[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Bedienvorrichtung zum Ansteuern mindestens
einer Zustandsgröße eines landwirtschaftlichen oder industriellen Nutzfahrzeugs. Ein
Bedienhebel der Bedienvorrichtung ist von einer Hand eines Bedieners betätigbar. Mit
dem Bedienhebel ist die mindestens eine Zustandsgröße des Nutzfahrzeugs einstellbar.
Des Weiteren betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zum Ansteuern mindestens
einer Zustandsgröße eines landwirtschaftlichen oder industriellen Nutzfahrzeugs.
[0002] Solche Bedienvorrichtungen sind seit langem aus dem Stand der Technik bekannt. Mit
ihnen kann beispielsweise die Geschwindigkeit, die Lenkung, eine Arbeitsfunktion oder
eine Getriebeeinstellung eines Nutzfahrzeugs eingestellt werden. So kommt insbesondere
ein Joystick als Bedienhebel zur Ansteuerung eines Laderwerkzeugs zum Einsatz. Als
Nutzfahrzeug in diesem Zusammenhang kommen insbesondere landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge,
also z.B. Traktoren, Erntemaschinen, Mähdrescher, Feldhäcksler, selbstfahrende Spritzen,
aber auch industrielle Nutzfahrzeuge, also beispielsweise Baufahrzeuge, Planierraupen,
Planiermaschinen, Tieflöffelbagger, Laderfahrzeuge, Kipper, Kräne, Teleskoplader,
in Frage.
[0003] Weiterhin ist die so genannte Kraftrückführung oder auch "Force-Feedback" aus dem
Bereich der Simulatortechnik bekannt und dient dort in der Regel der realistischen
Darstellung von Kräften auf Bedienelemente, beispielsweise auf einen Bedienhebel oder
dergleichen, die im Betrieb einer realen Maschine auftreten und von dem Bediener aufgebracht
bzw. überwunden werden müssen. Dementsprechend ist eine Stelleinrichtung bzw. ein
Aktuator vorgesehen, mit welcher bzw. mit welchem der Bedienhebel mit einer Kraft
beaufschlagbar ist. Hiermit kann also der Bedienhebel, der in einem solchen Fall lediglich
ein elektrisches Signal über seinen Bedienzustand erzeugt, mit der Stelleinrichtung
mit mindestens einer entsprechenden Kraft beaufschlagt werden, so dass der Bedienhebel
eine für die Art des jeweiligen Bedienhebels übliche Bedienungscharakteristik aufweist.
[0004] Bei vielen Fahrzeugen sind üblicherweise die Bedienelemente mechanisch mit dem durch
sie gestellten Maschinenteil verbunden, beispielsweise das Lenkrad über die Lenkwelle
mit dem Lenkgestänge. Fällt eine solche mechanische Verbindung aufgrund einer elektronischen
Ansteuerung der jeweiligen Komponente weg, so fehlt eine entsprechende Rückkopplung
über die Zustände des Maschinenteils und der zu simulierenden Maschine des Fahrzeugs
an den Bediener. In einem solchen Fall bedient man sich der aus der Simulatortechnik
bekannten Technologie, indem der Bedienhebel mit Hilfe einer Stelleinrichtung, welche
von einer geeigneten Steuereinrichtung angesteuert wird, derart mit Kräften beaufschlagt
wird, dass eine für den Bedienhebel übliche Bedienungscharakteristik erzeugt werden
kann. Hierdurch wird einem Bediener eine möglichst realistische Bedienung der jeweiligen
durch den Bedienhebel angesteuerten Funktion simuliert.
[0005] Eine weitergehende Unterstützung bei der Bedienung eines Nutzfahrzeugs wird allenfalls
durch Warnanzeigeelemente dem Bediener visuell oder gegebenenfalls akustisch zur Kenntnis
gebracht. Hierbei sind vor allem Warnleuchten vorgesehen, welche auf einen kritischen
Zustand des Nutzfahrzeugs hinweisen, beispielsweise den der überhöhten Temperatur
des Motoröls oder der Kühlflüssigkeit.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Bedienvorrichtung
der eingangs genannten Art anzugeben und weiterzubilden, durch welche die vorgenannten
Probleme überwunden werden. Insbesondere soll einem Bediener eines Nutzfahrzeugs eine
weitergehende Unterstützung bei der Bedienung des Nutzfahrzeugs gegeben werden, mit
welcher dieser auch auf einen kritischen oder nicht optimalen Betriebszustand des
Nutzfahrzeugs in verbesserter Weise aufmerksam gemacht wird.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch den Gegenstand des Patentanspruchs 1 gelöst.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung gehen aus den
Unteransprüchen hervor.
[0008] Erfindungsgemäß weist eine Bedienvorrichtung der eingangs genannten Art mindestens
einen Bedienhebel, insbesondere einen Joystick, eine Stelleinrichtung, mindestens
einen Sensor und eine Steuereinrichtung auf. Der Bedienhebel ist von einer Hand eines
Bedieners betätigbar. Mit dem Bedienhebel ist die mindestens eine Zustandsgröße des
Nutzfahrzeugs einstellbar. Mit der Stelleinrichtung bzw. einem Aktuator ist der mindestens
eine Bedienhebel mit einer Kraft beaufschlagbar. Mit dem mindestens einen Sensor ist
eine Größe, die eine Zustandsgröße des Nutzfahrzeugs repräsentiert, detektierbar und
der Steuereinrichtung übermittelbar. Mit der Steuereinrichtung ist eine Zustandsgröße
des aktuellen Betriebszustands des Nutzfahrzeugs ermittelbar. Mit der Steuereinrichtung
ist in Abhängigkeit des aktuellen Betriebszustands des Nutzfahrzeugs die Stelleinrichtung
derart ansteuerbar, dass der mindestens eine Bedienhebel mit einer veränderten vorgebbaren
Kraft beaufschlagbar ist, um hierdurch dem Bediener einen unsicheren Betriebszustand
des Nutzfahrzeugs oder einen unsicheren Betriebszustand mindestens einer Arbeitsfunktion
wahrnehmbar zu machen. Bei der veränderten Kraft kann es sich beispielsweise um eine
konstante oder um eine veränderliche Kraft handeln.
[0009] Erfindungsgemäß ist zunächst erkannt worden, dass eine Bedienung des Nutzfahrzeugs
insbesondere dann vereinfacht und optimiert werden kann, wenn dem Bediener nicht lediglich
durch visuelle Anzeigeinstrumente ein unsicherer oder nicht optimaler Betriebszustand
angezeigt wird. Üblicherweise weist das Nutzfahrzeug ein Drehzahlmessinstrument zur
Anzeige der Drehzahl des Verbrennungsmotors auf. Sofern der Verbrennungsmotor dauerhaft
mit einer erhöhten Drehzahl betrieben wird, die über der für den Dauerbetrieb maximal
zulässigen Drehzahl liegt, erfolgt bei einem herkömmlichen Nutzfahrzeug darüber hinaus
keine weitere Anzeige, von einer erhöhten Lärmentwicklung des Verbrennungsmotors abgesehen,
welche bei einer relativ gut schallisolierten Kabine des Nutzfahrzeugs auch akustisch
nicht in allen Fällen wahrgenommen werden kann. Dies kann zu einem Motorschaden führen
und daher einen längeren Ausfall des Nutzfahrzeugs und somit hohe Kosten zur Folge
haben. In erfindungsgemäßer Weise ist daher vorgesehen, dass dem Bediener gegebenenfalls
über eine akustische und/oder optische Warneinrichtung hinaus in taktiler Weise ein
solcher Betriebszustand des Nutzfahrzeugs zur Kenntnis gebracht wird. Dies ist insbesondere
dann vorteilhaft, wenn der Bediener situationsbedingt in irgendeiner Weise unmittelbar
reagieren muss, um beispielsweise eine Überlastung einer Komponente des Nutzfahrzeugs
oder einen Unfall des Nutzfahrzeugs noch rechtzeitig verhindern zu können.
[0010] Die Steuereinrichtung kann anhand des Signals des Sensors berechnen, in welche Richtung
bzw. Stellung der Bedienhebel zu bewegen wäre, um den gewünschten Zweck zu erreichen.
Im Allgemeinen ist der Trend der Effekte bekannt, der bei der Verstellung einer Zustandsgröße
hervorgerufen wird. Es wird die Stellung und/oder Verstellrichtung des Bedienhebels
bestimmt, die einen sicheren Betriebszustand zur Folge hätte. Die Stelleinrichtung
wird entsprechend des Ergebnisses eines Vergleichs zwischen der berechneten, günstigen
Bewegungsrichtung und/oder Stellung und der aktuellen Bewegungsrichtung und/oder Stellung
des Bedienhebels angesteuert.
[0011] Der Steuereinrichtung wird vorzugsweise weiterhin eine Information über die - mittels
eines Bedienhebelpositionssensors erfasste - Stellung des Bedienhebels zugeführt,
welche bei der Berechnung der wünschenswerten bzw. nicht wünschenswerten Verstellrichtung
bzw. Stellung des Bedienhebels berücksichtigt werden kann. In einigen Anwendungsfällen
ist aber die Berücksichtigung der Stellung des Bedienhebels nicht erforderlich. Denkbar
ist auch, dass die Steuereinrichtung eine Information über die Stellung des Bedienhebels
und/oder über dessen Bewegungsrichtung aus dem Signal des Sensors bzw. aus dessen
Änderung ableitet.
[0012] Die Stelleinrichtung kann grundsätzlich auf zwei verschiedene Arten betrieben werden.
Einerseits kann diese einen Verstellwiderstand bzw. eine Amplitude und/oder Frequenz
der mechanischen Anregung des Bedienhebels erzeugen, der bzw. die proportional zur
Differenz zwischen der derzeitigen Position des Bedienhebels und einer berechneten,
optimalen Position des Bedienhebels ist, oder auf eine andere Weise stetig und vorzugsweise
monoton wachsend von dieser Differenz abhängt. Ist der Bedienhebel also besonders
ungünstig eingestellt, ist es sehr schwer, ihn in eine noch ungünstigere Stellung
zu verbringen, bzw. er vibriert recht stark und/oder schnell. In die entgegengesetzte
Richtung kann er aber leicht bewegt werden, bzw. die Schwingungen lassen nach oder
verschwinden. Andererseits besteht die Möglichkeit, dass die Stelleinrichtung erst
dann wirksam ist, wenn die genannte Differenz einen bestimmten Schwellwert überschreitet.
