[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Hinterschleifen der Schneidzähne von Gewindebohrern,
Gewindeformern und ähnlichen Werkzeugen gemäß den Merkmalen a bis d des Anspruchs
1. Dabei soll der Begriff "Schneidzahn" auch die Profilformer der Gewindeformer umfassen.
[0002] Derartige Verfahren gehören zum Stand der Technik.
[0003] Beispielsweise wurde in der
CH-PS 413 637 eine hierzu geeignete Vorrichtung vorgeschlagen, bei der eine Steuerwelle sich ständig
in derselben Richtung dreht. An der Steuerwelle sind zwei gleich ausgebildete Steuerscheiben
mit Nocken vorgesehen. Die Nocken der beiden Steuerscheiben sind um 180 Grad zueinander
versetzt. An jeder der beiden Steuerscheiben liegt eine Abgriffsrolle an, wobei diese
über ein Parallelogramm-Hebelgestänge miteinander gekoppelt sind. Die Abtastbewegung
der Abgriffsrollen wird über ein weiteres Hebelgestänge auf eine exzentrische Lagerung
der Schleifspindel übertragen. Je nach Stellung der Nocken an den Steuerscheiben wird
die exzentrische Lagerung der Schleifspindel verdreht, so dass eine rotierende Schleifscheibe
mehr oder weniger stark an dem zu schleifenden Werkzeug anliegt. Auf diese Weise wird
zunehmend ein Hinterschliff an einem Schneidzahn des Werkzeugs ausgebildet. Hierbei
entspricht eine vollständige Umdrehung der Steuerwelle und damit auch der Steuerscheiben
dem Schleifvorgang an einem Schneidzahn. Zum Übergang auf den nächsten Schneidzahn
ist ein Eilrücklauf vorgesehen, bei dem beide Abgriffsrollen vorübergehend von den
Steuerscheiben abheben.
[0004] Eine derartige direkte mechanische Abtastung und Übertragung arbeitet verhältnismäßig
träge. Nachteilig ist zudem, dass die Kontur der Steuerscheiben auf die Hinterschnitt-Kontur
eines einzigen Schneidzahns abgestellt ist. Wenn ein Gewindebohrer, Gewindeformer
oder ähnliches Werkzeug mit einer abweichenden Hinterschnitt-Kontur geschliffen werden
soll, muss die Steuerscheibe ausgewechselt werden. Bei den Steuerscheiben handelt
es sich aber um hochpräzise Maschinenteile, die sehr genau bearbeitet sein müssen
und entsprechend teuer sind. Zu dem Zeitverlust beim notwendigen Austausch der Steuerscheiben
kommt somit noch der Nachteil hinzu, dass eine größere Anzahl von Steuerscheiben auf
Lager gehalten werden muss.
[0005] Um diese Nachteile zu verringern, ist gemäß der
DE 29 52 610 C2 schon vorgeschlagen worden, anstelle einer Steuerscheibe eine Steuerwalze vorzusehen,
deren Oberfläche längs der Walzenachse unterschiedliche Profiltiefen aufweist. Dabei
soll die Steuerwalze sogar während des Schleifvorganges axial verstellt werden können.
Auf diese Weise sind die Oszillationshübe eines besonderen Hinterschleifkörpers verstellbar,
der als Teil des Schleiftisches zusätzlich verstellbar ausgebildet ist. Der Hinterschleifkörper
liegt mittels einer Abtastrolle an der Steuerwalze an und wird von dieser unmittelbar
verstellt. Mit der Schleifmaschine gemäß der
DE 29 52 610 C2 kann zwar schon der Hinterschleifbetrag während des Schleifens kontinuierlich verstellt
werden. Aber auch hier dreht sich die Antriebswelle der Steuerwelle kontinuierlich,
und die Steuerwalze muss auswechselbar sein. Zwar können an der Steuerwalze mehrere
Steuernocken ausgebildet sein, wobei deren Zahl der Zahl der Schneidzähne an dem zu
schleifenden Werkzeug entspricht. Zur Anpassung an unterschiedliche geforderte Hinterschleifformen
ist aber auch bei der Schleifmaschine gemäß der
DE 29 52 610 C2 ausdrücklich vorgesehen, dass verschiedene Typen von Steuerwalzen gegeneinander ausgewechselt
werden. Hierzu ist eine besondere Abhebevorrichtung vorgesehen. Außerdem ist ein Getriebe
mit Wechselrädern erforderlich, die je nach Bedarf gegeneinander auszutauschen sind.
