[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft das Gebiet der Reinigung von Textilien, insbesondere
flüssige Waschhilfsmittel sowie deren Verwendung als Farbfänger und/oder Vergrauungsinhibitoren.
[0002] Waschmittel mit verfärbungsinhibierenden Zusätzen sind bereits bekannt. So offenbart
DE 2814287 Wasch- und Reinigungsmittel welche zusätzlich 0.1 - 10 Gew.-% eines in Wasser löslichen
bzw. dispergierbaren Homo- bzw. Copolymeren des N-Vinylimidazols enthalten.
DE 2232353 offenbart Wasch- und Reinigungsmittel welche zusätzlich ein wasserlösliches Polyvinylpyrrolidon
und nichtionische Detergentien aufweisen.
[0003] Von Waschmitteln sind die Waschhilfsmittel zu unterscheiden. Waschhilfsmittel mit
verfärbungsinhibierenden Zusätzen sind ebenfalls bereits bekannt. So offenbart
DE 19646437 Waschhilfsmittel, welche Polymerisate mit mindestens 5 mol-% quarternierende Vinyl-Imidazol-Einheiten
enthalten.
US 5964939 offenbart einen wässrigen Conditioner welcher Farbstoff, eine Amin-Verbindung und
ein Polyvinylpyrrolidon enthält.
[0004] Des weiteren ist bekannt, dass flüssige Formulierungen von Kunden oftmals bevorzugt
werden, da eine leichtere und genauere Dosierung möglich ist. In flüssigen Formulierungen
wird jedoch häufig das Problem der Inkompatibilität einzelner Komponenten verschärft,
so dass viele in anderen Formulierungen mögliche Kombinationen von Komponenten nicht
praktikabel sind.
[0005] Zusammenfassend bleibt festzustellen, dass die Wirkung der bekannten Waschmittel
und Waschhilfsmittel bezüglich ihrer Eigenschaften als Vergrauungsinhibitor und /
oder Farbfänger oftmals als ungenügend empfunden wird, ferner wird deren Herstellung
teilweise als schwierig / kostenintensiv angesehen oder deren Handhabung als unpraktisch
betrachtet.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, weitere Waschhilfsmittel zur
Verfügung zu stellen, welche die Farbe während des Waschens fixieren und/oder eine
Übertragung inhibieren und eines oder mehrere der vorgenannten Probleme lösen.
[0007] Diese Aufgabe wird gelöst durch die Bereitstellung eines flüssigen Waschhilfsmittels
gemäss Anspruch 1. Vorteilhafte Ausführungsformen sind in der Beschreibung und den
abhängigen Ansprüchen angegeben. Weitere Aspekte der Erfindung sind in der Beschreibung
und den unabhängigen Ansprüchen angegeben. Die im Zusammenhang mit der vorliegenden
Erfindung gegebenen allgemeinen, bevorzugten und besonders bevorzugten Ausführungsformen,
Bereiche und Definitionen können beliebig miteinander kombiniert werden. Ebenso können
einzelne Definitionen, Ausführungsformen entfallen bzw. nicht relevant sein. Im folgenden
werden verschiedene Aspekte der Erfindung im Detail erläutert.
[0008] Die Erfindung betrifft in einem ersten Aspekt ein flüssiges Waschhilfsmittel umfassend,
d.h. enthaltend bzw. bestehend aus, (i) einem oder mehreren wasserlöslichen Homo-
und/oder Copolymerisaten von Vinylpyrrolidon und Vinylimidazol; (ii) einem oder mehreren
nichtionischen Tensiden; (iii) Wasser.
[0009] Unter "Waschhilfsmittel" wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung ein Mittel verstanden,
welches bei der Reinigung von Textilien selbst unwesentlich oder nicht waschaktiv
ist.
[0010] Es hat sich überraschend gezeigt, dass durch Kombination von Komponente i) und ii)
ein besonders ausgeprägter Effekt der Farbfixierung bzw. Inhibierung der Farbübertragung
erzielen lässt. Dieser Effekt ist in Standard-Versuchen sowohl in Laborgeräten als
auch in handelsüblichen Waschmaschinen nachweisbar. Es hat sich weiterhin überraschend
gezeigt, dass Waschhilfsmittel wie hier beschrieben neben ihrer guten Wirkung sowohl
eine einfache Handhabung zeigen als auch eine sehr gute Produktstabilität aufweisen.
