[0001] Die Erfindung betrifft eine Inspektionsvorrichtung für Behältnisse und insbesondere
für Flaschen oder sonstige Gefäße. Derartige Vorrichtungen sind aus dem Stand der
Technik bekannt und dienen beispielsweise dazu, sich auf einem Transportband bewegende
Behältnisse und insbesondere Flaschen während der Bewegung zu untersuchen. Ein Aspekt
derartiger Untersuchungen ist beispielsweise, ob ein an den Flaschen angebrachtes
Etikett gerade sitzt, oder ob es Verwerfungen, Knicke oder dergleichen aufweist. Aus
der
EP 1 477 794 A1 ist eine Inspektionsvorrichtung für Flaschen bekannt, bei der die Flaschen von oben
beleuchtet werden und die Mantelfläche der Behältnisse auf einer Bildaufnahmeeinrichtung
abgebildet wird. Der Gegenstand der
EP 1 477 794 A1 wird hiermit durch Bezugnahme vollständig zum Gegenstand auch der vorliegenden Anmeldung
gemacht.
[0002] Bei dem Gegenstand der
EP 1 477 794 A1 wird das Behältnis von nur einer Lichtquelle sowohl mit Durchlicht als auch mit Auflicht
beaufschlagt. Dieses Verfahren ist im Allgemeinen zufrieden stellend. Bei speziellen
Behältnissen, insbesondere dunklen Behältnissen, welche ebenfalls dunkle bzw. schwarze
Etiketten aufweisen, wird jedoch ein hoher Anteil des auf das Behältnis gesandten
Lichtes absorbiert und damit steht nicht mehr genügend gestreutes oder allgemein zurückgeworfenes
Licht zur Verfügung, um eine ordnungsgemäße Untersuchung der Etiketten zu ermöglichen.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur
Verfügung zu stellen, welche auch die Untersuchung von Behältnissen mit stark strahlungsabsorbierender
Oberfläche, insbesondere von Behältnissen mit dunklen oder schwarzen Etiketten erlaubt.
Dies wird erfindungsgemäß durch den Gegenstand von Anspruch 1 erreicht. Vorteilhafte
Ausführungen und Weiterbildungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0003] Die erfindungsgemäße Inspektionsvorrichtung für Behältnisse weist eine erste Beleuchtungseinrichtung
auf, welche wenigstens einen Anteil der Mantelfläche des Behältnisses beleuchtet.
Daneben weist die Inspektionsvorrichtung eine Bildaufnahmeeinrichtung auf, welche
das von der Beleuchtungseinrichtung auf die Mantelfläche ausgestrahlte und von der
Mantelfläche zurückgeworfene - insbesondere gestreute - Licht wenigstens teilweise
aufnimmt, wobei die erste Beleuchtungseinrichtung in einer Längsrichtung des Behältnisses
wenigstens teilweise oberhalb des von der ersten Beleuchtungseinrichtung beleuchteten
Anteils der Mantelfläche angeordnet ist.
[0004] Erfindungsgemäß weist die Inspektionsvorrichtung eine zweite Beleuchtungseinrichtung
auf, die einen Anteil der Mantelfläche beleuchtet, wobei die zweite Beleuchtungseinrichtung
an der Längsrichtung des Behältnisses wenigstens teilweise unterhalb des von der zweiten
Beleuchtungseinrichtung beleuchteten Anteils der Mantelfläche angeordnet ist.
[0005] Bevorzugt ist die zweite Beleuchtungseinrichtung vollständig unterhalb des Behältnisses
und die erste Beleuchtungseinrichtung vollständig oberhalb des Behältnisses angeordnet.
Mit anderen Worten befindet sich das zu inspizierende Behältnis während der Inspektion
im Wesentlichen zwischen den beiden Beleuchtungseinrichtungen.
[0006] Damit wird das Behältnis sowohl von oben als auch von unten beleuchtet und damit
ist auch bei dunklen Etiketten eine zufriedenstellende Ausleuchtung des Etiketts möglich.
