Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Kabelbearbeitungseinrichtung mit Konfektionierstationen
zur Konfektionierung eines Kabels, umfassend einen Maschinenständer, der zwei Schwenkarme
trägt, denen jeweils eine Kabelzuführung zugeordnet ist, wobei es die Schwenkarme
jeweils gestatten, das jeweilige Kabel aufeinanderfolgend zumindest zwei Konfektionierstationen
zuzuführen, die dem Maschinenständer seitlich benachbart zugeordnet und zu einer ersten
Maschinengruppe zusammengefasst sind.
Stand der Technik
[0002] Eine solche Kabelbearbeitungseinrichtung ist aus der
EP1447888A1 bekannt. Der Schwenkarm wird dabei zur Konfektionierung eines Kabels sehr schnell
zwischen den verschiedenen Bearbeitungsstationen der einzigen ersten Maschinengruppe
hin- und hergeschwenkt, was zur Vermeidung non Unfällen dazu zwingt, die Kabelbearbeitungsstation
aus Sicherheitsgründen insgesamt still zu setzen, während eine neue Bearbeitungsstation
eingerichtet wird. Dies kann einen erheblichen Zeitverlust bedeuten.
Darstellung der Erfindung
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine solche Kabelbearbeitungseinrichtung
derart weiter zu entwickeln, dass derartige Zeitverluste beim Einrichten der Kabelbearbeitungsstationen
nicht mehr auftreten.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einer Vorrichtung nach dem Oberbegriff durch
die kennzeichnenden Merkmale von Anspruch 1 gelöst. Auf vorteilhafte Weiterbildungen
nehmen die Unteransprüche Bezug.
[0005] Demgemäss ist es bei der erfindungsgemäßen Kabelbearbeitungseinrichtung vorgesehen,
dass im Wirkungsbereich eines jeden Schwenkarms zumindest zwei zweite Maschinengruppen
vorgesehen sind und dass das jeweilige Kabel von jedem Schwenkarm alternativ nur den
Konfektionierstationen der jeweiligen ersten oder der zweiten Maschinengruppe zuführbar
ist. Es befindet sich somit jeweils nur eine Maschinengruppe des jeweiligen Schwenkarms
in einer Arbeitsposition, in der sie von dem Schenkarm erreichbar ist, und die andere
in einer Rüstposition außerhalb des momentanen Schwenkbereichs des Schwenkarms. Die
in der Rüstposition befindlichen Maschinengruppe kann daher von den Bedienern gefahrlos
in Arbeitspausen vorgerichtet und nach Abarbeitung eines Auftrags auf der zuvor im
Wirkungsbereich des jeweiiligen Schwenkarms befindlichen Maschinengruppe zur Abarbeitung
des Folgeauftrags durch einfaches Umschalten in Betrieb genommen werden. Dies kann
sehr schnell geschehen und erfordert nicht mehr die bisherigen und zum Teil sehr langen
Betriebsunterbrechungen.
[0006] Als vorteilhaft hat es sich bewährt, wenn die ersten und zweiten Maschinengruppen
beiderseits des Maschinenständers angeordnet sind, z.B. stationär. Der Schwenkarm
wird bei einer solchen Bauform einfach alternativ auf der rechten oder linken Seite
des Maschinengestells eingesetzt. Die Umschaltung ist bei einer entsprechenden Programmsteuerung
des Schwenkarms mit keinem besonderen Aufwand verbunden. Die Maschinengruppen können
stationär feststehend angeordnet sein.
[0007] Falls der Maschinenständer mit einem Maschinenbett versehen ist, besteht die Möglichkeit,
alle Schwenkarme und die jeweiligen Kabelzuführungen in einer Überkopflage unter dem
Maschinenbett, z.B. einem Tisch, anzuordnen, um das Risiko von Unfällen weiter zu
vermindern. Das Maschinenbett kann nach Art einer Tischplatte in sich geschlossen
ausgebildet sein.
[0008] Der Maschinenständer kann zwei spiegelbildlich angeordnete Schwenkarme und Kabelzuführungen
tragen, wobei von den Schwenkarmen beiderseits des Maschinenständers angeordnete Maschinengruppen
alternativ bedienbar sind. Die Kabelzuführung erfolgt von außen aus der Richtung der
nach außen gedachten Verlängerung einer geraden Verbindungslinie zwischen den Schwenkachsen
der beiden Schwenkarme, von oben oder unten.
