[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum sterilen Abfüllen von Behältern mit einem
Produkt, bei dem im Anschluß an das Befüllen des Behälters mit dem Produkt und vor
einem Verschließen des Behälters flüssiger Stickstoff in den Behälter eingebracht
und der Behälter anschließend verschlossen wird.
[0002] Die Erfindung betrifft darüber hinaus eine Vorrichtung zum sterilen Abfüllen von
Behältern mit einem Produkt, die mindestens eine Transporteinrichtung für die Behälter,
mindestens eine Füllstation, mindestens eine Dosiereinrichtung für flüssigen Stickstoff
sowie mindestens eine Verschlußstation zum Verschließen der Behälter aufweist.
[0003] Bekannte derartige Vorrichtungen weisen ein rotierendes Füllrad auf, das die zu befüllenden
Behälter den einzelnen Bearbeitungsstationen zuführt. Der auf das abgefüllte Produkt
gegebene Stickstoff vergast und verdrängt gegebenenfalls oberhalb des abgefüllten
Produktes im Behälter enthaltene Luft und/oder Sauerstoff.
[0004] Für eine sterile Abfüllung des Produktes ist es erforderlich, daß nicht nur das Produkt
selbst und die zu befüllenden Behälter eine ausreichende Sterilität aufweisen, vielmehr
müssen auch der flüssige Stickstoff sowie die Transportleitungen und Schaltorgane
für den flüssigen Stickstoff eine ausreichende Sterilität besitzen. Gemäß dem Stand
der Technik ist es beispielsweise möglich, die gesamte Abfüllanlage vor einer Produktionsaufnahme
mit Heißdampf zu sterilisieren, der durch alle verwendeten Verbindungsleitungen hindurchgeleitet
wird.
[0005] Die bekannten Verfahren und Vorrichtungen können noch nicht alle Anforderungen erfüllen,
die an eine hohe Sterilität bei gleichzeitig einfacher Handhabung der Abfüllanlage
gestellt werden.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren der einleitend genannten
Art derart zu verbessern, daß verbesserte Sterilitätsbedingungen erreicht werden.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß eine Dosiereinrichtung für
den flüssigen Stickstoff mindestens einmal mit Wasserstoffperoxid sterilisiert wird
und daß die Behälter entlang mindestens eines linearen Transportweges von einer Füllstation
bis in den Bereich der Dosiereinrichtung transportiert werden.
[0008] Weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung der einleitend
genannten Art derart zu konstruieren, daß die Erreichung einer hohen Sterilität unterstützt
wird.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Dosiereinrichtung mit
einer Sterilisiereinheit gekoppelt ist, die mit einer Versorgung zur Bereitstellung
von Wasserstoffperoxid verbunden ist und daß die Transporteinrichtung mindestens teilweise
als ein Linearförderer ausgebildet ist.
[0010] Die Sterilisierung der Dosiereinrichtung für den flüssigen Stickstoff mit Wasserstoffperoxid
ermöglicht die Durchführung einer Trockensterilisation unter Vermeidung von Kondensatbildung.
Insbesondere ermöglicht es die Verwendung von Wasserstoffperoxid als Sterilisationsmittel,
im Bereich des Füllkopfes auf ein Verschlußorgan zu verzichten. Konstruktiv entfallen
gegenüber einer Heißdampfsterilisation Einrichtungen zur Abführung von Kondensat sowie
von Dampf.
[0011] Eine bevorzugte Anwendung ist bei der kaltaseptischen Abfüllung zu sehen. Die Ausbildung
der Transportstrecke mindestens bereichsweise als ein linearer Förderweg ermöglicht
es, einen ausreichend langen Zeitraum für die Vergasung des Stickstoffes zur Verfügung
zu stellen. Bei Rundläufern beträgt der Zeitraum von einer zugabe des flüssigen Stickstoffes
bis zu einem druckdichten Verschluß des Behälters in der Regel deutlich weniger als
0,5 Sekunden. Die Verwendung einer linearen Transportstrecke ermöglicht entsprechende
Vergasungszeiten in einer Größenordnung von 12 Sekunden und unterstützt somit eine
nahezu vollständige Verdrängung von Fremdgasen aus dem Behälterbereich oberhalb des
Füllgutes durch den Stickstoff.