Vorzugsweise sind die Anteile der Mantelfläche, welche von den beiden Beleuchtungseinrichtungen
beleuchtet werden, weitgehend deckungsgleich. Es ist jedoch möglich, dass ein bestimmter
Bereich am unteren Behältnis nur von der oberen Beleuchtungseinrichtung und nicht
von der unteren Beleuchtungseinrichtung beleuchtet wird. Damit befindet sich bevorzugt
die untere Beleuchtungseinrichtung unterhalb sämtlicher von beiden Beleuchtungseinrichtungen
beleuchteter Bereiche und die erste Beleuchtungseinrichtung befindet sich oberhalb
sämtlicher von beiden Beleuchtungseinrichtungen beleuchteter Anteile der Mantelfläche.
[0007] Besonders bevorzugt ist in einem Strahlengang zwischen der zweiten Beleuchtungseinrichtung
und dem Behältnis ein refraktives Element und insbesondere ein Linsenkörper vorgesehen.
Besonders vorteilhaft ist auch in einem Strahlengang zwischen der ersten Beleuchtungseinrichtung
und dem Behältnis ebenfalls ein refraktives Element und insbesondere ein Linsenkörper
vorgesehen. Bei dem Linsenkörper handelt es sich bevorzugt um eine Linse und besonders
bevorzugt um eine Fresnellinse.
[0008] Mit Hilfe der Fresnellinsen ist eine Beleuchtung des Behältnisses kegelförmig (bzgl.
einer Behältnislängsachse) von oben und unten möglich. Dabei werden besonders bevorzugt
Linsen mit einer Brennweite zwischen 350 mm und 430 mm bevorzugt, zwischen 370 mm
und 410 mm und besonders bevorzugt zwischen 380 mm und 400 mm benutzt. Auf bzw. unter
der Rillenseite der Fresnellinsen befinden sich ML2-Module mit integrierter Elektronik.
Die Brennweite der Linse fokussiert das Licht über die Flaschenhöhe, so dass der Helligkeitsabfall,
der mit wachsendem Abstand von der Beleuchtungseinrichtung auftritt, wenigstens teilweise
durch die Fresnellinse kompensiert wird. Damit werden die üblicherweise senkrechten
Flaschenseiten schräg unter einem flachen Winkel beleuchtet. Diese Art der Beleuchtung
erlaubt die Erkennung von Knickkanten. Die Fresnellinsen bewirken, dass Licht, welches
mit zunehmendem radialen Abstand von der Mittelachse der Fresnellinse durch diese
hindurchtritt, zunehmend stärker zur Achse hin gebrochen wird. Durch die schräge Beleuchtung
wird verhindert, dass Reflexe in die Bildaufnahmeeinrichtung gelangen.
[0009] Insbesondere im Falle der zweiten Beleuchtungseinrichtung wird als Linsenkörper nur
ein Ausschnitt aus einer Linse und insbesondere einer Fresnellinse verwendet. Besonders
bevorzugt wird der Linsenkörper gegenüber einer auf der Längsrichtung des Behältnisses
senkrecht stehenden Ebene geneigt. Durch diese Neigung bzw. Kippung ist es möglich,
auch von unten ein verbessertes kegelförmiges Licht auf die Flasche zu werfen. Dabei
ist zu berücksichtigen, dass im unteren Bereich der Flasche diese üblicherweise keine
verjüngten Abschnitte aufweist und damit die Beaufschlagung mit Licht hier etwas schwieriger
ist als in dem oberen Bereich der Flasche.
[0010] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform sind in dem Strahlengang zwischen
den Behältnissen der Bildaufnahmeeinrichtung optische Mittel zum Umlenken des von
der Mantelfläche zurückgeworfenen bzw. gestreuten Lichts vorgesehen. Besonders bevorzugt
handelt es sich bei diesen optischen Mitteln um Spiegel zur Erzeugung mehrerer Abbildungsstrahlengänge,
welche auf die Bildaufnahmeeinrichtung gelangen.
[0011] Besonders bevorzugt ist wenigstens ein optisches Mittel ein hochreflektiver Spiegel.
