[0001] Die Erfindung betrifft ein computergestütztes Verfahren zum Einstellen von mindestens
einem partikelspezifischen Parameter in einem thermischen Spritzprozess, bei welchem
Partikel mittels eines Fluidstroms von einer Spritzvorrichtung zu einem Substrat transportiert
werden..
[0002] Thermische Spritzprozesse wie beispielsweise das Plasmaspritzen werden heute für
eine grosse Vielfalt von Beschichtungen auf ganz unterschiedlichen Substraten eingesetzt,
beispielsweise als Korrosionsschutzschichten oder als Hartbeschichtungen. Dazu wird
in einer Plasmaspritzvorrichtung, wie einem Plasmabrenner, ein Lichtbogen zwischen
einer Anode und einer Kathode erzeugt. Ein Gas wird zwischen den Elektroden ionisiert,
sodass ein Plasma entsteht. Der für die zu erzeugende Beschichtung benötigte Werkstoff
wird üblicherweise in Pulverform in das heisse Plasma eingeblasen, dort verdampft
oder aufgeschmolzen oder zumindest plastisch gemacht und durch den Gasstrom mit hoher
Geschwindigkeit auf das zu beschichtende Substrat aufgebracht.
[0003] Es sind aber auch solche Spritzprozesse bekannt, bei welchen das Prozessgas im Vergleich
zum klassischen Plasmaspritzen "kalt" ist, beispielsweise höchstens einige hundert
Kelvin, sodass die Partikel im Gasstrom nicht aufgeschmolzen werden und nur aufgrund
ihrer kinetischen Energie am Substrat anhaften. Diese in der Literatur als Kaltgasspritzen
oder kinetisches Gasspritzen bezeichnete Prozesse sowie Hybrid-Prozesse (Plasma-Kaltgas-Spritzen)
sollen im Rahmen dieser Anmeldung auch von dem Begriff "thermisches Spritzen" umfasst
sein.
[0004] Da die zu erzeugenden Beschichtungen oft ganz unterschiedlicher Natur sind, muss
der thermische Spritzprozess üblicherweise an den jeweiligen Anwendungsfall angepasst
werden. Oft ist dabei das zu erzielende Ergebnis vorgegeben, wie beispielsweise die
Ablagerungsrate, die Schichtdicke, die Schichtstruktur oder andere Schichteigenschaften
wie die Porösität, die Adhäsion, die Oberflächenrauhigkeit, die elektrische Leitfähigkeit,
die thermische Leitfähigkeit, die Viskosität, die Verschleissfestigkeit, der Anteil
der ungeschmolzenen Partikel oder chemische Eigenschaften wie der Oxidationsgrad der
Schicht.
[0005] Daneben ist es insbesondere auch für industrielle Anwendungen sehr wichtig, dass
der Spritzprozess an sich eine hohe Stabilität aufweist, also reproduzierbare Ergebnisse
liefert, und dass er eine hohe Prozess- und Ablagerungseffizienz beinhaltet.
[0006] Um die thermischen Spritzvorrichtungen und -verfahren unter diesen beispielhaft erwähnten
Aspekten an die jeweilige Anwendung anzupassen, werden häufig empirische Methoden
angewendet, die jedoch regelmässig mit hohem Kosten- und Zeitaufwand verbunden sind
und zudem sehr viel Erfahrung voraussetzen.
[0007] Um diesen Aufwand zu reduzieren, sind in letzter Zeit auch mathematische Methoden
eingesetzt worden, mit denen versucht wird, den thermischen Spritzprozess zu simulieren.
Insbesondere werden hierfür die Methoden der numerischen Strömungssimulation CFD (Computational
Fluid Dynamics) verwendet.
[0008] Aus der europäischen Patentanmeldung Nr.
07102707 (Anmeldedatum 20. Februar 2007) ist beispielsweise ein Verfahren zur Bestimmung von Prozessparametern in einem thermischen
Spritzprozess bekannt, bei welchem ein Betriebsmodell errichtet wird, mit dem eine
Simulation des thermischen Spritzprozesses durchführbar ist. Das Betriebsmodell basiert
vorzugsweise auf einer strömungsmechanischen Modellierung mittels CFD, die mit einem
elektromagnetischen Modell gekoppelt wird, welches den Lichtbogen beschreibt bzw.
die durch den Lichtbogen oder das Plasma generierten elektromagnetischen Effekte berücksichtigt.
Hierdurch wird eine zumindest realitätsnahe Simulation des thermischen Spritzprozesses
ermöglicht.
[0009] Auch wenn sich dieses Verfahren der Simulation des thermischen Spritzprozesses sehr
bewährt hat, besteht für die Praxis dennoch Potential für Verbesserungen, um in möglichst
einfacher Weise aus den durch die jeweilige Anwendung vorbestimmten Eigenschaften
der zu erzeugenden Schicht möglichst optimale Bedingungen bzw. Parameter für den thermischen
Spritzprozess und/oder die Spritzvorrichtung zu ermitteln, um eben diese Eigenschaften
der Schicht möglichst gut zu realisieren. Dieser Aufgabe widmet sich die vorliegende
Erfindung.
