Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Kantenanleimaggregat zum Anleimen von Kantenmaterial an
Werkstücke, die bevorzugt zumindest abschnittsweise aus Holz, Holzwerkstoffen, Kunststoff
oder dergleichen bestehen, nach dem Oberbegriff von Anspruch 1, sowie ein Verfahren
zum Anleimen von Kantenmaterial unter Einsatz des Kantenanleimaggregats.
Stand der Technik
[0002] Im Bereich der Möbelindustrie werden plattenförmige oder sonstige Werkstücke häufig
im Bereich einer Schmalseite formatiert bzw. bearbeitet und anschließend mit einem
Kantenmaterial versehen. Hierfür kommen im Bereich der CNC-Technik spezielle Kantenanleimaggregate
zum Einsatz, die beispielsweise um das jeweilige Werkstück herumgeführt werden, um
das Kantenmaterial anzuleimen.
[0003] Ein derartiges, gattungsgemäßes Kantenanleimaggregat ist beispielsweise in der
EP 0 728 561 B1 offenbart, das sich in der Praxis bewährt hat. Allerdings werden die Anforderungen
an die geometrischen Formen der Werkstücke immer komplexer. Dabei hat sich gezeigt,
dass das aus der
EP 0 728 561 B1 bekannte Kantenanleimaggregat für solche Werkstücke nicht geeignet ist, die sogenannte
Innenecken aufweisen, da die Andrückrolle(n) des Kantenanleimaggregats nicht vollständig
in den Inneneckbereich vordringen können.
[0004] Für diese Anwendungsfälle wurden spezielle Kantenanleimaggregate entwickelt. So offenbart
beispielsweise die
EP 1 607 199 B1 ein Kantenanleimaggregat mit einem im Grundriss dreieckigen Andrückelement, das mit
seinen Dreicksspitzen in den Inneneckbereich eindringen kann. Allerdings hat sich
gezeigt, dass sich derartige Aggregate nicht für hohe Arbeitsgeschwindigkeiten eignen
und häufig Beschädigungen des Kantenmaterials verursachen.
[0005] Ferner offenbart die
DE 198 17 408 U1 ein Kantenanleimaggregat nach dem Oberbegriff von Anspruch 1.
Darstellung der Erfindung
[0006] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Kantenanleimaggregat der eingangs
genannten Art bereitzustellen, das auch bei hohen Bearbeitungsgeschwindigkeiten und
geringer Beschädigungsgefahr des Kantenmaterials die Bearbeitung von Werkstücken mit
komplexer Geometrie ermöglicht.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Kantenanleimaggregat nach Anspruch 1
gelöst. Besonders bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen
Ansprüchen angegeben.
[0008] Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, bekannte Andrückelemente nicht lediglich
zusammenzufassen, sondern in einem neuartigen Gesamtaufbau derart zu kombinieren,
dass ein einsatzgesteuerter Wechselbetrieb unterschiedlicher Andrückelemente möglich
wird. Zu diesem Zweck ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass bei einem gattungsgemäßen
Kantenanleimaggregat ferner eine Eckandrückeinrichtung angeordnet ist, die mindestens
ein Eckandrückelement besitzt, das mindestens zwei Eckandrückflächen aufweist, die
einander unter einem Winkel schneiden, wobei das mindestens eine Eckandrückelement
derart vorgesehen ist, dass es von einem an ein Werkstück anzudrückenden Kantenmaterial
getrennt werden kann, während das mindestens eine Andrückelementen an dem an ein Werkstück
anzudrückenden Kantenmaterial abrollt.
[0009] Auf diese Weise können hohen Bearbeitungsgeschwindigkeiten und eine geringe Beschädigungsgefahr
des Kantenmaterials durch das mindestens eine Andrückelement sichergestellt werden,
das dazu vorgesehen ist, an dem Kantenmaterial beim Andrücken abzurollen. Gleichzeitig
ermöglicht das mindestens eine Eckandrückelement eine saubere Anbringung des Kantenmaterials
im Bereich von Innenecken oder dergleichen. Dabei führt die Trennbarkeit des mindestens
einen Eckandrückelements von dem Kantenmaterial dazu, dass während des Andrückbetriebes
durch das mindestens eine (abrollende) Andrückelement auch bei hohen Geschwindigkeiten
keine Beschädigungen des Kantenmaterials auftreten.
