[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Mikroskopiesystem zur Abbildung eines in einer
Objektebene des Mikroskopiesystems anordenbaren Objekts.
[0002] Ein vibrationsfestes Mikroskop ist aus der
DE 101 33 671 A1 bekannt. Das Mikroskop umfasst ein optisches Mikroskopsystem, das ein Objektbild
in einem Feld vorbestimmten Formats erzeugt, einen ersten Sensor zum Messen der Neigung
des gesamten Mikroskopsystems, einen zweiten Sensor zum Messen der Bewegung des gesamten
Mikroskopsystems, eine Ablenkvorrichtung zum Ablenken von das Mikroskopsystem durchlaufendem
Objektlicht in beliebige Richtung und mit beliebigem Winkel, und eine Steuereinheit
zum Einstellen der Ablenkrichtung und des Ablenkwinkels des Objektlichts mit der Ablenkvorrichtung
abhängig von den Messungen des ersten Sensors und des zweiten Sensors, so dass das
Bild trotz einer Neigung oder Bewegung des Mikroskopsystems stationär bleibt.
[0003] Das Mikroskopiesystem umfasst wenigstens ein Abbildungssystem, welches wenigstens
einen Abbildungsstrahlengang zur Abbildung eines endlichen (d.h. nicht punktförmigen)
Abbildungsfeldes der Objektebene bereitstellt, sowie eine Versatzeinrichtung, welche
ausgebildet ist, das Abbildungsfeld des Abbildungssystems in der Objektebene translatorisch
zu verlagern.
[0004] Derartige Mikroskopiesysteme finden beispielsweise in der Medizintechnik als Operationsmikroskope
Verwendung, um ein in einer Objektebene angeordnetes Objekt zu beobachten.
[0005] Dabei wird das Operationsmikroskop üblicherweise von einem an einer Decke befestigten
oder auf dem Boden stehenden Stativ getragen. Das Stativ dient als Versatzeinrichtung,
um eine Positionierung des Operationsmikroskops über einem betrachteten Objekt zu
erlauben. Hierfür erlaubt das Stativ üblicherweise eine translatorische Verlagerung
des Abbildungssystems mit bis zu drei Freiheitsgraden (vor/zurück, links/rechts, oben/unten)
sowie zumeist eine rotatorische Bewegung des Operationsmikroskops mit wenigstens einem
Freiheitsgrad (Schwenkung gegenüber der Waagrechten).
[0006] Derartige Stative sind relativ teuer, da sie einerseits in eingerastetem Zustand
eine große Stabilität und Schwingungsfreiheit aufweisen und gleichzeitig leicht betätigbar
sein müssen. Hierfür muss das Stativ ausreichend massiv ausgeführt sein, und das von
ihm getragene Operationsmikroskop muss durch Federn oder Gegengewichte in möglichst
jeder möglichen Stellung des Operationsmikroskops ausbalanciert sein. Weiter muss
eine Positionierung mit hoher Genauigkeit möglich sein, da ein Abbildungsfeld (durch
ein Abbildungssystem des Operationsmikroskops abgebildeter Bereich der Objektebene)
des Operationsmikroskops insbesondere bei hoher Vergrößerung sehr klein ist.
[0007] Der vorstehend beschriebene Aufbau eines Mikroskopiesystems bestehend aus einem Operationsmikroskop
und einem dieses tragenden Stativ aus dem Stand der Technik weist die folgenden Nachteile
auf:
[0008] Aufgrund der großen Masse des Operationsmikroskops und des Stativs ist es in Folge
der zu beschleunigenden bzw. abzubremsenden trägen Massen auch bei optimal ausbalanciertem
Stativ nur schwer möglich, kleinen Bewegungen eines betrachteten Objektes durch Verlagerung
des Operationsmikroskops zu folgen oder Feineinstellungen in der Positionierung des
Operationsmikroskops vorzunehmen.
[0009] Weiter ist die Betätigung eines herkömmlichen Stativs auch bei einer optimalen Ausbalancierung
körperlich anstrengend, wenn viele kleine Positionierungen vorgenommen werden müssen.
Hierzu trägt die Tatsache bei, dass es eine neue Positionierung des Operationsmikroskops
in der Regel erforderlich macht, dass der Benutzer direkt oder mittelbar über eine
Steuerung mit seinen Händen tätig wird und somit seine Arbeit unterbrechen muss.
[0010] Zur Lösung dieser Probleme ist aus der
DE 103 30 581 A1 ein Operationsmikroskopiesystem mit einer mechanisch-motorischen Verlagerungseinrichtung
bekannt, welche zwischen dem Operationsmikroskop und dem Stativ eingefügt ist, um
das Operationsmikroskop durch einen ansteuerbaren Antrieb relativ zu der Objektebene
lateral verlagern zu können, ohne hierbei die Bremsen in den Gelenken des Stativs
lösen und die Ausrichtung von Stativglieder relativ zueinander ändern zu müssen.
[0011] Diese Verlagerungseinrichtung weist allerdings den Nachteil auf, dass sie technisch
aufwendig ist und aufgrund ihres Eigengewichts ein vergleichsweise aufwendigeres und
stabileres Stativ notwendig macht. Weiter ist für eine Verlagerung des Operationsmikroskops
immer noch eine Beschleunigung der trägen Masse des Operationsmikroskops erforderlich.
Die träge Masse des Operationsmikroskops verhindert zum einen eine schnelle Verlagerung.
Zum anderen besteht bei einer schnellen positiven oder negativen Beschleunigung der
trägen Masse des Operationsmikroskops die Gefahr, dass Schwingungen erzeugt und auf
das Stativ übertragen werden. Zudem ist es bei direkter visueller Beobachtung nach
einer Verlagerung des Operationsmikroskops erforderlich, dass der Benutzer seine Arbeitsposition
zumindest geringfügig anpasst.
[0012] Aufgrund der vorstehend beschriebenen Nachteile des Standes der Technik ist es derzeit
praktisch nicht möglich, kleine, schnelle und insbesondere periodische Verlagerungen
des Operationsmikroskops durchzuführen, um auf beispielsweise durch die Atmung eines
Patienten hervorgerufene Verlagerungen eines betrachteten Objektes in der Objektebene
zu reagieren.
[0013] Das Dokument
US 2005/0248837 A1 lehrt das Vorsehen eines in zwei Achsen verschwenkbaren Spiegels zwischen Objektivlinsen
eines Mikroskopiesystems, um einen Versatz des Abbildungsfeldes in der Objektebene
zu bewirken. Mit der Verschwenkung des Spiegels kann auch die Bewegung eines Manipulators
koordiniert werden. Gemäß einer alternativen Lehre wird statt des Verschwenkens einer
Spiegelfläche die Verlagerung einer optischen Linse quer zur optischen Achse offenbart.
[0014] Das Dokument
WO 2006/081031 A2 offenbart ein optisches adaptives Scan-Mikroskop ASOM. Auch hier wird offenbart,
dass zwischen dem Objekt und einem verschwenkbaren Spiegel wenigstens eine Objektivlinse
angeordnet ist, wobei durch das Verschwenken des Spiegels unterschiedliche Bereiche
der Objektebene nacheinander abgetastet werden. Das Gesamtbild wird aus einer Vielzahl
derartiger Abtastungen gewonnen. Dieses Dokument wurde erst am 3. August 2006, und
somit nach dem Prioritätstag der vorliegenden Patentanmeldung veröffentlicht.
[0015] Das Dokument
GB 2 149 045 A lehrt, einen Laserstrahl mittels eines Zwei-Achsen-Schwenkspiegels an einer gewünschten
Position innerhalb eines Abbildungsfeldes anzuordnen und den Laserstrahl innerhalb
des Abbildungsfeldes zu verlagern. Eine Verlagerung des Abbildungsfeldes selber wird
nicht offenbart. Das Dokument betrifft insbesondere die Mechanik für ein manuelles
Verschwenken des Spiegels.
[0016] Ausgehend hiervon ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Mikroskopiesystem
bereitzustellen, welches eine Verlagerung eines Abbildungsfeldes der Objektebene auf
besonders einfache, schnelle, zuverlässige und vibrationsfreie Weise ermöglicht. Weiter
ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren bereitzustellen, welches
eine Verlagerung des Abbildungsfeldes der Objektebene eines Stereo-Mikroskopiesystem
auf besonders einfache, schnelle, zuverlässige und vibrationsfreie Weise ermöglicht.
[0017] Die vorstehende Aufgabe wird durch ein Mikroskopiesystem mit der Kombination der
Merkmale der unabhängigen Ansprüche 1 und 5 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen finden
sich in den Unteransprüchen.
[0018] Gemäß einer ersten bevorzugten Ausführungsform umfasst ein Mikroskopiesystem zur
Abbildung eines in einer Objektebene des Mikroskopiesystems anordenbaren Objekts ein
Abbildungssystem, eine Versatzeinrichtung und eine Steuerung. Das Abbildungssystem
stellt wenigstens einen Abbildungsstrahlengang zur Abbildung eines Abbildungsfeldes
der Objektebene bereit. Dabei wird unter Abbildungsfeld der endliche (d.h. nicht punktförmige)
Bereich der Objektebene verstanden, der zu einem Zeitpunkt von dem wenigstens einen
Abbildungsstrahlengang des Abbildungssystems abgebildet werden kann. Das Abbildungsfeld
wird im Stand der Technik häufig auch als Objektfeld bezeichnet. Die Versatzeinrichtung
ist ausgebildet, das Abbildungsfeld des Abbildungssystems in der Objektebene translatorisch
zu verlagern. Die Steuerung ist ausgebildet, einen gewünschten Versatz des Abbildungsfelds
in der Objektebene zu ermitteln und die Versatzeinrichtung entsprechend zu steuern.
Dabei weist die Versatzeinrichtung eine entlang des wenigstens einen Abbildungsstrahlengangs
angeordnete erste Spiegelfläche zur Ablenkung des wenigstens einen Abbildungsstrahlengangs
auf, welche erste Spiegelfläche in Abhängigkeit von dem durch die Steuerung ermittelten
Versatz verschwenkbar ist.
[0019] Somit erfolgt in der ersten Ausführungsform ein gewünschter, durch die Steuerung
ermittelter Versatz des Abbildungsfeldes der Objektebene relativ zu der Objektebene
durch Verschwenken einer den wenigstens einen Abbildungsstrahlengang des Abbildungssystem
ablenkenden ersten Spiegelfläche. Dabei bezeichnet der Begriff "Spiegelfläche" in
diesem Dokument allgemein die Reflexionsoberfläche eines optischen Umlenkelements.
[0020] Dabei kann die Spiegelfläche beispielsweise frei oder um eine oder mehrere vorgegebene
unterschiedliche Schwenkachsen verschwenkbar sein. Die Schwenkachsen können wahlweise
außerhalb oder innerhalb der Spiegelfläche liegen. Auch können die Spiegelfläche und
die Schwenkachsen wahlweise in der gleichen oder in unterschiedlichen Ebenen liegen.
Gemäß einer Ausführungsform sind zwei zueinander orthogonale Schwenkachsen vorgesehen,
die sich in einem Bereich der Spiegelfläche schneiden, an dem eine optische Achse
eines auf die Spiegelfläche einfallenden Abbildungsstrahlengangs auf die Spiegelfläche
trifft. Dieser Bereich kann in der Mitte der Spiegelfläche liegen. Die Schwenkachsen
sind gedachte Achsen. Das bedeutet, dass die Spiegelfläche um diese gedachten Achsen
herum gedreht wird, und bedeutet nicht, dass eine Welle, wie zum Beispiel ein Stab
oder eine Stange, eingebaut sein muss.
[0021] Alternativ kann der Versatz des Abbildungsfeldes auch dadurch bewirkt werden, dass
die Spiegelfläche um eine Drehachse rotiert wird, die im wesentlichen parallel zu
einer von optischen Elementen (insbesondere optischen Linsen) des Abbildungssystems
festgelegten optischen Achse des wenigstens einen von dem Abbildungssystem auf die
Spiegelfläche einfallenden Abbildungsstrahlenganges ausgerichtet ist. Im Rahmen dieser
Anmeldung wird unter einer Drehachse, die im wesentlichen parallel zu der optischen
Achse ausgerichtet ist, verstanden, dass sich die jeweils von der Drehachse bzw. der
optischen Achse und einer gemeinsamen Normalen aufgespannten Ebenen unter einem Winkel
kleiner 20°, vorzugsweise kleiner 5° und besonders bevorzugt kleiner 2° schneiden.
Dabei können die Drehachse und die optische Achse auch zusammenfallen. Anders gesagt
kann die Spiegelfläche auch um eine Drehachse rotiert werden, die mit einer Normalen
zur Spiegelfläche einen von Null verschiedenen Winkel einschließt. Durch eine derartige
Rotation der Spiegelfläche wird gleichzeitig ein Verschwenken der Spiegelfläche relativ
zu der optischen Achse des wenigstens einen von dem Abbildungssystem auf die Spiegelfläche
einfallenden Abbildungsstrahlenganges bewirkt, was den Versatz des Abbildungsfeldes
in der Objektebene zur Folge hat.
[0022] Ein Verschwenken einer Spiegelfläche ist mit hoher Genauigkeit möglich. Da lediglich
die träge Masse eines die Spiegelfläche bereitstellenden Umlenkelements (wie beispielsweise
aber nicht abschließend eines optischen Spiegels oder Prismas) sowie eines ggf. vorhandenen
Antriebs und/oder Getriebes, nicht jedoch die träge Masse des ganzen Abbildungssystems
beschleunigt werden muss, sind auch kleine, schnelle und insbesondere periodische
Verlagerungen des Abbildungsfeldes auf besonders einfache und zuverlässige Weise möglich.
Dabei arbeitet die Versatzeinrichtung aufgrund der kleinen zu beschleunigenden trägen
Masse auch bei starken Beschleunigungen nahezu vibrationsfrei.
[0023] Da für den gewünschten Versatz des Abbildungsfeldes lediglich die Spiegelfläche verschwenkt
wird, das Abbildungssystem jedoch ortsfest bleibt, kann eine Arbeitsposition eines
Benutzers nach dem Versatz des Abbildungsfeldes auch bei direkter visueller Beobachtung
unverändert beibehalten werden.
[0024] Bei einem Versatz, der beispielsweise weniger als ein Viertel und bevorzugt weniger
als ein Achtel eines Arbeitsabstandes des Abbildungssystems von der Objektebene beträgt,
erfolgt zudem weiterhin eine nahezu senkrechte Abbildung der Objektebene mittels des
Abbildungssystems. Dabei wird jedoch betont, dass auch eine nicht senkrechte Betrachtung
der Objektebene durch das Abbildungssystem in den meisten Fällen nicht schädlich ist
und sogar gewünscht sein kann.
[0025] Gemäß einer Ausführungsform kann die Versatzeinrichtung weiter eine entlang des wenigstens
einen Abbildungsstrahlengangs angeordnete zweite Spiegelfläche zur Ablenkung des wenigstens
einen Abbildungsstrahlengangs aufweisen, welche zweite Spiegelfläche in Abhängigkeit
von dem durch die Steuerung ermittelten Versatz verschwenkbar ist. Dann kann die erste
Spiegelfläche um eine erste Schwenkachse und die zweite Spiegelfläche um eine zweite
Schwenkachse schwenkbar sein, welche zweite Schwenkachse von der ersten Schwenkachse
verschieden ist.
