[0001] Die Erfindung betrifft einen Rastbeschlag nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Solche Rastbeschläge werden eingesetzt, um Funktionsteile, wie Lehnen oder Kopfstützen
aus einer Grundstellung in eine veränderte Stützstellung zu verschwenken. Dabei ist
der das zu verschwenkende Teil tragende Rasthebel in unterschiedliche Winkelstellungen
verschwenkbar und dort jeweils gegen ein Zurückschwenken arretierbar. Aus einer vorgeschwenkten
Gebrauchs-Endstellung heraus kann das Funktionsteil freilaufend zurückverschwenkt
werden, wozu die Arretierung außer Funktion gesetzt wird.
[0003] Ein gattungsgemäßer Rastbeschlag ist aus der
DE 83 18 928 U1 bekannt. Zur Arretierung des schwenkbaren Rasthebels ist darin ein Klinkengesperre
vorgesehen, das aus einer Außenverzahnung des Rasthebels und einer ein Sperrglied
bildenden Sperrklinke besteht, die in der Arretierstellung in eine Zahnlücke der Außenverzahnung
des Rasthebels eingreift.
[0004] Der Rasthebel und die Lasche, die üblicherweise an einem feststehenden Möbelteil
befestigt ist, zu dem die Lehne oder Kopfstütze verschwenkbar ist, sind auf einer
gemeinsamen Schwenkachse gelagert, wobei die Lasche den gebildeten Kopf des Rasthebels
überdeckt.
[0005] Grundsätzlich hat sich die Funktion dieses Rastbeschlages bewährt. Allerdings sind
einige Nachteile zu erkennen, die zum einen die Handhabung beeinträchtigen und zum
anderen die Platzierung, beispielsweise in einem Sitz- oder Liegemöbel, erschweren.
[0006] Letzteres deshalb, weil sich vor allem durch die Anordnung eines Ausklinkhebels,
mit dem die Sperrklinke aus ihrem Wirkbereich herausgedrückt wird zur Entriegelung
des Rastbeschlages und der auf den Rasthebel aufgesetzt ist, eine relativ große Bauhöhe
ergibt. Dieser hohe Aufbau verhindert naturgemäß eine geforderte, Platz sparende Unterbringung
von Funktionsbeschlägen.
[0007] Bauartbedingt ist überdies die Zahnteilung der Außenverzahnung relativ groß, da die
eingreifende Sperrklinke eine ausreichende Belastungsfähigkeit aufweisen muss, was
in diesem Fall einer gewünschten feinstufigen Verstellung entgegensteht.
[0008] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Rastbeschlag der gattungsgemäßen
Art so weiterzuentwickeln, dass er mit konstruktiv geringem Aufwand und daher kostengünstig
herstellbar ist und eine verbesserte Handhabung und Funktion sowie geringere Abmaße
aufweist.
[0009] Diese Aufgabe wird durch einen Rastbeschlag mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0010] Durch diese konstruktive Ausgestaltung des Rastbeschlages ergeben sich eine ganze
Reihe von Vorteilen gegenüber einem Rastbeschlag nach dem Stand der Technik.
[0011] So ist zunächst einmal zu erwähnen, dass durch die keilförmige Ausbildung des Sperrgliedes
eine räumlich sehr kleine Gestaltung möglich ist. Die Kraftübertragung in der Arretierstellung
des Rasthebels erfolgt über die aneinander liegenden Keilflächen des Sperrgliedes
einerseits und der Anschlagkante andererseits und nicht, wie beim Stand der Technik
über die Verzahnung.
[0012] Während der Rasthebel in Verschwenkstellung durch Einklemmen des Sperrgliedes zwischen
der Anschlagkante der Lasche und der Verzahnung des Kopfes entgegen der Verschwenkrichtung
arretiert ist, wird im weiteren Verlauf der Verschwenkung der Rasthebel über eine
letzte verschwenkte Nutzstellung hinaus entriegelt, so dass er über seinen gesamten
Schwenkbereich freilaufend zurückgeschwenkt werden kann in eine Ausgangsstellung.
[0013] Zur Entriegelung greift eine Drucknase an das Sperrglied an und bringt dies gegen
die Kraft einer Druckfeder außer Eingriff mit der Verzahnung.
[0014] Vorzugsweise ist diese Drucknase ebenfalls auf der Schwenkachse gelagert. Dabei ist
die Schwenkbewegung in eine Ausgangsstellung des Rasthebels durch einen daran angeschlossenen
Anschlagbolzen begrenzt, der in einer Kulisse der Lasche geführt ist.
[0015] Die Erfindung erlaubt eine sehr feine Teilung der Verzahnung, wodurch sich die Anzahl
der Raststellungen gegenüber dem Rastbeschlag nach dem Stand der Technik wesentlich
vergrößert, mit der Folge einer Komfortverbesserung.