[0006] Der Nachteil von zeitraubenden Umbau- und Austauschvorgängen in Verbindung mit der
Lagerhaltung von hochpräzisen Austauschteilen bleibt also auch bei der Maschine gemäß
der
DE 29 52 610 C2 bestehen.
[0007] Schließlich ist es aus der
DE 41 30 736 A1 bekannt, eine Schleifspindel an einem Drehtisch in zwei zueinander senkrechten Richtungen
verstellbar zu führen. Zum Erzeugen eines Hinterschliffs an einem fest eingespannten
Werkstück wird die Schleifspindel mit einer rotierenden Schleifscheibe durch ein Führungslineal
zwangsweise gesteuert. Zum Erzeugen von unterschiedlichen Hinterschliff-Konturen muss
aber auch hier das Führungslineal unterschiedlich profiliert, also auswechselbar sein.
[0008] Der Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, das aus dem Stand der Technik
bekannte Verfahren derart zu verbessern, dass eine trägheitsarme Steuerung möglich
ist und dass ohne den zeitraubenden Austausch und eine kostspielige Lagerhalterung
von hochpräzisen Steuerteilen die Ausbildung von unterschiedlichen Hinterschliff-Konturen
mit unterschiedlichen Abmessungen bei kurzer Bearbeitungszeit möglich ist.
[0009] Die Lösung dieser Aufgabe gelingt mit einem Verfahren, das die Gesamtheit der im
Anspruch 1 angegebenen Merkmale aufweist.
[0010] Im Gegensatz zum Stand der Technik, bei dem sich die Steuerscheiben oder -walzen
stets in derselben Richtung drehen, erfolgt gemäß der Erfindung die Abtastung der
Steuerkontur in einer rotierenden Oszillationsbewegung. Hierbei wird für jeden Schneidzahn
ein Abtasten mit Hin- und Rückdrehung über einen begrenzten Umfangswinkel der Steuerkontur
vorgesehen. Durch dieses oszillierende Abtasten nur über einen begrenzten Ausschnitt
einer glatt und kontinuierlich verlaufenden Steuerkontur wird das Abheben eines Abtastgliedes
mit den dadurch verbundenen Gefahren des Ratterns oder Vibrierens vermieden.
[0011] Die Auswahl des Umfangswinkels aus dem gesamten Umfangsbereich der Steuerkontur stellt
eine erste Möglichkeit dar, für einen Schneidzahn eine bestimmte Hinterschliff- bzw.
Hinterschnitt-Kontur festzulegen. Eine weitere Gestaltungsmöglichkeit besteht darin,
dass die Drehgeschwindigkeiten der rotierenden Abtastbewegung und des Werkzeugs in
einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen. Beispielsweise kann ein kleiner Umfangsabschnitt
der Steuerkontur langsam abgetastet werden oder ein größerer Abschnitt der Umfangskontur
mit erhöhter Geschwindigkeit abgetastet werden. Je nachdem wird eine andere Hinterschnitt-Kontur
an dem Schneidzahn zustande kommen, wobei die Hinterschnitt-Kontur in einem oder mehreren
Durchgängen erfolgen kann.
[0012] Zur weiteren Ausgestaltung dieses Verfahrens wird in vorteilhafter Weise vorgesehen,
dass die Drehgeschwindigkeiten der rotierenden Abtastbewegung und des Werkzeugs betrieblich
variabel sind. Der Betreiber einer bestimmten Schleifmaschine kann also vor Beginn
der Fertigung ein bestimmtes Drehzahlverhältnis auswählen und seine Maschine entsprechend
einstellen, wobei das Drehzahlverhältnis bzw. die Geschwindigkeiten frei programmierbar
sind. Auf diese Weise sind mit einer einzigen in der Maschine vorhandenen Steuerkontur
vielfache Variationsmöglichkeiten für die Hinterschnitt-Kontur gegeben.