[0010] Ferner hat sich gezeigt, dass das erfindungsgemäße Kantenanleimaggregat sich auch
besonders gut für sogenannte Dickkanten eignet, d. h. für Kantenmaterial, das aufgrund
seiner Dicke und/oder Steifigkeit im Eckenbereich nicht umgelenkt werden kann. Hier
ermöglicht das erfindungsgemäße Kantenanleimaggregat selbst bei Innenecken eine hochwertige
und zügige Ausbildung eines Kantenstoßes, was anhand der nachfolgenden Beschreibung
noch besser ersichtlich werden wird.
[0011] Die Trennbarkeit des mindestens einen Eckandrückelements von dem an ein Werkstück
anzudrückenden Kantenmaterial kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung auf unterschiedlichste
Art und Weise realisiert werden, beispielsweise indem das Kantenanleimaggregat als
Ganzes verdrehbar und/oder verfahrbar gelagert ist. Um jedoch einen zügigen und sicheren
Betrieb des erfindungsgemäßen Kantenanleimaggregats zu erreichen, ist gemäß einer
Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, dass das mindestens eine Eckandrückelement
in Bezug auf das mindestens eine Andrückelement verfahrbar ist. Obgleich für die Verfahrbarkeit
unterschiedlichste (geradlinige oder gekrümmte) Bewegungsrichtungen infrage kommen,
hat es sich als vorteilhaft erwiesen, dass das mindestens eine Eckandrückelement im
Wesentlichen parallel zu seinen Eckandrückflächen, und bevorzugt im Wesentlichen parallel
zu einer Rotationsachse des mindestens einen Andrückelements verfahrbar ist. Hierdurch
ergibt sich eine einfache und präzise Relativpositionierung des mindestens einen Eckandrückelements
in Bezug auf das anzudrückende Kantenmaterial, da der senkrechte Abstand des Eckandrückelements
zu dem anzudrückenden Kantenmaterial in aller Regel nicht verändert werden muss.
[0012] Um bei den oben genannten Konstruktionen eine besonders kompakte Bauweise des Kantenanleimaggregats
zu erzielen, ist gemäß einer Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, dass das mindestens
eine Eckandrückelement das mindestens eine Andrückelement zumindest abschnittsweise
umgibt.
[0013] Ferner ist gemäß einer Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, dass das Kantenanleimaggregat
(mindestens) ein Bearbeitungswerkzeug zum Bearbeiten, insbesondere spanenden Bearbeiten,
des Kantenmaterials aufweist. Hierdurch kann insbesondere im Bereich von Innenecken
ein sauberer Stoß benachbarter Kantenmaterialabschnitte realisiert werden, was anhand
der unten stehenden Beschreibung noch besser ersichtlich werden wird. Dabei ist jedoch
zu beachten, dass im Rahmen der vorliegenden Erfindung auch ohne zusätzliche Bauteile
bzw. Maßnahmen sauberer Stoß benachbarter Kantenmaterialabschnitte realisiert werden
kann, beispielsweise indem die Kantenmaterialien von vornherein auf die benötigte
Länge abgelängt werden.
[0014] Obgleich das erfindungsgemäße Kantenanleimaggregat prinzipiell fest in einem Bearbeitungszentrum
oder einer ähnlichen Bearbeitungsmaschine angeordnet sein kann, hat es sich im Hinblick
auf die Flexibilität und Variabilität einer derartigen Bearbeitungsmaschine als vorteilhaft
erwiesen, dass das Kantenanleimaggregat mindestens einen Anschlussabschnitt aufweist,
mittels dessen das Kantenanleimaggregat in eine Werkzeug- bzw. Aggregataufnahme einer
Spindeleinheit einwechselbar ist, die wiederum Teil einer Bearbeitungsvorrichtung
für Werkstücke der hier zur Rede stehenden Art ist.
[0015] Ein besonders vorteilhaftes Verfahren zum Anleimen von Kantenmaterial unter Einsatz
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung ist Gegenstand von Anspruch 6.
[0016] Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass das Kantenanleimaggregat
einen Einsatz gesteuerten Wechselbetrieb des mindestens einen Andrückelements und
des mindestens einen Eckandrückelements vollzieht, wobei das mindestens eine (abrollende)
Andrückelement eine hohe Bearbeitungsgeschwindigkeit ohne Beschädigungen des Kantenmaterials
ermöglicht, während das mindestens eine Eckandrückelement ein sauberes Anleimen von
Kantenmaterial im Bereich von Ecken ermöglicht.