Dabei kann die Stelleinrichtung einen stufenartig ansteigenden Verstellwiderstand
bewirken bzw. sich die Amplitude und/oder Frequenz der mechanischen Anregung in Stufen
ändern lassen. Der Verstellwiderstand bzw. die Amplitude und/oder Frequenz der mechanischen
Anregung des Bedienhebels steigt in dieser Ausführungsform somit in mindestens einer
Stufe an. Ein Vorteil liegt in der leichteren technischen Realisation, da die Stelleinrichtung
im einfachsten Fall nur ein- und ausschaltbar zu gestalten ist.
[0013] Mit der Steuereinrichtung kann in Abhängigkeit des aktuell vorliegenden Betriebszustands
des Nutzfahrzeugs die Stelleinrichtung auch derart ansteuerbar sein, dass der mindestens
eine Bedienhebel mit einer veränderten vorgebbaren Kraft beaufschlagbar ist, um hierdurch
dem Bediener einen nicht optimalen Betriebszustand des Nutzfahrzeugs oder einen nicht
optimalen Betriebszustand mindestens einer Arbeitsfunktion wahrnehmbar zu machen.
[0014] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung wird durch das Beaufschlagen
des Bedienhebels mit der einen vorgebbaren veränderten Kraft die Bedienungscharakteristik
des Bedienhebels veränderbar ausgestaltet. So kann beispielsweise der Bedienhebel
mit einer Kraft derart beaufschlagt werden, dass dieser insgesamt nur unter erhöhter
Kraftaufwendung von dem Bediener bedient werden kann. Mit anderen Worten wird im Rahmen
dieser Ausgestaltung die Kraft, mit welcher der Bedienhebel durch die Stelleinrichtung
bei einem normalen Betriebszustand des Nutzfahrzeugs beaufschlagt wird, um einen konstanten
Wert (Offset) erhöht, wenn kein optimaler oder sicherer Betriebszustand des Nutzfahrzeugs
vorliegt.
[0015] Der Bedienhebel kann beispielsweise in Form eines Handgashebels ausgebildet sein,
mit welchem die Motordrehzahl des Verbrennungsmotors des Nutzfahrzeugs oder die Geschwindigkeit
des Nutzfahrzeugs einstellbar ist. Es ist auch denkbar, den Bedienhebel in Form eines
Hydraulikansteuerhebels auszubilden. In diesem Fall wird mit dem Hydraulikansteuerhebel
eine hydraulische Funktion bzw. Arbeitsfunktion eingestellt bzw. bedient. Eine solche
Arbeitsfunktion kann die Höhenverstellung eines Dreipunkt-Geräteanbaus eines Traktors
sein. Dies ist ein Beispiel einer Arbeitsfunktion des Nutzfahrzeugs, bei welchem die
beiden Hubzylinder des Dreipunkt-Geräteanbaus entsprechend der Betätigung des Bedienhebels
angesteuert werden. Ein weiteres Beispiel kann die Ansteuerung entsprechender Hydraulikzylinder
eines Laders eines Laderfahrzeugs oder eines optional an einen Traktor adaptierbaren
Laderanbaus sein, bei welchem die Hydraulikzylinder des Laders in Abhängigkeit der
Betätigung des Bedienhebels angesteuert werden. Weiterhin ist es denkbar, den Bedienhebel
in Form eines Getriebeschalthebels auszubilden. Mit einem solchen Getriebeschalthebel
wird ein Schaltzustand eines Getriebes eingestellt.
[0016] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist der Bedienhebel in Form eines Joysticks
ausgebildet. Mit dem Joystick kann eine Arbeitsfunktion oder eine Zustandsgröße des
Nutzfahrzeugs angesteuert werden. Ein Beispiel für eine Arbeitsfunktion des Nutzfahrzeugs
kann die oben bereits erwähnte Ansteuerung des Dreipunkt-Geräteanbaus eines Traktors
sein. Weiterhin kann mit dem Joystick eine Arbeitsfunktion oder eine Zustandsgröße
eines an das Nutzfahrzeug adaptierten Arbeitsgeräts einstellbar sein. Ein Beispiel
für ein an das Nutzfahrzeug adaptiertes Arbeitsgerät kann der ebenfalls oben bereits
erwähnte optionale Laderanbau oder ein Mähwerk an einem Traktor sein.
[0017] Besonders bevorzugt ist mit dem Joystick ein Lader und/oder ein Laderwerkzeug ansteuerbar.
Hierbei kann die auf den Joystick wirkende Kraft abhängig von der Hubhöhe des Laders
oder des Laderwerkzeugs sein. Es kann zweckmäßig sein, dass die auf den Joystick wirkende
Kraft mit zunehmender Höhe des Laders bzw. des Laderwerkzeugs zunimmt. Hierfür sprechen
insbesondere Sicherheitsaspekte in Zusammenhang mit einem ausballastierten Fahrzeug
bei einem angehobenen Laderwerkzeug. Dies ist insbesondere für Teleskoplader relevant,
da zusätzlich zu der Hubhöhe und dem Kippwinkel des Laderwerkzeugs auch noch der Laderarm
bzw. Ausleger in der Länge verändert werden kann, z.B. durch Ausfahren oder Einfahren.
Hierdurch besteht in zunehmendem Maß die Gefahr eines nicht ausbalancierten Zustands
des Teleskopladers. Für Kräne gilt dies in vergleichbarer Weise.
[0018] Bevorzugt ist mindestens ein - vorzugsweise ein unterer und/oder ein oberer - Höhenwert
des Laders/Laderwerkzeugs vorgebbar, bei welchem eine vorgebbare maximale Kraft auf
den Joystick wirkt. Hierdurch wird dem Bediener signalisiert, dass sich das Laderwerkzeug
der maximalen oder minimalen Höhe annähert bzw. diese erreicht ist. Der mindestens
eine Höhenwert kann von einem Bediener abspeicherbar und/oder veränderbar sein, so
dass der Bediener die Bedienvorrichtung in Abhängigkeit von der konkret vorliegenden
Aufgabenstellung konfigurieren kann.
[0019] Zusätzlich oder alternativ ist mindestens ein - vorzugsweise ein unterer und/oder
ein oberer - Kippwinkelwert des Laderwerkzeugs vorgebbar, bei welchem eine vorgebbare
maximale Kraft auf den Joystick wirkt. Der mindestens eine Kippwinkelwert kann ebenfalls
von einem Bediener abspeicherbar und/oder veränderbar sein.
[0020] Es ist auch denkbar, den Bedienhebel in Form eines Tastschalters oder Umschalters
auszubilden. Mit einem solchen Tastschalter bzw. Umschalter kann ebenfalls eine Arbeitsfunktion
oder eine Zustandsgröße des Nutzfahrzeugs oder eine Arbeitsfunktion oder eine Zustandsgröße
eines an das Nutzfahrzeug adaptierten Arbeitsgeräts angesteuert werden. Im Falle eines
Tastschalters kann die durch den Tastschalter angesteuerte Funktion aktiviert oder
deaktiviert (z.B. mechanischer Vorderradantrieb ein/aus, Zapfwelle ein/aus). Im Falle
eines Umschalters kann die durch den Umschalter angesteuerte Funktion zwischen mindestens
zwei unterschiedlichen Zuständen umgeschaltet werden (Reversierer des Getriebes vorwärts/rückwärts).
[0021] Mit dem mindestens einen Sensor wird eine Größe detektiert, welche eine Zustandsgröße
des Nutzfahrzeugs repräsentiert. Eine Zustandsgröße des Nutzfahrzeugs kann beispielsweise
die Geschwindigkeit, die Beschleunigung, die Fahrtrichtung, der aktuell eingestellte
Lenkwinkel, die Abweichung von einer vorgegebenen Fahrtrichtung, die räumliche Position
des Nutzfahrzeugs, die Gierbewegung oder das Giermoment, die Bestimmung eines Hindernisses,
die Drehzahl einer Motor- oder Getriebewelle, die Drehzahl mindestens eines Rads,
des von einer Welle übertragenen Drehmoments, das von einem Antriebsaggregat abgegebene
Drehmoment, die Leistung oder die Auslastung eines Antriebsaggregats, der Energieverbrauch
oder der Kraftstoffverbrauch eines Verbrauchers, der Schlupf des Nutzfahrzeugs über
dem Untergrund, eine Achslast, der Druck oder der Volumenstrom oder die Volumenstromänderung
einer Hydraulikflüssigkeit, der Ausfahrweg eines Zylinders, der Fahrzustand, die Triebkraft
des Nutzfahrzeugs und/oder die auf das Nutzfahrzeug wirkende Kraft eines Anhängers
und/oder eines Arbeitsgeräts sein. Eine auf das Nutzfahrzeug wirkende Kraft kann insbesondere
eine Zugkraft, eine Querkraft und/oder eine Stützkraft sein. Dementsprechend kann
mindestens ein Sensor vorgesehen sein, mit welchem eine Größe detektierbar ist, welche
die Ermittlung der Geschwindigkeit, der Beschleunigung, der Fahrtrichtung, des aktuell
eingestellten Lenkwinkels, der Abweichung von einer vorgegebenen Fahrtrichtung, der
räumlichen Position des Nutzfahrzeugs (relativ zu einem Bezugssystem), die Gierbewegung
oder das Giermoment und/oder die Bestimmung eines Hindernisses ermöglicht. Mit dem
mindestens einen Sensor kann auch eine Größe detektierbar sein, welche die Ermittlung
der Drehzahl einer Motor- oder Getriebewelle, der Drehzahl mindestens eines Rads,
des von einer Welle übertragenen Drehmoments, des von einem Antriebsaggregat abgegebenen
Drehmoments, der Leistung oder der Auslastung eines Antriebsaggregats, des Energieverbrauchs
oder des Kraftstoffverbrauchs eines Verbrauchers, des Schlupfs des Nutzfahrzeugs über
dem Untergrund, einer Achslast, des Drucks oder des Volumenstroms oder einer Volumenstromänderung
einer Hydraulikflüssigkeit, des Ausfahrwegs eines Zylinders, der auf das Nutzfahrzeug
wirkenden Zugkraft eines Anhängers und/oder eines Arbeitsgeräts, insbesondere einer
Zugkraft, einer Querkraft und/oder einer Stützkraft, des Fahrzustands und/oder der
Triebkraft des Nutzfahrzeugs ermöglicht. Üblicherweise wird der Sensor derart ausgestaltet
sein, dass dieser eine entsprechende Größe detektiert bzw. erfasst. Sodann wird ein
von der detektierten Größe abhängiges (elektrisches) Signal erzeugt, welches der Steuereinrichtung
übermittelt wird. Mit der Steuereinrichtung kann dann in Abhängigkeit des aktuellen
Betriebszustands des Fahrzeugs ein Signal bzw. eine Signalfolge erzeugt werden, um
hiermit die mindestens eine Stelleinrichtung entsprechend anzusteuern.
