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EP 1 974 124 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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23.06.2010 Patentblatt 2010/25 |
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Anmeldetag: 14.12.2006 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/AT2006/000516 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2007/082319 (26.07.2007 Gazette 2007/30) |
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| (54) |
FLUIDRÜCKGEWINNUNG
FLUID RECOVERY
RÉCUPERATION DE FLUIDE
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC NL PL PT RO SE
SI SK TR |
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Benannte Erstreckungsstaaten: |
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HR RS |
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Priorität: |
19.01.2006 AT 872006
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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01.10.2008 Patentblatt 2008/40 |
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Patentinhaber: Atlas Copco Mai GmbH |
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9710 Feistritz/Drau (AT) |
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Erfinder: |
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- BUREAU, Mario
Candiac, Québec J5R 5R1 (CA)
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| (74) |
Vertreter: Hehenberger, Reinhard et al |
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BEER & PARTNER PATENTANWÄLTE KG
Lindengasse 8 1070 Wien 1070 Wien (AT) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A1- 0 016 742 DE-A1- 2 749 068
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WO-A-2005/047650 US-A- 3 837 258
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Aufweiten und/oder Entleeren von Teilen
von Ankern, insbesondere von Gebirgsankern der Gattung Reibrohranker oder aufweitbarer
Reibrohranker, mit den Merkmalen des Oberbegriffes von Anspruch 1.
[0002] Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Entleeren von Teilen von Ankern,
insbesondere von Gebirgsankern der Gattung Reibrohranker oder aufweitbarer Reibrohranker,
mit den Merkmalen des Oberbegriffes von Anspruch 8.
[0003] Darüber hinaus betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Setzen von Ankern, insbesondere
von Gebirgsankern der Gattung Reibrohranker oder aufweitbarer Reibrohranker, mit den
Merkmalen des Oberbegriffes von Anspruch 16.
[0004] Es ist bekannt Anker mit aufweitbaren Teilen zum Festigen bzw. Sichern von Gestein
und Boden, beispielsweise beim Tunnelbau oder zur Hangsicherung, in ein Bohrloch einzusetzen.
Solche Anker, insbesondere Reibrohranker bzw. aufweitbare Reibrohranker, sind unter
der Bezeichnung "Swellex" (Hersteller Atlas Copco MAI GmbH) bekannt. Als aufweitbare
Teile weisen diese Anker insbesondere aufweitbare Ankerbolzen auf, deren Außenfläche
im aufgeweiteten Zustand an die Bohrlochwand anliegt und den Anker so im Bohrloch
festlegt. Das Aufweiten der Bolzen kann mit Wasser erfolgen, das mittels einer Pumpe
über einen abnehmbaren Adapter mit Druck in den Ankerbolzen eingebracht wird.
[0006] Die im Ankerbolzen nach dem Einpressen des aufzuweitenden Mediums, insbesondere von
Wasser, komprimierte Luft bewirkt, dass das Wasser nach dem Abnehmen des Adapters
wieder aus dem Ankerbolzen hinausgedrückt wird. Es hat sich jedoch als nachteilig
herausgestellt, dass Wasser unkontrolliert und nur teilweise wieder aus dem Ankerbolzen
austritt. Ein gewisser Restanteil an Wasser verbleibt im Ankerbolzen und begünstigt
zusammen mit der im Ankerbolzen enthaltenen Luft Korrosionsvorgänge, welche sich nachteilig
auf die Lebensdauer des Ankers, insbesondere Reibrohrankers, auswirken.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung sowie Verfahren der eingangs
genannten Gattung zur Verfügung zustellen, mit welchen die angesprochene Nachteile
so weit wie möglich vermieden werden.
[0008] Gelöst wird diese Aufgabe mit einer Vorrichtung zum Aufweiten und/oder Entleeren
von Teilen von Ankern, insbesondere von Gebirgsankern, welche die Merkmale des Anspruches
1 aufweist.
[0009] Des Weiteren wird diese Aufgabe gelöst mit einem Verfahren zum Entleeren von Teilen
von Ankern, insbesondere von Gebirgsankern, welches die Merkmale des Anspruches 8
aufweist.
[0010] Darüber hinaus wird diese Aufgabe gelöst mit einem Verfahren zum Setzen eines Ankers,
insbesondere Gebirgsankers ,welches die Merkmale des Anspruches 16 aufweist.
