[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum automatisierten Justieren einer
Rotationskörperpressung in einer Druckmaschine, wobei eine Pressstreifenabbild-Messung
auf einem Bedruckstoff erfolgt, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Beim Einrichten einer Druckmaschine müssen deren aneinander anliegenden Walzen und
Zylinder derart justiert werden, dass die in den Walzenspalten zwischen ihnen vorhandene
Pressung das erforderliche Maß aufweist. Da von den beiden jeweils einen Walzenspalt
bildenden Rotationskörpern, d. h. Walzen oder Zylindern, in der Regel mindestens einer
eine gummielastische Umfangsfläche aufweist, wird letztere infolge der Pressung abgeplattet.
Diese Abplattung wird auch als Kontakt- oder Pressstreifen bezeichnet und hat eine
quer zur Walzenrotationsachse zu messende Breite, die sogenannte Pressstreifenbreite.
Die Pressstreifenbreite kann als Maß für die eingestellte Pressung dienen und auf
verschiedene Weise gemessen werden.
[0003] In
DE 42 11 379 A1 werden zwei Abdruckbreiten automatisch geregelt. Als Messgröße für die Regelung dient
die Farbdichte, die mit einem Densitometer online oder offline gemessen wird.
[0004] In
DE 10 2005 048 367 A1 ist ein Verfahren zur Ermittlung einer zwischen zwei Rotationskörpern gebildeten
Nipbreite beschrieben. Die Breite des Nips wird während eines Durchlaufs eines Umfangpunktes
durch den Nip ermittelt.
[0005] In
DE 102 11 870 A1 wird ein von einer Reibwalze zusammen mit einer Farbauftragwalze erzeugter Pressstreifen
mittels eines CCD-Sensors überprüft, welcher dazu auf die Farbauftragwalze gerichtet
wird. Damit ein deutlicher Abdruck des Pressstreifens auf der Farbauftragwalze erzeugt
wird, werden die aufeinander gepressten Walzen für eine bestimmte Zeitspanne im Stillstand
gehalten. Danach werden die Walzen in eine Position gedreht, in welcher der Pressstreifenabdruck
auf der Farbauftragwalze für den CCD-Sensor gut zugänglich ist.
[0006] In
DE 44 27 967 B4 wird die in einem Walzenspalt zwischen einer Farbauftragwalze und einem Druckformzylinder
erzeugte Pressstreifenbreite anhand eines Pressstreifenabbildes gemessen, welches
auf den Druckbogen übertragen worden ist. Das Ausmessen des Pressstreifenabbildes
erfolgt per optoelektronischer Abtastung. Die Messsignale des zur optoelektronischen
Abtastung verwendeten Sensors werden an eine Steuer- oder Regelvorrichtung übermittelt,
die davon ausgehend Stellsignale zum Ansteuern eines Stellantriebs generiert, welcher
die Farbauftragwalze derart justiert, dass zwischen dieser und dem Druckformzylinder
die erforderliche Pressung vorhanden ist.
[0007] Durch die Messung allein des in dem Walzenspalt zwischen der Farbauftragwalze und
dem Druckformzylinder gebildeten Pressstreifens wird der in konstruktiver und funktioneller
Hinsicht vorhandenen Komplexität moderner Walzenfarbwerke nur ungenügend Rechnung
getragen.
[0008] Deshalb liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein der Komplexität von Walzenfarbwerk
gerecht werdendes Walzenjustageverfahren anzugeben.
[0009] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Das erfindungsgemäße Verfahren zum automatisierten Justieren einer Rotationskörperpressung
in einer Druckmaschine, wobei eine Pressstreifenabbild-Messung auf einem Bedruckstoff
erfolgt, ist dadurch gekennzeichnet, dass ein Abbild eines ersten Pressstreifens,
der von einem ersten Rotationskörper zusammen mit einem zweiten Rotationskörper gebildet
wird, und ein Abbild eines zweiten Pressstreifens, der von dem zweiten Rotationskörper
zusammen mit einem dritten Rotationskörper gebildet wird, vermessen werden und dass
die Rotationskörperpressung automatisiert justiert wird. Dieses Verfahren wird der
Komplexität moderner Walzenfarbwerke gerecht, weil es eine Berücksichtigung der darin
gegebenen Wechselwirkungen ermöglicht.
