[0001] Die Erfindung betrifft ein Strickwerkzeug für eine Textilmaschine zur Herstellung
von Maschenware, insbesondere eine Strickmaschine sowie ein dem Strickwerkzeug zugeordnetes
Nadelbett.
[0002] Strickwerkzeuge sind an Textilmaschinen in großer Zahl in entsprechenden Nadelbetten,
wie beispielsweise Strickzylindern oder Rippscheiben jeweils längs beweglich gehalten.
Zur Aufnahme der Strickwerkzeuge, z.B. der Nadeln sind in den entsprechenden Betten
Schlitze mit einem Rechteckquerschnitt vorgesehen, in die die Strickwerkzeuge eingesetzt
sind. Zur Ausbildung der Schlitze werden Rippscheiben und/oder Strickzylinder mit
Nuten versehen, in die vorzugsweise aus dünnem Stahlblech bestehende Stege eingesetzt
werden. Die zwischen den Stegen vorhandenen Lücken bilden dann die Nuten zur Aufnahme
der Nadeln oder sonstigen Strickwerkzeuge. Um den Verschleiß an den Nuten bzw. den
Stegwänden zu reduzieren, werden die eingesetzten Stege vorzugsweise aus gehärtetem
Stahlblech gebildet.
[0003] Ein solcher Strickzylinder ist beispielsweise der
DE-OS 21 40 180 zu entnehmen.
[0004] Um eine Parallelität der beiden Nadelkanalwände eines Nadelkanals zu gewährleisten,
werden die eingesetzten Stege keilförmig ausgebildet. Deshalb sind die Stege, die
in die Rippscheibe eingesetzt werden, in Längsrichtung keilförmig, die Stege die in
den Strickzylinder eingesetzt werden quer zur Längsrichtung keilförmig ausgebildet.
Die Herstellung der keilförmigen Stege ist aufwendig, zumal die Steigung von dem Durchmesser
der Rippscheibe bzw. des Strickzylinders abhängt.
[0005] Die Herstellung der Stege mit unterschiedlichen Steigungen ist aufwendig und erhöht
die Fertigungskomplexität von Betten für Strickwerkzeuge erheblich.
[0006] Es ist Aufgabe, hier abzuhelfen.
[0007] Diese Aufgabe wird mit der Nadel nach Anspruch 1 sowie mit einem Nadelträger nach
Anspruch 9 gelöst:
[0008] Das erfindungsgemäße Strickwerkzeug, das z.B. eine Stricknadel sein kann, weist in
ihrem Körper eine Lagerungsnut auf, mittels derer das Strickwerkzeug auf einem Lagerungselement
in einer gewünschten Position gehalten ist. Die gewünschte Position kann eine Position
sein, im Rahmen derer sich die Nadel in ihrer Längsrichtung verschieben lässt. Das
Lagerungselement lagert die Nadel somit in dem Nadelbett einer Rundstrickmaschine
oder Flachstrickmaschine längs verschieblich. Die Nadel nimmt zumindest einen Abschnitt
des Lagerungselements mit ihrer Nut auf und reitet somit auf dem Lagerungselement.
Die Lagerungsnut des Nadelkörpers wird von zwei Flanken oder Schenkeln begrenzt, die
das Lagerungselement zwischen einander aufnehmen. Dabei wird die Nadel insbesondere
von den voneinander weg weisenden Seitenflächen des Lagerungselements spielarm geführt.
Das Lagerungselement erteilt der Nadel die erforderliche Seitenführung. Während bekannte
Strickwerkzeuge bzw. Nadeln an ihren Außenflächen gelagert sind, sind die erfindungsgemäßen
Strickwerkzeuge an zumindest zwei ihrer Innenflächen gelagert.
[0009] Die sich in Nadellängsrichtung erstreckende Lagerungsnut der Nadel erstreckt sich
vorzugsweise über zumindest einen Teil der Länge des Nadelkörpers. Vorzugsweise geht
die Lagerungsnut dabei von einer Schmalseite, beispielsweise dem Nadelrücken der Nadel,
aus und erstreckt sich von dort aus parallel zu den Flachseiten des Nadelkörpers in
diesen hinein. Der Nadelrücken kann als Lagerfläche ausgebildet sein, so dass die
Nadel auf der zwischen benachbarten Lagerungselementen vorhandenen Fläche des Nadelbetts
gleitet. Diese kann auf einfache Weise vor dem Einsetzen der Lagerungselemente in
dazu vorgesehene Aufnahmenuten mit der gewünschten Präzision bearbeitet werden. Alternativ
ist es aber auch möglich, den Boden der Lagerungsnut des Nadelkörpers als Lagerfläche
auszubilden, so dass der Nadelrücken das Nadelbett nicht berührt.
