[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Beschichtung von Substratoberflächen
mit einer metallischen oder oxidischen Schicht in einem Beschichtungsbad.
[0002] Auf dem Gebiet der Oberflächentechnik sind unterschiedlichste Verfahren bekannt,
mit deren Hilfe sich die Eigenschaft einer Substratoberfläche anwendungsspezifisch
verändern läßt. Solche Verfahren sind beispielsweise die Abscheidung von metallischen
Schichten auf Substratoberflächen oder die Ausbildung von Oxid- oder Konversionsschichten.
[0003] Soll eine Substratoberfläche mit einem metallischen Überzug versehen werden, wird
das zu beschichtende Substrat mit einer Behandlungslösung in Kontakt gebracht, welches
das abzuscheidende Metall in Form seiner Kationen enthält. Durch Reduktion können
die in Lösung befindlichen Kationen als metallische Schicht auf der Substratoberfläche
abgeschieden werden. Hierbei kann die Reduktion mit Hilfe einer zwischen Substrat
und einer Gegenelektrode angelegten Spannung oder auch mittels in der Lösung befindlicher
Reduktionsmittel erfolgen. Dementsprechend handelt es sich um galvanische (elektrochemische)
oder autokatalytische (stromlose) Beschichtungsverfahren.
[0004] Mit Hilfe dieser beiden Beschichtungsvarianten lassen sich eine Vielzahl von Metallen
oder Metalllegierungen sowohl auf leitenden als auch auf nicht-leitenden Substratoberflächen
mittels entsprechend angepaßter Verfahren abscheiden.
[0005] Neben den in der Behandlungslösung befindlichen Metallkationen und gegebenenfalls
Reduktionsmitteln weisen die Behandlungslösungen, welche allgemein als Elektrolyten
bezeichnet werden, weitere Additive auf, die insbesondere die Eigenschaften der abgeschiedenen
Schichten wie z. B. die Druckeigenspannung oder die Härte beeinflussen.
[0006] Neben den Verfahren zur Abscheidung von Metallschichten auf Substraten sind Verfahren
zur Ausbildung von Oxidschichten auf der Substratoberfläche bekannt. Beispielhaft
sei hier die anodische Oxidation von Aluminiumwerkstoffen genannt, welche zu einem
verbesserten Korrosionsschutz der Oberflächen führt.
[0007] Den genannten Verfahren ist gemeinsam, daß die eingesetzten Elektrolyten im Laufe
des Behandlungsverfahrens ihre Zusammensetzung verändern. Bei den Verfahren zur Abscheidung
von metallischen Schichten auf Substraten wird der Elektrolyt um die Ionen des abzuscheidenden
Metalls abgereichert. Um eine zur Abscheidung der Metall hinreichende Metallionenkonzentration
aufrechtzuerhalten, müssen dem Elektrolyten entsprechende Metallionen freisetzende
Komponenten nachgeführt werden. Ein Maß für die Leistungsfähigkeit eines Elektrolyten
ist die Anzahl der sogenannten Metal-Turn-Overs (MTO). Hierbei entspricht der Umsatz
der ursprünglich im Elektrolyten befindlichen Metallionenkonzentration einem MTO.
[0008] Durch Nachführen der Metallionenkonzentration in den Elektrolyten werden dem Elektrolyten
jedoch nicht nur Metallionen zugeführt, sondern gleichfalls entsprechende Anionen
bzw. Komplexreagenzien. Hierdurch verändert sich die ursprüngliche Zusammensetzung
des Elektrolyten stark, was zu einer negativen Beeinflussung des Beschichtungsergebnisses
führen kann. Im Laufe der Verfahrensführung wird so irgendwann ein Punkt erreicht,
bei welchem mit einem entsprechenden Elektrolyten kein befriedigendes Abscheideergebnis
mehr zu erzielen ist. Die Lebensdauer der aus dem Stand der Technik bekannten Elektrolyten
zur autokatalytischen Abscheidung von Metallen liegt in der Regel bei ca. 3 MTO's,
sofern eine gleichbleibende Qualität des Überzugs erreicht werden muß.
[0009] Der entsprechende Neuansatz eines Elektrolyten und die Entsorgung des verbrauchten
Elektrolyten stellen entscheidende Kostenfaktoren im Bereich der Oberflächentechnik
dar.
[0010] Aus der Patentliteratur sind Verfahren und Vorrichtungen bekannt, welche mittels
Messparameter die Badzusammensetzung steuern. So beschreib beispielsweise die
US4353933A ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Steuern eines stromlosen Plattierungsbads,
wie zum Beispiel eines stromlosen Nickelplattierungsbades, so dass das Bad für eine
längere Zeitdauer ohne Neuansatz verwendbar ist. Das Verfahren umfasst die Schritte:
kontinuierliches oder intermittierendes Messen der Konzentration mindestens eines
verbrauchbaren Bestandteils des stromlosen Plattierungsbades und automatisches Hinzufügen
einer ersten Ergänzungszusammensetzung, die im Wesentlichen aus dem verbrauchbaren
Bestandteil besteht, nach dem Ermitteln, dass ein bestimmter Konzentrationswert erreicht
ist, zu dem Plattierungsbad; während kontinuierlich oder intermittierend eine physikalische
Eigenschaft des stromlosen Plattierungsbades gemessen wird, um den Grad der Alterung
des Bades zu bestimmen und automatisch ein vorbestimmtes Volumen der Plattierungslösung
auszuschleusen und automatisch eine zweite Ergänzungszusammensetzung, die nicht-verbrauchbare
Bestandteile in einer Menge enthält, zu dem Plattierungsbad zu geben, im Wesentlichen
entsprechend der ausgeschleusten Menge, nach dem Detektieren, dass der gemessene Wert
einen vorbestimmten Wert der physikalischen Eigenschaft erreicht hat. Weitere Verfahren
und Vorrichtungen sind beispielsweise in der
US 2002 166 772 A1,
US 376 5436 A,
US 536 8716 A,
US 627 7180 B1,
US 6361 677 B1,
US 363 7473 A,
JP 2001 049448 A,
US 435 3933 A und der
GB1378458A beschreiben.
[0011] Die Verwendung flüchtiger Anionen im Rahmen einer stromlosen Beschichtung ist beispielsweise
in der
EP1413646A2 offenbart.
[0012] Es ist daher die
Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren sowie eine Vorrichtung anzugeben, mit der
sich die Lebensdauer eines Elektrolyten signifikant verlängern läßt, wodurch eine
ökonomisch und ökologisch verbesserte Anwendbarkeit der Elektrolyten erreicht wird.