[0010] Das diese Aufgabe lösende Verfahren ist durch die Merkmale des unabhängigen Anspruchs
1 gekennzeichnet.
[0011] Erfindungsgemäss wird also ein computergestütztes Verfahren vorgeschlagen zum Einstellen
von mindestens einem partikelspezifischen Parameter in einem thermischen Spritzprozess,
bei welchem Partikel mittels eines Fluidstrom (G) von einer Spritzvorrichtung zu einem
Substrat (6) transportiert werden, welches Verfahren die folgenden Schritte umfasst:
- Vorgeben ein Zielwerts für den partikelspezifischen Parameter,
- Erstellen eines Betriebsmodells für den thermischen Spritzprozess oder für die thermische
Spritzvorrichtung, mit dem eine Simulation des thermischen Spritzprozesses durchführbar
ist, wobei das Betriebsmodell Stellgrössen umfasst, deren Variation Änderungen in
dem partikelspezifischen Parameter bewirken,
- Auswerten des Betriebsmodells für mindestens einen Satz von Anfangswerten für die
Stellgrössen,
- Einstellen des partikelspezifischen Parameters auf den Zielwert durch eine automatische
Optimierungsprozedur, bei welcher die Stellgrössen so lange verändert werden, bis
sich aus dem Betriebsmodell der Zielwert für den partikelspezifischen Parameter ergibt.
[0012] Ein wesentlicher Aspekt der Erfindung ist die Erkenntnis, dass es speziell die partikelspezifischen
Parameter, wie beispielsweise die Partikeltemperatur oder die Partikelgeschwindigkeit,
sind, welche auf einen anwendungsabhängigen Zielwert eingestellt werden müssen, um
die gewünschten Eigenschaften der zu erzeugenden Schicht zu realisieren. Ein weiterer
wichtiger Aspekt ist es, dass das Betriebsmodell zu einer automatisierten Optimierung
herangezogen wird, bei welcher die Stellgrössen so lange variiert werden, bis der
Zielwert für den oder die partikelspezifischen Parameter möglichst gut realisiert
wird. Hierdurch werden zeitaufwändige Modellanpassungen und schrittweise von Hand
durchgeführte Iterationen, deren erfolgreiche Durchführung zudem einiger Erfahrung
bedarf, nicht mehr benötigt, was in der Praxis eine enorme Zeitersparnis bedeutet
und den Einsatz von weniger qualifiziertem Personal anstelle hochqualifizierter Experten
ermöglicht.
[0013] Besonders bevorzugt umfasst der partikelspezifische Parameter oder umfassen die partikelspezifischen
Parameter den Energiezustand der Partikel. Es hat sich nämlich gezeigt, dass dieser
Energiezustand der Partikel, der beispielsweise durch die (Oberflächen-) Temperatur
und die Geschwindigkeit der Partikel beschreibbar ist, einen ganz wesentlichen Einfluss
auf die Eigenschaften der zu erzeugenden Schicht hat. Daher ist es insbesondere vorteilhaft,
zumindest die Partikelgeschwindigkeit und die Partikeltemperatur als partikelspezifische
Parameter zu ermitteln.
[0014] Um zu vermeiden, dass die automatische Optimierungsprozedur sich lediglich einem
lokalen Minimum für den Zielwert nähert, ist es vorteilhaft, zumindest zwei unterschiedliche
Sätze von Anfangswerten für die Stellgrössen auszuwerten.
[0015] Eine weitere vorteilhafte Massnahme besteht darin, dass das Betriebsmodell die Wechselwirkung
zwischen den Partikeln und dem Fluidstrom umfasst. Für manche Anwendungen und/oder
zur Ermittelung einer ersten Näherung kann es durchaus ausreichend sein, die Wechselwirkung
zwischen Dem Fluidstrom und den Partikeln im Betriebsmodell zu vernachlässigen, bevorzugt
werden sie jedoch berücksichtigt.
[0016] Insbesondere kann das erfindungsgemässe Verfahren auch zur Verbesserung bzw. zur
Optimierung der geometrischen Ausgestaltung und der Abmessungen der Spritzvorrichtung
bzw. von Teilen davon verwendet werden. Dazu wird die Geometrie der Spritzvorrichtung
als Stellgrösse berücksichtigt.
[0017] Somit ist es eine bevorzugte Ausgestaltung des Verfahrens, die Geometrie der Spritzvorrichtung
zu optimieren, um den partikelspezifischen Parameter auf den Zielwert einzustellen.
[0018] Ferner ist es vorteilhaft für die Stellgrössen eine Sensitivitätsanalyse durchzuführen.
Hiermit lässt sich erkennen, wie stark bzw. wie empfindlich der oder die partikelspezifischen
Parameter auf Variationen in den einzelnen Stellgrössen reagieren. Durch eine solche
Sensitivitätsanalyse lässt sich der Optimierungsprozess beschleunigen.
[0019] In einer speziellen und bevorzugten Anwendung, bei welcher die thermische Spritzvorrichtung
eine Düse umfasst, durch welche der Fluidstrom austritt, wird das Betriebsmodell zur
Optimierung der Düse herangezogen.