[0013] Das erfindungsgemäße Verfahren wird dadurch weiter perfektioniert, dass gemäß einer
weiteren Ausgestaltung die Steuerkontur des Rotationskörpers nach Art einer Sammelkurve
die Ausgangswerte für zahlreiche mögliche Hinterschnitt-Konturen umfasst. Zum Erzielen
einer bestimmten Hinterschnitt-Kontur ist es somit nur erforderlich, einen bestimmten
Umfangsabschnitt der Steuerkontur festzulegen, in dem die Abtastung erfolgen soll.
Für jeden zu hinterschleifenden Schneidzahn muss dann nur noch eine rotierende Hin-
und Herbewegung in eben diesem ausgewählten Abschnitt der Steuerkontur erfolgen.
[0014] Die Nachteile des Auswechselns und der Lagerhaltung von präzisen Austauschteilen
sind damit endgültig beseitigt.
[0015] Für die Abtastbewegung in einer rotierenden Oszillation gibt es vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten.
Beispielsweise kann der Rotationskörper feststehen und mit einer umlaufenden Lichtquelle
oder magnetisch an seinem Umfang abgetastet werden. Eine bevorzugte Ausgestaltung
besteht darin, dass der steuernde Rotationskörper als rotierende Steuerscheibe mit
einem als Steuerkontur wirksamen Umfang nach Art eines Steuerkammes ausgebildet ist.
Ein derartiger Steuerkamm ist somit ein langgezogener Steuernocken, der die verschiedenen
Möglichkeiten zur Gestaltung der Hinterschnitt-Kontur (Steuerkurve) gespeichert hat.
Zum Erzielen einer bestimmten Hinterschnitt-Kontur an einem Schneidzahn wird ein begrenzter
Drehwinkel aus dem Steuerkamm ausgewählt. Dieser Steuerkamm kann vorzugsweise mechanisch,
grundsätzlich aber gleichfalls optisch oder elektronisch abgetastet werden. Aus der
Abtastbewegung gewonnene Steuersignale und/oder Stellkräfte bestimmen dann über die
übliche elektronische Auswerte- und Steuereinrichtung die gegenseitige Bewegung der
Schleifscheibe und des Werkzeugs in der Verlaufsrichtung der Schneidzähne aufeinander
zu und voneinander weg. Bevorzugt wird aber eine direkte mechanische Übertragung.
Auf diese Weise wird die Hinterschnittkontur der Schneidzähne zuverlässig, präzise
und schnell festgelegt.
[0016] Die Erfindung betrifft auch eine Schleifmaschine nach Art einer Universal-Rund-/Unrundschleifmaschine
zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 5. Zur Lösung der schon
eingangs genannten Aufgabe ist dabei eine Schleifmaschine vorgesehen, welche die Gesamtheit
der in dem Anspruch 6 angegebenen Merkmale aufweist.
[0017] Wesentlich ist auch für die Schleifmaschine, dass eine rotierende Steuerscheibe mit
ihrem Steuerkamm durch einen oszillierenden Drehantrieb über einen auswählbaren Winkelbereich
hin- und herbewegt wird.
[0018] Für die maschinelle Einrichtung zum Erzielen der zusätzlichen Verstellbewegung zwischen
der Schleifscheibe und dem zu schleifenden Werkzeug gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Hierzu kann auf die Schleifspindel, deren Welle oder auf ein zusätzlich bewegliches
Teil an dem Schleiftisch eingewirkt werden, wobei dieses zusätzliche Teil die Spannvorrichtung
für das zu hinterschleifende Werkzeug enthält. Wesentlich ist stets die Abstimmung
zwischen einem bestimmten Bereich des Steuerkammes an der Steuerscheibe, den Drehzahlen
der Steuerscheibe einerseits und des Werkzeugs andererseits im Hinblick auf die angestrebte
besondere Hinterschnitt-Kontur.