[0013] Gelöst wird diese Aufgabe hinsichtlich des Verfahrens durch ein Verfahren zur Beschichtung
von Substratoberflächen mit einer metallischen oder oxidischen Schicht in einem Beschichtungsbad,
wobei das Bad wenigstens eine Komponente aufweist, deren Konzentration sich im Laufe
des Beschichtungsprozesses ändert und welche infolge dessen zur Erhaltung der Badqualität
ergänzt oder entnommen werden muß, dadurch gekennzeichnet, daß
das Verfahren eine stromlose Abscheidung von Metallen ermöglicht, bei welchem Metallbasissalze
eingesetzt werden, deren Anionen flüchtig sind, wobei das Metallbasissalz ein Salz
aus der Gruppe bestehend aus Metallacetat, Metallformiat, Metallnitrat, Metalloxalat,
Metallpropionat, Metallcitrat und Metallascorbinat ist;
der pH-Wert des Elektrolyten im Bereich von 4,0 bis 5,2 liegt,
die Ergänzung und/oder Entnahme der Komponente in Abhängigkeit von der Dichte der
Badzusammensetzung erfolgt, wobei
- dem Elektrolyt kontinuierlich eine bestimmbare Menge der Elektrolytzusammensetzung
aus dem Beschichtungsbad entnommen wird,
- die Dichte des Elektrolyten ermittelt wird,
- der ermittelte Dichtewerte des Beschichtungsbades mit dem Solldichtewert für die Elektrolytzusammensetzung
im Gleichgewichtszustand verglichen wird und
- die Ergänzung und/oder Entnahme in Abhängigkeit von der Abweichung des ermittelten
Dichtewertes vom Sollwert erfolgt, wobei dem Elektrolyten in Abhängigkeit von der
Abweichung des ermittelten Dichtwertes vom Sollwert Elektrolytzusammensetzung oder
wenigstens eine Komponente der Elektrolytzusammensetzung im Gleichgewichtszustand
des Elektrolyten nachgeführt wird..
[0014] Es wurde herausgefunden, daß die Dichte einer Elektrolytzusammensetzung ein geeignetes
Maß für den Zustand eines Elektrolyten über die Standzeit ist. So wurde herausgefunden,
daß beispielsweise bei der autokatalytischen Abscheidung von Nickel die besten Abscheideergebnisse
in einem Dichtebereich zwischen 1,05 und 1,3 g/cm" erhalten wurden. Übersteigt die
Dichte einen Wert von 1,3 g/cm° werden keine zufriedenstellenden Abscheideergebnisse
mehr erhalten. Im Laufe des Beschichtungsprozesses und der Nachführung der Elektrolytkomponenten
erhöht sich die Dichte sukzessive.
[0015] Es ist daher der grundlegende Gedanke der vorliegenden Erfindung, die Dichte der
Elektrolytzusammensetzung im Gleichgewichtszustand, soll heißen, in einem Zustand,
bei welchem optimale Beschichtungsergebnisse erhalten werden, durch geeignete Mittel
zu halten, so daß sich die Dichte im weiteren Verfahrensverlauf nicht weiter erhöht.
[0016] Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, daß die Dichte des Elektrolyten ermittelt
wird, der ermittelte Dichtewert mit einem hinterlegten Solldichtewert für eine optimale
Elektrolytzusammensetzung, also eine Elektrolytzusammensetzung im Gleichgewichtszustand,
verglichen wird und dem Elektrolyten in Abhängigkeit von der Abweichung des ermittelten
Dichtewertes vom Solldichtewert wenigstens eine Komponente entnommen und/oder ergänzt
wird.
[0017] In der praktischen Anwendung kann dies dadurch geschehen, daß dem Elektrolyten kontinuierlich
eine stimmbare Menge der Elektrolytzusammensetzung aus dem Beschichtungsbad entnommen
wird, wodurch Elektrolyt künstlich verschleppt wird.
[0018] Durch Nachführen von Elektrolytzusammensetzungen im Gleichgewichtszustand ist die
Lebensdauer des Elektrolyten nicht mehr begrenzt, wodurch Ressourcen geschont werden.
[0019] Darüber hinaus werden mit dem erfindungsgemäßen Verfahren Schichten bei gleichbleibender
Elektrolytzusammensetzung abgeschieden, was zu gleichbleibenden Beschichtungsergebnissen
und Schichteigenschaften, wie beispielsweise gleichbleibend hoher Druckeigenspannung,
über den gesamten Nutzungszeitraum des Elektrolyten führt.
[0020] Die Bestimmung der Dichte der Elektrolytzusammensetzung kann kontinuierlich oder
diskontinuierlich während des Beschichtungsprozesses erfolgen. Der ermittelte Dichtewert
des Beschichtungsbades wird erfindungsgemäß mit einem Solldichtewert verglichen und
die Ergänzung und/oder Entnahme erfolgt in Abhängigkeit von der Abweichung des ermittelten
Dichtewertes vom Solldichtewert. Hierzu kann der Solldichtewert in einer Datenspeicherungseinheit
hinterlegt sein. Der Solldichtewert kann dann mittels einer Rechnereinheit mit dem
ermittelten Dichtewert des Beschichtungsbades verglichen werden. Die Rechnereinheit
ermittelt die Abweichung des aktuellen Dichtewertes des Beschichtungsbades vom Solldichtewert
und bestimmt die zu entnehmende und/oder zu ergänzende Menge an Elektrolytzusammensetzung
oder wenigstens einer Komponente dieser.
[0021] Vorteilhafterweise steuert die Rechnereinheit eine elektronisch steuerbare Entnahme-
und/oder Ergänzungsvorrichtung zur Entnahme oder Ergänzung der Elektrolytzusammensetzung
oder wenigstens einer Komponente der Elektrolytzusammensetzung, mit der Maßgabe, die
Dichte des Beschichtungsbades dem hinterlegten Solldichtewert anzugleichen. Vorteilhafterweise
kann die entnommenen Menge an Elektrolyt oder Elektrolytkomponente gesammelt und einer
zentralen Wiederaufbereituna zugeführt werden. Weiterhin vorteilhaft können im erfindungsgemäßen
Verfahren von vornherein Elektrolyten im Gleichgewichtszustand eingesetzt werden,
welche mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens in diesem gehalten werden können.
Hierdurch steht dem Anwender sofort ein Elektrolyt zur Verfügung, welcher umgehend,
das heißt ohne Anlaufphase, gleichbleibende Beschichtungsergebnisse liefert.
[0022] Das erfindungsgemäße Verfahren läßt sich für die autokatalytische Abscheidung von
Metall- oder Metalllegierungsschichten auf Oberflächen eines Substrates einsetzen.