[0011] Bevorzugte und vorteilhafte Ausgestaltungen/Ausführungsformen der erfindungsgemäßen
Vorrichtung einerseits sowie der erfindungsgemäßen Verfahren andererseits sind Gegenstand
der Unteransprüche.
[0012] Bei Ankern, insbesondere bei als aufweitbare Reibrohranker ausgeführten Gebirgsankern,
mit aufweitbaren Teilen (Anker des Typs "Swellex") und einem abnehmbar am Anker angeordneten
Adapter, der sowohl über wenigstens eine Fluidleitung mit einer Pumpe als auch mit
den aufweitbaren Teilen verbunden ist, ist der Adapter erfindungsgemäß mittelbar oder
unmittelbar mit einer Gaszufuhr verbunden. Somit können den aufweitbaren Teilen, nachdem
sie aufgeweitet (expandiert) worden sind und sie wenigstens zum Teil mit Fluid befüllt
sind, zum Entleeren Gas unter Druck zugeführt werden. Das Gas expandiert in den aufgeweiteten
Teilen und drückt das Fluid zwangsweise aus dem Anker hinaus. Dieser Vorgang kann
gegebenenfalls so oft wiederholt werden, bis das Fluid vollständig entfernt ist. Die
durch ein Zusammenwirken von Luft und Wasser stattfindenden Korrosionsvorhänge im
Ankerbolzen können somit nahezu vollständig unterbunden werden, womit die Lebensdauer
des Ankers signifikant erhöht wird.
[0013] Erfindungsgemäß kann das Einbringen von unter Druck stehendem Gas, insbesondere von
Druckluft, sowohl vor als auch nach dem Beaufschlagen des Ankers mit dem aufweitenden
Fluid erfolgen. Als Effekt bleibt bei dem künstlich erzeugten Überdruck vor der Beaufschlagung
mit Fluid im Gegensatz zu bekannten Methoden, bei denen nur das unter normalen Luftdruck
im Anker befindliche Luftvolumen komprimiert wird, nach dem Druckausgleich wesentlich
weniger Restwasser im Anker zurück. Das in die aufweitbaren Teile eingebrachte Fluid
kann nach dem Aufweiten nahezu vollständig und kontrolliert abgezogen und gegebenenfalls
wieder zum Aufweiten von Teilen anderer Anker verwendet werden.
[0014] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der erfindungsgemäßen Vorrichtung einerseits
sowie der erfindungsgemäßen Verfahren andererseits ergeben sich aus der nachstehenden
Beschreibung unter Bezugnahme auf die angeschlossenen Zeichnungen, in welchen eine
bevorzugte Ausführungsform dargestellt ist.
[0015] Es zeigt: Fig. 1 eine schematische Längsansicht einer Ausführungsform eines Gebirgsankers,
Fig. 2 eine Querschnittsansicht des Gebirgsankers aus Fig. 1, Fig. 3 den Gebirgsanker
aus Fig. 1 mit einem aufgesetzten Adapter und Fig. 4 eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung zum Aufweiten und/oder Entleeren von Teilen des Gebirgsankers in schematischer
Darstellung.
[0016] In Fig. 1 ist ein Gebirgsanker 1 dargestellt, bei dem die erfindungsgemäße Vorrichtung
sowie das erfindungsgemäße Verfahren angewendet werden kann. Die gezeigte Ausführungsform
entspricht einem aufweitbaren Reibrohranker, wie er beispielsweise aus der
US 4,459,067 A bekannt ist und auch als "Swellex" bezeichnet wird. Der Gebirgsanker 1 ist dazu vorgesehen,
zum Festigen bzw. Sichern von Gestein und Boden in ein Bohrloch eingesetzt und darin
festgelegt zu werden.
[0017] Im Wesentlichen umfasst der Gebirgsanker 1 einen aufweitbaren Teil, der an einem
Ende, das dem äußeren Ende des Bohrlochs benachbart ist (in Fig 1 rechts), eine Hülse
3 aufweist und am andere Ende durch eine Endhülse 4 geschlossen ist. Der aufweitbare
Teil kann insbesondere ein Ankerbolzen 2 sein, der, wie in Fig. 2 ersichtlich, durch
ein in Längsrichtung nach innen gefaltetes Rohr mit einem im Wesentlichen omega-förmigen
Profil gebildet ist. Der Ankerbolzen 2 kann durch Erhöhen des Druckes im Inneren des
gefalteten Rohres aufgeweitet werden, sodass sich die Aubenfläche des Rohres an die
Bohrlochwandung anlegt und den Gebirgsanker 1 so im Bohrloch festlegt.
