[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eineneinen Kran gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1. Ein solcher Kran wird z.B. durch
FR 2445291 offenbart. Insbesondere handelt es sich bei dem Kran um einen Auslegerkran, welcher
einen um eine horizontale Achse schwenkbaren Ausleger aufweist, der an einem um eine
vertikale Achse drehbaren Turm angelenkt ist. Hierzu sind als Stellwerke ein Wippwerk
und ein Drehwerk vorgesehen. Das Seil zum Heben der Last läuft dabei über die Spitze
des Auslegers, insbesondere über eine oder mehrere dort angeordnete Umlenkrollen,
so dass die Last durch ein Drehen des Turms in tangentialer Richtung und durch ein
Aufwippen des Auslegers in radialer Richtung bewegt werden kann. Bei der Ausführung
der Erfindung mit mindestens einem ersten und einem zweiten Seilstrang verlaufen beide
Seilstränge von der Spitze des Auslegers zu einem Aufnahmeelement wie z.B. einem Hacken.
Die Länge des Seils ist dabei durch einen entsprechenden Antrieb einstellbar, um die
Last in vertikaler Richtung zu bewegen. Insbesondere betrifft die erfindungsgemäße
Kransteuerung dabei allgemein Drehkrane, sowie Hafenmobilkrane, Schiffskrane, Off-Shore-Krane,
Autokrane und Raupenkrane.
[0002] Aus
DE100 64 182 und
DE 103 24 692, deren gesamter Inhalt einen Teil der vorliegenden Anmeldung darstellt, sind dabei
Kransteuerungen bekannt, deren Steuer- und Automatisierungskonzepte die Pendelbewegung
der Last am Seil bei einer Bewegung des Kranes verhindern.
[0003] Aus
DE 100 29 579 und
DE 10 2006 033 277, deren Inhalt ebenfalls einen Teil der folgenden Anmeldung bildet, sind weiterhin
Kransteuerungen bekannt, welche eine Drehschwingung der Last am Seil verhindern.
[0004] Bei den oben genannten Kransteuerungen werden dabei zur Bestimmung der Lastschwingung
Gyroskopeinheiten eingesetzt, welche im Kranhaken angeordnet sind und die Winkelgeschwindigkeit
des Seils bestimmen. Der Seilwinkel wird dabei über eine Beobachterschaltung, welche
die Bewegung des Seils aufintegriert, bestimmt. Um den dabei entstehenden Offset ausgleichen
zu können, wird von einem frei schwingenden Pendel ausgegangen, dessen Ruhestellung
einem lotrechten Seilwinkel entspricht. Ein solches Vorgehen ist zwar für die Seilpendeldämpfung
gut geeignet, da hierzu vor allem die Bewegungen des Seils bei freiem Schwingen der
Last am Seil überwacht werden müssen. Eine Bestimmung der absoluten Ausrichtung des
Seils, insbesondere bevor die Last frei schwingen kann, ist bei den bekannten Kransteuerungen
jedoch weder vorgesehen noch möglich. Weiterhin hatten bekannte Sensoranordnungen
und Kransteuerungen den Nachteil, dass Störeinflüsse wie die Seilfeldverdrehung bei
der Lastpendeldämpfung zur Dämpfung der sphärischen Pendelschwingungen der Last unberücksichtigt
blieben.
[0005] Bekannte Systeme, wie sie z. B. bei Kränen mit einer lediglich in horizontaler Richtung
bewegbaren Laufkatze zum Einsatz kommen und welche Meßkamerasysteme einsetzen, um
den absoluten Seilwinkel zu bestimmen, sind aber insbesondere bei Auslegerkranen nicht
einsetzbar. Meßkamerasysteme müssen immer direkt hinter dem Seilfixpunkt angeordnet
seien, um den Seilwinkel bestimmen zu können. Bei Auslegerkranen, bei welchen das
Seil beweglich über eine am Auslegerkopf angeordnete Umlenkrolle geführt ist, ist
jedoch kein Seilfixpunkt gegeben, da sich der Seilaustrittspunkt mit dem Seilwinkel
ebenfalls ändert. Meßwertgeber, welche den Seilwinkel relativ zum Ausleger mechanisch
bestimmen, sind zur Messung des absoluten Seilwinkels ebenso wenig geeignet, da diese
erstens ungenau arbeiten und außerdem bei einer Verformung des Kranes zu falschen
Ergebnissen führen. Außerdem bestimmen all diese Systeme immer nur den Seilwinkel
relativ zum Ausleger, und wären damit nur indirekt zur Bestimmung des absoluten Seilwinkels
geeignet, so dass auf solche Lösungen bisher ganz verzichtet wurde.
[0006] Der Kranführer muss deshalb vor dem Hub bzw. zu Beginn des Hubes den Kran weiterhin
per Hand und auf Sicht so ausrichten, dass das Seil im wesentlichen lotrecht ausgerichtet
ist. Gerade bei der großen Entfernung von der Last ist dies aber oftmals nur äußerst
schwierig möglich, so dass sich Abweichungen des Seilwinkels von der Lotrechten ergeben,
welche bei einem Anheben der Last zu ungewünschten Schwingungen führen. Die gleiche
Problematik ergibt sich, wenn durch ein Ungleichgewicht der Last das Seil zwar vor
dem Hub lotrecht ausgerichtet ist, der Seilwinkel beim Anheben der Last aber durch
die Bewegung des Schwerpunkts der Last unter den Lastaufnahmepunkt verändert wird.
Auch das Nachgeben der Kranstruktur unter der Belastung beim Anheben der Last kann
den Seilwinkel ungewollt verändern. Bei Off-Shore-Kränen entsteht zusätzlich das Problem,
dass durch eine Relativbewegung eines die Last tragenden Schiffs zum Off-Shore-Kran
der Seilwinkel verändert werden kann.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Kransteuerung zur Verfügung
zu stellen, durch welche eine leichtere und sichere Ausrichtung des Krans insbesondere
vor und während des Anhebens der Last ermöglicht. Weiterhin ist es Aufgabe der vorliegenden
Erfindung, eine verbesserte Dämpfung der sphärischen Pendelschwingungen der Last zu
ermöglichen.
[0008] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe von einer Kransteuerung gemäß Anspruch 1 gelöst.
Diese weist erfindungsgemäß eine Sensoreinheit zur Bestimmung eines Seilwinkels relativ
zur Gravitationskraftrichtung auf. Durch diese Sensoreinheit kann der Seilwinkel relativ
zur Gravitationskraftrichtung direkt bestimmt werden, so dass die lotrechte Ausrichtung
des Seils erheblich vereinfacht wird. Hierdurch wird zudem die Sicherheit beim Hub
erhöht.
[0009] Die Sensoreinheit weisen dabei üblicherweise ein Element auf, welches sich unter
Einfluss der Gravitationskraft ausrichtet und durch welches der Winkel des Seils relativ
zur Gravitationskraftrichtung bestimmt werden kann. Insbesondere kann dabei jede Art
von elektrischer Libelle zum Einsatz kommen. In der einfachsten Ausführung kann die
Sensoreinheit dabei lediglich bestimmen, ob das Seil lotrecht ausgerichtet ist oder
nicht. In aufwendigeren Ausführungen kann zudem die Richtung der Abweichung von der
Lotrechten und in weiteren Ausführungen den Wert der Abweichung von der Lotrechten
bestimmt werden.
[0010] Erfindungsgemäß wird durch die Sensoreinheit der Seilwinkel in mindestens einer Richtung
relativ zur Gravitationsrichtung bestimmt, z.B. in radialer oder in tangentialer Richtung,
um eine Abweichung des Seilwinkels von der Lotrechten in diese Richtung bestimmen
und gegebenenfalls ausgleichen zu können. Vorteilhafterweise wird der Seilwinkel dabei
sowohl in tangentialer als auch in radialer Richtung bestimmt, da nur so eine tatsächlich
lotrechte Ausrichtung des Seils möglich ist. Hierfür weist die Sensoreinheit vorteilhafterweise
mindestens zwei Sensoren auf, welche jeweils der Bestimmung des radialen bzw. des
tangentialen Seilwinkels relativ zur Gravitationskraftrichtung dienen.
[0011] Durch eine solche Sensoreinheit wird eine genaue Ausrichtung des Kranes beim Anheben
der Last möglich, so dass das Seil lotrecht ausgerichtet ist. Ebenso lässt sich die
Sensoreinheit für Überwachungs- und Sicherungsfunktionen einsetzen.
