[0001] Die Erfindung betrifft Zündeinrichtungen, umfassend ein Schutzrohr und mindestens
ein elektrisches Heizelement in dem Schutzrohr, sowie deren Verwendung. Die Erfindung
betrifft weiterhin ein Verfahren zum Zünden von festem Brennstoff, insbesondere zum
Zünden von nachwachsenden Brennstoffen wie Pellets, Hackschnitzeln oder Scheiten aus
Holz oder sonstiger Biomasse wie Mais, Getreide und dergleichen. Derartige nachwachsende
Energieträger erfreuen sich in den letzten Jahren im Hinblick auf ihre ökologische
Bedeutung aufgrund einer erfreulichen Kohlendioxidbilanz wachsender Beliebtheit.
[0002] Zündeinrichtungen der oben genannten Art sind hinreichend bekannt. So offenbart
JP 2005172383 A eine derartige Zündeinrichtung für eine Brennkammer mit Pellets, bei welcher ein
stabförmiges Heizelement konzentrisch in einem Führungsrohr angeordnet ist. Das Führungsrohr
weist Öffnungen auf, in welche mittels eines Gebläses Luft eingeblasen wird. Die Luft
wird zwischen dem Führungsrohr und dem Heizelement hindurch geleitet und erhitzt und
strömt am Ende des Führungsrohres aus einer Öffnung aus. Das Heizelement weist aufgrund
seines stabförmigen Aufbaus eine relativ große Masse auf, die beim Einschalten des
Heizelements auf Zündtemperatur gebracht werden muss. Dies führt dazu, dass zum Zünden
von Pellets mit einer derartigen Zündeinrichtung ein Zeitbedarf von etwa 2 Minuten
erforderlich ist.
[0003] Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Zündeinrichtung und ein Verfahren zum Zünden von
festem, schwer enttlammbarem Brennstoff, insbesondere nachwachsenden Brennstoffen
wie Pellets, Hackschnitzeln oder Scheiten aus Holz und ähnlichem bereitzustellen,
so dass das Zünden schneller erfolgen kann.
[0004] Die Aufgabe wird hinsichtlich der Zündeinrichtung durch eine Zündeinrichtung gemäß
Anspruch 1 oder gemäß Anspruch 3 gelöst. Die schnellere Zündung des Brennstoffs wird
aufgrund einer besonders geringen Masse und/oder einer erhöhten Zündtemperatur der
Zündeinrichtung erreicht.
[0005] Die erste erfindungsgemäße Zündeinrichtung zum Zünden von festem Brennstoff, insbesondere
zum Zünden von nachwachsenden Brennstoffen wie Pellets, Hackschnitzeln oder Scheiten
aus Holz, umfasst ein Schutzrohr und mindestens ein elektrisches Heizelement in dem
Schutzrohr, wobei das mindestens eine Heizelement ein keramisches Trägerrohr und mindestens
einen, auf eine Keramikfolie gedruckten, elektrischen Heizleiter aufweist, wobei die
Keramikfolie derart um das Trägerrohr gewickelt und mit diesem versintert ist, dass
der mindestens eine Heizleiter zwischen der Keramikfolie und dem Trägerrohr angeordnet
ist, wobei das Trägerrohr derart im Schutzrohr angeordnet ist, dass ein Luftstrom
durch das Trägerrohr hindurch leitbar ist.
[0006] Das mindestens eine Heizelement, das in der erfindungsgemäßen ersten Zündeinrichtung
enthalten ist, weist eine nur sehr geringe Masse auf, die beim Aufheizen des Heizelements
besonders schnell und energiesparend erhitzt werden kann. Es können dauerhaft hohe
Zündtemperaturen im Bereich von 1000°C bis 1200°C erreicht werden, so dass eine hohe
Strahlungsenergie von der ersten Zündeinrichtung abgestrahlt wird und den festen Brennstoff
erhitzt. Beim Hindurchleiten des Luftstroms durch das Trägerrohr des mindestens einen
Heizelements erhitzt sich die Luft stark und heizt den festen Brennstoff weiter auf,
sobald der erhitzte Luftstrom auf den festen Brennstoff trifft. Dies führt zu einer
besonders schnellen und energiesparenden Zündung des festen Brennstoffs, wobei die
Zeitspanne zur Zündung um etwa % kürzer ist als bei herkömmlichen Zündeinrichtungen.
Durch die Gestaltung der Zündeinrichtung wird ein gebündelter Wärmeeintrag auf die
durch die Zündeinrichtung strömende Luft erreicht, was zu einer derart großen Zündzeitverkürzung
führt. So kann eine Zündung insbesondere innerhalb von etwa 30 bis 60 Sekunden erfolgen.
Dadurch ist der Energieverbrauch zum Zünden des Brennstoffs und die Emission von Rauch,
Ruß und Schadgasen, die z. B. beim Zünden von Holz entstehen, deutlich reduziert.
Während Holz nur schwelt und nicht brennt, rußt und raucht es nämlich allgemein sehr
stark.
[0007] Die Verwendung eines Trägerrohres, insbesondere mit kreisringförmigem Querschnitt,
zum Aufbau des mindestens einen Heizelements der ersten Zündeinrichtung garantiert
eine hohe mechanische Stabilität und Festigkeit und gleichzeitig ein geringes Einbaugewicht
im Vergleich zu einem massiven Zündstab. Im Vergleich zu flachen Heizelementen ist
die Bruchgefahr durch die vorteilhafte rohrförmige Gestaltung des Heizelements deutlich
reduziert. Auch "heiße Zonen" in der Zündeinrichtung werden durch die hohe mechanische
Stabilität des Trägerrohrs geduldet, während z. B. flächige Heizelemente eine vollkommen
gleichmäßige Temperaturverteilung über die Heizelementfläche erfordern.
