[0001] Vorliegende Erfindung betrifft ein Schneidwerkzeug, insbesondere einen Schäler, bei
dem die Oberfläche des Grundkörpers im Bereich der Schneidkante mit mindestens einer
Hartstoffschicht verstärkt ist. Dies ermöglicht die Herstellung von Schneidwerkzeugen
mit dauerhafter, hoher Schärfe.
[0002] Herkömmliche Klingen zeichnen sich durch einen Kompromiss aus der Schneidfähigkeit
(Schärfe) und der Schneidhaltigkeit (Dauerhaftigkeit der Schärfe) aus. Die Schneidfähigkeit
wird über den Keilwinkel und den Verrundungsradius der Schneidkante erzeugt. Je kleiner
diese sind, desto schärfer ist das Messer, jedoch sinkt dadurch die Schneidhaltigkeit
ab, d.h. die Anfangsschärfe der Klinge nimmt bei konventionellen Materialien im Gebrauch
rasch ab.
[0003] Jedoch weisen die im Stand der Technik beschriebenen Klingen wesentliche Nachteile
auf. Bei Stahlklingen ist es beispielsweise bekannt, dass diese Ausführungsformen
jeweils einen Kompromiss zwischen Schneidfähigkeit und Schneidhaltigkeit bilden. Das
heißt, entweder ist über die geometrische Gestaltung der Klinge eine hohe Schneidfähigkeit
gegeben, wobei dann aber eine geringe Schneidhaltigkeit resultiert, oder umgekehrt.
Eine gleichzeitige Erzielung beider Eigenschaften ist bisher schwer möglich. Außerdem
weisen Stahlklingen eine hohe Korrosionsanfälligkeit auf.
[0004] Durch die Verwendung von verbessertem Klingenstahl, z.B. nach dem Damaszenerverfahren
hergestellte Stähle, (mehrlagig gefaltet) bzw. durch Verwendung von höherwertigeren
Stahllegierungen z.B. von Stählen mit höherem Kohlensstoffgehalt, kann sowohl die
Schneidfähigkeit als auch die Schneidhaltigkeit verbessert werden. Die Degradation
der Schneidkante findet jedoch nach wie vor statt und ein Nachschliff ist von Zeit
zu Zeit nach wie vor notwendig.
[0005] Es wurden deshalb bereits Haushaltsmesser mit Keramikklingen entwickelt, die im Wesentlichen
nicht mehr nachgeschliffen werden müssen. Haushaltsmesser unterliegen im Gebrauch
jedoch einer relativ großen Biegebeanspruchung, die zu einer Bruchgefahr für die sehr
spröden Keramikklingen wird. Die Warnung, Keramikklingen nicht als Hebel einzusetzen,
wird und muss oft vom Benutzer ignoriert werden, mit dem Effekt, dass Teile aus der
Klinge ausbrechen bzw. die gesamte Klinge bricht. Ferner muss aufgrund der Sprödheit
des Materials der Keilwinkel größer gewählt werden als bei Stahl, da die Schneide
sonst ausbricht.
[0006] Für industrielle Zwecke und im Bereich der Medizin ist es bereits bekannt, Schneidkanten
unter Verwendung eines Diamantmaterials aufzubauen. So beschreibt beispielsweise die
DE 198 59 905 C2 ein Schneidwerkzeug mit einer Schneidkante, die in einer synthetischen Diamantschicht
ausgeformt wurde, zur Verwendung als medizinisches Skalpell. Zum Herstellen des bekannten
Schneidwerkzeuges wird zunächst ein Träger, bevorzugt auf Siliziumbasis, durch Plasmabeschichtung
mit einer Schicht aus polykristallinem Diamant versehen. Anschließend wird das Substrat
zum Freilegen der Diamantschicht partiell weggeätzt und an der Diamantschicht wird,
wiederum auf chemischem Wege durch Ätzen eine Schneidkante ausgeformt. Auf diese Weise
ist es möglich, Schneidkanten in unterschiedlichen Formen und mit einem kleineren
Verwendungsradius herzustellen. Die Klingen von Skalpellen sind jedoch relativ kurz,
müssen sehr dünn sein, damit saubere Schnitte erzielt werden und werden aus diesem
Grunde vom Benutzer bereits sehr sorgfältig behandelt, beispielsweise nicht auf Biegung
beansprucht, was bei der bestimmungsgemäßen Verwendung eines Skalpells auch nicht
notwendig ist.