[0009] Die Maschinengruppen können beiderseits neben dem Maschinenständer angeordnete Maschinengruppen
4.1, 4.2, 5.1, 5.2 umfassen, die auf einer geraden Linie alternativ in die Arbeits-
und die Rüstposition verschiebbar ausgebildet sind, die sich parallel zu einer gedachten
Verbindungslinie der beiden Schwenkachsen der Schwenkarme erstreckt. Die Zugänglichkeit
des Bereichs, in dem sich die Schwenkarme bewegen, wird dadurch verbessert, was für
den Fall des Auftretens von Betriebsstörungen von Vorteil ist.
[0010] Ausgehend von einer gedachten Verbindungslinie der Schwenkachsen der beiden Schwenkarme
besteht auch die Möglichkeit, dass beiderseits neben dem Maschinenständer erste und
zweite Maschinengruppen vorgesehen sind, die durch Gelenke beweglich mit dem Maschinenständer
verbunden und jeweils alternativ in eine Arbeits- und eine Rüstposition verschwenkbar
sind. In Hinblick auf den Raumbedarf ergeben sich hierdurch sehr günstige Bedingungen.
[0011] Die Maschinengruppen können in der Arbeits- und in der Rüstposition arretierbar ausgebildet
sein, um Unfallgefahren zu vermeiden. Die Rüstposition kann durch Schutzgitter von
der Arbeitsposition getrennt sein.
[0012] Die Maschinengruppen können einen Speicher für Kontaktelemente enthalten, die zur
Festlegung an dem jeweiligen Kabel bestimmt sind, beispielsweise eine Trommel, auf
der ein Band mit den entsprechenden Kontaktelementen aufgewickelt ist.
[0013] Ferner können die Maschinengruppen jeweils ein Magazin zur Ablage von konfektionierten
Kabeln enthalten, beispielsweise ein Kastenmagazin mit zumindest einem auswechselbaren
Kasten.
Kurzbeschreibung der Zeichnung
[0014] Eine beispielhafte Ausführung der Erfindung ist in der beiliegenden Zeichnung dargestellt.
Sie wird nachfolgend näher erläutert.
Es zeigen:
[0015] Fig. 1 eine erste Bauform der erfindungsgemäßen Kabelbearbeitungseinrichtung, bei
der beiderseits eines durch einen Tisch gebildeten Maschinengestells, das zwei spiegelbildlich
angeordnete Schwenkarme trägt, erste und zweite Maschinengruppen angeordnet sind,
die dem Maschinengestell starr zugeordnet sind in einer schematischen Ansicht von
oben.
[0016] Fig. 2 eine Bauform, bei der beiderseits eines Maschinengestells, das zwei spiegelbildlich
angeordnete Schwenkarme trägt, erste und zweite Maschinengruppen angeordnet sind,
die schwenkbar mit dem Maschinengestell verbunden sind.
[0017] Fig. 3 eine Bauform bei der beiderseits eines Maschinengestells, das zwei spiegelbildlich
angeordnete Schwenkarme trägt, erste und zweite Maschinengruppen dem Maschinengestell
verschiebbar zugeordnet sind auf Bewegungslinien, die sich parallel zu einer gedachten
Verbindungslinie der Schwenkachsen der beiden Schenkarme erstrecken.
Ausführung der Erfindung
[0018] Die dargestellten Kabelbearbeitungsstationen dienen zur Konfektionierung von Kabeln
2, beispielsweise zum Ancrimpen von Crimpkontaktelementen an ein zuvor abisoliertes
Kabelende eines Kabels 2. Dabei ist es erforderlich, extrem hohe Arbeitsgenauigkeiten
einzuhalten, insbesondere beim Ancrimpen von Kontaktelementen an sehr dünne Kabel
2 von z.B. weniger als 0,5 mm Durchmesser. Selbst Temperaturänderungen und die unvermeidbaren
Herstelltolleranzen der eingesetzten Halbzeuge bedürfen dabei der Berücksichtung,
um einerseits einen festen Sitz der Kontaktelemente an den Kabellitzen zu erhalten
und andererseits eine Beschädigung der enthaltenen Teile zu vermeiden. Dementsprechend
bedürfen die benötigten Konfektionierwerkzeuge 1 einer sehr genauen Einstellung, bevor
der Crimpprozess beginnt. Dies kann erfindungsgemäß außerhalb des Schwenkbereichs
der Schwenkarme 4, 5 erfolgen.