[0020] Auch wird durch die Erfindung ein Computerprogrammprodukt zur Implementierung eines
erfindungsgemässen Verfahrens in eine Datenverarbeitungsanlage vorgeschlagen.
[0021] Weitere vorteilhafte Massnahmen und bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben
sich aus den abhängigen Ansprüchen.
[0022] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen und anhand der Zeichnung
näher erläutert. In der schematischen Zeichnung zeigen:
- Fig. 1:
- eine schematische Darstelllung eines Ausführungsbeispiels einer thermischen Spritzvorrichtung,
die als Plasmaspritzvorrichtung ausgestaltet ist, und
- Fig. 2:
- eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemässen
Verfahrens.
[0023] Durch die Erfindung wird ein computergestütztes Verfahren vorgeschlagen zum Einstellen
von mindestens einem partikelspezifischen Parameter in einem thermischen Spritzprozess,
bei welchem Partikel mittels eines Fluidstroms, beispielsweise einem Gasstroms von
einer Spritzvorrichtung zu einem Substrat transportiert werden.
[0024] In der überwiegenden Zahl der Anwendungen von thermischen Spritzprozessen, bei denen
eine Schicht auf einem Substrat aufgebracht wird, ist es so, dass die Eigenschaft
der zu erzeugenden Schicht vorgegeben ist, beispielsweise, ob es sich um eine Korrosionschutzbeschichtung
oder eine thermische Schutzbeschichtung oder eine Hartbeschichtung oder eine Anstreifschicht
handelt. Nun muss der thermische Spritzprozess derart durchgeführt werden, dass die
vorgegebenen Eigenschaften der Schicht möglichst optimal realisiert werden, wobei
der Spritzprozess zudem rational und effizient durchgeführt werden soll. Ein für die
Erfindung wesentlicher Aspekt ist die Erkenntnis, dass es für die Realisierung der
vorgegebenen Schichteigenschaften wesentlich ist, die partikelspezifischen Parameter
und besonders bevorzugt den Energiezustand der Partikel auf den richtigen Wert einzustellen.
[0025] Im Folgenden wird auf den für die Praxis besonders wichtigen Anwendungsfall Bezug
genommen, dass der thermische Spritzprozess ein Plasmaspritzprozess ist und die Spritzvorrichtung
eine Plasmaspritzvorrichtung. Natürlich ist die Erfindung nicht auf solche Anwendungen
beschränkt, sondern eignet sich auch für andere thermische Spritzverfahren wie beispielsweise
Radio-Frequency (RF)-Plasmaspritzen oder Lichtbogendrahtspritzen. Auch ist die Erfindung
für Kaltgas- bzw. kinetische Gasspritzprozesse sowie hybride Plasma-Kaltgas-Spritzprozesse
geeignet. Alle diese und ähnliche Prozesse sollen im Rahmen dieser Anmeldung mit dem
Begriff "thermische Spritzprozesse" gemeint sein.
[0026] Fig. 1 zeigt in einer stark schematischen Darstellung ein Ausführungsbeispiel einer
Plasmaspritzvorrichtung, die gesamthaft mit dem Bezugszeichen 1 bezeichnet ist. Die
Plasmaspritzvorrichtung 1 umfasst ein Gehäuse 2, in welchem eine Kathodenanordnung
3 und eine dagegen elektrisch isolierte Anode 4 vorgesehen ist. Die Anode 4 ist hier
als Ringanode ausgestaltet, die in ihrem Zentrum eine Auslassöffnung 42 aufweist,
die mit einer Düse 41 versehen ist. Während des Betriebs wird in axialer Richtung
ein Gas durch die Plasmaspritzvorrichtung 1 geblasen wie dies durch die beiden mit
dem Bezugszeichen G bezeichneten Pfeile angedeutet ist. In Strömungsrichtung gesehen
hinter der ringförmigen Anode 4 ist eine Pulverzuführung 5 vorgesehen, die einen oder
mehrere Zuführkanäle 51 aufweist, die sich im wesentliche in radialer Richtung erstrecken.
Natürlich ist es auch möglich, dass sich die Zuführkanäle 51 für das Pulver bzw. die
Partikel in axialer Richtung oder schräg - also zwischen axialer und radialer Richtungerstrecken,
oder auch in tangentialer Richtung.
[0027] Auf die Darstellung weiterer an sich bekannter Komponenten der Plasmaspritzvorrichtung
1 wie beispielsweise, Kühlung, Energieversorgung und Kontrolleinrichtungen wurde aus
Gründen der besseren Übersicht verzichtet.
[0028] Die Plasmaspritzvorrichtung 1 kann insbesondere auch ein Mehrkathodenbrenner sein,
wie beispielsweise der Brenner, der von der Anmelderin unter dem Handelsnamen TriplexPro
vertrieben wird. Bei diesem Brenner umfasst die Kathodenanordnung 3 insgesamt drei
Kathoden. Im Betriebszustand entstehen dann drei Lichtbögen.