[0010] In den Unteransprüchen sind vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens
genannt.
[0011] Bei einer Weiterbildung werden durch eine elektronische Steuerungseinrichtung in
Abhängigkeit von Messsignalen einer Messeinrichtung zum Messen der beiden der Abbilder
der beiden Pressstreifen ein erster Stellmotor und ein zweiter Stellmotor angesteuert,
um die Pressstreifen einzustellen. Vorzugsweise wird hierbei durch den ersten Stellmotor
im Haupteffekt oder primär der zweite Pressstreifen und im Nebeneffekt oder sekundär
der erste Pressstreifen eingestellt. Außerdem kann hierbei durch den zweiten Stellmotor
im Haupteffekt oder primär der erste Pressstreifen und im Nebeneffekt oder sekundär
der zweite Pressstreifen eingestellt werden.
[0012] Bei einer weiteren Weiterbildung werden durch die beiden Stellmotore der zweite Rotationskörper
und der dritte Rotationskörper in eine Position relativ zu dem ersten Rotationskörper
verstellt, in welcher eine gemeinsame Mittelpunktzenträle des ersten Rotationskörpers
und des zweiten Rotationskörpers und eine gemeinsame Mittelpunktzentrale des zweiten
Rotationskörpers und des dritten Rotationskörpers einen nicht-rechtwinkligen Winkel
einschließen, der größer als 0° und kleiner 180° ist.
[0013] Bei einer weiteren Weiterbildung werden ein endgültiger Zielwert der Breite des ersten
Pressstreifens und ein endgültiger Zielwert der Breite des zweiten Pressstreifens
auf Grundlage der Ausmessung nur des Abbildes des ersten Pressstreifens und des Abbildes
des zweiten Pressstreifens und keines weiteren Abbildes der beiden Pressstreifen eingestellt.
Vorzugsweise wird hierbei der endgültige Zielwert der Breite des ersten Pressstreifens
und der endgültige Zielwert der Breite des zweiten Pressstreifens durch einen einzigen
der Ausmessung der Abbilder nachfolgenden Motorlauf des ersten Stellmotors und einen
einzigen der Ausmessung der Abbilder nachfolgenden Motorlauf des zweiten Stellmotors
eingestellt.
[0014] Bei einer weiteren Weiterbildung werden als der erste Rotationskörper ein Formzylinder,
als der zweite Rotationskörper eine Farbauftragwalze und als der dritte Rotationskörper
eine Reibwalze verwendet.
[0015] Bei einer weiteren Weiterbildung werden die beiden Abbilder auf ein und demselben
Druckbogen ausgemessen.
[0016] Bei einer weiteren Weiterbildung sind die beiden Pressstreifen statische Pressstreifen,
welche bei rotativem Stillstand der Rotationskörper zwischen diesen erzeugt werden.
Weitere in konstruktiver und funktioneller Hinsicht vorteilhafte Weiterbildungen der
Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels
und der dazugehörigen Zeichnung.
[0017] In dieser zeigt:
- Figur 1
- einen Formzylinder, eine Farbauftragwalze und eine Reibwalze, zwischen denen die Pressung
eingestellt wird,
- Figur 2
- ein die geometrischen Besonderheiten der Anordnung der Rotationskörper aus Figur 1
zeigendes Schema,
- Figur 3
- ein Ablaufdiagramm für das Justieren der Pressstreifen zwischen den Rotationskörpern
und
- Figur 4
- eine Mess- und Steuerungseinrichtung zur automatisierten Durchführung des Justage-Verfahrens.