[0012] Eine typische erreichbare Sterilität hinsichtlich von Sporenorganismen beträgt log
5, bevorzugt log 6. Hinsichtlich von Clostridium-Botulinum wird vorzugsweise eine
Sterilität von log 12 erreicht.
[0013] Eine typische Ausführungsform wird dadurch definiert, daß der lineare Transportweg
im Bereich eines Linearfüllers positioniert wird.
[0014] Zur Unterstützung einer Spülung eines Kopfraumes des Behälters erweist es sich als
vorteilhaft, daß ein druckdichtes Verschließen des Behälters frühestens fünf Sekunden
nach einer Zugabe des flüssigen Stickstoffes durchgeführt wird.
[0015] Der Stickstoffanteil im Kopfraum kann nochmals weiter dadurch erhöht werden, daß
ein druckdichtes Verschließen des Behälters frühestens zehn Sekunden nach einer Zugabe
des flüssigen Stickstoffes durchgeführt wird.
[0016] Eine hohe Stabilität des befüllten Behälters wird dadurch unterstützt, daß der Behälter
im Anschluß an eine vorgegebenen Vergasungsdauer für den flüssigen Stickstoff druckdicht
verschlossen wird.
[0017] Gemäß einer Betriebsvariante der Abfüllmaschine ist vorgesehen, daß die Sterilisation
mit Wasserstoffperoxid als Teil eines Wartungsablaufes durchgeführt wird.
[0018] Darüber hinaus ist auch daran gedacht, daß die Sterilisation mit Wasserstoffperoxid
in vorgegebenen Zeitabständen durchgeführt wird.
[0019] Eine hohe Sterilität bei der Produktabfüllung wird dadurch unterstützt, daß die Sterilisation
mit Wasserstoffperoxid vor einer Produktionsaufnahme durchgeführt wird.
[0020] Eine bevorzugte Verfahrensvariante besteht darin, daß der flüssige Stickstoff während
seines Vergasens ein Spülen des Kopfraumes des befüllten Behälters durchführt.
[0021] Eine definierte Strömung aus dem Kopfraum des Behälters heraus in eine Umgebung wird
dadurch unterstützt, daß ein Verschluß nach der Zugabe des flüssigen Stickstoffes
zunächst lose auf den Behälter aufgesetzt und erst nach einem Ablauf einer vorgegebenen
Vergasungszeit druckdicht mit dem Behälter verbunden wird.
[0022] Hohe Produktionsraten werden dadurch unterstützt, daß die Transporteinrichtung mindestens
zwei relativ zueinander parallele Förderwege aufweist.
[0023] Eine Sterilisierbarkeit der Füllmaschine wird dadurch unterstützt, daß die Dosiereinrichtung
mindestens ein mit Druckgas betätigtes Dosierventil umfaßt.
[0024] Eine zeitlich definierte Durchführung der Sterilisiervorgänge wird dadurch unterstützt,
daß die Sterilisiereinheit ein Sterilisierventil zur gesteuerten Zugabe von Wasserstoffperoxid
aufweist.
[0025] Zur Ermöglichung einer Sterilisierung des Dosierventils wird vorgeschlagen, daß das
Dosierventil über eine Verbindungsleitung und ein Absperrventil mit der Wasserstoffperoxidversorgung
verbunden ist.
[0026] Eine gezielte Strömung des Wasserstoffperoxids in Richtung auf das Dosierventil wird
dadurch erreicht, daß eine Zuleitung des Wasserstoffperoxids in Strömungsrichtung
des Stickstoffes hinter dem Sperrventil vorgesehen ist.
[0027] Durch weitere Ventile ist es möglich, alle stickstoffführenden Rohrleitungen und
das Dosierventil in Strömungsrichtung des Stickstoffes gezielt zu sterilisieren.
[0028] Eine weitere Sterilisiermöglichkeit besteht darin, daß eine Zuführung für Wasserstoffperoxid
in Strömungsrichtung des Stickstoffes in einem Anfangsbereich einer Verteilerleitung
vorgesehen ist.
[0029] Eine einfache konstruktive Gestaltung wird dadurch bereitgestellt, daß eine an das
Dosierventil angeschlossene Stickstoffdüse im Bereich ihrer dem Dosierventil abgewandten
Ausdehnung offen ausgebildet ist.
[0030] Hohe Sterilitätsraten werden dadurch erreicht, daß eine Sterilisiereinrichtung für
den Stickstoff in einer örtlichen Nähe der Abfülleinrichtung angeordnet ist.