[0011] Homo-Polymerisate und Co-Polymerisate von Vinylpyrrolidon und Vinylimidazol sind
bekannt, vgl. vorstehend zitierte Literatur. Die Polymerisate können linear oder verzweigt
sein, bevorzugt sind lineare Polymere. Geeignete Polyemrisate sind wasserlöslich,
d.h. sie weisen eine Löslichkeit von mindestens 30m-% (20°C; pH = 7 - 9)auf. Solche
Polymerisate sind bekannt oder können nach bekannten Methoden hergestellt werden.
[0012] Nichtionische Tenside sind bekannt, bevorzugt werden nichtionische Tenside aus der
Gruppe der ethoxylierten Fettalkohole und Fettsäuren. Geeignete ethoxlyierte Fettalkohole
haben die Formel (II), geeignete ethoxlyierte Fettsäuren haben die Formel (III)
RO(CH
2CH
2O)
nH (II),
R(CO)O(CH
2CH
2O)
nH (III),
wobei in beiden Fällen R für einen Alkyl- oder Alkenylrest mit 10 bis 20 C-Atomen
steht und n für eine ganze Zahl von 3 - 15, besonders bevorzugt von 6 - 10, beispielsweise
7. Ebenfalls von der Erfindung umfasst sind Mischungen von ethoxylierten Fettalkoholen
und/oder Fettsäuren mit verschiedener C-Zahl und/oder verschiedenem Ethoxylierungsgrad.
Geeignete Verbindungen weisen eine Molmasse von 300 - 1000 g/mol, bevorzugt 400 -
700 g/mol, z.B. 520 g/mol auf.
[0013] In einer weiteren Ausführungsform betrifft die vorliegende Erfindung ein Waschhilfsmittel,
welches als Komponente iv) zusätzlich eine oder mehrere Verbindungen der Formel (I),

worin R für C
8- C
18 Alkyl steht, enthält. Bevorzugt ist die Verbindung der Formel (I) in welcher R zum
grösseren Teil C12 -C14 Alkyl enthält. Die Verbindung der Formel (I) kann, in Abhängigkeit
vom pH-Wert, neben oben gezeigter Struktur auch als Kation, Zwitterion oder Anion
vorliegen:

[0014] Alle diese Formen, sowie die entsprechenden Salze (wie z.B. das Na-Salz) sind von
vorliegender Erfindung umfasst, wobei auf Formel (I) Bezug genommen wird.
[0015] Die Verbindung ist als N-Kokosnussfettsäureamidoethyl-N-hydroxyethyl-glycinat Natriumsalz
unter dem Handelsnamen "Rewoteric AM C" als wässrige Lösung erhältlich, welche ca.
33 m-% Verbindung (I) und 7 m-% NaCl enthält. Es hat sich überraschend gezeigt, dass
sich durch Zugabe von Komponente iv) der Effekt der Farbfixierung bzw. Inhibierung
von Farbübertragung und Vergrauung deutlich steigern lässt. Dieser Effekt ist in Standard-Versuchen
sowohl in Laborgeräten als auch in handelsüblichen Waschmaschinen nachweisbar.
[0016] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird als
Komponente i) ein wasserlösliches Copolymer aus Vinylpyrrolidon und Vinylimidazol
verwendet, welches linear ist.
[0017] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform werden Co-Polyemrisate verwendet,
in denen das Verhältnis von Vinylpyorrlidon zu Vinylimidazol im Bereich 1:10-10:1,
bevorzugt im Bereicht 2:1-1:2, z.B. 1:1 ist.
[0018] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird als
Komponente ii) ein Oxoalkohol-Mischung der Formel (II) verwendet, welche zu 2/3 aus
R=C
13 und zu 1/3 aus R=C
15 besteht und im Mittel 7 Ethylenoxid-Einheiten enthält (n=7).
[0019] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung bestehen die Waschhilfsmittel
im Wesentlichen aus den vorstehend genannten Komponenten i) - iii) oder i) - iv).
Mit "im wesentlichen" wird darauf verwiesen, dass die eingesetzten Komponenten in
Form der Handelswaren auch Verunreinigungen, Nebenprodukte und / oder Additive enthalten
können.