Darüber hinaus ist das erfindungsgemäße Verfahren auch bei Behandlungslösungen zur
Ausbildung einer Oxidschicht auf der Oberfläche eines metallischen Substrats einsetzbar.
Auch diese Behandlungslösungen lassen sich mittels Kontrolle der Dichte der Behandlungslösung
optimieren. Beispielsweise sei hier die Eloxierung von Aluminiumoberflächen genannt.
[0023] Hinsichtlich der Vorrichtung wird die Aufgabe durch eine Vorrichtung zur kontinuierlichen
Entnahme und/oder Zugabe von wenigstens einer Elektrolytkomponente eines Elektrolyten
zur Beschichtung von Substratoberflächen mit einer metallischen oder oxidischen Schicht
gelöst, welche eine Einrichtung zur Entnahme und/oder Zugabe wenigstens einer Elektrolytkomponente,
eine Einrichtung zur Bestimmung der Dichte des Elektrolyten und eine Rechnereinheit
aufweist, wobei die Einrichtung zur Entnahme und/oder Zugabe der wenigstens einen
Elektrolytkomponente von der Rechnereinheit gesteuert wird, wobei die Rechnereinheit
den durch die Einrichtung zur Bestimmung der Dichte des Elektrolyten ermittelten Dichtewert
mit einem hinterlegten Solldichtewert vergleicht, mit der Maßgabe, daß die Dichte
des Elektrolyten dem vorgegebenen und in der Datenspeicherungseinrichtung hinterlegten
Solldichtewert durch Zugabe und/oder Entnahme wenigstens einer Komponente des Elektrolyten
angeglichen wird.
[0024] Die Einrichtung zur Zugabe und/oder Entnahme kann vorteilhafterweise eine Pumpe oder
ein Ventil sein.
[0025] Die Einrichtung zur Bestimmung der Dichte kann ein Pyknometer, eine Spindel, eine
Dichtewaage, ein Biegeschwinger oder eine andere geeignete Einrichtung zur Dichtebestimmung
sei. Alternativ kann die Dichte indirekt über den Berechnungsindex mittels eines Refraktometers
bestimmt werden.
[0026] Vorteilhafterweise kann die Vorrichtung weitere Einrichtungen zur Bestimmung von
Badeigenschaften wie Temperatur, Leitfähigkeit, pH-Wert, spezifische Extinktion oder
Absorption, Trübung, aufweisen, wobei die mittels dieser Einrichtung ermittelten Werte
auch der Rechnereinheit zugeleitet werden können und mit in der Speicherungseinrichtung
hinterlegten Sollwerten verglichen werden können, wobei die Rechnereinheit weitere,
die ermittelten Badeigenschaften beeinflussende Einrichtungen wie Heiz- und Kühlsysteme,
Filtersysteme oder Regenerationssysteme steuern kann, mit der Maßgabe, die Badeigenschaften
den hinterlegten Sollwerten anzugleichen.
[0027] Vorteilhafterweise läßt sich die Vorrichtung in bestehende Beschichtungsanlagen integrieren.
Die mittels der Vorrichtung entnommene Menge Elektrolyt oder zumindest einer Komponente
des Elektrolyten können in geeigneten Einrichtungen gesammelt werden und einer zentralen
Wiederaufbereitung zugeführt werden. Geeignete Einrichtungen können beispielsweise
Mehrwegcontainer, Tanksysteme und dergleichen sein.
[0028] Mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens und der Vorrichtung läßt sich nicht nur
die Lebensdauer eines Elektrolyten erhöhen, sondern auch die Betriebszeit zwischen
den notwendigen Passivierungszyklen von Beschichtungsanlagen verdoppeln. Mit den aus
dem Stand der Technik bekannten Beschichtungsverfahren und -vorrichtungen ist beispielsweise
bei Kunststofftanks eine Passivierung alle ein bis zwei Tage, bei Edelstahltanks alle
ein bis zwei Wochen notwendig. Durch das erfindungsgemäße Verfahren sowie die Vorrichtung
liegt diese Zeit bei Kunststofftanks nun bei zwei bis vier Tagen und bei Edelstahltanks
bei ca. zwei bis vier Wochen. Hierdurch lassen sich weitere ökonomische und ökologische
Vorteile durch Verminderung von Totzeiten und Spülverlusten beim Reinigen der Beschichtungssysteme
erzielen.
[0029] In besonders vorteilhafter Weise läßt sich das erfindungsgemäße Verfahren sowie die
Vorrichtung mit weiteren Verfahren oder Vorrichtungen zur Verbesserung der Anwendungsdauer
von Elektrolytzusammensetzungen kombinieren. So läßt sich zum Beispiel das erfindungsgemäße
Verfahren mit dem aus der europäischen Patentanmeldung
EP 1 413 646 A2 bekannten Verfahren zur stromlosen Abscheidung von Metallen kombinieren, bei welchem
Metallbasissalze eingesetzt werden, deren Anionen flüchtig sind. Hierdurch wird die
im Laufe der Lebensdauer eines Elektrolyten auftretende Dichtezunahme durch das Entweichen
der Anionen aus der Elektrolytzusammensetzung verringert, was in Kombination mit dem
erfindungsgemäßen Verfahren und der Vorrichtung noch optimiert werden kann. Ein solcher
Elektrolyt zur stromlosen Abscheidung von Metallschichten, bevorzugt Nickel, Kupfer,
Silber oder Gold, enthält ein Metallbasissalz, ein Reduktionsmittel, einen Komplexbildner,
einen Beschleuniger und einen Stabilisator, wobei der Elektrolyt als Metallbasissalz
ein Metallsalz aufweist, dessen Anionen flüchtig sind, bevorzugt in einer Konzentration
von 0,01 bis 0,3 mol/l. Dieses Metallsalz, dessen Anionen flüchtig sind ist bevorzugt
mindestens ein Salz aus der Gruppe bestehend aus Metallacetat, Metallformiat, Metallnitrat,
Metalloxalat, Metallpropionat, Metallcitrat und Metallascorbinat, bevorzugt Metallacetat.
[0030] Insbesondere durch den Einsatz von Metallsalzen, dessen Anionen flüchtig sind, bevorzugt
Metallacetate als Elektrolytbasissalz läßt sich die Lebensdauer des Elektrolyten bei
hohen Abscheidegeschwindigkeiten und gleichmäßig abgeschiedenen Schichten mit konstanten
Schichteigenschaften verlängern. Gleichzeitig werden Schichten mit Druckeigenspannung
abgeschieden.