[0019] Die Erfindung wird anschließend anhand eines Ausführungsbeispiels noch näher erläutert.
Die hierzu beigefügten Figuren zeigen das Folgende:
Figur 1 ist ein Blick von oben auf eine Schleifmaschine zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens.
Figur 2 zeigt das Prinzip der Abtastung, wie es erfindungsgemäß ausgeführt wird.
Figur 3 erläutert den Zusammenhang zwischen der Zahl der Schneidzähne und den Nuten
an einem Gewindebohrer.
[0020] Bei der Maschine gemäß Figur 1 ist auf einem Maschinenbett 1 ein Schleifspindelstock
2 vorgesehen, der eine Schleifspindel 3 mit einer rotierenden Schleifscheibe 4 trägt.
Der Schleifspindelstock 2 kann auch um eine lotrechte Achse schwenkbar sein.
[0021] Das Maschinenbett 1 trägt außerdem einen Schleiftisch 5, der in seiner Längsrichtung
- wie üblich - verstellbar ist (Z-Achse). An dem Schleiftisch 5 befindet sich ein
für sich bewegliches Tragteil 6, das an dem Schleiftisch 5 senkrecht zu der Achse
Z, also in Richtung der üblichen X-Achse zusätzlich verstellbar ist. Das Tragteil
6 trägt den Werkstückspindelstock 7 und den Reitstock 8, zwischen denen beispielsweise
ein Gewindebohrer oder ein ähnliches Werkzeug 9 eingespannt ist. Das Werkzeug 9, das
hier erst entsteht, ist in diesem. Fall zugleich das Werkstück. Das Werkzeug 9 verläuft
somit gleichfalls in der Z-Achse und wird zugleich um seine Längsachse, die übliche
C-Achse, gesteuert gedreht.
[0022] In dem dargestellten Ausführungsbeispiel verläuft die Rotationsebene der Schleifscheibe
4 genau senkrecht zu der Längsachse des Werkzeugs 9. Das muss aber nicht so sein;
die schon erwähnte Möglichkeit, den Schleifspindelstock 2 um eine lotrechte Achse
zu drehen, erlaubt auch ein schräges Anstellen der Schleifscheibe 4 an das Werkzeug
9. Umgekehrt könnte auch der Schleiftisch schräg zur Achse der Schleifspindel 3 angestellt
werden. In jedem Fall verläuft die Schleifscheibe relativ zum Werkzeug in der Verlaufsrichtung
der entstehenden Schneidzähne 16 und der Nuten 17 (Figur 3).
[0023] Mit einer elektronischen Steuereinrichtung 10 werden die Drehbewegungen des Werkzeugs
9 und der Schleifscheibe 4 sowie die Zustellbewegung der Schleifscheibe 4 gegenüber
dem Werkzeug 9 aufeinander abgestimmt, so dass die gewünschte Bewegung in der Verlaufsrichtung
der Nuten 17 und Schneidzähne 16 zustande kommt.
[0024] Figur 2 erläutert das Prinzip der Steuerung. Es ist eine Steuerscheibe 11 mit einem
Steuerkamm 12 vorgesehen, die drehbar gelagert ist und durch einen trägheitsarmen
hochpräzisen Antrieb in eine rotierende Oszillationsbewegung versetzt wird. Die Oszillation
erfolgt über einen frei wählbaren, größeren oder kleineren Drehwinkel, der in Figur
2 mit α bezeichnet ist. In Analogie zu den üblichen Achsbezeichnungen beim Schleifvorgang
wird die Drehachse der Steuerscheibe 11 mit A bezeichnet. Die Kontur des Steuerkamms
12 wird durch eine Abtasteinrichtung 13 abgetastet, die mechanisch, optisch oder elektronisch
arbeiten kann und das gewonnene Abtastsignal über eine Signalleitung 14 an die schon
erwähnte elektronische Steuereinrichtung 10 überträgt. Alternativ zur Darstellung
gemäß Fig. 2 ist aber eine direkte mechanische Übertragung von der Kontur des Steuerkamms
12 auf die Zustellbewegung der Schleifscheibe besonders vorteilhaft.