[0010] Das erfindungsgemäße Konzept gestattet es, Nadelbetten mit besonders geringer Nadelteilung
aufzubauen. Benachbarte Nadeln können bis auf einen geringen, die Freigängigkeit der
Nadeln gestattenden Spalt sehr nahe beieinander angeordnet werden. Insbesondere bei
ruhender Nadelanordnung, beispielsweise an der Barre einer Wirkmaschine, können die
Nadeln einander auch seitlich berühren und sich dadurch gegenseitig abstützen.
[0011] Es ist möglich, die Nadelkörper über ihre gesamte Länge bis zu ihrem Haken mit gleichmäßiger
Breite auszubilden. Es ist jedoch auch möglich, sie in einen Lagerungsabschnitt mit
etwas größerer Breite und einen Maschenbildungsabschnitt mit etwas geringerer Breite
zu unterteilen. Letzteres hat insbesondere dann Vorteile, wenn die Nadeln sehr dicht
beieinander angeordnet werden und es sich um Nadeln großer Feinheit, d.h. geringer
Breite handelt. Der Lagerabschnitt des Nadelkörpers kann eine größere Breite aufweisen
als der Lagerabschnitt einer herkömmlichen Nadel mit gleicher Teilung. Dadurch ist
zugleich auch der Nadelfuß breiter, wodurch der Fußverschleiß reduziert wird. Die
Breite ist dabei jeweils immer als Abstand der beiden voneinander weg weisenden Flachseiten
des Nadelkörpers quer zur Längsrichtung des Strickwerkzeuges zu messen.
[0012] Der Lagerabschnitt und der Maschenbildungsabschnitt können nahtlos einstückig miteinander
verbunden sein und aus dem gleichen Material bestehen. Es ist auch möglich, die beiden
Abschnitte durch eine Fügetechnik miteinander zu verbinden. Eine solche Fügetechnik
ist beispielsweise das Schweißen. Die beiden Abschnitte können in diesem Fall hinsichtlich
ihrer Herstellung in ihrer Materialwahl weitgehend unabhängig voneinander optimiert
werden.
[0013] Es ist auch möglich, die beiden Abschnitte lösbar miteinander zu verbinden. Beispielsweise
kann bei Verschleiß des Maschenbildungsabschnitts dann der Maschenbildungsabschnitt
ausgetauscht werden während der Lagerabschnitt weiter verwendet wird.
[0014] Ein zur Aufnahme einer erfindungsgemäßen Nadel eingerichtetes Nadelbett weist wenigstens
ein Lagerungselement in Gestalt eines Stegs auf, der in die Lagerungsnut der zugeordneten
Nadel passt. Bei Nadelzylindern sind solche Stege in achsparallele Schlitze des Nadelzylinders
eingesetzt, die am Außenumfang des Nadelzylinders angeordnet sind. Die Stege sind
für sich jeweils parallelflankig. Benachbarte Stege schließen bezüglich der Radialrichtung
miteinander vorzugsweise einen spitzen Winkel ein.
[0015] Ebenso sind zur Lagerung der Nadeln auf Rippscheiben an den Rippscheiben sich in
Radialrichtung erstreckende Stege vorgesehen, die jeweils parallelflankig ausgebildet
sind und miteinander in Radialrichtung einen spitzen Winkel einschließen. Während
die Nadeln sich an ihrem zentrumsnahen Ende weitgehend berühren können, stehen sie
an ihren zentrumsfernen Enden, d.h. mit ihrem Haken, voneinander ab. Wegen des Fehlens
von Stegen zwischen den benachbarten Nadeln lässt sich eine sehr enge Teilung erreichen.
Zur Unterstützung der Maschenbildungsabschnitte bzw. des maschenbildenden Bereichs
des Strickwerkzeugs kann an der Rippscheibe am äußeren Rand zusätzlich ein Nadelschlitz
nach herkömmlicher Bauart vorgesehen sein. Sind diese Schlitze in Radialrichtung kurz,
kann aufgrund des ohnehin vorhandenen Spiels auf einen Keilschliff der entsprechenden
Stege verzichtet werden.
[0016] Durch das erfindungsgemäße Lagerungskonzept sind die einzusetzenden Steg parallel
in Bezug auf ihre Flachseiten ausgebildet. Da die gemäß dem Stand der Technik notwendige
keilförmige Ausführung der Stege nicht notwendig ist, können diese kostengünstig hergestellt
werden.
