[0001] Die Erfindung betrifft einen Behälter zum Transport von warmen Speisen. Darunter
fallen insbesondere heiße Speisen bzw. Backwaren mit knusprig gebackenem Boden. Derartige
Behälter sind unter der Bezeichnung "Pizza-Box" oder "Pizza-Karton" seit langem bekannt
und verbreitet und werden zum Liefern bzw. Mitnehmen frisch zubereiteter Speisen verwendet.
Üblicherweise handelt es sich dabei um einen Zuschnitt aus naturgemäß wärmeisolierender
Wellpappe, aus dem durch reines Falten und Einrasten von Zungen flache, im Wesentlichen
quadratische Pappschachteln gefaltet werden können.
EP 1 331 170 A1 und
EP 1 193 184 A2 zeigen beispielhaft bekannte Transportverpackungen aus Pappe für Pizza.
[0002] Die Knusprigkeit des Bodens der oben genannten frisch zubereiteten heißen bzw. warmen
Speisen ist für den Konsumenten ein wesentliches Qualitätsmerkmal, welches in der
Praxis nicht zufriedenstellend erfüllt wird. So gelten beispielsweise Pizzen, die
mittels der oben genannten Transportbox transportiert wurden als "labbrig", das heißt
der Boden ist aufgeweicht und nicht mehr knusprig. Zahlreiche Druckschriften befassen
sich mit dem Problem des aufgeweichten Bodens und schlagen beispielsweise Einsätze,
die den Pizzaboden von der durch Kondenswasser angefeuchteten Pappe fernhalten vor,
wie z, B,
EP 1 193 184 A2. Ein solcher Einsatz erfordert zusätzliche Handhabung, Entsorgung und Kosten.
EP 0 989 067 B1 offenbart einen Kunststoffbehälter mit Rippen zum Fernhalten und Abführen von Kondenswasser
von dem Boden der Pizza. Derartige Behältnisse sind aufwändiger herzustellen und weniger
umweltfreundlich als die bekannten Verpackungen aus Pappe.
[0003] Bekannte Pizzaboxen können mehrfach geöffnet und geschlossen werden, so dass der
Kunde nicht sicher sein kann, ob die Box während des Transports in unerwünschter Weise
geöffnet wurde und die Pizza unhygienischen Bedingungen ausgesetzt wurde.
[0004] US-BL-6,169,270 offenbart einen Pizzabehälter mit einem Klebesiegel.
[0005] DE 202 16203 U1 offenbart eine Verpackung mit Originalitätsverschluss, die aus einem separatem Deckelzuschnitt
und einem Bodenzuschnitt besteht. Am Deckelzuschnitt sind Verschlusselemente ausgebildet,
die zunächst umgefaltet werden müssen, damit sie durch einen Schlitz im Bodenzuschnitt
geschoben werden können.
[0006] DE 9 312 187 U offenbart einen Pizzakarton mit einer Bodenplatte, einer Vielzahl von Seitenwänden
und einer Deckelplatte, wobei der Karton aus einem einstückigen Zuschnitt durch Falten,
hergestellt ist und eine Verbindung zwischen Deckelplatte und Seitenwand am rückseitigen
Bereich der Deckelplatte ausgestaltet ist und eine Perforierung am rückseitigen Bereich
der Deckelplatte vorgesehen ist, mittels der nach dem frontseitigen Öffnen der Deckelplatte
diese abgerissen und als Werbeträger verwendet werden kann.
[0007] US 2003 085 363 als gattungsbildender Stand der Technik betrifft einen besonderen Pizzakarton für
frische keilförmige Pizzastücke.
[0008] Es ist demzufolge Aufgabe der vorliegenden Erfindung einen verbesserten Behälter
zum Transport von warmen Speisen der oben genannten Art bereitzustellen.