[0018] In der Hülse 3 ist eine Öffnung, z.B. eine Bohrung 5, angeordnet, deren Funktion
im Weiteren noch beschrieben wird.
[0019] Im Rahmen der Erfindung ist es selbstverständlich auch möglich, dass statt dem beschriebenen
Reibrohranker andere Arten und Ausführungsformen von Ankern, vornehmlich die der eingangs
genannten Gattung, herangezogen werden können. Als Beispiel soll eine Ausführungsform
genannt werden, die als "Swellex Hybrid" (Hersteller Atlas Copco MAI GmbH) bekannt
ist. Dieser Gebirgsanker zeichnet sich dadurch aus, dass mehrere Abschnitte von starren
Ankerstangen/- rohren über Kuppelglieder miteinder verbunden sind, und dass an dem
(vorderen) Ende der so gebildeten Ankerstange, das ins Bohrloch eingesetzt wird, lediglich
ein kurzer Abschnitt eines aufweitbaren Teils, wie ein oben beschriebener Ankerbolzen
2, angeordnet ist.
[0020] Der Gebirgsanker 1 kann an seinem an der Öffnung des Bohrlochs liegenden Ende eine
Ankerplatte tragen, die sich Boden- oder Gestein-seitig an der Hülse 3 abstützt.
[0021] Nachdem der Gebirgsanker 1 mit angebrachter Ankerplatte in das Bohrloch eingesetzt
wurde, wird an der Hülse 3, wie in Fig. 3 ersichtlich, ein Adapter 6 angeordnet. In
einer bevorzugten Ausführungsform wird der Adapter 6 als Inflationsadapter auf die
Hülse 3 aufgesteckt bzw. aufgeschraubt. Der Adapter 6 ist über eine Fluidleitung,
insbesondere eine Expansionsleitung 7, und über eine Fluidleitung, insbesondere eine
Haltedruckleitung 8, mit einer Pumpe 9 verbunden. Zum Erhöhen des Druckes im Inneren
des Ankerbolzens 2 stellt die Pumpe einen Fluidarbeitsdruck (Inflationsdruck) von
vorzugsweise 100 bis 500 bar, insbesondere von 240 bis 300 bar, zur Verfügung.
[0022] Das Fluid aus der Haltedruckleitung 8 presst im Inneren des Adapters 6 zwei Dichtringe
10 so zusammen (Haltedruck), das die entstehenden Ausbauchungen der Dichtringe 10
gegen die Hülse 3 drücken und diese fest und gegen den Inflationsdruck dicht umschließen.
Anschließend strömt Fluid aus der Expansionsleitung 7 über eine Zulaufbohrung 11 zur
Bohrung 5, die sich im abgedichteten Raum zwischen den beden Dichtringen 10 befindet,
tritt in den Ankerbolzen 2 ein und beginnt diesen zu füllen. Dabei wird das omega-Profil
des Ankerbolzens 2 entfaltet, sodass sich die Außenfläche des Ankerbolzens 2 an die
Bohrlochwand anlegt und den Gebirgsanker 1 so im Bohrloch festlegt. Das Ankerbolzenprofil
erreicht bei fertiger Entfaltung, bei dem Fluidarbeitsdruck von ca. 240 bis 300 bar,
einen annähernd runden Querschnitt.
[0023] Da das Bohrloch in der Praxis einen kleineren Durchmesser aufweist als ein vollständig
aufgeweiteter Ankerbolzen 2, kann sich dieser nicht vollständig entfalten, so dass
er sich unter Beibehaltung einer Längsfälte gegen die Bohrlochwandung presst. Der
Vorteil der ausgebildeten Längsfalte ist, dass sie durch die entstehende Versteifung
stabilitätssteigernd wirkt. Durch Beibehaltung des Arbeitsdruckes über einen Zeitraum
von wenigstens sechs Sekunden presst sich der Ankerbolzen 2 auch in Unregelmäßigkeiten
der Bohrlochwandung und bildet eine reib- und formschlüssige Verbindung im Bohrloch.