[0017] Dieses Verfahren ermöglicht ferner, dass auch sogenannte Dickkanten, die nicht geknickt
bzw. mit kleinen Krümmungsradien gekrümmt werden können, im Bereich von Innen- oder
Außenecken sauber gestoßen werden können, und zwar im Rahmen eines vollständig automatisierbaren
Vorganges.
[0018] Dabei ist es im Hinblick auf einen sauberen und bündigen Stoß der aufeinander treffenden
Kantenmaterialabschnitte bevorzugt, dass das nach dem Abtrennen entstandene Ende des
an die Fläche angebrachten Kantenmaterials auf ein vorbestimmtes Maß in Bezug auf
die weitere Fläche bearbeitet wird, das bevorzugt im Wesentlichen der Dicke des Kantenmaterials
entspricht.
[0019] Weitere vorteilhafte Verfahrensschritte sind Gegenstand von Anspruch 9. Diese ermöglichen
in vollautomatisierter Weise das Anbringen eines Kantenmaterials im Bereich einer
vollständigen Innen- oder Außenecke, und zwar in qualitativ hochwertiger und optisch
ansprechender Weise.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0020]
Fig. 1 zeigt schematisch eine Seitenansicht eines Kantenanleimaggregats als bevorzugte
Ausführungsform der Erfindung;
Fig. 2 zeigt schematisch eine teilweise Perspektivansicht des in Fig. 1 gezeigten
Kantenanleimaggregats;
Fig. 3 zeigt schematisch eine teilweise geschnittene Draufsicht des in Fig. 1 gezeigten
Kantenanleimaggregats.
Ausführliche Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen
[0021] Bevorzugte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend ausführlich
unter Bezugnahme auf die begleitenden Zeichnungen beschrieben. Ein Kantenanleimaggregat
1 als bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist in Fig. 1 schematisch
in einer Seitenansicht gezeigt. Das Kantenanleimaggregat dient zum Anleimen von Kantenmaterial
2 an Werkstücke 4, bei denen es sich beispielsweise um platten- oder leistenförmige
Werkstücke handeln kann, die zumindest abschnittsweise aus Holz, Holzwerkstoffen,
Kunststoff oder dergleichen bestehen.
[0022] Das Kantenanleimaggregat 1 besitzt eine Führungs- und Fördereinrichtung 10, die eine
Mehrzahl von nicht näher gezeigten Führungs- und Förderrollen aufweist, welche das
Kantenmaterial 2 beispielsweise von einer Kantenmaterialrolle einziehen und durch
das Kantenanleimaggregat 1 hindurchführen und fördern.
[0023] Obgleich in den Figuren ebenfalls nicht näher gezeigt, besitzt das Kantenanleimaggregat
1 ferner eine Haftmittelauftragswalze, mittels der ein Haftmittel auf diejenige Fläche
des Kantenmaterials aufgebracht werden kann, die mit dem Werkstück verbunden werden
soll. Es ist jedoch zu beachten, dass anstelle einer Haftmittelauftragswalze auch
andere Haftmittelauftragsmittel vorgesehen sein können, die gegebenenfalls auch ausgelegt
sein können, das Haftmittel nicht (nur) auf das Kantenmaterial, sondern gegebenenfalls
auch auf das Werkstück aufzubringen. Darüber hinaus ist es ebenso denkbar, dass das
Kantenanleimaggregat lediglich eine Haftmittelaktivierungseinrichtung aufweist, die
ein auf dem Kantenmaterial und/oder dem Werkstück vorgesehenes Haftmittel aktiviert,
beispielsweise durch Erwärmung oder dergleichen.
[0024] Weiterhin umfasst das Kantenanleimaggregat 1 eine Andrückeinrichtung 30, die in der
vorliegenden Ausführungsform durch eine Andrückrolle 32 gebildet ist, die dazu vorgesehen
ist, an dem Kantenmaterial 2 beim Andrücken abzurollen.
[0025] Wie in Fig. 3 am besten zu erkennen ist, ist um die Andrückrolle 32 herum ein Eckandrückelement
42 angeordnet, das in der vorliegenden Ausführungsform allgemein einen etwa dreieckigen
Querschnitt besitzt und zwei Eckandrückflächen 44, 46 aufweist, die einander unter
einem Winkel schneiden. Wie in Fig. 3 ebenfalls zu erkennen ist, handelt es sich bei
den Eckandrückflächen 44, 46 nicht notwendigerweise um ebene Flächen, sondern es kann
sich auch um gekrümmte Flächen handeln, die nur teilweise mit dem anzudrückenden Kantenmaterial
in Kontakt kommen.