[0020] In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthalten die Waschhilfsmittel
neben den Komponenten i) - iii) bzw. i) - iv) noch weitere Komponenten, insbesondere
die nachstehend aufgeführten Komponenten v) - xii). Diese optionalen Komponenten müssen
so ausgewählt sein, dass sie mit den obligatorischen Komponenten kompatibel sind.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung können eine oder mehrere dieser Komponenten dem
Waschhilfsmittel zugegeben werden.
[0021] Als Komponente v) können eines oder mehrere Lösungsmittel zugesetzt werden. Geeignete
Lösungsmittel sind auf dem Gebiet der Waschmittel / Waschhilfsmittel bekannt. Bevorzugt
sind biologisch abbaubare Lösungsmittel, z.B. aus der Gruppe der Alkohole (z.B. Ethanol)
und der Polyole (z.B. Polyethylenglykol 400, 1,2-Propylenglykol, Glycerin). Solche
Lösungsmittel verbessern die Löslichkeit der vorhandenen Komponenten und / oder erhöhen
die Stabilität des Waschhilfsmittels. Dadurch kann die Konzentration des Waschhilfsmittels
erhöht werden und/oder die Lagerstabilität verbessert werden.
[0022] Als Komponente vi) können Säuren oder Basen zugesetzt werden, um einen gewünschten
pH Wert einzustellen. Geeignete Säuren / Basen sind auf dem Gebiet der Waschmittel
/ Waschhilfsmittel bekannt. Bevorzugt wird das erfindungsgemässe Waschhilfsmittel
durch Zugabe einer Base (z.B. Triethanolamin) basisch gestellt.
[0023] Als Komponente vii) können Verdicker eingesetzt werden, um die Viskosität des erfindungs-gemässen
Waschhilfsmittels einzustellen. Geeignete Verdicker sind auf dem Gebiet der Waschmittel
/ Wasch-hilfsmittel bekannt, geeignet sind z.B. Polysaccaride wie Kelzan T.
[0024] Als Komponente iix) können Enthärter eingesetzt, um die Vergrauung der Waschtextilien
und Ablagerungen in der Waschmaschine zu verringern. Geeignete Enthärter sind auf
dem Gebiet der Waschmittel / Waschhilfsmittel bekannt, bevorzugt wird bei dem erfindungsgemässen
Waschhilfsmittel das Na-Salz eines modifizierten Polycarboxylats eingesetzt.
[0025] Als Komponente ix) können Verbindungen zugesetzt werden, die die Optik beeinflussen,
wie z.B. Farbstoffe, unmodifizierte oder modifizierte Polystyrol-Dispersionen.
[0026] Als Komponente x) können handelsübliche Parfüme zugesetzt werden.
[0027] Als Komponente xi) können handelsübliche Konservierungsmittel, wie bspw. ein Isothiazolin-Derivat,
eingesetzt werden
[0028] Als Komponente xii) können handelsübliche anionische, kationische oder amphotere
Tenside zugesetzt werden. Ein solcher Zusatz führt im allgemeinen nicht zu einer Verbesserung
des erfindungsgemässen Waschhilfsmittels.
[0029] Als weitere Komponente(n) können in den erfindungsgemässen Waschhilfsmitteln verschiedene
anorganische oder organische Nebenprodukte enthalten sein, die als Nebenkomponente
der vorstehend genannten Komponenten in kommerziell erhältlichen Produkten ("Bulkware")
vorkommen, bspw. NaCl.
[0030] Als weitere Komponente(n) können in den erfindungsgemässen Waschhilfsmitteln verschiedene
anorganische oder organische Verbindungen enthalten sein, die in den vorstehend genannten
Komponenten in kommerziell erhältlichen Produkten zur Verbesserung mechanischer Eigenschaften,
Stabilität, Lagerfähigkeit, Dosierbarkeit, Sicherheit zugesetzt werden.
[0031] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung können eine oder mehrere dieser Komponenten
in beliebiger Kombination zugesetzt werden.