[0024] Fig. 4 zeigt, wie der Adapter 6 über die Expansionsleitung 7 und die Haltedruckleitung
8 mit der Pumpe 9 verbunden ist. Die Pumpe 9 ist wiederum mit einer Fluidversorgungsleitung
12 verbunden. In der Expansionsleitung 7 ist ein Ventil 13 angeordnet, über welches
der Zu- bzw. Abfluss von Fluid in den bzw. aus dem Adapter 6 geregelt wird.
[0025] Darüber hinaus ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass der Adapter 6 mit einer Gaszufuhr
verbunden ist, die im gezeigten Ausführungsbeispiel durch eine weitere Fluidleitung,
insbesondere eine Gasleitung 14, und einem Kompressor 15 gebildet ist. Der Kompressor
15 kann ein Luftkompressor sein oder mit einem Behälter mit komprimierter Luft verbunden
sein. In der gezeigten Ausführungsform mündet die Gasleitung 14 ausgehend vom Kompressor
15 nicht direkt in den Adapter 6, sondern endet in der Expansionleitung 7 im Bereich
zwischen dem Adapter 6 und dem Ventil 13. In der Gasleitung 14 ist ein Ventil 16 angeordnet,
über welches der Gasdurchlass geregelt wird. Die Ventile 13, 16, sowie die Pumpe 9
und der Kompressor 15 werden über eine Steuereinheit 17 gesteuert.
[0026] Erfingdungsgemäß wirkt die beschriebene Vorrichtung als System zum Rückgewinnen des
den Ankerbolzen 2 aufweitenden Mediums, insbesondere als Wasserrückgewinnungssystem.
Mittels des Kompressors 15 kann über den Adapter 6 komprimierte Luft in den Ankerbolzen
2 gepresst werden, welche beim Expandieren restlichen und unerwünschten Fluidanteil
aus dem Ankerbolzen 2 in die Expansionsleitung 7 leitet. Das Einbringen von unter
Druck stehendem Gas, insbesondere von Druckluft, kann im Rahmen der Erfindung vor
und/oder nach dem Beaufschlagen des Ankers 1 mit Fluid erfolgen.
[0027] Zum Einbringen insbesondere von Druckluft nach dem Aufweiten des Ankerbolzens 2 wird
im einzelnen nach dem Aufweiten des Ankerbolzens 2 der Haltedruck, d.h. der Fluiddruck
über die Haltedruckleitung 8 zum Zusammenpressen der Dichtungsringe 10, gehalten und
der Inflationsdruck, d.h. der Fluidarbeitsdruck von vorzugsweise 240 bis 300 bar,
abgesenkt. Zu diesem Verfahrenszeitpunkt ist das Ventil 13 in der Expansionsleitung
7 geöffnet und das Ventil 16 in der Gasleitung 14 geschlossen.
[0028] Wenn das Fluid weitestgehend aus dem Ankerbolzen 2 abgeflossen/herausgedrückt ist,
wird in einem nächsten Schritt das Ventil 13 geschlossen und das Ventil 16 geöffnet,
so dass Gas, insbesondere Luft, über die Gasleitung 14 und die Expansionsleitung 7
in den Adapter 6, und damit in den Ankerbolzen 2, geleitet wird. Der Haltedruck ist
zu diesem Zeitpunkt immer noch aufrecht.
[0029] Im Anschluss daran wird das Ventil 16 wieder geschlossen und das Ventil 13 geöffnet,
so dass das in den Ankerbolzen 2 hineingedrückte Gas über die Expansionsleitung 7
austritt und dabei das restliche Fluid aus dem Ankerbolzen 2 hinausdrückt.
[0030] Die beschriebenen Vorgänge können gegebenenfalls so oft wiederholt werden, bis das
Fluid (z.B. Wasser) vollständig entfernt ist. Zum Abnehmen des Adapters 6 von der
Hülse 3 wird der Haltedruck gesenkt.
[0031] Analog zu den bisherigen Ausführungen, insbesondere zu den beschriebenen Ventilstellungen
bei der Gas- und Fluidzufuhr in den Ankerbolzen 2, besteht erfindungsgemäß auch die
Möglichkeit, dass insbesondere Druckluft bereits vor dem Aufweiten des Ankerbolzens
2 in den zunächst noch leeren Anker 1, der in das Bohrloch eingeschoben wurde, eingebracht
werden kann.