[0017] Mit der Erfindung lässt sich vielen Anwendungsfällen eine erhebliche Produktionsvereinfachung
und/oder Qualitätsverbesserung erzielen.
[0018] Die Anwendung der erfindungsgemäßen Nadellagerung führt unabhängig vom Anwendungsfall
(Nadelzylinder, Rippscheibe, Strickmaschinenflachbett) zu einer präzisen Lagerung
der Nadeln. Die Präzision der Lagerung hängt maßgeblich von der Paarung Lagerungselement/Nadel
ab. Es kann mit vermindertem Nadelspiel gearbeitet werden, was die Führungspräzision
verbessert.
[0019] Weitere Einzelheiten vorteilhafter Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus
der Zeichnung, der Beschreibung oder Ansprüchen. Die Beschreibung ist auf wesentliche
Aspekte der Erfindung und sonstiger Gegebenheiten gerichtet. Die Zeichnung ergänzt
die Beschreibung und offenbart dazu weitere Einzelheiten.
[0020] Es zeigen:
Figur 1 einen Nadelzylinder mit einer Nadel und einem Lagerungselement in einer Explosions-
und Prinzipdarstellung,
Figur 2 die Nadel nach Figur 1 in einer Rückenansicht,
Figur 3 die Nadel und den Lagerungssteg nach Figur 1 in einer Seitenansicht,
Figur 4 eine Rippscheibe mit einer Nadel in perspektivischer Prinzipdarstellung,
Figur 5 eine abgewandelte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Nadel in einer Prinzipdarstellung,
Figur 6 eine abgewandelte Ausführungsform einer Rippscheibe mit Nadeln in einer prinzipiellen
ausschnittsweisen Draufsicht und
Figur 7 die Rippscheibe nach Figur 6 in Radialschnittdarstellung.
[0021] In Figur 1 ist eine Nadel 1 und ein zugehöriger Nadelträger in Form eines Nadelbetts
2 veranschaulicht. Die Nadel 1 ist zur Veranschaulichung eine Zungennadel. Es kann
sich jedoch auch um andere Strickwerkzeuge, wie beispielsweise eine Hakennadel, eine
Umhängenadel, eine Schiebernadel, eine Schneidnadel eine Platine oder dergleichen
handeln. Sie weist einen Nadelkörper 3 auf, der in einen Lagerabschnitt 4 und in einen
Maschenbildungsabschnitt 5 unterteilt ist. Beide bilden bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel
eine nahtlose einstückige Einheit. Von dem Lagerabschnitt 4 ausgehend, erstreckt sich
der Maschenbildungsabschnitt 5 als Schaft 6 in gerader Verlängerung fort. Der Schaft
6 trägt an seinem Ende einen Haken 7 und ein Schließglied 8 für den Haken 7 beispielsweise
in Form einer Zunge, eines Schiebers oder dergleichen. Als Zunge ist das Schließglied
8 zu dem Haken 7 hin und von diesem weg schwenkbar gelagert. Sie erstreckt in einen
Zungenschlitz hinein, der den Schaft 6 durchsetzt. Es sind auch Anwendungen denkbar,
bei denen das Strickwerkzeug 1 ohne Schließglied 8 auskommt.
[0022] Der Lagerabschnitt 4 weist einen vorzugsweise etwa rechteckigen Querschnitt auf,
der von zwei Flachseiten 9, 10 und zwei Schmalseiten 11, 12 begrenzt wird. Die Flachseiten
9, 10 sind vorzugsweise ebene Flächen, die parallel zueinander orientiert sind und
voneinander weg weisen. Die Schmalseiten 11, 12 bilden die Nadeloberseite 11 und den
Nadelrücken 12. Von der Nadeloberseite 11 erstreckt sich ein Fuß 13 weg, der zum Antrieb
der Nadel 1 dient.
[0023] Eine der beiden Schmalseiten 11, 12, im vorliegenden Fall der Nadelrücken 12, ist
von einer Lagerungsnut 14 durchsetzt, die vorzugsweise als schmaler Schlitz ausgebildet
ist. Sie weist zwei aufeinander zu weisende Flanken 16, 17 und einen Boden 18 auf.
Die Flanken 16, 17 sind vorzugsweise eben. Der Boden 18 kann, wie Figur 3 zeigt, an
einem Ende der Lagerungsnut 14 gekrümmt sein. Die Lagerungsnut 14 kann außerdem endseitig
offen sein, wie Figur 1 zeigt.