[0018] Figur 1 zeigt einen ersten Rotationskörper 1, einen zweiten Rotationskörper 2 und
einen dritten Rotationskörper 3 als Bestandteile einer Druckmaschine 4. Der erste
Rotationskörper 1 ist ein Formzylinder für den lithographischen Offsetdruck. Der zweite
Rotationskörper 2 ist eine Farbauftragwalze mit gummielastischer Umfangsfläche und
liegt im Druckbetrieb an dem ersten Rotationskörper 1 an. Der dritte Rotationskörper
3 ist eine Reibwalze, die axial changiert und mit einem koaxialen Antriebszahnrad
versehen ist, und liegt an dem zweiten Rotationskörper 2 an. Eine gemeinsame, erste
Mittelpunktzentrale 11 des ersten und zweiten Rotationskörpers 1, 2 und eine gemeinsame,
zweite Mittelpunktzentrale 12 des zweiten und dritten Rotationskörpers 2, 3 schließen
einen Winkel α ein. Der zwischen den Mittelpunktzentralen 11, 12 liegende Winkel α
ist größer als 0° und kleiner als 180°, jedoch kein rechter Winkel, sondern ein stumpfer
Winkel.
[0019] Um die Rotationsachse bzw. den Mittelpunkt 13 des dritten Rotationskörpers 3 schwenkbar
gelagert ist ein erster Hebel 21, an welchem über ein Drehgelenk 14 ein zweiter Hebel
22 befestigt ist. Über ein weiteres Drehgelenk 15 ist an dem ersten Hebel 21 ein dritter
Hebel 23 befestigt, in welchem eine Rolle 16 drehbar gelagert ist, die auf einer Steuerkurve
17 abgestützt ist. Durch Schwenken der Steuerkurve 17 um den Mittelpunkt des ersten
Rotationskörpers 1 kann der erste Hebel 21 mitsamt des zweiten und dritten Hebels
22, 23 um den Mittelpunkt 13 des dritten Rotationskörpers 3 geschwenkt werden, um
den zweiten Rotationskörper 2 an und von dem ersten Rotationskörper 1 an- und abzustellen.
[0020] An dem zweiten Hebel 22 ist ein elektrischer, erster Stellmotor 31 zum Schwenken
des zweiten Hebels 22 um das Drehgelenk 14 angeordnet. Der erste Stellmotor 31 greift
über ein Schraubengetriebe 18 an einem ersten Arm des zweiten Hebels 22 an. In einem
zweiten Arm des zweiten Hebels 22 ist der zweite Rotationskörper 2 gelagert. An dem
ersten Hebel 21 ist ein elektrischer, zweiter Stellmotor 32 befestigt, der über ein
weiteres Schraubengetriebe 19 an dem dritten Hebel 23 angreift, um letzteren mitsamt
der darin gelagerten Rolle 16 um das Drehgelenk 15 zu schwenken. Infolge dieses Schwenkens
des dritten Hebels 23 wird der erste Hebel 21 um den Mittelpunkt 13 des dritten Rotationskörpers
3 geschwenkt.
[0021] Die Betätigung des zweiten Stellmotors 32 dient dazu, die Pressung in einem gemeinsamen,
ersten Walzenspalt 41 (vgl. Figur 2) des ersten und zweiten Rotationskörpers 1, 2
einzustellen, um die vom zweiten Rotationskörper 2 auf den ersten Rotationskörper
1 übertragene Fluid- bzw. Farbmenge zu dosieren.
[0022] Die Betätigung des ersten Stellmotors 31 dient dazu, die Pressung in einem gemeinsamen,
zweiten Walzenspalt 42 (vgl. Figur 2) des zweiten und dritten Rotationskörpers 2,
3 einzustellen, um die vom dritten Rotationskörper 3 auf den zweiten Rotationskörper
2 übertragene Fluid- bzw. Farbmenge zu dosieren.
[0023] Aufgrund dessen, dass der Winkel α kein rechter Winkel ist, ist es konstruktiv bedingt
unvermeidlich, dass die Betätigung des ersten Stellantriebs 31 nicht nur die gewünschte
Justage einer Pressstreifenbreite b in dem zweiten Walzenspalt 42 bewirkt, sondern
sich als unerwünschte Nebenwirkung auch auf die Größe einer Pressstreifenbreite a
in dem ersten Walzenspalt 41 auswirkt.
[0024] Figur 2 zeigt die trigonometrischen Gegebenheiten der Lagerung der Rotationskörper
1, 2 und 3 in schematischer Darstellung. Daraus wird ersichtlich, dass die von 90°
abweichende Größe des Winkels α zwangsläufig bedingt, dass die für den zweiten Walzenspalt
42 vorgenommene Justage der Walzenbeistellung die Walzenbeistellung in dem ersten
Walzenspalt 41 beeinträchtigt.