[0026] Somit kann die Verlagerung des Abbildungsfeldes auch durch Verschwenken von zwei
oder auch mehr Spiegelflächen, welche den wenigstens einen Abbildungsstrahlengang
nacheinander ablenken, gemeinsam bewirkt werden. Dies kann Vorteile bringen, da ein
Verschwenken einer Spiegelfläche um eine einzige vorgegebene Achse häufig einfacher
und mit größerer Genauigkeit möglich ist, als eine freie Verschwenkung einer Spiegelfläche.
[0027] Dabei kann die erste Schwenkachse mit einer ersten Ablenkungsebene, die von einer
auf die erste Spiegelfläche einfallenden und von der ersten Spiegelfläche ausfallenden
optischen Achse des wenigstens einen Abbildungsstrahlengangs aufgespannt ist, einen
Winkel von im wesentlichen 90° einschließen. Dabei ist die optische Achse von optischen
Elementen (insbesondere optischen Linsen) des Abbildungssystems festgelegt. Weiter
kann die zweite Schwenkachse mit einer zweiten Ablenkungsebene, die von der auf die
zweite Spiegelfläche einfallenden und von der zweiten Spiegelfläche ausfallenden optischen
Achse des wenigstens einen Abbildungsstrahlengangs aufgespannt ist, einen Winkel von
im wesentlichen 90° einschließen und gleichzeitig zu der ersten Ablenkungsebene im
wesentlichen parallel angeordnet sein.
[0028] Dabei wird in dieser Anmeldung unter "im wesentlichen 90°" eine Abweichung von 90°
um höchstens 5° und bevorzugt höchstens 2° und besonders bevorzugt höchstens 1° verstanden.
Weiter wird in dieser Anmeldung unter einer Schwenkachse, die zu einer Ablenkungsebene
im wesentlichen parallel ist, verstanden, dass die Schwenkachse zu der Ablenkungsebene
parallel ist oder dass die Schwenkachse die Ablenkungsebene schneidet und dabei mit
der Ablenkungsebene einen Winkel von kleiner 5° und bevorzugt kleiner 2° einschließt.
Weiter können die Schwenkachse und die Ablenkungsebene alternativ auch zusammenfallen.
[0029] Gemäß einer Ausführungsform verlaufen die erste und zweite Schwenkachse jeweils in
einem Bereich, in dem die auf die jeweilige erste und zweite Spiegelfläche einfallende
optische Achse auf die jeweilige Spiegelfläche trifft. Dieser Bereich kann in der
Mitte der jeweils zugehörigen ersten und zweiten Spiegelfläche liegen.
[0030] Diese Beziehung der ersten und zweiten Schwenkachse relativ zu dem wenigstens einen
Abbildungsstrahlengang bzw. relativ zueinander weist den Vorteil auf, dass ein Verschwenken
der ersten und zweiten Spiegelfläche um die Schwenkachsen neben der Verlagerung des
Abbildungsfeldes relativ zur Objektebene keine bzw. nur eine vernachlässigbare Rotation
der durch das Abbildungssystem erzeugten Abbildung des Abbildungsfelds hervorruft.
Weiter wird so eine Translation des Abbildungsfeldes in der Objektebene in zwei Richtungen,
die miteinander ebenfalls einen Winkel von im wesentlichen 90° einschließen, ermöglicht.
[0031] Alternativ oder zusätzlich kann das Mikroskopiesystem weiter eine Kompensationseinrichtung
umfassen, welche eine Rotation der durch das Abbildungssystem erzeugten Abbildung
des Abbildungsfelds bewirkt. Dabei steuert die Steuerung die Kompensationseinrichtung
in Abhängigkeit von einer Verschwenkung der ersten und/oder zweiten Spiegelfläche
so, dass eine durch eine Verschwenkung der Spiegelflächen ggf. hervorgerufene Rotation
der durch das Abbildungssystem bereitgestellten Abbildung des Abbildungsfelds durch
eine von der Kompensationseinrichtung bewirkte Rotation der Abbildung wieder aufgehoben
wird.
[0032] Dabei kann das Abbildungssystem wenigstens eine in dem wenigstens einen Abbildungsstrahlengang
angeordnete Kamera zur Erzeugung von Bilddaten aufweisen und die Kompensationseinrichtung
mit der wenigstens einen Kamera verbunden sein. Dann kann die Kompensationseinrichtung
eine Rotation der von der wenigstens einen Kamera erzeugten Bilddaten durch elektronische
Bildverarbeitung bewirken, um eine durch eine Verschwenkung der Spiegelflächen ggf.
hervorgerufene Rotation der durch das Abbildungssystem bereitgestellten Abbildung
des Abbildungsfelds auf besonders einfache Weise zu kompensieren.
[0033] Alternativ oder zusätzlich kann die Kompensationseinrichtung wenigstens eine in dem
wenigstens einen Abbildungsstrahlengang angeordnete und durch die Steuerung einstellbare
Prisma-Anordnung aufweisen. Dabei ist die Prisma-Anordnung bevorzugt ausgebildet,
bei einer Verdrehung des Prismas eine Bilddrehung um die von optischen Elementen des
Abbildungssystems festgelegte optische Achse als Drehachse zu bewirken.
[0034] Gemäß einer zweiten bevorzugten Ausführungsform, die mit der vorangegangenen ersten
bevorzugten Ausführungsform auch kombiniert werden kann, umfasst ein Mikroskopiesystem
zur Abbildung eines in einer Objektebene des Mikroskopiesystems anordenbaren Objekts
ein Abbildungssystem, welches wenigstens einen Abbildungsstrahlengang zur Abbildung
eines Abbildungsfeldes der Objektebene bereitstellt, sowie eine Versatzeinrichtung,
welche ausgebildet ist, das Abbildungsfeld des Abbildungssystems in der Objektebene
translatorisch zu verlagern. Dabei weist die Versatzeinrichtung wenigstens ein Paar
von entlang des wenigstens einen Abbildungsstrahlengangs angeordneten ersten und zweiten
Spiegelflächen zur Ablenkung des wenigstens einen Abbildungsstrahlengangs auf. Dabei
ist das wenigstens eine Paar von Abbildungsstrahlengängen nacheinander an der ersten
und der zweiten Spiegelfläche reflektiert. Weiter ist die erste Spiegelfläche um eine
erste Schwenkachse verschwenkbar, welche erste Schwenkachse mit einer ersten Ablenkungsebene,
die von einer auf die erste Spiegelfläche einfallenden und von der ersten Spiegelfläche
ausfallenden optischen Achse des wenigstens einen Abbildungsstrahlengangs aufgespannt
ist, einen Winkel von im wesentlichen 90° einschließt. Dabei ist die optische Achse
durch optische Elemente (insbesondere optische Linsen) des Abbildungssystems festgelegt.
Zudem ist die zweite Spiegelfläche um eine zweite Schwenkachse verschwenkbar, welche
zweite Schwenkachse mit einer zweiten Ablenkungsebene, die von der auf die zweite
Spiegelfläche einfallenden und von der zweiten Spiegelfläche ausfallenden optischen
Achse des wenigstens einen Abbildungsstrahlengangs aufgespannt ist, einen Winkel von
im wesentlichen 90° einschließt. Zudem ist die zweite Schwenkachse zu der ersten Ablenkungsebene
im wesentlichen parallel angeordnet. Dabei kann die zweite Schwenkachse auch in der
ersten Ablenkungsebene liegen.
[0035] Durch Verschwenken der ersten und/oder zweiten Spiegelfläche um die erste und/oder
zweite Schwenkachse kann so eine translatorische Verlagerung des Abbildungsfeldes
in der Objektebene in zwei Richtungen, welche miteinander einen Winkel von im wesentlichen
90° einschließen, bewirkt werden. Dabei führt die genannte Orientierung der ersten
und zweiten Schwenkachse relativ zu dem wenigstens einen Abbildungsstrahlengang dazu,
dass ein Verschwenken der Spiegelflächen keine bzw. nur eine vernachlässigbare Rotation
der durch das Abbildungssystem erzeugten Abbildung des Abbildungsfelds hervorruft.
[0036] Wie bei der ersten bevorzugten Ausführungsform kann das Mikroskopiesystem weiter
eine Steuerung aufweisen, welche ausgebildet ist, einen gewünschten Versatz des Abbildungsfelds
in der Objektebene zu ermitteln und die erste und zweite Spiegelfläche in Abhängigkeit
von dem ermittelten Versatz um die jeweilige erste bzw. zweite Schwenkachse zu verschwenken.
[0037] Allgemein kann das Abbildungssystem wenigstens eine in dem wenigstens einen Abbildungsstrahlengang
angeordnete Kamera zur Erzeugung von Bilddaten aufweisen und die Steuerung mit der
wenigstens einen Kamera verbunden und weiter ausgebildet sein, in den Bilddaten automatisch
die Position eines Markers zu detektieren und den ersten und/oder zweiten Antrieb
automatisch in Abhängigkeit von der detektierten Position des Markers zu steuern.
[0038] Dabei kann es sich bei dem Marker beispielsweise um ein separates, in der Objektebene
eigens angeordnetes Element (z.B. ein charakteristisch ausgebildeter Aufkleber) oder
aber auch um ein in den Bilddaten automatisch identifiziertes charakteristisches Element
des Objektes selber (wie z.B. ein in den Bilddaten abgebildetes chirurgisches Element
/ Instrument oder ein bestimmtes Körperteil eines Patienten wie z.B. ein Zahn oder
ein Organ) handeln.
[0039] Dabei kann es wünschenswert sein, wenn die Steuerung ausgebildet ist, den ersten
und/oder zweiten Antrieb automatisch so zu steuern, dass die Position des Markers
in den Bilddaten im wesentlichen konstant bleibt.
[0040] Hierdurch ist beispielsweise eine (auch automatische) Bildstabilisierung oder ein
(auch automatisches) Nachverfolgen der Bewegung eines betrachteten Objektes möglich.
Die Bildstabilisierung ist insbesondere dann wünschenswert, wenn ein betrachtetes
Objekt (beispielsweise in Folge von Atmung eines Patienten) periodische Lageveränderungen
aufweist. Bei der Nachverfolgung der Bewegung eines Objektes ist es beispielsweise
möglich, der Bewegung eines chirurgischen Instrumentes zu folgen und das chirurgische
Instrument immer in der Mitte des Abbildungsfeldes zu halten.
[0041] Weiter oder alternativ kann die Steuerung auch eine Benutzerschnittstelle wie beispielsweise
eine Tastatur, ein Fußpedal, einen Joystick, eine Sprachsteuerung etc. aufweisen,
und den gewünschten Versatz des Abbildungsfelds in der Objektebene in Abhängigkeit
von einem über die Benutzerschnittstelle empfangenen Steuerbefehl ermitteln.
[0042] Dabei kann durch einen Benutzer über die Benutzerschnittstelle beispielsweise ein
absoluter Versatz (z.B. in Form von Zielkoordinaten), ein relativer Versatz (z.B.
in Form eines von der aktuellen Mitte der Abbildung ausgehenden Versatzvektors) und/oder
lediglich eine Richtung eines Versatzes in Verbindung mit einer Zeitspanne (z.B. Halten
eines Joysticks in eine gewünschte Richtung bis ein gewünschter Versatz erreicht ist)
eingegeben werden.
[0043] Dabei kann die Benutzerschnittstelle weiter ausgebildet sein, um Steuerbefehle von
einem Benutzer in Form von Sprache und/oder einer Augenbewegung und/oder einer Fußbewegung
und/oder einer Kopfbewegung und/oder einer Handbewegung des Benutzers zu empfangen
und (in digitaler oder analoger Form) an die Steuerung auszugeben.
[0044] Allgemein kann das Abbildungssystem eine Mehrzahl von optischen Linsen umfassen.
Gemäß einer Ausführungsform ist dann zwischen der ersten und der zweiten Spiegelfläche
wenigstens eine optische Linse des Abbildungssystems angeordnet.
[0045] Um durch mehrfache Faltung des wenigstens einen Abbildungsstrahlenganges einen möglichst
kompakten Aufbau des Mikroskopiesystems zu erzielen, kann das Abbildungssystem zur
Ablenkung des wenigstens einen Abbildungsstrahlengangs weiter eine dritte Spiegelfläche
und eine vierte Spiegelfläche aufweisen. Dann kann der wenigstens eine Abbildungsstrahlengang
nacheinander an der ersten Spiegelfläche, der zweiten Spiegelfläche, der dritten Spiegelfläche
und der vierten Spiegelfläche reflektiert sein.
[0046] Dabei kann es vorteilhaft sein, wenn die erste Spiegelfläche und die vierte Spiegelfläche
relativ zueinander einen Winkel von zwischen 60° und 120° und bevorzugt zwischen 80°
und 100° einschließen, sowie die zweite Spiegelfläche und die dritte Spiegelfläche
relativ zueinander einen Winkel von zwischen 60° und 120° und bevorzugt zwischen 80°
und 100° einschließen. Weiter können die dritte Spiegelfläche und die vierte Spiegelfläche
relativ zueinander einen Winkel von im wesentlichen 60° einschließen. Der Grund ist,
dass unter diesem Winkel angeordnete Spiegelflächen insgesamt wie ein Porro-System
zweiter Art wirken. Folglich heben sich durch die Ablenkungen des wenigstens einen
Abbildungsstrahlenganges an den Spiegelflächen hervorgerufene Seitenvertauschungen
der Abbildung gegenseitig auf. Weiter ist eine durch die Ablenkungen der Abbildungsstrahlengänge
insgesamt hervorgerufene Bildrotation gering bzw. nicht vorhanden.
[0047] Gemäß einer Ausführungsform wird bei einer derartigen Anordnung der ersten bis vierten
Spiegelfläche der wenigstens eine Abbildungsstrahlengang so geführt, dass optische
Achsen des wenigstens einen Abbildungsstrahlengangs in wenigstens einer ersten und
zweiten Ebene verlaufen, die zueinander im wesentlichen parallel sind, sowie in wenigstens
einer dritten Ebene verlaufen, welche zu den beiden ersten und zweiten Ebenen im wesentlichen
senkrecht ist. Dabei soll die Bedingung von "im wesentlichen parallel" und "im wesentlichen
senkrecht" als erfüllt angesehen werden, wenn die dritte Ebene die beiden ersten und
zweiten Ebenen jeweils unter einem Winkel von zwischen 60° und 120° und bevorzugt
zwischen 80° und 100° und besonders bevorzugt zwischen 85° und 95° und insbesondere
90° schneidet. Im vorliegenden Fall wird die erste Ebene durch optische Achsen von
auf die erste Spiegelfläche ein- und ausfallenden Abbildungsstrahlenbündel des wenigstens
einen Abbildungsstrahlenganges, die zweite Ebene durch optische Achsen der auf die
vierte Spiegelfläche ein- und ausfallenden Abbildungsstrahlenbündel des wenigstens
einen Abbildungsstrahlenganges, und die dritte Ebene durch optischen Achsen der auf
die zweite (oder dritte) Spiegelfläche ein- und ausfallenden Abbildungsstrahlenbündel
des wenigstens einen Abbildungsstrahlenganges aufgespannt.
[0048] Dabei kann der wenigstens eine Abbildungsstrahlengang zwischen der zweiten Spiegelfläche
und der dritten Spiegelfläche frei von optischen Linsen sein.
[0049] Gemäß einer Ausführungsform kann der wenigstens eine Abbildungsstrahlengang auch
an mehr oder weniger als vier Spiegelflächen abgelenkt sein, wobei die Spiegelflächen
wechselseitig beliebige Winkel einschließen können. Eine dann auftretende Seitenvertauschung,
Verzerrung oder Rotation der Abbildung kann dann durch eine entsprechende Korrektureinrichtung
wahlweise optisch oder digital korrigiert werden.