[0029] Während des Betriebs wird das in axialer Richtung durch die Plasmaspritzvorrichtung
1 strömende Gas G ionisiert und es wird zwischen der Kathodenanordnung 3 und der Anode
4 mindestens ein Lichtbogen erzeugt. Das durch das Plasma erhitzte Gas G tritt mit
hoher Geschwindigkeit und hoher Temperatur durch die Düse 41 aus der Anode aus. Direkt
hinter der Anode 4 (in Strömungsrichtung des Gases gesehen) werden durch die Zuführkanäle
51 der Pulverzuführung 5 Partikel in Form eines Pulvers in den heissen Gasstrom eingeblasen.
Die Partikel werden in dem Gasstrom aufgeschmolzen oder zumindest plastisch gemacht
, von dem Gasstrom beschleunigt und auf ein Substrat 6 geschleudert, wo sie eine Beschichtung
7 bilden. Der mit den Partikeln beladene Gasstrom ist in Fig.1 schematisch als Beschichtungsstrahl
B dargestellt.
[0030] Häufig ist es im Anwendungsfall so, dass das zu erzielende Ergebnis - also die Beschichtung
7 auf dem Substrat 6 bzw. deren Eigenschaften vorgegeben sind und der thermische Spritzprozess
so einzustellen ist, dass das gewünschte Ergebnis möglichst gut, effizient, kostengünstig
und reproduzierbar realisiert wird. Hierfür ist es insbesondere wichtig, die partikelspezifischen
Parameter auf einen für den Anwendungsfall geeigneten Wert einzustellen.
[0031] Mit "partikelspezifischen Parametern" sind dabei alle Parameter gemeint, die im Spritzprozess
die Eigenschaften der Partikel bzw. des Partikelstroms beschreiben: Hierzu gehören
insbesondere (in nicht abschliessender Aufstellung): Geschwindigkeit und Geschwindigkeitsverteilung
der Partikel, Temperatur und/oder Oberflächentemperatur der Partikel, Energiezustand
der Partikel, Verteilung des Energiezustandes der Partikel, Grösse und Form der Partikel,
Duktilität der Partikel, Aggregatzustand der Partikel, Wärmeinhalt der Partikel, Spur
der Partikel, Massenfluss der Partikel, Verhältnis aus Massenfluss der Partikel zum
Massenfluss des Gases.
[0032] Natürlich ist das erfindungsgemässe Verfahren nicht darauf beschränkt, dass nur genau
ein partikelspezifischer Parameter eingestellt wird. Es ist durchaus auch möglich
und kann auch vorteilhaft sein, wenn zwei oder mehr Parameter herangezogen werden.
[0033] Im Folgenden wird auf das besonders bezugte Ausführungsbeispiel Bezug genommen, dass
als partikelspezifischer Parameter der Energiezustand der Partikel herangezogen wird.
Speziell wird in diesem Ausführungsbeispiel der Energiezustand der Partikel durch
die Oberflächentemperatur der Partikel und die Geschwindigkeit der Partikel beschrieben.
Dabei dient die Oberflächentemperatur als ein Mass für die innere thermische Energie
und damit den thermischen Zustand der Partikel (z. B. ob sie bereits angeschmolzen
oder aufgeschmolzen sind), und die Geschwindigkeit dient als Mass für die kinetische
Energie der Partikel. Mit Temperatur und Geschwindigkeit der Partikel sind üblicherweise
die Temperatur und die Geschwindigkeit beim Auftreffen auf das Substrat gemeint.
[0034] Der Zusammenhang mit den Eigenschaften der zu erzeugenden Schicht soll zumindest
qualitativ anhand einiger Beispiele verdeutlicht werden.
[0035] Will man beispielsweise harte und dichte Schichten erzeugen, so müssen die Partikel
eine hohe kinetische Energie aufweisen, also eine möglichst grosse Geschwindigkeit
aufweisen und die Partikeltemperatur ist so einzustellen, dass sich die Partikel gerade
am oder wenig unterhalb des Schmelzpunktes des Pulvermaterials befinden. Dann schmelzen
die Partikel beim Auftreffen auf das Substrat und frieren dort unverzüglich aus (werden
also wieder fest) Die durch die hohe Partikelgeschwindigkeit verursachte hohe kinetische
Energie kompaktiert die abgeschiedene Schicht und macht sie dadurch sehr hart. Natürlich
darf die kinetische Energie nicht so hoch sein, dass die aufprallenden Partikel bereits
abgelagertes Material aus der Schicht oder Material aus dem Substrat herausschlagen.
[0036] Zur Erzeugung einer porösen Keramikstruktur als Schicht auf dem Substrat ist die
thermische Energie, d.h. die Temperatur der Partikel, so einzustellen, dass sich die
Partikel deutlich oberhalb der Schmelztemperatur und deutlich unterhalb der Verdampfungstemperatur
befinden. Durch diese Massnahme haben die Partikel nach ihrer Abscheidung auf dem
Substrat genügend Zeit zum Rekristallisieren. Die kinetische Energie der Partikel,
d.h. ihre Geschwindigkeit wird so eingestellt, dass sie möglichst gering ist. Die
Partikel müssen nur genügend Geschwindigkeit aufweisen, um das Substrat zu erreichen
und die Schicht zu bilden.