[0007] Ein weiteres Verfahren zum Herstellen eines Schneidwerkzeugs ist in der
EP 577 066 B1 beschrieben, wobei jedoch hier die Schneidkante durch Laserbearbeitung ausgeformt
wird, was nur größere Schneidenwinkel gestattet und im Vergleich zur mechanischen
oder Plasmabearbeitung zu relativ großen Verrundungsradien führt.
[0008] Die
DE 31 08 954 C2 beschreibt ein Messer für Industrieanwendung, insbesondere ein Messer zum Schneiden
von bahnförmigem Material, beispielsweise Papier. Zu diesem Zweck werden Diamantplättchen,
d.h. polykristalline Diamanten, eingesetzt. Wegen der geringen Größe dieser Diamanten
und um eine bessere Austauschbarkeit beschädigter Teile der Schneidkante zu erreichen,
ist die Schneidkante aus einer Vielzahl von Segmenten aufgebaut. Dabei sind die Diamantplättchen
auf einer Hartmetallaufnahme befestigt. Die Hartmetallaufnahme mit dem Diamantplättchen
wird anschließend auf einem Träger befestigt, beispielsweise aufgeschraubt. Der Träger
wird dann auf einen Messerhalter aufgeschraubt, wobei am Messerhalter entweder nur
ein einziger Träger oder eine Vielzahl von Trägem befestigt werden. Anschließend wird
der Messerhalter auf einem Support angeordnet, beispielsweise angeschraubt, der die
Lage und die Form der Schneidkante vorgibt. Ein solcher Aufbau ist jedoch für Haushaltsmesser
keinesfalls geeignet. Auch ist mit Diamantplättchen der für Haushaltsmesser übliche
und erforderliche Schneidenwinkel von weniger als 45° nicht zu erzielen.
[0009] Ausgehend von den Nachteilen, wie sie aus dem Stand der Technik bekannt sind, ist
es Aufgabe vorliegender Erfindung, ein korrosionsbeständiges Schneidwerkzeug mit wesentlich
verbesserter Schneidfähigkeit und gleichzeitig verbesserter hoher Schneidhaltigkeit
bereitzustellen. Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Hauptanspruchs gelöst. Die
abhängigen Ansprüche bilden dabei vorteilhafte Weiterbildungen.
[0010] Erfindungsgemäß wird somit ein Schneidwerkzeug mit einem mindestens eine Schneidkante
aufweisenden Grundkörper bereitgestellt, wobei die Oberfläche des Grundkörpers mindestens
im Bereich der Schneidkante mindestens bereichsweise mit mindestens einer Hartstoffschicht
versehen ist. Somit wird erfindungsgemäß ein Schneidwerkzeug vorgeschlagen, bei dem
die Hartstoffschicht zumindest teilweise die Schneidkante ausbildet. Die Hartstoffschicht
steht dabei form-, kraft- und stoffschlüssig mit dem Grundkörper in Verbindung, wodurch
eine innige Verbindung zwischen Grundkörper und Hartstoffbeschichtung und somit eine
hohe Gesamtstabilität des Schneidwerkzeugs erzielt wird. Dadurch wird zum einen gewährleistet,
dass sowohl bei hohen mechanischen Beanspruchungen senkrecht zur Schneidkante (wie
sie beispielsweise beim Schneiden von harten Gegenständen auftreten) als auch bei
hohen mechanischen Beanspruchungen entlang der Schneidkante (beispielsweise beim Biegen
des Schneidwerkzeugs entlang des Grundkörpers, wie es beispielsweise beim Einsatz
des Schneidwerkzeugs als Hebel auftritt) eine exzellente strukturelle Integrität des
Schneidwerkzeugs gewährleistet ist. Somit besteht ein guter Verbund zwischen der Hartstoffschicht
und dem Grundkörper, so dass ein Absplittern oder Ablösen der Hartstoffschicht effizient
verhindert wird. Die Hartstoffschicht kann z.B. durch Verfahren wie CVD, PVD oder
Sputter-Techniken aufgebracht werden.
