[0001] Die Erfindung betrifft eine Schwerlastpflasterung für eine Strassen- und/oder Verkehrsfläche,
insbesondere für Häfen, Industriezonen oder dgl., wobei eine Mehrzahl von Pflastersteinen
auf einer Bettungsschicht angeordnet sind, wobei zwischen benachbarten Pflastersteinen
Fugen vorgesehen sind, wobei unter der Bettungsschicht mindestens eine - erste - Tragschicht
vorgesehen ist, und wobei von oben auf die Pflastersteine auftreffende Flüssigkeit,
insbesondere Regenwasser, durch die Fugen und/oder durch das Fugenmaterial in die
Bettungsschicht gelangt und von hier abgeführt wird. Weiterhin betrifft die Erfindung
ein Verfahren zur Herstellung der zuvor genannten Schwerlastpflasterung.
[0002] Im Stand der Technik sind unterschiedlich ausgebildete Schwerlastpflasterungen für
Strassen- bzw. Verkehrsflächen bekannt. Es gibt Sonderbauweisen im Bereich des Strassen-
und Verkehrsflächenbaus, insbesondere dort, wo die Verkehrsflächenbeanspruchungen
die sonst üblichen in den Regelwerken des Strassen- und Verkehrsflächenbaus definierten
Belastungen erheblich überschreiten, bspw. im Logistikbereich von Häfen oder in bestimmten
Industriezonen. Hierbei werden vzw. halbstarre Beläge, wie Stelconplatten oder Stahlfaserbeton
wie auch bestimmte Pflasterbauweisen für die hier existierenden Beanspruchungen entsprechend
dimensioniert. Derartige Bauweisen sind einerseits sehr kostenintensiv bei der Herstellung
und andererseits kaum in der Lage in die sogenannte "Kreislaufwirtschaft für Stoffwiederverwendungen"
kostengünstig eingebracht zu werden.
[0003] Fig. 1 zeigt eine im Stand der Technik bekannte Schwerlastpflasterung in schematischer
Darstellung im Querschnitt mit dem Aufbau der einzelnen Schichten. Gut zu erkennen
ist der sogenannte "Oberbau" O, der hier eine Mehrzahl von Pflastersteinen 1 aufweist,
die auf einer Bettungsschicht 2 angeordnet sind. Zwischen den benachbarten Pflastersteinen
1 sind Fugen 3 vorgesehen, die mit Fugenmaterial 3a ausgefüllt sind. Unter der Bettungsschicht
2 ist hier eine erste Tragschicht 4 vorgesehen, die zusammen mit den Pflastersteinen
1 der Bettungsschicht 2 den "Oberbau" O der Schwerlastpflasterung bilden. Unter der
ersten Tragschicht 4 kann ein sogenannter "Unterbau" U, vzw. ein Planum vorgesehen
sein, das bspw. auf einem Untergrund aufgebracht ist.
[0004] Trifft nun Flüssigkeit, insbesondere Regenwasser, von oben auf die Pflastersteine
1, so muss dieses abgeführt werden, insbesondere sickert dieses auch durch die Fugen
3 bzw. durch das Fugenmaterial 3a hindurch. Diese Flüssigkeit gelangt dann in die
Bettungsschicht 2, von wo sie abgeführt wird. Bei den im Stand der Technik bekannten
Schwerlastpflasterungen wird die Flüssigkeit 2 nun über die in Fig. 1 dargestellten
Pfeile A ausschließlich in vertikaler Richtung abgeführt. Anders ausgedrückt, die
erste Tragschicht 4 ist nun in vertikaler Richtung flüssigkeitsdurchlässig ausgebildet.
Bei den im Stand der Technik bekannten Schwerlastpflasterungen darf einsickerndes
Oberflächenwasser, also hier über die Fugen 3 bzw. das Fugenmaterial 3a einsickernde
Flüssigkeit nicht zu Staunässe in der Bettungsschicht 2 führen. Es muss also durch
alle Schichten in den Untergrund G durchsickern können. Hierbei wird die vertikal
flüssigkeitsdurchlässige Tragschicht 4 unter der Bettung vzw. als Dränbeton oder Dränasphalt
ausgeführt, was sehr kostenintensiv ist. Die Pflastersteine 1 weisen im Stand der
Technik zumeist eine H-Form auf oder sind als "Knochenstein" ausgeführt, wobei die
Bettungsschicht 2 vzw. aus gebrochenem Primärgestein hergestellt ist, wobei dann unter
der Bettungsschicht 2 die "Drän-Tragschicht 4" liegt.