[0026] Dabei ist das Eckandrückelement 42 im Wesentlichen parallel zu der Rotationsachse
34 des Andrückelements 32 verfahrbar. Auf diese Weise lässt sich das Eckandrückelement
von einem an ein Werkstück 4 anzudrückenden Kantenmaterial trennen, während die Andrückrolle
32 an diesem Kantenmaterial 2 abrollt.
[0027] Ferner besitzt das Kantenanleimaggregat 1 eine Schnittstelle 20, die mit einer entsprechenden
Schnittstelle beispielsweise einer Spindeleinheit oder einer anderen Einheit einer
Bearbeitungsmaschine gekoppelt werden kann. Die Schnittstelle 20 besitzt einen Anschlussabschnitt
22, mittels dessen das Kantenanleimaggregat in eine Werkzeug- bzw. Aggregataufnahme
einer Spindeleinheit oder dergleichen einwechselbar ist. Ferner besitzt die Schnittstelle
20 beispielsweise Druckluftanschlüsse 24 und weitere Kommunikationsmittel, um beispielsweise
Daten, Energie oder dergleichen zu übertragen.
[0028] Der Betrieb des erfindunsgemäßen Kantenanleimaggregats wird nachfolgend primär unter
Bezugnahme auf Fig. 2 erläutert. Zunächst wird ein anzuleimendes Kantenmaterial 2
unter Einsatz der Führungs- und Fördereinrichtung 10 zu einer Oberfläche 4', insbesondere
Schmalfläche, eines Werkstücks 4 zugeführt und dabei mit Haftmittel versehen. Anschließend
wird ein erster Abschnitt 2' des Kantenmaterials 2 an der Fläche 4' unter Einsatz
der Andrückrolle 32 angedrückt, indem die Andrückrolle 32 an dem Kantenmaterialabschnitt
2' abrollt. In dieser Phase befindet sich das Eckandrückelement 42 in einer nicht
näher gezeigten Position, in welcher es gegenüber der in Fig. 2 gezeigten Position
nach oben verfahren ist und nicht an dem Kantenmaterialabschnitt 2' anliegt.
[0029] Sobald sich die Andrückrolle 32 einer Innenecke des Werkstücks 4 nähert, wie sie
in Fig. 2 schematisch gezeigt ist, wird das Eckandrückelement 42 heruntergefahren,
sodass es mit dem anzudrückenden Kantenmaterial 2 in Anlage kommt. Nun kann ein zweiter
Abschnitt 2'' des Kantenmaterials 2 an der Fläche 4' des Werkstücks 4 unter Einsatz
des Eckandrückelements 42 angedrückt werden, wobei es sich hier bevorzugt um einen
direkt an die Innenecke des Werkstücks 4 angrenzenden Abschnitt 2" handelt.
[0030] Sofern es sich bei dem Kantenmaterial um ein Material handelt, das im Bereich der
Innenecke nicht geknickt bzw. ausreichend umgelenkt werden kann (beispielsweise eine
sogenannte Dickkante), wird das Kantenmaterial mittels einer nicht näher gezeigten
Abtrenneinrichtung, die Teil des Kantenanleimaggregats sein kann, abgetrennt. Daraufhin
wird das nach dem Abtrennen entstandene Ende des an die Fläche 4' angebrachten Kantenmaterials
2' auf ein vorbestimmtes Maß in Bezug auf eine weitere Fläche 4" bearbeitet, wobei
das Maß bevorzugt im Wesentlichen der Dicke des Kantenmaterials 2 entspricht.