[0012] Weiterhin vorteilhafterweise ist neben der Sensoreinheit zur Bestimmung eines Seilwinkels
relativ zur Gravitationskraftrichtung weiterhin mindestens eine Gyroskopeinheit zur
Messung einer Seilwinkelgeschwindigkeit vorgesehen. Insbesondere kann diese Gyroskopeinheit
weiterhin zur Schwingungsdämpfung bei frei schwingender Last eingesetzt werden, wozu
die Sensoreinheit zur Bestimmung des Seilwinkels relativ zur Gravitationskraftrichtung
üblicherweise nicht ausreichend genaue Daten liefern kann. Die Ausrichtung des Krans
kann dann zunächst auf Grundlage der Sensoreinheit zur Bestimmung des Seilwinkels
relativ zur Gravitationskraftrichtung erfolgen, bis die Last frei am Seil hängt. Daraufhin
kann die automatische Seilpendeldämpfung, welche auf Grundlage der Gyroskopeinheit
arbeitet, zugeschaltet werden.
[0013] Die Gyroskopeinheit misst die Seilwinkelgeschwindigkeit dabei in mindestens einer
Richtung, z.B. in radialer oder in tangentialer Richtung. Vorteilhafterweise werden
aber sowohl die tangentiale als auch die radiale Seilwinkelgeschwindigkeit bestimmt,
wofür die Gyroskopeinheit vorteilhafterweise mindestens zwei entsprechend angeordnete
Gyroskope aufweist.
[0014] Weist der Kran mindestens zwei Seilstränge zum Heben der Last auf, umfasst die Kransteuerung
vorteilhafterweise mindestens zwei Sensoreinheiten zur Bestimmung der Seilwinkel relativ
zur Gravitationskraftrichtung, welche unterschiedlichen Seilsträngen zugeordnet sind.
Hierdurch kann eine Seilfeldverdrehung, welche einer Rotation der Last entspricht,
berücksichtigt werden. Würde hier bei mehreren Seilsträngen lediglich eine Sensoreinheit
eingesetzt, würde eine Seilfeldverdrehung dagegen zu verfälschten Meßwerten führen.
[0015] Insbesondere kann durch die mindestens zwei Sensoreinheiten die Seilfeldverdrehung,
und damit die Verdrehung der Last, bestimmt werden. Dies ermöglicht es, vor Beginn
des Hubs auch die Seilfeldverdrehung z. B. durch eine Drehung des Lastaufnahmemittels
relativ zur Last auszugleichen.
[0016] Weist der Kran mindestens zwei Seilstränge zum Heben der Last auf, sind weiterhin
vorteilhafterweise mindestens auch zwei Gyroskopeinheiten zur Messung der Seilwinkelgeschwindigkeiten
vorgesehen, welche unterschiedlichen Seilsträngen zugeordnet sind. So kann die Seilfeldverdrehung
z. B. auch bei der Schwingungsdämpfungsansteuerung berücksichtigt werden.
[0017] Weiterhin vorteilhafterweise kann dabei die Gyroskopeinheit an einem Seilfolgeelement
angeordnet werden, welches insbesondere über eine kardanische Verbindung mit einem
Ausleger des Krans verbunden ist und welches am Seil geführt wird. Das Seilfolgeelement
ist dabei bevorzugt durch die kardanische Verbindung mit dem Auslegerkopf des Krans
verbunden und folgt den Bewegungen des Seils, an dem es durch Rollen geführt ist.
Durch Messen der Bewegung des Seilfolgeelementes können so die Bewegungen des Seils
ermittelt werden.
[0018] Weist der Kran mindestens zwei Seilstränge zum Heben der Last auf, sind weiterhin
vorteilhafterweise mindestens zwei Seilfolgeelemente vorgesehen, welche unterschiedlichen
Seilsträngen zugeordnet sind. Da der Haken des Krans meist an mehreren Seilsträngen
hängt, können so auch Seilfeldverdrehungen berücksichtigt werden.
[0019] Weiterhin vorteilhafterweise weist die erfindungsgemäße Kransteuerung eine Anzeigeeinheit
zur Anzeige einer sich aus dem gemessenen Seilwinkel ergebenden Abweichung auf, insbesondere
zur Anzeige eines Seilwinkels relativ zur Gravitationskraftrichtung und/oder einer
daraus resultierenden horizontalen Abweichung der Last. Durch diese Anzeige wird dem
Kranführer das Ausrichten des Seils in lotrechter Position erheblich erleichtert.
[0020] Vorteilhafterweise zeigt die Anzeige dabei eine lotrechte Seilstellung optisch und/oder
akustisch an. Hierdurch ist es dem Kranführer möglich, das Seil entsprechend auszurichten.
[0021] Weiterhin vorteilhafterweise zeigt die Anzeige weiterhin die Richtung an, in welcher
das Seil von der Lotrechten abweicht. Weiterhin vorteilhafterweise zeigt die Anzeige
zudem den Absolutwert der Abweichung an. Denkbar ist hier z. B. eine graphische Anzeige,
in welcher der Winkel des Seils relativ zur Gravitationskraftrichtung sowie weiterhin
vorteilhafterweise die maximal zulässigen Seilwinkel angezeigt werden. Alternativ
oder zusätzlich kann auch die horizontale Abweichung der Last von der Position, an
welcher sich die Last bei lotrechter Seilstellung befinden würde, angezeigt werden,
vorteilhafterweise zusammen mit der maximal zulässigen horizontalen Abweichung. So
kann der Kranführer mit ihm gut vertrauten Abstandsangaben arbeiten und den Kran leichter
ausrichten.
[0022] Weiterhin vorteilhafterweise ist eine Warneinrichtung vorgesehen, welche den Kranführer
bei Überschreiten eines zulässigen Wertebereichs für eine sich aus dem gemessenen
Seilwinkel ergebende Abweichung, insbesondere für den Seilwinkel relativ zur Gravitationskraftrichtung
und/oder für die horizontale Abweichung der Last warnt, insbesondere durch ein optisches
und/oder akustisches Signal. So kann der Kranführer bei einem solchen Überschreiten
des zulässigen Wertebereichs reagieren und Schäden von der Kranstruktur bzw. Unfälle
vermeiden. Z. B. kann der Kranführer bei einem Überschreiten des zulässigen Winkelbereichs
die Bewegung des Krans stoppen, oder, wenn es sich um einen Off-Shore-Kran handelt,
bei welchem die z. B. auf einem Schiff befindliche Last durch eine Relativbewegung
des Schiffes relativ zum Kran vom Off-Shore-Kran wegbewegt wird, durch ein teilweises
Freigeben des Seils oder der Drehwerke des Krans eine Überlast vermeiden.
[0023] Erfindungsgemäß ist eine Überlastsicherung vorgesehen, welche bei einem Überschreiten
eines zulässigen Wertebereichs für eine sich aus dem gemessenen Seilwinkel ergebende
Abweichung, insbesondere für den Seilwinkel relativ zur Gravitationskraftrichtung,
und/oder für die horizontale Abweichung der Last automatisch in die Steuerung des
Kranes eingreift, um eine Überlast des Kranes zu verhindern. Insbesondere kann so
der Seilwinkel relativ zur Gravitationskraftrichtung in die automatische Lastmomentbegrenzung
des Kranes einbezogen werden. Dies erhöht die Sicherheit des Betriebs beträchtlich,
da bekannte Lastmomentbegrenzungen diesen Parameter nicht berücksichtigen konnten
und die durch eine übermäßige Schrägstellung des Seils auftretenden Belastungen allein
über die sonstigen Meßwertgeber berücksichtigt werden mußten.
[0024] Erfindungsgemäß gibt die Überlastsicherung die Bewegung des Kranes und/oder des Seils
zumindest teilweise frei, insbesondere wenn es sich um einen Off-Shore Kran handelt.
Die Freigabe erfolgt hierbei vorteilhafterweise kontrolliert mit einer gewissen Gegenkraft.
Verhakt sich z. B. der Haken des Kranes an einem Schiff, welches von dem Off-Shore-Kran
weggetrieben wird, kann so z. B. das Seil oder die Drehbewegung des Kranes kontrolliert
freigegeben werden, um eine Überlastung des Kranes zu verhindern. Die Sensoreinheit
zur Bestimmung eines Seilwinkels relativ zur Gravitationskraftrichtung ergibt hier
eine sehr zuverlässige Überlastsicherung, während bekannte Überlastsicherungen hier
allein auf einen Seilkraftsensor angewiesen waren, durch welchen ein Überlastfall
aber nur schwer von einem Lastfall unterschieden werden kann.
[0025] Weiterhin vorteilhafterweise wertet die erfindungsgemäße Kranssteuerung, insbesondere
die Warneinrichtung und/oder die Überlastsicherung, jedoch zusätzlich Daten eines
Seilkraftsensors aus. Hierdurch können die Daten von der Sensoreinheit zur Bestimmung
des Seilwinkels relativ zur Gravitationskraftrichtung überprüft werden, so dass insbesondere
bei einem automatischen Eingreifen der Kransteuerung in die Bewegung des Kranes eine
zusätzliche Sicherheit durch eine Redundanz gegeben ist.