[0037] Zur Herstellen einer Hochtemperaturlegierung, deren Eigenschaften möglichst nahe
an denen einer geschmiedeten Schicht sind, ist es besonders vorteilhaft, Kaltgasspritzprozesse
mit Prozessgastemperaturen von maximal wenigen hundert Grad zu verwenden. Die Partikeltemperatur
ist so einzustellen, dass die Partikel gerade duktil sind, aber so niedrig, dass Phasenumwandlungen
oder chemische Reaktionen nicht auftreten können. Die Partikelgeschwindigkeitwird
sehr hoch gewählt, damit überhaupt eine Ablagerung erfolgt und um sicherzustellen,
dass eine Kompaktierung der Schicht zu einer dichten Struktur erfolgt. Hierzu können
- vorzugsweise in zweistufigen kinetischen Gasspritzvorrichtungen - Partikelgeschwindigkeiten
von über 1000 m/s realisiert werden.
[0038] Diese Beispiele verdeutlichen, dass es zur Realisierung der gewünschten Schichteigenschaften
wichtig ist, einen oder mehrere partikelspezifische Parameter auf einen vorgebbaren
Zielwert einzustellen.
[0039] Es wird nun beschrieben, wie dies mit einem Ausführungsbeispiel des erfindungsgemässen
computergestützten Verfahrens, das in Fig. 2 schematisch als Flussdiagramm dargestellt
ist, geschehen kann.
[0040] Zunächst werden die partikelspezifischen Parameter festgelegt, welche durch das Verfahren
eingestellt werden sollen, also beispielsweise die Partikeltemperatur und die Partikelgeschwindigkeit.
Natürlich ist es auch durchaus möglich, nur einen partikelspezifischen Parameter vorzugeben.
Dann wird im Schritt 100 für jeden einzustellenden partikelspezifischen Parameter
ein Zielwert vorgegeben. Dieser Zielwert kann beispielsweise aufgrund empirischer
Daten, aus Erfahrungswerten, durch technische Überlegungen, durch Schätzungen oder
auch durch Messungen bestimmt werden. Mit heute bekannten Partikeldiagnosesystemen
wie beispielsweise dem Produkt DPV-2000 der Firma Tecnar ist es möglich, die Partikelgeschwindigkeit
und die Temperatur bzw. die Oberflächentemperatur der Partikel im thermischen Spritzprozess
messtechnisch zu erfassen.
[0041] Der Zielwert kann jeweils entweder ein einzelner Wert oder auch ein Bereich von Werten
sein. Im letzteren Fall wird dann beispielsweise als Zielwert eine Untergrenze und
eine Obergrenze für den einzustellenden partikelspezifischen Parameter vorgegeben,
z. B. dass die Partikelgeschwindigkeit grösser als ein erster Wert und kleiner als
ein zweiter Wert sein muss. Insbesondere beim Einstellen von mehreren partikelspezifischen
Parametern ist es in der Regel sinnvoll, als Zielwert jeweils Bereiche vorzugeben.
Auch ist es möglich, als Zielwert charakteristische Grössen einer Verteilung vorzugeben,
beispielsweise die Standardabweichung der Geschwindigkeitsverteilung der Partikel.
Nachdem für jeden partikelspezifischen Parameter ein Zielwert vorgegeben ist wird
ein Betriebsmodell 110 für den thermischen Spritzprozess oder für die thermische Spritzvorrichtung
erstellt. Hierfür gibt es natürlich viele Möglichkeiten. Wesentlich ist, dass mit
dem gewählten Betriebsmodell eine Simulation des thermischen Spritzprozesses durchführbar
ist, wobei das Betriebsmodell Stellgrössen umfasst, deren Variation Änderungen in
dem oder den partikelspezifischen Parameter oder Parametern bewirkt.
[0042] Mit Stellgrössen sind dabei alle einstellbaren Grössen gemeint, mit denen der Spritzprozess
beeinflusst werden kann. Grob kann man die Stellgrössen in zwei Gruppen einteilen,
nämlich die Stellgrössen, welche die Geometrie der Spritzvorrichtung festlegen, und
die Stellgrössen, welche den Prozess festlegen.
[0043] Zur ersten Gruppe gehören beispielsweise die Austrittsfläche der Düse oder der Düsen,
die Position der Düse, ihre Länge, die geometrische Gestaltung des Düsenrandes, die
Länge und die Krümmung des divergierenden Teils der Düse, im Falle von lavalartigen
Düsen die Länge und die Krümmung des konvergierenden Düsenteils, die Geometrie und
die Orientierung der Zuführkanäle 51 (Fig. 1) für das Pulver usw.
[0044] Zur zweiten Gruppe gehören beispielsweise die Art des Spritzprozesses (Plasma, Kaltgas,
Drahtspritzen, HVOF usw.), die Morphologie des Pulvers (Partikelgrösse und -form,
Aggregatzustand), Typ und Flussraten der im Prozess verwendeten Gase, Zuführrate des
Pulvers, Verhältnis aus Pulverzuführrate zur Gasflussrate, Prozessatmosphäre (Normaldruck,
Unterdruck, Vakuum, Gasathmosphäre), Strom, Spannung, Gasdruck usw.