[0024] Aus Figur 1 geht auch hervor, dass der Querschnitt des Lagerabschnitts 4 ein U-Profil
ist, das ein Lagerungselement 19 in Form eines Stegs 20, eines Nadelträgers 2 übergreift
und zwischen seinen Schenkeln aufnimmt. Der Steg 20 wird beispielsweise durch eine
dünne länglich ausgebildete Leiste gebildet. Die Leiste 20 die vorzugsweise aus gehärtetem
Stahl besteht, weist zueinander parallele Seitenflächen 21, 22 auf, die voneinander
weg weisen. Dieser Steg 20 ist in eine entsprechende Nut 23 des Nadelbetts 2 eingesetzt,
das im vorliegenden Ausführungsbeispiel als Nadelzylinder 24 ausgebildet ist. Der
Nadelzylinder 24 weist eine Mantelfläche 37 auf, die mit einer Vielzahl solcher Nuten
23 versehen ist. Diese Nuten 23 erstrecken sich parallel zueinander und parallel zu
der Zylindermittelachse. Der Steg 20 wirkt mit seiner unteren Schmalseite 38 mit dem
Boden der Nut 23 zusammen und steht mit diesem in Anlage. Der Steg 20 wird durch die
obere Schmalseite 39 begrenzt. Die Nuten 23 des Nadelzylinders 24 öffnen sich radial
zu dem Zylinder und sind selbst jeweils parallelflankig. Weil in die parallelflankigen
Nuten 23 des Nadelzylinders 24 parallelflankige Stege 20 eingesetzt sind und sowohl
die Nuten 23 wie auch die Stege 20 radial an der Mantelfläche 37 angeordnet sind,
vergrößert sich der Abstand zwischen zwei benachbarter Seitenflächen 21, 22 zweier
benachbarter Stege 20 ausgehend von der Mantelfläche 37. Der Abstand wird dabei quer
zu der Längsrichtung der Stege 20 gemessen. Der Abstand zweier benachbarter Seitenflächen
21, 22 zweier benachbarter Stege 20 verändert sich über die Höhe der Stege 20 die
oberhalb der Mantelfläche 37 angeordnet sind und ist im Bereich der oberen Schmalseite
37 am größten. Die Mantelfläche 37 des Nadelzylinders weist einzelne Mantelflächensegmente
37' auf, die als Lagerflächen ausgebildet sind.
[0025] Die Nadel 1 ist weiter in den Figuren 2 und 3 veranschaulicht. Wie ersichtlich, können
der Lagerabschnitt 4 und der Maschenbildungsabschnitt 5 eine unterschiedliche Höhe
aufweisen, die zwischen den Schmalseiten 11, 12 zu messen ist. Außerdem kann sich
die Breite des Maschenbildungsabschnitts 5 zu dem Haken 7 hin verringern. Dieses kann
durch einen oder mehrere Absätze oder durch eine allmähliche Verjüngung erfolgen,
wie es Figur 2 andeutet. Auch kann die an dem Nadelrücken ausgebildete Schmalseite
12 zu beiden Seiten der Lagerungsnut 14 als Lagerfläche 12a, 12b ausgebildet sein.
Diese Lagerflächen 12a, 12b, können mit der Mantelfläche 37 bzw. den Mantelflächensegmenten
37' zusammenwirken.
[0026] Sind das Lagerungselement 19 des Nadelträgers 2 und die Lagerungsnut 14 des Strickwerkzeuges
so ausgebildet, dass die Lagerflächen 12a, 12b mit den Mantelsegmentflächen 37' zusammenwirken
ist die obere Schmalseite 39 des Lagerungselementes 19 zum Boden 18 der Lagerungsnut
14 beabstandet angeordnet. Es ist auch möglich, dass die obere Schmalseite 39 des
Lagerungselementes 19 mit dem Boden 18 der Lagerungsnut 14 in Anlage steht und somit
zusammenwirkt. Dann ist die Lagerfläche 12, 12a, 12b von der Mantelfläche 37, 37',
37' beabstandet angeordnet. Das Strickwerkzeug 1 reitet dann auf dem Lagerungselement
19.
[0027] Alle Flächen 9, 10, 11, 12 eines Strickwerkzeuges 1 und alle Flächen 21, 22 eines
Steges 20 oder alle Flächen 37 eines Nadelträgers 2, die bei der beweglichen Positionierung
zusammenwirken, können mit verschleißhemmenden metallischen (z.B. Chrom) oder organischen
Beschichtungen (z.B. Teflon) mit einem vorbestimmten Flächenprofil und gegebenenfalls
einer vorbestimmten Rautiefe versehen sein.