[0005] Aufgrund des Aufbaus der oben beschriebenen Schwerlastpflasterung ist keine umfassende
Recyclingnutzung bzw. keine industrielle Nebenprodukt-Nutzung bei der Herstellung
dieser Schwerlastpflasterung möglich, wodurch diese Schwerlastpflasterung sehr kostenintensiv
ist. Zusätzlich ist eine derartige Schwerlastpflasterung nicht in Gebieten einsetzbar,
wo das Oberflächenwasser nicht in den Untergrund sickern darf, bspw. bei Fahrzeug-Waschplätzen
und in Wasserschutzgebieten. Die bekannte Schwerlastpflasterung ist daher noch nicht
optimal ausgebildet.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die eingangs genannte Schwerlastpflasterung
bzw. das eingangs genannte Verfahren, derart auszugestalten und weiterzubilden, dass
einerseits die Kosten bei deren Herstellung vermindert sind, andererseits deren Einsatz
wesentlich flexibler ist, insbesondere eine verbesserte Schwerlastpflasterung realisiert
ist.
[0007] Die zuvor aufgezeigte Aufgabe ist nun dadurch gelöst, dass die Bettungsschicht und/oder
die erste Tragschicht so ausgebildet und/oder ausgeführt ist, so dass die in die Bettungsschicht
gelangende Flüssigkeit zumindest teilweise im wesentlichen zunächst in horizontaler
Richtung innerhalb der Bettungsschicht abgeleitet wird. Das Grundprinzip der Erfindung
geht also nunmehr dahin - nicht wie bisher im Stand der Technik üblich - die Flüssigkeit
ausschließlich in vertikaler Richtung über die Tragschicht abzuleiten, sondern das
Oberflächenwasser, insbesondere also die Flüssigkeit - zumindest teilweise - zunächst
in horizontaler Richtung innerhalb der Bettungsschicht abzuleiten, was im folgenden
ausführlich erläutert werden wird. Hierdurch bedingt können entscheidende Vorteile
erzielt werden. Einerseits kann nun eine Tragschicht ausgebildet werden, die weniger
kostenintensiv ist und auch später wieder in den Recycling-Kreislauf eingeführt werden
kann. Weiterhin kommt es nicht zu einer Staunässe in der Bettung, da hier das Oberflächenwasser
nämlich im wesentlichen vollständig abgeführt wird. Die Bettungsschicht kann vzw.
aus einem industriellen Nebenstoff, insbesondere aus prallgestrahltem Schmelzkammergranulat
"SKG" hergestellt werden, wobei die Tragschicht als hydraulisch verfestigte Tragschicht
mit ausschließlicher Verwendung von RC-Material (recyclebares Material) möglich ist.
Hierdurch ist eine sehr kostengünstige und für das Kreislaufwirtschaftsgesetz optimale
Umsetzung bzw. Herstellung einer Schwerlastpflasterung ermöglicht. Im Ergebnis sind
daher entscheidende Vorteile erzielt und die eingangs genannten Nachteile vermieden.
[0008] Es gibt nun eine Vielzahl von Möglichkeiten die erfindungsgemäße Schwerlastpflasterung
in vorteilhafter Art und Weise auszugestalten und weiterzubilden. Hierfür darf zunächst
auf die dem Patentanspruch 1 bzw. den Patentanspruch 17 nachgeordneten Patentansprüche
sowie auf die folgenden Zeichnungen und die dazugehörende Beschreibung verwiesen werden.
In der Zeichnung zeigt:
- Fig. 1
- eine im Stand der Technik bekannte Schwerlastpflasterung wie bereits eingangs erläutert,
- Fig. 2
- eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Schwerlastpflasterung in schematischer
Darstellung im Schnitt,
- Fig. 3a,3b
- ein zweites Ausführungsbeispiel für eine erfindungsgemäße Schwerlastpflasterung in
schematischer Darstellung im Schnitt,
- Fig. 4
- ein drittes Ausführungsbeispiel für eine erfindungsgemäße Schwerlastpflasterung in
schematischer Darstellung im Schnitt, und
- Fig. 5
- eine Ansicht der Schwerlastpflasterung von oben.