[0026] Weist der Kran mindestens zwei Seilstränge zum Heben der Last auf, wird vorteilhafterweise
deren Seilfeldverdrehung bestimmt. Da bei einer reinen Verdrehung der Last die äußeren
Seile jeweils in entgegengesetzte Richtungen ausgelenkt sind, ohne dass die Last aus
der Lotrechten ausgelenkt wäre, wird diese Seilfeldverdrehung vorteilhafterweise bei
der Bestimmung des tatsächlichen Seilwinkels berücksichtigt. Der Seilwinkel, welcher
bei der Anzeige, der Warneinrichtung und/oder der Überlastsicherung zum Einsatz kommt,
entspricht hierdurch der tatsächlichen Auslenkung der Last relativ zur Gravitationskraftrichtung,
so dass ein Pendeln der Last effektiv verhindert werden kann und eventuelle Seilfeldverdrehungen
nicht zu falschen Werten führen.
[0027] Vorteilhafterweise umfasst die erfindungsgemäße Kransteuerung dabei eine Anzeigeeinheit
zur Anzeige der Seilfeldverdrehung. So kann die Seilfeldverdrehung selbst ebenfalls
auf der Anzeige angezeigt werden, so dass sie durch Ansteuerung einer entsprechenden
Rotoreinheit an der Lastaufnahmevorrichtung ausgeglichen werden kann. Ebenso kann
die Seilfeldverdrehung vorteilhafterweise in die Ansteuerung der Warneinrichtung sowie
der Überlastsicherung eingehen.
[0028] In der erfindungsgemäßen Kransteuerung ist daher vorteilhafterweise eine Warneinrichtung
vorgesehen, welche den Kranführer bei Überschreiten eines zulässigen Wertebereichs
für die Seilfeldverdrehung warnt, insbesondere durch ein optisches und/oder akustisches
Signal. So wird der Kranführer vor einem Drehpendeln der Last beim Anheben mit einem
verdrehten Seilfeld gewarnt.
[0029] In der erfindungsgemäßen Kransteuerung ist ebenso vorteilhafterweise eine Sicherungseinrichtung,
insbesondere eine Verdrehsicherung, vorgesehen, welche bei einem Überschreiten eines
zulässigen Wertebereichs für die Seilfeldverdrehung automatisch in die Steuerung des
Kranes eingreift. Zum Beispiel kann dabei ein Anheben der Last bei zu starker Verdrehung
des Seilfeldes automatisch verhindert werden.
[0030] Weiterhin vorteilhafterweise weist die erfindungsgemäße Kransteuerung eine automatische
Lastpendeldämpfung auf. Insbesondere kann hierdurch die Bewegung des Kranes so angesteuert
werden, dass bei einer Bewegung des Krans ein Pendeln der frei schwingenden Last verhindert
wird. Die Sensoreinheit zur Bestimmung des Seilwinkels relativ zur Gravitationskraftrichtung
kann dabei zu Beginn des Hubes zur lotrechten Ausrichtung des Seiles verwendet werden,
während die Lastpendeldämpfung dann einsetzt, wenn die Last frei am Seil hängt. So
kann durch die richtige Ausrichtung des Seils ein Pendeln der Last beim Anheben verhindert
werden, durch die Lastpendeldämpfung ein Pendeln der Last bei deren Bewegung in horizontaler
Richtung.
[0031] Vorteilhafterweise beruht die Lastpendeldämpfung dabei auf den Daten mindestens einer
Gyroskopeinheit. Da mit einem Gyroskop die Seilwinkelgeschwindigkeit bestimmt werden
kann, eignet es sich besonders gut zur Verwendung in einer Lastpendeldämpfung.
[0032] Vorteilhafterweise wird dabei die Sensoreinheit zur Bestimmung des Seilwinkels relativ
zur Gravitationskraftrichtung zur Überwachung und/oder Kalibrierung der Gyroskopeinheit
verwendet. Insbesondere wenn der Hub bei schräger Seilstellung und abgestützter Last
begonnen wird, würde die Lastpendeldämpfung, welche üblicherweise von einer freischwingenden
Last ausgeht, sonst mit falschen Werten starten. Auch können die Sensoreinheiten bzw.
Gyroskopeinheiten zur jeweils wechselseitigen Überwachung eingesetzt werden, um Fehlfunktionen
zu detektieren.
[0033] Vorteilhafterweise ist weiterhin eine Funktion zum automatischen Ausrichten des Kranes
vorgesehen, durch welche das Seil lotrecht über der Last ausgerichtet wird. Der Kranführer
muss damit den Kran nicht mehr manuell z. B. anhand der Anzeige ausrichten, sondern
dies geschieht automatisch bei einer entsprechenden Anforderung des Kranfahrers über
eine Bedieneinheit. Vorteilhafterweise ist hierbei eine Sicherheitsfunktion vorgesehen,
welche z. B. mit einem Seilkraftsensor zusammenwirkt, um bei einer Fehlfunktion der
Sensoreinheit zur Bestimmung des Seilwinkels relativ zur Gravitationskraftrichtung
eine unkontrollierte Bewegung des Kranes zu verhindern.
[0034] Weiterhin vorteilhafterweise ist auch eine Funktion zum automatischen Ausrichten
des Kranes vorgesehen ist, durch welche eine Seilfeldverdrehung ausgeglichen wird.
Diese steuert vorteilhafterweise eine Rotoreinheit an der Lastaufnahmevorrichtung,
z.B. am Spreader, an, durch welche der mit den Seilen verbundene Teil der Lastaufnahmevorrichtung
relativ zur Last verdreht werden kann.
[0035] Weiterhin vorteilhafterweise weist die erfindungsgemäße Kransteuerung einen Speicher
zur Speicherung von Lastdaten auf Grundlage des Seilwinkels auf, welche der Lebensdauerberechnung
und/oder der Dokumentation z. B. von unsachgemäßer Verwendung dienen. Eine solche
Maschinendatenerfassung der Seilstellung zur Lastkollektiv-Ermittung und zur Dokumentation
ermöglicht so eine genauere Lebensdauerberechung und damit eine erhöhte Sicherheit
bei eingesparten Kosten.
[0036] Die vorliegende Beschreibung offenbart weiterhin ein Verfahren zur Ansteuerung eines
Kranes, welcher mindestens ein Seil zum Heben einer Last aufweist. Das Verfahren ist
dabei erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, dass ein Seilwinkel relativ zur Gravitationskraftrichtung
bestimmt wird. Durch eine solche Bestimmung eines Seilwinkels relativ zur Gravitationskraftrichtung
ergeben sich die bereits bezüglich der Kransteuerung näher beschriebenen Vorteile.
Vorteilhaftreweise werden dabei die radialen und/oder tangentialen Seilwinkel relativ
zur Gravitationskraftrichtung bestimmt.
[0037] Insbesondere wird hierdurch die Ausrichtung des Kranes vor und beim Anheben der Last
erheblich vereinfacht. Vorteilhafterweise wird dabei neben einem Seilwinkel, welcher
der tatsächlichen Auslenkung der Last gegen die Lotrechte entspricht, zusätzlich die
Seilfeldverdrehung bestimmt, wenn mehrere Seilstränge zum Heben der Last verwendet
werden. Hierzu werden die Seilwinkel mindestens zweier Seilstränge relativ zur Gravitationskraftrichtung
bestimmt. Aus diesen Daten kann dann sowohl der Seilwinkel, welcher der Auslenkung
der Last, als auch die Seilfeldverdrehung, welche der Verdrehung der Last entspricht,
bestimmt werden.
[0038] Vorteilhafterweise wird dabei vor dem Anheben der Last das Seil in eine lotrechte
Ausrichtung gebracht. Hierdurch kann verhindert werden, dass durch eine Schrägstellung
des Seiles beim Anheben der Lastdiese seitlich verrutscht, durch ungleiches Aufliegen
auf der Unterlage unkontrolliert verdreht oder bereits beim Anheben eine Pendelbewegung
durchführt. Die lotrechte Ausrichtung der Last kann dabei z. B. durch den Kranführer
anhand der erfindungsgemäßen Anzeige des Seilwinkels relativ zur Gravitationskraftrichtung
erfolgen. Ebenso ist es denkbar, dass diese Ausrichtung wie bereits beschrieben automatisch
durch die Kransteuerung erfolgt.
[0039] Weiterhin vorteilhafterweise wird vor dem Anheben der Last die Seilfeldverdrehung
auf Null gebracht, um eine Rotation der Last beim Anheben zu vermeiden. Dies erfolgt
z. B. durch entsprechendes Rotieren der Last am Lastaufnahmemittel mittels einer Rotoranordnung.
[0040] Auch während des Hubvorgangs können sich durch unterschiedliche Effekte Abweichungen
des Seilwinkels von der Lotrechten ergeben. Vorteilhafterweise wird deshalb auch während
dem Anheben der Last eine Abweichung des Seilwinkels von der Lotrechten ausgeglichen.
Vorteilhafterweise wird hierzu während des Anhebens der Last der Seilwinkel relativ
zur Gravitationskraftrichtung bestimmt, so dass eventuell auftretende Abweichungen
während dem Hubvorgang ausgeglichen werden können.