[0025] Figur 3 zeigt ein Ablaufschema eines Verfahrens zur automatischen Walzenjustage.
Im Verfahrensschritt 51 erfolgt der Start. Hierbei wird zuerst ein Waschen des den
zweiten und dritten Rotationskörper 2, 3 umfassenden Farbwerks und des Druckwerkes,
welches neben dem ersten Rotationskörper 1 auch einen an dem ersten Rotationskörper
1 im Druckbetrieb anliegenden Gummituchzylinder umfasst, durchgeführt. Weiterhin enthält
der Verfahrensschritt 51, dass an einer Farbzonendosiereinrichtung eines Farbkastens
des Farbwerks die Dosierelemente, z. B. Dosierschieber mit Zonenschrauben, derart
eingestellt werden, dass alle Farbzonen gleich weit geöffnet sind und über die Druckbreite
in allen Farbzonen eine gleich große Farbmenge dosiert wird. Nach dieser Farbzoneneinstellung
erfolgt ein Einlauf der Druckfarbe aus dem Farbkasten in das Farbwerk, wobei bei diesem
Farbeinlauf ein dem Farbwerk beigeordnetes Feuchtwerk inaktiv ist.
[0026] Falls das Walzenjustageverfahren unmittelbar im Anschluss an einen durchgeführten
Druckauftrag durchgeführt wird, können das Waschen, das einheitliche Einstellen der
Farbzonenöffnungen und der Farbeinlauf entfallen. In diesem Fall wird lediglich das
Feuchtwerk deaktiviert, so dass es kein Feuchtmittel mehr fördert.
[0027] Unabhängig davon, ob das Justageverfahren im Anschluss an den Druckauftrag durchgeführt
wird oder zu einem anderen Zeitpunkt, werden die Farbauftragwalzen einschließlich
des zweiten Rotationskörpers 2 und eine Feuchtauftragwalze des Feuchtwerks an den
ersten Rotationskörper 1 angestellt, um die Druckfarbe aus dem Farbwerk auf den ersten
Rotationskörper 1 und die darauf befindliche Offsetdruckform zu übertragen. Diese
Farbübertragung erfolgt ohne eine Übertragung des Feuchtmittels auf die Offsetdruckform,
so dass letztere die Druckfarbe auch in den nicht-druckenden, hydrophilen Bereichen
annimmt, die sonst durch das Feuchtmittel farbfrei gehalten werden würden. Deshalb
kann bei der Verfahrensvariante, bei welcher die Walzenjustage in unmittelbarem Anschluss
an die Durchführung des Druckauftrags erfolgt, bei der Walzenjustage jene Offsetdruckform
auf dem ersten Rotationskörper 1 beibehalten werden, welche für diesen Druckauftrag
verwendet worden ist. Bei einer anderen Verfahrensvariante wird anstelle der für den
Druckauftrag verwendeten Offsetdruckform eine speziell für die Walzenjustage vorgesehene
Offsetdruckform auf den ersten Rotationskörper 1 aufgespannt. Diese spezielle Offsetdruckform
hat ein homogenes Druckbild, so dass die Deaktivierung des Feuchtwerks nicht erforderlich
ist.
[0028] Unabhängig davon, welche Offsetdruckform für die Walzenjustage verwendet wird, wird
als nächstes während eines kurzen Laufes des Druckwerks, von z. B. ca. 30 Sekunden,
wobei kein Bedruckstoff transportiert und bedruckt wird, die Druckfarbeverteilung
in dem Farbwerk und auf dem ersten Rotationskörper 1 vergleichmäßigt.
[0029] In einem Verfahrensschritt 52 wird ein statischer Kontakt- oder Pressstreifen in
dem ersten Walzenspalt 41 (vgl. Figur 2) erzeugt und in einem parallel ablaufenden
Verfahrensschritt 53 wird ein statischer Kontakt- oder Pressstreifen in dem zweiten
Walzenspalt 42 erzeugt. Dazu wird die Rotation des ersten Rotationskörpers 1 und der
an letzterem anliegenden Auftragwalzen einschließlich des zweiten Rotationskörpers
2 und die Rotation des dritten Rotationskörpers 3 in einer Drehwinkelstellung stillgesetzt,
in der die Plattenvorderkante der Offsetdruckform unmittelbar nach der in Rotationsrichtung
des ersten Rotationskörpers 1 gesehen letzten der Farbauftragwalzen steht. Durch den
Stillstand und die statische Pressung in den Walzenspalten 41, 42 wird die Druckfarbe
aus diesen Walzenspalten herausgepresst. Durch das Herauspressen der Druckfarbe entstehen
auf den Rotationskörpern 1, 2, 3 im Bereich der Walzenspalte 41, 42 Streifen mit Farbarmut.