[0032] Die Gewichtsanteile der einzelnen Komponenten am erfindungsgemässen flüssigen Waschhilfsmittel
können in breiten Bereichen variieren. Sie hängen u.a. von den jeweiligen verwendeten
Komponenten und der beabsichtigten Formulierung ab und können in einfachen Reihenversuchen
optimiert werden. Als Anhaltspunkt sollen die Folgenden Werte dienen:
Komponente i) kann zu 0.01 - 30 m-%, bevorzugt zu 0.2 - 2 m-% zugesetzt werden.
Komponente ii) kann 0.5 - 50 m-%, bevorzugt zu 2 - 10 m-% zugesetzt werden.
Komponente iii) (Wasser) bildet die Differenz zu 100m-%, typischerweise sind 50 -
95 m-% Wasser im erfindungsgemässen Waschhilfsmittel enthalten. Es hat sich als vorteilhaft
erwiesen, so viel Wasser zuzusetzen, dass etwa 50 ml fertig formuliertes Waschhilfsmittel
auf 10 1 Wasser dosiert werden können und so ein wirksamer Effekt als Farbfänger /
Vergrauungsinhibitor erzielt wird.
Komponente iv), sofern vorhanden, wird zu 0.01 - 7 m-%, bevorzugt zu 0.05-1 m-% zugesetzt.
Komponente v), sofern vorhanden, wird bis zu 30 m-% zugesetzt.
Komponente vi), sofern vorhanden, wird in einer Menge zugesetzt, bis der gewünschte
pH-Wert erreicht ist.
Komponente vii), sofern vorhanden, wird in einer Menge zugesetzt, bis die gewünschte
Viskosität erreicht ist, üblicher weise im Bereich von 0.1-3m-%.
[0033] Als vorteilhaft hat es sich erwiesen, wenn das Verhältnis von Komponente (i) zu (ii)
im Bereich von 2:1 bi 1:20, bevorzugt im Bereich von 1:2 - 1:10 liegt.
[0034] Als vorteilhaft hat es sich weiter erwiesen, wenn das Verhältnis von Komponente (iv)
zu (ii) im Bereich von 1:1 bis 1:60, bevorzugt im Bereich von 1:5 - 1:30 liegt.
[0035] Die einzelnen Komponenten des erfindungsgemässen Waschhilfsmittels sind bekannt und
kommerziell erhältlich oder können nach bekannten Verfahren hergestellt werden.
[0036] Die Herstellung der erfindungsgemässen Waschhilfsmittel erfolgt auf an sich bekannte
Art durch Mischen der einzelnen Komponenten. Die Erfindung betrifft daher in einem
weiteren Aspekt ein Verfahren zum Herstellen eines flüssigen Waschhilfsmittels, dadurch
gekennzeichnet, dass die einzelnen Komponenten miteinander gemischt werden, bis eine
einheitliche Phase entsteht. Weitere Details können den Beispielen entnommen werden.
[0037] Die vorstehend beschriebenen Waschhilfsmittel sind besonders geeignet als Farbfänger
und / oder Vergrauungsinhibitoren. Die Erfindung betrifft daher in einem weiteren
Aspekt die Verwendung der beschriebenen flüssigen Waschhilfsmittel als Vergrauungsinhibitoren
und/oder Farbfänger (Farbübertragungsinhibitor). Ein Farbübertragungsinhibitor verringert
die Übertragung von in der Waschflotte gelösten Farbstoffen zurück auf die Wäsche.
Die Begriffe Farbfänger und Farbübertragungs-inhibitor werden synonym verwendet. Ein
Vergrauungs-inhibitor verhindert, dass abgelöster Schmutz aus der Waschflotte wieder
auf die Wäsche aufzieht.
[0038] Die Verwendung der vorstehend beschriebenen Waschhilfsmittel erfolgt auf an sich
bekannte weise, indem das Waschhilfsmittel den zu reinigenden Textilien direkt zudosiert
wird. Die Erfindung betrifft daher in einem weiteren Aspekt ein Verfahren zum Reinigen
von Textilien in Gegenwart einer effektiven Menge eines flüssigen Waschhilfsmittels
wie vorstehend beschrieben.