[0028] Der insoweit beschriebene Nadelzylinder 24 wird wie folgt hergestellt, bestückt und
verwendet:
[0029] Zunächst wird ein entsprechender zylindrischer Ring mit den Nuten 23 versehen, die
zur Aufnahme der Stege 20 dienen. Die Außenumfangsfläche des Nadelzylinders 24 ist
feinbearbeitet. Sie weist die gewünschte Oberflächengüte auf, um die Lagerflächen
12a, 12b abstützen und lagern zu können. Es werden nun die Stege 20 in die Nuten 23
eingesetzt und darin fixiert. Ist dies geschehen, ist der Nadelzylinder 24 im Wesentlichen
fertig gestellt.
[0030] Zum Einsatz wird der Nadelzylinder 24 in einer Rundstrickmaschine positioniert und
mit den Nadeln 1 versehen. Dazu werden diese mit ihrem Lagerungsabschnitt 5 auf den
jeweiligen Steg 20 aufgesetzt bis die Lagerflächen 12a, 12b an dem Nadelzylinder 24
anliegen. Zwischen benachbarten Nadeln 1 ist ein mehr oder minder großer Abstand vorhanden,
so dass benachbarte Nadeln 1 sich gegenseitig in ihrer Längsbewegung nicht hemmen.
Um den Außenumfang der Nadeln 1 herum erstreckt sich das Schloss der Strickmaschine,
das mit den Füßen 3 der Nadeln 1 in Eingriff steht. In Betrieb wird eine Relativdrehung
zwischen dem Nadelzylinder 24 und dem Nadelschloss bewirkt. An den Schmalseiten der
Füße 13 anliegende Kurvenflächen erteilen den Nadeln 1 dann eine Axialbewegung. Dabei
bestimmen die Lagerungselemente 19 des Strickzylinders 24 die Position der Nadeln
1 bezogen auf die Umfangsrichtung des Nadelzylinders 24. Die Radialpositionierung
übernehmen die Lagerflächen 12a, 12b des Strickwerkzeuges 1. Die Axialpositionierung
obliegt den Füßen 13.
[0031] Die mittig zur Nadellängsachse ausgerichtete Lagerungsnut 14 und der Steg 20 bilden
eine Linearführungseinrichtung für die Nadel 1, deren Präzision unabhängig von spezifischen
Gegebenheiten an dem Nadelbett 2 gegeben ist. Dabei kommt es auch nicht darauf an,
ob die Nadel 1 und ihr zugewiesenes Lagerungselement 19 an einem Nadelzylinder 24
gemäß Figur 1 oder einem anderweitigen Nadelbett 2, beispielsweise einer Rippscheibe
25 nach Figur 4, angeordnet sind. Wiederum sind Nadeln 1a vorgesehen, die den Nadeln
1 nach Figur 1 weitgehend entsprechen. Jedoch ist der Maschenbildungsabschnitt 5 schmaler
ausgebildet als der Lagerabschnitt 4. Der Übergang kann an den Flachseiten 9, 10 jeweils
durch Stufen im Übergang von dem Lagerabschnitt 4 zu dem Maschenbildungsabschnitt
5 vorgesehen sein.
[0032] Wie Figur 4 weiter veranschaulicht, stehen die Stege 20 an einer Planfläche 26 der
Rippscheibe 25 in einem spitzen Winkel zueinander. Die Stege sind voneinander beabstandet,
so dass sich zwischen diesen ein Kanal bildet. Der Abstand A zwischen zwei benachbarten
Stegen 20 vergrößert sich beginnend vom Zentrum bis zum äußeren Rand der Rippscheibe
25. Am äußeren Rand der Rippscheibe 25, der in Richtung Haken 7 des Strickwerkzeuges
angeordnet ist, ist dieser Abstand A am größten. Der Abstand wird parallel zur Planfläche
26 der Rippscheibe 25 gemessen. Die Stege 20 sind nicht keilförmig, sondern parallelflankig
ausgebildet, was eine entsprechend einfache Herstellung zur Folge haben kann.