Da, wie eingangs erwähnt, nur sehr wenig Licht von dem Behältnis zurückgeworfen wird,
ist es erforderlich, dass dieses Licht möglichst ungedämpft zu der Bildaufnahmeeinrichtung
gelangt. Die verwendeten Spiegel weisen dabei eine Reflektion von wenigstens 90 %,
bevorzugt von wenigstens 95 %, und besonders bevorzugt von wenigstens 98 % auf. Dabei
ist bevorzugt darauf zu achten, dass dieser hohe Reflektionsgrad in einem möglichst
weiten Wellenlängenbereich, zumindest im sichtbaren Wellenlängenbereich, erreicht
wird. Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die Vorrichtung so ausgelegt,
dass das von dem Behältnis zurückgeworfene Licht maximal zweimal durch optische Mittel
umgelenkt wird bzw. dass in jedem Strahlengang zwischen der Mantelfläche und der Bildaufnahmeeinrichtung
maximal zwei optische Mittel vorgesehen sind. Auch hierdurch wird erreicht, dass möglichst
wenig Intensität von dem von der Mantelfläche zurückgeworfenen Licht verloren geht.
Besonders bevorzugt handelt es sich bei den optischen Elementen um lang gestreckte
optische Elemente, die sich insbesondere entlang der Längsrichtung der Behältnisse
erstrecken. Besonders bevorzugt sind dabei die optischen Mittel in der Längsrichtung
des Behältnisses wenigstens so lang wie der zu beobachtende Abschnitt der Mantelfläche
in der Längsrichtung.
[0012] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist eine Transporteinrichtung zum
Fördern der Behältnisse gegenüber den Beleuchtungseinrichtungen vorgesehen, wobei
diese Transporteinrichtung neben dem der unteren Beleuchtungseinrichtung zugeordneten
Linsenkörper angeordnet ist. Dabei kann der Linsenkörper, wie oben erwähnt, schräg
gegenüber der Ebene der Transporteinrichtung wie beispielsweise eines Transportbandes
sein. Es ist jedoch auch möglich, dass der Linsenkörper in der Längsrichtung des Behältnisses
geringfügig gegenüber der Transporteinrichtung nach oben oder unten versetzt ist.
Dies hängt u. a. auch von der Lage des zu untersuchenden Etiketts des Behältnisses
ab.
[0013] Vorzugsweise weist die Vorrichtung eine besonders bevorzugt optische Erkennungseinrichtung
auf, welche die Anwesenheit eines zu untersuchenden Behältnisses detektiert. Dabei
handelt es sich besonders bevorzugt um eine Lichtschrankeneinrichtung. Sobald diese
Lichtschrankeneinrichtung ein Behältnis erkannt hat, wird die Aufnahme eines Bildes
ausgelöst.
[0014] Die vorliegende Erfindung ist weiterhin auf ein Verfahren zum Inspizieren von Behältnissen
gerichtet. Dabei werden die Behältnisse beleuchtet und das von den Behältnissen zurückgeworfene
Licht wird mit einer Bildaufnahmeeinrichtung aufgenommen. Erfindungsgemäß werden die
Behältnisse mit einer ersten Beleuchtungseinrichtung, die oberhalb der Behältnisse
angeordnet ist und mit einer zweiten Beleuchtungseinrichtung, die unterhalb des Behältnisses
angeordnet ist.
[0015] Vorteile und Zweckmäßigkeiten sind der nachfolgenden Beschreibung in Verbindung mit
den Zeichnungen zu entnehmen. Hierbei zeigen:
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Inspektionsvorrichtung;
- Fig. 2
- eine Seitenansicht der Inspektionsvorrichtung aus Fig. 1;
- Fig. 3
- eine perspektivische Ansicht der Inspektionsvorrichtung aus Fig. 1;
- Fig. 4
- eine weitere Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung; und
- Fig. 5
- eine Ansicht eines Linsenkörpers für eine erfindungsgemäße Vorrichtung.
[0016] Fig. 1 zeigt eine Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Inspektionsvorrichtung 1 für
Behältnisse. Diese Vorrichtung weist eine Transporteinrichtung 30, wie beispielsweise
ein Förderband auf, auf dem die Behältnisse in einer hier geradlinigen Bewegungsrichtung
B geführt werden. Innerhalb der in ihrer Gesamtheit mit 1 bezeichneten Inspektionsvorrichtung
gelangen die (in Fig. 1 nicht gezeigten) Behältnisse zwischen eine erste (obere) Beleuchtungseinrichtung
4 und eine zweite (untere) Beleuchtungseinrichtung, die hier jedoch durch einen Linsenkörper
12 verdeckt ist. Bei den Beleuchtungseinrichtungen handelt es sich jeweils um Module
mit einer Vielzahl von Leuchtdioden (LED), hier mit einer 15° RGB-Abstrahlung. Dabei
sind die einzelnen Module mit integrierter Elektronik versehen, wodurch der nötige
Verkabelungsaufwand minimiert werden kann. Durch die beiden Beleuchtungseinrichtungen
wird das Behältnis jeweils seitlich beleuchtet. Dabei ist zu beachten, dass die hier
zu beleuchtenden Behältnisse üblicherweise bereits mit einer bestimmten Orientierung
auf dem Transportband 30 ankommen.