[0025] Die wechselnde Drehrichtung der Steuerscheibe 11 ist mit dem Drehrichtungspfeil 15
bezeichnet.
[0026] Wenn an einem bestimmten Gewindebohrer, Gewindeformer oder ähnlichem Werkzeug 9 die
Schneidzähne 16 ihren Hinterschliff erhalten sollen, wird zunächst aus dem Steuerkamm
12 ein bestimmter Winkelabschnitt α ausgesucht, der am besten der gewünschten Hinterschnitt-Kontur
des Schneidzahnes 16 entspricht. Das Hinterschleifen der Schneidzähne 16 erfolgt dann
synchron mit der Abtastung des ausgewählten Winkelbereiches α an dem Steuerkamm 12.
Eine weitere Gestaltungsmöglichkeit besteht darin, dass die Abtastung mit unterschiedlicher
Geschwindigkeit erfolgen kann. Eine stark wechselnde Hinterschnitt-Kontur lässt sich
zum Beispiel dadurch erzielen, dass ein größerer Winkelbereich α mit höherer Geschwindigkeit
abgetastet wird; ebenso ist ein eher "ruhiger" Verlauf der Hinterschnitt-Kontur zu
erzielen, indem ein kleinerer Abschnitt langsam abgefahren wird. Wenn die Schleifscheibe
4 das Ende des Schneidzahnes 16 erreicht und in die Nut 17 zwischen den Schneidzähnen
16 übertritt, ist auch die Abtastung des Winkelbereiches α beendet; die Ausgangsstellung
von Werkzeug 9 und Schleifscheibe 4 wird wieder hergestellt, und die Steuerscheibe
11 wechselt ihre Drehrichtung und kehrt gleichfalls in die Ausgangsstellung zurück.
Der Vorgang wird für den nächsten Schleifzahn 16 wiederholt.
[0027] Zur besseren Anschauung sind in Figur 3 noch einmal die Verhältnisse am Querschnitt
eines Gewindebohrers dargestellt. Es wechseln die Schneidzähne 16 mit Nuten 17 ab,
und der Hinterschnitt besteht darin, dass die Rücken der Schneidzähne 16 nach innen
von einer umhüllenden Kreiskontur 18 abweichen. Für den Verlauf des Zahnrückens 19,
also die Hinterschnitt-Kontur, sind zahlreiche Variationen möglich.
Bezugsziffernliste
[0028]
- 1
- Maschinenbett
- 2
- Schleifspindelstock
- 3
- Schleifspindel
- 4
- Schleifscheibe
- 5
- Schleiftisch
- 6
- Tragteil
- 7
- Werkstückspindelstock
- 8
- Reitstock
- 9
- Werkzeug (Werkstück)
- 10
- elektronische Steuereinrichtung
- 11
- Steuerscheibe
- 12
- Steuerkamm
- 13
- Abtasteinrichtung
- 14
- Signalleitung
- 15
- Drehrichtungspfeil
- 16
- Schneidzahn
- 17
- Nut
- 18
- umhüllende Kreiskontur
- 19
- Zahnrücken
- A
- Drehachse der Steuerscheibe
- C
- Drehachse des Werkzeugs
- X
- Zustellrichtung senkrecht zur Werkzeugachse
- Z
- Verstellachse in Längsrichtung des Werkstückes
- α
- ausgewählter, steuerwirksamer Winkelbereich der Steuerscheibe
1. Verfahren zum Hinterschleifen der Schneidzähne von Gewindebohrern, Gewindeformern
und ähnlichen Werkzeugen, mit den folgenden Verfahrensschritten:
a) eine rotierende Schleifscheibe wird in der Verlaufsrichtung der Schneidzähne über
das rotierende Werkzeug geführt und radial einwärts zugestellt;
b) der Zustellbewegung wird eine den Hinterschliff erzeugende zusätzliche radiale
Einwärtsbewegung überlagert;
c) die zusätzliche Einwärtsbewegung wird durch einen Rotationskörper gesteuert, der
in seinem Umfangsbereich eine die Kontur des Hinterschliffs bestimmende Steuerkontur
aufweist;
d) eine rotierende Abtastbewegung dieser Steuerkontur beeinflusst eine gesteuerte
gegenseitige Bewegung der Schleifscheibe und des Werkzeugs in der Verlaufsrichtung
der Schneidzähne aufeinander zu und voneinander weg und lässt an den Schneidzähnen
die vorbestimmte Hinterschliff-Kontur entstehen;
