs erfolgt wie
bei den oben genannten flüssigen bis halbfesten Schmierstoffen.
[0037] Beim Einsatz in Gleitlacken werden die erfindungsgemäßen Schmiermittelzusammensetzungen
im Allgemeinen in einer Menge von 0,5 bis 30 Gew.-%, vorzugsweise 2 bis 25 Gew.-%
und insbesondere 5 bis 20 Gew.-%, mit anorganischen oder organischen Bindern (z.B.
Phenolharze) in einer Menge von 5 bis 20 Gew.-%, vorzugsweise 10 bis 15 Gew.-%, kombiniert,
beide Bestandteile bezogen auf das Gesamtgewicht des Schmiermittels. Den Rest zu 100
Gew.-% machen wässrige oder organische Löse- oder Aufschlämmmittel, wie Benzine, Ethylacetat
oder aromatische Verbindungen wie Xylol, aus.
[0038] Schließlich können die erfindungsgemäßen Schmiermittelzusammensetzungen auch als
Festschmierstoff in Verbindung mit Feststoffen eingesetzt werden, beispielsweise in
Reibbelägen (Brems- und Kupplungsbeläge), technischen Kunststoffen (z.B. selbstschmierende
Kunststoffe) etc.. Beim Einsatz in solchen Feststoffen wie technischen Kunststoffen
oder in Feststoffmischungen wie Reibbelagmischungen beträgt die eingesetzte Menge
der erfindungsgemäßen Schmierstoffzusammensetzungen im Allgemeinen 0,1 bis 25 Gew.-%,
bevorzugt 0,5 bis 10 Gew.-% und insbesondere 3 bis 8 Gew.-%, bezogen auf den Gesamtfeststoff.
[0039] Die nachfolgenden Beispiele erläutern die Erfindung, ohne sie zu begrenzen.
BEISPIELE
[0040] Die in der nachfolgenden Tabelle angegebenen Schmiermittelzusammensetzungen wurden
hergestellt durch 2-stündiges Vermischen der Komponenten in einem langsam drehenden
Flügelmischer bei Raumtemperatur (Beispiele 1 und 2). Für Beispiel 3 wurden die Komponenten
24 h bei Raumtemperatur in einer Porzellan-Kugelmühle (Laboranlage, Firma Retsch)
vermahlen.
Beispiel |
1 |
2 |
3 |
Graphit 1) |
51 % |
49 % |
49 % |
Bariumsulfat |
48 % |
46 % |
46 % |
Molvan A2) |
1 % |
5 % |
5% |
1) Naturgraphit, Reinheit 99,5 %; d50 = 4-6 µm; Typ UF2 Kropfmühl oder LS66, Timrex
2) Molybdänbutyldithiocarbamat (Vanderbilt) |
1. Schmiermittelzusammensetzung, umfassend
a) Graphit;
b) eine oder mehrere Metallverbindungen, die ausgewählt sind unter Calciumfluorid,
Lithiumfluorid, Natriumaluminiumfluorid (Kryolith), Kaliumaluminiumfluorid, Kaliumtetrafluoroborat
(KBF4), Calciumsulfat, Strontiumsulfat, Bariumsulfat, Magnesiumcarbonat, Calciumcarbonat,
Magnesium-Calciumcarbonat (Dolomit), Lithiumcarbonat, Lithiumhydroxid, , Magnesiumhydroxid,
Calciumhydroxid, Aluminiumhydroxid, Aluminiumoxid, Siliziumdioxid, Titandioxid und
Eisen-(11)-Eisen-(111)-Oxid (Magnetit) und
c) eine oder mehrere organische Molybdänverbindungen.
2. Schmiermittelzusammensetzung nach Anspruch 1, umfassend 10 bis 80 Gew.-% Graphit.
3. Schmiermittelzusammensetzung nach Anspruch 1 oder 2, umfassend 20 bis 75 Gew.-% der
Metallverbindung (b).
4. Schmiermittelzusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, umfassend 0,1
bis 10 Gew.-% der organischen Molybdänverbindung.
5. Schmiermittelzusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, die als Komponente
(c) ein Molybdändithiophosphat oder Molybdändithiocarbamat enthält.
6. Schmiermittelzusammensetzung nach Anspruch 5, die als Komponente (c) Molybdändi(2-ethylhexyl)phosphorodithioat,
Molybdändi-n-butyldithiocarbamat oder Molybdänditridecyltithiocarbamat enthält.
7. Schmiermittelzusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei man als
Komponente (b) Calciumsulfat oder Bariumsulfat verwendet.
8. Verwendung einer Schmiermittelzusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 7 als
Schmiermittel oder als Additiv für Schmiermittel.