[0009] Diese Aufgabe wird gelöst durch einen Behälter, einen Zuschnitt und eine Verwendung
mit den Merkmalen der jeweiligen unabhängigen Ansprüche. Vorteilhafte Ausgestaltungen
sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0010] Erfindungsgemäß ist zunächst ein Siegel vorgesehen, welches dem Kunden signalisiert,
dass der Lebensmittelbehälter nach dem Verschließen in der Pizzeria nicht mehr geöffnet
worden ist. Der Kunde erhält somit das sichere Gefühl, dass die Pizza während des
Transports nicht unhygienischen Bedingungen ausgesetzt war, Dem Fachmann werden dazu
unzählige Lösungen einfallen und es werden lediglich exemplarisch einige Ausführungsbeispiele
und Prinzipien beschrieben. Ein Siegel ist hier eine beliebige Einmalverbindung, die
nicht unbemerkt gelöst werden kann.
[0011] Beispielsweise kann die Deckelplatte durch einen Aufkleber mit dem Behälter verbunden
werden, so dass ein Öffnen nur durch Zerstörung des Siegels erfolgen kann. Auch kann
der Deckel - ähnlich wie bei selbstverschließenden Briefumschlägen - mit der Seitenwand
und/oder Bodenplatte verklebbar sein. Bei der Verpackung der Pizza ist somit kein
zusätzlicher Arbeitsschritt erforderlich - der Deckel wird lediglich geschlossen und
eine Lasche oder dergleichen mit einer Selbstklebezone durch Andrücken/Hineinstecken
irreversibel verklebt. Erfindungsgemäßen ist eine Einweg-Einrastverbindung zwischen
Deckel und Seitenwand bzw. Bodenplatte durch sägezahnartige Laschen, die in entsprechend
ausgestaltete Schlitze hineingeschoben werden können, realisiert. Eine derartige Lasche
kann nicht ohne Zerstörung gelöst werden.
[0012] Besonders vorteilhaft ist es dabei, wenn eine Sollbruchstelle bzw.
[0013] Perforierung vorgesehen ist. Beim Zug an der Einmal- oder Einrastverbindung wird
dabei zuerst die Sollbruchstelle versagen.
[0014] Unabhängig von der Art der Verriegelung ist eine Sollbruchstelle, beispielsweise
in Gestalt einer Perforierung, von Vorteil, da sie dem Kunden das Öffnen des Kartons
erleichtert, ihn auf die erfindungsgemäße neuartige Versiegelung aufmerksam macht
und ihm die ordnungsgemäße Anlieferung der Speise signalisiert.
[0015] Wenn die unlösbare Einrastverbindung zwischen Deckelplatte und Seitenwand bzw. Bodenplatte
am rückseitigen oder seitlichen Bereich der Deckelplatte ausgestaltet ist und dabei
als Siegel eine sichtbare Sollbruchstelle am frontseitigen Bereich der Deckelplatte
vorgesehen ist, die beim Öffnen Deckelplatte zerstört werden muss, ergeben sich die
folgenden Vorteile:
Der Pizzabäcker schließt wie gewohnt die Pizzabox durch Absenken der Deckelplatte.
Dabei wird eine unlösbare Einrastverbindung zwischen Deckelplatte und Seitenwand bzw.
Bodenplatte bewirkt. Die Besonderheit ist nun, dass durch entsprechende nachfolgend
beschriebene Ausgestaltung bzw. Beschriftung/Einfärbung des Pizzakartons der Kunde
diese Verbindung nicht als Ort, an dem die Box verschlossen wurde wahrnimmt, sondern
darin lediglich das Scharnier des Deckels erblicken wird. Aus Sicht des Kunden handelt
es sich insofern um den rückseitigen Teil des Deckels und er wird daher nicht versuchen,
dort den Pizzakarton zu öffnen. Am frontseitigen Teil des Deckels dagegen befindet
sich als Siegel eine Sollbruchstelle, über die der Deckel mit der frontseitigen Seitenwand
verbunden ist. Vorzugweise ist dabei eine über die frontseitige Seitenwand herüberragende
Grifflasche vorgesehen, die in die Sollbruchstelle, z. B. eine perforierte Line, übergeht.
Dabei muss die Einrastverbindung nicht zwingend am rückseitigen Bereich der Deckelplatte
und die sichtbare Sollbruchstelle am frontseitigen Bereich der Deckelplatte vorgesehen
sein; es reicht aus, wenn die vorgenannten Komponenten an unterschiedlichen Bereichen,
z. B. an verschiedenen Seitenwänden, vorgesehen sind.