[0041] Vorteilhafterweise wird dabei beim Anheben der Last durch das Bestimmen der auftretenden
Abweichung eines Seilwinkels von der Lotrechten ein Ungleichgewicht der Last bestimmt.
Weist die Last ein Ungleichgewicht auf, d.h. befindet sich der Schwerpunkt der Last
nicht unter dem Lastaufnahmepunkt, bewegt sich der Lastaufnahmepunkt beim Anheben
der Last zunächst über dem Schwerpunkt, so dass sich der Seilwinkel verändert. Durch
diese Veränderung des Seilwinkels kann das Ungleichgewicht der Last bestimmt und gegebenenfalls
ausgeglichen werden. Ein solches Ungleichgewicht der Last kann dabei ebenfalls zur
Anzeige gebracht werden, so dass es vom Kranfahrer ausgeglichen werden kann. Ebenso
ist es denkbar, ein solches Ungleichgewicht automatisch auszugleichen.
[0042] Vorteilhafterweise wird das Ungleichgewicht der Last dabei auf Grundlage der Abweichung
eines Seilwinkels von der Lotrechten durch eine Bewegung der Last am Lastaufnahmemittel,
insbesondere am Spreader, ausgeglichen wird. Der Spreader dient dabei der Aufnahme
von Containern und weist eine Längsverstellung auf, durch welche der Lastaufnahmepunkt
relativ zum Container eingestellt werden kann. Der Kranführer kann nun z. B. auf Grundlage
der Abweichung des Seilwinkels von der Lotrechten, welche bei einem Anheben der Last
durch das Ungleichgewicht entsteht und über die erfindungsgemäße Anzeige angezeigt
wird, den Lastaufnahmepunkt am Lastaufnahmemittel bewegen und so das Ungleichgewicht
ausgleichen. Wird zudem das Ungleichgewicht der Last bestimmt und angezeigt, erleichtert
dies die Arbeit des Kranführers. Ebenso ist denkbar, dass ein automatischer Ausgleich
des Ungleichgewichts erfolgt.
[0043] Ein solcher Ausgleich des Ungleichgewichts der Last, durch welchen der Schwerpunkt
der Last bei unveränderter Ausrichtung der Last unter den Lastaufnahmepunkt gebracht
wird, ermöglicht so ein Bewegen der Container innerhalb der Führungen im Schiff, ohne
dass diese durch eine Verkippung verkanten.
[0044] Alternativ kann, wenn ein solcher Ausgleich des Ungleichgewichts der Last nicht möglich
ist, oder wenn eine Verkantung der Last unproblematisch ist, die beim Anheben der
Last durch das Ungleichgewicht der Last bedingte Schrägstellung des Seils auch durch
eine Bewegung des Krans ausgeglichen werden. Auch dies kann entweder manuell über
den Kranführer z. B. anhand einer Anzeige erfolgen oder automatisch.
[0045] Durch die Belastung der Kranstruktur beim Anheben der Last kann sich diese verformen,
so dass sich der Seilwinkel verändert, auch ohne dass sich die Last bewegen würde.
Vorteilhafterweise wird deshalb erfindungsgemäß beim Anheben der Last durch Bestimmen
einer Abweichung des Seilwinkels von der Lotrechten das Nachgeben der Kranstruktur
unter der Belastung bestimmt und/oder die durch das Nachgeben der Kranstruktur bedingte
Schrägstellung des Seils durch eine Bewegung des Krans ausgeglichen. Hierbei kann
das Bestimmen der Abweichung bzw. das Ausgleichen dieser Abweichung wiederum über
den Kranführer z. B. anhand einer Anzeige erfolgen, oder automatisch.
[0046] Weiterhin vorteilhafterweise wird bei einem Überschreiten eines zulässigen Wertebereichs
für eine sich aus dem gemessenen Seilwinkel ergebende Abweichung, insbesondere für
den Seilwinkel relativ zur Gravitationskraftrichtung und/oder für die horizontale
Abweichung der Last, die Kranstruktur durch Gegenmaßnahmen geschützt. Insbesondere
kann hierbei die Bewegung des Krans gestoppt werden, um eine Überlast zu vermeiden.
[0047] Insbesondere bei der Ansteuerung eines Off-Shore-Krans umfassen die Gegenmaßnahmen
dagegen vorteilhafterweise ein zumindest teilweises Freigeben der Kranbewegungen und/oder
des Seils, um z. B. bei einem Verhaken des Lastaufnahmemittels mit einem Schiff, welches
sich vom Off-Shore-Kran wegbewegt, eine Überlastung des Krans zu verhindern.
[0048] Die Gegenmaßnahmen können dabei entweder vom Kranfahrer eingeleitet werden, welcher
hierzu vorteilhafterweise durch eine Warnfunktion gewarnt wird, oder aber automatisch
durch eine entsprechende automatische Überlastsicherung.
[0049] Die vorliegende Beschreibung offenbart weiterhin eine Kransteuerung eines Kranes,
welcher mindestens ein Seil zum Heben einer Last aufweist, zur Durchführung eines
der oben beschriebenen Verfahren. Insbesondere ist die Kransteuerung dabei vorteilhafterweise
so ausgelegt, dass die oben beschriebenen Verfahren zumindest teilweise automatisch
durchgeführt werden.
[0050] Weiterhin vorteilhafterweise umfasst die vorliegende Erfindung einen Kran, insbesondere
einen Hafenmobilkran, einen Schiffskran oder einen Off-Shore-Kran, welcher ein Seil
zum Heben einer Last aufweist und mit einer Kransteuerung, wie sie oben beschrieben
wurde, ausgerüstet ist. Ebenso umfasst die Erfindung entsprechende Ausleger- und/oder
Drehkrane, sowie Autokrane und Raupenkrane. Offensichtlich ergeben sich für einen
solchen Kran die gleichen, bereits bei der Kransteuerung beschriebenen Vorteile.
[0051] Neben der bisher beschriebenen Ausführung der vorliegenden Erfindung mit einer Sensoreinheit
zur Bestimmung eines Seilwinkels relativ zur Gravitationskraftrichtung offenbart die
vorliegende Beschreibung weiterhin eine Kransteuerung, welche auch ohne eine solche
Sensoreinheit bei Kranen, welche mindestens einen ersten und einen zweiten Seilstrang
zum Heben der Last aufweisen, vorteilhaft zum Einsatz kommen kann. Eine solche Kransteuerung
ist kein Teil der vorliegenden Erfindung.
[0052] Eine solche Kransteuerung ist dabei in Anspruch 37 gezeigt. Die erfindungsgemäße
Kransteuerung dient dabei zur Ansteuerung der Stellwerke eines Kranes, welcher mindestens
einen ersten und einen zweiten Seilstrang zum Heben einer Last aufweist, wobei die
Kransteuerung eine Lastpendeldämpfung zur Dämpfung von sphärischen Pendelschwingungen
der Last aufweist. In dieser Kransteuerung sind nun eine erste und eine zweite Sensoreinheit
vorgesehen, welche dem ersten und dem zweiten Seilstrang zugeordnet sind, um die jeweiligen
Seilwinkel und/oder Seilwinkelgeschwindigkeiten des ersten und des zweiten Seilstrangs
zu bestimmen. Weiterhin weist die Lastpendeldämpfung eine Regelung auf, in welche
die von der ersten und der zweiten Sensoreinheit bestimmten Seilwinkel und/oder Seilwinkelgeschwindigkeiten
eingehen.
[0053] Im Vergleich zu bekannten Anordnungen, bei welchen eine Sensoreinheit am Haken des
Kranes oder nur an einem Seil angebracht ist, ergeben sich hierdurch zahlreiche Vorteile:
einerseits ergibt sich eine Redundanz dieses sicherheitskritischen Elementes, so dass
bei einem Ausfall einer Sensoreinheit weiterhin eine Messung des Seilwinkels über
die zweite Sensoreinheit möglich bleibt. Ebenso ergibt sich die Möglichkeit, Sensorfehler
zu erkennen. Weiterhin ist es möglich, durch Differenzbildung der Meßwerte eine Rauschreduzierung
zu erreichen, sowie durch Auswertealgoritmen eine Torsionskompensation, das heißt
die Berücksichtigung einer Seilfeldverdrehung bei der Bestimmung des tatsächlichen
Auslenkwinkels der Last, zu implementieren.
[0054] Die von der Kransteuerung angesteuerten Stellwerke sind dabei vorteilhafterweise
das Drehwerk zum Drehen des Kranes und/oder das Wippwerk zum Aufwippen des Auslegers.
Durch die entsprechende Regelung dieser Ansteuerung über die Lastpendeldämpfung können
so sphärische Schwingungen der Last am Seil verhindert werden.
[0055] Vorteilhafterweise umfasst die erste und die zweite Sensoreinheit dabei jeweils eine
Gyroskopeinheit. Die Gyroskope messen dabei die Seilwinkelgeschwindigkeit, wobei vorteilhafterweise
zwei Gyroskope vorgesehen sind, um die Seilwinkelgeschwindigkeit sowohl in radialer
als auch in tangentialer Richtung zu messen. Gyroskope sind dabei für die Anforderungen
der Regelung der Lastpendeldämpfung besonders gut geeignet.