[0009] Die Fig. 2 bis 5 zeigen - zumindest teilweise - in schematischer Darstellung eine
erfindungsgemäße Schwerlastpflasterung für eine Strassen- und/oder Verkehrsfläche,
insbesondere für Häfen, Industriezonen oder dgl..
[0010] Gut zu erkennen ist eine Mehrzahl von Pflastersteinen 1 als oberste Schicht, die
auf einer Bettungsschicht 2 angeordnet sind, wobei zwischen benachbarten Pflastersteinen
Fugen 3 vorgesehen sind die vzw. mit Fugenmaterial 3a ausgefüllt sind. Unter der Bettungsschicht
2 ist mindestens eine erste Tragschicht 4 vorgesehen, wobei eine von oben auf die
Pflastersteine 1 auftreffende Flüssigkeit, insbesondere Regenwasser, durch die Fugen
3 und/oder durch das Fugenmaterial 3a in die Bettungsschicht 2 gelangt und von hier
abgeführt wird.
[0011] Die eingangs genannten Nachteile sind nun dadurch vermieden, dass die Bettungsschicht
2 und/oder die erste Tragschicht 4 so ausgebildet und/oder ausgeführt ist, so dass
die in die Bettungsschicht 2 gelangende Flüssigkeit zumindest teilweise im wesentlichen
in horizontaler Richtung innerhalb der Bettungsschicht 2 abgeleitet wird. Aufgrund
dieses Grundprinzip können für die Tragschicht 4 sowie vzw. auch für die Bettungsschicht
2 sehr kostengünstige Materialien, insbesondere RC-Materialien Verwendung finden,
so dass eine Schwerlastpflasterung sehr kostengünstig herstellbar ist. Weitere Vorteile
werden nun im folgenden ausführlich beschrieben:
[0012] Wie die Fig. 2 zeigt, ist unter der ersten Tragschicht 4 eine zweite, dritte und/oder
vierte Schicht vorgesehen. Vzw. ist die erste Tragschicht 4 drei-lagig ausgeführt
und weist eine untere Schicht 4a, eine mittlere Schicht 4b und eine dritte Schicht
4c auf. Unter der untersten Schicht 4c ist vzw. eine Frostschutzschicht 5 vorgesehen,
wie gut aus der Fig. 2 ersichtlich ist.
[0013] Die erste Tragschicht 4, insbesondere die oberste Schicht 4a ist nun so ausgebildet,
dass die in die Bettungsschicht 2 eingedrungene Flüssigkeit im wesentlichen vollständig
in horizontaler Richtung abgeführt wird, wie in der Fig. 2 durch die entsprechenden
Pfeile B dargestellt ist. Hierzu ist die Bettungsschicht 2 gegenüber der ersten Tragschicht
4, insbesondere der ersten Schicht 4a vzw. abgedichtet, insbesondere ist eine separate
dazwischenliegende Abdichtungsschicht 6, insbesondere eine Bitumenemulsionsschicht
vorgesehen. Dies ist hier durch die etwas dickere durchgezogene Linie in der Fig.
2 bzw. durch die durchgezogene Linie in der Fig. 3 dargestellt.
[0014] Wie die Fig. 2 weiter zeigt weist die Bettungsschicht 2 gegenüber der ersten Tragschicht
4 zumindest in einigen Teilbereichen ein leicht vertikales Gefälle, vzw. von 2,5 %
auf. Mit dem Ausdruck "im wesentlichen in horizontaler Richtung wird die Flüssigkeit
abgeführt" ist damit gemeint, dass die in die Bettungsschicht 2 in den Fig. 3a und
3b gezeigten Ausführungsform also zunächst mal gemäß den Pfeilen B entlang der Gefällestrecke
innerhalb der Bettungsschicht 2 abgeführt wird.
[0015] Wie die Fig. 2 zeigt, sind nun im Bereich der Bettungsschicht 2 (Bettung) oder in
hierfür vorgesehenen Ausnehmungen der ersten Tragschicht 4, insbesondere innerhalb
der ersten Schicht 4a (bzw. auch teilweise in der Schicht 4b) entsprechende Auffangkammern
7 vorgesehen.