[0016] Vorzugsweise erstreckt sich die Perforierung zumindest im randseitigen Abschnitt
der Deckelplatte durch die Deckelplatte, so dass beispielsweise ein Rechtshänder den
frontseitigen Teil der Deckelplatte mit dem linken Daumen herunter drücken kann, während
er mit der rechten Hand die Lasche nach oben zieht, dabei die Perforierung aufreißt
und somit den Deckel öffnet. Dies ermöglicht ein leichteres und intuitiveres Aufbrechen
des Siegels, als wenn die Sollbruchlinie entlang der Kante zwischen Deckelplatte und
frontseitiger Seitenwand verläuft.
[0017] Nach dem Öffnen des Deckel verliert die frontseitige Seitenwand ihre Stabilität und
senkt sich in Richtung auf den Nutzer ab. Vorteilhafterweise kann nun der Nutzer einzelne
Pizzastücke oder die Pizza über die Bodenplatte nach außen, z. B. auf einen Teller,
schieben, da keine Seitenwand im Weg ist. Beim Stand der Technik muss die Pizza immer
über den Seitenwand gehoben oder über den gesamten geöffneten Deckel geschoben werden.
[0018] Aufgrund der erfindungsgemäßen Ausgestaltung ergibt sich ferner der Vorteil, dass
nach dem Öffnen der Verpackung der Deckel separat ist und somit wahlweise zum Abdecken
und Warmhalten der Pizza als auch "zweiter Teller" dienen kann. Es entfällt das sonst
notwendige Zerreißen der Pizzaverpackung zum o. g. Zweck. Dadurch, dass der Deckel
in der Regel mit der Innenseite nach oben abgelegt wird, kann er vorzugsweise einen
Aufdruck, z. B. Werbebotschaft, aufweisen.
[0019] Die erfindungsgemäße Pizzabox kann somit wie üblich gefaltet werden, benötigt keinen
Extraaufwand für die Versiegelung und gibt dem Kunden das sichere Gefühl einer noch
nie zuvor geöffneten "Aufreißverpackung", Wenn der Behälter aus einem einstückigen
Zuschnitt, insbesondere ausschließlich durch Falten hergestellt ist, verändert sich
am üblichen Arbeitsablauf beim Falten, was üblicherweise beim Pizzabäcker geschieht,
nichts. Es wird nicht mehr Zeit als bei konventionellen Boxen benötigt.
[0020] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung, die unabhängig oder kombiniert mit dem
Siege realisiert werden kann, sieht vor, dass die Bodenplatte eine Vielzahl von Löchern
aufweist, wodurch im empfindlichen Bodenbereich der Speise auftretende Feuchtigkeit
- sei es als Flüssigkeit oder Wasserdampf - wirkungsvoll und unverzüglich abgeführt
wird. Die Anzahl der Löcher, ihr Durchmesser sowie ihre räumliche Anordnung auf der
Bodenplatte ist derart vorzunehmen, dass einerseits zum Erhalt der Knusprigkeit Flüssigkeit
bzw. Wasserdampf in ausreichendem Maße von der Unterseite der Speise abgeführt werden
kann und andererseits aber gewährleistet wird, dass nicht unnötig Wärme aus dem Inneren
des Behälters entweicht oder Speiseteile herausfallen. Diese Ziele werden durch die
entsprechenden Merkmale erzielt. Der Behälter ist durch die folgenden Merkmale gekennzeichnet:
- dass die Bodenplatte (2) ein Vielzahl von Löchern (21) aufweist;
- dass die Löcher (21) derart angeordnet sind, dass ihre Anordnung der Grundfläche (22)
der transportierten Speise entspricht;
- dass der Behälter (1) eine im wesentlichen quadratische oder rechteckige Grundfläche
aufweist und/oder im wesentlichen eine runde oder elliptische Fläche (22) mit den
Löchern (21) versehen ist;
- dass die Löcher (21) einen Durchmesser von 1 bis 15 mm, vorzugsweise 5 bis 10 mm und