[0031] Ein solcher Elektrolyt setzt sich im Grunde aus einem oder mehreren Metallbasissalzen,
bevorzugt Metallacetat und einem Reduktionsmittel, bevorzugt Natriumhypophosphit zusammen.
Weiterhin werden dem Elektrolyten verschiedene Zusätze, wie Komplexbildner, Beschleuniger
und Stabilisatoren, welche vorteilhafterweise in sauren Elektrolyten zur stromlosen
Abscheidung von Nickel verwendet werden, zugegeben. Da die Abscheidegeschwindigkeit
im sauren Milieu deutlich höher ist, wird dem Elektrolyten als Komplexbildner bevorzugt
eine Säure zugegeben. Als besonders vorteilhaft stellt sich der Einsatz von Carbonsäuren
und/oder Polycarbonsäuren heraus, da diese zum einen eine vorteilhafte Löslichkeit
der Metallsalze sowie die gezielte Steuerung der freien Metallionen bedingt und zum
anderen aufgrund ihrer Säurestärke die Einstellung des für das Verfahren benötigten
pH-Wertes vorgibt bzw. erleichtert. Der pH-Wert des Elektrolyten liegt vorteilhafterweise
im Bereich von 4,0 bis 5,2. Zudem wird das gelöste Metall besonders vorteilhaft durch
den Einsatz von Carbonsäuren und/oder Polycarbonsäuren deren Salze und/oder Derivate,
vorzugsweise Hydroxyd (Poly) Carbonsäuren, besonders bevorzugt 2-Hydroxy-Propansäure
und/oder Propandisäure komplex gebunden. Gleichzeitig dienen diese Verbindungen als
Aktivatoren und als pH-Puffer und tragen durch ihre vorteilhaften Eigenschaften wesentlich
zur Stabilität des Bades bei.
[0032] Vorteilhafterweise wird dem Elektrolyten als Beschleuniger ein schwefelhaltiger Heterocyklus
zugegeben. Als schwefelhaltiger Heterocyklus wird vorzugsweise Saccharin, dessen Salze
und/oder Derivate, besonders bevorzugt Natriumsaccharin eingesetzt. Im Gegensatz zu
den im Stand der Technik bekannten und üblicherweise eingesetzten Beschleunigern auf
S
2- Basis, wirkt sich die Zugabe von Saccharinat auch in höhere Konzentration nicht negativ
auf die Korrosionsbeständigkeit der abgeschiedenen Metallschichten aus.
[0033] Eine weitere wichtige Voraussetzung für eine schnelle sowie qualitativ hochwertige
Abscheidung von Metallschichten ist der Einsatz geeigneter Verbindungen zur Stabilisierung
des Elektrolyten. Hierzu sind im Stand der Technik eine Reihe unterschiedlichster
Stabilisatoren bekannt. Da jedoch die Stabilität des erfindungsgemäßen Elektrolyten
maßgeblich durch den Einsatz von Metallsalzen, deren Anionen flüchtig sind, die Acetate,
Formiate, Nitrate, Oxalate, Propionat, Citrat und Ascorbinat der Metalle, besonders
bevorzugt Metallacetat, beeinflußt wird, werden vorteilhafterweise nur geringe Mengen
an Stabilisatoren verwendet. Dies ist zum einen wirtschaftlicher, zum anderen werden
dadurch Ausfällungen etc. vermieden, die durch die Zugabe zusätzlicher Stoffe entstehen
können und damit die Lebensdauer des Elektrolyten erheblich verkürzen. So werden vorteilhafterweise
dem Elektrolyten nur geringe Mengen eines Stabilisators zugegeben, um einer Spontanzersetzung
des Metallisierungsbades entgegen zu wirken. Diese können beispielsweise Metalle,
Halogenverbindungen und/oder Schwefelverbindungen, wie Thioharnstoffe sein. Hierbei
hat sich als besonders vorteilhaft der Einsatz von Metallen als Stabilisatoren herausgestellt.
Bevorzugt wird hierbei die Verwendung von Blei, Wismut, Zink und/oder Zinn, die besonders
bevorzugt in Form eines Salzes, dessen Anion mindestens ein Kohlenstoffatom enthalten
vorliegen. Bei diesen Salzen handelt es sich bevorzugt um ein oder mehrere der Salze
aus der Gruppe bestehend aus Acetaten, Formiaten, Nitraten, Oxalaten, Propionaten,
Citraten und Ascorbinaten, besonders bevorzugt um Acetate.
[0034] Je nachdem welche zusätzlichen Eigenschaften die Metallschichten aufweisen sollen,
werden neben Phosphor weitere Komponenten, wie beispielsweise zusätzliche Metalle,
vorzugsweise Cobalt, und/oder fein disperse Partikel in die Schicht mit eingelagert.
Zudem weist der Elektrolyt kleinere Mengen zusätzlicher Komponenten, wie beispielsweise
Salze, vorzugsweise Kaliumjodid auf.
[0035] Es können durch das hier beschriebene Verfahren gleichmäßige Metallschichten bei
gleichbleibend hoher Abscheidegeschwindigkeit im Bereich von mindestens 7 bis 12 µm/h,
mit einem Durchsatz von mindestens 14 abgeschieden werden.
[0036] Durch den Einsatz des erfindungsgemäßen Verfahrens wird überraschenderweise die Qualität
des Metallisierungsbades verbessert sowie die Lebensdauer erheblich verlängert, bis
hin zu einer unbegrenzten Lebensdauer des Metallisierungsbades. Das hat vorteilhafterweise
zur Folge, daß durch den Einsatz des erfindungsgemäßen Verfahrens nicht nur hohe Abscheidegeschwindigkeiten
erreicht werden, sondern daß zudem die durch das Verfahren abgeschiedenen Schichten
gleichmäßig und qualitativ hochwertig sind, eine sehr gute Haftfestigkeit aufweisen
sowie durchgehend poren- und rissfrei sind. Zudem wird die Metallisierung der Oberfläche
vor allem von komplexeren Substraten verbessert.
[0037] Das mit der Erfindung vorgeschlagene Verfahren ist in einer bevorzugten Ausgestaltung
durch die Zusammensetzung des Elektrolyten in Kombination mit der Ergänzung und/oder
Entnahme wenigstens einer Badkomponente in Abhängigkeit von der Dichte gekennzeichnet.
Es ist insbesondere in dieser Ausgestaltung mithin in Vorteilhafterweise wirtschaftlich
und gegenüber den herkömmlichen aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren zudem
umweltfreundlicher.