[0050] Gemäß einer Ausführungsform weist das Mikroskopiesystem weiter einen zweiten Antrieb
auf, welcher die zweite Spiegelfläche wahlweise um die zweite Schwenkachse verschwenkt.
Zusätzlich oder alternativ kann das Mikroskopiesystem weiter einen ersten Antrieb
aufweisen, welcher die erste Spiegelfläche wahlweise um die erste Schwenkachse verschwenkt.
Dann ist die Steuerung bevorzugt ausgebildet, den ersten und/oder zweiten Antrieb
zu steuern.
[0051] Es kann Vorteile bringen, wenn die erste Spiegelfläche zwischen der Objektebene und
einer entlang des wenigstens einen Abbildungsstrahlengangs ersten optisch wirksamen
Oberfläche des Abbildungssystems angeordnet ist. Der Grund ist, dass der abgelenkte
Abbildungsstrahlengang dann z.B. keine optischen Linsen mehr durchlaufen muss, was
bei einer großen Verkippung der ersten Spiegelfläche ggf. große optische Linsen erforderlich
machen kann. Dabei wird unter einer optisch wirksamen Oberfläche eine Oberfläche mit
einem Krümmungsradius von höchstens 10
4 mm und bevorzugt höchstens 5*10
3 mm und besonders bevorzugt höchstens 10
3 mm verstanden. Somit sollen z.B. plane Filter oder Abdeckscheiben, die in den erfindungsgemäßen
Mikroskopiesystem Verwendung finden können, hier nicht als optisch wirksame Oberfläche
gelten.
[0052] Gemäß einer Ausführungsform ist der Abbildungsstrahlengang zwischen der ersten Spiegelfläche
und der Objektebene frei von optisch wirksamen Elementen. Dabei werden unter optisch
wirksamen Elementen derartige Elemente verstanden, durch deren Hinzufügen oder Entfernen
ein Arbeitsabstand des Mikroskopiesystems um mehr als 0,5% und insbesondere mehr als
1% und weiter insbesondere um mehr als 2% und weiter insbesondere um mehr als 5% verändert
wird. Filter oder Abdeckscheiben werden in diesem Zusammenhang nicht als optisch wirksame
Elemente gesehen.
[0053] Allgemein kann das Mikroskopiesystem als Stereo-Mikroskopiesystem ausgebildet sein,
bei dem das Abbildungssystem wenigstens ein Paar von Abbildungsstrahlengängen bereitstellt,
die in der Objektebene einen Stereowinkel einschließen. Dann kann das Abbildungssystem
ein erstes Teilsystem aufweisen, das eine Mehrzahl von Linsen umfasst, welche entlang
einer gemeinsamen optischen Achse angeordnet und von beiden Abbildungsstrahlengängen
des wenigstens einen Paars von Abbildungsstrahlengängen gemeinsam durchsetzt sind.
[0054] Weiter kann die erste und/oder zweite Spiegelfläche entlang der optischen Achse des
ersten Teilsystems zwischen optischen Linsen des ersten Teilsystems angeordnet sein.
Diese Anordnung der Spiegelflächen im ersten Teilsystem erleichtert es aufgrund der
Verwendung von vergleichsweise großen gemeinsamen optischen Linsen für alle Abbildungsstrahlengänge,
sicherzustellen, dass die Abbildungsstrahlengänge auch nach einem Verschwenken der
Spiegelflächen noch durch die optischen Linsen hindurchgefädelt werden.
[0055] Dabei können wenigstens zwei Linsen des ersten Teilsystems entlang der optischen
Achse relativ zueinander verlagerbar sein, um beispielsweise einen Arbeitsabstand
und/oder eine Vergrößerung für alle Abbildungsstrahlengänge des Mikroskopiesystems
gemeinsam einzustellen.
[0056] Allgemein kann das Abbildungssystem alternativ oder zusätzlich ein zweites Teilsystem
aufweisen, dessen optischen Elemente eine Mehrzahl von Linsen umfassen, welche jeweils
von lediglich einem Abbildungsstrahlengang des wenigstens einen Paars von Abbildungsstrahlengängen
durchsetzt sind. Dabei können wenigstens zwei Linsen des zweiten Teilsystems entlang
eines gemeinsamen Abbildungsstrahlengangs relativ zueinander verlagerbar sein.
[0057] Gemäß einer Ausführungsform kann das Mikroskopiesystem weiter ein Beleuchtungssystem
mit einem Beleuchtungsstrahlengang zur Beleuchtung der Objektebene umfassen, wobei
die erste und/oder zweite Spiegelfläche entlang des Beleuchtungsstrahlengangs angeordnet
ist und wobei der Beleuchtungsstrahlengang wenigstens durch die erste und/oder zweite
Spiegelfläche abgelenkt ist.
[0058] Indem auch der Beleuchtungsstrahlengang von der ersten und/oder zweiten Spiegelfläche
abgelenkt ist, wird der Beleuchtungsstrahlengang bei einem Verschwenken der Spiegelfläche(n)
zum Verlagern des Abbildungsfeldes des Abbildungssystems in der Objektebene automatisch
nachgeführt. Hierfür ist der Beleuchtungsstrahlengang in geeigneter Weise (beispielsweise
mittels eines halbdurchlässigen Spiegels) in den wenigstens einen Abbildungsstrahlengang
eingekoppelt.
[0059] Alternativ kann das Mikroskopiesystem weiter ein Beleuchtungssystem mit einem Beleuchtungsstrahlengang
zur Beleuchtung der Objektebene umfassen, wobei entlang des Beleuchtungsstrahlengangs
wenigstens ein Beleuchtungsspiegel angeordnet ist, welcher in Abhängigkeit von dem
durch die Steuerung ermittelten Versatz verschwenkbar ist. Hierdurch ist sichergestellt,
dass der Beleuchtungsstrahlengang bei einem Versatz des Abbildungsfeldes des Abbildungssystems
durch entsprechendes Verschwenken der wenigstens einen Spiegelfläche durch entsprechendes
Verschwenken des Beleuchtungsspiegels automatisch nachgeführt wird.
[0060] Um neben der schnellen und genauen Positionierung des Abbildungsfeldes mittels der
vorstehend beschriebenen Versatzeinrichtung auch eine grobe Positionierung des Abbildungsfeldes
zu ermöglichen, kann das Mikroskopiesystem weiter ein Stativ umfassen, welches das
Abbildungssystem trägt und wenigstens eine Verstellvorrichtung zur translatorischen
Verlagerung des Abbildungssystems insgesamt aufweist. Dabei kann das Stativ beispielsweise
drei oder mehr translatorische und zwei oder mehr rotatorische Freiheitsgrade aufweisen,
um eine möglichst flexible Positionierung zu erlauben.
[0061] Ein Mikroskopiesystem mit den vorstehen beschriebenen Eigenschaften kann bevorzugt
als Operationsmikroskop verwendet werden.
[0062] Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung unter
Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben. In den Zeichnungen werden
soweit möglich gleiche oder ähnliche Bezugszeichen verwendet, um auf gleiche oder
ähnliche Elemente zu verweisen. Dabei zeigt
- Figur 1A
- schematisch einen Strahlengang durch eine in eine Ebene entfaltete Anordnung wesentlicher
Elemente eines Abbildungssystems eines Mikroskopiesystems gemäß einer bevorzugten
ersten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung;
- Figur 1B
- schematisch eine Aufsicht von oben auf wesentliche Elemente des Abbildungssystems
aus Figur 1A;
- Figur 1C
- schematisch eine Seitenansicht der wesentlichen Elemente des Abbildungssystems aus
Figur 1A;
- Figur 1D
- schematisch eine perspektivische Ansicht einer räumlichen Anordnung der wesentlichen
Elemente des Abbildungssystems aus Figur 1A;
- Figur 2
- schematisch einen Strahlengang durch eine in eine Ebene entfaltete Anordnung wesentlicher
Elemente eines Abbildungssystems eines Mikroskopiesystems gemäß einer zweiten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung;
- Figur 3
- schematisch einen Strahlengang durch eine Anordnung wesentlicher Elemente eines Abbildungssystems
eines Mikroskopiesystems gemäß einer dritten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung;
- Figur 4A
- schematisch eine Seitenansicht eines Mikroskopiesystems gemäß der zweiten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung; und
- Figur 4B
- schematisch eine Seitenansicht eines Mikroskopiesystems gemäß einer vierten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung.
[0063] Im Folgenden wird eine erste bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
unter Bezugnahme auf die Figuren 1A, 1B, 1C und 1D näher erläutert.
[0064] Figur 1A zeigt schematisch einen Strahlengang durch eine in eine Ebene entfaltete
Anordnung wesentlicher Elemente eines Abbildungssystems 26 eines Mikroskopiesystems
gemäß der ersten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung. Dabei zeigen die Figuren
1B, 1C und 1D schematisch verschiedene Ansichten auf wesentliche Elemente des Abbildungssystems
des Mikroskopiesystems gemäß der bevorzugten Ausführungsform. In Figur 1A und 1D sind
zusätzliche Elemente des Mikroskopiesystems schematisch in Form von Blockdiagrammen
dargestellt.
[0065] Das Mikroskopiesystem gemäß der ersten bevorzugten Ausführungsform umfaßt ein optisches
Abbildungssystem 26, welches zwei Paare von Abbildungsstrahlengängen 2a, 2b sowie
2c, 2d bereitstellt.
[0066] Die Abbildungsstrahlengänge 2a und 2b sowie die Abbildungsstrahlengänge 2c und 2d
treffen sich jeweils paarweise in der Objektebene 1. Hauptstrahlen der Abbildungsstrahlengänge
2a, 2b und 2c, 2d schließen dabei jeweils paarweise einen Stereowinkel α ein. Somit
bildet das Mikroskopiesystem ein Stereomikroskop. Dabei kann der in der Objektebene
1 von dem ersten Paar von Abbildungsstrahlengängen 2a, 2b eingeschlossene Stereowinkel
α von dem (in den Figuren nicht gezeigten) Stereowinkel, der in der Objektebene 1
von dem zweiten Paar von Abbildungsstrahlengängen 2c, 2d eingeschlossen wird, verschieden
sein. Die in der Objektebene 1 von den Abbildungsstrahlengängen 2a, 2b sowie 2c, 2d
paarweise eingeschlossenen Stereowinkel können jedoch auch gleich groß sein. In Figur
1A beträgt der Stereowinkel α zwischen 4° und 6°. Die vorliegende Erfindung ist jedoch
nicht auf den vorstehend angegebenen Winkelbereich beschränkt. Vielmehr ist es ausreichend,
wenn der Stereowinkel ungleich Null Grad ist.
[0067] Wie in Figur 1D gezeigt, sind die Abbildungsstrahlengänge 2a, 2b, 2c und 2d ausgebildet,
in der Objektebene 1 paarweise ein Abbildungsfeld F abzubilden. Das Abbildungsfeld
F gibt den endlichen (d.h. nicht punktförmigen) Bereich eines in der Objektebene 1
angeordneten zu untersuchenden Objektes (nicht gezeigt) an, der von den Paaren von
Abbildungsstrahlengängen 2a, 2b und 2c, 2d zu einem Zeitpunkt (d.h. gleichzeitig)
abgebildet wird. Die Größe der Abbildungsfeldes F hängt von der Größe der optischen
Elemente des Abbildungssystems 26 und der durch das Abbildungssystem 26 bereitgestellten
Vergrößerung ab. In dem gezeigten Beispiel weist das Abbildungsfeld F einen Durchmesser
von zwischen 10 mm und 100 mm auf. Die vorliegende Erfindung ist jedoch nicht auf
eine bestimmte Größe des Abbildungsfeldes F beschränkt. Wesentlich ist lediglich,
dass die Paare von Abbildungsstrahlengängen 2a, 2b und 2c, 2d zur Abbildung einer
Fläche und nicht lediglich eines Punktes in der Objektebene 1 ausgebildet sind.
[0068] Das Abbildungssystem 26 wird von einem ersten optischen Teilsystem T1 und einem zweiten
optischen Teilsystem T2 gebildet, welche Teilsysteme T1 und T2 jeweils eine Mehrzahl
optischer Elemente aufweisen.
[0069] Das erste Teilsystem T1 weist entlang einer gemeinsamen optischen Achse K ein erstes
optisches Umlenkelement mit einer ersten optischen Spiegelfläche 3, eine erste, zweite,
dritte, vierte und fünfte optische Linse 4, 5, 6, 7 und 8, ein zweites optisches Umlenkelement
mit einer zweiten optischen Spiegelfläche 9, ein drittes optisches Umlenkelement mit
einer dritten optischen Spiegelfläche 10, eine sechste optische Linse 11, ein viertes
optisches Umlenkelement mit einer vierten optischen Spiegelfläche 12, eine siebte
und achte optische Linse 13 und 14 sowie Prismenteile 15', 15" einer Strahlteileranordnung
15 auf.
[0070] Dabei werden die Linsen 4, 5, 6, 7, 8, 11, 13 und 14 des ersten Teilsystems T1 von
den vier Abbildungsstrahlengängen 2a, 2b, 2c und 2d gemeinsam durchsetzt. Weiter ist
zwischen der dritten und vierten optischen Linse 6, 7 eine afokale Schnittstelle AF
angeordnet, in dem die Abbildungsstrahlengänge 2a, 2b, 2c und 2d jeweils nach Unendlich
abgebildet werden. Das Vorsehen der afokalen Schnittstelle AF ermöglicht einen modularen
Aufbau des Abbildungssystems 26. Es wird jedoch betont, dass die afokale Schnittstelle
AF zur Verwirklichung der Erfindung nicht erforderlich ist.
[0071] Die Abbildungsstrahlengänge 2a, 2b, 2c und 2d werden nacheinander an der ersten Spiegelfläche
3, der zweiten Spiegelfläche 9, der dritten Spiegelfläche 10 und der vierten Spiegelfläche
12 reflektiert und so abgelenkt. Wie besonders gut aus Figur 1D ersichtlich, schließen
dabei Normalenvektoren der durch die erste Spiegelfläche 3 und die vierte Spiegelfläche
12 aufgespannten Ebenen relativ zueinander einen variablen Winkel von zwischen 70°
und 110° ein. Weiter schließen Normalenvektoren der durch die zweite Spiegelfläche
9 und die dritte Spiegelfläche 10 jeweils aufgespannten Ebenen relativ zueinander
einen variablen Winkel von zwischen 70° und 110° ein. Dabei ist die vorliegende Erfindung
jedoch nicht auf einen derartigen Winkelbereich beschränkt. Normelenvektoren der durch
die dritte Spiegelfläche 10 und die vierte Spiegelfläche 12 aufgespannten Ebenen schließen
relativ zueinander einen konstanten Winkel von im wesentlichen 60° ein. Dabei wird
in dieser Anmeldung unter "im wesentlichen 60°" eine Abweichung von 60° um höchstens
5° und bevorzugt höchstens 2° und besonders bevorzugt höchstens 1° verstanden.
[0072] Diese Anordnung der ersten bis vierten Spiegelfläche 3, 9, 10 und 12 wirkt optisch
insgesamt wie ein Porro-System zweiter Art. Das heißt, dass die erste bis vierte Spiegelfläche
3, 9, 10 und 12 sowohl eine Bildumkehr als auch eine Pupillenvertauschung bewirken.