[0008] Die Aufgabe wird für die Zündeinrichtung weiterhin durch eine zweite Zündeinrichtung
zum Zünden von festem Brennstoff gelöst, insbesondere zum Zünden von nachwachsenden
Brennstoffen wie Pellets, Hackschnitzeln oder Scheiten aus Holz, umfassend ein Schutzrohr
und mindestens ein elektrisches Heizelement in dem Schutzrohr, wobei das mindestens
eine Heizelement ein keramisches Trägerelement und mindestens einen, auf eine Keramikfolie
gedruckten, elektrischen Heizleiter aufweist, wobei die Keramikfolie derart um das
Trägerelement gewickelt und mit diesem versintert ist, dass der mindestens eine Heizleiter
zwischen der Keramikfolie und dem Trägerelement angeordnet ist, wobei das Trägerelement
und die Keramikfolie des mindestens einen Heizelements jeweils aus mindestens 50%
Al
2O
3 gebildet sind, wobei das Trägerelement und die Keramikfolie weniger als 500 ppm an
Verunreinigungen umfassend Alkalien (z.B. Natrium, Kalium, Lithium), Erdalkalien (z.B.
Kalzium, Magnesium) und Glasphasen (z.B. SiO
2) aufweisen, und wobei das mindestens eine Heizelement derart im Schutzrohr angeordnet
ist, dass ein Luftstrom durch die Zündeinrichtung hindurch leitbar ist. Bevorzugt
weisen das Trägerelement und die Keramikfolie weniger als 100 ppm, insbesondere weniger
als 30 ppm an Verunreinigungen auf.
[0009] Das mindestens eine Heizelement, das in der erfindungsgemäßen zweiten Zündeinrichtung
enthalten ist, kann aufgrund der Auswahl von an Alkalien, Erdalkalien und Glasphasen
besonders gering verunreinigtem Material zur Bildung des Trägerelements und der Keramikfolie
dauerhaft bei sehr hohen Zündtemperaturen verwendet werden. Bei derart hohen Temperaturen
tritt bei den üblichen, weitaus höheren Gehalten an derartigen Verunreinigungen ansonsten
relativ schnell eine elektrochemische Korrosion im Übergangsbereich zwischen der heißen
Zone des Heizleiters und der kälteren Zone, in welchen sich die elektrischen Zuleitungen
befinden, auf, so dass ein wirtschaftlicher Langzeitbetrieb herkömmlicher Zündeinrichtungen
mit Heizelementen auf Basis von Al
2O
3 bei Temperaturen im Bereich von 900 bis 1200°C bisher nicht möglich war. So können
auch mit dieser zweiten Zündeinrichtung dauerhaft hohe Zündtemperaturen im Bereich
von 900°C bis 1200°C erreicht werden, Es wird eine hohe Strahlungsenergie von der
zweiten Zündeinrichtung abgestrahlt, die den festen Brennstoff schnell erhitzt. Beim
Hindurchleiten eines Luftstroms durch die zweite Zündeinrichtung erhitzt sich die
Luft stark und heizt den festen Brennstoff weiter auf, sobald der erhitzte Luftstrom
auf den festen Brennstoff trifft. Dies führt auch hier zu einer besonders schnellen
und energiesparenden Zündung des festen Brennstoffs, wobei die Zeitspanne zur Zündung
auch hier um etwa % kürzer ist als bei herkömmlichen Zündeinrichtungen. So kann eine
Zündung insbesondere innerhalb von etwa 30 bis 60 Sekunden erfolgen. Der Energieverbrauch
zum Zünden des Brennstoffs und die Emission von Rauch, Ruß und Schadgasen, die z.
B. beim Zünden von Holz entstehen, ist auch hier deutlich reduziert.
[0010] Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Zündeinrichtungen ist der im Vergleich
zu herkömmlichen Zündeinrichtungen geringere Preis aufgrund der besonders einfach
möglichen Herstellung und der kompakten Einbauform. So ist das Heizelement einer Zündeinrichtung
herstellbar, indem ein Heizleiter in Dickschichttechnik auf die Keramikfolie gedruckt
wird, die Keramikfolie um das Trägerrohr oder Trägerelement gewickelt wird und anschließend
das Heizelement durch einfaches druckloses Sintern an Luft gebildet wird. Durch die
Keramikfolie ist das Heizelement nach außen elektrisch isoliert und außerdem korrosions-
und oxidationsbeständig. Es weist sehr gute mechanische Festigkeits- und Härtewerte
auf. Aufgrund der sehr flexiblen Dickschichttechnik können die Leistungsbereiche des
Heizelements in weiten Bereichen individuell eingestellt werden. Außerdem ist diese
Technik miniaturisierbar. Das mindestens eine Heizelement wird in das Schutzrohr geschoben
und dort mechanisch fixiert. Die elektrische Kontaktierung des mindestens einen Heizelements
wird vorzugsweise mit keramischer Gussmasse bedeckt, dadurch elektrisch isoliert und
vor schädlichen Umwelteinflüssen wie Staunässe oder hoher Luftfeuchte geschützt, die
beispielsweise beim Durchleiten von normaler Umgebungsluft durch eine Zündeinrichtung
auftreten können. Somit wird ein Kurzschluss zwischen den elektrischen Kontakten des
mindestens einen Heizelements zuverlässig vermieden. Als keramische Gussmassen eignen
sich temperaturwechselbeständige Hochtemperaturkleber, die gegebenenfalls unterschiedliche
thermische Ausdehnungskoefl'izienten von Heizelement(en) und Schutzrohr ausgleichen
können.