[0038] Ein Elektrolyt, wie er zuvor beschrieben zur bevorzugten Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahren beschrieben wurde, kann beispielsweise im Fall einer Vernickelung im Wesentlichen
folgende Zusammensetzung aufweisen:
| 4 - 6 g/l |
Nickelionen |
| 25 - 60 g/l |
Reduktionsmittel |
| 25 - 70 g/l |
Komplexbildner |
| 1 - 25 g/l |
Beschleuniger |
| 0,1 - 2 mg/l |
Stabilisator |
| 0 - 3 g/l |
weitere Bestandteile |
[0039] Der pH-Bereich eines derartigen Grundelektrolyten liegt zwischen 4,0 und 5,0. Wie
bereits vorstehend beschrieben, werden als Metallrezipient vorteilhafterweise Metallsalze
eingesetzt, deren Anionen flüchtig sind. Als Metallsalze, deren Anionen flüchtig sind
werden ein oder mehrere Salze aus der Gruppe bestehend aus Metallacetaten, Metallformiaten,
Metallnitraten, Metalloxalaten, Metallpropionaten, Metallcitraten und Metallascorbinaten,
besonders bevorzugt ausschließlich Metallacetat verwendet. Da während der Reaktion
der pH-Wert durch die kontinuierliche Bildung von H
+-Ionen fällt und dieser aufwendig durch alkalische Medien, wie Hydroxid, Carbonat,
oder wie üblicherweise bevorzugt durch Ammoniak in Sollbereich gehalten werden muß,
liegt ein besonderer Vorteil in der alleinigen Verwendung von Metallsalzen, deren
Anionen flüchtig sind und die aus der Gruppe der Acetate, Formiate, Nitrate, Oxalate,
Propionate, Citrate und Ascorbinate stammen. Begründet liegt dies darin, daß bei der
Abscheidung der Metall-Phosphor-Schichten Anionen der Acetate, Formiate, Nitrat, Oxalate,
Propionate, Citrate und Ascorbinate gebildet werden, welche mit den Natriumcarbionen
aus dem Natriumhypophosphit zu basischen Natriumsalzen abreagieren. Der erfindungsgemäße
Elektrolyt arbeitet somit während des gesamten Abscheideverfahrens in einem pH-Bereich
von 4,0 bis 5,2, vorzugsweise 4,3 bis 4,8, ohne daß zusätzlich größere Mengen alkalischer
Medien zugesetzt werden müssen. Durch die äußerst vorteilhafte pH-Selbstregulierung
kann während des Verfahrens auf eine kontinuierliche pH-Kontrolle sowie alkalische
Zusatzstoffe verzichtet werden.
[0040] Die Konzentration der Metallbasissalze liegt bezogen auf Nickel bei 0,04 bis 0,16
mol/l, vorzugsweise bei 0,048 bis 0,105 mol/l, wobei der Gehalt an Metall zwischen
0,068 bis 0,102 mol/l, vorzugsweise bei 0,085 mol/l liegt.
[0041] Als Reduktionsmittel wird bevorzugt Natriumhypophosphit mit einer Konzentration von
25 bis 65 g/l eingesetzt.
[0042] Wie bereits vorstehend erläutert werden als Komplexbildner Carbonsäuren und/oder
Polycarbonsäuren, deren Salze und/oder Derivate, vorzugsweise Hydroxy-(Poly)-Carbonsäuren,
besonders bevorzugt 2-Hydroxy-Propansäure und/oder Propandisäure verwendet. Durch
den Einsatz dieser Verbindungen wird das gelöste Nickel besonders vorteilhaft komplex
gebunden, so daß bei kontinuierlicher Zugabe derartiger Komplexbildner die Abscheidegeschwindigkeit
in einem entsprechenden Intervall von 7 bis 14 µm/h, vorzugsweise 9 bis 12 µm/h gehalten
werden kann. Die Konzentration der Komplexbildner im Grundelektrolyten liegt zwischen
25 und 70 g/l, vorzugsweise 30 bis 65 g/l.
[0043] Die Konzentration des Beschleunigers, wobei vorzugsweise ein schwefelhaltiger Heterocyklus,
besonders bevorzugt Saccharin, dessen Salze und/oder Derivate, ganz besonders bevorzugt
Natriumsaccharin verwendet wird, liegt bei 1 bis 25 g/l, vorzugsweise 2,5 bis 22 g/l.
Als Stabilisatoren können Halogenverbindung und/oder Schwefelverbindung, vorzugsweise
Thioharnstoff verwendet werden. Besonders vorteilhaft jedoch ist der Einsatz von Metallen,
vorzugsweise Blei, Wismut, Zink und/oder Zinn, besonders bevorzugt in Form von Salzen,
deren Anionen flüchtig sind: Diese Salze stammen vorzugsweise aus der Gruppe bestehend
aus Acetaten, Formiaten, Nitraten, Oxalaten, Propionaten, Citraten und Ascorbinaten.
Ganz besonders bevorzugt werden die Nitrate der als Stabilisatoren eingesetzten Metalle.
Die Konzentrationen der Stabilisatoren liegen vorteilhafterweise bei 0,1 bis 2 mg/l,
bevorzugt bei 0,3 bis 1 mg/l.
[0044] Optional können dem Grundelektrolyten zudem weitere Bestandteile, wie beispielsweise
Kaliumjodid in einer Konzentration von 0 bis 3 g/l zugegeben werden.
[0045] In diesem Grundelektrolyten werden unterschiedlichste Substrate eingebracht und galvanisiert.
Zur Unterstützung der Lebensdauer sowie der Stabilität des Elektrolyten kann dieser
während des Abscheideprozesses mittels Elektrodialyse und/oder lonentauscherharzen
regeneriert werden. Ebenso können dem Elektrolyten während des Abscheideprozesses
Ergänzerlösungen (wie nachstehend beispielhaft aufgeführt) beigegeben werden. Diese
Ergänzerlösungen werden zur Regelung der einzelnen Gehalte der Grundkomponenten besonders
zusammengestellt und in unterschiedlichen Mengen dem Elektrolyten zugegeben.
[0046] Eine erste Ergänzerlösung umfaßt beispielsweise folgende Zusammensetzung:
| 500 - 580 g/l |
Reduktionsmittel |
| 5 - 15 g/l |
Komplexbildner |
| 50 - 150 g/l |
alkalischer Puffer |
| 11 - 20 g/l |
Beschleuniger |
| 0 - 3 g/l |
weitere Bestandteile |
[0047] Bei der Erstellung und Verwendung der Ergänzerlösung werden vorteilhafterweise die
gleichen Stoffe wie im Grundelektrolyten verwendet. Hieraus ergibt sich ein weiterer
sehr wichtiger Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens. Da fortwährend gleiche Stoffe
eingesetzt werden und es nahezu keine Verunreinigungen und Ausfällungen gibt, können
selbst die Verbindungen aus der Spüle wieder dem Elektrolyten zugeführt werden. Das
erfindungsgemäße Verfahren weist somit einen beschlossenen Stoffkreislauf auf, der
das Verfahren mithin wirtschaftlicher und umweltbewusster werden läßt. Der Komplexbildnergehalt
und der Gehalt an alkalischem Puffer werden so gewählt, daß sich ein Gesamtgehalt
der Komplexbildner im Elektrolyten auf 70 bis 90 g/l ergibt.