Die Breiten dieser Streifen sind proportional zur im jeweiligen Walzenspalt 41, 42
herrschenden Walzenpressung und entsprechen im Wesentlichen den Pressstreifenbreiten
a, b (vgl. Figur 2).
[0030] Werden die Rotationskörper 1, 2, 3 danach weitergedreht, dann sind diese Pressstreifen
als helle Streifen auf den Umfangsflächen der Rotationskörper 1, 2, 3 sichtbar. Dieses
Weiterdrehen erfolgt aber nur über einen begrenzten Drehwinkel, nämlich so weit, bis
der im Walzenspalt 42 auf dem zweiten Rotationskörper 2 erzeugte Pressstreifen im
Laufe der Rotation des zweiten Rotationskörpers 2 ein einziges Mal auf dem ersten
Rotationskörper 1 abgewälzt ist. Durch dieses Abwälzen wird auf dem ersten Rotationskörper
1 ein Abbild des im zweiten Walzenspalt 42 erzeugten Pressstreifens erzeugt.
[0031] Danach werden sämtliche Auftragwalzen einschließlich des zweiten Rotationskörpers
2 vom ersten Rotationskörper abgehoben und werden danach in einem Verfahrensschritt
54 in der Druckmaschine 4 ca. 5 bis 10 Druckbogen bedruckt. Bei dem Druckvorgang wird
der auf dem ersten Rotationskörper 1 im Walzenspalt 41 erzeugte Pressstreifen und
das auf den ersten Rotationskörper 1 übertragene Abbild des im zweiten Walzenspalt
42 erzeugten Pressstreifens vom ersten Rotationskörper 1 auf den daran anliegenden
Gummituchzylinder übertragen und werden vom Gummituchzylinder diese beiden Abbilder
auf den bogenförmigen Bedruckstoff 25 (vgl. Figur 4) übertragen.
[0032] In einem darauffolgenden Verfahrensschritt 55 wird die Breite der auf die Druckbogen
übertragenen Pressstreifen ermittelt. Dazu wird aus den bedruckten 5 bis 10 Druckbogen
derjenige ausgewählt, auf welchem die beiden Pressstreifen am besten erkennbar sind.
[0033] Zur Messung der Breiten der Abbilder der Pressstreifen auf dem Bedruckstoff 25, d.
h. auf dem Druckbogen mit den deutlichsten Abbildern, wird dieser auf einen Messtisch
aufgelegt, der eine optoelektronische, z. B. densitometrische, Messeinrichtung 24
aufweist.
[0034] Figur 4 zeigt, dass diese Messeinrichtung 24 mit einer elektronischen Steuerungseinrichtung
20 verbunden ist, welche wiederum mit den Stellmotoren 31, 32 verbunden ist (vgl.
Figur 1).
[0035] Ausgehend von den Messsignalen der Messeinrichtung 24 berechnet die Steuerungseinrichtung
20 in einem Verfahrensschritt 56 die erforderlichen Korrekturwerte der Anstellung
des zweiten an den ersten Rotationskörper und der Anstellung des zweiten an den dritten
Rotationskörper. Bei der Berechnung der Zielwerte der korrigierten Anstellweiten berücksichtigt
die Steuerungseinrichtung 20 den bereits erläuterten Umstand, dass die Veränderung
der Anstellung des zweiten an den dritten Rotationskörper eine Veränderung der Anstellung
des zweiten an den ersten Rotationskörper nach sich zieht. Bei der Korrekturberechnung
der beiden Anstellungen, d. h. der Mittelpunktabstände zwischen dem ersten und zweiten
Rotationskörper und zwischen dem zweiten und dritten Rotationskörper, kann die Beeinflussung
der einen durch die andere Anstellung durch die Steuerungseinrichtung 20 auf Grundlage
darin gespeicherter mathematischer Formeln, z. B. eines den trigonometrischen Zusammenhang
beschreibenden Polynom-Modells, oder auf Grundlage einer in der Steuerungseinrichtung
20 abgelegten Wertetabelle, deren Wertepaare auf analytische Weise nach der zuvor
genannten Formel bestimmt sind oder experimentell ermittelt sind, oder auf Grundlage
einer dementsprechenden Funktionskurve berücksichtigt werden.