[0011] Eine Verwendung der erfindungsgemäßen Zündeinrichtungen zum Zünden von festem, schwer
entflammbarem Brennstoff, insbesondere zum Zünden von nachwachsenden Brennstoffen
wie Pellets, Hackschnitzeln oder Scheiten aus Holz sowie von Mais, Getreide und dergleichen,
ist ideal, da eine Zündung besonders schnell, schadstoffarm und energiesparend erfolgen
kann.
[0012] Die Aufgabe wird hinsichtlich des Verfahrens durch das Verfahren nach Anspruch 14
gelöst. Das erfindungsgemäße Verfahren zum Zünden von festem Brennstoff, insbesondere
zum Zünden von nachwachsenden Brennstoffen wie Pellets, Hackschnitzeln oder Scheiten
aus Holz, ist durch folgende Schritte gekennzeichnet:
- Anordnen einer erfindungsgemäßen Zündeinrichtung an einer Brennkammer, in welcher
sich fester Brennstoff befindet, derart dass ein erstes Ende des Schutzrohrs enthaltend
das mindestens eine Heizelement und den mindestens einen Heizleiter an die Brennkammer
angrenzt oder in diese hineinragt;
- Erhitzen des mindestens einen elektrischen Heizelements auf eine Temperatur von mindestens
900°C, wobei ein Luftstrom durch die Zündeinrichtung hindurch geleitet und erwärmt
wird; und
- Erhitzen und Zünden des festen Brennstoffs durch Beaufschlagung des Brennstoffs mit
dem erwärmten Luftstrom und einer vom mindestens einen Heizelement abgegebenen Strahlungsenergie,
insbesondere innerhalb einer Zeitspanne von einer Minute. Insbesondere sind Zündzeiten
von nur etwa 30 Sekunden ohne weiteres möglich.
[0013] Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht es, schwer entflammbare feste Brennstoffe,
wie nachwachsende Brennstoffe in Form von Pellets, Hackschnitzeln oder Scheiten aus
Holz sowie Biomasse in Form von Mais, Getreide und dergleichen besonders schnell,
schadstoffarm und energiesparend zu entzünden.
[0014] Zum Zünden leicht entflammbarer Brennstoffe, wie z. B. von Brenngasgemischen und
gasförmigen oder flüssigen Brennstoffen sind Heizelemente der Materialkombination
Al
2O
3/W bzw. Al
2O
3/Pt bereits bekannt und werden bis zu einer Temperatur von 800 °C an Luft dauerhaft
eingesetzt.
[0015] Um derartige Heizelemente für die erfindungsgemäße erste Zündeinrichtung und somit
in einem Temperaturbereich von mindestens 900°C in Luft dauerhaft nutzen zu können,
ist es erforderlich, dass das Trägerrohr und insbesondere auch die Keramikfolie des
mindestens einen Heizelements zu mindestens 50 % aus Al
2O
3 gebildet sind, wobei das Trägerrohr und insbesondere auch die Keramikfolie im Hinblick
auf eine optimale Haltbarkeit des Heizelements weniger als 500 ppm an Verunreinigungen
umfassend Alkalien (z.B. Natrium, Kalium, Lithium), Erdalkalien (z.B. Kalzium, Magnesium)
und Glasphasen (z.B.
[0016] SiO
2) aufweisen. Bevorzugt weisen das Trägerrohr und die Keramikfolie weniger als 100
ppm, insbesondere weniger als 30 ppm an Verunreinigungen auf.
[0017] Es hat sich insbesondere als vorteilhaft erwiesen, wenn das Trägerrohr oder das Trägerelement
und die Keramikfolie des mindestens einen Heizelements jeweils vollständig aus Al
2O
3 gebildet sind, wobei das Al
2O
3 weniger als 500 ppm an Verunreinigungen umfassend Alkalien (z.B. Natrium, Kalium,
Lithium), Erdalkalien (z.B. Kalzium, Magnesium) und Glasphasen (z.B. SiO
2) aufweist. Zur Stabilisierung des Al
2O
3 - Korngefüges, insbesondere zur Vermeidung von Riesenkomwachstum, ist ein MgO-Gehalt
bis zu 300 ppm tolerierbar.
[0018] Das in Kombination dazu eingesetzte Heizleitermaterial ist bevorzugt glasphasenfrei
und weist ebenso geringe Mengen an Alkalien oder Erdalkalien auf. Es wird erreicht,
dass die Zündeinrichtung dauerhaft und zuverlässig bei Temperaturen oberhalb 900°C
betrieben werden kann, ohne dass es zu einer elektrochemischen Korrosion im Bereich
der Kontaktierung des Heizleiters kommt. Somit ist ein Betrieb eines Heizelements
mit einem Trägerrohr bzw. Trägerelement und einer Keramikfolie aus Al
2O
3 bei 1000°C unter Gleichspannung oder bis zu 1200°C unter Wechselspannung dauerhaft
möglich.
[0019] Es hat sich bewährt, wenn das Trägerelement der zweiten Zündeinrichtung als ein Trägerstab,
insbesondere mit kreisförmigem Querschnitt, ausgebildet und das mindestens eine Heizelement
derart im Schutzrohr angeordnet ist, dass es von Luft umströmbar ist.
[0020] Es hat sich weiterhin bewährt, wenn das Trägerelement der zweiten Zündeinrichtung
als ein Trägerrohr, insbesondere mit kreisringförmigem Querschnitt, ausgebildet ist
und derart im Schutzrohr angeordnet ist, dass ein Luftstrom durch das Trägerrohr hindurch
leitbar ist
[0021] Es hat sich bewährt, wenn das Trägerrohr eines Heizelements der ersten oder zweiten
Zündeinrichtung einen Innendurchmesser im Bereich von 5 bis 35 mm aufweist. Der durch
das Trägerrohr hindurch leitbare Luftstrom ist dadurch ausreichend groß und wird zudem
schnell und zuverlässig auf hohe Temperaturen erhitzt.