[0045] Viele dieser Stellgrössen beispielsweise die Atmosphäre, in welcher der Spritzprozess
durchgeführt wird, oder die Art des Spritzprozesses, sind bereits grundsätzlich durch
die Art der zu erzeugenden Schicht vorgegeben und werden daher im Betriebsmodell 110
fixiert. Es bleiben jedoch genügend Stellgrössen übrig, die im Betriebsmodell 110
quasi als "Stellschrauben" dienen, um die partikelspezifischen Parameter auf den vorgegebenen
Zielwert einzustellen.
[0046] Es ist vorteilhaft, wenn anhand von Überlegungen oder Simulationen oder anderer Berechnungen
für diejenigen einzelnen Stellgrössen, die im Betriebsmodell nicht fixiert werden
sondern variabel sind, eine Sensitivitätsanalyse durchgeführt wird, um festzustellen,
wie empfindlich die partikelspezifischen Parameter aud Änderungen in den einzelnen
Stellgrössen reagieren.
[0047] Das Betriebsmodell 110 ist vorzugsweise ein CFD-Modell (computional fluid dynamics
Modell), basiert also auf einer numerischen Strömungssimulation. Speziell für Plasma-
und andere Lichtbogenspritzprozesse ist das Betriebsmodell besonders bevorzugt ein
CFD-Modell, das mit einem elektromagnetischen Modell gekoppelt wird. Eine solche Modellierung
ist beispielsweise in der bereits erwähnten europäischen Patentanmeldung Nr.
07102707.2 der Sulzer Metco AG ausführlich beschrieben, deren Inhalt hiermit zum integralen
Bestandteil der vorliegenden Anmeldung erklärt wird. Im Rahmen der vorliegenden Anmeldung
ist es daher nicht mehr notwendig, auf diese Art der Modellierung näher einzugehen.
[0048] Die CFD-Methode hat sich in den letzten Jahren zu einem sehr effizienten Werkzeug
zur Untersuchung von Strömungen entwickelt. Die CFD und ihre Grundlagen an sich sind
dem Fachmann bekannt und brauchen daher hier nicht näher erläutert zu werden.
[0049] Für jede Strömung gelten die drei fundamentalen Prinzipien der Erhaltung von Masse,
Impuls und Energie. Die hieraus resultierenden physikalischen Zusammenhänge und Gleichungen
(die Navier-Stokes-Gleichungen) sind jedoch in ihrer allgemeinen Form nicht mehr analytisch
lösbar. Es ist der Gegenstand der CFD, numerische Lösungen für solche Gleichungen
zu bestimmen, um so ein Strömungsfeld möglichst realistisch zu beschreiben. Die Navier-Stokes-Gleichungen
enthalten die die Strömung beschreibenden Variablen wie Geschwindigkeit, Druck, Dichte,
Viskosität und Temperatur als Funktion von Ort und Zeit.
[0050] Im Rahmen dieser Anmeldung wird CFD als die Methode der Berechnung von sowohl reibungslosen
als auch reibungsbehafteten Strömungen ein- oder mehrphasiger Fluide (kontinuierliche
Phase) gegebenenfalls unter gleichzeitiger Berücksichtigung der Bewegung von flüssigen
Tropfen oder festen Partikeln (disperse Phase) verstanden. Die Fluide können kompressibel
oder inkompressibel sein. Die Interaktion oder Wechselwirkung der kontinuierlichen
Phase mit der dispersen Phase kann sowohl mit den Lagrange-Euler- als auch mit den
Euler-Euler-Modellen beschrieben werden. Der Austausch von Masse, Impuls und Energie
kann entweder in eine Richtung (von der kontinuierlichen zur diskreten Phase bzw.
one-way-coupling oder umgekehrt) oder in beiden Richtungen (vollständige Kopplung
bzw. two-way-coupling) betrachtet werden.
[0051] Es sind also sowohl solche CFD-Methoden gemeint, bei denen die disperse Phase in
das Modell einbezogen wird als auch CFD-Methoden, bei denen die disperse Phase nicht
in das Modell einbezogen wird. Das heisst, die Partikel müssen nicht zwangsläufig
im Modell berücksichtigt werden. Vorzugsweise umfasst das Betriebsmodell jedoch auch
die Partikel und die Wechselwirkung zwischen den Partikeln und dem Gasstrom.
[0052] Sowohl die kontinuierliche Phase als auch die diskrete Phase können jeweils mehrere
Komponenten enthalten (multi-component phase). Beispielsweise kann beim Plasmaspritzen
ein Gemisch aus Argon und Helium verwendet werden, dann umfasst die kontinuierliche
Gasphase die beiden Komponenten Argon und Helium. Auch die diskrete Phase kann mehrere
Komponenten enthalten, wenn beispielsweise eine Pulvermischung verschiedener Substanzen
als Partikel beim Plasmaspritzen verwendet wird, oder wenn bereits aufgeschmolzene
und noch feste Partikel zwei Komponenten der diskreten Phase bilden.
