[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Kondensators nach dem
Oberbegriff des Patentanspruches 1.
[0002] Kondensatoren für Klimaanlagen von Kraftfahrzeugen werden im Allgemeinen als gelötete
Wärmeübertrager hergestellt. Kondensatoren, die zusätzlich einen Sammelbehälter mit
einem Trocknereinsatz und einem Trocknergranulat enthalten, werden in der Regel nicht
komplett gelötet, sondern zunächst ohne den Trocknereinsatz, der meistens aus Kunststoff
besteht, und ohne das Trocknergranulat, welches in der Regel auch nicht hitzebeständig
ist. Die Trocknereinheit bzw. das Granulat werden daher erst nach dem Löten des Kondensators
im Ofen in den Sammelbehälter eingesetzt bzw. eingefüllt, der anschließend mechanisch
oder stoffschlüssig verschlossen wird.
[0003] Durch die
DE 103 06 192 A1 wurde ein gelöteter Kondensator mit einem Sammelbehälter bekannt, in welchen nach
dem Löten eine Trocknerpatrone eingesetzt und dort fixiert wird. Anschließend wird
der Sammler mit einem Deckel verschlossen, und zwar durch Verlöten, Verschweißen oder
Verkleben.
[0004] Durch die
DE 103 53 939 A1 wurde ein Herstellungsverfahren für einen Kondensator bekannt, welcher einen Sammler
mit einem darin angeordneten Trockner aufweist. Nach dem bekannten Verfahren wird
zunächst der Kondensator im Lötofen gelötet, anschließend werden die Filtervorrichtung
und der Trockner in das offene Sammelrohr eingesetzt, welches anschließend permanent
verschlossen wird, und zwar vorzugsweise durch Schweißen mit geringem Wärmeeintrag,
um den Kunststoffbehälter im Sammler nicht zu beschädigen.
[0005] Durch die
DE 101 64 668 A1 der Anmelderin wurde ein gelöteter Kondensator mit einem Sammelbehälter (auch Sammler
genannt) bekannt, in welchen nach dem Lötprozess im Lötofen eine Filterpatrone mit
Trocknergranulat eingesetzt und am Boden verankert wird. Anschließend wird der Sammler
durch einen Deckel verschlossen und stoffschlüssig, d. h. unlösbar mit dem Sammler
verbunden.
[0006] Durch die
DE 102 13 194 wurde ein gelöteter Kondensator mit einem Sammler bekannt, der einen Trockner und/oder
einen Filter in sich aufnimmt, wobei das Trocknermittel, d. h. ein Granulat direkt,
d. h. ohne ein Kunststoffbehälter in den Sammler eingefüllt wird. Dazu werden in den
als Rohr ausgebildeten Sammler eine untere und eine obere Lochscheibe eingesetzt,
zwischen denen das Trocknergranulat deponiert wird. Anschließend wird das obere Ende
des Sammlers durch einen Deckel verschlossen. Danach wird der gesamte Kondensator
einschließlich Trocknergranulat in einem Lötofen gelötet, sodass er anschließend komplett
ist. Für diesen Lötprozess wird ein hitzebeständiges Trocknergranulat verwendet.
[0007] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, das Herstellverfahren für einen Kondensator
der eingangs genannten Art zu verbessern, insbesondere wirtschaftlicher zu gestalten.
[0008] Die Aufgabe der Erfindung wird durch die Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst.
Erfindungsgemäß wird zunächst der Kondensator - ohne Trocknergranulat - in einem Lötofen
gelötet, wobei der Sammler offen bleibt. Danach wird das Trocknergranulat direkt in
den Sammler eingefüllt, und abschließend wird der Sammler durch einen Deckel unlösbar
verschlossen, und zwar vorzugsweise gelötet oder lasergeschweißt. Das Löten kann mit
einer Flamme durchgeführt werden, manuell oder mit einen Handhabungsgerät (Roboter).
Vorteilhaft bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ist, dass die Zahl der Teile und der
Montageschritte reduziert werden kann. Damit wird das Herstellverfahren kostengünstiger.
[0009] Nach einer bevorzugten Ausführungsform werden vor dem Deponieren des Trocknergranulats
eine erste Lochscheibe und nach dem Deponieren des Trocknergranulats eine zweite Lochscheibe
in den Sammler eingesetzt, es sind also keine Patrone und kein Käfig erforderlich.
Durch die Lochscheibe kann das Kältemittel in Kontakt mit dem Trocknergranulat kommen,
sodass eine wirksame Trocknung möglich ist. Vorzugsweise kann die obere Lochscheibe
über eine Druckfeder, die sich am oberen Deckel des Sammlers abstützt, gegen das Granulat
gedrückt werden. Damit wird eine ständige Anpressung der Lochscheibe gegenüber der
Granulatschüttung erreicht.