[0017] Genauer gesagt ist hier bei allen transportierten Behältnissen das Etikett jeweils
der unteren Beleuchtungseinrichtung zugewandt.
[0018] Neben der hier verwendeten Variante mit einer Vielzahl von roten, grünen und blauen
LED's wäre auch die direkte Erzeugung von Weißlicht (bzw. einem weißlichtähnlichen
Licht) möglich. Die Beleuchtungsdauer liegt jeweils in einem Bereich zwischen 100
und 500 Mikrosekunden und die Beleuchtung wird durch die oben erwähnte (nicht gezeigte)
Lichtschrankeneinheit ausgelöst. Die beiden Beleuchtungseinrichtungen beleuchten dabei
jeweils im Wesentlichen den vollständigen Bereich des zu untersuchenden Behältnisses
bzw. der zu untersuchenden Etiketten. Die vierte Seite der Mantelfläche ist hier nicht
mit Etiketten bestückt und daher für die Beobachtung uninteressant. Es wäre jedoch
auch möglich, den in Fig. 1 gezeigten Aufbau achsensymmetrisch bezüglich des Förderbandes
auf der gegenüberliegenden Seite noch einmal anzuordnen. Die oben erwähnte 15° RGB
Abstrahlung bezieht sich dabei auf den Kegelwinkel der einzelnen verwendeten Leuchtioden.
[0019] Die Bestrahlung der Behältnisse bzw. derjenigen drei Seitenwände, welche im Etikett
versehen sind, bewirkt, dass dieses Etikett selbst Licht reflektiert bzw. streut.
Dieses allgemein zurückgeworfene Licht wird von einer Bildaufnahmeeinrichtung 8 aufgenommen.
Da, wie eingangs erwähnt, aufgrund der dunklen Etiketten nur ein sehr hoher Lichtanteil
absorbiert wird, werden für die Bildaufnahmeeinrichtungen spezielle Objektive verwendet,
welche selbst bei einer voll geöffneten Blende ein durchgängig scharfes Bild erzeugen.
Daneben wird eine Blende 8a bzw. Iris mit hoher Auflösung eingesetzt. Dabei ist zu
beachten, dass etwaige Fehler der auf den Behältnissen angebrachten Etiketten bei
ihrer Abbildung auf die Bildaufnahmeeinrichtung 8 oft nur ein Pixel breit sind.
[0020] Ausgehend von den Behältnissen tritt das Licht aus, wobei hier drei Strahlengänge
SL, SM und SR gezeigt sind. Das Licht in diesen drei Strahlengängen wird jeweils über
optische Mittel auf die Bildaufnahmeeinrichtung 8 gelenkt. Dabei wird bei der in Fig.
1 gezeigten Ausführungsform darauf geachtet, dass für jeden Strahlengang SL, SM und
SR nur jeweils zwei Umlenkungen stattfinden. Für die Ablenkung in dem linken Strahlengang
SL werden zwei Umlenkspiegel 18 und 20 eingesetzt, für den Strahlengang SM zwei Umlenkspiel
14 und 16 und für den Strahlengang SR zwei Umlenkspiegel 22 und 24. Die einzelnen
Spiegel 14, 16, 18, 20, 22, 24 sind bevorzugt hoch reflektierende Oberflächenspiegel
mit sehr hoher Planität. Derartige Spiegel werden beispielsweise auch für Scanner
eingesetzt. Dabei wird auch darauf geachtet, dass die Spiegel in einem hohen Wellenlängenbereich,
zumindest im sichtbaren Bereich, eine hohe Reflektivität aufweisen. Die Dicke der
verwendeten Spiegel liegt zwischen 2 mm und 9 mm, bevorzugt zwischen 3 mm und 7 mm
und besonders bevorzugt im Bereich von 5 mm.