[0032] Anschließend wird der Anker 1 mit aufweitendem Fluid beaufschlagt und durch Druck
aufgeweitet. Das Profil entfaltet sich und der Anker 1 legt sich unter Bildung einer
reib- und formschlüssigen Verbindung an die Bohrlochwand an. Während dieses Vorgangs
wird die zuvor eingepreßte Luft komprimiert. Nach dem Aufweiten des Ankerbolzens 2
wird der Adapter 6 entfernt. Die komprimierte Luft entspannt sich (Druckausgleich)
und leitet das im Ankerbolzen 2 befindliche Fluid aus dem Anker 1 heraus.
[0033] Im Gegensatz zu Methoden, bei denen das unter normalem Luftdruck im Anker 1 befindliche
Luftvolumen komprimiert wird, bleibt bei dem willkürlich erzeugten Überdruck vor der
Beaufschlagung mit Fluid nach dem Druckausgleich wesentlich weniger Restwasser im
Anker 1 zurück. Das Innere des Ankers 1 ist dann nahezu trocken.
[0034] Das aus dem Ankerbolzen 2 austretende Fluid kann von der Pumpe 9 entweder über eine
Ablaufleitung 18 in einen Behälter geleitet oder direkt in einem geschlossenen Kreislauf
geführt werden.
[0035] Zusammenfassend kann ein Ausführungsbeispiel zum Setzen eines Gebirgsankers 1 unter
Einsatz der erfindungsgemäßen Vorrichtung und des erfindungsgemäßen Verfahrens wie
folgt beschrieben werden:
[0036] Nachdem ein einen Ankerbolzen 2 umfassender Gebirgsanker 1, insbesondere ein aufweitbarer
Reibrohranker 1, mit einer Endhülse 4 voran in ein vorher erzeugtes Bohrloch eingesetzt
wurde, wird an einer Hülse 3 ein Adapter 6 mit Flüssigkeitszu- bzw. -ablauf angeordnet.
Zum einen wird über eine Haltedruckleitung 8 ein Haltedruck erzeugt, der den Adapter
6 an der Hülse 3 festlegt. Zum anderen strömt über eine Expansionsleitung 7 Fluid
in den Ankerbolzen 2 ein und beginnt diesen zu füllen. Dabei wird der Ankerbolzen
2 aufgrund der Druckerhöhung (Inflationsdruck) im Bohrloch aufgeweitet, sodass sich
dessen Außenfläche an die Bohrlochwand anlegt und den Gebirgsanker 1 so im Bohrloch
festlegt.
[0037] Über eine mit dem Adapter 6 verbundene Gaszufuhr kann unter Druck stehendes Gas,
insbesondere Druckluft, vor und/oder nach dem Aufweiten des Ankerbolzens 2 in diesen
eingebracht werden. Das komprimierte Gas entspannt sich nach dem Entfernen des Adapters
6 (Druckausgleich) und leitet das im Ankerbolzen 2 befindliche Fluid nahezu vollständig
aus dem Anker 1 heraus.
1. Vorrichtung zum Aufweiten und/oder Entleeren von Teilen (2) von Ankern (1), insbesondere
von Gebirgsankern (1) der Gattung Reibrohranker oder aufweitbarer Reibrohranker, mit
einer Ankerplatte und mit einem abnehmbar am Anker (1) angeordneten Adapter (6), der
sowohl über wenigstens eine Fluidleitung (7, 8) mit einer Pumpe (9) als auch mit den
aufweitbaren Teilen (2) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Adapter (6) mittelbar oder unmittelbar mit einer Gaszufuhr verbunden ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Gaszufuhr durch eine Gasleitung (14) und einem Kompressor (15) gebildet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Kompressor (15) ein Gaskompressor ist und/oder mit einem Behälter mit komprimierter
Luft verbunden ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass in der Fluidleitung (7) ein Ventil (13) angeordnet ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass in der Gasleitung (14) ein Ventil (16) angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Ventile (13, 16) mit einer Steuereinheit (17) verbunden sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Gasleitung (14) in die Fluidleitung (7) im Bereich zwischen dem Ventil (13) und
dem Adapter (6) mündet.