[0022] Im Konkreten weist die Stelleinrichtung mindestens einen Aktuator auf. Der Aktuator
kann elektrisch, pneumatisch oder hydraulisch betätigbar sein. Somit kann der Aktuator
in Abhängigkeit seiner Betätigung den Bedienhebel mit einer veränderlichen bzw. variablen
Kraft beaufschlagen. Die Stelleinrichtung kann des Weiteren einen weiteren Aktuator
aufweisen, welcher beispielsweise in Form einer Feder ausgebildet ist und den Bedienhebel
mit einer konstanten Kraft bzw. mit einer konstanten Kraftkennlinie beaufschlagt.
[0023] Ein optimaler Betriebszustand des Nutzfahrzeugs liegt insbesondere dann vor, wenn
das Nutzfahrzeug einen minimierten Kraftstoffverbrauch aufweist und/oder wenn die
Fahrgeschwindigkeit oder der Wirkungsgrad des Nutzfahrzeugs bzw. einzelne Komponenten
davon optimal an den aktuellen Betriebszustand des Nutzfahrzeugs angepasst sind. Mit
anderen Worten werden einzelne Komponenten bzw. das gesamte Nutzfahrzeug derart eingestellt,
dass deren bzw. dessen Wirkungsgrad für den aktuellen Betriebszustand des Nutzfahrzeugs
optimiert bzw. daran angepasst ist. Ein aktueller Betriebszustand kann beispielsweise
das Pflügen mit einem Traktor sein, an welchem ein Pflug adaptiert ist. In einem weiteren
Schritt kann ein anderer aktueller Betriebszustand das Einsähen von Pflanzensamen
betreffen, wenn an dem Traktor eine Sämaschine adaptiert ist. Ein optimaler Betriebszustand
wird auch für den Fall angestrebt, in welchem das mit dem Nutzfahrzeug und gegebenenfalls
mit einem an dem Nutzfahrzeug adaptierten Arbeitsgerät bearbeitete bzw. verarbeitete
Gut einen optimalen Durchsatz oder Umsatz aufweist. Ein Beispiel hierfür kann ein
Traktor mit einer an den Traktor adaptierten Rundballenpresse darstellen. In einem
optimalen Betriebszustand wird die Rundballenpresse derart betrieben, dass das mit
der Rundballenpresse aufgenommene Heu mit einer maximalen Fördergeschwindigkeit (maximaler
Durchsatz) aufgenommen wird, ohne eine Verstopfung zu verursachen.
[0024] Ein sicherer Betriebszustand des Nutzfahrzeugs liegt insbesondere dann vor, wenn
die Motorauslastung, die Neigung des Nutzfahrzeugs gegenüber der Waagrechten, das
Giermoment, die Ballastierung des Nutzfahrzeugs mit einem gegebenenfalls daran adaptierten
Arbeitsgerät, die im Antriebsstrang vorherrschende Drehmomentbelastung bzw. die im
Antriebsstrang vorliegende Drehzahl rotierender Bauteile und/oder die Geschwindigkeit
des Nutzfahrzeugs (auch bei Kurvenfahrt) einen entsprechenden vorgebbaren Grenzwert
nicht überschreitet. Weitere sicherheitsrelevante Parameter sind beispielsweise auch
die eingangs erwähnte Motoröltemperatur, die Temperatur der Kühlmittelflüssigkeit
des Verbrennungsmotors des Nutzfahrzeugs oder der Druck einer hydraulischen Bremsanlage.
Dementsprechend liegt ein sicherer Betriebszustand des Nutzfahrzeugs dann vor, wenn
die entsprechenden vorgebbaren Grenzwerte nicht über- bzw. unterschritten werden.
Ein sicherer Betriebszustand des Nutzfahrzeugs liegt auch dann vor, wenn sich kein
Hindernis im Fahrbereich oder Wirkungsbereich des Nutzfahrzeugs befindet. Mit anderen
Worten liegt ein unsicherer Betriebszustand dann vor, wenn die entsprechenden vorgebbaren
Grenzwerte über- bzw. unterschritten werden und/oder wenn sich ein Hindernis im Fahrbereich
oder Wirkungsbereich des Nutzfahrzeugs befindet.
[0025] Insbesondere bei Zustandsgrößen, welche an dem Nutzfahrzeug vom Bediener nicht unmittelbar
bemerkt werden können, ist die erfindungsgemäße Bedienvorrichtung für eine sichere
Bedienung des Nutzfahrzeugs hilfreich. Dies kann vor allem bei am Nutzfahrzeug angehängten
Anhängern (z.B. eine Spritze mit einem ausgefahrenen Spritzgestänge) relevant sein,
welche beispielsweise aufgrund von Bodenunebenheiten Roll- und/oder Gierbewegungen
ausführen und hierbei das Gespann bestehend aus Nutzfahrzeug und Anhänger in einen
gefährlichen Gesamtzustand bringen können. Der (die Fahrzeuggeschwindigkeit einstellende)
Bedienhebel kann in einem solchen Fall derart mit einer Kraft beaufschlagt werden,
dass der Bediener zu einer Auslenkung des Bedienhebels zu einer geringeren Geschwindigkeit
des Gespanns angeleitet wird.
[0026] Die Stelleinrichtung kann von der Steuereinrichtung derart angesteuert werden, dass
die Stelleinrichtung den Bedienhebel mit einer im Wesentlichen konstanten Kraft beaufschlagt.
Eine solche Vorgehensweise kann sich insbesondere auf den Zustand des Bedienhebels
beziehen, in welchem sich dieser in der Neutralstellung befindet und nicht von einem
Bediener betätigt wird.
[0027] Zusätzlich oder alternativ kann die Stelleinrichtung den Bedienhebel mit einem vorgebbaren
Kraftverlauf beaufschlagen. Der vorgebbare Kraftverlauf kann in Abhängigkeit des Betätigungswegs
bzw. der Auslenkung des Bedienhebels oder der anzusteuernden Zustandsgröße eine stetige
analytische Funktion aufweisen. Die analytische Funktion kann sich zeitlich verändern
und hierbei einem veränderten Betriebszustand des Nutzfahrzeugs Rechnung tragen.
[0028] Insbesondere wenn sich das Nutzfahrzeug einem unsicheren Betriebszustand nähert oder
der Bediener eine Arbeitsfunktion oder eine Fahrzeugfunktion missbraucht, kann vorgesehen
sein, dass die Stelleinrichtung den in der neutralen Position befindlichen oder in
einer beliebigen Position befindlichen Bedienhebel mit einer zeitlich veränderlichen
Kraft beaufschlagt. Dies ist insbesondere bei Betriebszuständen hilfreich, bei welchen
die jeweils vorliegende Zustandsgröße oder die jeweils vorliegende kritische Größe
nicht unmittelbar von dem Bediener wahrgenommen werden kann. Dies kann beispielsweise
das Drehmoment betreffen, welches bei einem Traktor über die Zapfwelle auf ein an
dem Traktor adaptiertes Arbeitsgerät übertragen wird und welches einen vorgebbaren
Grenzwert überschreitet. Dementsprechend kann der Bedienhebel von der Stelleinrichtung
derart mit einer zeitlich variierten Kraft beaufschlagt werden, dass der Bedienhebel
eine Art Rüttelbewegung ausführt und hierdurch den Bediener auf taktile Art und Weise
auf einen kritischen Betriebszustand aufmerksam macht.
[0029] Ganz allgemein und gemäß einer ganz besonders bevorzugten Ausführungsform wird der
Bedienhebel mit einer vorgebbaren, veränderten Kraft dann beaufschlagt, wenn ein von
dem optimalen Betriebszustand abweichender Betriebszustand vorliegt. Optimale Betriebszustände
sind insbesondere in den Fällen des Patentanspruchs 13 aufgezählt, wobei diese Aufzählung
nicht abschließend ist und dementsprechend eine Vielzahl weitere optimale Betriebszustände
vorliegen können. Ebenfalls ganz allgemein und auch gemäß einer ganz besonders bevorzugten
Ausführungsform wird der Bedienhebel mit einer vorgebbaren, veränderten Kraft dann
beaufschlagt, wenn ein von dem sicheren Betriebszustand abweichender Betriebszustand
vorliegt. Sichere Betriebszustände sind insbesondere in den Fällen des Patentanspruchs
14 aufgezählt, wobei diese Aufzählung nicht abschließend ist und dementsprechend eine
Vielzahl weitere sichere Betriebszustände vorliegen können.
[0030] Im Folgenden wird auf relativ konkrete Situationen eingegangen, bei welchen der Bedienhebel
mit einer vorgebbaren, veränderten Kraft beaufschlagt wird.