e) die Steuerkontur wird in einer rotierenden Oszillationsbewegung abgetastet, wobei
für jeden Schneidzahn eine Hin- und Rückdrehung über einen begrenzten Umfangswinkel
der Steuerkontur erfolgt;
f) die Auswahl des Umfangswinkels aus dem gesamten Umfangsbereich der Steuerkontur
bestimmt zusammen mit den Drehgeschwindigkeiten der rotierenden Abtastbewegung und
des Werkzeugs die Hinterschliff-Kontur der Schneidzähne.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die Drehgeschwindigkeiten der rotierenden Abtastbewegung
und des Werkzeugs betrieblich variabel sind.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem die Steuerkontur des Rotationskörpers nach
Art einer Sammelkurve die Ausgangswerte für zahlreiche mögliche Hinterschliff-Konturen
umfasst.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit den folgenden Merkmalen:
a) der steuernde Rotationskörper ist als rotierende Steuerscheibe mit einem als Steuerkontur
wirksamen Umfang nach Art eines Steuerkamms ausgebildet;
b) die Kontur des Steuerkamms wird mechanisch abgetastet;
c) aus der Abtastbewegung gewonnene Steuersignale und/oder Stellkräfte bestimmen die
gegenseitige Bewegung der Schleifscheibe und des Werkzeugs in der Verlaufsrichtung
der Schneidzähne aufeinander zu und voneinander weg und damit die Hinterschliff-Kontur
der Schneidzähne.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4 zum Hinterschleifen der Schneidzähne im
Anschnitt von Gewindebohrern, wobei die Kontur der Schleifscheibe an die Kontur des
Anschnitts angepasst ist und die der Hinterschliff-Kontur der Schneidzähne im Bereich
des Anschnitts entsprechende Steuer-Kontur gleichfalls im Umfangsbereich des steuernden
Rotationskörpers gespeichert ist.
6. Schleifmaschine nach Art einer Universal-Rund-/Unrundschleifmaschine zur Durchführung
des Verfahrens zum Hinterschleifen der Schneidzähne von Gewindebohrern, Gewindeformern
und ähnlichen Werkzeugen nach den Ansprüchen 1 bis 5, mit den folgenden Merkmalen:
a) auf einem Maschinenbett (1) ist ein Schleiftisch (5) mit Werkstückspindelstock
(2) und Reitstock (8) in der Längsrichtung des Gewindebohrers, Gewindeformers oder
ähnlichen Werkzeugs (9) verfahrbar;
b) das Werkzeug (9) ist zwischen dem Werkstückspindelstock (2) und dem Reitstock (8)
eingespannt und zur Rotation angetrieben;
c) ein Schleifspindelstock (2) trägt eine Schleifspindel mit mindestens einer rotierenden
Schleifscheibe (4), und zwar in derartiger Anordnung,
d) dass die Schleifscheibe (4) senkrecht oder schräg an das zu schleifende Werkzeug
(9) in der Verlaufsrichtung von dessen Schneidzähnen (16) und Nuten (17) zustellbar
ist;
e) in einer Steuereinrichtung (10) der Schleifmaschine befindet sich eine rotierende
Steuerscheibe (11) mit einem Steuerkamm (12) an ihrem Umfang, die durch einen oszillierenden
Drehantrieb über einen auswählbaren Winkelbereich hin und her bewegt wird;
f) die Steuereinrichtung (10) umfasst eine Einrichtung (13) zum Abtasten des Steuerkamms
(12) in dem ausgewählten Winkelbereich, wobei die gegenseitige Bewegung des Werkzeugs
(9) und der Schleifscheibe (4) nach Maßgabe der bei dem Abtasten gewonnenen Signale
und/oder Stellkräfte gesteuert wird und die Abstimmung derart vorgesehen ist,
g) dass eine Hin- und Herbewegung der Steuerscheibe (11) gegenüber der Abtasteinrichtung
(13) dem Schleifzyklus an einem Scheidzahn (16) entspricht.
