[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur berührungslosen Stapelerfassung gemäß dem
Oberbegriff des Anspruchs 1. Des Weiteren betrifft die Erfindung eine Vorrichtung
zur berührungslosen Stapelerfassung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 6.
[0002] Aus der
EP 0 931 746 B1 ist eine Vorrichtung zur berührungslosen Abtastung einer Seitenkante eines Bedruckstoffstapels
aus Bedruckstoffbogen bekannt. Die dort offenbarte Vorrichtung verfügt über zwei Sensoren,
die an einem Halter befestigt sind. Durch Verstellen des Halters in vertikaler Richtung
können beide Sensoren gemeinsam in vertikaler Richtung relativ zum abzutastenden Bedruckstoffstapel,
nämlich zur abzutastenden Seitenkante des Bedruckstoffstapels, verstellt werden. Weiterhin
können beide Sensoren gemeinsam in horizontaler Richtung relativ zur abzutastenden
Seitenkante des Bedruckstoffstapels verstellt werden, nämlich entlang einer horizontal
verlaufenden Achse, die parallel zu einer normalen auf die abzutastende Seitenkante
verläuft.
[0003] Nach dem Stand der Technik sind Sensoren derart zur abzutastenden Seitenkante ausgerichtet,
dass Vorzugsrichtungen der Sensoren parallel zur Normalen auf die abzutastende Seitenkante
verlaufen. Bei der optischen Abtastung eines Bedruckstoffstapels aus folienartigen
Bedruckstoffbogen kann dabei das Problem auftreten, dass von den Sensoren entlang
ihrer Vorzugsrichtung auf die abzutastende Seitenkante gerichtetes Licht von der Seitenkante
im Sinne einer Totalreflexion auf die Sensoren zurückgerichtet wird, wobei dann keine
zuverlässige Abtastung der abzutastenden Seitenkante des Bedruckstoffstapels möglich
ist.
[0004] Ein ähnliches Problem ergibt sich auch dann, wenn anstelle optischer Sensoren, die
Licht auf die abzutastende Seitenkante richten, Ultraschallsensoren verwendet werden,
die Ultraschallwellen auf die abzutastende Seitenkante richten. Bei Ultraschallsensoren
stellt zwar die Totalreflexion kein Problem dar, durch Blaslufteffekte, Temperatur-
und Feuchteabhängigkeiten sowie den Nahblindbereich derselben kann jedoch eine zuverlässige
Abtastung der abzutastenden Seitenkante des Bedruckstoffstapels erschwert werden.
[0005] Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung das Problem zugrunde, ein neuartiges
Verfahren und eine neuartige Vorrichtung zur berührungslosen Stapelerfassung zu schaffen.
[0006] Dieses Problem wird durch ein Verfahren gemäß Anspruch 1 gelöst. Erfindungsgemäß
wird der oder jeder Sensor derart ausgerichtet, dass derselbe zu einer Normalen auf
den abzutastenden Abschnitt schräg gestellt ist.
[0007] Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung wird vorgeschlagen, dass der oder jeder
Sensor derart relativ zum abzutastenden Abschnitt des Bedruckstoffstapels ausgerichtet
ist, dass der jeweilige Sensor bzw. dessen Vorzugsrichtung zu der Normalen auf den
abzutastenden Abschnitt des Bedruckstoffstapels schräg gestellt ist, also mit der
Normalen einen Winkel einschließt. Hierdurch ist es möglich, selbst Bedruckstoffstapel
aus folienartigen Bedruckstoffbogen exakt berührungslos zu vermessen.
[0008] Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist in Anspruch 6 definiert.
[0009] Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und
der nachfolgenden Beschreibung. Ausführungsbeispiele der Erfindung werden, ohne hierauf
beschränkt zu sein, an Hand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt:
- Fig. 1:
- eine erste perspektivische Ansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur berührungslosen
Stapelerfassung;
- Fig. 2:
- eine zweite perspektivische Ansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur berührungslosen
Stapelerfassung;
- Fig. 3:
- die erfindungsgemäße Vorrichtung zur berührungslosen Stapelerfassung in Seitenansicht;
- Fig. 4:
- die erfindungsgemäße Vorrichtung zur berührungslosen Stapelerfassung in Draufsicht;
- Fig. 5:
- einen Querschnitt durch die erfindungsgemäße Vorrichtung zur berührungslosen Stapelerfassung
entlang der Schnittlinie V-V in Fig. 3; und
- Fig. 6:
- einen Querschnitt durch die erfindungsgemäße Vorrichtung zur berührungslosen Stapelerfassung
entlang der Schnittlinie Vl-Vl in Fig. 3.