[0031] Dies ist unter anderem dann der Fall, wenn der aktuell vorliegende Betriebszustand
bzw. eine aktuell vorliegende Zustandsgröße des Nutzfahrzeugs oder einer Arbeitsfunktion
des Nutzfahrzeugs einen vorgegebenen Grenzwert über- oder unterschreitet. Hierbei
kann es sich beispielsweise um einen über einem maximalen Wert liegenden Druck einer
Hydraulikflüssigkeit handeln, mit welcher ein Hydraulikzylinder eines Laders ansteuerbar
ist, wobei der Lader an einem Traktor adaptiert sein kann. Eine solche Situation kann
beispielsweise auf eine Überlastung beim Anheben der Laderschaufel aufmerksam machen.
[0032] Der Bedienhebel kann mit einer vorgebbaren, veränderten Kraft dann beaufschlagt werden,
wenn die Drehzahl einer Welle und/oder die Drehzahl einer Welle eines Arbeitsgeräts
von einer vorgegebenen Drehzahl abweicht.
[0033] Auch kann der Bedienhebel mit einer vorgebbaren, veränderten Kraft dann beaufschlagt
werden, wenn die Geschwindigkeit des Nutzfahrzeugs von einer vorgegebenen Geschwindigkeit
abweicht. Sofern das Nutzfahrzeug eine Arbeitsfunktion ausübt, welche eine Fortbewegung
des Fahrzeugs mit einer im Wesentlichen konstanten Geschwindigkeit erfordert (z.B.
Einsähen), kann durch die Veränderung der Kraft, mit welcher der Bedienhebel beaufschlagt
wird, der Bediener auf diesen Umstand hingewiesen werden.
[0034] Bevorzugt ist vorgesehen, dass der Bedienhebel mit einer vorgebbaren, veränderlichen
Kraft beaufschlagbar ist, welche von der Beschaffenheit der Fahrbahn bzw. des Untergrunds
abhängt. Dies kann dazu genutzt werden, den "Bonanza-Effekt" zu verringern bzw. zu
vermeiden. Hierzu wird in Abhängigkeit der aktuell vorliegenden Nutzfahrzeugbewegung,
welche mit einem entsprechenden Bewegungs- und/oder Beschleunigungssensor detektiert
wird, die Kraft derart auf den Bedienhebel ausgeübt, dass ein selbstverstärkendes
Aufschwingen des Nutzfahrzeugs bzw. der Arbeitsfunktion des Nutzfahrzeugs bei einer
durch die Nutzfahrzeugbewegung hervorgerufenen Bewegung der Bedienerhand bei der Bedienung
des Bedienhebels weitgehend vermieden wird.
[0035] In einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Bedienhebel in seiner
Neutralposition durch die Stelleinrichtung zumindest in einem bestimmten Betriebszustand
des Nutzfahrzeugs mit einer vorgebbaren hohen Kraft beaufschlagbar ist. Der Bedienhebel
ist aus seiner Neutralposition mit einer entsprechend hohen Kraftaufwendung von dem
Bediener einmalig auslenkbar, um das Nutzfahrzeug und/oder eine Arbeitsfunktion des
Nutzfahrzeugs von einem gesicherten Zustand in einen Betriebszustand zu überführen.
Hiermit kann ein so genanntes Kraftschloss der durch den Bedienhebel angesteuerten
Funktion erzielt werden. Der Bediener muss zum Ansteuern der Funktion ein erstes Mal
eine relativ hohe Kraft ausüben, um die Funktion überhaupt zu aktivieren. Falls die
Funktion dann aktiviert ist, bietet es sich an, den Bedienhebel nicht mehr mit der
vorgebbaren hohen Kraft zu beaufschlagen und/oder dies erst dann wieder zu tun, wenn
der Bedienhebel für längere Zeit nicht betätigt wurde. In gleicher Weise kann eine
Anfahrquittierung des Nutzfahrzeugs oder eine Schaltquittierung für einen Getriebeschaltvorgang
realisiert werden, d.h. die vom Bediener tatsächlich gewollte Ansteuerung wird durch
das Überwinden der hohen Kraft quittiert.
[0036] Weiterhin kann vorgesehen sein, dass der Bedienhebel mit einer vorgebbaren Kraft
beaufschlagbar ist, um dem Bediener wahrnehmbar zu machen, dass eine mit dem Bedienhebel
kommandierte Änderung einer Zustandsgröße des Nutzfahrzeugs oder einer Arbeitsfunktion
mittlerweile eingestellt wurde. Gerade für den Fall, dass mit dem Bedienhebel eine
Getriebeschaltung angesteuert wird, der Bedienhebel jedoch nicht mechanisch mit der
Getriebeschaltstelle verbunden ist, weil diese beispielsweise mittels eines elektromagnetischen
Aktuators angesteuert wird, kann dies dem Bediener eine realistische Rückmeldung nach
Durchführung des Schaltvorgangs geben. Wenn nämlich der mit dem Bedienhebel neu kommandierte
Schaltzustand vom Getriebe eingelegt ist, kann ein vorgebbarer Kraftimpuls (geringer
Höhe) auf den Bedienhebel ausgeübt werden, welcher vergleichbar zu dem Kraftimpuls
ist, welcher auf einen mit der Getriebeschaltstelle mechanisch verbundenen Bedienhebel
durch den Schaltvorgang der Getriebeschaltstelle ausgeübt wird.
[0037] In vergleichbarer Weise kann der Bedienhebel mit einer vorgebbaren Kraft beaufschlagbar
sein, um dem Bediener wahrnehmbar zu machen, dass ein bestimmter Zustand eines an
das Nutzfahrzeug adaptierten Arbeitsgeräts vorliegt. Dies kann beispielsweise der
Fall sein, wenn ein Arbeitsgerät zugeschaltet wird und dieses erst nach einer Zeitverzögerung
seine Betriebsdrehzahl erreicht. Sobald diese vorliegt, kann der Bedienhebel ebenfalls
mit einem Kraftimpuls beaufschlagt werden.
[0038] Bevorzugt ist die Höhe der Kraft, mit welcher der Bedienhebel beaufschlagbar ist,
von dem Bediener individuell einstellbar. Hierdurch kann beispielsweise jeder Bediener
eine für sich individuell angepasste Bedienungscharakteristik des Bedienhebels einstellen
und gegebenenfalls abspeichern. Dies ermöglicht eine für den Bediener individuell
angepasste Einstellung der Bedienhebelcharakteristik und kann somit Fehlbedienungen
vermeiden und/oder eine individuelle ergonomische Bedienung ermöglichen.
[0039] In einer bevorzugten Ausführungsform ist dem Bedienhebel eine vorgebbare Bedienungscharakteristik
derart aufprägbar, dass der Bediener eine - gegebenenfalls von ihm einstellbare -
angestrebte Einstellung, eine Auslenkungsposition oder einen Auslenkungsbereich des
Bedienhebels wiederfinden kann. Bei einer solchen angestrebten Einstellung kann es
sich um die Arbeitstiefe am Hubwerk eines Dreipunkt-Geräteanbaus handeln, sofern mit
dem Bedienhebel die Hubwerkhöhe eingestellt wird. Wenn die Arbeitstiefe des Hubwerks
eingestellt wird, kann ein "Einrasten" des Bedienhebels vorgesehen sein, welches mit
einer entsprechenden Kraftbeaufschlagung der Stelleinrichtung auf den Bedienhebel
dargestellt werden kann. In vergleichbarer Weise kann ein einstellbarer "Anschlag"
des Bedienhebels vorgesehen sein, welcher gegebenenfalls vom Bediener vorgebbar bzw.
einstellbar ist, welcher das Auffinden einer bestimmten Aufnahme- und/oder Abladehöhe
eines Frontladers ermöglicht. Dies kann auch zum Auffinden eines bestimmten Kippwinkels
der Schaufel oder einer oberen Grenze der Aushubhöhe (wegen einer niedrigen Deckenhöhe
in Gebäuden oder einer niedrigen Durchfahrtshöhe von Toren) hilfreich sein.
[0040] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist der Bedienhebel
derart mit einer Kraft beaufschlagbar, dass ein Bediener einen ungünstigen Einstellungsbereich
eines Betriebszustands einer Arbeitsfunktion oder einer Zustandsgröße des Nutzfahrzeugs
- z.B. die Eigenfrequenz der Reifen bei bestimmten Drehzahlen - meidet. Einen ungünstigen
Einstellungsbereich kann auch die motordrehzahlabhängige Eigenfrequenz der Motoraufhängung
und/oder die Eigenfrequenz der Fahrzeugkarosserie aufweisen, und es kann daher in
vergleichbarer Weise durch entsprechende Kraftbeaufschlagung des Bedienhebels dem
Bediener signalisiert werden, diese Einstellung zu meiden.
[0041] In einer weiteren Ausführungsform ist ein Bedienhebel mit einer vorgebbaren Kraft
beaufschlagbar, welche im Wesentlichen von dem Zustand eines anderen Bedienelements
des Nutzfahrzeugs abhängig ist. Hierdurch kann z.B. eine gegenseitige Verriegelung
von mehreren Bedienelementen simuliert werden, beispielsweise eine Parksperre, die
in einem Traktor mit einem Bedienhebel aktiviert werden kann, und einem Einstellhebel
für das Getriebe dieses Traktors, welches mit einem anderen Bedienhebel ansteuerbar
ist. Hiermit kann eine mechanische Kopplung der beiden Bedienhebel, welche bislang
erforderlich war, in vorteilhafter Weise entfallen.
[0042] Es kann vorgesehen sein, dass die von der Stelleinrichtung auf den Bedienhebel ausgeübte
Kraft von dem Bediener übersteuerbar und/oder abschaltbar ist. Eine Übersteuerung
der auf den Bedienhebel ausgeübten Kraft durch den Bediener sollte im Allgemeinen
möglich sein, denn der Bediener soll nicht nur das Gefühl haben, dass er die Kontrolle
über die Bedienung des Fahrzeugs hat. Vielmehr soll aus Sicherheitsgründen das Fahrzeug
von dem Bediener auch dann bedient werden können, wenn der Bedienhebel mit einer falschen
Kraft beaufschlagt wird. Dies kann dann der Fall sein, wenn ein Sensor eine Größe
fehlerhaft detektiert oder die detektierte Größe fehlerhaft interpretiert wird, wenn
dies auch nur mit einer geringen Wahrscheinlichkeit auftritt.