[0011] Es hat sich gezeigt, dass ein derartiges Schneidwerkzeug mit einer wie vorstehend
beschrieben ausgebildeten Schneidkante aus einem Hartstoff überlegene Eigenschaften
in Bezug auf die Schneidfähigkeit (Schärfe) und der Schneidhaltigkeit (Dauerhaftigkeit
der Schärfe) aufweist.
[0012] In einer vorteilhaften Ausführungsform ist der Hartstoff dabei ausgewählt aus der
Gruppe bestehend aus Diamant, diamantartigem Kohlenstoff, Kohlenstoff, auf Aluminium,
Zirkon und Silizium basierenden Keramiken, wie Aluminiumoxid, Aluminiumnitrid, Zirkonoxid,
Zirkonnitrid, Siliziumcarbid oder Siliziumnitrid, Bornitrid, refraktären Metallen
aus den Gruppen VIb, Vb und VI des Periodensystems und deren Kohlenstoffverbindungen,
wie Tantal, Tantalcarbid, Wolfram, Wolframcarbid, Molybdän, Molybdäncarbid, Vanadium,
Titannitriden, TiAlN, TiCN, TiB
2 sowie Hartmetallen, wie Wolframcarbid, TiC, TaC, gegebenenfalls mit Kobalt- und/oder
Nickelanteilen.
[0013] Vorteilhaft ist es ebenso, wenn das Material des Grundkörpers ausgewählt ist aus
Aluminium, Kupfer, Titan, Nickel, Chrom, Niob, Wolfram bzw. deren Legierungen, Wolframcarbid,
Tantal, Tantalcarbid, TiC, Molybdän, Molybdäncarbid, eisenhaltigen Werkstoffen, wie
Stahl, Hartmetallen, wie Wolframcarbid, gegebenenfalls mit Kobalt und/oder Nickel,
Kunststoffen, wie Thermoplasten und Duroplasten, sowie Kohlefaserverbundwerkstoffen
oder Glasfaserverbundwerkstoffen. Insbesondere ist der Grundkörper dabei aus Titan
und dessen Legierungen gebildet.
[0014] Eine bevorzugte Kombination ist dabei, wenn der Grundkörper aus Titan oder einem
martensitbildenden Stahl und die Hartstoffschicht aus Diamant oder diamantartigem
Kohlenstoff besteht.
[0015] Vorzugsweise weist der Grundkörper einen klingenförmigen Bereich auf, der die Schneidkante
bildet, und wobei der klingenförmige Bereich mindestens bereichsweise mit der Hartstoffschicht
versehen ist.
[0016] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform sieht vor, dass eine Breitseitenfläche des
Grundkörpers zumindest bereichsweise mit der Hartstoffschicht versehen ist, während
die zweite Breitseitenfläche unbeschichtet ist.
[0017] Alternativ dazu ist es jedoch ebenso möglich, dass beide Breitseitenflächen des Grundkörpers
zumindest bereichsweise mit der Hartstoffschicht versehen sind.
[0018] Bezüglich der Schichtdicke der Hartstoffschicht ist es vorteilhaft, wenn diese maximal
20 µm, bevorzugt maximal 10 µm aufweist. Insbesondere sind hierbei, mit Ausnahme von
kohlenstoffhaltigen Schichten, Schichtdicken von maximal 5 µm, besonders bevorzugt
maximal 1 µm, vorgesehen.