[0019] Die in Fig. 1 gezeigte Bauform zeigt verschiedene Konfektionierstationen 1 zur Konfektionierung
eines Kabels 2, die jeweils in ersten Maschinengruppen 4.1, 4.2 und zweiten Maschinengruppen
5.1, 5.2 zur Abarbeitung eines Auftrags zusammengefasst sind.
[0020] Die ersten und zweiten Maschinengruppen 4.1, 4.2; 5.1, 5.2 sind stationär beiderseits
eines Maschinenständers 3 angeordnet, der in spiegelbildlicher Anordnung zwei Schwenkarme
4, 5 mit jeweils einer Kabelzuführung trägt und der es gestattet, die Kabel 2 aufeinanderfolgend
zumindest zwei der Konfektionierstationen 1 einer der Maschinengruppen 4.1, 4.2; 5.1,
5.2 aufeinaderfolgend zuzuführen, die dem Maschinenständer 3 seitlich benachbart zugeordnet
sind und die die vollständige Abarbeitung des jeweiligen Auftrags gestatten, beispielsweise
das Abisolieren eines Kabels 2 und das nachfolgende Ancrimpen eines Kontaktelementes
an das Kabel 2 in den jeweiligen Konfektionierstationen 1 einer jeden der Maschinengruppen
4.1, 4.2; 5.1, 5.2.
[0021] Jedem Schwenkarm 4, 5 sind dabei zwei erste Maschinengruppen 4.1, 4.2; 5.1, 5.2,
derart zugeordnet, dass von jedem Schwenkarm 4, 5 alternativ nur die Konfektionierstationen
der ersten Maschinengruppe 4.1, 5.1 auf der einen Seite oder der zweiten Maschinengruppe
4.2, 5.2 auf der anderen Seite des Maschinenständers 3 mit dem Kabel 2 beschickbar
sind.
[0022] Die ersten und zweiten Maschinengruppen 4.1, 4.2; 5.1, 5.2 sind beiderseits des Maschinenständers
3 starr angeordnet. Sie werden alternativ durch eine Verlägerung der Arbeitsposition
nach rechts oder links vom Maschinenständer 3 bedient und mit dem Kabel beschickt.
Die jeweils andere Maschinengruppe befindet sich während dieser Zeit gegenüberliegend
in der Rüstposition und kann daher für die Abarbeitung des nächsten Auftrags vorbereitet
werden, ohne die auf die gegenüberliegende Seite des Maschinenständers 3 beschränkten
Schwenkbewegungen der Schwenkarme 4, 5 beachten zu müssen. Unfallgefahren wird dadurch
vorbgebeugt.
[0023] Bei einer Bauform, bei der der Maschinenständer ein Maschinenbett aufweist, beispielsweise
einen Tisch, besteht grundsätzlich die Möglichkeit, die Schwenkarme oberhalb davon
anzuordnen, was die Zugänglichkeit verbessert.
[0024] Bevorzugt gelangt aus Gründen der höheren Arbeitssicherheit eine Bauform zur Anwendung,
bei der alle Schwenkarme 4, 5 und die jeweiligen Kabelzuführungen in einer Überkopflage
unter dem Maschinenbett angeordnet sind.
[0025] Wenn der Maschinenständer 3 zwei spiegelbildlich angeordnete Schwenkarme 4, 5 und
Kabelzuführungen trägt, wie in allen Figuren gezeigt, sind die von den Schwenkarmen
4, 5 beiderseits angeordneten Maschinengruppen 4.1, 4.2, 5.1, 5.2 nur alternativ von
den Schwenkarmen erreichbar. Sie können sich daher mit beliebig großer Geschwindigkeit
bewegen, ohne dass die Gefahr des Auftretens von Unfällen besteht.
[0026] Neben einer starren Positionierung der Maschinengruppen, relativ zu dem Maschinenständer
3, wie in Fig. 1 gezeigt, besteht die Möglichkeit, dass die Schwenkachsen der beiden
Schwenkarme 4, 5 auf einer geraden, gedachten Verbindungslinie angeordnet sind und
dass beiderseits neben dem Maschinenständer 3 Maschinengruppen 4.1, 4.2; 5.1, 5.2
vorgesehen sind, die parallel zu der Verbindungslinie alternativ in eine Arbeitsposition
6.1 oder eine Rüstposition 6.2 verschiebbar sind, wie in Fig. 3 gezeigt.