[0021] Weiterhin ist die Spiegelanordnung so angelegt, dass sie möglichst wenig Fläche bzw.
Bauraum benötigt. Bevorzugt ist die Anordnung der einzelnen Spiegel so gewählt, dass
die gesamte Anordnung in übliche Gehäuse eingesetzt werden kann. Die Spiegel 14, 16,
20 und 24 sind fest auf einer Grundplatte angeordnet und werden damit lediglich im
Rahmen der Einstellung geringfügig in ihrem Befestigungsbohrungen verrückt. Für diese
Spiegel können bereits vorgefertigte Halteklötze verwendet werden. Vorzugsweise ist
eine Grundplatte 25, auf der die Spiegel angeordnet sind, daher gegenüber der Transportbahn
30 geringfügig (zwischen 10 und 30 mm) abgesetzt. Die beiden Spiegel 16 und 20 sind
jeweils einseitig gefasst, um die einzelnen Strahlengänge, insbesondere den Strahlengang
SR, nicht zu behindern.
[0022] Die beiden Spiegel 18 und 22 sind jeweils auf stabilen Einstelleinrichtungen 19,
23 angeordnet. Diese Einstelleinrichtungen sind stabil an der Grundplatte 25 befestigt
und erlauben eine leichtere Einrichtung der optischen Strahlengänge. Genauer gesagt
ist mit den Einstelleinrichtungen 19 und 23 eine geringfügige Verkippung der Spiegel
18, 22 durch den Einsatz von Mikrometerschrauben möglich.
[0023] Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass anstelle von Spiegeln auch andere Umlenkmittel,
wie beispielsweise Prismen oder dergleichen eingesetzt werden können. Bevorzugt sind
die Weglängen der einzelnen Strahlengänge SL, SM und SR gleich lang, damit die jeweiligen
Bilder auf der Kamera zeitgleich aufgenommen werden können. Damit ist es möglich,
das Etikett jeweils in genau der gleichen Größe auf der Kamera 8 abzubilden und gegebenenfalls
die einzelnen Bilder übereinanderzuschieben.
[0024] Fig. 2 zeigt eine Seitenansicht der Beleuchtungsvorrichtung aus Fig. 1. Man erkennt,
dass unterhalb der ersten Beleuchtungseinrichtung 4 ein refraktives Element 13, wie
eine Fresnellinse, eingesetzt ist. Da, wie oben gesagt, insbesondere die vorderen
und die beiden seitlichen Seiten der Mantelfläche 10a beobachtet werden müssen, da
sich hier Etiketten 10b und 10c befinden, ist sowohl die Beleuchtungseinrichtung 4
als auch die Fresnellinse 13 in der Richtung T nicht zentral über der Längsrichtung
L des Behältnisses sondern in Fig. 2 nach links versetzt. Genauer gesagt beginnt die
obere Beleuchtungeinrichtung in einem Bereich zwischen 130 mm und 170 mm links bezüglich
der Längsrichtung L. Zwar ragt die Fresnellinse 13 auch in Fig. 2 nach rechts, die
Beleuchtungseinrichtung 4 jedoch weniger tief als die Linse, wie in Fig. 2 gezeigt.
Das Bezugszeichen 6 bezieht sich auf die zweite Beleuchtungseinrichtung, die unterhalb
des Behältnisses angeordnet ist. Innerhalb dieser Beleuchtungseinrichtung befindet
sich ein zweiter Linsenkörper, genauer gesagt ein Ausschnitt aus einer weiteren Fresnellinse.
Diese Linse ist gegenüber der Ebene E des Transportbandes 30 geneigt. Auf diese Weise
kann ein kegelförmiges Licht auf das Behältnis 10 gestrahlt werden. Zur Beleuchtung
werden auch für die zweite Beleuchtungseinrichtung zwei LED-Module vorgesehen. Das
Bezugszeichen 15 bezieht sich auf ein unterhalb der Fresnellinse 13 angeordnetes Fenster.
Der Linsenkörper 12 ist hier ebenfalls eine Fresnellinse bzw. ein Ausschnitt aus einer
solchen.