[0056] Weiterhin vorteilhaftenrveise sind die erste und die zweite Sensoreinheit dabei jeweils
in einem Seilfolgeelement angeordnet. Das Seilfolgeelement folgt dabei der Bewegung
desjenigen Seilstrangs, welchem es zugeordnet ist. Die Sensoreinheit misst dann wiederum
die Bewegung des Seilfolgeelementes, aus welcher die Bewegung des Seilstrangs bestimmt
werden kann. Durch die Seilfolgeelemente ergibt sich eine besonders genaue und zuverlässige
Seilwinkelmessung.
[0057] Vorteilhafterweise sind die Seilfolgeelemente dabei jeweils über ein kardanisches
Gelenk mit dem Ausleger des Kranes verbunden und folgen der Bewegung des Seilstranges,
welchem sie zugeordnet sind. Die Verbindung der Seilfolgeelemente über ein kardanisches
Gelenk dient dabei jedoch vorteilhafterweise lediglich der mechanischen Verbindung
sowie der Führung des Seilfolgeelementes, während die Sensoreinheiten die Bewegung
der Seilfolgeelemente über die Gyroskopeinheiten bestimmen.
[0058] Vorteilhafterweise werden die von der ersten und der zweiten Sensoreinheit gemessenen
Daten von einer ersten und einer zweiten Beobachterschaltung ausgewertet. Solche Beobachterschaltungen
werden dabei eingesetzt, um Offsets und Störeinflüsse, wie z. B. Seiloberschwingungen,
zu unterdrücken. Die Beobachterschaltungen dienen dabei der Integration der von den
Gyroskopen gemessenen Seilwinkelgeschwindigkeiten und ermöglichen eine zuverlässige
Bestimmung der Seilwinkel.
[0059] Weiterhin vorteilhafterweise erfolgt eine Kompensation der von der ersten und der
zweiten Sensoreinheit gemessenen Daten bezüglich des Einbauwinkels der Sensoreinheiten
und des Drehwinkels des Kranes. Hierdurch können Störeinflüsse, welche durch eine
falsche Montage hervorgerufen werden, softwaretechnisch kompensiert werden. Befinden
sich die Empfindlichkeitsebenen der verwendeten Gyroskope nicht exakt in tangentialer
und radialer Richtung, sondern sind durch falsche Montage verkippt, messen die Sensoren
die Drehgeschwindigkeit des Kranes anteilig mit. Dies wird durch die Kompensation
berücksichtigt.
[0060] Weiterhin vorteilhafterweise werden bei der Kransteuerung durch einen Vergleich der
von der ersten und der zweiten Sensoreinheit gemessenen Daten Sensorfehler erkannt.
Fällt eine der Sensoreinheiten aus, wird die Winkelgeschwindigkeit immer noch von
der anderen Sensoreinheit erfaßt. Damit kann die Grundfunktion der Kransteuerung weiterhin
sichergestellt werden. Durch Differenzbildung der Winkelsignale beider Sensoreinheiten
in die jeweiligen Richtungen lässt sich weiterhin bei Überschreiten eines Schwellwertes
ein Sensorfehler detektieren. Dabei kann der Kran bei Auftreten eines Sensorfehlers
sofort in einen sicheren Zustand gebracht werden.
[0061] Weiterhin vorteilhafterweise werden in der Lastpendeldämpfung durch eine Mittelwertbildung
aus den von der ersten und der zweiten Sensoreinheit bestimmten Seilwinkeln und/oder
Seilwinkelgeschwindigkeiten die Torsionsschwingung des Seilfeldes berücksichtigt.
Eine solche Seilfeldverdrehung würde bei Verwendung nur einer Sensoreinheit die zur
Dämpfung der sphärischen Pendelschwingung der Last verwendete Regelung beeinflussen.
Tritt nun bei der Kransteuerung eine Torsionsschwingung des Seilfeldes auf, messen
die Sensoreinheiten auf den beiden Seilfolgeelementen exakt eine entgegengesetzte
Störschwingung sowohl in tangentialer als auch in radialer Richtung. Durch die Mittelwertbildung
kann der Einfluss dieser Torsionsschwingung jedoch eliminiert werden.
[0062] Weiterhin vorteilhafterweise ist die Regelung der Kransteuerung nicht-linear. Eine
solche nicht-lineare Regelung ist von besonderem Vorteil, da insbesondere bei Auslegerkranen
das Gesamtsystem aus Kran, Stellwerken wie z. B. Hydrozylindern und Last nicht-linear
ist und somit bei einer rein linearen Regelung erhebliche Fehler auftreten. Die gesamte
Regelungsstrecke aus nicht-linearer Regelung und dem nicht-linearen Verhalten des
Kranes ergibt dagegen wiederum eine lineare Strecke, so dass die Ansteuerung des Systems
erheblich vereinfacht wird.
[0063] Weiterhin vorteilhafterweise beruht die Regelung dabei auf der Inversion eines physikalischen
Modells der Bewegung der Last in Abhängigkeit von den Bewegungen der Stellwerke. Vorteilhafterweise
handelt es sich bei diesem physikalischen Modell dabei um ein nicht-lineares Modell,
so dass sich aus seiner Inversion die nicht-lineare Regelung ergibt. Die Kombination
aus dem invertierten physikalischen Model und der tatsächlichen Bewegung der Last
in Abhängigkeit von den Bewegung der Stellwerke ergibt dann wieder die oben beschriebene
lineare Strecke. Eingangsgrößen des physikalischen Modells sind dabei der Zustandsvektor
des Kranes. Auf Grundlage dieser Eingangsgrößen gibt das nicht-lineare Modell dann
die Bewegung der Last als Ausgangsgröße an. Durch die Invertierung eines solchen Systems
dient die Bewegung der Last als eine Eingangsgröße, um die Stellwerke des Kranes anzusteuern.
[0064] Weiterhin vorteilhafterweise weist die Lastpendeldämpfung dabei ein Bahnplanungsmodul
auf, welches der Regelung Soll-Trajektorien vorgibt. Diese Soll-Trajektorien geben
die Bewegungen vor, welche die Last vollführen soll, und dienen dann insbesondere
bei der Verwendung eines invertierten Modells als als Eingangsgrößen der Regelung.
Durch die nicht-lineare Regelung ergibt sich dabei eine besonders einfache Umsetzung
des Bahnplanungsmoduls, da dieses lediglich Soll-Trajektorien für das lineare System
aus nicht linearer Regelung und nicht linearem Kranverhalten vorgeben muss. Hierdurch
lässt sich eine extrem schnelle Kransteuerung mit einem hervorragendem Ansprechverhalten
gegenüber den von dem Kranführer mittels Eingabeelementen eingegebenen Vorgaben erreichen.
[0065] Vorteilhafterweise geht dabei der aktuelle Systemzustand des Krans, insbesondere
die Position des Auslegers und/oder die von der ersten und der zweiten Sensoreinheit
bestimmten Seilwinkel und/oder Seilwinkelgeschwindig keiten als Eingangsgröße in den
Bahnplanungsmodul ein. Insbesondere ist die Position des Auslegers hierbei von Bedeutung,
da z. B. die maximal zu erreichende Radialgeschwindigkeit von dieser abhängt. Vorteilhafterweise
gehen zudem die von der ersten und der zweiten Sensoreinheit bestimmten Seilwinkel
und/oder Seilwinkelgeschwindigkeiten aus Eingangsgrößen in den Bahnplanungsmodul ein.
Dieser zusätzliche Regelkreis ermöglicht somit eine nochmals genauere Bahnplanung
unter Berücksichtigung des tatsächlichen Seilwinkels und/oder der tatsächlichen Seilwinkelgeschwindigkeit.
[0066] Weiterhin vorteilhafterweise werden bei dem Bahnplanungsmodul Beschränkungen des
Systems bei der Erzeugung der Soll-Trajektorien berücksichtigt. Hierdurch wird verhindert,
dass die aus den Vorgaben des Kranführers berechneten Führungsgrößen die Stellgrößenbeschränkungen
des Systems wie z. B. die maximale Geschwindigkeit verletzen. Insbesondere wenn auch
der aktuelle Systemzustand des Krans als Eingangsgröße in den Bahnplanungsmodul eingeht,
können so auch Beschränkungen des Systems berücksichtigt werden, welche von diesem
Systemzustand abhängen. Beispielsweise hängt dabei die maximal mögliche radiale Geschwindigkeit
von der Position des Auslegers ab.
[0067] Weiterhin vorteilhafterweise beruht die Trajektoriengenerierung dabei auf einer Optimalsteuerung.
Eine solche Optimalsteuerung lässt sich besonders gut in Echtzeit umsetzen, da die
nicht-lineare Regelung eine besonders einfache Umsetzung des Bahnplanungsmoduls erlaubt.