[0022] Dabei hat es sich bewährt, wenn ein Luftstrom im Bereich von 5 bis 100000 cm
3/min durch eine erfindungsgemäße Zündeinrichtung hindurch geleitet wird. Die optimale
Menge an hindurch zu leitender Luft kann im Hinblick auf die jeweiligen örtlichen
Gegebenheiten in einfacher Weise experimentell ermittelt werden.
[0023] Im Trägerrohr eines Heizelements und/oder zwischen dem Schutzrohr und dem mindestens
einem Heizelement können weiterhin Leitbleche oder andere, die Luftströmung in eine
bestimmte Richtung lenkende Einbauten angeordnet sein, welche die Verweilzeit des
Luftstroms in der Zündeinrichtung verlängern. So kann beispielsweise mittels eines
Leitblechs der Luftstrom spiralförmig durch ein Trägerrohr geführt und somit noch
stärker erhitzt werden.
[0024] Es ist bevorzugt, wenn mindestens zwei Heizelemente im Schutzrohr angeordnet sind,
so dass die Heizleistung erhöht ist und die erforderliche Zündtemperatur noch schneller
erreicht werden kann. Auf diese Weise lassen sich auch besonders schwer entflammbare
Brennstoffe, wie z. B. Hackschnitzel mit hoher Feuchte, ausschließlich durch den heißen
Luftstrom entzünden.
[0025] Insbesondere ist es bevorzugt, im Schutzrohr drei oder mehr Heizelemente anzuordnen.
Dabei werden im Hinblick auf eine einfache und unkomplizierte Ansteuerung der Zündeinrichtung
vorzugsweise gleiche Heizelemente im Schutzrohr eingesetzt. Allerdings ist es auch
möglich, unterschiedliche Heizelemente, beispielsweise im Hinblick auf das Heizfeitermaterial,
einzusetzen. So können bei Verwendung unterschiedlicher Heizleitermaterialien die
unterschiedlichen Temperaturkoeffizienten der Materialien ausgenutzt werden, um ein
bestimmtes Temperatur-Zeit-Profil beim Erhitzen der Zündeinrichtung einzustellen,
[0026] Es hat sich bewährt, wenn das Schutzrohr und/oder das Trägerrohr des mindestens einen
Heizelements oder die Trägerrohre der mindestens zwei Heizelemente mit einem Gebläse
verbunden ist/sind. Ein derartiges Gebläse erzeugt den gewünschten Luftstrom durch
die Zündeinrichtung hindurch in Richtung Brennkammer. Allerdings kann der Luftstrom
beispielsweise auch dadurch erzeugt werden, dass Luft aus der Brennkammer abgesaugt
wird und gleichzeitig ein freier Zutritt von Luft durch das Schutzrohr und/oder die
Trägerrohre hindurch in die Brennkammer ermöglicht wird.
[0027] Weiterhin hat es sich bewährt, wenn mehrere Heizelemente, jeweils mit einem Trägerrohr,
strömungstechnisch in Reihe nacheinander geschaltet sind, so dass der Luftstrom das
Trägerrohr eines ersten Heizelements durchströmt und anschließend noch mindestens
ein weiteres Trägerrohr eines zweiten Heizelements durchströmt, bevor der erwärmte
Luftstrom aus der Zündeinrichtung austritt. Ein Trägerstab eines Heizelements kann
mit einem System an U-förmigen Kanälen versehen sein, die zumindest einen Teil des
Luftstroms einströmen und am gleichen Ende des Trägerstabes wieder ausströmen lassen,
um anschließend zwischen dem Schutzrohr und dem mindestens einen Heizelement in Richtung
Brennkammer zu strömen,
[0028] Wird ein Heizelement mit einem durchströmbaren Trägerrohr verwendet, so hat es sich
bewährt, wenn dieses derart im Schutzrohr angeordnet ist, dass es weiterhin von Luft
weitgehend umströmbar ist. Bei einer derartigen Anordnung strömt somit ein Luftstrom
durch das jeweilige Trägerrohr und weiterhin ein Luftstrom im Zwischenraum zwischen
Schutzrohr und dem mindestens einen Heizelement. Die abstrahlende Oberfläche ist somit
vergrößert. Beide Luftströme erhitzen sich am mindestens einen Heizelement und treffen
auf den zu entflammenden Brennstoff.
[0029] Es ist aber genauso möglich, dass der Zwischenraum zwischen dem mindestens einen,
ein durchströmbares Trägerrohr aufweisenden Heizelement und dem Schutzrohr mit einem
wärmeisolierenden Material ausgefüllt ist. Der Wärmeeintrag ins Innere des jeweiligen
Trägerrohrs und damit auf die hindurch strömende Luft wird dadurch nochmals erhöht.
Es resultiert eine Erhöhung der Temperatur im Trägerrohr um bis zu 300°C im Vergleich
zu einer Ausführung ohne wärmeisolierendes Material. Als wärmeisolierendes Material
haben sich insbesondere Fasermatten, poröse Leichtbausteine oder Keramik, Vakuumformteile
und dergleichen bewährt.