Weiter wird durch diese Anordnung der Spiegelflächen 3, 9, 10 und 12 ein besonders
kompakter Aufbau des Abbildungssystems 26 erzielt.
[0073] Die erste bis fünfte Linse 4, 5, 6, 7 und 8 sind zwischen dem ersten Umlenkelement
mit der ersten Spiegelfläche 3 und dem zweiten Umlenkelement mit der zweiten Spiegelfläche
9 angeordnet. Die sechste Linse 11 ist zwischen dem dritten Umlenkelement mit der
dritten Spiegelfläche 10 und dem vierten Umlenkelement mit der vierten Spiegelfläche
12 angeordnet. Die siebte und achte Linse 13 und 14 sind zwischen dem vierten Umlenkelement
mit der vierten Spiegelfläche 12 und der Strahlteileranordnung 15 angeordnet.
[0074] Somit ist der Strahlengang zwischen dem zweiten Umlenkelement mit der zweiten Spiegelfläche
9 und dem dritten Umlenkelement mit der dritten Spiegelfläche 10 frei von optischen
Linsen. Weiter ist die erste Spiegelfläche 3 zwischen der Objektebene 1 und der ersten
Linse 4 und damit zwischen der Objektebene 1 und der ersten optisch wirksamen Oberfläche
des Abbildungssystems 26 entlang der Abbildungsstrahlengänge 2a, 2b, 2c und 2d angeordnet.
Dabei wird unter einer optisch wirksamen Oberfläche eine Oberfläche mit einem Krümmungsradius
von höchstens 10
4 mm und bevorzugt höchstens 5*10
3 mm und besonders bevorzugt höchstens 10
3 mm verstanden. Somit sollen z.B. plane Filter oder Abdeckscheiben hier nicht als
optisch wirksame Oberfläche gelten. Dabei ist die vorliegende Erfindung jedoch nicht
auf eine derartige Anordnung der ersten Spiegelfläche beschränkt. Somit kann alternativ
die erste wirksame Oberfläche des Abbildungssystems auch zwischen der ersten Spiegelfläche
und der Objektebene angeordnet sein (nicht gezeigt).
[0075] Das die erste Spiegelfläche 3 aufweisende erste Umlenkelement ist um eine erste Schwenkachse
A verschwenkbar. Hierfür ist das erste Umlenkelement mit einem ersten Antrieb 36 verbunden.
In der gezeigten bevorzugten Ausführungsform ist der erste Antrieb 36 ein Schrittmotor,
dessen Motorachse direkt die erste Schwenkachse A bildet, welche das die erste Spiegelfläche
9 aufweisende erste Umlenkelement trägt. Wie am besten aus Figur 1D ersichtlich, führt
ein Verschwenken der ersten Spiegelfläche 3 mittels des ersten Antriebs 37 um die
erste Schwenkachse A zu einer translatorischen Verlagerung des Abbildungsfeldes F
des Abbildungssystems 26 in der Objektebene 1 in X-Richtung. Weiter liegt in Figur
1D die erste Schwenkachse A in einem Bereich, in dem die optische Achse K auf die
erste Spiegelfläche 3 trifft. Dies ist in Figur 1D in der Mitte der ersten Spiegelfläche
3.
[0076] Auf ähnliche Weise ist das die zweite Spiegelfläche 9 aufweisende zweite Umlenkelement
um eine zweite Schwenkachse B verschwenkbar, welche zweite Schwenkachse B von der
ersten Schwenkachse A verschieden ist. Hierfür ist das zweite Umlenkelement mit einem
zweiten Antrieb 37 verbunden, der in der gezeigten Ausführungsform durch einen Schrittmotor
gebildet wird, dessen Motorachse das zweite Umlenkelement trägt und die zweite Schwenkachse
B festlegt. Wie aus Figur 1D ersichtlich, führt ein Verschwenken der zweiten Spiegelfläche
9 mittels des zweiten Antriebs 38 zu einer translatorischen Verlagerung des Abbildungsfeldes
F des Abbildungssystem 26 in der Objektebene 1 in Y-Richtung. Weiter liegt in Figur
1D die zweite Schwenkachse B in einem Bereich, in dem die optische Achse K auf die
zweite Spiegelfläche 9 trifft. Dies ist in Figur 1D in der Mitte der zweiten Spiegelfläche
9.
[0077] In der ersten bevorzugten Ausführungsform schließt die erste Schwenkachse A mit einer
ersten Ablenkungsebene, die von der auf die erste Spiegelfläche 3 einfallenden und
von der ersten Spiegelfläche 3 ausfallenden optischen Achse K der Abbildungsstrahlengänge
2a, 2b, 2c, 2d aufgespannt ist, einen Winkel von im wesentlichen 90° ein. Dabei wird
die optische Achse K durch die Linsen 4 bis 8, 11, 13, 14 des ersten Teilsystems T1
festgelegt. Es ist offensichtlich, dass die optische Achse K in der ersten Ausführungsform
nicht entlang einer einzigen Geraden verläuft, sondern durch die Spiegelflächen 3,
9, 10, 12 abgeknickt ist. Weiter schließt auch die zweite Schwenkachse B mit einer
zweiten Ablenkungsebene, die von der auf die zweite Spiegelfläche 9 einfallenden und
von der zweiten Spiegelfläche 9 ausfallenden optischen Achse K der Abbildungsstrahlengänge
2a, 2b, 2c, 2d aufgespannt ist, einen Winkel von im wesentlichen 90° ein. Anstelle
der optischen Achse K können hier auch Hauptstrahlen der Abbildungsstrahlengänge 2a
bis 2d als Bezug verwendet werden. Ersichtlich müssen die Hauptstrahlen der Abbildungsstrahlengänge
2a, 2b, 2c und 2d hierzu in einer gemeinsamen Ebene liegen. Zudem ist die zweite Schwenkachse
B zu der ersten Ablenkungsebene im wesentlichen parallel angeordnet. Dies bedeutet,
dass die zweite Schwenkachse B zu der ersten Ablenkungsebene parallel ist, oder dass
die zweite Schwenkachse B die erste Ablenkungsebene schneidet und dabei mit der ersten
Ablenkungsebene einen Winkel von kleiner 5° und bevorzugt kleiner 2° einschließt,
oder dass die zweite Schwenkachse B und die erste Ablenkungsebene zusammenfallen.
In der gezeigten ersten Ausführungsform liegt die zweite Schwenkachse B in der ersten
Ablenkungsebene.
[0078] Gemeinsam bilden das erste und zweite Umlenkelement und der erste und zweite Antrieb
36, 37 so eine Versatzeinrichtung, um das Abbildungsfeld F des Abbildungssystems 26
durch kombiniertes Antreiben des ersten und zweiten Antriebs 36, 37 und entsprechendes
Verschwenken der ersten und zweiten Spiegelfläche 3, 9 in der Objektebene 1 translatorisch
in eine beliebige Richtung zu verlagern. Dabei sind der Verlagerung durch die Optik
des Abbildungssystems 26 Grenzen gesetzt, da die Abbildungsstrahlengänge 2a, 2b, 2c,
2d nicht nach außerhalb der von ihnen durchsetzten optischen Linsen 4, 5, 6, 7, 8
des Abbildungssystems 26 verlagert werden dürfen.
[0079] Der erste und zweite Antrieb 36, 37 ist jeweils mit einer Steuerung 28 verbunden.
Der besseren Übersicht wegen ist die Verbindungsleitung zwischen dem ersten Antrieb
36 und der Steuerung 28 in Figur 1A nicht vollständig gezeigt. Die Steuerung 28 ist
mit Benutzerschnittstellen in Form eines Joysticks 29 und eines Mikrophons 29' verbunden.
[0080] Alternativ können jedoch auch beliebige andere Benutzerschnittstellen verwendet werden,
die Steuerbefehle von einem Benutzer beispielsweise in Form von Sprache und/oder einer
Augenbewegung und/oder einer Fußbewegung und/oder einer Kopfbewegung und/oder einer
Handbewegung des Benutzers empfangen und (bevorzugt in digitaler Form oder in analoger
Form) an die Steuerung ausgeben. Dabei können die Steuerbefehle beispielsweise einen
absoluten Versatz, und/oder einen relativen Versatz und/oder lediglich eine Richtung
eines Versatzes in Verbindung mit einer Zeitspanne angeben.
[0081] In Abhängigkeit von einem über den Joystick 29 oder das Mikrophon 29' empfangenen
Befehl eines Benutzers ermittelt die Steuereinrichtung 28 einen gewünschten Versatz
des Abbildungsfeldes F in der Objektebene 1 und steuert die ersten und zweiten Antriebe
36, 37 entsprechend.
[0082] Zur Ermittlung einer für einen gewünschten Versatz des Abbildungsfeldes F erforderlichen
Winkelstellung der ersten und zweiten Spiegelfläche 3, 9 kann die Steuereinrichtung
28 auf eine Tabelle zurückgreifen, in welcher in Abhängigkeit von einer jeweiligen
Gesamtvergrößerung des Mikroskopiesystems die für einen gewünschten Versatz erforderlichen
Winkelstellungen der ersten und zweiten Spiegelfläche 3, 9 gespeichert sind. Alternativ
oder zusätzlich kann sich die Steuerung auch einer entsprechenden Umrechnungs-Formel
bedienen oder die ersten und zweiten Antriebe 36, 37 direkt in Abhängigkeit von einem
empfangenen Befehl eines Benutzers steuern.
[0083] Wie bereits betont, sind die optischen Linsen 4-8 des ersten Teilsystems T1 entlang
der gemeinsamen optischen Achse K angeordnet. Dabei ist die erste Linse 4 relativ
zu der zweiten Linse 5 sowie die dritte Linse 6 relativ zu der vierten Linse 7 entlang
der optischen Achse K verlagerbar, um einen Abstand der Objektebene 1 von dem Abbildungssystem
26 des Mikroskopiesystems und damit einen Arbeitsabstand und/oder eine Vergrößerung
der Abbildung eines in der Objektebene 1 anordenbaren Objektes zu ändern. Gleichzeitig
ist durch geeignete Wahl der Systemdaten dieser optischen Linsen 4, 5, 6 und 7 sichergestellt,
daß die Abbildungsstrahlengänge 2a und 2b sowie 2c und 2d auch nach einer Verlagerung
der Linsen 4, 5, 6, 7 in der Objektebene paarweise den von Null verschiedenen Stereowinkel
α einschließen.
[0084] Auch das zweite Teilsystem T2 des Abbildungssystems 26 weist eine Vielzahl von optischen
Elementen 16' - 22', 16" - 22", 16"' - 22"' und 16"" - 22"" auf, in denen die Abbildungsstrahlengänge
2a, 2b, 2c und 2d jedoch anders als im ersten Teilsystem T1 jeweils getrennt geführt
werden. Dies bedeutet, daß die optischen Linsen 16' - 21', 16" - 21", 16'" - 21"'
und 16"" - 21"" jeweils von je einem Abbildungsstrahlengang 2a, 2b, 2c oder 2d durchsetzt
sind.
[0085] Jeder Abbildungsstrahlengang 2a und 2b des zweiten Teilsystems T2 weist eine nur
schematisch gezeigten stereoskopischen Einblick aus der Tubusoptik mit den Okularen
22', 22" für eine direkte visuelle Beobachtung durch einen Benutzer auf.
[0086] Jeder Abbildungsstrahlengang 2c und 2d des zweiten Teilsystems T2 weist einen Kameraadapter
22"' und 22"" für eine Digitalkamera 31'" und 31"" zur Erzeugung von Bilddaten auf.
Anstelle getrennter Kameras 31"' und 31"" kann auch eine Stereokamera verwendet werden.
Die Kameras 31"' und 31"" sind jeweils mit der Steuerung 28 verbunden.
[0087] Die Steuerung 28 empfängt die von den Kameras 31"', 31"" jeweils erzeugten Bilddaten
und detektiert in den Bilddaten automatisch die Position eines Markers (nicht gezeigt).
Bei diesem Marker kann es sich beispielsweise je nach Anwendungsfall / betrachtetem
Objekt um ein separates, in der Objektebene eigens angeordnetes Element wie beispielsweise
einen charakteristisch ausgebildeten Aufkleber handeln. Alternativ kann es sich bei
dem Marker beispielsweise auch um ein in den Bilddaten automatisch identifiziertes
charakteristisches Element des Objektes selber wie z.B. ein in den Bilddaten abgebildetes
chirurgisches Element (oder Instrument) oder ein bestimmtes Körperteil eines Patienten
handeln.
[0088] In der gezeigten Ausführungsform ist die Steuerung über den Joystick 29 und/oder
das Mikrophon 29' in einen Betriebszustand schaltbar, in dem die Steuerung einen gewünschten
Versatz nicht direkt anhand eines über den Joystick 29 und/oder das Mikrophon 29'
empfangenen Befehls, sondern indirekt anhand der in den Bilddaten detektierten Position
des Markers ermittelt. In der Folge steuert die Steuerung 28 die ersten und zweiten
Antriebe 36, 37 in Abhängigkeit von der detektierten Position des Markers. In dieser
bevorzugten Ausführungsform steuert die Steuerung 28 die ersten und zweiten Antriebe
36, 37 so, dass die detektierte Position des Markers in den Bilddaten im wesentlichen
konstant bleibt. Dies bedeutet, dass die Steuerung die erste und zweite Spiegelfläche
3, 9 mittels der ersten und zweiten Antriebe 36, 37 so verschwenkt, dass ein beispielsweise
in der Mitte der Bilddaten detektierter Marker auch nach einer Verlagerung des Markers
relativ zu der Objektebene in der Mitte der Bilddaten verbleibt. Dabei soll unter
"im wesentlichen konstant" verstanden werden, dass sich die relative Position des
Markers in den Bilddaten um nicht mehr als 30% eines Durchmessers des Abbildungsfeldes
F und bevorzugt um nicht mehr als 10% des Durchmessers des Abbildungsfeldes F verändert.
[0089] Weiter sind jeweils drei Abstände zwischen vier Linsen 16' - 19', 16" - 19", 16'"
- 19'" und 16"" - 19"", die in einem jeweiligen Abbildungsstrahlengang 2a, 2b, 2c
und 2d entlang einer gemeinsamen optischen Achse (nicht gezeigt) angeordnet sind,
relativ zueinander verlagerbar, um eine Änderung einer Vergrößerung der von dem zweiten
Teilsystem T2 in den jeweiligen Abbildungsstrahlengängen 2a, 2b, 2c und 2d jeweils
bewirkten Abbildung zu bewirken.
[0090] Zur paarweisen Trennung der Abbildungsstrahlengänge 2a, 2b, 2c und 2d ist ein physikalischer
Strahlteiler 15 vorgesehen, der eine teilweise transparente Spiegelfläche aufweist,
welche von einem ersten Paar von Abbildungsstrahlengängen 2a und 2b durchsetzt ist
und an welcher ein zweites Paar von Abbildungsstrahlengängen 2c und 2d reflektiert
ist.
[0091] Weiter stellt das Mikroskopiesystem gemäß der ersten bevorzugten Ausführungsform
einen Sekundärstrahlengang 24 bereit, welcher die dritte Spiegelfläche 10 des dritten
Umlenkelements in einem zentralen Bereich durchsetzt. Dieser zentrale Bereich kann
vorzugsweise zwischen Strahlquerschnittsflächen der Abbildungsstrahlengänge 2a, 2b,
2c und 2d liegen. Hierfür weist die dritte Spiegelfläche 10 zumindest bereichsweise
eine Transparenz für Strahlung des Sekundärstrahlengangs 24 auf, die größer ist als
eine Transparenz für Strahlung der Abbildungsstrahlengänge 2a, 2b, 2c, 2d. Die Einkopplung
des Sekundärstrahlenganges 24 kann alternativ jedoch auch auf eine andere Weise erfolgen.