[0031] Zur Bereitstellung von flüssigem und sterilen Stickstoff erweist es sich als vorteilhaft,
daß zur Verflüssigung des sterilen Stickstoffes ein Wärmetauscher verwendet ist.
[0032] Eine vorteilhafte Anordnung der Stickstoffzufuhr besteht darin, daß die Dosiereinrichtung
in einer Transportrichtung der Behälter hinter der Füllstation und vor der Verschlußstation
angeordnet ist.
[0033] In den Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele der Erfindung schematisch dargestellt.
Es zeigen:
- Fig. 1
- Eine schematische Seitenansicht einer Füllmaschine,
- Fig. 2
- ein stark vereinfachtes Diagramm zur Veranschaulichung der Behälterbefüllung sowie
der Zugabe des flüssigen Stickstoffes,
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung der zur Zuführung des flüssigen Stickstoffes verwendeten
Komponenten und
- Fig. 4
- einen Querschnitt durch eine vergrößerte Darstellung einer verwendeten Stickstoffdüse.
[0034] Fig. 1 zeigt den typischen Aufbau einer als Linearfüller ausgebildeten Abfüllmaschine
in einer Seitenansicht. Die Abfüllmaschine weist eine Flaschenzuführung (4) auf und
ist mit einer Flaschensterilisation (5) versehen. In einer Transportrichtung der abzufüllenden
Flaschen hinter der Flaschensterilisation (5) ist eine Füllstation (6) angeordnet,
in Transportrichtung der Flaschen hinter der Füllstation (6) befindet sich eine Verschlußstation
(7). Von einer Flaschenentnahme (8) werden die befüllten und verschlossenen Flaschen
aus dem Bereich der Abfüllmaschine weggeführt.
[0035] Die Abfüllmaschine ist darüber hinaus mit einer Absaugung (1), einem Ventilknoten
(2) sowie einer Bedieneinheit (3) versehen. Die Bedieneinheit (3) kann einen Touchscreen
sowie Zusatzbedienelemente umfassen.
[0036] Fig. 2 zeigt schematisch die Durchführung eines Füllvorganges bei einer Transportrichtung
(10) der Flaschen (9) von rechts nach links. Es sind in Transportrichtung (10) hintereinander
ein erstes Füllmodul (11) sowie ein zweites Füllmodul (12) der Füllstation (6) angeordnet.
Im Bereich des ersten Füllmoduls (11) werden die Flaschen (9) zu etwa ein bis zwei
Drittel gefüllt, im Bereich des zweiten Füllmoduls (12) folgt die restliche Befüllung.
Hinter der Füllstation (6) ist eine Dosiereinrichtung (13) für flüssigen Stickstoff
angeordnet. Die Dosiereinrichtung (13) ist mit einer Stickstoffversorgung (14) verbunden.
Die Verschlußstation (7) besteht beim dargestellten Ausführungsbeispiel aus einem
ersten Verschlußmodul (15) und einem zweiten Verschlußmodul (16). Im Bereich des ersten
Verschlußmoduls (15) werden nicht dargestellte Verschlüsse zunächst lose auf die Flasche
(9) aufgesetzt, erst im Bereich des zweiten Verschlußmoduls (16) erfolgt ein druckdichtes
Verschließen.
[0037] Eine Fördereinrichtung (17) für die Flaschen (9) ist als ein Linearförderer ausgebildet.
Die Fördereinrichtung (17) kann beispielsweise als eine Förderkette ausgebildet sein,
die über Umlenkräder (18, 19) geführt ist.
[0038] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform erstrecken sich eine Mehrzahl von Fördereinrichtungen
(17) nebeneinander. Dies ermöglicht die parallele Anordnung einer Mehrzahl von Handhabungselementen
im Bereich der einzelnen Stationen, so daß sich entsprechend der Anzahl der parallelen
Förderstrecken eine entsprechende Vervielfachung der Maschinenleistung erreichen läßt.
[0039] Im Bereich der Flaschensterilisation (5) kann eine Sterilisation unter Verwendung
von Wasserstoffperoxid erfolgen. Bevorzugt erfolgt ein Vermischen von Wasserstoffperoxid
mit heißer Luft. Die Sterilisation kann durch mehrere hintereinander angeordnete Sterilisationselemente
erfolgen. Im Anschluß an die Sterilisation und vor der Befüllung erfolgt typischerweise
eine Trocknung der Flaschen (9), dies kann mit heißer Luft durchgeführt werden. Typischerweise
sind auch hier in Transportrichtung (10) mehrere Trocknungselemente hintereinander
angeordnet. Die heiße Luft weist jeweils eine Temperatur von mindestens 100°C auf,
so daß die Sterilität gewährleistet ist.