[0016] Wie die Fig. 2 und auch die Fig. 3 und 4 weiter zeigen, sind innerhalb der Auffangkammern
7 mehrere Dränagerohre 8 vorgesehen und hier in den Auffangkammern 7 vzw. in horizontaler
Richtung verlaufend, vzw. innerhalb von in den Auffangkammern 7 vorgesehenen, nicht
näher bezeichneten Dränbeton angeordnet. Wie die Fig. 2 weiter zeigt, sind die Auffangkammern
7 parallel zueinander angeordnet und teilweise zueinander beabstandet.
[0017] Bei der in der Fig. 3, insbesondere in Fig. 3b dargestellten Ausführungsform sind
die Auffangkammern 7 untereinander in einem Querabstand a von den wesentlichen 5 Metern
beabstandet. Dies hat vzw. den Grund, dass hier bei der in den Fig. 3a und 3b gezeigten
Ausführungsform keine Ablaufrinne vorgesehen ist, wobei bei der in Fig. 2 dargestellten
Ausführungsform eine Ablaufrinne 9 gut ersichtlich dargestellt ist, die an der Oberfläche
an der Schwerlastpflasterung separat vorgesehen ist. Auch über die Ablaufrinne 9 lässt
sich entsprechendes Oberflächenwasser abführen, insbesondere aber auch über die in
Fig. 2 nur angedeuteten, aber vorgesehenen Fugen 3, zunächst im wesentlichen in horizontaler
Richtung zu den Auffangkammern 7, wie zuvor erläutert. Hierfür sind insbesondere dann
links und rechts neben einer Rinnenauflagerschicht 10 die Auffangkammern 7 ausgebildet,
die vzw. eine trapezartige Querschnittsform aufweisen.
[0018] Die Fig. 5 zeigt nun in schematischer Darstellung die Schwerlastpflasterung von oben,
nämlich die Pflastersteine 1, die hier eine sternähnliche Form mit abstehenden Schenkeln
aufweisen. Die abstehenden Schenkel sind vzw. "mit 120 Grad" zueinander beabstandet,
wodurch eine gute Verzahnung der Pflastersteine 1 untereinander ermöglicht ist. Insbesondere
sind die Pflastersteine 1 optimiert, nämlich aus einer Steinzusammensetzung aus Edelsplitten
mit Einsatz von frühhochfestem Zement hergestellt worden. Es werden hier keine sonst
üblichen Kiesel bei der Herstellung dieser Pflastersteine 1 verwendet. Dadurch wird
eine höchste Steinfestigkeit erzielt, insbesondere weisen die Pflastersteine 1 eine
Druckfestigkeit von 80 N/mm
2 auf, wobei diese eine Dicke von vzw. ca. 12 cm aufweisen. Weiterhin können die Pflastersteine
1 bei der Herstellung als Zuschlag mit Basalt-Edelsplitten gegenüber den sonst eingesetzten
üblichen rundkörnigen Kiesel hergestellt werden. Hierbei wird als Bindemittel vzw.
frühhochfester Zement mit einem W/Z-Wert < 0,38 eingesetzt. Damit wird ein Pflasterstein
1 hergestellt, der mechanisch hoch belastbar und sehr abriebfest sowie frost- und
tausalzbeständig als ein Verbundstein ausgeführt ist, mit einer nachgewiesenen mittleren
Druckfestigkeit von 80 N/mm
2.
[0019] Die erste Tragschicht 4 ist vzw. als eine recyclebare hydraulisch verfestigte Tragschicht
ausgebildet. Bei der Tragschicht 4 können als Material insbesondere hydraulisch, verfestigbare
Materialien verwendet werden, insbesondere Schotter, Sand, Kies, aufbereitetes güterüberwachtes
Bauschuttmaterial und/oder Mischungen aus den zuvor genannten Materialien, sowie auf
Primär- und Sekundärgestein. Dies ist abhängig vom jeweiligen Anwendungsfall.