insbesondere vorzugsweise 7 bis 9 mm haben und/oder das Verhältnis der Gesamtfläche
der Löcher (21) im Boden zur mit Löchern versehenen Bodenfläche (22) 5% bis 25%, vorzugsweise
7% bis 1 5% und insbesondere vorzugsweise 8% bis 12% beträgt;
- dass von der Unterseite der Bodenplatte nach unten weisende Standfüße vorgesehen sind,
die vorzugsweise 10 bis 50 mm, insbesondere vorzugsweise 15 bis 30 mm und ganz insbesondere
vorzugsweise 1 7 bis 25 mm lang sind;
- dass die Standfüße (31) die nach unten weisende Verlängerung einer mit der Bodenplatte
(2) verbundenen Seitenwand (33) sind, wobei eine entsprechende Ausnehmung aus der
Bodenplatte gebildet wird; und/oder
- dass die Standfüße (31) eine nach unten weisende Verlängerung von mit dem Deckel (4)
verbundenen Seitenwänden (32) sind, welche durch Schlitze (36) geführt sind, welche
in der Falz zwischen der Bodenplatte (4) und den damit verbundenen Seitenwänden gebildet
werden.
[0021] Vorzugesweise sind die bodenseitigen Löcher lediglich im Bereich der Grundfläche
der zu transportierenden Speise angeordnet, so dass lediglich die Unterseite der Speise
belüftet wird, nicht jedoch der übrige Innenraum des Behälters, da sämtliche Löcher
durch die Speise abgedeckt werden. Überflüssiger Wärmeaustausch wird so verhindert.
[0022] Das Wegführen von Flüssigkeiten bzw. Wasserdampf von der Unterseite der Speise wird
dadurch erleichtert, dass die Unterseite der Bodenplatte des erfindungsgemäßen Behälters
vorzugsweise nach unten weisende Standfüße aufweist. Die erfindungsgemäß angegebene
Höhe der Standfüße ist so bemessen, dass zur Verbesserung der Knusprigkeit ausreichend
Zirkulationsmöglichkeit unter der Bodenplatte gegeben ist, ohne dass die Standfüße
unnötig lang bzw. stabil ausgebildet sein müssen. Die Verpackung arbeitet daher auch
auf dem Tisch abgestellt und/oder gestapelt erfindungsgemäß.
[0023] Die gewohnt einfache Herstellung eines in üblicher Weise durch Falten erzeugten Transportbehälters
kann dann beibehalten werden, wenn die Standfüße die nach unten gerichtete Verlängerung
der mit der Bodenplatte über Falze verbundenen unteren Seitenwand darstellen, wobei
eine entsprechende Ausnehmung aus der Bodenplatte gebildet wird. An der Unterkante
der Seitenwand befindet sich also eine nicht gefaltete Zone, die aus der Bodenplatte
zur Bildung des Standfußes herausgeschwenkt wird. Es ergibt sich somit kein zusätzlicher
Materialbedarf und beim Falten des Kartons sind keine zusätzlichen Schritte zum Ausbilden
der Standfüße erforderlich.
[0024] Vergleichbares gilt bei der alternativen im Ausführungsbeispiel beschriebenen Variante,
bei der die Standfüße durch die mit dem Deckel über Falze verbundenen Seitenwandverlängerungen
gebildet werden.
[0025] Die anspruchsgemäßen angegebenen überraschenden Bereiche für den Lochdurchmesser,
das Verhältnis der Gesamtfläche der Löcher im Boden zu der mit Löchern versehenen
Bodenfläche sowie die Länge der nach unten weisende Standfüße ermöglichen eine gute
Isolierung bei gleichzeitig hervorragender Feuchtigkeitsabfuhr aus dem Bodenbereich
und dennoch einer leichte und sichere Handhabung beim Falten und auch für den Konsumenten.
[0026] Vorzugsweise besteht der erfindungsgemäße Behälter - dem Stand der Technik entsprechend
- aus einem einstückigen Zuschnitt vorzugsweise aus naturgemäß isolierender Wellpappe.