[0053] Es gibt zahlreiche an sich bekannte und kommerziell erhältliche Computerprogrammprodukte
und Algorithmen für CFD, die dem Fachmann hinreichend bekannt sind, sodass hierauf
nicht weiter eingegangen wird.
[0054] Bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel umfasst das CFD-Betriebsmodell 110 zur Simulation
des Spritzprozesses, das je nach Art des Spritzprozesses mit einem elektromagnetischen
auf den Maxwell-Gleichungen basierenden Modell gekoppelt werden kann, mehrere Module.
Im Modul 111 wird zunächst der zu berechnende Strömungsraum als dreidimensionaler
Volumenkörper definiert, beispielsweise wird ein parametrisches CAD-Model erstellt.
Dabei ist es optional möglich, nicht den gesamten Strömungsraum zu erfassen sondern
Symmetrien auszunutzen und die Berechnungen auf einen Teilraum, beispielsweise auf
ein Drittel des Strömungsraums zu beschränken. Im Modul 112 wird das Gitter erzeugt.
Dazu werden kleine finite Sub-Volumina definiert, in die der Volumenkörper eingeteilt
wird. Diese Sub-Volumina bilden das numerische Rechengitter. Die Randbedingungen werden
festgelegt, welche die physikalischen Betriebsbedingungen definieren, beispielsweise
Massenströme oder Flussrate beim Eintritt, Temperatur des Gases beim Eintritt, Temperatur
an den Wänden, Stromstärke oder ähnliches.
[0055] Im Modul 113 erfolgt die Simulation des Spritzprozesses. Dazu werden für die variablen
Stellgrössen Anfangswerte eingesetzt und mit diesen Anfangswerten über an sich bekannte
numerische Prozeduren die Strömungsgrössen wie Druck, Geschwindigkeit oder Temperatur
in jedem Sub-Volumen bestimmt. Die Ergebnisse führen zu einem dreidimensionalen Strömungsfeld,
welches dann quantitativ und qualitativ ausgewertet wird, um so Werte für die einzustellenden
partikelspezifischen Parameter zu erhalten.
[0056] Diese Werte werden dann in einem Analysemodul 120 ausgewertet, wobei insbesondere
im Schritt 130 überprüft wird, ob der Zielwert bzw. die Zielwerte realisiert ist bzw.
realisiert sind.
[0057] Falls ja, sind die partikelspezifischen Parameter auf die vorgegebenen Zielwerte
eingestellt und das Verfahren endet im Schritt 140.
[0058] Falls nein, erfolgt eine automatische Optimierungsprozedur. Hierzu werden im Analysemodul
120 aufgrund der durchgeführten Analyse Änderungen für die Stellgrössen bestimmt und
diese geänderten Stellgrössen werden in das Betriebsmodell 110 eingespeist, um eine
neue Simulation zu berechnen. Dieser Vorgang wird solange wiederholt, bis alle partikelspezifischen
Parameter auf ihren jeweiligen Zielwert eingestellt sind.
[0059] Das Analysemodul, welches die Änderungen der Stellgrössen zur Optimierung durchführt,
hat dabei Zugriff auf alle Module des Betriebsmodells 110. Es kann somit insbesondere
auch Änderungen im Design der Spritzvorrichtung, d. h. in der geometrischen Ausgestaltung
verursachen, nämlich indem es auf das Modul 111 mit dem parametrischen CAD-Modell
zugreift und dort Änderungen vornimmt.
[0060] Erfindungsgemäss erfolgt der Optimierungsprozess zum Einstellen der partikelspezifischen
Parameter auf den jeweiligen Zielwert automatisch.
[0061] Es sind Computerprogrammprodukte bekannt, mit denen solche automatischen Optimierungsprozeduren
durchführbar sind. Mit beispielhaftem Charakter sei hier das Produkt modeFRONTIER
der Firma Esteco genannt, das für die Integration in das erfindungsgemässen Verfahrens
geeignet ist. Da die automatische Optimierung an sich dem Fachmann bekannt ist, wird
sie hier nicht näher erläutert.
[0062] Eine vorteilhafte Massnahme besteht darin, zumindest zwei und vorzugsweise mindestens
zehn unterschiedliche Sätze von Anfangswerten für die variablen Stellgrössen auszuwerten.
Hierdurch lässt es sich nämlich zumindest mit hoher Wahrscheinlichkeit ausschliessen,
dass die Optimierungsprozedur in ein lokales Minimum oder Maximum führt.
[0063] Das erfindungsgemässe computergestützte Verfahren eignet sich insbesonder auch, um
das Design, d.h. die konkrete geometrische Ausgestaltung der Spritzvorrichtung oder
Teilen davon, wie beispielsweise der Düse 41, zu optimieren.