1. Method for the relief grinding of cutting teeth of screw taps, thread formers and
similar tools, having the following method steps:
a) a rotating grinding wheel is guided in the direction of run of the cutting teeth
over the rotating tool and is advanced radially inwards;
b) the advancing movement has superposed upon it an additional radial inward movement
generating the ground relief;
c) the additional inward movement is controlled by a rotary body which has in its
circumferential region a control contour determining the contour of the ground relief;
d) a rotating sensing movement of this control contour influences a controlled reciprocal
movement of the grinding wheel and of the tool in the direction of run of cutting
teeth towards one another and away from one another and allows the predetermined ground
relief contour to arise on the cutting teeth;
e) the control contour is sensed in a rotating oscillatory movement, to-and-fro rotation
over a limited circumferential angle in the control contour taking place for each
cutting tooth;
f) the selection of the circumferential angle from the entire circumferential region
of the control contour determines, together with the rotational speeds of the rotating
sensing movement and of the tool, the ground relief contour of the cutting teeth.
2. Method according to Claim 1, in which the rotational speeds of the rotating sensing
movement and of the tool are operationally variable.
3. Method according to Claims 1 or 2, in which the control contour of the rotary body
comprises in the manner of a collective curve the initial values for numerous possible
ground relief contours.
4. Method according to one of the preceding claims, having the following features:
a) the controlling rotary body is designed as a rotating control disc with a circumference,
active as a control contour, in the manner of a control comb;
b) the contour of the control comb is sensed mechanically;
c) control signals and/or actuating forces obtained from the sensing movement determine
the reciprocal movement of the grinding wheel and of the tool in the direction of
run of the cutting teeth towards one another and away from one another and consequently
the ground relief contour of the cutting teeth.
5. Method according to one of Claims 1 to 4 for the relief grinding of the cutting teeth
in the chamfer of screw taps, the contour of the grinding wheel being adapted to the
contour of the chamfer, and the control contour which corresponds to the ground relief
contour of the cutting teeth in the region of the chamfer being stored likewise in
the circumferential region of the controlling rotary body.
6. Grinding machine in the manner of a universal circular/non-circular grinding machine
for carrying out the method for the relief grinding of the cutting teeth of screw
taps, thread formers and similar tools according to Claims 1 to 5, having the following
features:
a) a grinding table (5) with a workpiece headstock (2) and tailstock (8) is movable
on the machine bed (1) in the longitudinal direction of the screw tap, thread former
or similar tool (9);
b) the tool (9) is chucked between the workpiece headstock (2) and the tailstock (8)
and is driven in rotation;
c) a grinding headstock (2) carries a grinding spindle with at least one rotating
grinding wheel (4), specifically in an arrangement such
d) that the grinding wheel (4) can be advanced perpendicularly or obliquely onto the
tool (9) to be ground, in the direction of run of the cutting teeth (16) and grooves
(17) of the latter;
e) a rotating control disc (11) with a control comb (12) on its circumference is located
in a control device (10) of the grinding machine and is moved to and fro over a selectable
angular range by means of an oscillating rotary drive;
f) the control device (10) comprises a device (13) for sensing the control comb (12)
in the selected angular range, the reciprocal movement of the tool (9) and of the
grinding wheel (4) being controlled in accordance with the signals and/or actuating
forces obtained during sensing, and coordination being provided in such a way
g) that a to-and-fro movement of the control disc (11) with respect to the sensing
device (13) corresponds to the grinding cycle on a cutting tooth (16).