[0020] Die Bettungsschicht 2 ist 3 bis 5 cm, vzw. 4 cm dick ausgeführt und besteht vzw.
aus einem güteüberwachten prallgestrahlten Schmelzkammergranulat, das vzw. als industrieller
Nebenstoff bei der Steinkohleverstromung anfällt. Schmelzkammergranulat besitzt erstklassige
bautechnische Eigenschaften und ist auch wasserwirtschaftlich unbedenklich. Seine
Schlagzertrümmungsbeständigkeit entspricht der von Primärgesteinen wie Basalt oder
Grauwacke und erfüllt die höchste Klasse. Derartiges Material kann auch insbesondere
bei der Ausführungsform gemäß der Fig. 4 eingesetzt werden, also bei einer Tragschicht
4, die teilweise vertikal flüssigkeitsdurchlässig ausgebildet ist, wo also das in
die Bettungsschicht 2 gelangende Flüssigkeit nicht vollständig in horizontaler Richtung
abgeführt wird, wie nämlich in den Fig. 2 und 3 dargestellt.
[0021] Bei der in Fig. 4 dargestellten Ausführungsform ist die erste Tragschicht 4 daher
so ausgebildet, dass diese einen Teil, der in die Bettungsschicht 2 eingedrungene
Flüssigkeit in vertikaler Richtung gemäß den Pfeilen A abführt, wobei bei Ausführungsformen
gemäß den Fig. 2 und 3 hier eine vollständige Abführung der Flüssigkeit zunächst in
horizontaler Richtung über die Bettungsschicht 2 in Richtung der Auffangkammern 7
bis schließlich in die Auffangkammer 7 erfolgt, um die Flüssigkeit von hier abzuführen.
[0022] Wie bereits erwähnt ist die erste Tragschicht 4 im wesentlichen vzw. 3-lagig ausgeführt
und weist drei Schichten 4a, 4b und 4c auf, die Gesamtdicke der ersten Tragschicht
4 ist im wesentlichen 55 cm, wobei die erste Schicht 4a 15 cm und die zweite und dritte
Schicht 4b und 4c jeweils eine Dicke von 20 cm aufweist.
[0023] Eine Unterbauschicht, insbesondere ein Planum ist im allgemeinen vorgesehen, wobei
das Planum eine Mindesttragbarkeit von 45 MN/m
2 aufweist. Die erste Tragschicht 4 weist eine Mindesttragfähigkeit von 120 MN/m
2 auf, so dass eine Schwerlastpflasterung ausgebildet ist, die den höchsten Ansprüchen
genüge trägt.
[0024] Während die Fig. 2 und 3 Ausführungen zeigen, wo die in die Bettungsschicht 2 eindringende
Flüssigkeit im wesentlichen horizontal vollständig abgeführt wird, nämlich hier eine
Abdichtungsschicht 6 zwischen Bettungsschicht 2 und erster Tragschicht 4 vorgesehen
ist und die Fig. 2 und 3 deutlich zeigen, dass die Flüssigkeit entlang der Pfeile
B hier in entsprechende Ausnehmungen bzw. Auffangkammern 7 gelangt, nachdem diese
zunächst in horizontaler Richtung in diese Auffangkammern 7 abgeleitet ist, ist ersichtlich,
dass entsprechende Auffangkammern 7 in bestimmten Abständen parallel zueinander, vzw.
innerhalb von 5-Meter-Abständen angeordnet werden können, wobei hier die entsprechenden
Dränagerohre 8 angeordnet sind, um die hier in die Auffangkammern 7 eingeleitete Flüssigkeit
abzuführen.
[0025] Hingegen zeigt Fig. 4 eine zweite Ausführungsform mit einer teilweise vertikal durchlässigen
ersten Tragschicht 4, wo also zwischen der Bettungsschicht 2 und der ersten Tragschicht
4 kein zusätzliches Abdichtungselement bzw. keine zusätzliche Abdichtungsschicht vorgesehen
ist. Aber auch hier sind entsprechende tiefliegende Dränagebereiche, insbesondere
Auffangkammern 7 vorgesehen, so dass zumindest teilweise aus der Bettungsschicht 2
in horizontaler Richtung Flüssigkeit abgeführt werden kann und in die Auffangkammern
7 gelangen kann.