Der Behälter kann dabei ausschließlich durch Falten hergestellt werden, wobei in der
Regel stabilisierende Zungen zum Einrasten in entsprechende Ausnehmungen vorgesehen
sein können, Die Erfindung hat dabei den Vorteil, dass die Knusprigkeit der Speise
bewahrt wird, ohne dass bei der Fertigung und Faltung des Kartons zusätzliche Schritte
erforderlich sind. Pizzakartons werden ohnehin ausgestanzt, wobei es fertigungstechnisch
kein zusätzlicher Aufwand ist, die erfindungsgemäßen Belüftungslöcher im gleichen
Schritt auszustanzen. Beim Falten des Kartons kann wie gewohnt vorgegangen werden;
es sind insbesondere keine zusätzlichen Schritte, wie zum Beispiel bei
EP 1 193 184 A2, erforderlich, Karton ist auch umweltfreundlicher als Kunststoff.
[0027] Weitere Vorteile ergeben sich aus der folgenden Beschreibung und der beigefügten
Zeichnung. Ebenso können die vorstehend genannten und noch weiter ausgeführten Merkmale
erfindungsgemäß jeweils einzeln oder in beliebigen Kombinationen miteinander verwendet
werden. Die erwähnten Ausführungsbeispiele sind nicht abschließend zu verstehen und
haben beispielhaften Charakter. Dabei zeigt
- Figur 1
- einen ersten Zuschnitt für eine Pizzabox mit quadratischem perforiertem Boden;
- Figur 2
- einen zweiten Zuschnitt für eine Pizzabox mit rundem perforiertem Boden;
- Figur 3
- einen dritten Zuschnitt für eine Pizzabox mit verbessertem Siegel; und
- Figur 4
- den Zuschnitt aus Fig. 3 mit alternativem Siegel.
[0028] Figur 1 zeigt den Zuschnitt
1 für eine Pizzabox. Dieser besteht - wie üblich - aus naturgemäß wärmeisolierender
Wellpappe. Darüber kann zumindest einseitig eine feuchtigkeitsabweisende Behandlung/Imprägnierung
des Pappe und/oder der Lochwandung vorgesehen sein, die ein Aufweichen der Verpackung
durch Wasserdampf herauszögert. Besonders zweckmäßig ist eine solche Behandlung im
Bodenbereich
2. Der Zuschnitt weist Falze (Linien mit normaler Strichstärke) und Schnitte (Linien
mit dickerer Strichstärke) auf. Der Zuschnitt ist derartig, dass eine Pizzabox lediglich
durch Falten geformt werden kann, was im Wesentlichen dem Stand der Technik bei Faltboxen
entspricht. Diese Darstellung gilt auch für Figur 3 und 4. Dazu ist der mit einer
Vielzahl von Löchern
21 versehene Bodenbereich
2 über eine Seitenwand
3 mit dem Deckelbereich
4 einstückig über zwei Falze verbunden.
[0029] Neben der Perforierung
21 des Bodenbereichs
2 sind folgende Verbesserungen des Pizzakartons dargestellt:
- Die unteren seitlichen Seitenwände 33 sind über eine Falz mit dem Boden 2 verbunden. Die Falzung weist jedoch in Richtung Boden 2 weisende Ausnehmungen 36 auf, die beim Umklappen der Seitenwände 33 nach unten zusammen mit dieser herausschwenken und somit unterhalb der Bodenplatte
2 herausstehen. Bei einer Ausführungsform, die in Figur 1 jedoch nicht dargestellt ist, entscheidet die Breite der Ausnehmung 36 darüber, wie hoch die Füße sind, auf denen der fertig geformte Pizzakarton steht.
Dabei ergibt sich jedoch in nachteilhafter Weise, dass mit zunehmender Höhe der Füße
auch eine entsprechend große Ausnehmung 36 in der Bodenplatte entsteht, die somit nicht mehr das Lebensmittel sachgerecht verschlossen
tragen kann. In Figur 1 dient daher die Ausnehmung 36 in den unteren seitlichen Seitenwänden 33 lediglich dazu, dass nach Umklappen der Seitenwände 33 randseitig ein schmaler Schlitz 36 in der Bodenplatte gebildet wird. Dieser Schlitz ermöglicht das Durchschieben der
im Folgenden näher beschriebenen Fußlaschen 31.