[0016] Darüber hinaus zeichnet sich der neue Rastbeschlag durch seine fertigungstechnisch
äußerst einfache Realisierung aus, die zu einer sehr kostengünstigen Herstellung führt.
[0017] Auch die Abmaße des neuen Rastbeschlages sind gegenüber dem bekannten verringert,
wodurch sich ein verbesserter Einsatz in dem entsprechenden Möbel ergibt.
[0018] Weitere vorteilhafte Ausbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0019] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnungen
beschrieben.
[0020] Es zeigen:
- Figur 1
- einen erfindungsgemäßen Rastbeschlag in einer Vorderansicht
- Figur 2
- den Rastbeschlag in einer Seitenansicht
- Figur 3
- den geöffneten Rastbeschlag ebenfalls in einer Seitenansicht
- Figuren 4 und 5
- den geöffneten Rastbeschlag jeweils in einer zur Figur 3 gegenüberliegenden Seitenansicht
in jeweils unterschiedlichen Funktionsstellungen.
[0021] In den Figuren ist ein Rastbeschlag, insbesondere für verstellbare Lehnenteile eines
Sitz- oder Liegemöbels gezeigt, der eine Lasche 2 sowie einen daran über eine Schwenkachse
5 verschwenkbaren Rasthebel 1 aufweist.
[0022] Der Rasthebel 1 ist in dem der Schwenkachse 5 zugewandten Endbereich als ein kreisbogenförmiger
Kopf 3 mit einer Außenverzahnung 4 ausgebildet und in Pfeilrichtung (Figur 3), entsprechend
der Anzahl der Zähne der Außenverzahnung 4 in Raststellungen verschwenkbar.
[0023] Um den Rasthebel 1 in der jeweiligen Raststellung zu arretieren, ist ein keilförmig
ausgebildetes Sperrglied 6 vorgesehen, das einerseits mit Zähnen 7 versehen ist, die
in die Außenverzahnung 4 des Kopfes 3 eingreifen und das auf einer gegenüberliegenden
Seite an einer Anschlagkante 9 der Lasche 2 verschiebbar anliegt.
[0024] Bei einer Belastung des Rasthebels 1 entgegen der durch den Pfeil in Figur 3 gekennzeichneten
Schwenkrichtung, wird das Sperrglied 6 in den zwischen die Anschlagkante 9 und die
Verzahnung 4 gebildeten Keilspalt gezogen, so dass der Rasthebel 1 in dieser Position
arretiert ist.
[0025] Unterstützt wird diese sozusagen Einzugsbewegung des Sperrgliedes 6 durch eine Druckfeder
8, die sich einerseits an einer Außenkante des Sperrgliedes 6 und andererseits an
der Lasche 2 abstützt.
[0026] Bei einer Verschwenkung in besagter Pfeilrichtung wird das Sperrglied 6 gegen die
Kraft der Druckfeder 8 aus dem Keilspalt herausgedrückt, so dass der Rasthebel 1 gegenüber
der Lasche 2 frei verschwenken kann.
[0027] Im übrigen ist am Sperrglied 6 ein sich beidseitig erstreckender Zapfen 10 angeordnet,
der auf einer Seite in einer Führung 13 der Lasche 2 geführt ist, wodurch die Bewegung
des Sperrgliedes 6 begrenzt ist.
[0028] Auf der anderen Seite dient der Zapfen 10 dem Ausrücken des Sperrgliedes 6 aus seiner
Verkeilstellung, um den Rasthebel 1 aus einer verschwenkten Endstellung zurückzuschwenken
in eine Ausgangsposition.
[0029] Dabei korrespondiert der Zapfen 10, wie in den Figuren 4 und 5 sehr deutlich erkennbar
ist, mit einer auf der Schwenkachse 5 gelagerten Drucknase 14.
[0030] Zu deren Verdrehung im Sinne eines Drückens gegen den Zapfen 10 sind an dem Rasthebel
1, beidseitig der Drucknase 14, Druckstifte 15 befestigt, die sich gegenüberliegen.
[0031] Bei der in der Figur 4 gezeigten Stellung, in der der Rasthebel 1 gegenüber der Lasche
2 in einer abgewinkelten Raststellung verharrt, sind die Zähne 4 des Sperrgliedes
6 mit der Verzahnung 7 in Eingriff.
[0032] Entsprechend der Pfeilrichtung in Figur 4 wird der Rasthebel 1 verschwenkt, unter
jeweiliger Blockierung in den einzelnen, durch die Anzahl der Zähne vorgegebenen Rastpositionen,
bis in eine Endstellung, die etwa der in der Figur 5 entspricht.