[0092] In Figur 1A wird der Sekundärstrahlengang 24 durch eine Beleuchtungsoptik 30 eines
Beleuchtungssystems gebildet, wobei das Beleuchtungssystem weiter eine Strahlungsquelle
23 umfaßt. Dieses Beleuchtungssystem ist nicht Teil des Abbildungssystems 26.
[0093] Alternativ kann zusätzlich oder anstelle des die Beleuchtungsoptik 30 und die Strahlungsquelle
23 umfassenden Beleuchtungssystems auch ein Infrarot-Beobachtungssystem (nicht gezeigt)
mit einer Infrarot-Abbildungsoptik und einer Infrarot-Kamera vorgesehen sein, wobei
die Infrarot-Abbildungsoptik den Sekundärstrahlengang 24 bereitstellt.
[0094] Weiter kann zusätzlich oder anstelle des Beleuchtungssystems auch ein Laser (nicht
gezeigt) mit einem Strahlführungssystem (nicht gezeigt), welches den Sekundärstrahlengang
24 bereitstellt, vorgesehen sein. Ein derartiger Laser ermöglicht eine Therapie beispielsweise
zur Krebsbehandlung.
[0095] Da der Sekundärstrahlengang 24 nacheinander von der zweiten Spiegelfläche 9 und der
ersten Spiegelfläche 3 reflektiert und so abgelenkt wird, wird der Sekundärstrahlengang
bei einer Verschwenkung der zweiten Spiegelfläche 9 und der ersten Spiegelfläche 3
zwecks translatorischer Verschiebung des Abbildungsfeldes F in der Objektebene 1 automatisch
nachgeführt. Das in Figur 1A gezeigte Mikroskopiesystem weist somit für jede Stellung
der Spiegelflächen eine 0°-Beleuchtung für ein in der Objektebene 1 anordenbares Objekt
auf. Über weite Bereiche überlappen sich in Figur 1A die optische Achse K des ersten
Teilsystems T1 und der Sekundärstrahlengang 24.
[0096] In der vorstehend beschriebenen ersten bevorzugten Ausführungsform ist das erste,
zweite, dritte und vierte Umlenkelement jeweils ein optischer Spiegel. Alternativ
können die Umlenkelemente jedoch beispielsweise auch Prismen mit jeweils wenigstens
einer Spiegelfläche sein. Weiter können das erste, zweite, dritte und vierte Umlenkelement
wahlweise jeweils mehrere Spiegelflächen zur Ablenkung der Abbildungsstrahlengänge
2a, 2b, 2c und 2d aufweisen. Zudem können mehr oder weniger als zwei Paar von Abbildungsstrahlengängen
vorgesehen sein.
[0097] Weiter sind in der vorstehend beschriebenen ersten bevorzugten Ausführungsform die
erste, zweite, dritte und vierte Spiegelfläche so angeordnet, dass die gemeinsame
optische Achse K des ersten Teilsystems T1 durch die Spiegelflächen so gefaltet wird,
dass sie in wenigstens einer ersten und zweiten Ebene, die zueinander im wesentlichen
parallel sind, sowie in wenigstens einer dritten Ebene, welche zu den beiden ersten
und zweiten Ebenen im wesentlichen senkrecht ist, liegt. Dabei sollen die Bedingungen
von "im wesentlichen parallel" und "im wesentlichen senkrecht" als erfüllt angesehen
werden, wenn die dritte Ebene die beiden ersten und zweiten Ebenen jeweils unter einem
Winkel von zwischen 60° und 120° und bevorzugt zwischen 80° und 100° und besonders
bevorzugt zwischen 85° und 95° und insbesondere 90° schneidet. Im vorliegenden Fall
wird die erste Ebene durch die auf die erste Spiegelfläche 3 ein- und ausfallende
optische Achse K, die zweite Ebene durch die auf die vierte Spiegelfläche 12 ein-
und ausfallende optische Achse K, und die dritte Ebene durch die auf die zweite (oder
dritte) Spiegelfläche 9 (oder 10) ein- und ausfallende optische Achse K aufgespannt.
[0098] Das Mikroskopiesystem gemäß der ersten bevorzugten Ausführungsform eignet sich besonders
gut zur Verwendung als Operationsmikroskop. Der Grund ist, dass es einem Benutzer
durch Verschwenken der ersten und zweiten Spiegelfläche 3, 9 mittels der Steuerung
28 auf besonders einfache, schnelle, zuverlässige und vibrationsfreie Weise möglich
ist, das Abbildungsfeld F in der Objektebene 1 zu verlagern. Weiter kann die Steuerung
28 eine automatische Bildstabilisierung und Bildnachführung bewirken, indem sie die
ersten und zweiten Spiegelflächen 3, 9 automatisch in Abhängigkeit von der in Bilddaten
detektierten Position des Markers steuert.
[0099] In den Figuren 1B bis 1D wurde der besseren Übersichtlichkeit halber nur jeweils
ein Abbildungsstrahlengang 2a dargestellt. Aus dem gleichen Grund sind die Abbildungsstrahlengänge
2c und 2d in Figur 1A nicht vollständig gezeigt. Zudem wurde in den Figuren 1B, 1C
und 1D auf eine Darstellung des Beleuchtungssystems und der optischen Achse K des
ersten Teilsystems T1 verzichtet. Figur 1D zeigt schematisch eine perspektivische
Ansicht, um (im Gegensatz zu der in Figur 1A in eine Ebene entfalteten Anordnung)
die tatsächliche räumliche Anordnung wesentlicher Elemente des Abbildungssystems 26
des Mikroskopiesystems gemäß der ersten bevorzugten Ausführungsform zu verdeutlichen.
[0100] Im Folgenden wird unter Bezugnahme auf Figur 2 eine zweite Ausführungsform eines
Mikroskopiesystems gemäß der vorliegenden Erfindung beschrieben. Dabei zeigt Figur
2 schematisch einen Strahlengang durch eine in eine Ebene entfaltete Anordnung wesentlicher
Elemente eines Abbildungssystems des Mikroskopiesystems. Zusätzliche Elemente des
Mikroskopiesystems sind schematisch in Form von Blockdiagrammen dargestellt. Da der
Aufbau des Mikroskopiesystems gemäß der zweiten Ausführungsform dem Aufbau des Mikrokopiesystems
gemäß der vorstehend ausführlich beschriebenen ersten Ausführungsform in vielen Teilen
entspricht, werden nur die Unterschiede zwischen der ersten und zweiten Ausführungsform
erläutert.
[0101] Durch das wahlweise Verschwenken der ersten und zweiten Spiegelfläche 3, 9 wird eine
Rotation der durch das Abbildungssystem 26 erstellten Abbildung des in der Objektebene
1 des Mikroskopiesystems anordenbaren Objekts und damit des Abbildungsfeldes F hervorgerufen,
wenn die erste und zweite Drehachse A, B der ersten und zweiten Spiegelfläche 3, 9
nicht jeweils mit einer jeweiligen Ablenkungsebene, die von der auf die jeweilige
Spiegelfläche 3, 9 einfallenden und von der jeweiligen Spiegelfläche 3, 9 ausfallenden
optischen Achse K und/oder Hauptstrahlen der Abbildungsstrahlengänge 2a bis 2d des
ersten Teilsystems T1 aufgespannt ist, einen Winkel von im wesentlichen 90° einschließen.
[0102] Um eine beliebige Anordnung der Drehachsen der verschwenkbaren Spiegelflächen 3,
9 zu ermöglichen, weist das Mikroskopiesystem gemäß der zweiten Ausführungsform zusätzlich
eine Kompensationseinrichtung auf, welche eine (zusätzliche) Rotation der durch das
Abbildungssystem 26 erzeugten Abbildung des Abbildungsfeldes F bewirkt.
[0103] Hierfür sind in dem ersten und zweiten Abbildungsstrahlengang 2a, 2b jeweils Kompensationseinrichtungen
in Form von einstellbaren Prisma-Anordnungen 27' bzw. 27" vorgesehen. Die einstellbaren
Prisma-Anordnungen 27' und 27" sind mit der Steuerung 28 verbunden und weisen jeweils
wenigstens eine und bevorzugt jeweils wenigstens zwei Spiegelflächen auf, die zur
optischen Rotation der durch das Abbildungssystem 26 bereitgestellten Abbildung relativ
zueinander verdrehbar sind. Die vorliegende Erfindung ist jedoch nicht auf einen derartigen
Aufbau der optischen Kompensationseinrichtung beschränkt.
[0104] Die Steuerung 28 steuert die einstellbaren Prisma-Anordnungen 27' und 27" in Abhängigkeit
von einer Steuerung der ersten und zweiten Antriebe 36, 37 so, dass eine durch ein
Verschwenken der ersten und zweiten Spiegelfläche 3, 9 hervorgerufene Rotation der
durch das Abbildungssystem 26 bereitgestellten Abbildung des Objektes durch eine von
den einstellbaren Prisma-Anordnungen 27', 27" bewirkten entgegengesetzten Rotation
der Abbildung aufgehoben wird.
[0105] Weiter weist das Mikroskopiesystem für die Kompensation einer Rotation der durch
das Abbildungssystem bereitgestellten Abbildung des Objektes in den Abbildungsstrahlengängen
2c und 2d eine weitere Kompensationseinrichtung in Form eines externen Grafikprozessors
27* auf. Der Grafikprozessor 27* ist mit den Kameras 31"' und 31"" und mit der Steuerung
28 verbunden. Die Steuerung 28 steuert der Grafikprozessor 27* in Abhängigkeit von
einer Steuerung der ersten und zweiten Antriebe 36, 37 so, dass eine durch ein Verschwenken
der ersten und zweiten Spiegelfläche 3, 9 hervorgerufene Rotation der durch das Abbildungssystem
26 bereitgestellten Abbildung des Objektes durch eine von dem Grafikprozessor 27*
mittels elektronischer Bildverarbeitung bewirkte Rotation der Abbildung unter zusätzlicher
Anpassung der Stereobasis aufgehoben wird. Dabei berücksichtigt die Steuerung 28 sowohl
das Maß der Verschwenkung der jeweiligen Spiegelfläche 3, 9 als auch die Orientierung
der jeweiligen Schwenkachse A, B relativ zu dem jeweils abgelenkten Abbildungsstrahlengang
2a, 2b, 2c und 2d bzw. der optischen Achse K des ersten Teilsystems T1. Alternativ
kann die Kompensation beispielsweise auch durch vorzugsweise gesteuerte mechanische
Drehung des Kamerapaares 31"', 31"" erfolgen.
[0106] Weiter wird der Beleuchtungsstrahlengang 24' des Mikroskopiesystems gemäß der zweiten
Ausführungsform nicht durch die verschwenkbaren ersten und zweiten Spiegelflächen
3, 9 abgelenkt. Um den Beleuchtungsstrahlengang 24' bei einer Verlagerung des Abbildungsfeldes
F in der Objektebene 1 in Folge eines Verschwenkens der ersten und zweiten Spiegelfläche
3, 9 dennoch nachführen zu können, weist das Mikroskopiesystem einen zusätzlichen
Beleuchtungsspiegel 38 auf. Der Beleuchtungsspiegel 38 lenkt den Beleuchtungsstrahlengang
24' ab und ist in der gezeigten Ausführungsform mittels eines dritten Antriebs 39
in Form eines Schrittmotors um zwei zueinander orthogonale Achsen, die beide in einer
von dem Beleuchtungsspiegel 38 aufgespannten Ebene liegen, verschwenkbar. Die beiden
Achsen des Beleuchtungsspiegels 38 schneiden sich bevorzugt in einem Bereich, in dem
der Beleuchtungsstrahlengang 24' auf den Beleuchtungsspiegel 38 trifft. Dabei ist
der dritte Antrieb 39 mit der Steuerung 28 verbunden. Die Steuerung 28 steuert den
dritten Antrieb 39 in Abhängigkeit von einer Ansteuerung der ersten und zweiten Antriebe
36, 37 so, dass der Beleuchtungsspiegel 38 bei einem Verschwenken der ersten und zweiten
Spiegelflächen 3, 9 zwecks Verlagerung des Abbildungsfeldes F in der Objektebene 1
so verschwenkt wird, dass der Beleuchtungsstrahlengang 24' der Verlagerung der Abbildungsfeldes
F folgt.
[0107] Auch in dieser zweiten Ausführungsform kann der Beleuchtungsstrahlengang 24' alternativ
ein beliebiger Sekundärenstrahlengang zur Beobachtung und/oder Beeinflussung eines
in der Objektebene 1 anordenbaren Objektes sein.
[0108] Im Folgenden wird unter Bezugnahme auf Figur 3 eine Ausführungsform eines Mikroskopiesystems
beschrieben, die nicht Gegenstand der Ansprüche ist. Dabei zeigt Figur 3 schematisch
einen Strahlengang durch wesentliche Elemente des Mikroskopiesystems, wobei zusätzliche
Elemente des Mikroskopiesystems schematisch in Form von Blockdiagrammen dargestellt
sind.
[0109] Auch das Mikroskopiesystem gemäß der dritten Ausführungsform weist ein Abbildungssystem
26* auf, um ein in einer Objektebene 1 angeordnetes Objekt (nicht gezeigt) abzubilden.
Dabei setzt sich das Abbildungssystem 26* (wie in der vorstehend beschriebenen ersten
und zweiten Ausführungsform) aus einem ersten Teilsystem T1* mit mehreren optischen
Linsen 4*, 5* und 6*, in denen Abbildungsstrahlengänge 2a*, 2b* gemeinsam geführt
werden, und einem zweiten Teilsystem T2* mit mehreren optischen Linsen 16'*-20'*,
22'*, 16''*-20"*, 22"*, in denen die Abbildungsstrahlengänge 2a*, 2b* getrennt geführt
werden, zusammen. Auch hier sind Linsen des ersten und zweiten Teilsystems T1*, T2*
zur Anpassung eines Arbeitsabstandes bzw. zur Änderung der Abbildungsvergrößerung
relativ zueinander verlagerbar. Auf eine nähere Beschreibung dieser Elemente wird
verzichtet.
[0110] Anders als in den vorangegangenen Ausführungsformen sind nur zwei Abbildungsstrahlengänge
2a*, 2b* vorgesehen, die in der Objektebene einen Stereowinkel α einschließen und
über Okulare 22'*, 22"* Augen 37'*, 37"* eines Benutzers zugeführt werden. Entlang
der Abbildungsstrahlengänge 2a*, 2b* ist zwischen dem Abbildungssystem 26* und der
Objektebene 1* eine separate Spiegelfläche 3* angeordnet, die nicht Teil des Abbildungssystems
26* ist. Der Bereich zwischen der Spiegelfläche 3* und der Objektebene 1* ist somit
frei von optisch wirksamen Oberflächen und/oder Elementen.
[0111] Die Spiegelfläche 3* ist mit einem Antrieb 36* verbunden, der ausgebildet ist, die
Spiegelfläche 3* wahlweise um einen Schwenkpunkt P in eine beliebige Richtung zu verschwenken.
Der Schwenkpunkt P liegt in der gezeigten Ausführungsform auf einer durch die optischen
Linsen 4*, 5* und 6* festgelegten optischen Achse K des ersten Teilsystems T1*. In
Figur 3 liegt der Schwenkpunkt P in der Mitte der Spiegelfläche 3*.