[0019] Weiter bevorzugt ist, wenn das Material des Grundkörpers aus einem martensitbildenden
Stahl besteht, der bei der Beschichtung einen Volumensprung (gamma-alpha-Umwandlung)
zwischen 0,3 % und 2 % zur Reduzierung der Eigenspannungen durchläuft.
[0020] Weitere Vorteile ergeben sich, wenn zwischen Grundkörper und Hartstoffschicht mindestens
eine haftvermittelnde und/oder diffusionsverhindernde Schicht angeordnet ist. Das
Material der Zwischenschicht ist dabei bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe IVb, Vb
und VIb des Periodensystems der Elemente bzw. deren Verbindungen mit Ti und/oder B
und/oder N und/oder A1, insbesondere TiB
2-TiN.
[0021] In einer weitere vorteilhaften Variante weist die Schneidkante der Hartstoffschicht
einen Verrundungsradius R
c < 20 µm, bevorzugt R
c < 5 µm, besonders bevorzugt < 1 µm auf.
[0022] Bevorzugt ist weist die Oberfläche des Hartstoffschneidelementes eine Oberflächenrauhigkeit
R
m < 1 µm, bevorzugt < 0,5 µm, auf.
[0023] Die Schneide selbst kann glatt oder alternativ hierzu zackenförmig, wellenförmig
oder mit einer Freiformkontur versehen sein.
[0024] Die erfindungsgemäßen Schneidwerkzeuge zeichnen sich durch eine hohe Schärfe aus.
Dabei wird die Schärfe der Schneidkante durch eine Kraft F
max definiert, die wie folgt bestimmt werden kann: ein Nylonfaden mit einem Durchmesser
von 0,2 mm wird über eine Luftstrecke von 2 d (d = 25 mm) geführt, wobei der Faden
an einem Ende fest fixiert und am anderen Ende unter einer Zugspannung von 6 N gehalten
wird, die Schneidkante wird in einem Winkel von 90° auf den Faden bewegt (Vektor s
x) und trifft den Nylonfaden bei der Länge 1d bei x = 0, die Kraft F
x steigt infolgedessen nahezu linear mit s
x an; die Kraft F
max ist dann durch die Kraft definiert, bei der der Faden durchtrennt wird, wobei die
Kraft F
max ≤ 3 N, besonders bevorzugt F
max ≤ 1 N ist. Insbesondere beträgt F
max < 0,75 N, bevorzugt < 0,5 N.
[0025] Weiter vorteilhaft ist es, wenn die Schneidkante einen Keilwinkel α
1 von 10° bis 70°, bevorzugt 10° bis 40°, aufweist.
[0026] Beim Schneidwerkzeug der Erfindung ist günstig, wenn es so ausgebildet ist, dass
der Grundkörper eine Wate aufweist. So lassen sich besonders gute Werte bei der Schärfe
und der Dauerhaftigkeit erreichen. Bevorzugt weist die Schneidkante zwei Keilwinkel
auf, wobei der erste Keilwinkel α
1 von 10° bis 70°, insbesondere von 10° bis 40° und der zweite Keilwinkel α
2 von 1° bis 30°, insbesondere von 5° bis 15°, beträgt.
[0027] Dabei ist es unerheblich, wie der Grundkörper des Schneidwerkzeugs ausgebildet ist.
Je nach Einsatz- oder Verwendungszweck kann der Grundkörper jedoch Durchbrüche und/oder
Vertiefungen für eine Reduzierung der Reibfläche aufweisen.
[0028] Das erfindungsgemäße Schneidwerkzeug weist von Haus aus eine hohe Schärfe sowie eine
hohe Beständigkeit der Schärfe auf. Die Schärfe kann beispielsweise durch Plasmaschärfverfahren
weiter gesteigert werden. Mit diesem Verfahren kann gleichzeitig auch die Beständigkeit
der Schärfe erhöht werden, da eine weitere Härtung der Hartstoffschicht erzielt werden
kann.