[0039] Alternativ kann das erfindungsgemässe Waschhilfsmittel aus einem Mehrkammerbehälter
(z.B. Ein Zweikammerbehälter) heraus verwendet werden. Zu diesem Zweck wird ein entsprechender
Behälter mit Waschhilfsmittel wie vorstehend beschrieben und Waschmittel in den entsprechenden
Kammern befüllt. Geeignet sind i) portionierte Zweikammerbehälter, z.B. Beutel welche
sich in der Waschmaschine rückstandsfrei auflösen oder Beutel welche in einem Applikator
zur Anwendung kommen können, in welchem die Hülle z.B. durchstossen wird oder ii)
2- oder Mehr-Kammer-Behälter, z.B. Zweikammerflaschen. Bevorzugt sind Zweikammerflaschen.
Geeignete Behälter sind bekannt, vgl. bspw.
WO2004/053042, insbesondere S. 3, 3. Abs. bis S. 5 Mitte. Die Erfindung betrifft daher auch einen
Mehrkammerbehälter, insbesondere einen Zweikammerbehälter, enthaltend ein Waschhilfsmittel
wie vorstehend beschrieben in einer der Kammern. Derartige Mehrkammerbehälter bilden
eine anwenderfreundliche Verpackung. Auch ist es möglich, die Kammern so zu gestalten,
dass Waschhilfsmittel und Waschmittel im optimalen Verhältnis zueinander entnommen
werden können. Die Erfindung betrifft daher auch einen Mehrkammerbehälter, insbesondere
einen Zweikammerbehälter, enthaltend ein Waschhilfsmittel wie vorstehend beschrieben
in einer der Kammern und Waschmittel in einer weiteren Kammer, dadurch gekennzeichnet,
das die Kammern an das gewünschte Verhältnis von Waschhilfsmittel zu Waschmittel angepasst
sind.
[0040] Die Erfindung wird in der Folge anhand einiger Beispiele näher erläutert. Diese Beispiele
dienen der Illustration und sind keineswegs für die Erfindung limitierend.
[0041] Bsp. 1, Herstellung von Waschhilfsmitteln: Durch einfaches Vermischen der in der
nachfolgenden Tabelle angegebenen Inhaltsstoffe in den angegebenen Mengen in Gewichtsprozent
wurden die Waschhilfsmittel WHM1 bis WHM5 hergestellt, wobei das Xanthan in Wasser
vorgequollen wurde, worauf die restlichen Inhaltsstoffe in beliebiger Reihenfolge
zugegeben wurden.
| |
WHM1 |
WHM2 |
WHM3 |
WHM4 |
WHM5 |
| Vinylpyrrolidon / Vinyl-imidazol - Copolymer |
0.2 |
0.6 |
0.6 |
1 |
1.5 |
| Fettalkoholethoxylat 6-7 EO |
10 |
5 |
5 |
8 |
2 |
| Na-Salz des n-Kokosnuss-N-fettsäureamidoethyl-N-hydroxyethyl-glycinat |
-- |
-- |
0.15 |
-- |
-- |
| Alkylpolyglykoside |
1 |
-- |
-- |
-- |
-- |
| Na-Alkansulfonat |
1 |
-- |
-- |
-- |
-- |
| Propylenglykol |
15 |
10 |
10 |
10 |
5 |
| Ethanol |
5 |
2.8 |
2.8 |
5 |
2 |
| Triethanolamin |
0.2 |
0.24 |
0.24 |
0.27 |
0.3 |
| Xanthan |
-- |
0.3 |
0.3 |
-- |
0.3 |
| Parfümöle, Farbstoffe, Konservierungsmittel, Trübungsmittel als übliche Handelswaren |
1 |
1 |
1 |
1 |
1 |
| entmineralisiertes Wasser |
66.6 |
80.06 |
79.91 |
74.73 |
87.9 |
[0042] Bsp. 2, Waschversuche im Laborgerät: Die folgenden Waschversuche werden in einem
Laborwaschgerät Linitest der Firma Heraeus Industrietechnik gemäss folgendem Schema
durchgeführt:
- 1. Geräte und Materialien
- Geräte
- Laborwaschgerät Linitest der Firma Heraeus Industrietechnik
- Edelstahlkugeln (Durchmesser 5mm und 10mm)
- Stoffe / Farbgeber
- Direktblau 71 / WFK DB 71
- Jeansstoff blau / Verkaufsware
- Stoffe / Farbnehmer
- Baumwolle 10A / WFK 10A
- Polyamid 40A / WFK 40A
- Wasser: 20°C; Härte 25° fH
- 2. Prüfbedingungen
- Geräteparameter Linitest
- Becher: 500ml Volumen
- Drehfrequenz: 40 1/min
- Heizleistung 6 KW
- Waschtemperatur: 60°C
- eingestellte Zeit: 30 min
- 3. Dosierung
- Flüssiges Colorwaschmittel 2.4ml
- Farbfängertuch 1/5 Tuch (2.3x4.2 cm2)
- WHM 1.2ml
- 4. Testablauf
- Die Stoffe (Farbgeber und Farbnehmer) werden in 10x16 cm grosse Stücke geschnitten.