8. Verfahren zum Entleeren von mit Fluid befüllten Teilen von Ankern, insbesondere von
Gebirgsankern der Gattung Reibrohranker oder aufweitbarer Reibrohranker, bei dem die
Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7 eingesetzt wird, dadurch gekenntzeichnet, dass den zu entleerenden Teilen (2) Gas unter Druck zugeführt wird,
und dass beim Austreten des Gases aus den zu entleerenden Teilen (2) das Fluid aus
diesen geleitet wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass wahrend des Zuführens und des Austretens des Gases ein auf den Adapter (6) wirkender
Haltedruck aufrecht erhalten wird.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass zum Zuführen des Gases in die zu entleerenden Teile (2) das Ventil (13) in der Fluidleitung
(7) geschlossen und das Ventil (16) in der Gasleitung (14) geöffnet wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeicnhet, dass nach dem Zuführen des Gases in die zu entleerenden Teile (2)
das Ventil (16) in der Gasleitung (14) geschlossen und das Ventil (13) in der Fluidleitung
(7) geöffnet wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeicnhet, dass das aus den zu entleerenden Teilen (2) geleitete Fluid in einem
geschlossenen Kreislauf geführt wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeicnhet, dass zum Abnehmen des Adapters (6) der Haltedruck gesenkt wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das unter Druck stehende Gas den zu entleerenden Teilen (2) vor und/oder nach dem
Aufweiten der Teile (2) zugeführt wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das unter Druck stehende Gas in den Teilen (2) durch Druckausgleich entspannt wird
und Fluid aus den zu entleerenden Teilen (2) leitet.
16. Verfahren zum Setzen von Ankern, insbesondere von Gebirgsankern mit aufweitbaren Teilen
(2) der Gattung Reibrohranker oder aufweitbarer Reibrohranker, wobei die Teile (2)
mittels eines Fluids durch Anwenden von Innendruck aufgeweitet werden, nachdem sie
in ein zuvor gebildetes Bohrloch angeordnet worden sind, dadurch gekennzeichnet, dass das Fluid unter Gaszufuhr aus den aufweitbaren Teilen (2) geleitet wird.
1. Device for expanding and/or evacuating parts (2) of anchors (1), especially rock anchors
(1) of the friction tube anchor type or expandable friction tube anchor type, with
an anchor plate and with an adapter (6) which is removably located on the anchor (1)
and which is connected both via at least one fluid line (7,8) to a pump (9) and also
to the expandable parts (2), characterized in that the adapter (6) is connected directly or indirectly to a gas supply.
2. Device according to claim 1, characterized in that the gas supply is formed by a gas line (14) and a compressor (15).
3. Device according to claim 1 or 2, characterized in that the compressor (15) is a gas compressor and /or is connected to a compressed air
tank.
4. Device according to one of claims 1 to 3, characterized in that there is a valve (13) in the fluid line (7).
5. Device according to one of claims 2 to 4, characterized in that there is a valve (16) in the gas line (14).
6. Device according to one of claims 2 to 5, characterized in that the valves (13,16) are connected to a control unit (17).
7. Device according to one of claims 2 to 6, characterized in that the gas line (14) discharges into the fluid line (7) in the region between the valve
(13) and the adapter (6).
8. Process for evacuation of fluid-filled parts of anchors, especially rock anchors of
the friction tube anchor type or expandable friction tube anchor type, in which the
device as claimed in one of claims 1 to 7 is used, characterized in that pressurized gas is supplied to the parts (2) to be evacuated and that when the gas
emerges from the parts (2) to be evacuated the fluid is routed out of them.
9. Process according to claim 8, characterized in that during supply and emergence of gas a holding pressure which acts on the adapter (6)
is maintained.
10. Process according to claim 8 or 9, characterized in that to supply gas to the parts (2) to be evacuated the valve (13) in the fluid line (7)
is closed and the valve (16) in the gas line (14) is opened.
11. Process according to one of claims 8 to 10, characterized in that after supplying gas to the parts (2) to be evacuated the valve (16) in the gas line
(14) is closed and the valve (13) in the fluid line (7) is opened.
12. Process according to one of claims 8 to 11, characterized in that the fluid routed out of the parts (2) to be evacuated is routed in a closed circuit.
13. Process according to one of claims 9 to 12, characterized in that the holding pressure is lowered to remove the adapter (6).