[0033] Bei dem Ausführungsbeispiel nach Figur 1 wie auch bei dem Ausführungsbeispiel nach
Figur 4 sind die Nadeln 1 bzw. 1a zumindest in Seitenrichtung ausschließlich durch
die Lagerungselemente 19 bzw. Stege 20 geführt. Wie die Figur 6 zeigt, ist es jedoch
auch möglich, die erfindungsgemäße Art der Nadelführung mittels Lagerungsnut 14 und
Lagerungselement 19 mit einer zusätzlichen Nadelführung zu ergänzen, die beispielsweise
im Außenbereich 27 einer Rippscheibe 25 angeordnet ist. Der Außenbereich 27 ist ein
radial äußerer Abschnitt der Rippscheibe 25, beispielsweise ein Rand 33, der von Nadelführungsschlitzen
28 durchsetzt ist. Der Rand 33 wird wie aus Figur 7 ersichtlich durch eine Flachseite
34 begrenzt. Diese Flachseite 34 ist zur Planfläche 26 beabstandet angeordnet. Der
Rand 33, der über die Planfläche 26 der Rippscheibe 25 vorsteht, weist Ausnehmungen
in Form von Schlitzen 28 auf, die durch Flachseiten 35 und 36 begrenzt sind. Diese
Schlitze 28 sind parallelflankig hergestellt. Die Breite dieser Schlitze 28 kann größer
als die Breite des Strickwerkzeuges 1 ausgebildet sein da sich die Strickwerkzeuge
in Betrieb nur an einer Flachseite 35 oder 36 abstützen. Die Drehung der Rippscheibe
in Betrieb ist in Figur 6 mit einem Pfeil angedeutet. Die Strickwerkzeuge 1 stehen
aufgrund der Rotationskräfte basierend auf dieser Drehrichtung in Kontakt mit der
Flachseite 35. Dreht die Rippscheibe entgegengesetzt, stehen die Strickwerkzeuge 1
in Kontakt mit der Flachseite 36. Diese zusätzliche Nadelführung ermöglicht die Ausbildung
eines relativ kurzen Lagerelements 19.. Das vorgestellte Konzept ist sowohl bei Nadeln
1 anwendbar, bei denen der Lagerteil 4 und der Maschenbildungsteil 5 gleich breit
ausgebildet sind, wie auch bei Nadeln, bei denen der Lagerteil 4 und der Maschenbildungsteil
5 eine unterschiedliche Breite aufweisen.
[0034] Figur 5 veranschaulicht eine weitere Abwandlung der erfindungsgemäßen Nadel als Nadel
1b. Bei dieser sind der Lagerteil 4 und der Maschenbildungsteil 5 an einer Fügestelle
30 miteinander verbunden. Beispielsweise sind der Lagerabschnitt 4 und der Maschenbildungsabschnitt
5 durch eine stumpfe Schweißnaht miteinander verbunden. Es ist aber auch möglich (nicht
dargestellt), dass sich der Maschenbildungsabschnitt 5 in einer Ausnehmung des Lagerabschnitts
4, beispielsweise in seine Lagerungsnut 14 hinein erstreckt. Er kann dort mit den
Flanken des Lagerabschnitts 4 verbunden sein. Zur Verbindung können stoff- oder kraftschlüssige
Verbindungen oder eine Kombination dieser vorgesehen sein. Zum Beispiel kann diese
Verbindung eine Klebeverbindung, eine Schweißverbindung, wie beispielsweise ein Schweißpunkt
31, der in Figur 5 angedeutet ist oder eine Prägestelle sein. Anstelle des Schweißpunkts
kann auch eine Schraube oder dergleichen vorgesehen sein die den Lagerabschnitt 4
und den Maschenbildungsabschnitt 5 quer durchsetzt und eine lösbare Verbindung zwischen
dem Lagerabschnitt 4 und dem Maschenbildungsabschnitt 5 bildet.
[0035] Der Maschenbildungsabschnitt 5 kann eine Breite aufweisen, die mit der Breite der
Lagerungsnut 14 übereinstimmt. Er kann jedoch auch etwas breiter als die Lagerungsnut
14 ausgebildet sein. Zur Verbindung mit dem Lagerabschnitt 4 weist er dann einen etwas
dünneren Abschnitt auf, der sich in die Lagerungsnut 14 hinein erstreckt. Alternativ
kann die Lagerungsnut 14 an ihrem Ende zur Aufnahme des Maschenbildungsabschnitts
5 verbreitert sein.
[0036] Es sind weitere Anwendungsfälle für die erfindungsgemäße Nadel möglich. Die Strickwerkzeuge
1 können so angeordnet sein, dass benachbarte Strickwerkzeuge 1 sich mit den Flachseiten
9, 10 berühren. Die Flachseite 9 einer ersten Nadel berührt dann die Flachseite 10
einer benachbarten Nadel. Gegebenenfalls ist dann ein Schmiermittel zwischen den benachbarten
Strickwerkzeugen hilfreich, denn zwei benachbarte Strickwerkzeuge 1 können eine Relativbewegung
zueinander ausführen. Dieses Schmiermittel kann von metallischer z.B. Chrom oder organischer
Natur sein. Sind die Strickwerkzeuge so eng positioniert, dass sie sich mit ihren
Flachseiten gegenseitig abstützen, wird die Gesamtstabilität der Strickwerkzeuganordnung
in Betrieb verbessert.