[0010] Fig. 1 bis 6 zeigen unterschiedliche Ansichten sowie Details eines bevorzugten Ausführungsbeispiels
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung 10 zur berührungslosen Abtastung eines vertikal
verlaufenden Abschnitts, nämlich einer Seitenkante oder einer Seitenfläche, eines
Bedruckstoffstapels.
[0011] Die erfindungsgemäße Vorrichtung 10 umfasst zwei Sensoren 11, 12, die an einer gemeinsamen
Halterung 13 angreifen. Die Halterung 13 für die beiden Sensoren 11, 12 ist an einer
Führung 14 gelagert, wobei die Führung 14 einen horizontal verlaufenden Führungsabschnitt
15 sowie einen vertikal verlaufenden Führungsabschnitt 16 aufweist. Wie Fig. 1 bis
3 entnommen werden kann, ist die Halterung 13 für die beiden Sensoren 11, 12 am horizontalen
Führungsabschnitt 15 der Führung 14 gelagert.
[0012] Dem vertikalen Führungsabschnitt 16 der Führung 14 ist eine Einstellmutter 17 zugeordnet,
wobei durch Betätigen der Einstellmutter 17 der vertikale Führungsabschnitt 16 und
damit auch der horizontale Führungsabschnitt 15 in vertikaler Richtung in Richtung
des Doppelpfeils 18 verstellt werden kann. Durch Betätigen der Einstellmutter 17 sind
demnach beide Sensoren 11, 12 gemeinsam in vertikaler Richtung (Doppelpfeil 18) verlagerbar,
um dieselben relativ zum abzutastenden Bedruckstoffstapel auszurichten.
[0013] Wie bereits ausgeführt, greifen beide Sensoren 11, 12, an der Halterung 13 an, die
am horizontalen Führungsabschnitt 15 der Führung 14 gelagert ist. Nach Lösen einer
als Sechskantmutter ausgebildeten Fixiereinrichtung 19 kann die Halterung 13 durch
Betätigen einer als Spindel ausgebildeten Betätigungseinrichtung 20 relativ zum horizontalen
Führungsabschnitt 15 der Führung 14 in horizontaler Richtung gemäß dem Doppelpfeil
21 translatorisch verlagert werden. Hierdurch können beide Sensoren 11, 12 gemeinsam
durch Verstellen der Halterung 13 relativ zum horizontalen Führungsabschnitt 15 der
Führung 14 in horizontaler Richtung zum abzutastenden Bedruckstoffstapel ausgerichtet
werden, wobei diese horizontale Richtung gemäß dem Doppelpfeil 21 parallel zu einer
Normalen auf einen abzutastenden Abschnitt des abzutastenden Bedruckstoffstapels verläuft.
Beim abzutastenden Abschnitt des Bedruckstoffstapels handelt es sich um eine vertikal
verlaufende Seitenkante bzw. eine vertikal verlaufende Seitenfläche des Bedruckstoffstapels.
[0014] Jeder Sensor 11, 12 greift an einem Befestigungselement 22 an und ist über das Befestigungselement
22 drehbar an der Halterung 13 gelagert. Zum Verdrehen der Befestigungselemente 22
und damit der Sensoren 11, 12 relativ zur Halterung 13 müssen im gezeigten Ausführungsbeispiel
vorab als Zylinderschrauben ausgebildete Fixiereinrichtungen 23 gelöst werden. Nach
dem Lösen der Fixiereinrichtungen 23 sind die Befestigungselemente 22 und damit die
Sensoren 11, 12 um eine vertikal verlaufende Achse, die in Richtung des Doppelpfeils
18 verläuft, verdrehbar.