[0036] Ausgehend von dieser Berechnung steuert die Steuerungseinrichtung 20 die Stellmotore
31, 32 derart an, dass in einem Verfahrensschritt 57 der zweite Stellmotor 32 den
neu berechneten Zielwert für die Anstellung des zweiten an den ersten Rotationskörper
anfährt und in einem gleichzeitig bzw. parallel erfolgenden Verfahrensschritt 58 der
erste Stellmotor 31 den neu berechneten Zielwert der Anstellung des zweiten an den
dritten Rotationskörper anfährt. Etwas zeitaufwändiger, aber ebenso möglich wäre eine
nacheinander erfolgende Durchführung der Verfahrensschritte 57, 58.
[0037] Unabhängig davon, ob die Verfahrensschritte 57, 58 gleichzeitig oder nacheinander
ablaufen, ist entscheidend, dass der in dem jeweiligen Verfahrensschritt eingestellte
Zielwert der Anstellung bzw. der Pressung in dem jeweiligen Walzenspalt 41, 42 endgültig
ist, d. h. für das Erreichen des jeweiligen Zielwertes ist nur ein einziger Motorlauf
des jeweiligen Stellmotors 31, 32 erforderlich. Es ist somit keine iterative Wiederholung
der Verfahrensschritte 57, 58 erforderlich.
[0038] Bei einer solchen iterativen Wiederholung würde zuerst nur einer der beiden Stellmotore
31, 32 betätigt und danach eine erneute Messung der Breite der auf dem Bedruckstoff
25 abgebildeten Pressstreifen erfolgen, um von dieser erneuten Messung ausgehend den
Zielwert für den anderen Stellmotor zu bestimmen und diesen danach dementsprechend
zu betätigen und würden gegebenenfalls weitere Iterationszyklen durchlaufen werden
müssen, bis die Pressung bzw. Pressstreifenbreite a, b in beiden Walzenspalten 41,
42 stimmen würde bzw. innerhalb des zulässigen Toleranzbereiches ihres Soll-Wertes
liegen würde.
[0039] Im Gegensatz dazu garantiert die im Verfahrensschritt 56 erfolgte Bestimmung der
beiden Zielwerte, dass nach deren Einstellung die Pressung bzw. Pressstreifenbreite
a, b in beiden Walzenspalten 41, 42 bereits korrekt ist und keine erneute Messung
und Nachjustage erforderlich ist. In einem Verfahrensschritt 59 ist deshalb die Walzenjustage
bereits beendet.
Bezugszeichenliste
[0040]
- 1
- erster Rotationskörper (Formzylinder)
- 2
- zweiter Rotationskörper (Farbauftragwalze)
- 3
- dritter Rotationskörper (Reibwalze)
- 4
- Druckmaschine
- 5 - 10
- ./.
- 11
- erste Mittelpunktzentrale
- 12
- zweite Mittelpunktzentrale
- 13
- Mittelpunkt
- 14
- Drehgelenk
- 15
- Drehgelenk
- 16
- Rolle
- 17
- Steuerkurve
- 18
- Schraubengetriebe
- 19
- Schraubengetriebe
- 20
- Steuerungseinrichtung
- 21
- erster Hebel
- 22
- zweiter Hebel
- 23
- dritter Hebel
- 24
- Messeinrichtung
- 25
- Bedruckstoff
- 26 - 30
- ./.
- 31
- erster Stellmotor
- 32
- zweiter Stellmotor
- 33 - 40
- ./.
- 41
- erster Walzenspalt
- 42
- zweiter Walzenspalt
- 43 - 50
- ./.