[0040] Gemäß einem üblichen Verfahrensablauf erfolgt ein Transport der Flaschen (9) durch
die Abfüllmaschine hindurch getaktet. Bei jedem Takt werden die Flaschen (9) eine
jeweils gleiche Strecke weiterbewegt. Bei einer Verwendung von zwei Sterilisationsmodulen
erfolgt somit die Sterilisation während der Dauer von zwei Takten, bei einer Verwendung
von vier Trocknungsmodulen die Trocknung innerhalb von vier Takten. Jeweils für einen
Takt sind die Flaschen (9) dem ersten Füllmodul (11) und für einen weiteren Takt dem
zweiten Füllmodul (12) zugeordnet.
[0041] Ein Verschließen der Flaschen (9) erfolgt vorzugsweise unter Verwendung von Verschlüssen,
die mit einem Innengewinde in ein Außengewinde eines Mündungsbereiches der Flaschen
(9) eingreifen. Das zweite Verschlußmodul (16) führt somit eine Drehbewegung der Verschlüsse
relativ zu den Flaschen (9) durch.
[0042] Fig. 3 zeigt einen typischen Aufbau für die Stickstoffversorgung (14). Ein Innenraum
(20) eines Wärmetauschers (21) ist hierbei mit flüssigem Stickstoff gefüllt, der einer
Stickstoffversorgung (22) entnommen und nach seinem Austritt aus dem Wärmetauscher
(21) einer Umgebung zugeführt wird. Durch die Verdampfung erfolgt ein Herunterkühlen
des Stickstoffes.
[0043] Innerhalb des Wärmetauschers (21) ist eine Leitung (24) verlegt, durch die hindurch
steriler Stickstoff geleitet wird, der dem Wärmetauscher (21) gasförmig zugeführt
und in flüssiger Form wieder entnommen wird. Der gasförmige sterile Stickstoff wird
somit durch einen wärmeübergang durch die Leitung (24) hindurch verflüssigt und einer
Verteilerleitung (25) zugeführt. Entsprechend der Anzahl der parallelen Förderwege
für die Flaschen (9) sind an die verteilerleitung (25) eine Mehrzahl von Dosierventilen
(26) angeschlossen, die gemeinsam die Dosiereinrichtung (13) ausbilden. Vorzugsweise
sind die Dosierventile (26) druckgasgesteuert und weisen hierzu einen Druckgasanschluß
(27) auf.
[0044] Über ein Sterilisierventil, welches vor dem Wärmetauscher (21) in das Stickstoffsystem
eingebunden ist, und diverse weitere Ventile ist es möglich, alle stickstoffführenden
Rohrleitungen und das Dosierventil gezielt mit Wasserstoffperoxid zu beaufschlagen.
Das Wasserstoffperoxid strömt dann u.a. durch die Stickstoffdüsen (31) in den Sterilraum
der Maschine und wird abgesaugt.
[0045] Fig. 4 zeigt eine vergrößerte Querschnittdarstellung der Stickstoffdüse (31). Die
Stickstoffdüse (31) ragt durch eine Wand (32) der Füllstation (6) hindurch. Lediglich
eine die Stickstoffdüse (31) teilweise umschließende Abdeckhülse (33) ist im Sterilbereich
(34) angeordnet. Alle weiteren Bauelemente der Stickstoffversorgung (14) befinden
sich außerhalb des Sterilbereiches (34).
[0046] Eine Befestigung der Stickstoffdüse (31) erfolgt vorzugsweise lediglich mit einer
Mutter bzw. einer Abdeckhülse (33) und ohne Verwendung eines Adapters.
[0047] Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann beispielsweise bei der Abfüllung von nicht
karbonisierten Produkten verwendet werden. Zusätzlich zur Sauerstoffverdrängung im
Kopfraum wird durch den vom Stickstoff bereitgestellten Innendruck auch eine Behälterstabilisierung
erreicht.
[0048] Die Stickstoffdüse (31) ist als Verlängerung eines Düsenträgers (35) ausgebildet.