[0068] Weiterhin vorteilhafterweise arbeitet das Bahnplanungsmodul bei der Prädiktion innerhalb
des Zeithorizonts mit einer ansteigenden Länge des Berechnungsintervalle. Durch solche
nicht äquidistanten Stützpunkte für die Prädiktion ist es ebenfalls möglich, die Rechenzeit
erheblich zu verkürzen. Dabei werden für die nahe Zukunft kurze Intervalle zwischen
den Stützpunkten gewählt, während für die fernere Zukunft größere Intervalle gewählt
werden, so dass sich insgesamt eine erheblich reduzierte Anzahl von Berechnungsschritten
ergibt.
[0069] Weiterhin vorteilhafterweise gehtauch die Position und die Geschwindigkeit des Auslegerkopfes
in die Regelung der Lastpendeldämpfung ein. Hierdurch ergeben sich bei der Kransteuerung
Regelkreise sowohl für die Position und die Geschwindigkeit des Auslegerkopfes, als
auch für den Seilwinkel und/oder Seilwinkelgeschwindigkeit des Seiles.
[0070] Die zweite Ausführung der vorliegenden offenbarung mit der Verwendung zweier Sensoreinheiten,
welche jeweils unterschiedlichen Seilsträngen des Kranes zugeordnet sind, wurde bisher
unabhängig von der ersten Ausführung mit einer Sensoreinheit zur Bestimmung eines
Seilwinkels relativ zur Gravitationskraftrichtung beschrieben. Offenbarungsgemäß wird
dabei für beide Ausführungen unabhängig voneinander Schutz beansprucht.
[0071] In einem besonders vorteilhaften Ausführungsbeispiel sind jedoch beide Ausführungen
der vorliegenden offenbarung kombiniert. Weiterhin vorteilhafterweise weist das System
mit zwei Sensoreinheiten dabei eines oder mehrere der Merkmale auf, welche vorher
im Bezug auf die Ausführung der Erfindung beschrieben wurden.
[0072] Die vorliegende Beschreibung offenbart weiterhin einen Kran zum Anheben einer Last,
mit Stellwerken zum Bewegen des Kranes und der Last und mit einer Kransteuerung zur
Ansteuerung der Stellwerke, wobei die Kransteuerung eine Lastpendeldämpfung zur Dämpfung
von sphärischen Pendelschwingungen der Last aufweist und wobei der Kran mindestens
zwei Seilstränge zum Heben der Last aufweist Eine solche Ausführung ist kein Teil
der vorliegenden Erfindung. Beschreibungsgemäß sind dabei zwei Sensoreinheiten, welche
den zwei Seilsträngen zugeordnet sind, vorgesehen, um die jeweiligen Seilwinkel und/oder
Seilwinkelgeschwindigkeiten zu bestimmen. Weiterhin weist die Lastpendeldämpfung dabei
eine Regelung auf, in welche die von den zwei Sensoreinheiten bestimmten Seilwinkel
und/oder Seilwinkelgeschwindigkeiten eingehen. Durch einen solchen Kran ergeben sich
die gleichen Vorteile, wie sie bereits weiter oben bezüglich der Kransteuerung beschrieben
wurden.
[0073] Weiterhin weist dieser Kran dabei eine Kransteuerung auf, wie sie weiter oben beschrieben
wurde.
[0074] Weiterhin vorteilhafterweise weist der Kran als Stellwerke dabei ein Drehwerk zum
Drehen des Kranes und/oder ein Wippwerk zum Aufwippen eines Auslegers auf, welche
von der Kransteuerung angesteuert werden. Durch die entsprechende Regelung dieser
Ansteuerung über die Lastpendeldämpfung können so sphärische Schwingungen der Last
am Seil verhindert werden.
[0075] Die vorliegende Beschreibung offenbart weiterhin ein Verfahren zum Ansteuern der
Stellwerke eines Kranes, welcher mindestens einen ersten und einen zweiten Seilstrang
zum Heben der Last aufweist, wobei sphärische Pendelschwingungen der Last durch eine
Lastpendeldämpfung gedämpft werden. Eine solche Ausführung ist kein Teil der vorliegenden
Erfindung. Beschreibungsgemäß werden dabei die Seilwinkel und/oder Seilwinkelgeschwindigkeiten
des ersten und des zweiten Seilstranges über eine erste und eine zweite Sensoreinheit,
welche dem ersten und dem zweiten Seilstrang zugeordnet sind, bestimmt und gehen in
die Regelung der Lastpendeldämpfung ein. Durch dieses Verfahren ergeben sich die gleichen
Vorteile, wie sie weiter oben im Bezug auf die Kransteuerung beschrieben wurden.
[0076] Vorteilhafterweise erfolgt dabei eine Kompensation der von der ersten und der zweiten
Sensoreinheit gemessenen Daten bezüglich des Einbauwinkels der Sensoreinheiten und
des Drehwinkels des Kranes. Hierdurch können Abweichungen des Einbauwinkels der Sensoreinheiten
von einer exakten radialen bzw. tangentialen Ausrichtung kompensiert werden.
[0077] Weiterhin vorteilhafterweise wird durch einen Vergleich der von der ersten und der
zweiten Sensoreinheit gemessenen Daten Sensorfehler erkannt. Dabei kann durch den
Einsatz zweier Sensoreinheiten, welche den jeweiligen Seilsträngen zugeordnet sind,
die hierdurch gewonnene Redundanz ausgenutzt werden.
[0078] Weiterhin vorteilhafterweise wird in der Lastpendeldämpfung weiterhin durch eine
Mittelwertbildung aus den von der ersten und der zweiten Sensoreinheit bestimmten
Seilwinkeln und/oder Seilwinkelgeschwindigkeiten die Torsionsschwingung des Seilfeldes
berücksichtigt. So kann Lastpendeldämpfung berücksichtigt werden, dass auch Torsionsschwingungen
des Seilfeldes auftreten, welche die Daten der Sensoreinheiten beeinflussen.
[0079] Vorteilhafterweise erfolgt das Verfahren dabei mit einer Kransteuerung, wie sie weiter
oben beschrieben wurde.
[0080] Die vorliegende Erfindung wird nun anhand von Ausführungsbeispielen und Zeichnungen
näher dargestellt. Dabei zeigen:
- Figur 0a:
- ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Hafenmobilkrans,
- Figur 0b:
- ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Seilfolgeelements der erfindungsgemäßen
Kransteuerung,
- Figuren 1a, 1b:
- die Schwingung der Last, wenn das Seil vor dem Anheben der Last nicht lotrecht ausgerichtet
wurde,
- Figuren 2a - 2c:
- ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens, bei welchem ein Ungleichgewicht
der Last ausgeglichen wird,
- Figuren 3a - 3c:
- ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Verfahrens, bei welchem das Nachgeben
der Kranstruktur bei Belastung ausgeglichen wird,
- Figur 4a:
- ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Off-Shore-Krans mit entsprechender
Auslenkung des Seiles aus der Lotrechten durch eine Bewegung eines Schiffs und
- Figur 4b:
- die grafische Darstellung eines zulässigen Seilwinkelbereiches.
- Figur 5:
- ein weiteres Ausführungsbeispiel, bei welchem zwei Seilstränge mit jeweils zugeordneten
Sensoreinheiten vorgesehen sind,
- Figur 6:
- eine Torsionsschwingung des Seilfeldes aus erstem und zweitem Seilstrang,
- Figur 7:
- ein Prinzipschaubild der bei einer Torsionsschwingung des Seilfeldes gemessenen Seilgeschwindigkeiten,
- Figur 8:
- eine Prinzipdarstellung des erfindungsgemäßen Kranes,
- Figur 9:
- eine Prinzipdarstellung des Wippwerkes des erfindungsgemäßen Kranes,
- Figur 10:
- eine Prinzipdarstellung einer nicht erfindungsgemäßen Kransteuerung,
- Figur 11:
- einen Vergleich der Vorgaben des Kranführers mit einer Soll-Trajektorie, welche von
einen nicht erfindungsgemäßen Bahnplanungsmodul generiert wird,
- Figur 12a:
- einen Vergleich einer Soll-Trajektorie mit der tatsächlichen Bewegung der Last bezüglich
der Lastgeschwindigkeit,
- Figur 12b:
- einen Vergleich einer Soll-Trajektorie mit der tatsächlichen Bewegung der Last bezüglich
der Lastposition,
- Figur 13:
- die Geschwindigkeit des Auslegerkopfes im Vergleich mit der Sollgeschwindigkeit der
Last sowie dem durch die Bewegung entstehenden radialen Seilwinkel und
- Figur 14:
- die Zeit, welche zur Berechnung der Soll-Trajektorien benötigt wird.