14. Process according to one of claims 8 to 13, characterized in the pressurized gas is supplied to the parts (2) to be evacuated before and /or after
expanding the parts (2).
15. Process according to one of claims 8 to 14, characterized in that the pressurized gas in the parts (2) is relieved by pressure equalization and the
fluid is routed out of the parts (2) to be evacuated.
16. Process for setting anchors, especially rock anchors with expandable parts (2) of
the friction tube anchor type or expandable friction tube anchor type, the parts (2)
being expanded by means of a fluid by applying internal pressures, after they have
been positioned in a bore hole which was formed beforehand, characterized in that the fluid is routed with gas supply out of the expandable parts (2).
1. Dispositif d'expansion et/ou de purge de parties (2) d'ancrages (1), notamment d'ancrages
de roche (1) du type ancrage à tube de friction ou ancrage à tube de friction expansible,
comprenant une plaque d'ancrage et comprenant un adaptateur (6) placé de manière amovible
sur l'ancrage (1) et qui est relié non seulement à une pompe (9) par le biais d'au
moins une conduite de fluide (7, 8), mais également aux parties expansibles (2), caractérisé en ce que l'adaptateur (6) est relié, indirectement ou directement, à une alimentation en gaz.
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'alimentation en gaz est formée d'une conduite de gaz (14) et d'un compresseur (15).
3. Dispositif selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le compresseur (15) est un compresseur de gaz et/ou est relié à un réservoir d'air
comprimé.
4. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'une soupape (13) est disposée dans la conduite de fluide (7).
5. Dispositif selon l'une des revendications 2 à 4, caractérisé en ce qu'une soupape (16) est disposée dans la conduite de gaz (14).
6. Dispositif selon l'une des revendications 2 à 5, caractérisé en ce que les soupapes (13, 16) sont reliées à une unité de commande (17).
7. Dispositif selon l'une des revendications 2 à 6, caractérisé en ce que la conduite de gaz (14) débouche dans la conduite de fluide (7) dans la zone entre
la soupape (13) et l'adaptateur (6).
8. Procédé de purge de parties d'ancrages, notamment d'ancrages de roche (1) du type
ancrage à tube de friction ou ancrage à tube de friction expansible, remplies de fluide,
dans lequel le dispositif selon l'une des revendications 1 à 7 est utilisé, caractérisé en ce qu'un gaz sous pression est alimenté vers les parties à purger (2) et en ce que le fluide est expulsé des parties à purger (2) au moment où le gaz sort de ces parties.
9. Procédé selon la revendication 8, caractérisé en ce qu'une pression de maintien agissant sur l'adaptateur (6) est maintenue pendant l'alimentation
et la sortie du gaz.
10. Procédé selon la revendication 8 ou 9, caractérisé en ce que, pour alimenter le gaz dans les parties à purger (2), la soupape (13) dans la conduite
de fluide (7) est fermée et la soupape (16) dans la conduite de gaz (14) est ouverte.
11. Procédé selon l'une des revendications 8 à 10, caractérisé en ce que, après l'alimentation du gaz dans les parties à purger (2), la soupape (16) dans
la conduite de gaz (14) est fermée et la soupape (13) dans la conduite de fluide (7)
est ouverte.
12. Procédé selon l'une des revendications 8 à 11, caractérisé en ce que le fluide expulsé des parties à purger (2) est mis en circulation dans un circuit
fermé.
13. Procédé selon l'une des revendications 9 à 12, caractérisé en ce que l'on diminue la pression de maintien pour retirer l'adaptateur (6).
14. Procédé selon l'une des revendications 8 à 13, caractérisé en ce que le gaz sous pression est alimenté vers les parties à purger (2) avant et/ou après
l'expansion des parties (2).
15. Procédé selon l'une des revendications 8 à 14, caractérisé en ce que le gaz sous pression est détendu dans les parties (2) sous l'effet d'une compensation
de pression et expulse le fluide des parties à purger (2)
16. Procédé d'installation d'ancrages, notamment d'ancrages de roche comprenant des parties
expansibles (2) du type ancrage à tube de friction ou ancrage à tube de friction expansible,
les parties (2) étant élargies au moyen d'un fluide par application d'une pression
interne après avoir été placées dans un trou de forage préalablement percé, caractérisé en ce que le fluide est expulsé des parties expansibles (2) sous l'effet de l'alimentation
d'un gaz.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
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