[0030] Vorzugsweise ist der mindestens eine Heizleiter des mindestens einen Heizelements
aus einem Refraktärmetall, wie Wolfram, Platin, Molybdän oder Molybdändisilizid, aus
einem elektrisch leitfähigen Keramik-Metall-Komposit oder aus einem elektrisch leitfähigen
Keramikmaterial gebildet. Durch den positiven Temperaturkoeffizienten des Widerstands
von beispielsweise Wolfram oder Platin ist ein damit gebildetes Heizelement quasi
selbstbegrenzend. Keramik-Metall-Komposite bzw. Mischungen aus Keramik- und Metallpulvem,
wie beispielsweise Mischungen von 60 Vol,-% Al
2O
3 -Pulver mit 40 Vol.-% Wolfram-, Molybdän- oder Platinpulver, haben sich zur Bildung
eines Heizleiters bewährt. Im Hinblick auf die Lebensdauer der Zündeinrichtung ist
insbesondere ein glasphasenfreies Heizleitermaterial mit besonders geringem Gehalt
(insbesondere < 100 ppm) an Alkalien und Erdalkalien bevorzugt.
[0031] Der Heizleiter bzw. seine heiße Zone erstreckt sich vorzugsweise über mehr als die
Hälfte der Länge des jeweiligen Heizelements.
[0032] Es hat sich bewährt, wenn das Schutzrohr aus einem Metall oder einer Metall-Legierung,
insbesondere mit einer Einsatztemperatur im Bereich von 900 bis 1200°C gebildet ist.
Insbesondere eignen sich nicht-rostende Cr-Stähle, Warmarbeitsstähle oder hitzebeständige
Stähle als Material für das Schutzrohr. Zwar ist auch die Verwendung eines keramischen
Schutzrohrs möglich, jedoch weisen keramische Schutzrohre eine höhere Bruchanfälligkeit
und zudem üblicherweise eine höhere Masse auf, die sich gegebenenfalls negativ auf
die erreichbare Zündgeschwindigkeit auswirkt.
[0033] Zum Erreichen einer schnellen Zündung des Brennstoffs hat sich bewährt, wenn das
mindestens eine elektrische Heizelement auf eine Temperatur im Bereich von 1000 bis
1200°C erhitzt wird. Kurzzeitig können Temperaturen an der Zündeinrichtung bis zu
1400°C erreicht werden. Dabei ist insbesondere ein Wechselstrom betrieb des mindestens
einen Heizelements bevorzugt, um eine hohe Lebensdauer des Heizelements zu gewährleisten.
[0034] Es hat sich bewährt, wenn das erste Ende des Schutzrohrs, enthaltend das mindestens
eine Heizelement und den mindestens einen Heizleiter, möglichst nahe am zu zündenden
Brennstoff angeordnet wird. Insbesondere hat es sich bewährt, wenn der Abstand zwischen
Brennstoff und Zündeinrichtung ≤ 1 cm gewählt wird oder die Zündeinrichtung sogar
in den festen Brennstoff eintauchend angeordnet wird. In diesem Fall zündet der Brennstoff
noch schneller, als wenn ein Abstand zwischen Brennstoff und Zündeinrichtung vorhanden
ist.
[0035] Das erste Ende des Schutzrohrs, enthaltend das mindestens eine Heizelement und den
mindestens einen Heizleiter, kann nach dem Zünden des festen Brennstoffs automatisch
aus oder von der Brennkammer entfernt werden. Das Zündelement kann aber nach Zünden
des Brennstoffs auch in oder an der Brennkammer verbleiben. Auf die Lebensdauer der
Zündeinrichtung hat ein Verbleiben in oder an der Brennkammer, wobei Verbrennungsgase
in das Schutzrohr eintreten können, keinen wesentlichen negativen Einfluss.
[0036] Die Figuren 1a bis 5 zeigen beispielhaft eine erfindungsgemäße Zündeinrichtung und
deren Verwendung. So zeigt
- Figur 1a
- eine Zündeinrichtung im Längsschnitt;
- Figur 1 b
- die Zündeinrichtung aus Figur 1 a im Querschnitt A - A';
- Figur 2
- im Schnittbild eine in eine Brennkammer eingebaute Zündeinrichtung;
- Figur 3
- im Schnittbild eine weitere in eine Brennkammer eingebaute Zündeinrichtung;
- Figur 4
- eine Zündeinrichtung mit drei Heizelementen im Querschnitt; und
- Figur 5
- eine weitere Zündeinrichtung mit drei Heizelementen im Querschnitt.
[0037] Figur 1a zeigt eine Zündeinrichtung 1 im Längsschnitt. Die Zündeinrichtung 1 weist
ein Schutzrohr 2 aus nicht-rostendem Cr-Stahl und im Schutzrohr 2 ein rohrförmiges
Heizelement 3 auf. Das Heizelement 3 weist ein Trägerrohr 3a aus Al
2O
3 mit einem Gehalt an Verunreinigungen bzw. Alkalien, Erdalkalien und Glasphase von
insgesamt < 100 ppm auf. Zwischen dem Trägerrohr 3a und einer Keramikfolie 3b aus
dem gleichen Material ist an einem Ende des Trägerrohrs 3a ein gedruckter Heizleiter
4 aus Platin mäanderförmig eingebettet, der am anderen Ende des Trägerrohrs 3a elektrisch
kontaktiert werden kann. Im Längsschnitt ist die Lage des Heizleiters 4 zwischen dem
Trägerrohr 3a und der Keramikfolie 3b gestrichelt angedeutet und durch einen Ausbruch
im Trägerrohr 3a hindurch unmittelbar vor der Keramikfolie 4 erkennbar. Der Heizleiter
4 erstreckt sich dabei vorzugsweise über mehr als die Hälfte der Länge des Heizelements
3. Das Heizelement 3 ist konzentrisch im Schutzrohr 2 angeordnet und mittels eines
Distanzrings 5 im Schutzrohr 2 fixiert. Der Distanzring 5 kann hier das Heizelement
3 vollständig umgeben oder aber nur bereichsweise vorhanden sein, so dass nicht nur
ein Luftstrom (siehe Pfeil) im Trägerrohr 3a, sondern auch im Zwischenraum 6 zwischen
dem Heizelement 3 und dem Schutzrohr 2 erzeugt werden kann.