[0026] Die Fugen 3 bzw. das Fugenmaterial 3a wird zu 80 % vzw. ebenfalls aus dem Schmelzkammergranulat
gefüllt. Als Fugenabschluss wird Fein- bis Mittelbrechsand eingeschlemmt.
[0027] Die unterste Lage des Oberbaus wird mit der bereits erwähnten Frostschutzschicht
5 ausgeführt, die vzw. 20 cm dick ist. Wie bereits erwähnt muss das Planum eine Mindesttragfähigkeit
von > 45 MN/m
2 sicherstellen.
[0028] Mit der hier beschriebenen erfindungsgemäßen Schwerlastpflasterung ist ein preiswerteres
System gegenüber allein vertikal entwässernden Dränbeton- oder Dränasphalttragschichten
geschaffen, wodurch die eingangs genannten Nachteile vermieden und entsprechende Vorteile
erzielt werden. In Kombination mit dem speziell entwickelten Pflastersteinen 1 entsteht
so einer dauerhaft hoch belastbare Flächenbefestigung, die auch über RC-Baustoffe
hergestellt bzw. unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten optimiert ist.
[0029] Bei der Herstellung der Schwerlastpflasterung gemäß dem entsprechenden Verfahren
wird daher zunächst auf einem Planum bzw. auf einem Untergrund vzw. eine Frostschutzschicht
5 hergestellt und über der Frostschutzschicht 5 dann die Tragschicht 4, die vzw. dreilagig
ausgebildet ist, entsprechend aufgeschichtet. Im oberen Bereich der Tragschicht 4
wird dann eine oder werden auch mehrere Auffangkammern 7 hergestellt, die vzw. zumindest
teilweise trapezförmig ausgebildet sind. In diese Auffangkammer 7 werden entsprechende
Dränagerohre 8 eingelegt, wobei die Auffangkammer 7 dann mit hier nicht näher bezeichnetem
Dränbeton aufgefüllt werden. Die im wesentlichen horizontal verlaufende, aber ein
geringes Gefälle ausweisende Oberfläche der Tragschicht 4 (rechts und links von den
Auffangkammern 7) bzw. die Seiten- und Bodenwandung der Auffangkammern 7 werden aber
zuvor mit einer separaten Abdichtungsschicht 6 versehen, so dass dann als nahezu oberste
Schicht die Bettungsschicht 2 aufgebracht werden kann, auf der dann die Pflastersteine
1 angeordnet werden können, so wie in den Figuren schematisch dargestellt bzw. angedeutet.
Insbesondere durch die sternähnliche Form mit den entsprechenden abstehenden Schenkeln
können die Pflastersteine 1 eine ineinander verzahnte Oberflächenstruktur ausbilden,
die eine hohe Stabilität aufweist. Vzw. ist die Bettungsschicht 2 und/oder Tragschicht
4 so ausgebildet, dass ein geringes Gefälle in Richtung der Auffangkammer 7 realisiert
ist, was zur Folge hat, das Flüssigkeit in der Bettungsschicht 2 zumindest teilweise
zunächst im wesentlichen in horizontaler Richtung in Richtung der Auffangkammer 7
abgeführt wird, um dann in der Auffangkammer 7 aufgenommen und von hier über die Dränagerohre
8 abgeführt zu werden.
[0030] Mit Hilfe der so beschriebenen Schwerlastpflasterung bzw. dem entsprechenden Verfahren
kann eine spezifische Schwerlastpflasterung für eine Straßen- und/oder eine Verkehrsfläche
oder auch für eine bestimmte Industriezone in vorteilhafter Art und Weise hergestellt
werden. Insbesondere können auch die in den Auffangkammern 7 verlegten Dränagerohre
8 selber ein bestimmtes Gefälle aufweisen oder an diese Dränagerohre 8 kann auch eine
Pumpvorrichtung zum Abpumpen der entsprechenden Flüssigkeit angeschlossen werden,
dies ist abhängig vom jeweiligen Anwendungsfall und der Ausbildung/Anordnung der gesamten
Schwerlastpflasterung.
[0031] Im Ergebnis sind die eingangs genannten Nachteile vermieden und entsprechende Vorteile
erzielt.