Der Düsenträger (35) kann unter Verwendung eines Außenflansches (36) im Bereich eines
Stutzens (37) positioniert werden, der sich ausgehend von der Wand (32) in eine dem
Sterilbereich (34) abgewandte Richtung erstreckt. Der Düsenträger (35) mit der Stickstoffdüse
(31) kann hierdurch in einfacher Weise auf den von der Wand (32) getragenen Stutzen
(37) aufgesetzt werden und befindet sich außerhalb des Sterilbereiches (34).
[0049] Der wesentliche Teil des Düsenträgers (35) ist außerhalb des Sterilbereiches (34)
angeordnet und nur die Stickstoffdüse (31) selbst ragt innerhalb der Abdeckhülse (33)
in den Sterilbereich (34) hinein. Im Bereich seines in den Sterilbereich (34) hineinragenden
Endes weist der Düsenträger (35) ein Außengewinde (38) auf, auf das die Abdeckhülse
(33) mit einem Innengewinde (39) aufgeschraubt ist. Vorzugsweise werden die Gewinde
(38, 39) als Feingewinde ausgeführt. Eine Abdichtung der Abdeckhülse (33) relativ
zur Wand (32) kann über einen O-Ring (40) erfolgen, der von der Abdeckhülse (33) gegen
die Wand (32) gedrückt wird. Eine Abdichtung der Gewinde (38, 39) gegenüber dem Sterilbereich
(34) kann unter Verwendung eines O-Ringes (41) erfolgen, der zwischen dem Düsenträger
(35) und der Abdeckhülse (33) eingespannt ist.
[0050] Eine optimale Abdichtwirkung kann dadurch erreicht werden, daß sich die Gewinde (38,
39) ausgehend von der Wand (32) nur über einen Teilbereich der Abdeckhülse (33) erstrecken.
Der O-Ring (41) ist hierbei im Bereich des der wand (32) abgewandten Endes der Gewinde
(38, 39) positioniert. Mögliche der Aseptikzone zugewandte kritische Oberflächen oder
Gewindeoberflächen werden hierdurch sicher vermieden.
[0051] Durch das Aufschrauben der Abdeckhülse (33) auf den Düsenträger (45) und die Anordnung
des O-Ringes (40) zwischen der Abdeckhülse (33) und der Wand (32) erfolgt ein Verklemmen
der Stickstoffeinheit relativ zur Wand (32), so daß aufgrund der elastischen Eigenschaften
des O-Ringes (40) eine Nachgiebigkeit der bereitgestellten Verbindungen realisiert
ist. Diese Klemmverbindung ermöglicht es, temperaturbedingte Spannungen zwischen dem
Aseptikgehäuse und der Stickstoffeinheit zu vermeiden. Auch bei einem Auftreten von
temperaturbedingten Materialdehnungen oder Materialkontraktionen können Spalten, die
in den Sterilbereich (34) einmünden könnten, vermieden werden. Insbesondere die Anordnung
einer Mehrzahl von Stickstoffdüsen (31) nebeneinander, die jeweils parallelen Transportbahnen
zugeordnet sind, wird hierdurch unterstützt.
[0052] Die erläuterte Verbindungstechnik unterstützt es darüber hinaus, eine automatische
Schaumreinigung unter verwendung eines aufgeschäumten Reinigungsmittels durchzuführen.
Die Schaumreinigung wird typischerweise vor der Desinfektion unter Verwendung des
Wasserstoffperoxids durchgeführt.
1. Verfahren zum sterilen Abfüllen von Behältern mit einem Produkt, bei dem im Anschluß
an das Befüllen des Behälters mit dem Produkt und vor einem verschließen des Behälters
flüssiger Stickstoff in den Behälter eingebracht und der Behälter anschließend verschlossen
wird, dadurch gekennzeichnet, daß eine Dosiereinrichtung für den flüssigen Stickstoff mindestens einmal mit Wasserstoffperoxid
sterilisiert wird und daß die Behälter entlang mindestens eines linearen Transportweges
von einer Füllstation (6) bis in den Bereich der Dosiereinrichtung (13) transportiert
werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der lineare Transportweg im Bereich eines Linearfüllers positioniert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein druckdichtes Verschließen des Behälters frühestens fünf Sekunden nach einer Zugabe
des flüssigen Stickstoffes durchgeführt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein druckdichtes Verschließen des Behälters frühestens zehn Sekunden nach einer Zugabe
des flüssigen Stickstoffes durchgeführt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Behälter im Anschluß an eine vorgegebene Vergasungsdauer für den flüssigen Stickstoff
druckdicht verschlossen wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Sterilisation mit Wasserstoffperoxid als Teil eines Wartungsablaufes durchgeführt
wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Sterilisation mit Wasserstoffperoxid in vorgegebenen Zeitabständen durchgeführt
wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Sterilisation mit Wasserstoffperoxid vor einer Produktionsaufnahme durchgeführt
wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der flüssige Stickstoff während seines Vergasens ein Spülen eines Kopfraumes des
befüllten Behälters durchführt.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß ein Verschluß nach der Zugabe des flüssigen Stickstoffes zunächst lose auf den Behälter
aufgesetzt und erst nach einem Ablauf einer vorgegebenen Vergasungszeit druckdicht
mit dem Behälter verbunden wird.