[0029] Vorteilhaft ist mindestens eine Oberfläche des Schneidwerkzeug hinsichtlich einer
Optimierung der Reibfläche durch Formelemente, wie Querrillen, Erhebungen etc. oder
zusätzliche Beschichtungen wie Teflon, PEK usw. optimiert.
[0030] Das erfindungsgemäße Schneidwerkzeug kann in vielen Varianten ausgebildet sein, beispielsweise
als Haushaltsmesser, Schälmesser, Wiegemesser, Tafelmesser, Steakmesser, Dessertmesser,
Obstmesser, Käsemesser, Hobel, Beil oder Universalmesser.
[0031] Als besonderer Anwendungsfall sind Haushaltsmesser und Schälmesser zu nennen. Der
nachfolgend beschriebene Schäler weist neben der erfindungsgemäßen Ausgestaltung der
Klinge noch weitere Vorteile auf.
[0032] Bei den meisten Schälern wird nämlich die Klinge mit zwei Schrauben in den Halter
des Schälers eingeschraubt. Dadurch ergeben sich Nachteile, wie z.B. Montageaufwand
durch Schraubbefestigung der Klinge, schlechte Reinigungsmöglichkeiten, hinderliche
Schraubenköpfe beim Schälen oder die Tatsache, dass sich der Schälspan unmittelbar
nach dem Schälen wieder auf das Schälgut, z.B. Gurken oder andere stark wasserhaltige
Lebensmittel, auflegt. Somit ist es vorteilhaft, dass wenn der Grundkörper mit einem
Griff verbunden ist, dieser integriert oder Bestandteil des Griffs ist. Insbesondere
wenn die Verbindung zwischen Grundkörper und Griffkraft, form- oder stoffschlüssig
ausgestaltet ist, lassen sich oben genannte Nachteile eliminieren. Dies kann beispielsweise
durch Ultraschallverschweißen des Grundkörpers mit dem Griff erfolgen. Weiter bevorzugt
ist dabei, wenn die Verbindung zwischen Grundkörper und Griff beweglich ist. Ebenso
ist noch möglich, dass der Grundkörper durch Spritzguss in den Griff eingearbeitet
ist.
[0033] Die Erfindung wird nachfolgend durch die Figuren 1 - 6 näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Blick auf die Breitseitenfläche 7 eines erfindungsgemäßen Schneidwerkzeugs 1,
- Fig. 2
- einen Schnitt durch ein erfindungsgemäßes Schneidwerkzeug, das auf beiden Oberflächen
des Grundkörpers 3 eine Hartstoffbeschichtung 4 aufweist,
- Fig. 3
- einen Schnitt durch ein erfindungsgemäßes Schneidwerkzeug, das nur auf einer Oberfläche
des Grundkörpers 3 eine Hartstoffbeschichtung 4 aufweist,
- Fig. 4a
- schematisch verschiedene mögliche Ausbildungen der Schneidgeometrie einer einstufigen
Ausführungsform,
- Fig. 4b
- die Ausführungsformen einer zweistufigen Ausbildung der Schneidkante,
- Fig. 5
- in der Figurenfolge 4a bis 4b den Ablauf der Bestimmung der Kraft Fmax,
- Fig. 6
- eine erfindungsgemäße Ausgestaltungsform des Schneidwerkzeugs als Schäler, mit einer
bezüglich des Griffs drehbar angeordneten Klinge.
[0034] Fig. 1 stellt eine Aufsicht auf eine Breitseitenfläche 7 eines erfindungsgemäßen
Schneidwerkzeugs 1 dar, das hier in Form eines Küchenmessers ausgebildet ist.