- Jeder Becher wird mit den beiden Farbnehmern (1 Stück Baumwolle10A und ein Stück Polyamid
40A) bestückt. Dazu gibt man pro Becher einen Farbgeber, 300g Wasser, 10 Edelstahlkugel
Durchmesser 5mm, 10 Edelstahlkugel Durchmesser 10mm und das zu testende Produkt
- Die befüllten und verschlossenen Becher werden in das Linitest-Gerät eingebaut, die
Wanne wird mit 20 Liter kaltem Leitungswasser gefüllt, das Gerät wird programmiert
und gestartet.
- Die Wanne muss für jeden Test neu mit kaltem Leitungswasser gefüllt werde.
- Nach Ablauf des Programms werden die Becher geleert, die Farbgeber entsorgt und die
Farbnehmer gründlich unter fliessend kaltem Leitungswasser gespült.
- Die Farbnehmer werden getrocknet und gebügelt.
- Aus jedem der Farbnehmer wird ein Rechteck von 3x4,5 cm ausgeschnitten. Diese Rechtecke
werden, zusammen mit einem Stück ungewaschenem Farbnehmer als Referenz, auf den entsprechenden
Prüfbogen aufgeklebt.
- Die Beurteilung erfolgt visuell.
- 5. Interpretation der Resultate
[0043] Die Farbübertragung wird folgendermassen bewertet:
| keine Verfärbung |
0 Punkte |
| gering Verfärbung |
1 Punkt |
| mässige, gut sichtbar Verfärbung |
2 Punkte |
| gut sichtbar Verfärbung |
3 Punkte |
| starke Verfärbung |
4 Punkte |
[0044] Die Ergebnisse sind in nachstehender Tabelle zusammengefasst:
| Farbgeber |
Direktblau 71 |
Direktblau 71 |
Jeansstoff |
Jeansstoff |
| Farbnehmer |
Baumwolle |
Polyester |
Baumwolle |
Polyester |
| Flüssiges Colorwaschmittel* |
4 |
2 |
3 |
2 |
| Flüssiges Colorwaschmittel +Farbfänger-Tücher* |
3 |
2 |
2 |
1 |
| Flüssiges Colorwaschmittel* + WHM2 |
1 |
1 |
1 |
0 |
| Flüssiges Colorwaschmittel* + WHM3 |
0 |
0 |
0 |
0 |
[0045] Bsp. 3, Waschversuche in handelsüblicher Waschmaschine: Die folgenden Waschversuche werden
in einem Handelsüblichen Waschmaschine der Firma Miele gemäss folgendem Schema durchgeführt:
- 1. Geräte und Testmaterialien
- 2. Prüfbedingungen
Geräteeinstellung der Miele Novotronic W 300 - 75 CH; Programm 40°C Koch-/Buntwäsche
Kurzprogramm
- 3. Dosierung
- Flüssiges Colorwaschmittel 80ml
- Farbfängertuch 2 Tücher (Tuch je 11.5x10cm2)
- WHM 40ml
- 4. Testablauf
- Die Stoffe (Farbgeber und Farbnehmer) werden in 50x50 cm grosse Stücke geschnitten.
- Die Trommel der Waschmaschine wird mit dem Ballast, dem Standartschmutzballast und
den beiden Farbnehmern (1 Stück Baumwolle10A und ein Stück Polyamid 40A) bestückt.
Dazu gibt man 2 Stücke des gleichen Farbgebers sowie das zu testende Produkt (Flüssige
Produkte werden in einer Dosierkugel dosiert)
- Nach Ablauf des Programms werden die Farbgeber entsorgt und die Farbnehmer gründlich
unter fliessend kaltem Leitungswasser gespült.