[0038] Figur 1b zeigt die Zündeinrichtung aus Figur 1 a im Querschnitt A - A', Es ist zu
erkennen, dass der Heizleiter 4 mäanderförmig um das Trägerrohr 3a herum angeordnet
und von der Keramikfolie 3b geschützt ist.
[0039] Figur 2 zeigt im Schnittbild eine in eine Wandung einer Brennkammer 7 eingebaute
Zündeinrichtung 1, welche oberhalb des Brennstoffs 8, der in Form von Holzpellets
vorliegt, in die Brennkammer 7 ragt. Es ist hier genauso möglich, dass die Zündeinrichtung
1 nicht in die Brennkammer 7 hineinragt, sondern mit der Wandung der Brennkammer 7
abschließt. Der Abstand zwischen Brennstoff 8 und Zündeinrichtung 1 wird jedoch bevorzugt
kleiner 1cm gewählt. Zum Zünden des Brennstoffs 8 wird das Heizelement 3 auf eine
Temperatur von ≥ 900°C erhitzt und ein Luftstrom (siehe Pfeile) durch das Trägerrohr
3a hindurch erzeugt. Gegebenenfalls wird ein weiterer Luftstrom zwischen dem Schutzrohr
2 und dem Heizelement 3 in Richtung der Brennkammer 7 erzeugt. Der bzw. die erhitzten
Luftströme treffen auf den Brennstoff 8 auf und erwärmen diesen. Weiterhin strahlt
die Zündeinrichtung 1 Wärme ab, die den Brennstoff 8 weiter erwärmt. Bei ausreichendem
Wärmeeintrag in den Brennstoff 8 erfolgt dessen Zündung. Die Zündeinrichtung 1 kann
während des Abbrands des Brennstoffs 8 aus der Brennkammer 7 herausgezogen sein oder
aber in ihrer Position verbleiben.
[0040] Figur 3 zeigt im Schnittbild eine weitere, in eine Wandung einer Brennkammer 7 eingebaute
Zündeinrichtung 1. Die Zündeinrichtung 1 ist so angeordnet, dass diese in den Brennstoff
8 in Form von Hackschnitzeln aus Holz unmittelbar eintaucht. Die Zündung des Brennstoffs
8 erfolgt hier schneller als bei der Anordnung der Zündeinrichtung 1 gemäß Figur 2,
da kein Abstand zwischen der Zündeinrichtung 1 und dem Brennstoff 8 überwunden werden
muss.
[0041] Figur 4 zeigt schematisch eine weitere Zündeinrichtung mit drei rohrförmigen Heizelementen
3 im Querschnitt, durch welche hindurch strömende Luft besonders schnell und stark
erhitzt werden kann. Die drei Heizelemente 3 sind parallel zueinander und zum Schutzrohr
2 in diesem angeordnet. In jedem Trägerrohr der drei Heizelemente 3 wird jeweils ein
Luftstrom erzeugt. Die Zwischenräume 6 zwischen dem Schutzrohr 2 und den Heizelementen
3 werden von einem weiteren Luftstrom durchströmt.
[0042] Figur 5 zeigt schematisch eine weitere Zündeinrichtung mit drei rohrförmigen Heizelementen
3 im Querschnitt, durch welche hindurch strömende Luft besonders schnell und stark
erhitzt werden kann. Die drei Heizelemente 3 sind parallel zueinander und zum Schutzrohr
2 in diesem angeordnet. In jedem Trägerrohr der drei Heizelemente 3 wird jeweils ein
Luftstrom erzeugt. Die Zwischenräume zwischen dem Schutzrohr 2 und den Heizelementen
3 sind mit wärmeisolierendem Material 9, beispielsweise aus Fasermatten, ausgefüllt,
so dass die durch die Trägerrohre strömende Luft besonders stark erhitzt wird.
[0043] Die in den Figuren dargestellten Zündeinrichtungen und deren Einbausituation sind
nur beispielhaft aus einer Fülle von weiteren Ausführungsmöglichkeiten gewählt. Der
Fachmann ist in Kenntnis der erfindungsgemäßen Zündeinrichtung ohne weiteres in der
Lage, eine Anpassung der Zündvorrichtung an die örtlichen Einsatzgegebenheiten und
den Einsatzzweck vorzunehmen, ohne dabei erfinderisch tätig zu werden.
1. Zündeinrichtung (1) zum Zünden von festem Brennstoff (8), insbesondere zum Zünden
von Pellets, Hackschnitzeln oder Scheiten aus Holz, umfassend ein Schutzrohr (2) und
mindestens ein elektrisches Heizelement (3) in dem Schutzrohr (2),
dadurch gekennzeichnet,
dass das mindestens eine Heizelement (3) ein keramisches Trägerrohr (3a) und mindestens
einen, auf eine Keramikfolie (3b) gedruckten, elektrischen Heizleiter (4) aufweist,
wobei die Keramikfolie (3b) derart um das Trägerrohr (3a) gewickelt und mit diesem
versintert ist, dass der mindestens eine Heizleiter (4) zwischen der Keramikfolie
(3b) und dem Trägerrohr (3a) angeordnet ist, wobei das Trägerrohr (3a) derart im Schutzrohr
(2) angeordnet ist, dass ein Luftstrom durch das Trägerrohr (3a) hindurch leitbar
ist.
2. Zündeinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Trägerrohr (3a) und die Keramikfolie (3b) des mindestens einen Heizelements (3)
jeweils aus mindestens 50% Al2O3 gebildet sind, wobei das Trägerrohr (3a) und die Keramikfolie (3b) weniger als 500
ppm an Verunreinigungen umfassend Alkalien, Erdalkalien und Glasphasen aufweisen.
3. Zündeinrichtung (1) zum Zünden von festem Brennstoff (8), insbesondere zum Zünden
von Pellets, Hackschnitzeln oder Scheiten aus Holz, umfassend ein Schutzrohr (2) und
mindestens ein elektrisches Heizelement (3) in dem Schutzrohr (2),
dadurch gekennzeichnet,
dass das mindestens eine Heizelement (3) ein keramisches Trägerelement und mindestens
einen, auf eine Keramikfolie (3b) gedruckten, elektrischen Heizleiter (4) aufweist,
wobei die Keramikfolie (3b) derart um das Trägerelement gewickelt und mit diesem versintert
ist, dass der mindestens eine Heizleiter (4) zwischen der Keramikfolie (3b) und dem
Trägerelement angeordnet ist, wobei das Trägerelement und die Keramikfolie (3b) des
mindestens einen Heizelements (3) jeweils aus mindestens 50% Al2O3 gebildet sind, wobei das Trägerelement und die Keramikfolie (3b) weniger als 500
ppm an Verunreinigungen umfassend Alkalien, Erdalkalien und Glasphasen aufweisen,
und wobei das mindestens eine Heizelement (3) derart im Schutzrohr (2) angeordnet
ist, dass ein Luftstrom durch die Zündeinrichtung (1) hindurch leitbar ist.
4. Zündeinrichtung nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Al2O3 weniger als 100 ppm, insbesondere weniger als 30 ppm an Verunreinigungen aufweist.
5. Zündeinrichtung nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Trägerelement als ein Trägerstab ausgebildet und dass das mindestens eine Heizelement
(3) derart im Schutzrohr angeordnet ist, dass es von Luft umströmbar ist.
6. Zündeinrichtung nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Trägerelement als ein Trägerrohr (3a) ausgebildet ist und derart im Schutzrohr
(2) angeordnet ist, dass ein Luftstrom durch das Trägerrohr (3a) hindurch leitbar
ist.
7. Zündeinrichtung nach einem der Ansprüche 1, 2 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Trägerrohr (3a) einen Innendurchmesser im Bereich von 3 bis 35 mm aufweist.
8. Zündeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens zwei Heizelemente (3) im Schutzrohr (2) angeordnet sind.
9. Zündeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Schutzrohr (2) und/oder das Trägerrohr (3a) des mindestens einen Heizelements
(3) oder die Trägerrohre (3a) der mindestens zwei Heizelemente (3), mit einem Gebläse
verbunden ist/sind.
10. Zündeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4 oder 5 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass das mindestens eine Heizelement (3) derart im Schutzrohr (2) angeordnet ist, dass
es weiterhin von Luft umströmbar ist.
11. Zündeinrichtung nach einem der Ansprüche 1, 2, 6 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Zwischenraum (6) zwischen dem mindestens einen Heizelement (3) und dem Schutzrohr
(2) mit einem wärmeisolierenden Material (9) ausgefüllt ist.
12. Zündeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass der mindestens eine Heizleiter (4) aus einem Refraktärmetall, insbesondere aus Wolfram,
Platin, Molybdän oder Molybdändisilizid, aus einem elektrisch leitfähigen Keramik-Metall-Komposit
oder aus einem elektrisch leitfähigen Keramikmaterial gebildet ist.
13. Zündeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Schutzrohr (2) aus einem Metall oder einer Metall-Legierung gebildet ist.
14. Verfahren zum Zünden von festem Brennstoff (8), insbesondere zum Zünden von Pellets,
Hackschnitzeln oder Scheiten aus Holz,
gekennzeichnet durch folgende Schritte:
- Anordnen einer Zündeinrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 13 an einer Brennkammer
(7), in welcher sich fester Brennstoff (8) befindet, derart dass ein erstes Ende des
Schutzrohrs (2) enthaltend das mindestens eine Heizelement (3) und den mindestens
einen Heizleiter (3) an die Brennkammer (7) angrenzt oder in diese hineinragt;
- Erhitzen des mindestens einen elektrischen Heizelements (3) auf eine Temperatur
von mindestens 900°C, wobei ein Luftstrom durch die Zündeinrichtung (1) hindurchgeleitet und erwärmt wird; und
- Erhitzen und Zünden des festen Brennstoffs (8) durch Beaufschlagung des Brennstoffs (8) mit dem erwärmten Luftstrom und einer vom mindestens
einen Heizelement (3) abgegebenen Strahlungsenergie, insbesondere innerhalb einer
Zeitspanne von einer Minute.
15. Verfahren nach Anspruch 94,
dadurch gekennzeichnet,
dass das mindestens eine elektrische Heizelement (3) auf eine Temperatur im Bereich von
900 bis 1200°C erhitzt wird.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 oder 15,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Luftstrom im Bereich von 5 bis 100000 cm3/min durch die Zündeinrichtung (1) hindurch in die Brennkammer (7) geleitet wird.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 16,
dadurch gekennzeichnet,
dass das erste Ende des Schutzrohrs (2), enthaltend das mindestens eine Heizelement (3)
und den mindestens einen Heizleiter (4), in den festen Brennstoff (8) eintauchend
angeordnet wird.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 17,
dadurch gekennzeichnet,
dass das erste Ende des Schutzrohrs (2), enthaltend das mindestens eine Heizelement (3)
und den mindestens einen Heizleiter (4), nach dem Zünden des festen Brennstoffs (8)
automatisch von oder aus der Brennkammer (7) entfernt wird.