[0037] Damit zwischen benachbarten Haken 7 und benachbarten Maschenbildungsabschnitten 5
benachbarter Strickwerkzeuge 1 ein Freiraum vorhanden ist, in den andere Strickwerkzeuge
1 eintauchen können, sind die Maschenbildungsabschnitte 5 etwas schmaler ausgebildet
als die Lagerabschnitte 4. Sind die Maschenbildungsabschnitte 5 relativ kurz ausgebildet
und die Lagerungsabschnitte 4 relativ lang ausgebildet und reichen diese Lagerungsabschnitte
auch in zurückgezogener Position der Strickwerkzeuge über das Bett 2 hinaus, so stützen
sich die Strickwerkzeuge außerhalb des Bettes 2 im Bereich des Lagerabschnitts 4 gegenseitig
ab. Dies ermöglicht dann die Zurverfügungstellung eines Nadelträgers hohe Feinheit.
Somit kann kleinmaschige, feine Textilware hergestellt werden.
[0038] Eine erfindungsgemäße Nadel ist zur längs verschieblichen Lagerung mit einem Längsschlitz
14 versehen, der zur Aufnahme eines Lagerungselements 19 beispielsweise in Form eines
Stegs 20 dient. Während bekannte Nadeln in einen Führungskanal eingesetzt und somit
zwischen zwei Schlitzflanken gehalten oder geführt werden, übergreift die erfindungsgemäße
Nadel einen Steg 20 und ist auf diesem geführt. Sie wird somit an zwei voneinander
weg weisenden Flächen des Führungselements 19 bzw. Stegs 20 geführt. Der Lagerabschnitt
4 und das Lagerelement 19 bilden eine Positioniereinrichtung bzw. eine Führungseinrichtung
mit hoher Positionierungs- bzw. Lagerungspräzision.
Bezugszeichenliste
[0039]
- 1, 1a, 1b
- Nadel
- 2
- Nadelträger, Nadelbett
- 3
- Nadelkörper
- 4
- Lagerabschnitt
- 5
- Maschenbildungsabschnitt
- 6
- Schaft
- 7
- Haken
- 8
- Schließglied
- 9, 10
- Flachseite
- 11, 12
- Schmalseite
- 12a, 12b
- Lagerflächen
- 13
- Fuß
- 14
- Lagerungsnut
- 16, 17
- Flanken
- 18
- Boden
- 19
- Lagerungselement
- 20
- Steg
- 21, 22
- Seitenflächen
- 23
- Nut
- 24
- Nadelzylinder
- 25
- Rippscheibe
- 26
- Planfläche
- 27
- Außenbereich
- 28
- Nadelführungsschlitz
- 29
- Stegwände
- 30
- Fügestelle
- 31
- Schweißpunkt
- 32
- Nadelbarre
- 33
- Rand
- 34
- Schmalseite
- 35,36
- Flachseite
- 37, 37'
- Mantelfläche, Segment der Mantelfläche
- 38
- untere Schmalseite
- 39
- obere Schmalseite
1. Strickwerkzeug (1) für Strickmaschinen
mit einem Nadelkörper (3), der eine Lagerungsnut (14) aufweist, mittels derer er auf
einem Lagerungselement (19) in einer gewünschten Position gehalten oder geführt ist.
2. Nadel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Nadelkörper (3) zwei Flachseiten (9, 10) aufweist, die parallel zueinander ausgerichtet
sind und an zwei Schmalseiten (11, 12) anschließen, wobei die Lagerungsnut (14) von
einer der Schmalseiten (11, 12) ausgehend sich parallel zu den Flachseiten (9, 10)
in den Nadelkörper (3) erstreckt.
3. Nadel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerungsnut (14) zueinander parallele Flanken (16, 17) aufweist.
4. Nadel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerungsnut (14) Lagerflächen (12a, 12b, 16, 17, 18) aufweist.
5. Nadel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Nadelkörper (3) einen Maschenbildungsabschnitt (5) und einen Lagerabschnitt (4)
aufweist, die beide eine übereinstimmende Breite aufweisen.