[0112] Weiter weist das zweite Teilsystem T2* des in Figur 3 gezeigten Abbildungssystems
26* für jeden Abbildungsstrahlengang 2a*, 2b* eine Kompensationseinrichtung 27'*,
27"* in Form einer einstellbaren Prisma-Anordnung auf.
[0113] Antriebe (nicht eigens gezeigt) der Kompensationseinrichtungen 27'*, 27"* sowie der
Antrieb 3* der Spiegelfläche 3* sind über Datenleitungen mit einer Steuerung 28 verbunden,
die ihrerseits über eine Datenleitung mit einer Benutzerschnittstelle 29 (hier beispielhaft
aber nicht beschränkend durch einen Joystick dargestellt) verbunden ist.
[0114] In Abhängigkeit von einem über die Benutzerschnittstelle 29 empfangenen Befehl steuert
die Steuerung 28 den Antrieb 36* an, um ein (in Figur 3 nicht gezeigtes) Abbildungsfeld
des Abbildungssystems 26* in der Objektebene 1 in eine beliebige Richtung zu verlagern.
Gleichzeitig steuert die Steuerung 28 die Antriebe der Kompensationseinrichtungen
27'*, 27"* automatisch so, dass die Kompensationseinrichtungen 27'*, 27"* eine durch
ein Verschwenken der Spiegelfläche 3* hervorgerufene Bilddrehung automatisch kompensieren.
[0115] In Figur 4A ist schematisch eine Seitenansicht des Aufbaus des Mikroskopiesystems
gemäß der zweiten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung gezeigt.
[0116] Wie ersichtlich, kann das Mikroskopiesystem weiter ein Stativ 32 umfassen, welches
ein Operationsmikroskop 33 trägt. Das Operationsmikroskop 33 umfasst das Abbildungssystem
26, die Kompensationseinrichtung 27 und die Versatzeinrichtung 34 mit jeweils dem
in der zweiten Ausführungsform beschriebenen Aufbau. Über Antriebe 32', 32", 32'"
ermöglicht das Stativ 32 eine translatorische und rotatorische Verlagerung des Operationsmikroskops
33 relativ zur Objektebene 1.
[0117] Zur Eingabe eines gewünschten Versatzes des Abbildungsfeldes relativ zur Objektebene
weist die Steuerung 28 in Figur 4A eine Tastatur 29'' auf.
[0118] In Figur 4B ist schematisch eine Seitenansicht eines Aufbaus eines Mikroskopiesystems
gemäß einer vierten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung gezeigt.
[0119] Dabei unterscheidet sich die in Figur 4B gezeigte vierte Ausführungsform von der
in Figur 4A gezeigten Ausführungsform insbesondere dadurch, dass die Kompensationseinrichtung
27 und die Versatzeinrichtung 34 nicht von dem Operationsmikroskop 33 umfasst werden,
sondern separate, mit dem Operationsmikroskop 33 verbindbare Module sind. In Figur
4B wird die Kompensationseinrichtung 27 von einem Grafikprozessor gebildet, der ein
von dem Operationsmikroskop 33 empfangendes und in Abhängigkeit von der Steuerung
28 gedrehtes und hinsichtlich seiner Stereobasis korrigiertes Bild über einen Monitor
35 ausgibt.
[0120] Auch wenn in den vorstehend beschriebenen Ausführungsformen nur wahlweise ein bzw.
zwei verschwenkbare Spiegelflächen vorgesehen sind, um ein Abbildungsfeld des jeweiligen
Abbildungssystems in der Objektebene zu verlagern, ist die vorliegende Erfindung hierauf
nicht beschränkt. Vielmehr kann eine beliebige Anzahl von verschwenkbaren Spiegelflächen
vorgesehen sein, um das Abbildungsfeld des Abbildungssystems in der Objektebene zu
verlagern. Weiter kann das Verschenken der Spiegelflächen beispielsweise wahlweise
dadurch erfolgen, dass die jeweilige Spiegelfläche um mehr als eine Schwenkachse verschwenkt
wird, oder dadurch, dass die jeweilige Spiegelfläche um eine Drehachse rotiert wird,
die mit einer Normalen zur Spiegelfläche einen von Null verschiedenen Winkel einschließt.
Diese Drehachse kann mit einer auf die jeweilige Spiegelfläche einfallenden optischen
Achse zusammenfallen. Durch eine derartige Rotation der Spiegelfläche wird gleichzeitig
ein Verschwenken der Spiegelfläche relativ zu der auf die Spiegelfläche einfallenden
optischen Achse bewirkt, was einen Versatz des Abbildungsfeldes in der Objektebene
zur Folge hat.
[0121] Zusammenfassend stellt die vorliegende Erfindung ein Mikroskopiesystem bereit, welches
durch das Verschwenken wenigstens einer Spiegelfläche eine Verschiebung eines Abbildungsfeldes
eines Abbildungssystems eines Mikroskopiesystems in einer Objektebene auf besonders
einfache, zuverlässige und vibrationsfreie Weise ermöglicht. Hierdurch ist es mittels
des erfindungsgemäßen Mikroskopiesystems auf besonders bequeme Weise möglich, Bewegungen
(und insbesondere auch periodische Bewegungen) eines betrachteten Objektes durch entsprechende
Verlagerung des Abbildungsfeldes auszugleichen und so ein betrachtetes Objekt in dem
Abbildungsfeld beizubehalten. Der Grund ist, dass lediglich eine Spiegelfläche verschwenkt
werden muss und somit auf eine Verlagerung des gesamten Abbildungssystems des Mikroskopiesystems
verzichtet werden kann. Die Verlagerung kann durch eine Steuerung kontrolliert werden,
welche einen gewünschten Versatz automatisch oder anhand einer Benutzereingabe ermittelt.
Zudem kann eine durch ein Verschwenken der wenigstens einen Spiegelfläche ggf. hervorgerufene
Rotation der durch das Abbildungssystem erstellten Abbildung eines Objektes automatisch
mittels einer Kompensationsreinrichtung korrigiert werden. Hierfür steuert die Steuerung
die Kompensationseinrichtung in Abhängigkeit von einem Maß und einer Richtung des
Verschwenkens der wenigstens einen Spiegelfläche.
[0122] Ein derartiges Mikroskopiesystem eignet sich insbesondere zur Verwendung als Operationsmikroskop.
1. Verfahren, in einer Objektebene (1) ein nichtpunktförmiges Abbildungsfeld (F) zu versetzen,
welches Abbildungsfeld (F) durch wenigstens ein Paar von Abbildungsstrahlengängen
(2a, 2b, 2c, 2d) eines Abbildungssystems (26) eines Mikroskopiesystems abgebildet
wird, wobei das wenigstens eine Paar von Abbildungsstrahlengängen (2a, 2b, 2c, 2d)
in der Objektebene (1) einen Stereowinkel (α) einschließt, wobei das Mikroskopiesystem
eine Versatzeinrichtung mit einer entlang des wenigstens einen Paars von Abbildungsstrahlengängen
angeordneten ersten Spiegelfläche (3) zur Ablenkung des wenigstens einen Paars von
Abbildungsstrahlengängen (2a, 2b, 2c, 2d) aufweist, welche erste Spiegelfläche (3)
verschwenkbar ist;
wobei das Verfahren umfasst:
Erfassen eines bei ortsfestem Abbildungssystem von einer ersten Position in der Objektebene
zu einer von der ersten Position verschiedenen zweiten Position in der Objektebene
zu bewirkenden Versatzes des Abbildungsfelds (F); und
Verschwenken der ersten Spiegelfläche (3) in Abhängigkeit von dem erfassten zu bewirkenden
Versatz, um so das Abbildungsfeld (F) des Abbildungssystems (26) in der Objektebene
(1) in eine erste Richtung zu versetzen;
wobei die Versatzeinrichtung weiter eine entlang des wenigstens einen Paars von Abbildungsstrahlengängen
(2a, 2b, 2c, 2d) angeordnete zweite Spiegelfläche (9) zur Ablenkung des wenigstens
einen Paars von Abbildungsstrahlengängen (2a, 2b, 2c, 2d) aufweist,
wobei die zweite Spiegelfläche (9) verschwenkbar ist, und
wobei die erste Spiegelfläche (3) um eine erste Schwenkachse (A) und die zweite Spiegelfläche
(9) um eine zweite Schwenkachse (B) schwenkbar ist, wobei die zweite Schwenkachse
(B) von der ersten Schwenkachse (A) verschieden ist, und
wobei die erste Schwenkachse (A) mit einer ersten Ablenkungsebene, die von einer auf
die erste Spiegelfläche (3) einfallenden und einer von der ersten Spiegelfläche (3)
ausfallenden optischen Achse (K; K*) eines Abbildungsstrahlengangs des wenigstens
einen Paars von Abbildungsstrahlengängen (2a, 2b, 2c, 2d) aufgespannt ist, einen Winkel
von im wesentlichen 90° einschließt, und wobei die zweite Schwenkachse (B) mit einer
zweiten Ablenkungsebene, die von der auf die zweite Spiegelfläche (9) einfallenden
und einer von der zweiten Spiegelfläche (9) ausfallenden optischen Achse (K; K*) eines
Abbildungsstrahlengangs des wenigstens einen Paars von Abbildungsstrahlengängen (2a,
2b, 2c, 2d) aufgespannt ist, einen Winkel von im wesentlichen 90° einschließt und
wobei die zweite Schwenkachse (B) zu der ersten Ablenkungsebene im wesentlichen parallel
angeordnet ist;
und das Verfahren weiter umfasst:
Verschwenken der zweiten Spiegelfläche (9) in Abhängigkeit von dem erfassten zu bewirkenden
Versatz, um so das Abbildungsfeld (F) des Abbildungssystems (26) in der Objektebene
(1) in eine von der ersten Richtung verschiedenen zweiten Richtung zu versetzen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, weiter umfassend:
Rotation der durch das Abbildungssystem erzeugten Abbildung des Abbildungsfelds (F)
in Abhängigkeit von einer Verschwenkung der Spiegelfläche (3, 9).
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, weiter umfassend:
Detektieren der Position eines Markers in der durch das Abbildungssystem erzeugten
Abbildung des Abbildungsfelds (F) und Verschwenken der ersten und zweiten Spiegelfläche
(3, 9) in Abhängigkeit von der detektierten Position des Markers so, dass die Position
des Markers in der Abbildung im wesentlichen konstant bleibt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
wobei das Mikroskopiesystem weiter ein Beleuchtungssystem (23, 30) mit einem Beleuchtungsstrahlengang
(24) zur Beleuchtung der Objektebene (1) umfasst, wobei entlang des Beleuchtungsstrahlengangs
(24) wenigstens ein Beleuchtungsspiegel (38) angeordnet ist; und
wobei das Verfahren umfasst:
Verschwenken des Beleuchtungsspiegels (38) in Abhängigkeit von dem erfassten zu bewirkenden
Versatz.
5. Mikroskopiesystem zur Abbildung eines in einer Objektebene (1) des Mikroskopiesystems
anordenbaren Objekts, wobei das Mikroskopiesystem umfasst:
ein Abbildungssystem (26), welches wenigstens ein Paar von Abbildungsstrahlengängen
(2a, 2b, 2c, 2d) zur Abbildung eines nicht-punktförmigen Abbildungsfeldes (F) der
Objektebene (1) bereitstellt, welches wenigstens ein Paar von Abbildungsstrahlengängen
in der Objektebene (1) einen Stereowinkel (α) einschließt;
eine Versatzeinrichtung, welche ausgebildet ist, das Abbildungsfeld (F) des Abbildungssystems
(26) in der Objektebene (1) zu versetzen; und
eine Steuerung (28), welche ausgebildet ist, die Versatzeinrichtung zu steuern;
wobei die Versatzeinrichtung eine entlang des wenigstens einen Paars von Abbildungsstrahlengängen
(2a, 2b, 2c, 2d) angeordnete erste Spiegelfläche (3) zur Ablenkung des wenigstens
einen Paars von Abbildungsstrahlengängen (2a, 2b, 2c, 2d) aufweist, welche erste Spiegelfläche
(3) verschwenkbar ist; wobei die Steuerung (28) ausgebildet ist, einen bei ortsfestem
Abbildungssystem zu bewirkenden Versatz des Abbildungsfelds (F) von einer ersten Position
in der Objektebene zu einer von der ersten Position verschiedenen zweiten Position
in der Objektebene zu erfassen und die Versatzeinrichtung entsprechend zu steuern;
und
wobei die erste Spiegelfläche (3) in Abhängigkeit von dem durch die Steuerung erfassten
zu bewirkenden Versatz verschwenkbar ist;
dadurch gekennzeichnet, dass
die Versatzeinrichtung weiter eine entlang des wenigstens einen Paars von Abbildungsstrahlengängen
(2a, 2b, 2c, 2d) angeordnete zweite Spiegelfläche (9) zur Ablenkung des wenigstens
einen Paars von Abbildungsstrahlengängen (2a, 2b, 2c, 2d) aufweist, wobei die zweite
Spiegelfläche (9) in Abhängigkeit von dem durch die Steuerung (28) ermittelten Versatz
verschwenkbar ist; und
die erste Spiegelfläche (3) um eine erste Schwenkachse (A) und die zweite Spiegelfläche
(9) um eine zweite Schwenkachse (B) schwenkbar ist, wobei die zweite Schwenkachse
(B) von der ersten Schwenkachse (A) verschieden ist;
und
wobei die erste Schwenkachse (A) mit einer ersten Ablenkungsebene, die von einer auf
die erste Spiegelfläche (3) einfallenden und einer von der ersten Spiegelfläche (3)
ausfallenden optischen Achse (K; K*) eines Abbildungsstrahlengangs des wenigstens
einen Paars von Abbildungsstrahlengängen (2a, 2b, 2c, 2d) aufgespannt ist, einen Winkel
von im wesentlichen 90° einschließt; und
wobei die zweite Schwenkachse (B) mit einer zweiten Ablenkungsebene, die von der auf
die zweite Spiegelfläche (9) einfallenden und einer von der zweiten Spiegelfläche
(9) ausfallenden optischen Achse (K; K*) eines Abbildungsstrahlengangs des wenigstens
einen Paars von Abbildungsstrahlengängen (2a, 2b, 2c, 2d) aufgespannt ist, einen Winkel
von im wesentlichen 90° einschließt und wobei die zweite Schwenkachse (B) zu der ersten
Ablenkungsebene im wesentlichen parallel angeordnet ist.
6. Mikroskopiesystem nach Anspruch 5,
wobei das Mikroskopiesystem weiter eine Kompensationseinrichtung (27; 27', 27", 27*;
27'*, 27"*) umfasst, welche eine Rotation der durch das Abbildungssystem erzeugten
Abbildung des Abbildungsfelds (F) bewirkt; und
wobei die Steuerung (28) die Kompensationseinrichtung (27; 27', 27", 27*; 27'*, 27"*)
in Abhängigkeit von einer Verschwenkung der ersten und/oder zweiten Spiegelfläche
(3, 9) steuert;
wobei das Abbildungssystem (26) wenigstens eine in wenigstens einem Abbildungsstrahlengang
des wenigstens einen Paars von Abbildungsstrahlengängen (2a, 2b, 2c, 2d) angeordnete
Kamera (31"', 31"") zur Erzeugung von Bilddaten aufweist; und
wobei die Kompensationseinrichtung (27; 27*) mit der wenigstens einen Kamera (31"',
31"") verbunden ist und durch elektronische Bildverarbeitung eine Rotation der von
der wenigstens einen Kamera (31"', 31"") erzeugten Bilddaten bewirkt.