[0033] Bei einer kurzen weiteren Verschwenkung des Rasthebels 1 wird einer der beiden Druckstifte
15, in der Figur 5 der rechte Druckstift 15, gegen die Drucknase 14 gedrückt, die
den Zapfen 10 derart verschiebt, dass das Sperrglied 6 aus seiner Eingriffsstellung
mit der Verzahnung 7 gebracht ist.
[0034] In dieser in der Figur 5 erkennbaren Stellung verbleibt die Drucknase 14 und das
Sperrglied 6 bis der Rasthebel 1 in eine Position verschwenkt wird, in der der linke
Druckstift 15 gegen die Drucknase 14 stößt, und die Drucknase 14 verschwenkt, so dass
der Zapfen 10 freiliegt und das Sperrglied 6 mittels der Druckfeder 8 in seine Eingriffsposition
mit der Verzahnung 4 gebracht wird.
[0035] Zur Begrenzung des Schwenkweges des Rasthebels 1 ist, wie in der Figur 1 erkennbar,
in der Lasche 2 eine kreisbogenförmige, konzentrische Kulisse 11 vorgesehen, in der
ein Anschlagstift 12 der Rasthebels 1 geführt ist, wobei die Länge der Kulisse 11
den Schwenkweg des Rasthebels 1 begrenzt.
[0036] Alternativ kann die Schwenkbewegung des Rasthebels 1 auch durch die Druckstifte 15
begrenzt werden, wobei der in der Figur 4 erkennbare linke Druckstift 15 in einer
Endstellung an einem Anschlag 16 der Lasche 2 zur Anlage kommt, während der rechte
Druckstift 15 in der anderen Endstellung an der Drucknase 14 anliegt, die wiederum
in ihrer Verschwenkung begrenzt ist, wie dies in der Figur 5 verdeutlicht ist. In
diesem Fall kann auf die Kulisse 11 und den Anschlagstift 12 verzichtet werden.
Bezugszeichenliste
[0037]
- 1
- Rasthebel
- 2
- Lasche
- 3
- Kopf
- 4
- Außenverzahnung
- 5
- Schwenkachse
- 6
- Sperrglied
- 7
- Zähne
- 8
- Druckfeder
- 9
- Anschlagkante
- 10
- Zapfen
- 11
- Kulisse
- 12
- Anschlagstift
- 13
- Führung
- 14
- Drucknase
- 15
- Druckstift
- 16
- Anschlag
1. Rastbeschlag, insbesondere für verstellbare Lehnenteile eines Sitz- oder Liegemöbels,
mit einem Rasthebel (1), der an einem Ende als kreisbogenförmiger Kopf (3) mit einer
Außenverzahnung (4) ausgebildet ist, die mit Zähnen (7) eines federbelasteten Sperrgliedes
(6) korrespondiert, und der mittels einer zentrisch im Kopf (3) angeordneten gemeinsamen
Schwenkachse (5) schwenkbar an einer Lasche (2) befestigt ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Sperrglied (6) keilförmig ausgebildet ist und mit seiner den Zähnen (7) abgewandten
Seite an einer Anschlagkante (9) der Lasche (2) verschiebbar anliegt.
2. Rastbeschlag nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Anschlagkante (9) und die Verzahnung (4) einen Keilspalt bilden.
3. Rastbeschlag nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich am Sperrglied (6) zwischen der die Zähne (7) aufweisenden Seite und der der
Anschlagkante (9) zugeordneten Seite eine Druckfeder (8) abstützt, die andererseits
an der Lasche (2) anliegt.
4. Rastbeschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Sperrglied (6) einen quer zur Verschieberichtung verlaufenden Zapfen (10) aufweist,
der in einer Führung (13) der Lasche (2) geführt ist.
5. Rastbeschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Rasthebel (1) einen Anschlagstift (12) aufweist, der in einer kreisbogenförmigen,
konzentrischen Kulisse (11) der Lasche (2) geführt ist.
6. Rastbeschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Schwenkachse (5) eine Drucknase (14) gelagert ist, mit der bei entsprechender
Verschwenkung das Sperrglied (6) außer Eingriff bringbar ist.
7. Rastbeschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass am Rasthebel (1) zwei sich gegenüberliegende Druckstifte (15) befestigt sind, die,
je nach Stellung des Rasthebels (1), an der einen oder anderen Seite der Drucknase
(14) anliegen.
8. Rastbeschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Drucknase (14) in Funktionsstellung an dem beidseitig über das Sperrglied (6)
vorstehenden Zapfen (10) anliegt.
9. Rastbeschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckstifte (15) Anschlagstifte bilden zur Begrenzung des Schwenkweges des Rasthebels
(1), wobei ein Druckstift (15) in Endstellung an einem Anschlag (16) der Lasche (2)
anliegt.