11. Vorrichtung zum sterilen Abfüllen von Behältern mit einem Produkt, die mindestens
eine Transporteinrichtung für die Behälter, mindestens eine Füllstation, mindestens
eine Dosiereinrichtung für flüssigen Stickstoff sowie mindestens eine Verschlußstation
zum Verschließen der Behälter aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Dosiereinrichtung (13) mit einer Sterilisiereinheit gekoppelt ist, die mit einer
Versorgung (29) zur Bereitstellung von Wasserstoffperoxid verbunden ist und daß die
Transporteinrichtung mindestens teilweise als ein Linearförderer ausgebildet ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Transporteinrichtung mindestens zwei relativ zueinander parallele Förderwege
aufweist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Dosiereinrichtung (13) mindestens ein mit Druckgas betätigtes Dosierventil (26)
umfaßt.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Sterilisiereinheit ein Sterilisierventil (30) zur gesteuerten Zugabe von Wasserstoffperoxid
aufweist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß das Dosierventil (26) über eine Verbindungsleitung und ein Absperrventil mit der
Stickstoffversorgung verbunden ist.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß eine Zuleitung des Wasserstoffperoxids in Strömungsrichtung des Stickstoffes hinter
dem Sperrventil vorgesehen ist.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß eine Zuführung für Wasserstoffperoxid in Strömungsrichtung des Stickstoffes in einem
Anfangsbereich einer verteilerleitung (25) vorgesehen ist.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß eine an das Dosierventil (26) angeschlossene Stickstoffdüse (31) im Bereich ihrer
dem Dosierventil (26) abgewandten Ausdehnung offen ausgebildet ist.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß die Stickstoffdüse (31) von einem im wesentlichen außerhalb des Sterilbereiches (34)
angeordneten Düsenträger (35) gehaltert ist.
20. Vorrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß ein in den Sterilbereich (34) hineinragendes Ende des Düsenträgers (35) von einer
Abdeckhülse (33) umschlossen ist.
21. Vorrichtung nach Anspruch 19 oder 20, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckhülse (33) mit dem büsenträger (35) verschraubt ist.
22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 19 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckhülse (33) elastisch gegenüber einer den Sterilbereich (34) begrenzenden
Wand (32) abgestützt ist.
23. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 19 bis 22, dadurch gekennzeichnet, daß diese Art der Verbindung von Düsenträger (35) und Abdeckhülse (33) Spannungen durch
unterschiedliche Längenänderungen von Verteilerleitung (25) und Wand (32) kompensiert.
24. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 19 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß ein den Düsenträger (35) mit der Abdeckhülse (33) verbindender Gewindebereich gegenüber
dem Sterilbereich (34) abgedichtet ist.
25. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 19 bis 24, dadurch gekennzeichnet, daß der Düsenträger (35) unter Verwendung der Abdeckhülse (33) gegenüber der Wand (32)
geklemmt ist.
26. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 25, dadurch gekennzeichnet, daß eine Sterilisation des Stickstoffes in einer örtlichen Nähe der Abfülleinrichtung
angeordnet ist.
27. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 26, dadurch gekennzeichnet, daß zur Verflüssigung des sterilen Stickstoffes ein Wärmetauscher (21) verwendet ist.
28. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 27, dadurch gekennzeichnet, daß die Dosiereinrichtung (13) in einer Transportrichtung der Behälter hinter der Füllstation
(6) und vor der Verschlußstation (7) angeordnet ist.