7. Mikroskopiesystem nach einem der Ansprüche 5 bis 6,
wobei das Abbildungssystem (26) wenigstens eine in wenigstens einem Abbildungsstrahlengang
des wenigstens einen Paars von Abbildungsstrahlengängen (2a, 2b, 2c, 2d) angeordnete
Kamera (31"', 31"") zur Erzeugung von Bilddaten aufweist; und
wobei die Steuerung (28) mit der wenigstens einen Kamera (31"', 31"") verbunden und
weiter ausgebildet ist,
in den Bilddaten die Position eines Markers zu detektieren und die Versatzeinrichtung
in Abhängigkeit von der detektierten Position des Markers zu steuern.
8. Mikroskopiesystem nach Anspruch 7, wobei die Steuerung (28) die Versatzeinrichtung
automatisch so steuert, dass die Position des Markers in den Bilddaten im wesentlichen
konstant bleibt.
9. Mikroskopiesystem nach einem der Ansprüche 5 bis 8,
wobei die Steuerung (28) eine Benutzerschnittstelle (29, 29', 29") aufweist, und den
Versatz des Abbildungsfelds (F) in der Objektebene (1) in Abhängigkeit von einem über
die Benutzerschnittstelle (29, 29', 29'') empfangenen Steuerbefehl ermittelt, wobei
die Benutzerschnittstelle (29, 29', 29") ausgebildet ist, um Steuerbefehle von einem
Benutzer in Form von Sprache und/oder einer Augenbewegung und/oder einer Fußbewegung
und/oder einer Kopfbewegung und/oder einer Handbewegung des Benutzers zu empfangen
und an die Steuerung (28) auszugeben.
10. Mikroskopiesystem nach einem der Ansprüche 5 bis 9,
wobei das Abbildungssystem (26) eine Mehrzahl von optischen Linsen (4-8, 11, 13, 14,
16'-21', 16"-21", 16"'-21"', 16""-21"") umfasst; und
wobei zwischen der ersten und der zweiten Spiegelfläche (3, 9) wenigstens eine optisch
Linse (4-8) des Abbildungssystems (26) angeordnet ist.
11. Mikroskopiesystem nach einem der Ansprüche 5 bis 10,
wobei das Abbildungssystem (26) eine dritte Spiegelfläche (10) und eine vierte Spiegelfläche
(12) zur Ablenkung des wenigstens einen Abbildungsstrahlengangs (2a, 2b, 2c, 2d) aufweist;
und
wobei das wenigstens eine Paar von Abbildungsstrahlengängen (2a, 2b, 2c, 2d) nacheinander
an der ersten Spiegelfläche (3), der zweiten Spiegelfläche (9), der dritten Spiegelfläche
(10) und der vierten Spiegelfläche (12) reflektiert ist.
12. Mikroskopiesystem nach Anspruch 11, wobei die erste Spiegelfläche (3) und die vierte
Spiegelfläche (12) relativ zueinander einen Winkel von zwischen 60° und 120° und bevorzugt
zwischen 80° und 100° einschließen, sowie die zweite Spiegelfläche (9) und die dritte
Spiegelfläche (10) relativ zueinander einen Winkel von zwischen 60° und 120° und bevorzugt
zwischen 80° und 100° einschließen.
13. Mikroskopiesystem nach Anspruch 12, wobei die dritte Spiegelfläche (10) und die vierte
Spiegelfläche (9) relativ zueinander einen Winkel von im wesentlichen 60° einschließen.
14. Mikroskopiesystem nach einem der Ansprüche 5 bis 13,
wobei das Mikroskopiesystem weiter einen zweiten Antrieb (37) aufweist, welcher die
zweite Spiegelfläche (9) wahlweise um die zweite Schwenkachse (B) verschwenkt, wobei
das Mikroskopiesystem weiter einen ersten Antrieb (36) aufweist, welcher die erste
Spiegelfläche (3) wahlweise um die erste Schwenkachse (A) verschwenkt.
15. Mikroskopiesystem nach einem der Ansprüche 5 bis 14,
wobei die erste Spiegelfläche (3) zwischen der Objektebene (1) und einer entlang des
wenigstens einen Paars von Abbildungsstrahlengängen (2a, 2b, 2c, 2d) ersten optisch
wirksamen Oberfläche des Abbildungssystems (26) angeordnet ist.
16. Mikroskopiesystem nach einem der Ansprüche 5 bis 15,
wobei das Abbildungssystem (26) ein erstes Teilsystem (T1; T1*) aufweist, das eine
Mehrzahl von Linsen (4-8, 11, 13, 14) umfasst, welche entlang einer gemeinsamen optischen
Achse (K; K*) angeordnet sind und von beiden Abbildungsstrahlengängen (2a, 2b, 2c,
2d) des wenigstens einen Paars von Abbildungsstrahlengängen (2a, 2b, 2c, 2d) gemeinsam
durchsetzt sind, wobei die erste und/oder zweite Spiegelfläche (3, 9) entlang der
optischen Achse (K; K*) des ersten Teilsystems (T1; T1*) zwischen optischen Linsen
(4-8, 11, 13, 14) des ersten Teilsystems (T1; T1*) angeordnet sind.
17. Mikroskopiesystem nach einem der Ansprüche 5 bis 16,
wobei das Mikroskopiesystem weiter ein Beleuchtungssystem (23, 30) mit einem Beleuchtungsstrahlengang
(24) zur Beleuchtung der Objektebene (1) umfasst;
wobei die erste und/oder zweite Spiegelfläche (3, 9) entlang des Beleuchtungsstrahlengangs
angeordnet ist; und
wobei der Beleuchtungsstrahlengang wenigstens durch die erste und/oder zweite Spiegelfläche
(3, 9) abgelenkt ist.
18. Mikroskopiesystem nach einem der Ansprüche 5 bis 17,
wobei das Mikroskopiesystem weiter ein Beleuchtungssystem (23, 30) mit einem Beleuchtungsstrahlengang
(24) zur Beleuchtung der Objektebene (1) umfasst; und
wobei entlang des Beleuchtungsstrahlengangs (24) wenigstens ein Beleuchtungsspiegel
(38) angeordnet ist, welcher in Abhängigkeit von dem durch die Steuerung (28) ermittelten
Versatz verschwenkbar ist.
19. Mikroskopiesystem nach einem der Ansprüche 5 bis 18,
wobei das Mikroskopiesystem weiter ein Stativ (32) umfasst, welches das Abbildungssystem
(26) trägt und wenigstens eine Verstellvorrichtung (32', 32", 32"') zur translatorischen
Verlagerung des Abbildungssystems aufweist.
1. Method for offsetting a non-punctiform imaging field (F) in an object plane (1), which
imaging field (F) is imaged by at least one pair of imaging beam paths (2a, 2b, 2c,
2d) of an imaging system (26) of a microscopy system, wherein the at least one pair
of imaging beam paths (2a, 2b, 2c, 2d) includes a stereo angle (□) in the object plane
(1), wherein the microscopy system has an offset apparatus with a first mirror face
(3), arranged along the at least one pair of imaging beam paths, for deflecting the
at least one pair of imaging beam paths (2a, 2b, 2c, 2d), which first mirror face
(3) is swivelable;
wherein the method comprises the following:
acquiring an offset of the imaging field (F) to be brought about in the case of a
stationary imaging system from a first position in the object plane to a second position,
different from the first position, in the object plane; and swivelling the first mirror
face (3) in a manner dependent on the acquired offset to be brought about in order
thus to offset the imaging field (F) of the imaging system (26) in a first direction
in the object plane (1);
wherein the offset apparatus furthermore has a second mirror face (9), arranged along
the at least one pair of imaging beam paths (2a, 2b, 2c, 2d), for deflecting the at
least one pair of imaging beam paths (2a, 2b, 2c, 2d), wherein the second mirror face
(9) is swivelable, and wherein the first mirror face (3) is swivelable about a first
swivel axis (A) and the second mirror face (9) is swivelable about a second swivel
axis (B), wherein the second swivel axis (B) differs from the first swivel axis (A)
and wherein the first swivel axis (A) includes an angle of substantially 90° with
a first deflection plane, which is spanned by an optical axis (K; K*), incident on
the first mirror face (3) and reflected by the first mirror face (3), of an imaging
beam path of the at least one pair of imaging beam paths (2a, 2b, 2c, 2d) and wherein
the second swivel axis (B) includes an angle of substantially 90° with a second deflection
plane, which is spanned by the optical axis (K; K*), incident on the second mirror
face (9) and reflected by the second mirror face (9), of an imaging beam path of the
at least one pair of imaging beam paths (2a, 2b, 2c, 2d), and wherein the second swivel
axis (B) is arranged substantially parallel to the first deflection plane; and
the method furthermore comprises:
swivelling the second mirror face (9) in a manner dependent on the acquired offset
to be brought about in order thus to offset the imaging field (F) of the imaging system
(26) in a second direction, different from the first direction, in the object plane
(1).
2. Method according to Claim 1, furthermore comprising:
rotating the image of the imaging field (F) generated by the imaging system in a manner
dependent on a swivel of the mirror face (3, 9).
3. Method according to Claim 1 or 2, furthermore comprising:
detecting the position of a mark in the image of the imaging field (F) generated by
the imaging system and swivelling the first and second mirror face (3, 9) in a manner
dependent on the detected position of the mark in such a way that the position of
the mark in the image remains substantially constant.
4. Method according to one of Claims 1 to 3,
wherein the microscopy system furthermore comprises an illumination system (23, 30)
with an illumination beam path (24) for illuminating the object plane (1), wherein
at least one illumination mirror (38) is arranged along the illumination beam path
(24); and
wherein the method comprises the following:
swivelling the illumination mirror (38) in a manner dependent on the acquired offset
to be brought about.
5. Microscopy system for imaging an object arrangeable in an object plane (1) of the
microscopy system, said microscopy system comprising:
an imaging system (26), which provides at least one pair of imaging beam paths (2a,
2b, 2c, 2d) for imaging a non-punctiform imaging field (F) in the object plane (1),
which at least one pair of imaging beam paths includes a stereo angle (□) in the object
plane (1);
an offset apparatus embodied to offset the imaging field (F) of the imaging system
(26) in the object plane (1); and
a controller (28) embodied to control the offset apparatus;
wherein the offset apparatus has a first mirror face (3), arranged along the at least
one pair of imaging beam paths (2a, 2b, 2c, 2d), for deflecting the at least one pair
of imaging beam paths (2a, 2b, 2c, 2d), which first mirror face (3) is swivelable;
wherein the controller (28) is embodied to acquire an offset of the imaging field
(F) to be brought about in the case of a stationary imaging system from a first position
in the object plane to a second position, different from the first position, in the
object plane and control the offset apparatus accordingly; and
wherein the first mirror face (3) is swivelable in a manner dependent on the offset
to be brought about that was acquired by the controller;
characterized in that
the offset apparatus furthermore has a second mirror face (9), arranged along the
at least one pair of imaging beam paths (2a, 2b, 2c, 2d), for deflecting the at least
one pair of imaging beam paths (2a, 2b, 2c, 2d), wherein the second mirror face (9)
is swivelable in a manner dependent on the offset established by the controller (28);
and
the first mirror face (3) is swivelable about a first swivel axis (A) and the second
mirror face (9) is swivelable about a second swivel axis (B), wherein the second swivel
axis (B) differs from the first swivel axis (A); and wherein the first swivel axis
(A) includes an angle of substantially 90° with a first deflection plane, which is
spanned by an optical axis (K; K*), incident on the first mirror face (3) and reflected
by the first mirror face (3), of an imaging beam path of the at least one pair of
imaging beam paths (2a, 2b, 2c, 2d); and
wherein the second swivel axis (B) includes an angle of substantially 90° with a second
deflection plane, which is spanned by the optical axis (K; K*), incident on the second
mirror face (9) and reflected by the second mirror face (9), of an imaging beam path
of the at least one pair of imaging beam paths (2a, 2b, 2c, 2d), and wherein the second
swivel axis (B) is arranged substantially parallel to the first deflection plane.
6. Microscopy system according to Claim 5,
wherein the microscopy system furthermore comprises a compensation apparatus (27;
27', 27", 27*; 27'*, 27"*), which brings about a rotation of the image of the imaging
field (F) produced by the imaging system; and wherein the controller (28) controls
the compensation apparatus (27; 27', 27", 27*; 27'*, 27"*) in a manner dependent on
a swivelling of the first and/or second mirror face (3, 9);
wherein the imaging system (26) has at least one camera (31"', 31""), arranged in
at least one imaging beam path of the at least one pair of imaging beam paths (2a,
2b, 2c, 2d), for producing image data; and
wherein the compensation apparatus (27; 27*) is connected to the at least one camera
(31"', 31"") and it brings about a rotation of the image data produced by the at least
one camera (31"', 31"") by way of electronic image processing.
7. Microscopy system according to either of Claims 5 and 6,
wherein the imaging system (26) has at least one camera (31"', 31""), arranged in
at least one imaging beam path of the at least one pair of imaging beam paths (2a,
2b, 2c, 2d), for producing image data; and
wherein the controller (28) is connected to the at least one camera (31"', 31"") and
furthermore embodied to detect the position of a mark in the image data and to control
the offset apparatus in a manner dependent on the detected position of the mark.
8. Microscopy system according to Claim 7, wherein the controller (28) controls the offset
apparatus automatically in such a way that the position of the mark remains substantially
constant in the image data.
9. Microscopy system according to one of Claims 5 to 8, wherein the controller (28) has
a user interface (29, 29', 29") and establishes the offset of the imaging field (F)
in the object plane (1) in a manner dependent on a control command received by way
of the user interface (29, 29', 29"), wherein the user interface (29, 29', 29") is
embodied to receive control commands from a user in the form of speech and/or an eye
movement and/or a foot movement and/or a head movement and/or a hand movement of the
user and to output said control commands to the controller (28).
10. Microscopy system according to one of Claims 5 to 9,
wherein the imaging system (26) comprises a plurality of optical lenses (4-8, 11,
13, 14, 16'-21', 16"-21", 16"'-21"', 16"'-21"'); and
wherein at least one optical lens (4-8) of the imaging system (26) is arranged between
the first and the second mirror face (3, 9).
11. Microscopy system according to one of Claims 5 to 10,
wherein the imaging system (26) has a third mirror face (10) and a fourth mirror face
(12) for deflecting the at least one imaging beam path (2a, 2b, 2c, 2d); and
wherein the at least one pair of imaging beam paths (2a, 2b, 2c, 2d) is successively
reflected at the first mirror face (3), the second mirror face (9), the third mirror
face (10) and the fourth mirror face (12).
12. Microscopy system according to Claim 11, wherein the first mirror face (3) and the
fourth mirror face (12) include an angle of between 60° and 120° and of preferably
between 80° and 100° relative to one another and the second mirror face (9) and the
third mirror face (10) include an angle of between 60° and 120° and of preferably
between 80° and 100° relative to one another.
13. Microscopy system according to Claim 12, wherein the third mirror face (10) and the
fourth mirror face (9) include an angle of substantially 60° relative to one another.
14. Microscopy system according to one of Claims 5 to 13, wherein the microscopy system
furthermore has a second drive (37), which optionally swivels the second mirror face
(9) about the second swivel axis (B), wherein the microscopy system furthermore has
a first drive (36), which optionally swivels the first mirror face (3) about the first
swivel axis (A).