[0043] Wie bereits angedeutet, kann zusätzlich zum Beaufschlagen des Bedienhebels mit einer
vorgebbaren Kraft ein visuelles und/oder akustisches Signal erzeugt werden. Dies bietet
sich insbesondere dann an, wenn ein sicherer Betriebszustand des Nutzfahrzeugs und/oder
einer Arbeitsfunktion des Nutzfahrzeugs verlassen wird. In diesem Fall kann beispielsweise
eine in dem Bedienhebel vorgesehene Lichtquelle aktiviert werden, eventuell mit zunehmender
Lichtstärke bei zunehmendem Gefährlichkeitsgrad. Zusätzlich oder alternativ kann ein
akustisches Signal in Form eines Warntons (gegebenenfalls mit zunehmender Lautstärke)
erzeugt und dem Bediener zur Kenntnis gebracht werden. Somit kann vorgesehen sein,
dass ein Bediener taktil und visuell an dem Bedienhebel sowie akustisch über einen
Lautsprecher in der Kabine vor einem Sicherheitsrisiko gewarnt werden kann, vorzugsweise
bezüglich einer Funktion, welche mit dem Bedienhebel angesteuert wird.
[0044] Das Nutzfahrzeug, welches eine erfindungsgemäße Bedienvorrichtung aufweist, kann
eine selbstfahrende Arbeitsmaschine bzw. eine Zugmaschine des Bereichs Landwirtschaft,
Bau oder Forst sein. Insbesondere kann das Nutzfahrzeug in Form eines Traktors, einer
Erntemaschine, eines Mähdreschers, eines Feldhäckslers, einer Baumaschine und/oder
einer Forstmaschine ausgebildet sein. Dementsprechend kann die von dem Bedienhebel
der Bedienvorrichtung angesteuerte Funktion eine für das jeweilige Nutzfahrzeug charakteristische
Arbeitsfunktion sein.
[0045] Die eingangs genannte Aufgabe wird hinsichtlich eines landwirtschaftlichen oder industriellen
Nutzfahrzeugs, insbesondere Traktors, durch die Merkmale des Patentanspruchs 34 gelöst.
Demgemäß weist ein solches Nutzfahrzeug eine Bedienvorrichtung nach einem der Ansprüche
1 bis 33 auf. Der auf dem vorliegenden Gebiet tätige Fachmann wird in Kenntnis einer
erfindungsgemäßen Bedienvorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 33 sowie der hierzu
gemachten Ausführungen den Gegenstand der Erfindung auf ein landwirtschaftliches oder
industrielles Nutzfahrzeug anwenden können und hierbei die besondere Eigenschaften
des jeweiligen Nutzfahrzeugs in Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Bedienvorrichtung
gemäß einem der Ansprüche 1 bis 33 berücksichtigen können. Insoweit wird zur Vermeidung
von Wiederholungen auf den vorangegangenen Teil der Beschreibung verwiesen.
[0046] In verfahrensmäßiger Hinsicht wird die eingangs genannte Aufgabe durch die Merkmale
des Patentanspruchs 35 gelöst. Demgemäß dient ein erfindungsgemäßes Verfahren zum
Ansteuern mindestens einer Zustandsgröße eines landwirtschaftlichen oder industriellen
Nutzfahrzeugs. Die mindestens eine Zustandsgröße wird mit einer Bedienvorrichtung
eingestellt. Die Bedienvorrichtung umfasst mindestens einen Bedienhebel, insbesondere
einen Joystick, eine Stelleinrichtung, mindestens einen Sensor und eine Steuereinrichtung.
Der Bedienhebel wird von einer Hand eines Bedieners betätigt. Mit dem Bedienhebel
wird die mindestens eine Zustandsgröße des Nutzfahrzeugs eingestellt. Mit der Stelleinrichtung
wird der mindestens eine Bedienhebel mit einer Kraft beaufschlagt. Mit dem mindestens
einen Sensor wird eine Größe, die eine Zustandsgröße des Nutzfahrzeugs repräsentiert,
detektiert und der Steuereinrichtung übermittelt. Mit der Steuereinrichtung wird eine
Zustandsgröße des aktuellen Betriebszustands des Nutzfahrzeugs ermittelt. Mit der
Steuereinrichtung wird in Abhängigkeit des aktuellen Betriebszustands des Nutzfahrzeugs
die Stelleinrichtung derart angesteuert, dass der mindestens eine Bedienhebel mit
einer vorgebbaren, veränderbaren Kraft beaufschlagt wird, um hierdurch dem Bediener
einen unsicheren Betriebszustand des Nutzfahrzeugs oder einen unsicheren Betriebszustand
mindestens einer Arbeitsfunktion wahrnehmbar zu machen.
[0047] Dementsprechend wird durch das erfindungsgemäße Verfahren zum Ansteuern mindestens
einer Zustandsgröße eines Nutzfahrzeugs eine verbesserte Bedienung des Nutzfahrzeugs
realisiert, wodurch beispielsweise die Einlernphase eines neuen Bedieners in die Bedienung
des Nutzfahrzeugs verkürzt werden kann und/oder die Bedienung des Nutzfahrzeugs erheblich
vereinfacht oder intuitiver gestaltet werden kann. Bevorzugt wird mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren mindestens eine Zustandsgröße mit einer Bedienvorrichtung nach einem der
Ansprüche 1 bis 35 eingestellt. Daher wird ein auf dem vorliegenden Gebiet tätiger
Fachmann in Kenntnis der erfindungsgemäßen Bedienvorrichtung gemäß einem der Ansprüche
1 bis 35 sowie der hierzu gemachten Ausführungen den Gegenstand der Erfindung auf
ein Verfahren zum Ansteuern eines bestimmten landwirtschaftlichen oder industriellen
Nutzfahrzeugs anwenden können und hierbei die besonderen Eigenschaften des jeweiligen
Nutzfahrzeugs beim Ausbilden des Ansteuerverfahrens berücksichtigen können. Insoweit
wird zur Vermeidung von Wiederholungen auf den vorangegangenen Teil der Beschreibung
verwiesen.
[0048] Es gibt nun verschiedene Möglichkeiten, die Lehre der vorliegenden Erfindung in vorteilhafter
Weise auszugestalten und weiterzubilden. Dazu wird einerseits auf die dem Patentanspruch
1 nachgeordneten Ansprüche und andererseits auf die nachfolgende Erläuterung der bevorzugten
Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnungen verwiesen. In Verbindung
mit der Erläuterung der bevorzugten Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der
Zeichnungen werden auch im Allgemeinen bevorzugte Ausgestaltungen und Weiterbildungen
der erfindungsgemäßen Lehre erläutert. In den Zeichnungen zeigen jeweils in einer
schematischen Darstellung:
- Fig. 1
- ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Bedienvorrichtung,
- Fig. 2
- ein Ausführungsbeispiel eines landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugs mit einer erfindungsgemäßen
Bedienvorrichtung,
- Fig. 3a
- ein landwirtschaftliches Nutzfahrzeug mit einem Lader, bei welchem die Laderschaufel
nicht über eine vorgebbare Höhe verbracht werden soll,
- Fig. 3b
- ein Diagramm der auf den Bedienhebel ausgeübten Kraft in Abhängigkeit der Höhe der
Laderschaufel,
- Fig. 4a
- ein landwirtschaftliches Nutzfahrzeug mit einem Lader, bei welchem die Laderschaufel
in einem vorgebbaren Höhenbereich eingesetzt werden soll,
- Fig. 4b
- ein Diagramm der auf den Bedienhebel ausgeübten Kraft in Abhängigkeit der Höhe der
Laderschaufel,
- Fig. 5a
- ein landwirtschaftliches Nutzfahrzeug mit einem Lader, bei welchem der Kippwinkel
der Laderschaufel in einem vorgebbaren Winkelbereich verbleiben soll, und
- Fig. 5b
- ein Diagramm der auf den Bedienhebel ausgeübten Kraft in Abhängigkeit des Kippwinkels
der Laderschaufel.
[0049] In den Figuren sind gleiche oder ähnliche Bauteile mit denselben Bezugszeichen gekennzeichnet.
[0050] Figur 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Bedienvorrichtung 10.
Die in Figur 1 gezeigte Bedienvorrichtung 10 weist einen Bedienhebel 12, eine Steuereinrichtung
14 und einen Sensor 16 auf. Der Bedienhebel 12 ist in Form eines Joysticks ausgebildet
und in zwei im Wesentlichen senkrecht zueinander angeordneten Richtungen 18, 20 sowie
Kombinationen daraus auslenkbar. Die in Figur 1 gezeigte Bedienvorrichtung 10 steuert
einen Frontlader eines in Figur 2 gezeigten, in Form eines Traktors ausgebildeten
landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugs an. Der Frontlader aus Figur 2 wird hydraulisch
angesteuert. Daher ist der Bedienhebel 12 letztendlich in Form eines Hydraulikansteuerhebels
ausgebildet. Dementsprechend wird bei Auslenkung des Bedienhebels 12 in Richtung 20
die Laderschaufel angehoben oder abgesenkt. Bei Betätigung des Bedienhebels in Richtung
18 wird die Laderschaufel in ihrem Winkel gegenüber der Horizontalen verkippt. Dementsprechend
wird mit dem Bedienhebel 12 eine Zustandsgröße des Nutzfahrzeugs bzw. des daran adaptierten
Frontladers eingestellt bzw. angesteuert. Die Bedienvorrichtung 10 umfasst des Weiteren
eine Stelleinrichtung 22, welche zwei Aktuatoren 24, 26 aufweist. Bei den beiden Aktuatoren
24, 26 handelt es sich um elektrisch angesteuerte Bauteile, welche nach dem Tauchspulenprinzip
arbeiten. Der eine Aktuator 24 beaufschlagt den Bedienhebel 12 mit einer Druck- oder
Zugkraft, welche im Wesentlichen in Richtung 20 gerichtet ist. Der andere Aktuator
26 beaufschlagt den Bedienhebel mit einer Druck- oder Zugkraft, welche im Wesentlichen
in Richtung 18 gerichtet ist. In den Aktuatoren 24, 26 sind nicht eingezeichnete Sensoren
vorgesehen, mit welchen die aktuelle Stellung des Bedienhebels 12 ermittelbar ist,
wobei diese der Steuereinrichtung 14 zugeleitet werden kann. Der Sensor 16 detektiert
ein Winkelsignal des Winkels zwischen der Horizontalen und dem Ausleger des Frontladers
(in Figur 1 nicht gezeigt). Aus diesem Winkelsignal kann bei entsprechender Kalibrierung
auf die aktuell vorliegende Höhe der Laderschaufel geschlossen werden. Der Sensor
16 detektiert dieses Winkelsignal und erzeugt ein elektrisches Signal, welches der
Steuereinrichtung 14 übermittelt wird. Die Steuereinrichtung 14 ermittelt anhand des
Winkelsignals die aktuelle Höhe der Laderschaufel.