[0035] Ein Schnitt entlang der Linie I-I in Fig. 1 durch eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Schneidwerkzeugs 1 ist in Fig. 2 dargestellt. In dieser Darstellung ist der erfindungsgemäße
Aufbau des Schneidwerkzeugs 1 ersichtlich. Auf dem Grundkörper 3 aus Titan ist auf
beiden Seiten eine Hartstoffschicht 4 aus Diamant aufgebracht, die sich an der Schneidkante
2 vereinen. Die Schneidkante 2 wird somit alleinig durch das Hartstoffmaterial gebildet.
Ebenso ist der Keilwinkel α
1 angedeutet.
[0036] In Fig. 3 ist derselbe Schnitt wie in Fig. 2 dargestellt, nur dass hier lediglich
eine Oberfläche des Grundkörpers 3 mit einer Beschichtung 4 aus Hartstoff dargestellt
ist.
[0037] Das Material für einen derartigen Grundkörper 3 kann grundsätzlich aus gängigen metallischen
Materialien und/oder Legierungen bzw. Carbiden ausgewählt sein. Beispiele hierfür
sind: Aluminium, Kupfer, Titan, Nickel, Chrom, Niob, Wolfram bzw. deren Legierungen,
Wolframcarbid, Tantal, Tantalcarbid, Molybdän, Molybdäncarbid, eisenhaltige Werkstoffen,
wie Stahl, Hartmetalle, wie Wolframcarbid, gegebenenfalls mit Kobalt- und/oder Nickelanteilen,
Kunststoffe, wie Thermoplasten und Duroplasten, sowie Kohlefaserverbundwerkstoffe
oder Glasfaserverbundwerkstoffe.
[0038] Zur besseren Übersichtlichkeit sind in Fig. 4 verschiedene Schneidgeometrien dargestellt,
die beim erfindungsgemäßen Schneidwerkzeug 1 realisiert werden können. Die Fig. 4a
zeigt die geometrische Ausbildung verschiedener einstufiger Ausführungsformen, wobei
hier ein Keilwinkel α
1 von 10 bis 70°, bevorzugt von 20° bis 50° realisiert werden kann.
[0039] Fig. 4b zeigt mögliche Ausführungsformen für eine zweistufige Ausgestaltung, wobei
hier ein erster Keilwinkel α
1 von 10° bis 70°, bevorzugt von 20° bis 50° und ein zweiter Keilwinkel α2 von 1° bis
30°, bevorzugt 5° bis 50° realisiert werden kann.
[0040] Fig. 5 zeigt nun den Messaufbau zur Bestimmung der Schärfe der Schneidkante 2 des
erfindungsgemäßen Schneidwerkzeugs 1. Die Schärfe wurde dabei durch eine Kraft F
max definiert, die wie folgt bestimmt worden ist: ein Nylonfaden mit einem Durchmesser
von 0,2 mm wird über eine Luftstrecke von 2 d (d = 25 mm) geführt, wobei der Faden
an einem Ende fest fixiert und am anderen Ende unter einer Zugspannung von 6 N gehalten
wird. Die Schneidkante 2 wird nun in einem Winkel 90° (sowohl in der Draufsicht als
auch in der Seitenansicht) auf den Faden zu bewegt (Vektor S
x). Bei x=0 trifft dann die Schneidkante 2 den Faden. Als Folge davon steigt F
x annähernd linear mit S
x an. Vorgegeben wird somit immer S
x, F
x ist die abhängige Größe und wird simultan gemessen (F
x = f (S
x)). Mit zunehmender Verschiebung S
x steigt somit die Kraft F
x an. In Punkt (F
max) wird dann der Faden durchtrennt. Der Betrag der Kraft F
x geht schlagartig zurück auf 0. Gemäß der vorliegenden Erfindung weisen die Schneidwerkzeuge
1 eine Kraft F
max von ≤ 1 N auf.