- Der Deckel 4 weist zwei seitliche obere Seitenwände 32 auf, die bei der Faltung des Zuschnitts 1 nach oben gefaltet werden müssen. Die nach
außen hin von der Seitenwand 32 wegweisenden Fußiaschen 31 sind deutlich länger als die Höhe der unteren Seitenwand 33. Beim Schließen des Pizzakartons wird die Deckelfläche 4 mit den umgeklappten Seitenwänden 32 in Richtung auf den Boden 2 geführt, wobei die oberen Seitenwände 32 zwischen die unteren Seitenwände 33 geführt werden. Die seitlichen Gesamtseitenwände bestehen also beim fertig geformten
Karton aus den beiden anliegenden oberen und unteren Seitenwänden 32 und 33. Beim Schließen des Kartons ergibt es sich zwangsläufig, dass die Fußlaschen 31 der oberen Seitenwände 32 durch den Schlitz 36 zwischen unterer Seitenwand 33 und Bodenplatte 2 geführt werden und nach unten unter den Boden 2hervorstehen. Beim fertig geformten
Karton steht also der Karton auf den äußeren Enden der vier Fußlaschen 31 und somit ist die Bodenfläche 2 in einem Abstand oberhalb der Stellfläche positioniert, was einen Abführen der dampfhaltigen
Luft im Bodenbereich ermöglicht.
- Unter Last, das heißt bei auf der Bodenplatte 2 liegendem Lebensmittel, würde die Vorderkante der Bodenplatte jedoch der Schwerkraft
folgend nach unten rutschen, bis sie die Stellfläche beführt. Dazu ist in den beim
fertigen Karton vorne stehenden Fußlaschen 31 ein Einschnitt 37 vorgesehen, der beim fertigen Karton unterhalb der Unterseite der Bodenplatte 2 annähernd in Höhe der Bodenplatte 2 parallel zu dieser verläuft. Beim Verschließen des Kartons kann der Bediener dabei
durch leichten Druck mit den Fingern den durch den Einschnitt 37 abgeteilten beweglichen Teil 38 der Fußlasche 31 nach innen drücken, derart, dass die Oberkante des beweglichen Teils 38 unter der Unterseite der Bodenplatte 2 zu liegen kommt und diese daher verriegelt und trägt. Der Karton kann daher erst
dann geöffnet werden, wenn der Empfänger des Pizzakartons diese Verriegelung löst.
Das Lösen der Verriegelung wird dadurch erheblich erleichtert, dass der beim Ausbilden
des Schlitzes für die Fußlasche gebildete Überstand 36 in der Seitenwand 33 ebenfalls leicht unterhalb der Unterseite der Bodenplatte 2 hervorsteht und somit einen Anschlag für den beweglichen Teil 38 beim Zurückstellen desselben bildet. Der Empfänger des Kartons muss also lediglich
den freien Teil 38 der Fußlasche 31 nach außen bis zum Anschlag 36 bewegen und kann dann den Karton öffnen.
Bei der Verwendung des im allgemeinen Teil beschriebenen Siegels bzw. der Verriegelungsvorrichtung
wird alternativ der gleiche Effekt erzielt - das Siegel bzw. die Verriegelungsvorrichtung
erfüllt somit zwei Aufgaben gleichzeitig, nämlich wird dem Verbraucher signalisiert,
dass der Karton zwischenzeitlich nicht mehr geöffnet wurde und das Herabsinken der
Bodenplatte 2 wird zugleich verhindert.