- 51 - 59
- Verfahrensschritt
- α
- Winkel
- a, b
- Pressstreifenbreite
1. Verfahren zum automatisierten Justieren einer Rotationskörperpressung in einer Druckmaschine
(4), wobei eine Presstreifenabbild-Messung auf einem Bedruckstoff (25) erfolgt,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Abbild eines ersten Pressstreifens, der von einem ersten Rotationskörper (1)
zusammen mit einem zweiten Rotationskörper (2) gebildet wird, und ein Abbild eines
zweiten Pressstreifens, der von dem zweiten Rotationskörper (2) zusammen mit einem
dritten Rotationskörper (3) gebildet wird, ausgemessen werden und dass die Rotationskörperpressung
automatisch justiert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch eine elektronische Steuerungseinrichtung (20) in Abhängigkeit von Messsignalen
einer Messeinrichtung (24) zum Messen der Breiten der Abbilder der beiden Pressstreifen
ein erster Stellmotor (31) und ein zweiter Stellmotor (32), angesteuert werden, um
die Pressstreifen einzustellen.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch den ersten Stellmotor (31) im Haupteffekt oder primär der zweite Pressstreifen
und im Nebeneffekt oder sekundär der erste Pressstreifen eingestellt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch die beiden Stellmotore (31, 32) der zweite Rotationskörper (2) und der dritte
Rotationskörper (3) in eine Position relativ zu dem ersten Rotationskörper (1) verstellt
werden, in welcher eine gemeinsame Mittelpunktzentrale (11) des ersten Rotationskörpers
(1) und des zweiten Rotationskörpers (2) und eine gemeinsame Mittelpunktzentrale (12)
des zweiten Rotationskörpers (2) und des dritten Rotationskörpers (3) einen nicht-rechtwinkligen
Winkel (α) einschließen, der größer als 0° und kleiner als 180° ist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein endgültiger Zielwert der Breite des ersten Pressstreifens und ein endgültiger
Zielwert der Breite des zweiten Pressstreifens auf Grundlage der Ausmessung nur des
Abbildes des ersten Presstreifens und des Abbildes des zweiten Presstreifens und keines
weiteren Abbildes der beiden Pressstreifen eingestellt werden.
6. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der endgültige Zielwert der Breite des ersten Pressstreifens und der endgültige Zielwert
der Breite des zweiten Pressstreifens durch einen einzigen der Ausmessung der Abbilder
nachfolgenden Motorlauf des ersten Stellmotors (31) und einen einzigen der Ausmessung
der Abbilder nachfolgenden Motorlauf des zweiten Stellmotors (32) eingestellt werden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
durch gekennzeichnet,
dass als der erste Rotationskörper (1) ein Formzylinder, als der zweite Rotationskörper
(2) eine Farbauftragwalze und als der dritte Rotationskörper (3) eine Reibwalze verwendet
werden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die beide Abbilder auf ein und demselben Druckbogen ausgemessen werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die beiden Pressstreifen statische Pressstreifen sind, welche bei rotativem Stillstand
der Rotationskörper (1, 2, 3) zwischen diesen erzeugt werden.
1. Method for the automated adjustment of a contacting pressure between rotary bodies
in a printing press (4) wherein a measurement of an image of a pressure strip is taken
on a printing material (25),
characterized in
that an image of a first pressure strip formed by a first rotary body (1) together with
a second rotary body (2), and an image of a second pressure strip formed by the second
rotary body (2) together with a third rotary body (3) are measured and that the contacting
pressure between the rotary bodies is automatically adjusted.
2. Method according to claim 1,
characterized in
that to adjust the pressure strips, a digital control device (20) actuates a first actuating
motor (31) and a second actuating motor (32) as a function of measurement signals
of a measuring device (24) for measuring the widths of the images of the two pressure
strips.
3. Method according to claim 2,
characterized in
that as a main effect or primarily, the first actuating motor (31) adjusts the second
pressure strip and as an auxiliary effect or secondarily, the first actuating motor
(31) adjusts the first pressure strip.