19. Verwendung einer Zündeinrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 13 zum Zünden
von festem Brennstoff (8), insbesondere zum Zünden von nachwachsenden Brennstoffen,
wie Pellets, Hackschnitzeln oder Scheiten aus Holz sowie von Mais, Getreide und dergleichen.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Zündeinrichtung (1) zum Zünden von festem Brennstoff (8), insbesondere zum Zünden
von Pellets, Hackschnitzeln oder Scheiten aus Holz, umfassend ein Schutzrohr (2) und
mindestens ein elektrisches Heizelement (3) in dem Schutzrohr (2),
dadurch gekennzeichnet,
dass das mindestens eine Heizelement (3) ein keramisches Trägerrohr (3a) und mindestens
einen, auf eine Keramikfolie (3b) gedruckten, elektrischen Heizleiter (4) aufweist,
wobei die Keramikfolie (3b) derart um das Trägerrohr (3a) gewickelt und mit diesem
versintert ist, dass der mindestens eine Heizleiter (4) zwischen der Keramikfolie
(3b) und dem Trägerrohr (3a) angeordnet ist, wobei das Trägerrohr (3a) derart im Schutzrohr
(2) angeordnet ist, dass ein Luftstrom durch das Trägerrohr (3a) hindurch leitbar
ist.
2. Zündeinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Trägerrohr (3a) und die Keramikfolie (3b) des mindestens einen Heizelements (3)
jeweils aus mindestens 50% Al2O3 gebildet sind, wobei das Trägerrohr (3a) und die Keramikfolie (3b) weniger als 500
ppm an Verunreinigungen umfassend Alkalien, Erdalkalien und Glasphasen aufweisen.
3. Zündeinrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Al2O3 weniger als 100 ppm, insbesondere weniger als 30 ppm an Verunreinigungen aufweist.
4. Zündeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Trägerrohr (3a) einen Innendurchmesser im Bereich von 3 bis 35 mm aufweist.
5. Zündeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens zwei Heizelemente (3) im Schutzrohr (2) angeordnet sind.
6. Zündeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Schutzrohr (2) und/oder das Trägerrohr (3a) des mindestens einen Heizelements
(3) oder die Trägerrohre (3a) der mindestens zwei Heizelemente (3), mit einem Gebläse
verbunden ist/sind.
7. Zündeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass das mindestens eine Heizelement (3) derart im Schutzrohr (2) angeordnet ist, dass
es weiterhin von Luft umströmbar ist.
8. Zündeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen dem Schutzrohr (2) und dem mindestens einen Heizelement (3) Leitbleche oder
andere, den Luftstrom in eine bestimmte Richtung lenkende Einbauten angeordnet sind.
9. Zündeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Zwischenraum (6) zwischen dem mindestens einen Heizelement (3) und
dem Schutzrohr (2) mit einem wärmeisolierenden Material (9) ausgefüllt ist.
10. Zündeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass im Trägerrohr (3a) des mindestens einen Heizelements (3) Leitbleche oder andere,
den Luftstrom in eine bestimmte Richtung lenkende Einbauten angeordnet sind.
11. Zündeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass der mindestens eine Heizleiter (4) aus einem Refraktärmetall, insbesondere aus Wolfram,
Platin, Molybdän oder Molybdändisilizid, aus einem elektrisch leitfähigen Keramik-Metall-Komposit
oder aus einem elektrisch leitfähigen Keramikmaterial gebildet ist.
12. Zündeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Schutzrohr (2) aus einem Metall oder einer Metall-Legierung gebildet ist.
13. Verfahren zum Zünden von festem Brennstoff (8), insbesondere zum Zünden von Pellets,
Hackschnitzeln oder Scheiten aus Holz,
gekennzeichnet durch folgende Schritte:
- Anordnen einer Zündeinrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 12 an einer Brennkammer
(7), in welcher sich fester Brennstoff (8) befindet, derart dass ein erstes Ende des
Schutzrohrs (2) enthaltend das mindestens eine Heizelement (3) und den mindestens
einen Heizleiter (3) an die Brennkammer (7) angrenzt oder in diese hineinragt;
- Erhitzen des mindestens einen elektrischen Heizelements (3) auf eine Temperatur
von mindestens 900°C, wobei ein Luftstrom durch die Zündeinrichtung (1) hindurchgeleitet und erwärmt wird; und
- Erhitzen und Zünden des festen Brennstoffs (8) durch Beaufschlagung des Brennstoffs (8) mit dem erwärmten Luftstrom und einer vom mindestens
einen Heizelement (3) abgegebenen Strahlungsenergie, insbesondere innerhalb einer
Zeitspanne von einer Minute.
14. Verfahren nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass das mindestens eine elektrische Heizelement (3) auf eine Temperatur im Bereich von
900 bis 1200°C erhitzt wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 oder 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Luftstrom im Bereich von 8,3 * 10-8 bis 1,67 * 10-3 m3/s (5 bis 100000 cm3/min) durch die Zündeinrichtung (1) hindurch in die Brennkammer (7) geleitet wird.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 15,
dadurch gekennzeichnet,
dass das erste Ende des Schutzrohrs (2), enthaltend das mindestens eine Heizelement (3)
und den mindestens einen Heizleiter (4), in den festen Brennstoff (8) eintauchend
angeordnet wird.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 16,
dadurch gekennzeichnet,
dass das erste Ende des Schutzrohrs (2), enthaltend das mindestens eine Heizelement (3)
und den mindestens einen Heizleiter (4), nach dem Zünden des festen Brennstoffs (8)
automatisch von oder aus der Brennkammer (7) entfernt wird.