[0015] Die beiden Sensoren 11, 12 sind jeweils um eine vertikal verlaufende Achse individuell
relativ zur Halterung 13 derart verdrehbar, dass jeder der Sensoren 11, 12 bzw. eine
Vorzugsrichtung derselben zu einer Normalen auf den abzutastenden Abschnitt des Bedruckstoffstapels
schräg gestellt werden kann. Die Sensoren 11, 12 können dabei derart gedreht werden,
dass dieselben bzw. deren Vorzugsrichtungen mit der Normalen auf den abzutastenden
Abschnitt des Bedruckstoffstapels einen Winkel α von bis zu 25°, insbesondere einen
Winkel α von bis zu 20°, einschließen (siehe Fig. 4).
[0016] Vorzugsweise sind die Sensoren derart drehbar, dass dieselben bzw. deren Vorzugsrichtungen
mit der Normalen einen Winkel α zwischen 10° und 15° einschließen. Die Drehbarkeit
jedes Sensors 11, 12 wird dabei Anschläge 25 begrenzt (siehe Fig. 5). Die beiden Sensoren
sind derart um eine vertikal verlaufende Achse relativ zur Halterung 13 drehbar, dass
dieselben bzw. deren Vorzugsrichtungen zu der Normalen auf den abzutastenden Abschnitt
des Bedruckstoffstapels, die in Richtung des Doppelpfeils 21 verläuft, betragsmäßig
in etwa gleiche Winkel α (siehe Fig. 4) einschließen. Der rechte Sensor 11 ist gemäß
Fig. 1 gegenüber der Normalen entgegen dem Uhrzeigersinn und der linke Sensor 12 gegenüber
der Normalen im Uhrzeigersinn verdreht, so dass die Vorzugsrichtungen in Richtung
auf den abzutastenden Abschnitt des Bedruckstoffstapels konvergieren. Vorzugsweise
sind die beiden Sensoren 11, 12 bzw. deren Vorzugsrichtungen auf einen gemeinsamen
Punkt am abzutastenden Abschnitt des Bedruckstoffstapels ausgerichtet.
[0017] Aus den obigen Zusammenhängen folgt demnach, dass beide Sensoren 11, 12 einerseits
zusammen in vertikaler Richtung in Richtung des Doppelpfeils 18 sowie in horizontaler
Richtung in Richtung des Doppelpfeils 21 translatorisch verstellt werden können. Weiterhin
sind beide Sensoren 11, 12 individuell und damit unabhängig voneinander um eine vertikal
verlaufende Achse drehbar, um dieselben zur Normalen auf den abzutastenden Abschnitt
des Bedruckstoffstapels schräg auszurichten.
[0018] Es ist auch möglich, dass beide Sensoren 11, 12 um die vertikal verlaufende Achse
abhängig voneinander bzw. gemeinsam drehbar sind. Die beiden Sensoren können hierzu
über ein Parallelogrammgestänge oder über Zahnräder miteinander gekoppelt sein, so
dass bei Verdrehen eines Sensors der andere Sensor automatisch nachgeführt wird. Dies
hat den Vorteil, dass automatisch gewährleistet werden kann, dass bei Verdrehung eines
Sensors um einen Winkel α der andere Sensor automatisch um denselben Betrag nachgeführt
wird.
[0019] Nach einer vorteilhaften Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass die beiden Sensoren
11, 12 zusätzlich um eine horizontal verlaufende Achse drehbar sind, die senkrecht
zur Normalen auf den abzutastenden Abschnitt des Bedruckstoffstapels verläuft. Diese
horizontal verlaufende Achse, die senkrecht zur Normalen verläuft, erstreckt sich
dann in Richtung des Pfeils 26.
[0020] Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung umfasst die erfindungsgemäße Vorrichtung
zwei Sensoren 11, 12, wobei jeder Sensor einen Schaltpunkt aufweist. Die beiden Sensoren
11, 12 sind im gezeigten Ausführungsbeispiel als optische Sensoren ausgeführt, die
einerseits Licht in Richtung auf den abzutastenden Abschnitt des Bedruckstoffstapels
aussenden und andererseits an diesem Abschnitt reflektiertes Licht empfangen. Im Unterschied
hierzu ist es auch möglich, als Sensoren Ultraschallsensoren zu verwenden. Im Unterschied
zum gezeigten Ausführungsbeispiel ist es weiterhin möglich, dass die erfindungsgemäße
Vorrichtung lediglich einen Sensor umfasst, wobei ein solcher Sensor dann über zwei
Schaltpunkte verfügen muss.