[0041] Figur 6 ist eine Ausgestaltungsform des erfindungsgemäßen Schneidwerkzeugs 1 als
Schäler dargestellt. Dabei ist die Klinge des Schälers über ein bewegliches Element
8 mit dem Griff 6 verbunden, so dass ein Verkippen der Klinge ermöglicht ist. Die
sogenannte Pendelklinge weist in der Mitte eine Aussparung auf, deren Ränder die Schneidkanten
2, 2' ausbilden. Ebenso dargestellt ist ein Schnitt (A-A) durch den Schäler.
1. Schneidwerkzeug (1) mit einem mindestens eine Schneidkante (2) aufweisenden Grundkörper
(3),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Oberfläche des Grundkörpers (3) mindestens im Bereich der Schneidkante (2) mindestens
bereichsweise mit mindestens einer Hartstoffschicht (4) versehen ist.
2. Schneidwerkzeug (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der Hartstoff ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Diamant, diamantartigem
Kohlenstoff, Kohlenstoff, auf Aluminium, Zirkon und Silizium basierenden Keramiken,
wie Aluminiumoxid, Aluminiumnitrid, Zirkonoxid, Zirkonnitrid, Siliziumcarbid oder
Siliziumnitrid, Bornitrid, refraktären Metallen aus den Gruppen VIb, Vb und VI des
Periodensystems und deren Kohlenstoffverbindungen, wie Tantal, Tantalcarbid, Wolfram,
Wolframcarbid, Molybdän, Molybdäncarbid, Vanadium, Titannitriden, TiAlN, TiCN, TiB2 sowie Hartmetallen, wie Wolframcarbid, TiC, TaC, gegebenenfalls mit Kobalt- und/oder
Nickelanteilen.
3. Schneidwerkzeug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Material des Grundkörpers (3) aus Titan und dessen Legierungen besteht.
4. Schneidwerkzeug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Material des Grundkörpers (3) ausgewählt ist aus Aluminium, Kupfer, Titan, Nickel,
Chrom, Niob, Wolfram bzw. deren Legierungen, Wolframcarbid, Tantal, Tantalcarbid,
TiC, Molybdän, Molybdäncarbid, eisenhaltigen Werkstoffen, wie Stahl, Hartmetallen,
wie Wolframcarbid, gegebenenfalls mit Kobalt und/oder Nickel, Kunststoffen, wie Thermoplasten
und Duroplasten, sowie Kohlefaserverbundwerkstoffen oder Glasfaserverbundwerkstoffen.
5. Schneidwerkzeug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (3) einen klingenförmigen Bereich aufweist, der die Schneidkante
bildet, und dass der klingenförmige Bereich mindestens bereichsweise mit der Hartstoffschicht
versehen ist.
6. Schneidwerkzeug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Breitseitenfläche (7) des Grundkörpers (3) zumindest bereichsweise mit der Hartstoffschicht
(4) versehen ist, während die zweite Breitseitenfläche (7) unbeschichtet ist.
7. Schneidwerkzeug (1) nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass beide Breitseitenflächen des Grundkörpers zumindest bereichsweise mit der Hartstoffschicht
versehen sind.
8. Schneidwerkzeug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Hartstoffschicht (4) eine Schichtdicke von maximal 20 µm, insbesondere maximal
10 µm aufweist.
9. Schneidwerkzeug (1) nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass die Hartstoffschicht (4), mit Ausnahme von kohlenstoffhaltigen Schichten, eine Schichtdicke
von bevorzugt maximal 5 µm, besonders bevorzugt maximal 1 µm aufweist.
10. Schneidwerkzeug (1) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Material des Grundkörpers (3) aus einem martensitbildenden Stahl besteht, der
bei der Beschichtung einen Volumensprung (gamma-alpha-Umwandlung) zwischen 0,3 % und
2 % zur Reduzierung der Eigenspannungen durchläuft.
11. Schneidwerkzeug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Grundkörper (3) und Hartstoffschicht (4) mindestens eine haftvermittelnde
und/oder diffusionsverhindernde Schicht (5) angeordnet ist.