[0031] Anschließend wird durch die Führungs- und Fördereinrichtung 10 ein weiterer Kantenmaterialabschnitt
6 bereitgestellt, durch die Haftmittelauftragswalze beleimt, und ein erster Abschnitt
6' des zweiten Kantenmaterials 6 wird an der weiteren Fläche 4" des Werkstücks unter
Einsatz des Eckandrückelements 42 angedrückt. Hierbei wird der zweite Abschnitt 6'
sauber an den auf Maß bearbeiteten Kantenmaterialabschnitt 2'' angelegt. Anschließend
wird das Eckandrückelement in seiner zurückgezogenen Position (nach oben in Fig. 2)
verfahren, sodass es jedenfalls mit seinen Andrückflächen 44, 46 nicht mehr an dem
Kantenmaterial 6 anliegt. Nun wird ein zweiter Abschnitt 6" des zweiten Kantenmaterials
6 an der weiteren Fläche 4" unter Einsatz der Andrückrolle 32 angedrückt, und die
Andrückrolle 32 wird an dem Kantenmaterial 6 abrollend entlang geführt, bis der Anleimvorgang
abgeschlossen ist.
1. Kantenanleimaggregat (1) zum Anleimen von Kantenmaterial (2) an Werkstücke (4), die
bevorzugt zumindest abschnittsweise aus Holz, Holzwerkstoffen, Kunststoff oder dergleichen
bestehen, mit:
einer Führungs- und/oder Fördereinrichtung (10) zum Führen und/oder Fördern des Kantenmaterials
(2) durch das Kantenanleimaggregat (1),
mindestens einer Haftmittelauftrags- und/oder Haftmittelaktivierungseinrichtung, und
einer Andrückeinrichtung (30), die mindestens ein Andrückelement (32) aufweist, das
dazu vorgesehen ist, an dem Kantenmaterial (2) beim Andrücken abzurollen,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Kantenanleimaggregat (1) ferner eine Eckandrückeinrichtung (40) aufweist, die
mindestens ein Eckandrückelement (42) besitzt, das mindestens zwei Eckandrückflächen
(44, 46) aufweist, die einander unter einem Winkel schneiden, wobei
das mindestens eine Eckandrückelement (42) derart vorgesehen ist, dass es von einem
an ein Werkstück (4) anzudrückenden Kantenmaterial (2) getrennt werden kann, während
das mindestens eine Andrückelement (32) an dem an ein Werkstück (4) anzudrückenden
Kantenmaterial (2) abrollt.
2. Kantenanleimaggregat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Eckandrückelement (42) in Bezug auf das mindestens eine Andrückelement
(32) verfahrbar ist, und zwar bevorzugt im wesentlichen parallel zu den Eckandrückflächen
(44, 46), besonders bevorzugt im wesentlichen parallel zu einer Rotationsachse (34)
des mindestens einen Andrückelements (32).
3. Kantenanleimaggregat nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Eckandrückelement (42) das mindestens eine Andrückelement (32)
zumindest abschnittsweise umgibt.
4. Kantenanleimaggregat nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es ein Bearbeitungswerkzeug zum Bearbeiten, insbesondere spanenden Bearbeiten, des
Kantenmaterials aufweist.
5. Kantenanleimaggregat nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es mindestens einen Anschlussabschnitt (22) aufweist, mittels dessen das Kantenanleimaggregat
in eine Werkzeug- bzw. Aggregateaufnahme einer Spindeleinheit einwechselbar ist.
6. Verfahren zum Anleimen von Kantenmaterial (2) an Werkstücke (4), die bevorzugt zumindest
abschnittsweise aus Holz, Holzwerkstoffen, Kunststoff oder dergleichen bestehen, unter
Einsatz einer Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit den Schritten:
Andrücken eines ersten Abschnitts (2') eines Kantenmaterials (2) an einer Fläche (4'),
insbesondere Schmalfläche eines Werkstücks (4) unter Einsatz des mindestens einen
Andrückelements (32), während das mindestens eine Eckandrückelement (42) von dem ersten
Abschnitt (2') getrennt ist, und
Andrücken eines zweiten Abschnitts (2") des Kantenmaterials (2) an der Fläche (4')
des Werkstücks (4) unter Einsatz des mindestens einen Eckandrückelements (42), wobei
zwischen dem Kantenmaterial (2) und der Fläche (4') des Werkstücks ein Haftmittel
vorgesehen ist.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Kantenmaterial (2) anschließend im Bereich einer Ecke des Werkstücks (4) durchtrennt
wird, in welcher die Fläche (4') des Werkstücks an eine weitere Fläche (4") des Werkstücks
unter Bildung eines Winkels angrenzt.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das nach dem Abtrennen entstandene Ende des an die Fläche (4') angebrachten Kantenmaterials
(2) auf ein vorbestimmtes Maß in Bezug auf die weitere Fläche (4") bearbeitet wird,
das bevorzugt im wesentlichen der Dicke des Kantenmaterials (2) entspricht.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet, dass es folgende zusätzliche Schritte aufweist:
Bereitstellen eines zweiten Kantenmaterials (6),
Andrücken eines ersten Abschnitts (6') des zweiten Kantenmaterials (6) an der weiteren
Fläche (4") des Werkstücks unter Einsatz des mindestens einen Eckandrückelements (42),
und
Andrücken eines zweiten Abschnitts (6") des zweiten Kantenmaterials (6) an der weiteren
Fläche (4") unter Einsatz des mindestens einen Andrückelements (32), während das mindestens
eine Eckandrückelement (42) von dem zweiten Abschnitt (6") getrennt ist, wobei zwischen
dem zweiten Kantenmaterial (6) und der weiteren Fläche (4'') des Werkstücks ein Haftmittel
vorgesehen ist.