[0051] Erfindungsgemäß werden mit der Steuereinrichtung 14 in Abhängigkeit des aktuell vorliegenden
Zustands des Frontladers die Stelleinrichtung 22 und somit die Aktuatoren 24, 26 derart
angesteuert, dass der Bedienhebel 12 mit einer veränderten vorgebbaren Kraft beaufschlagbar
ist. Hierdurch kann einem in Figur 1 nicht gezeigten Bediener ein nicht optimaler
oder unsicherer Betriebszustand des Nutzfahrzeugs bzw. des Traktors in Verbindung
mit dem Frontlader wahrnehmbar gemacht werden. Dementsprechend kann durch das Beaufschlagen
des Bedienhebels 12 mit einer vorgebbaren veränderten Kraft durch die Stelleinrichtung
22 die Bedienungscharakteristik des Bedienhebels 12 verändert werden.
[0052] Figur 2 zeigt ein landwirtschaftliches Nutzfahrzeug, nämlich einen Traktor 28, welcher
die erfindungsgemäße Bedienvorrichtung 10 aus Figur 1 aufweist. An dem Traktor 28
ist der Frontlader 30 adaptiert, welcher einen Ausleger 32 und eine Laderschaufel
34 aufweist. Der Ausleger 32 des Frontladers 30 kann mit dem doppeltwirkenden Hydraulikzylinder
36 angehoben bzw. abgesenkt werden.
[0053] An dem Traktor 28 bzw. dem Frontlader 30 sind mehrere Sensoren angeordnet, wobei
nicht alle Sensoren zum Ausführen der vorliegenden Erfindung erforderlich sind. So
kann mit dem Sensor 38 der Ausfahrweg der Kolbenstange des Hydraulikzylinders 36 bestimmt
werden. Mit dem Sensor 40 kann die Veränderung des Volumenstroms der Hydraulikflüssigkeit
gemessen werden, welche dem Hydraulikzylinder 36 zugeführt wird bzw. welche vom Hydraulikzylinder
36 abfließt. Mit dem Sensor 42 kann der im Kolbenraum des Hydraulikzylinders 36 vorliegende
Druck der Hydraulikflüssigkeit gemessen werden. Der Sensor 44 detektiert die Fahrzeuggeschwindigkeit
über dem Untergrund. Sensor 46 detektiert die Drehzahl des linken Vorderrads 48. Für
die anderen drei Räder sind ebenfalls Sensoren vorgesehen, welche jedoch in Figur
2 nicht gezeigt sind. Der Sensor 50 detektiert den eingestellten Lenkwinkel des Vorderrads
48. Der Sensor 52 detektiert die Beschleunigung des Traktors 28. Der Sensor 54 detektiert
die Kraft, welche ein an den Traktor 28 adaptiertes, in Figur 2 nicht gezeigtes Arbeitsgerät
auf den Traktor 28 einleitet. Mit dem Sensor 56 kann das auf den hinteren Fahrantrieb
übertragene Drehmoment detektiert werden. Weiterhin ist ein GPS-Empfänger 58 vorgesehen,
mit welchem GPS-Positionssignale empfangen werden können, aus welchen die Steuereinheit
14 die aktuelle Position des Traktors 28 ermitteln kann. Sämtliche Sensoren sind mittels
elektrischer Leitungsverbindungen mit der Steuereinheit 14 verbunden. Auch ist die
Stelleinrichtung 22 mit dem in Figur 2 nicht gezeigten Aktuator mit der Steuereinrichtung
14 verbunden. Obwohl in Figur 2 nicht gezeigt, können noch weitere Sensoren vorgesehen
sein, mit welchen weitere Größen detektierbar sind und aus welchen sich eine entsprechende
Zustandsgröße des Nutzfahrzeugs oder einer Arbeitsfunktion bzw. aus welchen sich eine
Zustandsgröße eines an das Nutzfahrzeug adaptierten Arbeitsgeräts ableiten bzw. bestimmen
lässt.
[0054] Mit den in den Figuren 3a, 4a und 5a angedeuteten Darstellungen und den dazugehörigen
Diagrammen der Figuren 3b, 4b und 5b der auf den Bedienhebel 12 jeweils ausgeübten
Kraft in Abhängigkeit der jeweils einzustellenden Größe werden lediglich einige der
Ausführungsbeispiele einer erfindungsgemäßen Bedienvorrichtung dargestellt, wobei
eine Vielzahl weiterer Ausführungsbeispiele denkbar sind, bei welchen eine erfindungsgemäße
Bedieneinrichtung zum Ansteuern mindestens einer Zustandsgröße eines landwirtschaftlichen
oder industriellen Nutzfahrzeugs zum Einsatz kommen kann.
[0055] Figur 3a zeigt einen Traktor 28 mit einem Frontlader 30. Der Frontlader 30 umfasst
einen Ausleger 32 und ein Auslegerwerkzeug, welches in Form einer Laderschaufel 34
ausgebildet ist. Der Ausleger 32 befindet sich in einer angehobenen Position. Der
für eine spezielle Anwendung vorgegebene maximale Abstand von der Laderschaufel 34
zum Untergrund 60 ist mit dem Doppelpfeil h gekennzeichnet. Dieser Abstand (die Höhe)
kann mit dem in Figur 3a nicht eingezeichneten Sensor 38 zur Bestimmung des Ausfahrwegs
des Hydraulikzylinders 36 (siehe Figur 2) sowie mit dem Kippwinkelsensor 62 zur Bestimmung
des Kippwinkels der Laderschaufel 34 bestimmt werden. Figur 3b zeigt in einer schematischen
Darstellung ein Diagramm, in welchem die auf den Bedienhebel 12 ausgeübte Kraft in
Abhängigkeit der aktuell vorliegenden Höhe der Laderschaufel 34 aufgetragen ist.
[0056] Die Auslenkung des Bedienhebels 12 bewirkt üblicherweise, dass die entsprechende
Frontlader-Arbeitsfunktion (im Sinne einer Binärlogik) ein- oder ausgeschaltet wird.
Beispielsweise wird beim Auslenken des Bedienhebels 12 nach vorne der Ausleger angehoben.
Es kann vorgesehen sein, dass in Abhängigkeit eines größeren Auslenkwinkels des Bedienhebels
12 der Ausleger 32 schneller angehoben wird, als dies bei einem kleinen Auslenkwinkel
des Bedienhebels 12 der Fall ist. Dementsprechend kann die Steuereinrichtung diese
Tatsache berücksichtigen und die Kraft in einem stärkeren Maße auf den Bedienhebel
12 ausüben, wenn der Bedienhebel 12 um einen größeren Winkel ausgelenkt wird.
[0057] Dem in dem Diagramm der Figur 3b gezeigten Kraftverlauf ist entnehmbar, dass die
von dem Aktuator 24 auf den Bedienhebel 12 ausgeübte Kraft mit zunehmender Höhe der
Laderschaufel 34 ansteigt. Der Kraftverlauf zeigt eine analytische Funktion, welche
in dem Bereich zwischen einer Höhe 0 und h stetig und monoton ansteigend ist. Bei
einer sich zu dem Wert h annähernden Höhe der Laderschaufel 34 wird durch den Aktuator
24 eine grö-ßere Kraft der Auslenkung des Bedienhebels 12 entgegengesetzt als dies
bei einer geringeren Höhe der Laderschaufel 34 der Fall ist. Dies signalisiert dem
den Bedienhebel 12 bedienenden Bediener, dass sich die Laderschaufel 34 der maximalen
Höhe h für die vorliegende Anwendung annähert. Falls der Ausleger 32 und somit die
Laderschaufel 34 über die Höhe h weiter ausgelenkt werden sollte, was von der Ausbildung
des Frontladers 30 durchaus möglich ist, wird der Bedienhebel 12 mit einer im Wesentlichen
konstanten Kraft beaufschlagt, wie das für Werte größer h in dem Diagramm aus Figur
3b gezeigt ist. Den Wert der Höhe h kann der Bediener in Abhängigkeit seiner konkreten
Anwendung verändern und entsprechend abspeichern.
[0058] In dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 4a ist der Traktor 28 mit dem Frontlader 30
aus den Figuren 2 und 3a gezeigt. Dort befindet sich der Ausleger 32 in einer mit
O gekennzeichneten oberen Position. Gestrichelt eingezeichnet kann sich der Ausleger
32 in einer mit U gekennzeichneten unteren Position befinden. Diese beiden Positionen
O und U sollen in diesem Ausführungsbeispiel die entsprechenden Höhen der geeigneten
Aufnahme- und Abladehöhe für spezielle Frontladerarbeiten kennzeichnen.