4. Method according to claim 2 or 3,
characterized in
that the two actuating motors (31, 32) move the second rotary body (2) and the third rotary
body (3) relative to the first rotary body (1) into a position in which a common centre
connecting line (11) of the first rotary body (1) and the second rotary body (2) and
a common centre connecting line (12) of the second rotary body (2) and the third rotary
body form an angle (α) that is not a right angle and is greater than 0° and smaller
than 180°.
5. Method according to any one of claims 2 to 4,
characterized in
that a final target value of the width of the first pressure strip and a final target
value of the width of the second pressure strip are adjusted on the basis of the measurement
of only the image of the first pressure strip and the image of the second pressure
strip and no further image of the two pressure strips.
6. Method according to claim 5,
characterized in
that the final target value of the width of the first pressure strip and the final target
value of the width of the second pressure strip are adjusted by a single motor operation
of the first actuating motor (31) following the measurement of the images and by a
single motor operation of the second adjusting motor (32) following the measurement
of the images.
7. Method according to any one of claims 1 to 6,
characterized in
that a forme cylinder is used as the first rotary body (1), an ink applicator roller is
used as the second rotary body (2), and a distributor roller is used as the third
rotary body (3).
8. Method according to any one of claims 1 to 7,
characterized in
that the two images are measured on one and the same printed sheet.
9. Method according to any one of claims 1 to 8,
characterized in
that the two pressure strips are static pressure strips that are created between the rotary
bodies (1, 2, 3) while they are at a rotary standstill.
1. Procédé pour l'ajustement automatisé de la compression d'un corps de rotation dans
une machine d'impression (4), une mesure de image d'une bande de pression étant effectuée
sur un support imprimé (25),
caractérisé en ce
qu'une image d'une première bande de pression qui est formée par un premier corps de
rotation (1) ensemble avec un second corps de rotation (2), et une image d'une seconde
bande de pression qui est formée par un second corps de rotation (2) ensemble avec
un troisième corps de rotation (3), sont mesurées et en ce que la compression du corps
de rotation est ajustée automatiquement.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce
qu'un dispositif électronique de commande (20) commande un premier moteur de réglage
(31) et un second moteur de réglage (32) en fonction de signaux de mesure d'un dispositif
de mesure (24) pour la mesure des largeurs des images des deux bandes de pression
pour régler les bandes de pression.
3. Procédé selon la revendication 2,
caractérisé en ce
que le premier moteur de réglage (31) règle, en effet principal ou primaire, la seconde
bande de pression et, en effet annexe ou secondaire, la première bande de mesure.
4. Procédé selon la revendication 2 ou 3,
caractérisé en ce que
les deux moteurs de réglage (31, 32) amènent le second corps de rotation (2) et le
troisième corps de rotation (3) dans une position par rapport au second corps de rotation
(1), dans laquelle un point commun central (11) du premier corps de rotation (1) et
du second corps de rotation (2) et un point central commun (12) du second corps de
rotation (2) et du troisième corps de rotation (3) forment un angle non droit (α)
supérieur à 0° et inférieur à 180°.
5. Procédé selon l'une des revendications 2 à 4,
caractérisé en ce
qu'une valeur cible définitive de la largeur de la première bande de mesure et une valeur
cible définitive de la largeur de la seconde bande de mesure sont réglées uniquement
sur la base de la mesure de l'image de la première bande de pression et de l'image
de la seconde bande pression et d'aucune autre image des deux bandes de pression.
6. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce
qu'une valeur cible définitive de la largeur de la première bande de mesure et une valeur
cible définitive de la largeur de la seconde bande de mesure sont réglées par un seul
tour de du premier moteur de réglage (31) consécutif à la mesure des images et un
seul tour du second moteur de réglage (32) consécutif à la mesure des images.
7. Procédé selon l'une des revendications 1 à 6,
caractérisé en ce
que le premier corps de rotation (1) est un cylindre de cliché, le corps de rotation
(2) est un rouleau encreur et le troisième corps de rotation (3) un rouleau à friction.
8. Procédé selon l'une des revendications 1 à 7,
caractérisé en ce
que les deux images sont mesurées sur une seule et même feuille imprimée.
9. Procédé selon l'une des revendications 1 à 7,
caractérisé en ce
que les deux bandes de pression sont des bandes de pression statiques, qui sont générées
entre les corps de rotation (1, 2, 3) au moment de leur immobilisation en rotation.