[0048] Gleichzeitig wird der Gehalt des Beschleunigers im Elektrolyt so geregelt, daß beispielsweise
im Fall eines Nickelelektrolyten bei der Verwendung von Natriumsaccharinat als Beschleuniger
je Gramm abgeschiedenes Nickel zwischen 0,100 und 0,200 g, vorzugsweise 0,150 g ergänzt
werden.
[0049] Als zweite Ergänzerlösung kann beispielsweise folgende Zusammensetzung verwendet
werden:
| 10 - 50 g/l |
Komplexbildner |
| 0,68 - 2,283 mol/l |
Metallrezipient |
| 1 - 25 g/l |
Beschleuniger |
| 40 - 80 mg/l |
Stabilisator |
[0050] Hierbei kann der Komplexbildner der zweiten Ergänzerlösung der gleiche wie in der
ersten Ergänzerlösung oder je nach Bedarf ein anderer sein. So kann beispielsweise
bei einem Gehalt einer Hydroxycarbonsäure, beispielsweise 2-Hydroxy-Propansäure von
60 g/l zusätzlich eine Hydroxycarbonsäure, beispielsweise Propandisäure mit einem
Gehalt von 0,5 g/l als zweiter Komplexbildner im Grundelektrolyten eingesetzt werden.
Durch Zudosierung mittels Ergänzerlösung wird dann der Gehalt der Propandisäure um
0,005 bis 0,015 g/g abgeschiedenem Nickel erhöht.
[0051] Mit einem derartigen Ansatz sowie der dazugehörigen Ergänzerlösung ist bei der Verwendung
von Metallsulfat neben den bisher beschriebenen Metallbasissalzen eine Abscheidung
von haftfesten Metallschichten mit Druckeigenspannungen bei einem Durchsatz von mindestens
14 MTO gewährleistet. Werden allein Metallbasissalze verwendet, deren Anion mindestens
ein Kohlenstoffatom besitzen und die vorzugsweise aus der Gruppe der Acetate, Formiate,
Oxalate, Propionate, Citrate und Ascorbinate stammen, steigt die Lebensdauer des Elektrolyten
weiter. Die bereits erwähnte Druckeigenspannung ist hierbei eine äußerst wichtige
und sehr wünschenswerte Schichteigenschaft. Sie beeinflußt die Biegewechselbeanspruchung
positiv und erhöht die Duktilität. So werden z. B. im Falle des Nickels Metallschichten
mit einer Duktilität von > 0,5% abgeschieden. Ebenso wirken sich die Druckeigenspannungen
positiv auf die Korrosionsbeständigkeit der Metall-Phosphor-Schichten aus.
[0052] Zusätzlich können dem Elektrolyten sowie den Ergänzerlösungen weitere Komponenten
wie beispielsweise zusätzliche Metalle, vorzugsweise Kupfer, und/oder fein disperse
Partikel, wie beispielsweise fein disperse Partikel Fluor enthaltender thermo- oder
duroplastischer Kunststoff, zugegeben werden, welche in den abgeschiedenen Schichten
zusätzliche Härte-, Trockenschmiereffekte und/oder andere Eigenschaften erzielen.
[0053] Zur detaillierteren Darstellung der Erfindung wird im Folgenden eine bevorzugte Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens bevorzugt einsetzbaren Elektrolyten beschrieben.
Beispiel 1:
[0054]
| Zusammensetzung |
Elektrolyt |
Ergänzerlösung RA |
Ergänzerlösung SA |
| Nickelacetat-4-Hydrat (g/l) |
12,5 - 25,5 |
/ |
200 - 212 |
| Natriumhypophosphit (g/l) |
30 - 50 |
515 - 565 |
/ |
| Hydroxycarbonsäure (g/l) |
32 - 55 |
/ |
25 - 35 |
| Hydroxypolycarbonsäure (g/l) |
0,5-5 |
/ |
/ |
| Natriumsaccharin (g/l) |
2,5 - 22 |
12,5 - 15 |
/ |
| Kaliumjodid (g/l) |
0,1 -2 |
1 - 2 |
/ |
| Bleiacetat (mg/l) |
0,3 - 1 |
/ |
60 - 65 |
| Ammoniak 25 Gew.% (ml/l) |
100-150 |
|
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[0055] Ein derartiger Elektrolyt hat einen sich selbst regulierenden pH-Bereich von 4,3
bis 4,8 und ermöglicht Abscheidegeschwindigkeiten von 8 bis 12 µm/h. Die innere Spannung
der daraus abgeschiedenen Schichten beträgt dabei -10 bis - 40 N/mm
2. Bei der Verwendung der vorstehenden Elektrolytzusammensetzung werden Metall-Phosphor-Schichten
mit gleichbleibend guten Eigenschaften.
[0056] Durch Anhebung des pH-Bereiches auf 4,6 - 5,2 werden Schichten mit Druckeigenspannungen
von 0 bis - 15 N/mm
2 abgeschieden. Die Festlegung eines 2. pH-Intervalls führt zu einer signifikanten
Erhöhung der Abscheidegeschwindigkeit auf 12 - 20 µm/h. Der Phosphorgehalt dieser
Schichten liegt bei 8 - 10 % P. Durch weitere Anhebung des pH-Bereiches auf 5,5 -
6,2 werden Schichten mit Druckeigenspannungen von -5 bis - 30 N/mm
2 abgeschieden. Der Phosphorgehalt dieser Schichten liegt bei 2 - 7% P.
[0057] Darüber hinaus läßt sich das erfindungsgemäße Verfahren und die erfindungsgemäße
Vorrichtung auch mit Elektrodialyseverfahren und -vorrichtungen oder anderen Mitteln
zur Regenerierung von Beschichtungszusammensetzungen vorteilhaft kombinieren. Der
erfindungsgemäße Elektrolyt lässt sich beispielsweise mittels elektrodialytischer
Verfahren regenerieren. Bei Verwendung von Metallsalzen deren Anionen flüchtig sind
wird die Trennwirkung der Elektrodialyse-Anlage signifikant erhöht. Bei gleicher Salzfracht
orthophosphitionenhaltiger aber sulfationenfreier Elektrolyten kann die Anzahl der
Elektrolysezellen zur Abtrennung von Orthophosphitionen bei gleicher Trennleistung
reduziert werden.