[0059] Figur 4b zeigt in einer schematischen Darstellung ein Diagramm, in welchem die auf
den Bedienhebel 12 ausgeübte Kraft in Abhängigkeit der aktuell vorliegenden Höhe der
Laderschaufel 34 aufgetragen ist. Dem in diesem Diagramm gezeigten Kraftverlauf ist
entnehmbar, dass die von dem Aktuator 24 auf den Bedienhebel 12 ausgeübte Kraft in
einem Bereich zwischen U und O stetig ist und mit zunehmender Höhe der Laderschaufel
34 monoton ansteigt. Die auf den Bedienhebel 12 ausgeübte Kraft ist in diesem Bereich
geringer als die in einem Bereich kleiner U oder größer O. Hierdurch wird dem Bediener
das Gefühl vermittelt, dass er bei einer Auslenkung, welche in einem Höhenbereich
der Laderschaufel 34 erfolgt, die zwischen den vorgegebenen Werten O oder U liegt,
den Bedienhebel 12 gegen einen Endanschlag auslenkt. Dem Bediener wird eine größere
Rückstellkraft des Bedienhebels 12 zur Wahrnehmung gebracht, wenn sich die Höhe des
Auslegers 32 dem Wert O annähert. Dem Diagramm aus Figur 4b ist ebenfalls entnehmbar,
dass, wenn die Laderschaufel 34 sich in einem Bereich außerhalb des Intervalls U bis
O befindet, eine größere Rückstellkraft auf den Bedienhebel 12 ausgeübt wird. Dementsprechend
ist es daher möglich, dass ein Bediener eine solche Maßnahme der aktiven Kraftrückkopplung
übersteuern kann und daher stets die Kontrolle über das Nutzfahrzeug bzw. das Arbeitsgerät
behält, jedoch bewusst in einen unsicheren Betriebszustand gelangen kann. Auch in
diesem Ausführungsbeispiel ist es einem Bediener möglich, andere Werte für die beiden
Positionen U und O vorzugeben und entsprechend abzuspeichern (beispielsweise mit einer
in den Figuren nicht gezeigten Tastatureingabe oder mittels einer entsprechenden Menüführung
mit Hilfe einer Anzeigeeinheit).
[0060] Figur 5a zeigt ebenfalls den Traktor 28 aus Figur 4a mit dem Frontlader 30. In Figur
5a ist angedeutet, dass die Laderschaufel 34 um einen vom Bediener für eine spezielle
Anwendung vorgegebenen Kippwinkelbereich A verkippt werden kann. Dementsprechend wird
der Bedienhebel 12 mit einer Kraft beaufschlagt, welche in dem Diagramm der Figur
5b gezeigt ist. Vergleichbar zu dem Diagramm aus Figur 4b ist bei dem Diagramm gemäß
Figur 5b die Kraft, mit welcher der Bedienhebel 12 beaufschlagt wird, wenn sich die
Laderschaufel 34 in dem Kippwinkelbereich A befindet, geringer ausgebildet, als dies
jenseits des Kippwinkelbereiches A der Fall ist. Innerhalb des Kippwinkelbereichs
A wird der Bedienhebel 12 mit einer ansteigenden Kraft beaufschlagt, wenn sich der
Kippwinkel der Laderschaufel 34 an den unteren Kippwinkel A1 oder an den oberen Kippwinkel
A2 annähert. Insoweit wird hierdurch der Bediener darauf aufmerksam gemacht, dass
die Laderschaufel 34 sich dem unteren bzw. oberen Kippwinkel A1, A2 annähert. Auch
hierdurch wird insbesondere der ungeübte Bediener bei der Bedienung des Frontladers
30 unterstützt. Es ist darüber hinaus auch möglich, den Kippwinkel der Laderschaufel
34 jenseits des unteren bzw. oberen Kippwinkels A1, A2 einzustellen. In diesem Fall
muss der Bediener mindestens eine entsprechend hohe Kraft aufwenden, mit welcher der
Bedienhebel 12 beaufschlagt wird, wenn sich der Kippwinkel der Laderschaufel 34 außerhalb
des Kippwinkelbereiches A befindet.
[0061] Die in den Figuren 3a bis 5a gezeigten Ausführungsbeispiele beziehen sich lediglich
auf die Ansteuerung eines in Form eines Joysticks ausgebildeten Bedienhebels 12, mit
welchem ein Frontlader 30 angesteuert wird. In entsprechender Weise kann eine andere
Funktion des Nutzfahrzeugs bzw. des Traktors 28 angesteuert werden, beispielsweise
der Dreipunkt-Geräteanbau, die Getriebeansteuerung oder die Handgaseinstellung. Gleiches
gilt für ein möglicherweise an das Nutzfahrzeug adaptiertes Arbeitsgerät, z.B. ein
Mähwerk oder eine Rundballenpresse.
[0062] Abschließend sei ganz besonders darauf hingewiesen, dass die voranstehend erörterten
Ausführungsbeispiele lediglich zur Beschreibung der beanspruchten Lehre dienen, diese
jedoch nicht auf die Ausführungsbeispiele einschränken.
1. Bedienvorrichtung zum Ansteuern mindestens einer Zustandsgröße eines landwirtschaftlichen
oder industriellen Nutzfahrzeugs, mit mindestens einem Bedienhebel (12), insbesondere
einem Joystick, einer Stelleinrichtung (22), mindestens einem Sensor (16) und einer
Steuereinrichtung (14), wobei der Bedienhebel (12) von einer Hand eines Bedieners
betätigbar ist, wobei mit dem Bedienhebel (12) die mindestens eine Zustandsgröße des
Nutzfahrzeugs (28) einstellbar ist, wobei mit der Stelleinrichtung (22) der mindestens
eine Bedienhebel (12) mit einer Kraft beaufschlagbar ist, wobei mit dem mindestens
einen Sensor (16) eine Größe, die eine Zustandsgröße des Nutzfahrzeugs (28) repräsentiert,
detektierbar und der Steuereinrichtung (14) übermittelbar ist, wobei mit der Steuereinrichtung
(14) eine Zustandsgröße des aktuellen Betriebszustands des Nutzfahrzeugs (28) ermittelbar
ist, wobei mit der Steuereinrichtung (14) in Abhängigkeit des aktuellen Betriebszustands
des Nutzfahrzeugs (28) die Stelleinrichtung (22) derart ansteuerbar ist, dass der
mindestens eine Bedienhebel (12) mit einer veränderten vorgebbaren Kraft beaufschlagbar
ist, um hierdurch dem Bediener einen unsicheren Betriebszustand des Nutzfahrzeugs
(28) oder einen unsicheren Betriebszustand mindestens einer Arbeitsfunktion (30) wahrnehmbar
zu machen.
2. Bedienvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass mit der Steuereinrichtung (14) in Abhängigkeit des aktuellen Betriebszustands des
Nutzfahrzeugs (28) die Stelleinrichtung (22) derart ansteuerbar ist, dass der mindestens
eine Bedienhebel (12) mit einer veränderten vorgebbaren Kraft beaufschlagbar ist,
um hierdurch dem Bediener einen nicht optimalen Betriebszustand des Nutzfahrzeugs
(28) oder einen nicht optimalen Betriebszustand mindestens einer Arbeitsfunktion (30)
wahrnehmbar zu machen.
3. Bedienvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch das Beaufschlagen des Bedienhebels (12) mit der einen vorgebbaren veränderten
Kraft die Bedienungscharakteristik des Bedienhebels (12) veränderbar ist.
4. Bedienvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Bedienhebel (12) in Form eines Handgashebels ausgebildet ist, mit welchem die
Motordrehzahl oder die Geschwindigkeit des Nutzfahrzeugs (28) einstellbar ist, und/oder
in Form eines Hydraulikansteuerhebels ausgebildet ist, mit welchem eine hydraulische
Funktion bzw. Arbeitsfunktion (30) einstellbar ist, und/oder in Form eines Getriebeschalthebels
ausgebildet ist, mit welchem ein Schaltzustand eines Getriebes einstellbar ist.
5. Bedienvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Bedienhebel (12) in Form eines Joysticks ausgebildet ist, mit welchem eine Arbeitsfunktion
(30) oder eine Zustandsgröße des Nutzfahrzeugs (28) oder eine Arbeitsfunktion oder
eine Zustandsgröße eines an das Nutzfahrzeug (28) adaptierten Arbeitsgeräts einstellbar
ist.
6. Bedienvorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass mit dem Joystick ein Lader und/oder ein Laderwerkzeug ansteuerbar ist.
7. Bedienvorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die auf den Joystick wirkende Kraft abhängig von der Hubhöhe des Laders oder des
Laderwerkzeugs ist, wobei vorzugsweise die auf den Joystick wirkende Kraft mit zunehmender
Höhe des Laders und/oder Laderwerkzeugs zunimmt.
8. Bedienvorrichtung nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens ein Höhenwert des Laders und/oder Laderwerkzeugs vorgebbar ist, bei welchem
eine vorgebbare maximale Kraft auf den Joystick wirkt, wobei vorzugsweise der mindestens
eine Höhenwert von einem Bediener abspeicherbar und/oder veränderbar ist.
9. Bedienvorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens ein Kippwinkelwert des Laderwerkzeugs vorgebbar ist, bei welchem eine
vorgebbare maximale Kraft auf den Joystick wirkt, wobei vorzugsweise der mindestens
eine Kippwinkelwert von einem Bediener abspeicherbar und/oder veränderbar ist.
10. Bedienvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Bedienhebel (12) in Form eines Tastschalters oder Umschalters ausgebildet ist,
mit welchem eine Arbeitsfunktion oder eine Zustandsgröße des Nutzfahrzeugs (28) oder
eine Arbeitsfunktion oder eine Zustandsgröße eines an das Nutzfahrzeug (28) adaptierten
Arbeitsgeräts aktivierbar, deaktivierbar und/oder umschaltbar ist.
11. Bedienvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass mit dem Sensor (16) eine Größe detektierbar ist, welche die Ermittlung der Geschwindigkeit,
der Beschleunigung, der Fahrtrichtung, des aktuell eingestellten Lenkwinkels, der
Abweichung von einer vorgegebenen Fahrtrichtung, der räumlichen Position des Nutzfahrzeugs
(12), der Gierbewegung oder des Giermoments und/oder die Bestimmung eines Hindernisses
ermöglicht.
12. Bedienvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass mit dem Sensor (16) eine Größe detektierbar ist, welche die Ermittlung der Drehzahl
einer Motor- oder Getriebewelle, der Drehzahl mindestens eines Rads (48), des von
einer Welle übertragenen Drehmoments, des von einem Antriebsaggregat abgegebenen Drehmoments,
der Leistung oder der Auslastung eines Antriebsaggregats, des Energieverbrauchs oder
des Kraftstoffverbrauchs eines Verbrauchers, des Schlupfs des Nutzfahrzeugs (28) über
dem Untergrund, einer Achslast, des Drucks oder des Volumenstroms oder der Volumenstromänderung
einer Hydraulikflüssigkeit, des Ausfahrwegs eines Zylinders (36), der auf das Nutzfahrzeug
(28) wirkenden Kraft eines Anhängers und/oder eines Arbeitsgeräts, insbesondere einer
Zugkraft, einer Querkraft und/oder einer Stützkraft, des Fahrzustands und/oder der
Triebkraft des Nutzfahrzeugs (28) ermöglicht.
13. Bedienvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein optimaler Betriebszustand dann vorliegt, wenn das Nutzfahrzeug (28) einen minimierten
Kraftstoffverbrauch aufweist und/oder wenn die Fahrgeschwindigkeit oder der Wirkungsgrad
des Nutzfahrzeugs (28) optimal an dessen aktuellen Betriebszustand angepasst ist und/oder
wenn das mit dem Nutzfahrzeug (28) und gegebenenfalls mit einem an dem Nutzfahrzeug
(28) adaptierten Arbeitsgerät bearbeitete oder verarbeitete Gut einen optimalen Durchsatz
oder Umsatz aufweist.
14. Bedienvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein sicherer Betriebszustand des Nutzfahrzeugs (28) dann vorliegt, wenn die Motorauslastung,
die Neigung des Nutzfahrzeugs (28) gegenüber der Waagrechten, die Ballastierung des
Nutzfahrzeugs (28) mit einem gegebenenfalls daran adaptierten Arbeitsgerät, die im
Antriebsstrang vorherrschende Drehmomentbelastung oder die im Antriebsstrang vorliegende
Drehzahl rotierender Bauteile und/oder die Geschwindigkeit oder das Giermoment des
Nutzfahrzeugs (28) einen entsprechenden vorgebbaren Grenzwert nicht überschreitet.
15. Bedienvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein sicherer Betriebszustand des Nutzfahrzeugs (28) dann vorliegt, wenn sich kein
Hindernis im Fahrbereich oder Wirkungsbereich des Nutzfahrzeugs (28) befindet.
16. Bedienvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 15,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Stelleinrichtung (22) den Bedienhebel (12) mit einer im Wesentlichen konstanten
Kraft beaufschlagt.
17. Bedienvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 16,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Stelleinrichtung (22) den Bedienhebel (12) mit einem vorgebbaren Kraftverlauf
beaufschlagt, wobei der Kraftverlauf in Abhängigkeit des Betätigungswegs des Bedienhebels
(12) oder der anzusteuernden Zustandsgröße eine stetige analytische und gegebenenfalls
zeitlich veränderliche Funktion aufweist.
18. Bedienvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 17,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Stelleinrichtung (22) den in der neutralen Position befindlichen oder in einer
beliebigen Position befindlichen Bedienhebel (12) mit einer zeitlich veränderlichen
Kraft beaufschlagt, insbesondere bei einem Missbrauch des Nutzfahrzeugs (28) und/oder
einer Arbeitsfunktion.
19. Bedienvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 18,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Bedienhebel (12) mit einer vorgebbaren, veränderten Kraft dann beaufschlagt wird,
wenn ein von dem optimalen Betriebszustand abweichender Betriebszustand vorliegt.
20. Bedienvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 19,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Bedienhebel (12) mit einer vorgebbaren, veränderten Kraft dann beaufschlagt wird,
wenn ein von dem sicheren Betriebszustand abweichender Betriebszustand vorliegt.
21. Bedienvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 20,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Bedienhebel (12) mit einer vorgebbaren, veränderten Kraft dann beaufschlagt wird,
wenn der aktuell vorliegende Betriebszustand oder eine aktuell vorliegende Zustandsgröße
des Nutzfahrzeug (28) oder einer Arbeitsfunktion des Nutzfahrzeugs (28) einen vorgegebenen
Grenzwert über- oder unterschreitet.
22. Bedienvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 21,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Bedienhebel (12) mit einer vorgebbaren, veränderten Kraft dann beaufschlagt wird,
wenn die Drehzahl einer Welle und/oder einer Welle eines Arbeitsgeräts von einer vorgegebenen
Drehzahl abweicht.
23. Bedienvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 22,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Bedienhebel (12) mit einer vorgebbaren, veränderten Kraft dann beaufschlagt wird,
wenn die Geschwindigkeit des Nutzfahrzeugs (28) von einer vorgegebenen Geschwindigkeit
abweicht.
24. Bedienvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 23,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Bedienhebel (12) mit einer vorgebbaren, veränderlichen Kraft beaufschlagbar ist,
welche von der Beschaffenheit der Fahrbahn oder des Untergrunds (60) abhängt.
25. Bedienvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 24,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Bedienhebel (12) in seiner Neutralposition durch die Stelleinrichtung mit einer
vorgebbaren hohen Kraft beaufschlagbar ist, wobei der Bedienhebel (12) aus seiner
Neutralposition mit einer entsprechend hohen Kraftaufwendung von dem Bediener einmalig
auslenkbar ist, um das Nutzfahrzeug (28) und/oder eine Arbeitsfunktion (30) des Nutzfahrzeugs
(28) von einem gesicherten Zustand in einen Betriebszustand zu überführen.
26. Bedienvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 25,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Bedienhebel (12) mit einer vorgebbaren Kraft beaufschlagbar ist, um dem Bediener
wahrnehmbar zu machen, dass eine mit dem Bedienhebel (12) kommandierte Änderung einer
Zustandsgröße des Nutzfahrzeugs (28) oder einer Arbeitsfunktion (30) mittlerweile
eingestellt wurde.
27. Bedienvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 26,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Bedienhebel (12) mit einer vorgebbaren Kraft beaufschlagbar ist, um dem Bediener
wahrnehmbar zu machen, dass ein bestimmter Zustand eines an das Nutzfahrzeug (28)
adaptierten Arbeitsgeräts (30) vorliegt.
28. Bedienvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 27,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Höhe der Kraft, mit welcher der Bedienhebel (12) beaufschlagbar ist, von dem
Bediener individuell einstellbar ist, wodurch jeder Bediener eine für sich individuell
angepasste Bedienungscharakteristik des Bedienhebels (12) einstellen kann.
29. Bedienvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 28,
dadurch gekennzeichnet,
dass dem Bedienhebel (12) eine vorgebbare Bedienungscharakteristik derart aufprägbar ist,
dass ein Bediener eine angestrebte Einstellung, eine Auslenkungsposition oder einen
Auslenkungsbereich des Bedienhebels (12) wiederfinden kann.
30. Bedienvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 29,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Bedienhebel (12) derart mit einer Kraft beaufschlagbar ist, dass ein Bediener
einen ungünstigen Einstellungsbereich eines Betriebszustands einer Arbeitsfunktion
(30) oder Zustandsgröße des Nutzfahrzeugs (28) meidet.
31. Bedienvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 30,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Bedienhebel (12) mit einer vorgebbaren Kraft beaufschlagbar ist, welche im Wesentlichen
von dem Zustand eines anderen Bedienelements des Nutzfahrzeugs (28) abhängig ist.
32. Bedienvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 31,
dadurch gekennzeichnet,
dass die von der Stelleinrichtung (22) auf den Bedienhebel (12) ausgeübte Kraft von dem
Bediener übersteuerbar und/oder abschaltbar ist.
33. Bedienvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 32,
dadurch gekennzeichnet,
dass zusätzlich zum Beaufschlagen des Bedienhebels (12) mit einer vorgebbaren Kraft ein
visuelles und/oder akustisches Signal erzeugbar ist.
34. Landwirtschaftliches oder industrielles Nutzfahrzeug, insbesondere Traktor, welches
eine Bedienvorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 33 aufweist.
35. Verfahren zum Ansteuern mindestens einer Zustandsgröße eines landwirtschaftlichen
oder industriellen Nutzfahrzeugs (28), wobei die mindestens eine Zustandsgröße mit
einer Bedienvorrichtung (10) eingestellt wird, wobei die Bedienvorrichtung (10) mindestens
einen Bedienhebel (12), insbesondere einen Joystick, eine Stelleinrichtung (22), mindestens
einen Sensor (16) und eine Steuereinrichtung (14) aufweist, wobei die Bedienvorrichtung
(10) vorzugsweise nach einem der Ansprüche 1 bis 33 ausgebildet ist, wobei der Bedienhebel
(12) von einer Hand eines Bedieners betätigt wird, wobei mit dem Bedienhebel (12)
die mindestens eine Zustandsgröße des Nutzfahrzeugs (28) eingestellt wird, wobei mit
der Stelleinrichtung (22) der mindestens eine Bedienhebel (12) mit einer Kraft beaufschlagt
wird, wobei mit dem mindestens einen Sensor (16) eine Größe, die eine Zustandsgröße
des Nutzfahrzeugs (28) repräsentiert, detektiert und der Steuereinrichtung (14) übermittelt
wird, wobei mit der Steuereinrichtung (14) eine Zustandsgröße des aktuellen Betriebszustands
des Nutzfahrzeugs (28) ermittelt wird, wobei mit der Steuereinrichtung (14) in Abhängigkeit
des aktuellen Betriebszustands des Nutzfahrzeugs (28) die Stelleinrichtung (22) derart
angesteuert wird, dass der mindestens eine Bedienhebel (12) mit einer vorgebbaren,
veränderbaren Kraft beaufschlagt wird, um hierdurch dem Bediener einen unsicheren
Betriebszustand des Nutzfahrzeugs (28) oder einen unsicheren Betriebszustand mindestens
einer Arbeitsfunktion (30) wahrnehmbar zu machen.