1. Edge banding assembly (1) for gluing edge material (2) to work pieces (4) which are
preferably in at least one section made of wood, derived timber products, synthetic
material or the like, having:
a guiding and/or conveying device (10) for guiding and/or conveying the edge material
(2) through the edge banding assembly (1),
at least one adhesive-applying and/or adhesive-activating device, and
a pressing device (30) which has at least one pressing element (32) which is provided
for rolling over the edge material (2) during pressing,
characterised in that
the edge banding assembly (1) further has a corner-pressing device (40) which has
at least one corner-pressing element (42) which has at least two corner-pressing surfaces
(44, 46) which intersect with each other at an angle,
the at least one corner-pressing element (42) being provided in such a way that it
can be separated from an edge material (2) to be pressed against a work piece (4),
while the at least one pressing element (32) rolls over the edge material (2) which
is to be pressed against a work piece (4).
2. Edge banding assembly according to claim 1, characterised in that the at least one corner-pressing element (42) is movable in relation to the at least
one pressing element (32), this being preferably substantially parallel to the corner-pressing
surfaces (44, 46), particularly preferably substantially parallel to an axis of rotation
(34) of the at least one pressing element (32).
3. Edge banding assembly according to claim 1 or 2, characterised in that the at least one corner-pressing element (42) in at least one section surrounds the
at least one pressing element (32).
4. Edge banding assembly according to any of the preceding claims, characterised in that it has a machining tool for machining, in particular machining with material removal,
of the edge material.
5. Edge banding assembly according to any of the preceding claims, characterised in that it has at least one connecting section (22) by means of which the edge banding assembly
can be converted to a tool or assembly holding fixture of a spindle unit.
6. Method for gluing edge material (2) to work pieces (4) which are preferably in at
least one section made of wood, derived timber products, synthetic material or the
like, using an apparatus (1) according to any of the preceding claims, with the steps
of:
pressing a first section (2') of an edge material (2) against a surface (4'), in particular
a narrow surface, of a work piece (4), using the at least one pressing element (32),
while the at least one corner-pressing element (42) is separated from the first section
(2'), and
pressing a second section (2") of the edge material (2) against the surface (4') of
the work piece (4), using the at least one corner-pressing element (42), an adhesive
being provided between the edge material (2) and the surface (4') of the work piece.
7. Method according to claim 6, characterised in that the edge material (2) is then cut through in the region of a corner of the work piece
(4) in which the surface (4') of the work piece adjoins a further surface (4") of
the work piece, forming an angle.
8. Method according to claim 7, characterised in that the end of the edge material (2) applied to the surface (4') - which end is produced
after separation - is machined to a predetermined extent in relation to the further
surface (4") which preferably corresponds substantially to the thickness of the edge
material (2).
9. Method according to claim 7 or 8,
characterised in that it has the following additional steps:
providing a second edge material (6),
pressing a first section (6') of the second edge material (6) against the further
surface (4") of the work piece, using the at least one corner-pressing element (42),
and
pressing a second section (6'') of the second edge material (6) against the further
surface (4"), using the at least one pressing element (32), while the at least one
corner-pressing element (42) is separated from the second section (6"), an adhesive
being provided between the second edge material (6) and the further surface (4") of
the work piece.