[0027] Es besteht auch die Möglichkeit, dass beiderseits neben dem Maschinenständer 3 Maschinengruppen
4.1, 4.2; 5.1, 5.2 vorgesehen sind, die durch Gelenke 7 beweglich mit dem Maschinenständer
3 verbunden und alternativ in eine Arbeits- und eine Rüstposition 6.1, 6.2 verschwenkbar
sind, wie in Fig. 2 gezeigt. Diese Bauform wird häufig aus Platzgründen bevorzugt.
[0028] Die Maschinengruppen 4.1, 4.2; 5.1, 5.2 sind sämtlich in der Arbeits- und in der
Rüstposition 6.1, 6.2 arretierbar ausgebildet, beispielweise durch eine nicht gezeigte
Verriegelungsmechanik.
[0029] Die Maschinengruppen 3 können einen Speicher für Kontaktelemente enthalten, die zur
Festlegung an dem jeweiligen Kabel 2 bestimmt sind, beispielsweise Kontaktelemente,
die durch einen Stanzprozess erzeugt sind und einen Bestandteil eines Bandes bilden,
dass auf eine Trommel aufgewickelt ist.
[0030] Ferner können die Maschinengruppen 3 jeweils ein Magazin zur Ablage von konfektionierten
Kabeln 3 enthalten, beispielsweise austauschbare Ablagekästen.
1. Kabelbearbeitungseinrichtung mit Konfektionierstationen (1) zur Konfektionierung eines
Kabels (2), umfassend einen Maschinenständer (3), der zwei Schwenkarme trägt, denen
jeweils eine Kabelzuführung zugeordnet ist, wobei es die Schwenkarme jeweils gestatten,
das jeweilige Kabel (2) aufeinanderfolgend zumindest zwei Konfektionierstationen (1)
zuzuführen, die dem Maschinenständer (3) seitlich benachbart zugeordnet und zu einer
ersten Maschinengruppe (5) zusammengefasst sind, dadurch gekennzeichnet, dass im Wirkungsbereich eines jeden Schwenkarms (4) zumindest zwei zweite Maschinengruppen
(4.1, 4.2; 5.1, 5.2) vorgesehen sind und dass das jeweilige Kabel von jedem Schwenkarm
(4, 5) alternativ nur den Konfektionierstationen der ersten (4.1, 5.1) oder der zweiten
Maschinengruppe (4.2, 5.2) zuführbar ist.
2. Kabelbearbeitungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Maschinengruppen (4.1, 4.2; 5.1, 5.2) beiderseits des Maschinenständers (3) angeordnet
sind.
3. Kabelbearbeitungseinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Maschinenständer (3) mit einem Maschinenbett versehen ist und dass alle Schwenkarme
(4, 5) und die jeweiligen Kabelzuführungen in einer Überkopflage unter dem Maschinenbett
angeordnet sind.
4. Kabelbearbeitungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Maschinenständer (3) zwei spiegelbildlich angeordnete Schwenkarme (4, 5) und
Kabelzuführungen trägt und dass von den Schwenkarmen (4, 5) beiderseits angeordnete
Maschinengruppen (4.1, 4.2, 5.1, 5.2) alternativ bedienbar sind.
5. Kabelbearbeitungseinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Schwenkarme (4, 5) auf einer geraden, gedachten Verbindungslinie angeordnet
sind und dass beiderseits neben dem Maschinenständer Maschinengruppen (4.1, 4.2, 5.1,
5.2) vorgesehen sind, die parallel zu der Verbindungslinie alternativ in eine Arbeitsposition
(6.1) oder eine Rüstposition (6.2) verschiebbar sind.
6. Kabelbearbeitungseinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Schwenkarme (4, 5) auf einer gedachten Verbindungslinie angeordnet sind
und dass beiderseits neben dem Maschinenständer (3) Maschinengruppen (4.1, 4.2, 5.1,
5.2) vorgesehen sind, die durch Gelenke (7) beweglich mit dem Maschinenständer verbunden
und alternativ in eine Arbeits- und eine Rüstposition (6.1 6.2) verschwenkbar sind.
7. Kabelbearbeitungsstation nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Maschinengruppen (4.1, 4.2, 5.1, 5.2) in der Arbeits- und in der Rüstposition
(6.1, 6.2) jeweils arretierbar sind.
8. Kabelbearbeitungsstation nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Maschinengruppen (3) einen Speicher für Kontaktelemente enthalten, die zur Festlegung
an dem jeweiligen Kabel (2) bestimmt sind.
9. Kabelbearbeitungsstation nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Maschinengruppen (3) jeweils ein Magazin zur Ablage von konfektionierten Kabeln
(3) enthalten.