[0010] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird das Stirnende des Sammlers,
der als Rohr ausgebildet sein kann, derart verformt, dass eine formschlüssige Verbindung
zwischen dem Stirnende des Sammlers und dem eingesetzten Deckel erzielt wird. Damit
wird eine Fixierung des Deckels, der von innen durch die Druckfeder belastet ist,
vor dem Löten erzielt. Das Stirnende des Sammlerrohres kann beispielsweise umgebördelt
oder konisch eingezogen sein.
[0011] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im
Folgenden näher beschrieben. Es zeigen
- Fig. 1
- einen Sammler mit einem Sammelrohr eines nicht dargestellten Kondensators (erstes
Ausführungsbeispiel),
- Fig. 2
- einen Sammler mit einem Sammelrohr eines nicht vollständig dargestellten Kondensators
(zweites Ausführungsbeispiel),
- Fig. 3
- einen Teilschnitt durch den unteren Teil des Sammlers,
- Fig. 4
- einen Querschnitt durch den Sammler und das Sammelrohr und
- Fig.5
- eine perspektivische Darstellung auf die oberen Stirnenden von Sammelrohr und Sammler.
[0012] Fig. 1 zeigt einen Sammler 1, auch Sammelbehälter genannt, mit einem Sammelrohr 2,
welche parallel zueinander angeordnet sind und über Durchtrittsöffnungen 3, 4 miteinander
kommunizieren. Das Sammelrohr 2 ist in nicht dargestellter Weise mit Flachrohren eines
nicht dargestellten Kondensators verbunden, der für eine Klimaanlage eines Kraftfahrzeuges
verwendbar ist. Der Sammler 1 ist vorzugsweise aus einem extrudierten Profilstück
1 a und einem Rohr 1b zusammengesetzt. Das Profilstück 1 a ist durch einen Deckel
5 stirnseitig verschlossen und nimmt in sich - zwischen den beiden Durchtrittsöffnungen
3, 4 - eine Filterscheibe 6 auf. Im Rohr 1 b des Sammlers 1 ist zwischen zwei Lochscheiben
7, 8 eine Schüttung von Trocknergranulat 9 angeordnet. Das Rohr 1b weist im Bereich
der Lochscheibe 7 nach innen gerichtete Einformungen, z. B. in Form von Sicken 10
oder Noppen auf, an welchen sich die Lochscheibe 7 abstützt. Das Stirnende des Rohres
1b ist durch einen Deckel 11 verschlossen, wobei zwischen Deckel 11 und Lochscheibe
8 eine Druckfeder 12 angeordnet ist, welche die Lochscheibe 8 gegen das Granulat 9
drückt. Der vorstehend beschriebene Kondensator ist soweit grundsätzlich aus der eingangs
genannten
DE 102 13 194 A1, entsprechend der
WO 03/081146 A1, bekannt.
[0013] Erfindungsgemäß wird der oben beschriebene Kondensator wie folgt hergestellt: Zunächst
wird der Kondensator mit Ausnahme der Lochscheiben 7, 8 des Trocknergranulats 9, des
Deckels 11 und der Feder 12 in einem nicht dargestellten Lötofen gelötet. Nach dem
Verlassen des Lötofens ist der Sammler 1 bzw. das Rohr 1 b somit stirnseitig offen.
Zunächst wird die Lochscheibe 7 in das Rohr 1 b eingesetzt, bis sie auf den Sicken
10 zur Anlage kommt. Danach wird das Trocknergranulat 9 eingefüllt, anschließend wird
die zweite Lochscheibe 8 eingesetzt, die auf dem Granulat 9 zur Auflage kommt. Danach
wird die Druckfeder 12 auf die Lochscheibe 8 gesetzt und anschließend der Deckel 1
in das Rohr 1b eingesetzt, wobei das Rohrende 1 c zur Fixierung des Deckels 11 nach
innen umgebördelt werden kann. Abschließend wird der Deckel 11 mit dem Rohr 1 dicht
verlötet, was vorzugsweise durch Löten mit einer Lötflamme - manuell oder mit einem
Handhabungsgerät - erfolgt. Lot kann als Lotplattierung auf dem Deckel 11 deponiert
werden. Der Wärmeeintrag bei der Lötung ist derart auf die Lötstelle, d. h. den Umfang
des Deckels 11 begrenzt, sodass die bereits vorhandene Lötverbindung aufgrund des
Lötprozesses im Lötofen nicht beeinträchtigt wird. Damit ist der Kondensator einschließlich
Trockner 9 fertig gestellt.