1. Dispositif d'encollage de bordure (1) pour encoller un matériau de bordure (2) sur
des pièces à oeuvrer (4) qui sont constituées de préférence au moins partiellement
en bois, en matériau à base de bois, en matière plastique ou similaire, comprenant
:
un système de guidage et/ou d'avancée (10) pour guider et/ou faire avancer le matériau
de bordure (2) à travers le dispositif d'encollage de bordure (1),
au moins un dispositif d'application et/ou d'activation d'adhésif, et
un dispositif de pressage (30), qui comprend au moins un élément de pressage (32)
prévu pour rouler contre le matériau de bordure (2) lors du pressage,
caractérisé en ce que
le dispositif d'encollage de bordure (1) comprend en outre un système de pressage
de coin (40) qui possède au moins un élément de pressage de coin (42), celui-ci présentant
aux moins deux surfaces de pressage de coin (44, 46) qui se recoupent mutuellement
sous un angle, et
ledit au moins un élément de pressage de coin (42) est prévu de telle façon qu'il
peut être séparé d'un matériau de bordure (2) qu'il s'agit de presser contre une pièce
à oeuvrer (4) pendant que ledit au moins un élément de pressage (32) roule contre
le matériau de bordure (2) qu'il s'agit de presser contre une pièce à oeuvrer (4).
2. Dispositif d'encollage de bordure selon la revendication 1, caractérisé en ce que ledit au moins un élément de pressage de coin (42) est déplaçable par rapport audit
au moins un élément de pressage (32), et ceci de préférence sensiblement parallèlement
aux surfaces de pressage de coin (44, 46), de façon particulièrement préférée sensiblement
parallèlement à un axe de rotation (34) dudit au moins un élément de pressage (32).
3. Dispositif d'encollage de bordure selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que ledit au moins un élément de pressage de coin (42) entoure au moins partiellement
ledit au moins un élément de pressage (32).
4. Dispositif d'encollage de bordure selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il comprend un outil d'usinage pour l'usinage du matériau de bordure, en particulier
l'usinage avec l'enlèvement de matière.
5. Dispositif d'encollage de bordure selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il comprend au moins un tronçon de raccordement (22) au moyen duquel le dispositif
d'encollage de bordure est monté interchangeable dans un logement à outils ou à dispositifs
d'une unité à broche.
6. Procédé pour encoller un matériau de bordure (2) sur des pièces à oeuvrer (4) qui
sont de préférence constituées au moins partiellement en bois, en matériau à base
de bois, en matière plastique ou similaire, en utilisant un dispositif (1) selon l'une
des revendications précédentes, comprenant les étapes suivantes :
pressage d'un premier tronçon (2') d'un matériau de bordure (2) sur une surface (4'),
en particulier une surface étroite d'une pièce à oeuvrer (4) en employant ledit au
moins un élément de pressage (32), tandis que ledit au moins un élément de pressage
de coin (42) est séparé du premier tronçon (2'), et
pressage d'un second tronçon (2") du matériau de bordure (2) sur la surface (4') de
la pièce à oeuvrer (4) en employant ledit au moins un élément de pressage de coin
(42), et dans lequel il est prévu un adhésif entre le matériau de bordure (2) et la
surface (4') de la pièce à oeuvrer.
7. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce que le matériau de bordure (2) est ensuite découpé dans la zone d'un coin de la pièce
à oeuvrer (4) dans lequel la surface (4') de la pièce à oeuvrer est adjacente à une
autre surface (4") de la pièce à oeuvrer en formant un angle.
8. Procédé selon la revendication 7, caractérisé en ce que l'extrémité, produite après la découpe, du matériau de bordure (2) appliqué contre
la surface (4'), est usinée à une dimension prédéterminée par rapport à l'autre surface
(4"), qui correspond de préférence sensiblement à l'épaisseur du matériau de bordure
(2).
9. Procédé selon la revendication 7 ou 8,
caractérisé en ce qu'il comprend les étapes additionnelles suivantes :
préparation d'un second matériau de bordure (6),
pressage d'un premier tronçon (6') du second matériau de bordure (6) sur l'autre surface
(4") de la pièce à oeuvrer en employant ledit au moins un élément de pressage de coin
(42), et
pressage d'un second tronçon (6") du second matériau de bordure (6) sur l'autre surface
(4") en employant ledit au moins un élément de pressage (32), tandis que ledit au
moins un élément de pressage de coin (42) est séparé du second tronçon (6"), et dans
lequel un adhésif est prévu entre le second matériau de bordure (6) et l'autre surface
(4") de la pièce à oeuvrer.