Bezugszeichenliste:
[0032]
- 1
- Pflastersteine
- 2
- Bettungsschicht
- 3
- Fugen
- 3a
- Fugenmaterial
- 4
- Tragschicht
- 4a
- oberste Schicht
- 4b
- mittlerste Schicht
- 4c
- unterste Schicht
- 5
- Frostschutzschicht
- 6
- Abdichtungsschicht
- 7
- Auffangkammern
- 8
- Dränagerohre
- 9
- Ablaufrinne
- 10
- Rinnenauflagerschicht
- A, B
- Pfeile
- O
- Oberbau
- U
- Unterbau
- G
- Untergrund
- a
- Querabstand
1. Schwerlastpflasterung für eine Strassen- und/oder Verkehrsfläche, insbesondere für
Häfen, Industriezonen oder dgl., wobei eine Mehrzahl von Pflastersteinen (1) auf einer
Bettungsschicht (2) angeordnet sind, wobei zwischen benachbarten Pflastersteinen (1)
Fugen (3) vorgesehen sind, wobei unter der Bettungsschicht (2) mindestens eine - erste
- Tragschicht (4) vorgesehen ist, und wobei von oben auf die Pflastersteine (1) auftreffende
Flüssigkeit, insbesondere Regenwasser, durch die Fugen (3) und/oder durch das Fugenmaterial
(3a) in die Bettungsschicht (2) gelangt und von hier abgeführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Bettungsschicht (2) und/oder die erste Tragschicht (4) so ausgebildet und/oder
ausgeführt ist, so dass die in die Bettungsschicht (2) gelangende Flüssigkeit zumindest
teilweise im wesentlichen zunächst in horizontaler Richtung innerhalb der Bettungsschicht
(2) abgeleitet wird.
2. Schwerlastpflasterung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass unter der ersten Tragschicht (4) weitere Schichten vorgesehen sind, nämlich mindestens
eine Unterbauschicht, insbesondere ein Planum vorgesehen ist und das Planum vzw. eine
Mindesttragbarkeit von 45 MN/m2 aufweist, und vzw. eine Frostschutzschicht (5) vorgesehen ist.
3. Schwerlastpflasterung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Tragschicht (4) so ausgebildet ist, dass diese einen Teil der in die Bettungsschicht
(2) eingedrungenen Flüssigkeit auch in vertikaler Richtung abführt, nämlich dass die
Tragschicht (4) teilweise kapillar vertikal durchlässig ausgeführt ist.
4. Schwerlastpflasterung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Tragschicht (4) so ausgeführt ist, dass die in die Bettungsschicht (2)
eingedrungende Flüssigkeit im wesentlichen vollständig in horizontaler Richtung abgeführt
wird.
5. Schwerlastpflasterung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bettungsschicht (2) gegenüber der ersten Tragschicht (4) abgedichtet ist, insbesondere
eine zwischen der Bettungsschicht (2) und der ersten Trageschicht (4) separate dazwischenliegende
Abdichtungsschicht (6), insbesondere eine Bitumenemulsionsschicht vorgesehen ist.
6. Schwerlastpflasterung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bettungsschicht (2) zumindest in einigen Teilbereichen ein leicht vertikales
Gefälle, insbesondere von 2,5 % aufweist.
7. Schwerlastpflasterung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Bettung oder in hierfür vorgesehenen Ausnehmungen der ersten Tragschicht
(4) mindestens eine Auffangkammer (7), vzw. mehrere Auffangkammern (7) vorgesehen
sind.
8. Schwerlastpflasterung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auffangkammern (7) parallel angeordnet und vzw. zueinander bzw. untereinander
in einem Querstand von im wesentlichen 5 m beabstandet sind.
9. Schwerlastpflasterung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Dränagerohr (8), vzw. mehrere Dränagerohre (8) vorgesehen ist bzw.
sind, nämlich dass die Bettungsschicht (2) tiefliegende Dränagebereiche aufweist und
hier Dränagerohre (8) angeordnet sind oder dass das Dränagerohr (8) innerhalb der
jeweiligen Auffangkammer (7) angeordnet ist.
10. Schwerlastpflasterung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mit Hilfe der Schwerlastpflasterung eine Strasse oder eine Verkehrsfläche ausgebildet
ist, die eine an der Oberfläche vorgesehene Ablaufrinne (9) aufweist.