[0064] Dadurch, dass durch das Betriebsmodell der gesamte thermische Spritzprozess simuliert
werden kann und zudem eine automatische Optimierung erfolgt, wird es möglich, die
thermische Spritzvorrichtung wesentlich schneller und effizienter an den jeweiligen
Anwendungsfall anzupassen bzw. für den jeweiligen Anwendungsfall zu optimieren. Dies
ist insbesondere im Hinblick auf die Neu- und Weiterentwicklung von thermischen Spritzvorrichtungen
bzw. Teilen davon ein wichtiger Vorteil. Es sind nämlich für die Anpassung und Optimierung
keine zeit- und kostenintensiven Versuchsreihen mehr notwendig, in welchen empirisch
motivierte Modifikationen getestet werden, sondern der Einfluss von Änderungen auf
die partikelspezifischen Parameter kann anhand des Betriebsmodells ohne experimentellen
Aufwand untersucht werden.
[0065] Die durch die automatische Optimierung mittels Simulation bewirkte Einfachheit und
Schnelligkeit ist insbesondere auch bei der Ausgestaltung von neuen anwendungsspezifischen
Düsen ein grosser Vorteil. So lassen sich insbesondere auch lavalartige Düsen mit
einem konvergierenden und einem divergierenden Teil zum Beschleunigen des Gases auf
Überschallgeschwindigkeit besser und schneller optimieren.
[0066] Für manche Anwendungen ist es im Hinblick auf die Optimierung vorteilhaft, wenn als
einzustellende partikelspezifische Parameter mindestens zwei solche Parameter gewählt
werden, die nicht gleichzeitig gut optimiert werden können, die mithin derart unvereinbar
sind, dass ab einem gewissen Punkt eine Verbesserung bezüglich des einen Parameters
zwangsläufig zu einer Verschlechterung des anderen Parameters führt. In solchen Fällen
ist keine eindeutige Optimierung möglich, es wird dann eine Pareto-Optimierung durchgeführt,
deren Ergebnis eine Pareto-Front ist. Als konkretes Anwendungsbeispiel sei hier genannt,
dass der eine partikelspezifische Parameter die Partikelgeschwindigkeit ist und der
ander partikelspezifische Parameter das Verhältnis aus Massenfluss der Partikel zum
Massenfluss des Gases.
[0067] Die erfindungsgemässe automatische Optimierung lässt sich insbesondere sehr gut mit
den Verfahren kombinieren, die in der bereits erwähnten europäischen Patentanmeldung
Nr.
07102707.2 der Sulzer Metco AG offenbart bzw. beansprucht sind.
[0068] Das erfindungsgemässe Verfahren ist vorzugsweise in Form eines Computerprogrammprodukts
in einer Datenverarbeitungsanlage implementiert.
1. Computergestütztes Verfahren zum Einstellen von mindestens einem partikelspezifischen
Parameter in einem thermischen Spritzprozess, bei welchem Partikel mittels eines Fluidstrom
(G) von einer Spritzvorrichtung zu einem Substrat (6) transportiert werden, welches
Verfahren die folgenden Schritte umfasst:
- Vorgeben ein Zielwerts für den partikelspezifischen Parameter,
- Erstellen eines Betriebsmodells (110) für den thermischen Spritzprozess oder für
die thermische Spritzvorrichtung, mit dem eine Simulation des thermischen Spritzprozesses
durchführbar ist, wobei das Betriebsmodell (110) Stellgrössen umfasst, deren Variation
Änderungen in dem partikelspezifischen Parameter bewirken,
- Auswerten des Betriebsmodells (110) für mindestens einen Satz von Anfangswerten
für die Stellgrössen,
- Einstellen des partikelspezifischen Parameters auf den Zielwert durch eine automatische
Optimierungsprozedur, bei welcher die Stellgrössen so lange verändert werden, bis
sich aus dem Betriebsmodell (110) der Zielwert für den partikelspezifischen Parameter
ergibt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei welchem der mindestens eine partikelspezifische Parameter
den Energiezustand der Partikel umfasst.
3. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei welchem zumindest die Partikelgeschwindigkeit
und die Partikeltemperatur als partikelspezifische Parameter ermittelt werden..
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche bei welchem zumindest zwei unterschiedliche
Sätze von Anfangswerten für die Stellgrössen ausgewertet werden.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei welchem das Betriebsmodell (110)
die Wechselwirkung zwischen den Partikeln und dem Fluidstrom (G) umfasst.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei welchem die Geometrie der Spritzvorrichtung
als Stellgrösse berücksichtigt wird.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei welchem die Geometrie der Spritzvorrichtung
optimiert wird, um den partikelspezifischen Parameter auf den Zielwert einzustellen.
8. Verfahren nach einem der vorangehenden Parameter, bei welchem für die Stellgrössen
eine Sensitivitätsanalyse durchgeführt wird.
9. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei welchem die thermische Spritzvorrichtung
eine Düse (41) umfasst, durch welche der Fluidstrom (G) austritt, wobei das Betriebsmodell
(110) zur Optimierung der Düse (41) herangezogen wird.
10. Computerprogrammprodukt zur Implementierung eines Verfahrens gemäss einem der Ansprüche
1-9 in eine Datenverarbeitungsanlage.