15. Microscopy system according to one of Claims 5 to 14, wherein the first mirror face
(3) is arranged between the object plane (1) and a first optically effective surface
of the imaging system (26) along the at least one pair of imaging beam paths (2a,
2b, 2c, 2d).
16. Microscopy system according to one of Claims 5 to 15,
wherein the imaging system (26) has a first subsystem (T1; T1*) comprising a plurality
of lenses (4-8, 11, 13, 14), which are arranged along a common optical axis (K; K*)
and which are passed-through together by both imaging beam paths (2a, 2b, 2c, 2d)
of the at least one pair of imaging beam paths (2a, 2b, 2c, 2d), wherein the first
and/or second mirror face (3, 9) is/are arranged between optical lenses (4-8, 11,
13, 14) of the first subsystem (T1; T1*) along the optical axis (K; K*) of the first
subsystem (T1; T1*).
17. Microscopy system according to one of Claims 5 to 16,
wherein the microscopy system furthermore comprises an illumination system (23, 30)
with an illumination beam path (24) for illuminating the object plane (1);
wherein the first and/or second mirror face (3, 9) is/are arranged along the illumination
beam path; and
wherein the illumination beam path is deflected by at least the first and/or second
mirror face (3, 9).
18. Microscopy system according to one of Claims 5 to 17,
wherein the microscopy system furthermore comprises an illumination system (23, 30)
with an illumination beam path (24) for illuminating the object plane (1); and
wherein at least one illumination mirror (38), which is swivelable in a manner dependent
on the offset established by the controller (28), is arranged along the illumination
beam path (24).
19. Microscopy system according to one of Claims 5 to 18, wherein the microscopy system
furthermore comprises a stand (32), which carries the imaging system (26) and has
at least one adjustment device (32', 32", 32"') for translational displacement of
the imaging system.
1. Procédé pour déplacer dans un plan d'objet (1) un champ non ponctuel (F) de formation
d'image, l'image du champ (F) de formation d'image étant formée par au moins une paire
de faisceaux de rayons (2a, 2b, 2c, 2d) de formation d'image d'un système (26) de
formation d'image d'un système de microscopie,
la ou les paires de faisceaux de rayons (2a, 2b, 2c, 2d) de formation d'image formant
un angle stéréoscopique (α) dans le plan d'objet (1),
le système de microscopie présentant un dispositif de déplacement présentant un décalage
qui présente une première surface réfléchissante (3) disposée le long de la ou des
paires de faisceaux de rayons de formation d'image et déviant la ou les paires de
faisceaux de rayons (2a, 2b, 2c, 2d) de formation d'image, la première surface réfléchissante
(3) pouvant pivoter,
le procédé comportant les étapes qui consistent à :
saisie du décalage du champ (F) de formation d'image qu'il faut effectuer, le système
de formation d'image étant fixe, depuis une première position située dans le plan
d'objet jusque dans une deuxième position située dans le plan d'objet et différente
de la première position,
pivotement de la première surface réfléchissante (3) en fonction du décalage à réaliser
qui a été saisi, pour ainsi décaler le champ (F) de formation d'image du système (26)
de formation d'image dans une première direction dans le plan d'objet (1),
le dispositif de décalage présentant en outre une deuxième surface réfléchissante
(9) disposée le long de la ou des paires de faisceaux de rayons (2a, 2b, 2c, 2d) de
formation d'image pour dévier la ou les paires de faisceaux de rayons (2a, 2b, 2c,
2d) de formation d'image,
la deuxième surface réfléchissante (9) pouvant pivoter,
la première surface réfléchissante (3) pouvant pivoter autour d'un premier axe de
pivotement (A) et la deuxième surface réfléchissante (9) autour d'un deuxième axe
de pivotement (B),
le deuxième axe de pivotement (B) étant différent du premier axe de pivotement (A),
le premier axe de pivotement (A) formant un angle d'essentiellement 90° avec un premier
plan de déviation sous-tendu par un axe optique (K) incident sur la première surface
réfléchissante (3) et un axe optique (K*) sortant de la surface réfléchissante (3)
d'un faisceau de rayons de formation d'image de la ou des paires de faisceaux de rayons
(2a, 2b, 2c, 2d) de formation d'image,
le deuxième axe optique (B) formant un angle d'essentiellement 90° avec un deuxième
plan de déviation qui est sous-tendu par un axe optique (K) incident sur la deuxième
surface réfléchissante (9) et un axe optique (K*), sortant de la deuxième surface
réfléchissante (9), d'un faisceau de rayons de formation d'image de la ou des paires
de faisceaux de rayons (2a, 2b, 2c, 2d) de formation d'image,
le deuxième axe optique (B) étant essentiellement parallèle au premier plan de déviation,
le procédé comportant en outre l'étape qui consiste à :
faire pivoter la deuxième surface réfléchissante (9) en fonction du décalage à réaliser
qui a été saisi, pour ainsi décaler le champ (F) de formation d'image du système (26)
de formation d'image dans une deuxième direction, différente de la première direction,
dans le plan d'objet (1).
2. Procédé selon la revendication 1, comprenant en outre l'étape de rotation de l'image
du champ (F) de formation d'image formée par le système de formation d'image en fonction
d'un pivotement de la surface réfléchissante (3, 9).
3. Procédé selon les revendications 1 ou 2, comprenant en outre la détection de la position
d'un repère située dans l'image du champ (F) de formation d'image formée par le système
de formation d'image et pivotement de la première et de la deuxième surface réfléchissante
(3, 9) en fonction de la position du marqueur qui a été détectée, de telle sorte que
la position du marqueur reste essentiellement constante dans l'image formée.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, dans lequel le système de microscopie
comporte en outre un système d'éclairage (23, 30) doté d'un faisceau d'éclairage (24)
qui éclaire le plan d'objet (1), au moins un miroir d'éclairage (38) étant disposé
sur le faisceau d'éclairage (24) et le procédé comportant en outre le pivotement du
miroir d'éclairage (38) en fonction du décalage à réaliser qui a été saisi.
5. Système de microscopie destiné à former l'image d'un objet qui peut être disposé dans
un plan d'image (1) du système de microscopie, le système de microscopie comprenant
:
un système (26) de formation d'image qui forme au moins une paire de faisceaux de
rayons (2a, 2b, 2c, 2d) de formation d'image formant l'image d'un champ non ponctuel
(F) de formation d'image du plan d'objet (1), la ou les paires de faisceaux de rayons
de formation d'image formant un angle stéréoscopique (α) dans le plan d'objet (1),
un dispositif de décalage configuré pour décaler le champ (F) de formation d'image
du système (26) de formation d'image dans le plan d'objet (1) et
une commande (28) conçue pour commander le dispositif de décalage,
le dispositif de décalage présentant une première surface réfléchissante (3) disposée
le long de la ou des paires de faisceaux de rayons (2a, 2b, 2c, 2d) de formation d'image
pour dévier la ou les paires de faisceaux de rayons (2a, 2b, 2c, 2d) de formation
d'image, la première surface réfléchissante (3) pouvant pivoter,
la commande (28) étant configurée pour saisir un décalage du champ (F) de formation
d'image à réaliser pendant que le système de formation d'image est immobile depuis
une première position située dans le plan d'objet jusque dans une deuxième position
située dans le plan d'objet et différente de la première position, et pour commander
de manière appropriée le dispositif de décalage,
la première surface réfléchissante (3) pouvant pivoter en fonction du décalage à réaliser
et saisi par la commande,
caractérisé en ce que
le dispositif de décalage présente en outre une deuxième surface réfléchissante (9)
disposée le long de la ou des paires de faisceaux de rayons (2a, 2b, 2c, 2d) de formation
d'image pour dévier la ou les paires de faisceaux de rayons (2a, 2b, 2c, 2d) de formation
d'image,
en ce que la deuxième surface réfléchissante (9) peut pivoter en fonction du décalage déterminé
par la commande (28),
en ce que la première surface réfléchissante (3) peut pivoter autour d'un premier axe de pivotement
(A) et la deuxième surface réfléchissante (9) autour d'un deuxième axe de pivotement
(B),
en ce que le deuxième axe de pivotement (B) est différent du premier axe de pivotement (A),
en ce que le premier axe de pivotement (A) forme un angle d'essentiellement 90° avec un premier
plan de déviation sous-tendu par un axe optique (K) incident sur la première surface
réfléchissante (3) et un axe optique (K*) sortant de la surface réfléchissante (3)
d'un faisceau de rayons de formation d'image de la ou des paires de faisceaux de rayons
(2a, 2b, 2c, 2d) de formation d'image,
en ce que le deuxième axe optique (B) forme un angle d'essentiellement 90° avec un deuxième
plan de déviation qui est sous-tendu par un axe optique (K) incident sur la deuxième
surface réfléchissante (9) et un axe optique (K*), sortant de la deuxième surface
réfléchissante (9), d'un faisceau de rayons de formation d'image de la ou des paires
de faisceaux de rayons (2a, 2b, 2c, 2d) de formation d'image et
en ce que le deuxième axe optique (B) est essentiellement parallèle au premier plan de déviation.
6. Système de microscopie selon la revendication 5, dans lequel le système de microscopie
comprend en outre un dispositif de compensation (27; 27', 27", 27*; 27'*, 27"*) qui
a pour effet une rotation de l'image du champ (F) de formation d'image formée par
le système de formation d'image, la commande (28) commandant le dispositif de compensation
(27; 27', 27", 27*; 27'*, 27"*) en fonction d'un pivotement de la première et/ou de
la deuxième surface réfléchissante (3, 9), le système (26) de formation d'image présentant
au moins une caméra (31"', 31"") de formation de données d'image disposée dans au
moins un faisceau de rayons de formation d'image de la ou des paires de faisceaux
de rayons (2a, 2b, 2c, 2d) de formation d'image et le dispositif de compensation 27;
27*) étant raccordé à la ou aux caméras (31'", 31"") et ayant pour effet par traitement
électronique d'image une rotation des données d'image formées par la ou les caméras
(31"',31"").
7. Système de microscopie selon l'une des revendications 5 et 6, dans lequel le système
(26) de formation d'image présente au moins une caméra (31"', 31"") disposée dans
au moins un faisceau de rayons de formation d'image de la ou des paires de faisceaux
de rayons (2a, 2b, 2c, 2d) de formation d'image et formant des données d'image et
la commande (28) étant raccordée à la ou aux caméras (31"', 31"") et étant en outre
configurée pour détecter dans les données d'image la position d'un marqueur et commander
le dispositif de décalage en fonction de la position du marqueur qui a été détectée.
8. Système de microscopie selon la revendication 7, dans lequel la commande (28) commande
le dispositif de décalage de manière automatique de telle sorte que la position du
repère reste essentiellement constante dans les données d'image.
9. Système de microscopie selon l'une des revendications 5 à 8, dans lequel la commande
(28) présente une interface d'utilisateur (29, 29', 29") et détermine le décalage
du champ (F) de formation d'image dans le plan d'objet (1) en fonction d'un ordre
de commande reçu par l'intermédiaire de l'interface d'utilisateur (29, 29', 29"),
l'interface d'utilisateur (29, 29', 29") étant configurée pour recevoir les ordres
de commande d'un utilisateur sous forme vocale, d'un déplacement oculaire, d'un déplacement
du pied, d'un déplacement de la tête et/ou d'un déplacement de la main de l'utilisateur
et de les délivrer à la commande (28).
10. Système de microscopie selon l'une des revendications 5 à 9, dans lequel le système
(26) de formation d'image comporte plusieurs lentilles optiques (4-8, 11, 13, 14,
16'-21', 16"-21", 16"'-21'", 16""-21"") et au moins une lentille optique (4-8) du
système (26) de formation d'image est disposée entre la première et la deuxième surface
réfléchissante (3, 9).
11. Système de microscopie selon l'une des revendications 5 à 10, dans lequel le système
(26) de formation d'image présente une troisième surface réfléchissante (10) et une
quatrième surface réfléchissante (12) qui dévient le ou les faisceaux de rayons (2a,
2b, 2c, 2d) de formation d'image et la ou les paires de faisceaux de rayons (2a, 2b,
2c, 2d) de formation d'image étant réfléchies successivement sur la première surface
réfléchissante (3), la deuxième surface réfléchissante (9), la troisième surface réfléchissante
(10) et la quatrième surface réfléchissante (12).
12. Système de microscopie selon la revendication 11, dans lequel la première surface
réfléchissante (3) et la quatrième surface réfléchissante (12) forment entre elles
un angle compris entre 60° et 120° et de préférence entre 80° et 100°, la deuxième
surface réfléchissante (9) et la troisième surface réfléchissante (10) formant entre
elles un angle compris entre 60° et 120° et de préférence entre 80° et 100°.
13. Système de microscopie selon la revendication 12, dans lequel la troisième surface
réfléchissante (10) et la quatrième surface réfléchissante (9) forment entre elles
un angle essentiellement de 60°.
14. Système de microscopie selon l'une des revendications 5 à 13, dans lequel le système
de microscopie présente en outre un deuxième entraînement (37) qui fait pivoter sélectivement
la deuxième surface réfléchissante (9) autour du deuxième axe de pivotement (B), le
système de microscopie présentant en outre un premier entraînement (36) qui fait pivoter
sélectivement la première surface réfléchissante (3) autour du premier axe de pivotement
(A).
15. Système de microscopie selon l'une des revendications 5 à 14, dans lequel la première
surface réfléchissante (3) est disposée entre le plan d'objet (1) et une première
surface optiquement active du système (26) de formation d'image disposée le long de
la ou des paires de faisceaux de rayons (2a, 2b, 2c, 2d) de formation d'image.
16. Système de microscopie selon l'une des revendications 5 à 15, dans lequel le système
(26) de formation d'image présente un premier système partiel (T1; T1*) qui comporte
plusieurs lentilles (4-8, 11, 13, 14) disposées le long d'un axe optique commun (K;
K*) et traversées conjointement par les deux faisceaux de rayons (2a, 2b, 2c, 2d)
de formation d'image de la ou des paires de faisceaux de rayons (2a, 2b, 2c, 2d) de
formation d'image, la première et/ou la deuxième surface réfléchissante (3, 9) étant
disposées le long de l'axe optique (K; K*) du premier système partiel (T1; T1*) entre
des lentilles optiques (4-8, 11, 13, 14) du premier système partiel (T1; T1*).
17. Système de microscopie selon l'une des revendications 5 à 16, dans lequel le système
de microscopie présente en outre un système d'éclairage (23, 30) doté d'un faisceau
d'éclairage (24) qui éclaire le plan d'objet (1), la première et/ou la deuxième surface
réfléchissante (3, 9) étant disposées le long du faisceau d'éclairage et le faisceau
d'éclairage étant dévié au moins par la première et/ou la deuxième surface réfléchissante
(3, 9).
18. Système de microscopie selon l'une des revendications 5 à 17, dans lequel le système
de microscopie présente en outre un système d'éclairage (23, 30) doté d'un faisceau
d'éclairage (24) qui éclaire le plan d'objet (1) et au moins un miroir d'éclairage
(38) qui peut être pivoté en fonction du décalage déterminé par la commande (28) étant
disposé le long du faisceau d'éclairage (24).
19. Système de microscopie selon l'une des revendications 5 à 18, dans lequel le système
de microscopie comporte en outre un statif (32) qui porte le système (26) de formation
d'image et qui présente au moins un ensemble d'ajustement (32', 32", 32"') qui déplace
en translation le système de formation d'image.