- Die Farbnehmer werden getrocknet und gebügelt.
- Aus jedem der Farbnehmer wird ein Rechteck von 3x4,5 cm ausgeschnitten. Diese Rechtecke
werden, zusammen mit einem Stück ungewaschenem Farbnehmer als Referenz, auf den entsprechenden
Prüfbogen aufgeklebt.
- Die Beurteilung erfolgt visuell.
- 5. Interpretation der Resultate
[0046] Die Farbübertragung wird folgendermassen bewertet:
| keine Verfärbung |
0 Punkte |
| gering Verfärbung |
1 Punkt |
| mässige, gut sichtbar Verfärbung |
2 Punkte |
| gut sichtbar Verfärbung |
3 Punkte |
| starke Verfärbung |
4 Punkte |
[0047] Die Ergebnisse sind in nachstehender Tabelle zusammengefasst:
| Farbgeber |
Direktblau 71 |
Direktblau 71 |
Jeansstoff |
Jeansstoff |
| Farbnehmer |
Baumwolle |
Polyester |
Baumwolle |
Polyester |
| Flüssiges Colorwaschmittel* |
3 |
2 |
3 |
2 |
| Flüssiges Colorwaschmittel +Farbfänger-Tücher* |
2 |
2 |
2 |
1 |
| Flüssiges Colorwaschmittel* + WHM2 |
1 |
1 |
1 |
0 |
| Flüssiges Colorwaschmittel* + WHM3 |
0 |
0 |
0 |
0 |
1. Flüssiges Waschhilfsmittel enthaltend bzw. bestehend aus
(i) ein oder mehrere wasserlösliche Homo- und/oder Copolymerisate von Vinylpyrrolidon
und Vinylimidazol;
(ii) ein oder mehrere nichtionische Tenside;
(iii) Wasser.
2. Waschhilfsmittel gemäss Anspruch 1 enthaltend zusätzlich
(iv) ein oder mehrer Verbindungen der Formel (I)

worin R für C8 - C18 Alkyl, im Besonderen für C12-C14, steht.
3. Waschhilfsmittel gemäss einem der vorherigen Ansprüche wobei die Komponente (i) eine
Löslichkeit von mindestens 30m-% in Wasser (20°C, pH = 7 - 9) aufweist.
4. Waschhilfsmittel gemäss einem der vorherigen Ansprüche wobei die Komponente (i) ein
wasserlösliches Copolymer aus Vinylpyrrolidon und Vinylimidazol verwendet, welches
linear ist.
5. Waschhilfsmittel gemäss einem der vorherigen Ansprüche wobei die Komponente (ii) ausgewählt
ist aus der Gruppe der ethoxylierten Fettalkohole und Fettsäuren.
6. Waschhilfsmittel gemäss Anspruch 5, wobei die Komponente (ii) eine Mischung aus Fettalkoholen
der Formel (II) ist,
RO(CH2CH2O)nH (II)
worin
n = 7 und
R zu 60 - 75 mol-% n-C13H17 und zu 25 - 40 mol-% n-C15H31 ist.
7. Waschhilfsmittel gemäss einem der Ansprüche 2 - 6 wobei die Komponente (iv) N-Kokosnuss-fettsäureamidoethyl-N-hydroxyethyl-glycinat
Natriumsalz ist
8. Waschhilfsmittel gemäss einem der vorherigen Ansprüche, wobei das Verhältnis von Komponente
(i) zu (ii) im Bereich von 2:1 bi 1:20, bevorzugt im Bereich von 1:2 - 1:10 liegt.
9. Waschhilfsmittel gemäss einem der vorherigen Ansprüche, wobei das Verhältnis von Komponente
(iv) zu (ii) im Bereich von 1:1 bis 1:60, bevorzugt im Bereich von 1:5 - 1:30 liegt.
10. Waschhilfsmittel gemäss einem der vorherigen Ansprüche, wobei der Wassergehalt bei
50 - 95 % liegt.
11. Mehrkammerbehälter, insbesondere Zweikammerbehälter, enthaltend ein Waschhilfsmittel
wie vorstehend beschrieben in einer der Kammern.
12. Verwendung von Waschhilfsmitteln gemäss einem der vorherigen Ansprüche als Farbfänger
und/oder Vergrauungsinhibitor.