11. Schwerlastpflasterung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass für die Ablaufrinne (9) eine Rinnenauflagerschicht (10) vorgesehen ist und dass links
und rechts neben der Rinnenauflagerschicht (10) mindestens eine Auffangkammer (7)
ausgebildet ist.
12. Schwerlastpflasterung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Pflastersteine (1) eine sternähnliche Form mit abstehenden Schenkeln, vzw. mit
120 Grad zueinander beabstandeten Schenkeln aufweisen.
13. Schwerlastpflasterung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Tragschicht (4) als eine recyclebare hydraulisch verfestigte Tragschicht
ausgebildet ist.
14. Schwerlastpflasterung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Pflastersteine (1) aus einer Steinzusammensetzung aus Edelsplitten mit Einsatz
von frühhochfestem Zement hergestellt sind, dass die Pflastersteine (1) eine Dicke
von vzw. 12 cm aufweisen und das die Pflastersteine (1) eine Druckfestigkeit von im
wesentlichen 80 N/mm2 aufweisen.
15. Schwerlastpflasterung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bettungsschicht (2) aus prallgestrahltem Schmelzkammergut hergestellt und vzw.
4 cm dick ausgebildet ist.
16. Schwerlastpflasterung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Tragschicht (4) im wesentlichen dreilagig ausgeführt ist, drei Schichten
(4a, 4b, 4c) und im wesentlichen eine Gesamtdicke von vzw. 55 cm aufweist und dass
die erste Tragschicht (4) eine Mindesttragfähigkeit von 120 MN/m2 aufweist.
17. Verfahren zur Herstellung einer Schwerlastpflasterung, insbesondere einer Schwerlastpflasterung
nach einem der Ansprüche 1 bis 16, wobei eine Mehrzahl von Pflastersteinen (1) auf
einer Bettungsschicht (2) angeordnet wird, wobei zwischen benachbarten Pflastersteinen
(1) Fugen (3) vorgesehen werden, wobei unter der Bettungsschicht (2) mindestens eine
- erste - Tragschicht (4) ausgebildet wird, wobei von oben auf die Pflastersteine
(1) auftreffende Flüssigkeit, insbesondere Regenwasser, durch die Fugen (3) und/oder
durch das Fugenmaterial (3a) in die Bettungsschicht (2) gelangt und von hier abgeführt
wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Bettungsschicht (2) und/oder die erste Tragschicht (4) so ausgebildet und/oder
ausgeführt wird, so dass die in die Bettungsschicht (2) gelangende Flüssigkeit zumindest
teilweise im wesentlichen zunächst in horizontaler Richtung innerhalb der Bettungsschicht
(2) abgeleitet wird.
18. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Bettungsschicht und der ersten Tragschicht (4) eine separate dazwischen
liegende Abdichtungsschicht (6) ausgebildet wird und dass die Bettungsschicht (2)
und/oder die Tragschicht (4) so hergestellt wird, dass diese zumindest in einigen
Teilbereichen ein leicht vertikales Gefälle, insbesondere von 2,5 % aufweisen.
19. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass vor der Aufbringung der Bettungsschicht (2) auf der ersten Tragschicht (4) eine oder
mehrere Auffangkammern (7) vzw. im oberen Bereich der Tragschicht (4) ausgebildet
werden und innerhalb der jeweiligen Auffangkammer (7) ein Dränagerohr (8) zum Abführen
der in der Auffangkammer (7) sich ansammelnden Flüssigkeit angeordnet wird.
20. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenwandungen und/oder Bodenwandung der Auffangkammer (7) gegenüber der ersten
Tragschicht (4) mit Hilfe der Abdichtungsschicht (6) abgedichtet ist.
21. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Oberfläche eine Ablaufrinne (9) ausgebildet wird und unterhalb der Ablaufrinne
(9) eine Rinnenauflagerschicht (10) ausgebildet wird, wobei seitlich der Rinnenauflagerschicht
(10) jeweils eine Auffangkammer (7) ausgebildet wird.
22. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Anordnung und/oder Form der Pflastersteine (1), nämlich durch die sternähnliche
Form mit abstehenden Schenkeln, vzw. mit 120° zueinander beabstandeten Schenkeln,
eine ineinander verzahnte Oberflächenstruktur ausgebildet wird.