[0081] In Figur 0a ist ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Auslegerkrans gezeigt,
hier eines Hafenmobilkrans, wie sie häufig zum Abwickeln von Frachtumschlagvorgängen
in Häfen eingesetzt werden. Solche Auslegerkräne können Lastkapazitäten von bis zu
140t und eine Seillänge von bis zu 80m aufweisen. Das Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Krans umfasst dabei einen Ausleger 1, der um eine horizontale Achse 2, mit welcher
er an dem Turm 3 angelenkt ist, auf und ab geschwenkt werden kann. Der Turm 3 kann
wiederum um eine vertikale Achse gedreht werden, wodurch auch der Ausleger 1 mitgedreht
wird. Der Turm 3 ist hierzu drehbar an einem Unterwagen 6 angeordnet, welcher über
Räder 7 verfahrbar ist. Zum Verdrehen des Turmes 3 sind dabei nicht gezeigte Stellwerke
vorhanden, zum Aufwippen des Auslegers 1 das Stellglied 4. Das Seil 20 zum Heben der
Last 10 ist dabei über eine Umlenkrolle am Auslegerkopf geführt, wobei die Länge des
Seiles 20 über Winden eingestellt werden kann. Am Seil 20 ist an einem Lastaufnahmepunkt
25 eine Lastaufnahmevorrichtung angeordnet, z. B. ein Manipulator oder Spreader, über
welchen die Last 10 aufgenommen werden kann. Die Lastaufnahmevorrichtung weist dabei
in dem Ausführungsbeispiel zusätzlich eine Rotatoreinrichtung auf, über welche die
Last 10 an der Lastaufnahmevorrichtung gedreht werden kann. In einer weiteren Ausführung
der Erfindung weist der Kran weiterhin mindestens einen ersten und einen zweiten Seilstrang
zum Heben der Last auf, wobei alle Seilstränge von der Auslegerspitze zur Lastaufnahmevorrichtung
verlaufen.
[0082] Wie insbesondere in der Draufsicht dargestellt, kann die Last durch Drehen des Turmes
3 in tangentialer Richtung und durch Aufwippen des Auslegers 1 in radialer Richtung
bewegt werden. In vertikaler Richtung wird dir Last 10 dabei durch das Aufwippen des
Auslegers 1 und die Veränderung der Länge des Seils 20 bewegt. Zu dem kann die Last
10 durch die Rotatoreinheit an der Lastaufnahmevorrichtung rotiert werden.
[0083] Ein erstes Ausführungsbeispiel des in Figur 0a gezeigten Mobilkrans ist nun mit der
erfindungsgemäßen Kransteuerung ausgerüstet, welche eine Sensoreinheit zur Bestimmung
des Seilwinkels relativ zur Gravitationskraftrichtung aufweist. Die Sensoreinheit
weist in dem Ausführungsbeispiel dabei zwei Sensoren auf, durch welche jeweils der
radiale bzw. der tangentiale Seilwinkel relativ zur Gravitationskraftrichtung bestimmt
werden kann. Durch diese Sensoreinheit wird die Ausrichtung des Kranes beim Anheben
der Last erheblich vereinfacht, da durch diese Sensoreinheit das Seil problemlos in
der Lotrechten über der Last 10 ausgerichtet werden kann.
[0084] Die erfindungsgemäße Kransteuerung kann dabei jedoch nicht nur bei dem gezeigten
Ausführungsbeispiel, also einem Hafenmobilkran, zum Einsatz kommen, sondern ebenso
vorteilhafterweise bei anderen Kranen, wie z. B. bei Schiffskranen, Off-Shore-Kranen,
Autokranen und Raupenkranen.
[0085] Die erfindungsgemäße Sensoreinheit zur Bestimmung des Seilwinkels relativ zur Gravitationskraftrichtung
ist dabei insbesondere bei Auslegerkränen von besonderem Vorteil, da bei diesen bekannte
Systeme, wie sie z. B. bei Kränen mit einer lediglich in horizontaler Richtung bewegbaren
Laufkatze zum Einsatz kommen und welche über Meßkamerasysteme arbeiten, nicht einsetzbar
sind. Bei Auslegerkränen würden solche Meßkamerasysteme nämlich zusammen mit dem Ausleger
mitbewegt und damit lediglich den Winkel des Seils gegenüber dem Ausleger, nicht aber
gegenüber der Lotrechten bestimmen. Zudem müßten solche Systeme immer direkt hinter
dem Seilfixpunkt am Auslegerkopf angeordnet sein, was bei einem über eine Umlenkrolle
am Auslegerkopf geführten beweglichen Seil jedoch kaum möglich ist.
[0086] Die erfindungsgemäße Sensoreinheit zur Bestimmung des Seilwinkels relativ zur Gravitationskraftrichtung
wird dagegen in einem Seilfolgeelement 35, wie es in Figur 0b dargestellt ist, angeordnet
und bestimmt direkt den Seilwinkel relativ zur Gravitationskraftrichtung in tangentialer
und radialer Richtung. Auf eine Bestimmung des Seilwinkels relativ zum Ausleger 1
kann dabei vollkommen verzichtet werden. Ist dieser Winkel des Seils relativ zum Ausleger
1 jedoch von Interesse, könnte auch am Ausleger 1 eine weitere Sensoreinheit zur Bestimmung
des Winkels des Auslegers relativ zur Gravitationskraftrichtung angeordnet werden,
um über die Differenz der jeweiligen Winkel von Seil und Ausleger zur Gravitationskraftrichtung
den Winkel zwischen Seil und Ausleger zu bestimmen.
[0087] Das in Figur 0b gezeigte Seilfolgeelement 35, an welchem die Sensoreinheit zur Bestimmung
des Seilwinkels relativ zur Gravitationskraftrichtung angeordnet ist, ist dabei am
Auslegerkopf 30 des Auslegers 1 durch kardanische Verbindungen 32 und 33 unter der
Hauptseilrolle 31 angebracht. Das Seilfolgeelement 35 weist dabei Rollen 36 auf, durch
welche das Seil 20 geführt wird, so dass das Seilfolgeelement 35 den Bewegungen des
Seils 20 folgt. Die kardanischen Verbindungen 32 und 33 erlauben dem Seilfolgeelement
dabei, sich frei um eine horizontale und eine vertikale Achse zu bewegen, unterbinden
jedoch Drehbewegungen. Die Ausrichtung des Seilfolgeelementes 35 und damit des Seils
20 relativ zur Gravitationskraftrichtung kann somit über die am Seilfolgeelement 35
angeordnete Sensoreinheit zur Bestimmung des Seilwinkels relativ zur Gravitationskraftrichtung
bestimmt werden.
[0088] Weiterhin vorteilhafterweise ist in dem Ausführungsbeispiel am Seilfolgeelement 35
zudem eine Gyroskopeinheit angeordnet, über welche die Seilwinkelgeschwindigkeit in
radialer und tangentialer Richtung gemessen werden kann, wofür mindestens zwei entsprechend
ausgerichtete Gyroskope verwendet werden. Die Daten der Gyroskope stehen dabei vorteilhafterweise
einer Lastpendeldämpfung zur Verfügung, welche das Pendeln der Last bei einer Bewegung
des Kranes verhindert.
[0089] Sind mehrere Seilstränge vorgesehen, über welche das Lastaufnahmeelement am Ausleger
aufgehängt ist, sind vorteilhafterweise mindestens zweien dieser Seilstränge entsprechende
Seilfolgeelemente 35 zugeordnet, um auch die Seilfeldverdrehung, welche aus einer
Verdrehung des Lastaufnahmeelements aus der Seilfeldebene resultiert, berücksichtigen
zu können. Vorteilhafterweise sind die Seilfolgeelemente dabei auf den jeweils außen
angeordneten Seilsträngen angeordnet, so dass sich eine Seilfeldverdrehung maximal
in der Differenz der Seilwinkel ausdrückt. Der tatsächliche Seilwinkel relativ zur
Gravitationskraftrichtung, welcher eine Auslenkung der Last aus der Lotrechten entspricht,
kann dabei durch eine Mittelung der Werte aus den Sensoreinheiten an den jeweiligen
Seilfolgeelementen bestimmt werden, die Verdrehung der Last aus der Differenz der
Werte.
[0090] Das Kardangelenk 32 und 33 dient dabei lediglich der mechanischen Verbindung des
Seilfolgeelements 35 mit dem Auslegerkopf 30, die Messung des Seilwinkels erfolgt
allein über die in den Seilfolgeelementen 35 integrierten Sensoreinheiten, nicht aber
durch eine Bestimmung des Winkels zwischen dem Seilfolgeelement 35 und dem Ausleger
30. Hierdurch könnte nämlich lediglich die relative Ausrichtung des Seils bezüglich
des Auslegers 30 bestimmt werden, nicht jedoch der Seilwinkel des Seils 20 relativ
zur Gravitationskraftrichtung.