- Entlang der Falzung zwischen oberer Seitenwand 32 und Deckel 4 sind ferner nach außen weisende Ausbuchtungen 35 vorgesehen, die den Deckel 4 verbreitern. Diese erfüllen zwei Aufgaben. Zum einen entsteht nach dem Umklappen
der seitlichen oberen Seitenwand 31 im Bereich der Ausbuchtung 35 eine entsprechende Ausnehmung, die für die Luftzufuhr sorgt. Zugleich ist die Ausbuchtung
35 derart angeordnet, das beim Stapeln gleichartiger Pizzaboxen die Füße 31 der darüber abgestellten Pizzabox wegen des dadurch verbreiterten Deckels 4 einen sicheren Halt finden. Ohne die Ausbuchtung 35 wäre ein Stapel aus erfindungsgemäßen Pizzaboxen sehr instabil, da schon leichte
Relativbewegungen dafür sorgen, dass der Fuß 31 der darüber liegenden Pizzabox entlang der Seitenwand 33 der darunter liegenden Box abrutscht. Vorzugsweise stehen die Ausbuchtungen ohne
Kanten und Sprünge von dem Deckel ab - z. B. bilden sie einen Kreisausschnitt- , so
dass beim Einschieben der Boxen ein Verkanten vermieden wird. Die Ausbuchtungen 35 erleichtern gleichzeitig das Greifen des Deckels beim Aufziehen desselben.
[0030] Figur 2 dient lediglich der Illustration, dass die Perforierung
21 nicht die gesamte Bodenplatte
2 abdecken muss. Vielmehr ist es zweckmäßig, lediglich im Wesentlichen die Grundfläche
des zu transportierenden Lebensmittels - hier eine kreisrunde Pizza - abzudecken.
Dadurch findet nur dort ein Luftaustausch statt, wo er am dringendsten nötig ist,
nämlich im Bereich des dampfenden Bodens, Daher ist in
Figur 2 die Perforierung
21 in Kreisform
22 angeordnet, wobei die eingezeichnete Kreislinie
22 lediglich der Visualisierung dient.
[0031] Figur 3 zeigt eine Pizzabox mit einem besonders leicht herzustellenden Siegel, welches dem
Kunden das Gefühl gibt, erstmalig eine Verpackung zu öffnen. Der einstückige Zuschnitt
1 umfasst im Wesentlichen eine Bodenplatte
2 und eine Deckelplatte
4, die über eine im zusammengefalteten Zustand frontseitige Seitenwand
45 fest miteinander verbunden sind. Jedoch ist eine zwischen Deckelplatte
4 und frontseitiger Seitenwand
45 verlaufende Perforierung
47 sowie eine ausgeschnittene Lasche
46 vorgesehen, so dass im zusammengefalteten Zustand durch Zug an der über die frontseitige
Seitenwand
45 vorstehenden Lasche
46 der Deckel
4 von der frontseitigen Seitenwand
45 abgerissen werden kann. Diese Perforation bildet somit das Siegel. Die Perforierung
47 verläuft dabei so über den Deckel
4, dass dieser in zwei Bereiche
4a und
4b getrennt wird. Der mit der frontseitigen Seitenwand
45 zusammenhängende kleinere Teil
4b bildet nur Auflagefläche für den Daumen bzw. die Finger des Kunden, damit beim nach
oben Aufreißen der Lasche
46 der Pizzakarton mit der anderen Hand nach unten gedrückt werden kann. Im Prinzip
kann die Perforation
47 beliebig verlaufen und der Bereich
4b kann auch weiter zur Seite hin verlagert werden, kleiner ausfallen oder ganz wegfallen.
Vorzugsweise verläuft die Perforation von der Lasche nach hinten und außen für eine
verbesserte Krafteinleitung beim Aufreißen.
[0032] Um das Öffnen zu Erleichtern, verläuft die Perforierung
47a auch durch die obere seitliche Seitenwand
32. Dieser Bereich
47a kann auch geschnitten sein, wodurch diese Seitenwand
32 in zwei Abschnitte geteilt würde, was beim Falten zusätzliche Handhabung erfordert.
Daher wird der Abschnitt
47a perforiert, wobei die Perforierung
47a wegen der ungünstigen Krafteinleitung beim Öffnen schwerer zu trennen ist. Daher
ist die Belastbarkeit der Perforierung
47a dieses Abschnitt schwächer als die übrige Perforierung
47 auszulegen, nämlich derart, dass beim Falten die beiden Abschnitte miteinander verbunden
und beim Öffnen leicht zu trennen sind. Das Öffnen wird erleichtert, wenn der untere
Teil
47b dieser Perforierung
47a offen ist, insbesondere eine sich nach unten verbreiternde Öffnung
47b aufweist.