12. Schneidwerkzeug (1) nach dem vorhergehenden Anspruch,
dadurch gekennzeichnet, dass das Material der Zwischenschicht (5) ausgewählt ist aus der Gruppe IVb, Vb und VIb
des Periodensystems der Elemente bzw. deren Verbindungen mit Ti und/oder B und/oder
N und/oder A1, insbesondere TiB2-TiN.
13. Schneidwerkzeug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidkante (2) einen Verrundungsradius Rc < 20 µm, bevorzugt Rc < 5 µm, besonders bevorzugt < 1 µm aufweist.
14. Schneidwerkzeug (1) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidkante (2) des Hartstoffschneidelementes eine Oberflächenrauhigkeit Rm < 1 µm, bevorzugt < 0,5 µm, aufweist.
15. Schneidwerkzeug (1) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Schärfe der Schneidkante (2) durch eine Kraft F
max definiert ist, die wie folgt bestimmt worden ist:
ein Nylonfaden mit einem Durchmesser von 0,2 mm wird über eine Luftstrecke von 2 d
(d = 25 mm) geführt, wobei der Faden an einem Ende fest fixiert und am anderen Ende
unter einer Zugspannung von 6 N gehalten wird,
die Schneidkante wird in einem Winkel von 90° auf den Faden bewegt (Vektor sx) und trifft den Nylonfaden bei der Länge 1d bei x = 0,
die Kraft Fx steigt infolgedessen nahezu linear mit Sx an; die Kraft Fmax ist dann durch die Kraft definiert, bei der der Faden durchtrennt wird, wobei die
Kraft Fmax ≤ 3 N, besonders bevorzugt Fmax ≤ 1 N ist .
16. Schneidwerkzeug (1) nach dem vorhergehenden Anspruch,
dadurch gekennzeichnet, dass Fmax < 0,75 N, bevorzugt < 0,5 N ist.
17. Schneidwerkzeug (1) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidkante (2) einen Keilwinkel α1 von 10° bis 70 °, bevorzugt 10° bis 40 °, aufweist.
18. Schneidwerkzeug (1) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidkante (2) einen ersten Keilwinkel α1 von 10° bis 70 °, insbesondere von 10° bis 40 ° und der zweite Keilwinkel α2 von 1° bis 30 °, insbesondere von 5° bis 15 °, beträgt.
19. Schneidwerkzeug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüchen,
dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper des Schneidwerkzeugs (1) Durchbrüche und/oder Vertiefungen für eine
Reduzierung der Reibfläche aufweist.
20. Schneidwerkzeug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüchen,
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Oberfläche des Schneidwerkzeug (1) hinsichtlich einer Optimierung
der Reibfläche durch Formelemente, wie Querrillen, Erhebungen etc. oder zusätzliche
Beschichtungen wie Teflon, PEK usw. optimiert ist.
21. Schneidwerkzeug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüchen,
dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidkante (2) zackenförmig, wellenförmig oder mit einer Freiformkontur gestaltet
ist.
22. Schneidwerkzeug (1) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (3) mit einem Griff (6) verbunden ist.
23. Schneidwerkzeug (1) nach dem vorhergehenden Anspruch,
dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (3) integriert oder Bestandteil des Griffs (6) ist.
24. Schneidwerkzeug (1) nach Anspruch 22,
dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung zwischen Grundkörper (3) und Griff (6) kraft- oder formschlüssig ist
oder stoffschlüssig z.B. durch Ultraschallschweißen erfolgt ist.
25. Schneidwerkzeug (1) nach Anspruch 22,
dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung zwischen Grundkörper (3) und Griff (6) beweglich ist.
26. Schneidwerkzeug (1) nach Anspruch 22,
dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (3) durch Spritzguss in den Griff (6) eingespritzt ist.
27. Schneidwerkzeug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Schneidwerkzeug (1) ein Haushaltsmesser, Schälmesser, Wiegemesser, Tafelmesser,
Steakmesser, Dessertmesser, Obstmesser, Käsemesser, Hobel, Beil oder Universalmesser
ist.