Bezugszeichenliste
[0021]
- 10
- Vorrichtung
- 11
- Sensor
- 12
- Sensor
- 13
- Halterung
- 14
- Führung
- 15
- horizontaler Führungsabschnitt
- 16
- vertikaler Führungsabschnitt
- 17
- Einstellmutter
- 18
- Doppelpfeil / vertikale Richtung
- 19
- Fixiereinrichtung
- 20
- Betätigungseinrichtung
- 21
- Doppelpfeil / horizontale Richtung
- 22
- Befestigungselement
- 23
- Fixiereinrichtung
- 24
- Langloch
- 25
- Anschlag
- 26
- Pfeil / horizontale Richtung
1. Verfahren zur berührungslosen Stapelerfassung, nämlich zur Abtastung eines vertikal
verlaufenden Abschnitts, nämlich einer Seitenkante oder Seitenfläche, eines Bedruckstoffstapels
aus insbesondere folienartigen Bedruckstoffbogen, wobei der Abschnitt mit mindestes
einem auf den abzutastenden Abschnitt gerichteten Sensor messtechnisch erfasst wird,
dadurch gekennzeichnet, dass der oder jeder Sensor derart ausgerichtet wird, dass derselbe zu einer Normalen auf
den abzutastenden Abschnitt schräggestellt ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der oder jeder Sensor derart ausgerichtet wird, dass derselbe mit der Normalen einen
Winkel von bis zu 25° einschließt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der oder jeder Sensor derart ausgerichtet wird, dass derselbe mit der Normalen einen
Winkel von bis zu 20° einschließt.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der oder jeder Sensor derart ausgerichtet wird, dass derselbe mit der Normalen einen
Winkel zwischen 10° und 15° einschließt.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Sensoren derart ausgerichtet werden, dass beide Sensoren mit der Normalen betragsmäßig
in etwa gleiche Winkel einschließen, wobei beide Sensoren vorzugsweise auf einen gemeinsamen
Punkt auf dem abzutastenden Abschnitt ausgerichtet werden.
6. Vorrichtung zur berührungslosen Stapelerfassung, nämlich zur Abtastung eines vertikal
verlaufenden Abschnitts, nämlich einer Seitenkante oder Seitenfläche, eines Bedruckstoffstapels
aus insbesondere folienartigen Bedruckstoffbogen, mit mindestes einem auf den abzutastenden
Abschnitt gerichteten Sensor, wobei der oder jeder Sensor an einer Halterung derart
befestigt ist, dass der oder jeder Sensor einerseits in vertikaler Richtung entlang
einer vertikal verlaufenden Achse und andererseits in horizontaler Richtung entlang
einer horizontal verlaufenden Achse, die parallel zu einer Normalen auf den abzutastende
Abschnitt verläuft, verstellbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der oder jeder Sensor (11, 12) um eine vertikal verlaufende Achse derart drehbar
ist, dass der oder jeder Sensor (11, 12) zu einer Normalen auf den abzutastenden Abschnitt
schräggestellt ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der oder jeder Sensor (11, 12) derart drehbar ist, dass derselbe mit der Normalen
einen Winkel von bis zu 25°, insbesondere von bis zu 20°, einschließt, wobei Anschläge
(25) die Drehbarkeit des oder jedes Sensors begrenzen.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass an der Halterung (13) zwei Sensoren (11, 12) angreifen, wobei beide Sensoren (11,
12) in vertikaler Richtung entlang der vertikal verlaufenden Achse und in horizontaler
Richtung entlang der horizontal verlaufenden Achse jeweils gemeinsam verstellbar sind.
9. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 8, dadurch gekennzeichnet, dass beide Sensoren (11, 12) um die vertikal verlaufende Achse unabhängig voneinander
bzw. individuell drehbar ist.
10. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 6 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass der oder jeder Sensor (11, 12) um eine horizontal verlaufenden Achse, die senkrecht
zu der Normalen auf den abzutastenden Abschnitt verläuft, drehbar ist.