[0058] In einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die entnommenen
und gesammelten Mengen an Elektrolyt im Falle eines Hypophosphit als Reduktionsmittel
aufweisenden Elektrolyten in einer zentralen Wiederaufbereitung einer Phosphatrückgewinnung
zugeführt. Hierbei kann das durch die autokatalytische Abscheidereaktion gemäß der
allgemeinen Formel
MSO
4 + 6NaH
2PO
2 → M + 2H
2 + 2P + 4 NaH
2PO
3 + Na
2SO
4
gebildete Orthophosphit als Phosphat zurückgewonnen und in einem Stoffkreislauf wieder
zur Herstellung neuer Elektrolytzusammensetzungen eingesetzt werden.
[0059] In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird
ein zu beschichtendes Substrat in einem Verfahren zur Beschichtung von Substratoberflächen
mit einer metallischen Schicht in einem Beschichtungsbad beschichtet, wobei das Beschichtungsbad
wenigstens eine Komponente aufweist, deren Konzentration sich im Laufe des Beschichtungsprozesses
ändert und welche in Folge dessen zur Erhaltung der Badqualität ergänzt oder entnommen
werden muss, wobei die Ergänzung und/oder Entnahme der Komponente in Abhängigkeit
der Dichte der Badzusammensetzung erfolgt und die Badzusammensetzung ein Metallbasissalz,
ein Reduktionsmittel, einen Komplexbildner, einen Beschleuniger und einen Stabilisator
aufweist, wobei die Badzusammensetzung als Metallbasissalz ein Metallsalz aufweist,
dessen Anionen flüchtig sind und das in einer Ausgangskonzentration von 0,01 bis 0,30
mol/l vorliegt.
[0060] Durch die Kombination aus künstlicher Verschleppung und Nachführung der Verbrauchten
Badbestandteile in Abhängigkeit der Dichte, dem Einsatz von flüchtige Anionen aufweisenden
Elektrolyten und den Einsatz von Elektrolyten im Gleichgewichtszustand von vornherein
wird mit dem erfindungsgemäßen Verfahren erstmals ein Beschichtungsverfahren zur stromlosen
Beschichtung von Substratoberflächen zur Verfügung gestellt, das eine theoretisch
unbegrenzte Nutzungszeit aufweist. Hierdurch wird der Neuansatz von Metallisierungsbädern
vermieden und durch die damit verbundene Schonung von Ressourcen bisher nicht erreichte
ökologische und ökonomische Vorteile erlangt.
- Fig. 1
- zeigt den Dichteverlauf eines Elektrolyten in Abhängigkeit von der Betriebszeit.
- Fig. 2
- zeigt den Dichteanstieg bei unterschiedlichen Entnahmemengen für konventionelle Elektrolyten
und solchen gemäß der europäischen Patentanmeldung EP 1 413 646 A2.
- Fig. 3
- zeigt den Materialverlust in Elektrolyten bei konstanter Betriebsweise.
- Fig. 4
- zeigt ein Prozeßschema einer erfindungsgemäßen Vorrichtung.
[0061] In Fig. 2 ist der Verlauf der Dichte unterschiedlicher Elektrolytzusammensetzungen
in Abhängigkeit von der Betriebszeit des Elektrolyten und der entnommenen Menge an
Elektrolyt wiedergegeben. Kurve Nr. 1 zeigt den Dichteverlauf eines aus dem Stand
der Technik bekannten Elektrolyten zur Abscheidung von Nickelschichten. Kurve Nr.
2 zeigt den Dichteverlauf eines aus dem Stand der Technik bekannten Elektrolyten zur
Abscheidung einer Nickelschicht bei einer eingestellten Entnahmemenge an Elektrolyt
von 3,3 %. Kurve Nr. 3 zeigt den Dichteverlauf eines Elektrolyten, wie er aus der
europäischen Patentanmeldung
EP 1 413 646 bekannt ist und bei welchem als Metallbasissalz der Elektrolytzusammensetzung Metallsalze
eingesetzt werden, deren Anionen flüchtig sind. Kurve Nr. 4 zeigt den zu Kurve Nr.
3 beschriebenen Elektrolyten bei einer eingestellten Entnahmemenge an Elektrolyt von
3,3 %. Kurve Nr. 5 zeigt den zu Kurve Nr. 3 beschriebenen Elektrolyten bei einer eingestellten
Entnahmemenge an Elektrolyt von 10 %.
[0062] Der in Fig. 2 mit Nr. 6 gekennzeichnete Bereich stellt den optimalen Arbeitsbereich
für Elektrolyten dar. Hierbei ist zu erkennen, daß bei einer eingestellten kontinuierlichen
Entnahme von 3,3 % für eine aus der
EP 1 413 646 A2 bekannte Elektrolytzusammensetzung ohne Verlassen des optimalen Arbeitsbereiches
bereits 10 MTO's erreicht werden. Bei einer eingestellten kontinuierlichen Entnahme
von 10 % wird die Dichteobergrenze des optimalen Arbeitsbereichs für einen aus der
EP 1 413 646 A2 bekannten Elektrolyten nicht mehr erreicht und die Elektrolytzusammensetzung besitzt
eine theoretisch unbegrenzte Lebensdauer.
[0063] Fig. 3 zeigt den relativen Materialverlust im Elektrolyten je MTO gegenüber dem Elektrolytalter
im Gleichgewichtszustand. Die linke Grenzlinie stellt ein konventionelles Elektrolytsystem
dar. Die rechte Grenze entspricht einem Elektrolytsystem gemäß der
EP 1 413 646 A2.