6. Nadel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Nadelkörper (3) einen Maschenbildungsabschnitt (5) und einen Lagerabschnitt (4)
aufweist und dass der Lagerabschnitt (4) eine größere Breite aufweist als der Maschenbildungsabschnitt
(5).
7. Nadel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Nadelkörper (3) einen Maschenbildungsabschnitt (5) und einen Lagerabschnitt (4)
aufweist, die in einer Fügetechnik miteinander verbunden sind.
8. Nadel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Nadelkörper (3) einen Maschenbildungsabschnitt (5) und einen Lagerabschnitt (4)
aufweist, die lösbar miteinander verbunden sind.
9. Nadelbett für mindestens eine Nadel nach einem der vorstehenden Ansprüche, mit einem
zur Lagerung der Nadel (1) vorgesehenen Steg (20), der dazu eingerichtet ist, in die
Lagerungsnut (14) der Nadel (1) einzutauchen, um diese zu lagern.
10. Nadelbett nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Steg (20) parallelflankig ausgebildet ist.
11. Nadelbett nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Steg (20) eine obere Schmalseite (39) aufweist, dass die Lagerungsnut (14) einen
Boden (18) aufweist und dass die Schmalseite (39) mit dem Boden (18) in Anlage ist.
12. Nadelbett nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Steg (20) durch Seitenflächen (21, 22) begrenzt ist und dass der Abstand zwischen
Seitenflächen (21, 22) benachbarter Stege (20) sich über die Höhe der Stege (20) verändert.
13. Nadelbett nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Steg (20) durch Seitenflächen (21, 22) begrenzt ist und dass der Abstand (A)
zwischen Seitenflächen (21, 22) benachbarter Stege (20) sich über die Länge der Stege
(20) verändert.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Strickwerkzeug (1) für Strickmaschinen
mit einem Nadelkörper (3), der eine Lagerungsnut (14) aufweist, die eine Schmalseite
(11) des Nadelkörpers (3) durchsetzt und mittels derer er auf einem Lagerungselement
(19) in einer gewünschten Position gehalten oder geführt ist.
2. Nadel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Nadelkörper (3) zwei Flachseiten (9, 10) aufweist, die parallel zueinander ausgerichtet
sind und an zwei Schmalseiten (11, 12) anschließen, wobei die Lagerungsnut (14) sich
parallel zu den Flachseiten (9, 10) in den Nadelkörper (3) erstreckt.
3. Nadel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerungsnut (14) zueinander parallele Flanken (16, 17) aufweist.
4. Nadel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerungsnut (14) Lagerflächen (12a, 12b, 16, 17, 18) aufweist.
5. Nadel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Nadelkörper (3) einen Maschenbildungsabschnitt (5) und einen Lagerabschnitt (4)
aufweist, die beide eine übereinstimmende Breite aufweisen.
6. Nadel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Nadelkörper (3) einen Maschenbildungsabschnitt (5) und einen Lagerabschnitt (4)
aufweist und dass der Lagerabschnitt (4) eine größere Breite aufweist als der Maschenbildungsabschnitt
(5).
7. Nadel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Nadelkörper (3) einen Maschenbildungsabschnitt (5) und einen Lagerabschnitt (4)
aufweist, die in einer Fügetechnik miteinander verbunden sind.
8. Nadel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Nadelkörper (3) einen Maschenbildungsabschnitt (5) und einen Lagerabschnitt (4)
aufweist, die lösbar miteinander verbunden sind.
9. Nadelbett für mindestens eine Nadel nach einem der vorstehenden Ansprüche, mit einem
zur Lagerung der Nadel (1) vorgesehenen Steg (20), der dazu eingerichtet ist, in die
Lagerungsnut (14) der Nadel (1) einzutauchen, um diese zu lagern.
10. Nadelbett nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Steg (20) parallelflankig ausgebildet ist.
11. Nadelbett nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Steg (20) eine obere Schmalseite (39) aufweist, dass die Lagerungsnut (14) einen
Boden (18) aufweist und dass die Schmalseite (39) mit dem Boden (18) in Anlage ist.
12. Nadelbett nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Steg (20) durch Seitenflächen (21, 22) begrenzt ist und dass der Abstand zwischen
Seitenflächen (21, 22) benachbarter Stege (20) sich über die Höhe der Stege (20) verändert.
13. Nadelbett nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Steg (20) durch Seitenflächen (21, 22) begrenzt ist und dass der Abstand (A)
zwischen Seitenflächen (21, 22) benachbarter Stege (20) sich über die Länge der Stege
(20) verändert.