[0025] In Fig. 2 ist lediglich die Halteeinrichtung 23 zu erkennen, die andere Halteeinrichtung
19 ist durch die Spiegel 16 und 18 verdeckt. Erkennbar ist noch der Spiegel 14, der,
wie in Fig. 1 gezeigt, für die Umlenkung des Strahlengangs SM dient. An der Fresnellinse
13 kann noch ein Rahmen vorgesehen sein, der eine fensterartige Beleuchtung ermöglicht.
[0026] Fig. 3 zeigt eine perspektivische Darstellung der erfindungsgemäßen Vorrichtung.
Man erkennt hier, dass die einzelnen Spiegel 16, 18, 20, 22, 24, 26 jeweils einen
rechteckigen Querschnitt aufweisen und sich in der Längsrichtung der Behältnisse entlang
eines wesentlichen Teils dieses Behältnisses (genauer vom Boden bis zu der Mündung)
erstrecken. Diese erhebliche Höhe der Spiegel, die bevorzugt wenigstens 200 mm, besonders
bevorzugt wenigstens 250 mm beträgt, ist vorteilhaft, damit gegebenenfalls auch schräge
Ansichten durch die Inspektionsvorrichtung möglich sind. Dabei stehen alle Spiegeleinrichtungen
senkrecht bezüglich der Befestigungsplatte 25. Die Beleuchtung durch die beiden Beleuchtungseinrichtungen
4 und 6 erfolgt kegelförmig von oben und unten. Genauer gesagt ergibt sich im Falle
der ersten Beleuchtungseinrichtung ein sich von oben nach unten verjüngender Kegel
und im Falle der unteren Beleuchtungseinrichtung ein sich von unten nach oben verjüngender
Kegel. Das Bezugszeichen 5 bezieht sich auf eine Hintergrundplatte der Vorrichtung,
die bevorzugt an der den Behältnis 10 zugewandten Seite weiß und damit streuend ausgebildet
ist. Durch diese Ausführungsform kann sich (dunkle) Behältnis gegenüber der Hintergrundplatte
abheben und damit kontrastreicher abgebildet werden.
[0027] Fig. 4 zeigt eine Draufsicht auf die erfindungsgemäße Vorrichtung, d. h. eine Sicht
von der Seite, die auf die Frontseite der Behältnisse gerichtet ist. Dabei ist der
in Fig. 1 gezeigte Spiegel 24 hier durch den Spiegel 22 verdeckt. Die in Fig. 4 gezeigte
Anordnung erlaubt, wie oben gesagt, eine sehr günstige bzw. bauraumsparende Aufnahme
des von der Oberfläche reflektierten Lichts. Die Bildaufnahmeeinrichtung ist in der
längsrichtung L zwischen der unteren Beleuchtungseinrichtung 6 und der oberen Beleuchtungseinrichtung
4 angeordnet. Dabei ist die Bildaufnahmeeinrichtung hier in der unteren Hälfte zwischen
den beiden Beleuchtungseinrichtungen vorgesehen. Auf diese Weise ist es möglich, auch
Reflexe, die von den oberen, schrägen Bereichen des Behältnisses ausgehen können,
besser zu unterdrücken. Zum Zeitpunkt der Bildaufnahme befindet sich das Behältnis
10 in seiner Bewegungsrichtung B bevorzugt zentral unter der ersten Beleuchtungseinrichtung
4. Diese erste Beleuchtungseinrichtung 4 steht hier senkrecht zu der Längsrichtung
L.
[0028] Bevorzugt wird das Behältnis unter einem sehr flachen Winkel beleuchtet. Auf diese
Weise wird auch verhindert, dass direkt reflektiertes Licht in die Bildaufnahmeeinrichtung
gelangt.
[0029] Fig. 5 zeigt eine Fresnellinse 12, die zur Herstellung des Linsenkörpers 12 verwandt
werden kann. Genauer gesagt ist es möglich, aus einer vollständigen Linse 26 einen
asymmetrischen Ausschnitt 12a herauszutrennen, der dann als Linsenkörper dient. Das
Bezugszeichen 12b bezieht sich auf einen weiteren Ausschnitt, um zu veranschaulichen,
dass aus einer vollständigen Linse jeweils zwei derartige Ausschnitte gewonnen werden
können, wobei jeweils für eine Vorrichtung nur ein Ausschnitt verwendet wird. Der
genaue zu wählende Linsenausschnitt 12 bestimmt sich nach dem Ort der unteren Beleuchtungseinrichtung.