[0064] Fig. 4 zeigt ein Prozeßschema einer Vorrichtung. Aus den Komponentenbehältern 1A
bis 1F werden die für die Herstellung des Elektrolyten benötigten Einzelkomponenten
in das Elektrolytbad 2 mittels geeigneter Fördermedien, wie beispielsweise Pumpen,
überführt. Die in dem Elektrolytbad 2 befindliche Elektrolytzusammensetzung wird entweder
direkt im Elektrolytbad oder in einem mit einem Teilstrom aus dem Elektrolytbad versorgten
externen Kontrollmodul 3 hinsichtlich seiner chemikophysikalischen Eigenschaften wie
Dichte, pH-Wert, Temperatur, Leitfähigkeit oder Metallgehalt analysiert. Wird ein
Teilstrom des Elektrolyten aus dem Elektrolytbad 2 entnommen, kann dieser optional
einer Wärmerückgewinnung 5 zugeführt werden. Aus dem Elektrolyten können nun in Abhängigkeit
der ermittelten Werte festgelegte Entnahmemengen mittels geeigneter Vorrichtungen
wie beispielsweise Pumpen entnommen werden und in einen Aufnahmebehälter 7 überführt
werden. Sowohl die Komponentenbehälter 1A bis 1F als auch das Elektrolytbad sowie
der Aufnahmebehälter für entnommenen Elektrolyten verfügen vorteilhafter Weise über
Füllstandssensoren, welche ein Über- oder Unterschreiten von Füllgrenzen registrieren
und entsprechende Meldungen ausgeben und/oder entsprechende Verfahrensführungsschritte
zur Aufrechterhaltung des störungsfreien Beschichtungsbetriebs einleiten.
Bezugszeichenliste:
[0065]
- 1A - F
- Komponentenbehälter
- 2
- Elektrolytbad
- 3
- Kontrollmodul
- 4
- Sensor
- 5
- optionale Wärmerückgewinnung
- 6
- Füllstandssensoren
- 7
- Aufnahmebehälter für entnommenen Elektrolyten
1. Verfahren zur Beschichtung von Substratoberflächen mit einer metallischen oder oxidischen
Schicht in einem Beschichtungsbad, wobei das Bad wenigstens eine Komponente aufweist,
deren Konzentration sich im Laufe des Beschichtungsprozesses ändert und welche infolge
dessen zur Erhaltung der Badqualität ergänzt oder entnommen werden muß,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Verfahren eine stromlose Abscheidung von Metallen ermöglicht, bei welchem Metallbasissalze
eingesetzt werden, deren Anionen flüchtig sind, wobei das Metallbasissalz ein Salz
aus der Gruppe bestehend aus Metallacetat, Metallformiat, Metallnitrat, Metalloxalat,
Metallpropionat, Metallcitrat und Metallascorbinat ist;
der pH-Wert des Elektrolyten im Bereich von 4,0 bis 5,2 liegt,
die Ergänzung und/oder Entnahme der Komponente in Abhängigkeit von der Dichte der
Badzusammensetzung erfolgt, wobei
- dem Elektrolyt kontinuierlich eine bestimmbare Menge der Elektrolytzusammensetzung
aus dem Beschichtungsbad entnommen wird,
- die Dichte des Elektrolyten ermittelt wird,
- der ermittelte Dichtewerte des Beschichtungsbades mit dem Solldichtewert für die
Elektrolytzusammensetzung im Gleichgewichtszustand verglichen wird und
- die Ergänzung und/oder Entnahme in Abhängigkeit von der Abweichung des ermittelten
Dichtewertes vom Sollwert erfolgt, wobei dem Elektrolyten in Abhängigkeit von der
Abweichung des ermittelten Dichtwertes vom Sollwert Elektrolytzusammensetzung oder
wenigstens eine Komponente der Elektrolytzusammensetzung im Gleichgewichtszustand
des Elektrolyten nachgeführt wird.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Rechnereinheit eine Entnahme- und/oder Ergänzungsvorrichtung steuert, mit der
Maßgaben, die Dichte des Beschichtungsbades dem hinterlegten Sollwert anzugleichen.
3. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die entnommene wenigstens eine Komponente des Beschichtungsbades gesammelt und einer
Wiederverwertung zugeführt wird.
4. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß von Verfahrensbeginn an Beschichtungsbadzusammensetzungen eingesetzt werden, welche
eine dem Solldichtewert entsprechende Dichte aufweisen.
5. Verfahren gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß bei dem Verfahren ein Elektrolyt zur Abscheidung einer Nickel- oder Nickellegierungsschicht
auf einem Substrat eingesetzt wird.
6. Verfahren gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß bei dem Verfahren eine Oxidschicht auf der Oberfläche eines Aluminiumsubstrats ausgebildet
wird.
7. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Metallbasissalz ein Metallacetat ist.
8. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Metallbasissalz Nickelionen enthält.
1. Procédé de revêtement de surfaces de substrat avec une couche métallique ou oxydante
dans un bain de revêtement, où le bain présente au moins une composante dont la concentration
se modifie au cours du processus de revêtement et à la suite de quoi, laquelle doit
être complétée ou prélevée pour le maintien de la qualité du bain,
caractérisé en ce que
le procédé permet une précipitation de métaux sans courant, dans lequel des sels de
bases métalliques sont employés, dont les anions sont volatils, où le sel de base
métallique est un sel du groupe constitué d'acétates métalliques, de formiates métalliques,
de nitrates métalliques, d'oxalates métalliques, de propionates métalliques, de citrates
métalliques et d'ascorbinates métalliques ;
la valeur de pH de l'électrolyte se situe dans la plage de 4,0 à 5,2,
le complément et/ou le prélèvement de la composante a lieu en fonction de la densité
de la composition de bain, où
- une quantité de la composition d'électrolyte pouvant être déterminée peut être prélevée
de manière continue de l'électrolyte à partir du bain de revêtement,
- la densité de l'électrolyte est déterminée,
- la valeur de densité déterminée du bain de revêtement est comparée avec la valeur
de densité souhaitée pour la composition d'électrolyte à l'état d'équilibre, et
- le complément et/ou le prélèvement a lieu en fonction de la déviation de la valeur
de densité déterminée par rapport à la valeur souhaitée, où on ajoute à l'électrolyte,
en fonction de la déviation de la valeur de densité déterminée par rapport à la valeur
souhaitée, de la composition d'électrolyte ou au moins une composante de la composition
d'électrolyte à l'état d'équilibre de l'électrolyte.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'une unité de calcul commande un dispositif de prélèvement et/ou de complément avec
la condition d'aligner la densité du bain de revêtement à la valeur souhaitée consignée.
3. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'au moins une composante prélevée du bain de revêtement est collectée et est emmenée
pour un recyclage.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'à partir du début du procédé, des compositions de bains de revêtement, lesquelles
présentent une densité correspondant à une valeur de densité souhaitée, sont mises
en oeuvre.
5. Procédé selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que, lors du procédé, on emploie un électrolyte pour la précipitation d'une couche de
nickel ou d'une couche d'un alliage de nickel sur le substrat.
6. Procédé selon l'une ou plusieurs des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que, lors du procédé, une couche d'oxyde est formée sur la surface d'un substrat en aluminium.
7. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le sel de base métallique est un acétate métallique.
8. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le sel de base métallique contient des ions nickel.