[0014] Fig. 2 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung, wobei für gleiche Teile
gleiche Bezugszahlen verwendet werden. Zusätzlich sind von den Flachrohren Rohrenden
13 dargestellt, welche in das Sammelrohr 2 münden. Im Unterschied zum Ausführungsbeispiel
gemäß Fig. 1 ist hier die Druckfeder 12 entfallen. Stattdessen liegt der Deckel 11
direkt auf dem Granulat auf und wird nach außen durch ein konisch eingezogenes Rohrende
1 c fixiert.
[0015] Das erfindungsgemäße Verfahren läuft im Wesentlichen gleich ab wie das oben beschriebene
Herstellungsverfahren zu dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1. Nachdem der Kondensator
fertig gelötet aus dem Lötofen entnommen wurde, ist das Rohr 1 b stirnseitig offen,
sodass von dort her die Lochscheibe 7 eingesetzt werden kann, bis sie auf den eingeformten
Fixierelementen 10 (Sicken) zur Anlage kommt. Danach wird das Granulat 9 eingefüllt,
der Deckel 11 wird in das Rohr 1 b eingesetzt und durch Umbördeln bzw. Einziehen des
Rohrendes 1 c fixiert. Abschließend wird der Deckel 11 mit dem Rohr 1 b verlötet -
wie oben beschrieben. Alternativ wäre auch eine Laserschweißung, d. h. mit geringem
Wärmeeintrag möglich.
[0016] Fig. 3 zeigt einen unteren Ausschnitt des Kondensators mit dem Profilstück 1a, welches
durch den Deckel 5 stirnseitig verschlossen ist. Das Profilstück 1 a ist mit dem Sammelrohr
2 verbunden, welches die Rohrenden 13 aufnimmt. An den oberen Teil des Profilstückes
1 a schließt sich das Rohr 1 b an.
[0017] Fig. 4 zeigt einen Querschnitt durch das Rohr 1b des Sammlers 1 und das Sammelrohr 2, welches
aus einem Boden 2a, welcher die Rohrenden 13 aufnimmt, und einem Deckel 2b gefügt
ist. Der Deckel 2 b ist über ein Verbindungsstück 14 mit dem Rohr 1 b des Sammlers
1 verbunden.
[0018] Fig. 5 zeigt in perspektivischer Darstellung den oberen Eckbereich des fertigen Kondensators
mit Sammelrohr 2 und Sammler 1 bzw. Rohr 1b. Das Rohr 1 b ist stirnseitig durch den
Deckel 11 verschlossen, wobei das Rohrende 1c partiell, d. h. über einen Teil des
Umfanges konisch eingezogen ist, sodass der Deckel 11 formschlüssig gehalten ist.
Wie oben erwähnt, ist der Deckel 11 mit dem Rohr 1b druckdicht verlötet oder verschweißt.
Das Einsetzen des Deckels 11, das Umbördeln des Rohrendes 1 c und das Verlöten des
Deckels 11 mit dem Rohr 1 b erfolgen als letzte Verfahrensschritte bei der Herstellung
des Kondensators.
1. Verfahren zur Herstellung eines Kondensators für eine Klimaanlage eines Kraftfahrzeuges,
wobei der Kondensator einen Rippen und Rohre umfassenden Block, beiderseits des Blockes
angeordnete Sammelrohre (2) sowie einen Sammler (1) aufweist, in welchem ein Trocknergranulat
(9) deponierbar und der durch einen unteren (5) und einen oberen (11) Deckel verschließbar
ist,
gekennzeichnet durch folgende, nacheinander ablaufende Verfahrensschritte:
- zunächst wird der den Block, die Sammelrohre (2), den Sammler (1) und den unteren
Deckel (5) umfassende Kondensator in einem Lötofen gelötet,
- anschließend wird das Trocknergranulat (9) im Sammler (1) deponiert, und
- abschließend wird der obere Deckel (11) stoffschlüssig mit dem Sammler verbunden,
vorzugsweise durch Löten.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch folgende weitere Verfahrensschritte:
- vor dem Deponieren des Trocknergranulats wird eine erste Lochscheibe (7) und
- nach dem Deponieren des Trocknergranulats (9) wird eine zweite Lochscheibe (8) in
den Sammler (1) eingesetzt.
3. Verfahrens nach Anspruch 1 oder 2,
gekennzeichnet durch folgenden weiteren Verfahrensschritt:
- nach dem Einsetzen des Deckels (11) und vor dem stoffschlüssigen Verbinden, insbesondere
dem Verlöten wird das offene Stirnende (1c) des Sammlers (1) zur Herstellung einer
formschlüssigen Sicherung für den Deckel (11) umgeformt, insbesondere umgebördelt.