Die Linse 12 weist hier einen unregelmäßigen Linsenrand 26 auf.
[0030] Sämtliche in den Anmeldungsunterlagen offenbarten Merkmale werden als erfindungswesentlich
beansprucht, sofern sie einzeln oder in Kombination gegenüber dem Stand der Technik
neu sind.
1. Inspektionsvorrichtung (1) für Behältnisse (10) mit einer ersten Beleuchtungseinrichtung
(4) welche wenigstens einen Anteil der Mantelfläche (10a) des Behältnisses beleuchtet,
einer Bildaufnahmeeinrichtung (8) welche das von der Beleuchtungseinrichtung (4) auf
die Mantelfläche (10a) ausgestrahlte und von der Mantelfläche (10a) zurückgeworfene
Licht wenigstens teilweise aufnimmt, wobei die erste Beleuchtungseinrichtung (4) in
einer Längsrichtung (L) des Behältnisses (10) wenigstens teilweise oberhalb des von
der ersten Beleuchtungseinrichtung (4) beleuchteten Anteils der Mantelfläche (10a)
angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Inspektionsvorrichtung (1) eine zweite Beleuchtungseinrichtung (6) aufweist,
die einen Anteil der Mantelfläche (10a) beleuchtet, wobei die zweite Beleuchtungseinrichtung
(6) in der Längsrichtung (L) des Behältnisses (10) wenigstens teilweise unterhalb
des von der zweiten Beleuchtungseinrichtung (6) beleuchteten Anteils der Mantelfläche
(10a) angeordnet ist.
2. Inspektionsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Beleuchtungseinrichtung (6) vollständig unterhalb des Behältnisses (10)
angeordnet ist.
3. Inspektionsvorrichtung nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Beleuchtungseinrichtung (4) vollständig oberhalb des Behältnisses (10)
angeordnet ist.
4. Inspektionsvorrichtung nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einem Strahlengang zwischen der zweiten Beleuchtungseinrichtung (6) und dem Behältnis
(10) ein Linsenkörper (12) vorgesehen ist.
5. Inspektionsvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Linsenkörper (12) ein Ausschnitt aus einer Linse und insbesondere aus einer Fresnellinse
ist.
6. Inspektionsvorrichtung nach einem der Ansprüche 4 - 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Linsenkörper (12) gegenüber einer auf der Längsrichtung (L) des Behältnis senkrecht
stehenden Ebene (E) gekippt ist..
7. Inspektionsvorrichtung nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Beleuchtungseinrichtung (4,6) das Behältnis im Wesentlichen kegelförmig
bezüglich einer Behältnisachse (L) beleuchtet.
8. Inspektionsvorrichtung nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Strahlengang (SL, SM, SR) zwischen dem Behältnis (10) und der Bildaufnahmeeinrichtung
(8) optische Mittel (14, 16, 18, 20, 22, 24) zum Umlenken des von der Mantelfläche
(10a) zurückgeworfenen Lichts vorgesehen sind.
9. Inspektionsvorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein optisches Mittel ein hochreflektiver Spiegel ist.
10. Inspektionsvorrichtung nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in jedem Strahlengang (SL, SM, SR) zwischen der Mantelfläche (10a) und der Bildaufnahmeeinrichtung
(8) maximal zwei optische Mittel (14, 16, 18, 20, 22, 24) vorgesehen sind.
11. Inspektionsvorrichtung nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Transporteinrichtung (30) zum Fördern der Behältnisse (10) gegenüber den Bildaufnahmeeinrichtungen
(4,6) vorgesehen ist, wobei diese Transporteinrichtung (30) neben dem Linsenkörper
(12) angeordnet ist.
12. Verfahren zum Inspizieren von Behältnissen (10), wobei die Behältnisse (10) beleuchtet
werden und das von den Behältnissen (10) zurückgeworfene Licht mit einer Bildaufnahmeeinrichtung
(8) aufgenommen wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Behältnisse (10) mit einer ersten Beleuchtungseinrichtung (4), die oberhalb der
Behältnisse (10) angeordnet ist und mit einer zweiten Beleuchtungseinrichtung (6),
die unterhalb der Behältnisses (10) angeordnet ist, beleuchtet werden.