1. Procédé pour détalonner à la meule les dents coupantes de tarauds, d'outils à former
les filets et d'outils analogues, comprenant les étapes de procédé suivantes :
a) un disque abrasif rotatif est guidé dans la direction d'étendue des dents coupantes
par le biais de l'outil rotatif et est avancé radialement vers l'intérieur ;
b) le mouvement d'avance est superposé à un mouvement d'entrée radial supplémentaire
produisant un détalonnage ;
c) le mouvement d'entrée supplémentaire est commandé par un corps rotatif, qui présente,
dans sa région périphérique, un contour de commande déterminant le contour du détalonnage
;
d) un mouvement de balayage rotatif de ce contour de commande influence un mouvement
commandé en sens inverse du disque abrasif et de l'outil dans la direction d'étendue
des dents coupantes l'un vers l'autre et à l'écart l'un de l'autre et permet de créer
le contour de détalonnage prédéfini sur les dents coupantes ;
e) le contour de commande est balayé dans un mouvement d'oscillation rotatif, une
rotation avant et arrière ayant lieu pour chaque dent coupante sur un angle périphérique
limité du contour de commande ;
f) le choix de l'angle périphérique à partir de la plage périphérique totale du contour
de commande détermine conjointement avec les vitesses de rotation du mouvement de
balayage rotatif et de l'outil, le contour de détalonnage des dents coupantes.
2. Procédé selon la revendication 1, dans lequel les vitesses de rotation du mouvement
de balayage rotatif et de l'outil sont fonctionnellement variables.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, dans lequel le contour de commande du corps
rotatif comprend à la manière d'une courbe combinée, les valeurs de départ pour de
nombreux contours de détalonnage possibles.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, comprenant les caractéristiques
suivantes :
a) le corps rotatif de commande est réalisé sous forme de disque de commande rotatif
avec une périphérie active en tant que contour de commande sous forme de peigne de
commande ;
b) le contour du peigne de commande est balayé mécaniquement ;
c) des signaux de commande et/ou des forces de réglage obtenus à partir du mouvement
de balayage déterminent le mouvement en sens inverse du disque abrasif et de l'outil
dans la direction d'étendue des dents coupantes l'un vers l'autre et à l'écart l'un
de l'autre et donc le contour de détalonnage des dents coupantes.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, pour le détalonnage des dents
coupantes dans l'entrée de tarauds, le contour du disque abrasif étant adapté au contour
de l'entrée et le contour de commande correspondant au contour de détalonnage des
dents coupantes dans la région de l'entrée également dans la région périphérique du
corps rotatif de commande étant mémorisé.
6. Meuleuse du type meuleuse cylindrique ou non cylindrique universelle pour mettre en
oeuvre le procédé pour détalonner les dents coupantes de tarauds, d'outils à former
les filets et d'outils analogues selon les revendications 1 à 5, comprenant les caractéristiques
suivantes :
a) sur un lit de machine (1) peut être déplacée une table de meulage (5) avec une
poupée de broche porte-pièce (2) et une contre-poupée (8) dans la direction longitudinale
du tarauds, de l'outil à former les filets ou d'un outil analogue (9) ;
b) l'outil (9) est serré entre la poupée de broche porte-pièce (2) et la contre-poupée
(8) et est entraîné en rotation ;
c) une poupée de broche porte-pièce (2) porte une broche de meulage avec au moins
un disque abrasif rotatif (4), et ce dans un agencement tel :
d) que le disque abrasif (4) puisse être avancé perpendiculairement ou obliquement
vers l'outil à meuler (9) dans la direction d'étendue de ses dents coupantes (16)
et de ses rainures (17) ;
e) qu'un disque de commande rotatif (11) avec un peigne de commande (12) sur sa périphérie
se trouve dans un dispositif de commande (10) de la meuleuse, lequel est déplacé d'avant
en arrière par un entraînement en rotation oscillant sur une plage angulaire sélectionnable
;
f) que le dispositif de commande (10) comprenne un dispositif (13) pour balayer le
peigne de commande (12) dans la plage angulaire sélectionnée, le mouvement en sens
inverse de l'outil (9) et du disque abrasif (4) étant commandé en fonction des signaux
et/ou des forces de réglage obtenus lors du balayage et l'adaptation étant prévue
de telle sorte :
g) qu'un mouvement de va et vient du disque de commande (11) par rapport au dispositif
de balayage (13) corresponde au cycle de meulage au niveau d'une dent coupante (16).