[0033] Im Folgenden wird die rückseitige Einrastverbindung erläutert, die lediglich einmal
beim Verschließen der Verpackung zum Einsatz kommt. Die Bodenplatte
2 ist über eine Falzung mit einem ersten und zweiten rückseitigen Seitenwandabschnitt
34, 39 verbunden, der wie üblich durch zweifaches Aufklappen aufgerichtet werden kann. Dabei
kann der überstehende Teil
33a der seitlichen Seitenwand
33 zwischen die vorgenannten Seitenwandabschnitte
34 und
39 geklemmt werden. Der zweite Seitenwandabschnitt
39, der im zusammengefalteten Zustand die innere rückseitige Seitenwand bildet, weist
beidseitig trapezförmige Ausstanzungen
43 auf, die festigkeitssteigernd auch durch beide Seitenwandabschnitte
34 und
39 verlaufen kann. Diese dienen zum Einschnappen entsprechend geformter Laschen
42 am Deckel
4, die eine Einrastverbindung ermöglichen. Zu diesem Zweck ist die an dem rückseitigen
Teil des Deckels
4 angeformte rückseitige Seitenwand
40 mit Einrastlaschen
42 versehen, die in die zu Illustrationszwecken gestrichelte Position (s. Lasche links)
nach Außen, d. h. in Richtung zur inneren Seitenwand
39, geklappt werden können. Die Laschen
42 verhaken sich beim Schließen dort in den Ausnehmungen
43 und verhindern ein Öffnen des Deckels, Aus Sicht des Nutzers ist die rückseitige
Seitenwand mit ihrer Einrastverbindung das "Scharnier" der Pizzaschachtel und die
frontseitige Seitenwand mit der vorstehenden Lasche
46 die "offene" Seite.
[0034] Wenn die Laschen
42 im nicht-umgefalteten Zustand über die am Deckel
4 angeformte rückseitige Seitenwand
40 überstehen, kann das Umklappen der Laschen beim Verschließen des Kartons ohne einen
zusätzlichen Arbeitsschritt erfolgen: die Seitenwand
40 muss beim Schließen ohnehin nach Innen gedrückt werden - dies geschieht hier so,
dass dabei der überstehende Teil der Laschen am oberen Rand der unteren Seitenwand
34, 39 hängen bleibt und somit umgeklappt wird.
[0035] In
Figur 4. ist ein alternatives einweg-einrastbares Siegel
42, 43 dargestellt. Die Einrastverbindung wird realisiert durch eine Ausnehmung
43 am äußeren seitlichen Rand der unteren rückseitigen inneren Seitenwand
34 und einem Vorsprung
42 am dem rückseitigen Ende der seitlichen oberen Seitenwand
32. Die Ausnehmung
43 verläuft entlang des seitlichen Randes der Seitenwand und bildet somit eine Hinterschneidung,
hinter der das flache Ende
42a des Vorsprungs
42 beim Schließen der Box
1 einrasten kann. Das andere Ende
42b des Vorsprungs
42 ist angeschrägt, derart, dass beim Schließen der Box durch die Keilform ein Verspannung
aufgebaut wird, die beim Einrasten nachlässt. Die Anschrägung der unteren rückseitigen
Kante der oberen seitlichen Seitenwand verhindert ferner ein Verkanten beim Schließen.
Im Gegensatz zu der Box aus Figur 3, erfordert diese Ausgestaltung beim Schließen
keinerlei zusätzliche Handgriffe verglichen mit konventionellen Pizzaboxen.
[0036] Vorzugsweise ist des rückseitige Ende der oberen seitlichen Seitenwand 32 ein wenig
über den Deckelrand (Abstand a) verlängert, damit auch im eingerasteten Zustand eine
Vorspannung zwischen der oberen seitlichen Seitenwand 32 und der inneren frontseitigen
unteren Seitenwand 34 besteht.