[0091] In einem weiteren Ausführungsbeispiel, bei welchem mindestens ein erster und ein
zweiter Seilstrang vorgesehen sind, über welche das Lastaufnahmeelement am Ausleger
aufgehängt ist, sind diesen ebenfalls entsprechende Seilfolgeelemente 35 zugeordnet,
welche mit Gyroskopeinheiten ausgestattet sind und so die Seilgeschwindigkeit dieser
Seilstränge bestimmen. Die Bestimmung der Seilgeschwindigkeiten des ersten und des
zweiten Seilstranges ermöglicht es, bei der Lastpendeldämpfung zur Dämpfung sphärischer
Pendelschwingungen der Last die Seilfeldverdrehung zu berücksichtigen sowie Messfehler
zu korrigieren. Bei diesem Ausführungsbeispiel kann auch auf die Sensoreinheiten zur
Bestimmung des Seilwinkels relativ zur Gravitationskraftrichtung verzichtet werden
und die Seilfolgeelemente 35 lediglich mit Gyroskopeinheiten ausgestattet werden.
[0092] Alternativ zur Anordnung der erfindungsgemäßen Sensoreinheit zur Bestimmung des Seilwinkels
relativ zur Gravitationskraftrichtung an einem Seilfolgeelement 35 könnte diese ebenso
z. B. am Seilaufnahmemittel angeordnet werden, wobei die Seilfolgeelemente jedoch
insbesondere bei mehreren Seilsträngen eine verbesserte Möglichkeit zur Bestimmung
der Verdrehung der Last bieten. Eine solche Ausführung ist Kein Teil der vorliegenden
Erfindung.
[0093] Da die Lastpendeldämpfungen, welche in
DE 100 64 182,
DE 103 24 692,
DE 100 29 579 und
DE 10 2006 033 277 gezeigt sind, und mit welchen der Kran des erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiels
vorteilhafterweise ebenfalls ausgestattet ist, von einer frei am Seil hängenden Last
ausgehen und auf Gyroskopdaten beruhen, welche zur Bestimmung absoluter Seilwinkel
nicht geeignet sind, können diese Lastpendelsysteme lediglich ein Pendeln der zunächst
frei und unbewegt am Seil hängenden Last bei einer Bewegung des Kranes verhindern.
[0094] Um das Seil nun vor dem Anheben der Last bzw. beim Anheben lotrecht auszurichten,
so dass die Last ohne ein Ausschwingen angehoben werden kann, ist nunmehr der erfindungsgemäße
Kran mit der erfindungsgemäßen Sensoreinheit zur Bestimmung eines Seilwinkels relativ
zur Gravitationskraftrichtung vorgesehen.
[0095] Figur 1a zeigt dabei das Grundproblem bei einer nicht lotrechten Ausrichtung des
Seiles 20. Das Seil 20, welches bereits mit der noch aufliegenden Last 10 über ein
Lastaufnahmemittel verbunden ist, weist durch die falsche Ausrichtung des Auslegers
1 dabei einen Winkel ϕ
Sr relativ zur gestrichelt dargestellten Gravitationskraftrichtung auf. Wird die Last
10 nun aus dieser Position durch Verkürzung der Länge des Seils 20 angehoben, ergibt
sich die in Figur 1b gezeigte Schwingung um die Lotrechte, wenn die Last 10 freikommt.
Eine solche Schwingung beim Anheben der Last 10 ist dabei besonders gefährlich, da
sie in Bodennähe erfolgt und Objekte in der Umgebung der Last 10 leicht beschädigt
werden können.
[0096] Zudem kann die Last 10, bevor sie freikommt, unkontrolliert verrutschen oder durch
ein ungleichmäßiges freikommen unkontrolliert verdreht werden. In Figuren 1a und 1b
ist dabei beispielhaft die Auslenkung ϕ
Sr in radialer Richtung dargestellt. Die gleiche Problematik ergibt sich ebenfalls für
eine Auslenkung des Seils 20 in tangentialer Richtung, welche durch eine fehlerhafte
Stellung des Turmes 3 hervorgerufen wird.
[0097] Um eine solche Auslenkung des Seiles 20 aus der Lotrechten zu Beginn des Hubes zu
vermeiden, weist das Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Krans deshalb eine
Anzeige auf, welche den Seilwinkel ϕ des Seils 20 relativ zur Gravitationskraftrichtung,
das heißt zur Lotrechten, anzeigt. Die Anzeige kann dabei z. B. zum einen eine lotrechte
Seilstellung optisch und/oder akustisch anzeigen und zudem die Richtung angeben, in
welche das Seil 20 von der Lotrechten ausgelenkt ist.
[0098] Eine solche Anzeige kann damit z. B. Anzeigeelemente für eine Auslenkung nach vorne
bzw. hinten und Anzeigeelemente für eine Auslenkung nach links oder rechts aufweisen,
welche eine Auslenkung in radialer bzw. in tangentialer Richtung anzeigen.
[0099] Alternativ kann auch die horizontale Abweichung der Last aus einer Nullstellung,
welcher einer lotrechten Ausrichtung des Seils entspricht, angezeigt werden. Insbesondere
ist hierbei eine graphische Anzeige der Nullstellung und der Abweichung der Last denkbar,
so dass dem Kranführer die absolute Auslenkung der Last direkt angezeigt wird.
[0100] Durch eine solche Anzeige kann der Kranführer den Kran zu Beginn des Hubes problemlos
so ausrichten, dass das Seil 20 lotrecht über der Last 10 angeordnet ist. Die korrekte
lotrechte Seilstellung kann dann z. B. akustisch durch einen Signalton angezeigt werden.
[0101] In einer alternativen Ausführungsform ist dabei, gegebenenfalls zusätzlich zur Anzeige,
eine Funktion zur automatischen Ausrichtung des Seils in lotrechter Richtung vorgesehen.
Durch Betätigen dieser Funktion richtet sich der Kran nach Befestigung des Lastaufnahmemittels
an der Last automatisch so aus, dass das Seil sich in der Lotrechten befindet. Um
bei einer Fehlfunktion der erfindungsgemäßen Sensoreinheit ein unkontrolliertes Bewegen
des Kranes zu vermeiden, ist diese automatische Funktion vorteilhafterweise z. B.
mit einer Seilkraftmeßeinrichtung verbunden, welche bei Fehlern den automatischen
Betrieb ausschaltet.
[0102] Bei Verwendung mehrerer Seilstränge zwischen Auslegerkopf und Lastaufnahmemittel
kann zudem die Seilfeldverdrehung über mehrere Sensoreinheiten bestimmt werden. Diese
Seilfeldverdrehung entspricht der Verdrehung des Lastaufnahmemittels, z. B. eines
Spreaders, und würde beim Anheben der Last zu einer Rotation der Last führen. Um dies
zu verhindern, wird vorteilhafterweise, gegebenenfalls neben dem Seilwinkel relativ
zur Gravitationskraftrichtung bzw. der horizontalen Abweichung der Last, auch die
Verdrehung des Seilfeldes angezeigt. Weist das Lastaufnahmemittel eine Rotoreinrichtung
auf, kann hierdurch vor dem Hub die Seilfeldverdrehung auf 0 gestellt werden, um eine
Rotation der Last 10 beim Anheben zu verhindern. Auch hierzu kann in einem weiteren
Ausführungsbeispiel vorteilhafterweise eine Funktion zur automatischen Ausrichtung
der Rotoreinrichtung vorgesehen sein.
[0103] Weiterhin weist das Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Krans neben der Anzeige
eine Warneinrichtung auf, welche den Kranführer bei Überschreiten zulässigen Wertebereichs
für eine sich aus dem gemessenen Seilwinkel ergebende Abweichung, insbesondere für
den Seilwinkel relativ zur Gravitationskraftrichtung, für die horizontale Abweichung
der Last und/oder die Seilfeldverdrehung durch ein optisches und/oder akustisches
Signal warnt. Hierdurch hat der Kranführer die Möglichkeit, eine zu starke Auslenkung
des Seils zu verhindern und so den Kran z. B. vor Überlastung zu schützen. Ebenso
kann so ein zu starkes Pendeln der Last beim Anheben vermieden werden.
[0104] In einem alternativen Ausführungsbeispiel kann, gegebenenfalls zusätzlich zur Warneinrichtung,
eine automatische Sicherungseinrichtung, z.B. in Form einer Überlastsicherung vorgesehen
sein, welche beim Überschreiten des zulässigen Wertebereichs automatisch in die Steuerung
des Kranes eingreift. Insbesondere stoppt die automatische Überlastsicherung dabei
die Bewegung des Kranes, um eine Überlast zu verhindern. Die Überlastsicherung kann
dabei in die Lastmomentbegrenzung des Kranes integriert sein, welche den Kran so gegen
Belastung durch einen zu großen Seilwinkel schützt.
[0105] Weiterhin ist in einem weiteren Ausführungsbeispiel vorgesehen, dass das Anheben
der Last 10 nicht möglich ist, so lange sich der Seilwinkel bzw. die Seilfeldverdrehung
nicht im zulässigen Bereich befindet. Hierdurch wird ein ungewolltes Pendeln der Last
10 beim Anheben effektiv verhindert.
[0106] In Figuren 2 und 3 sind nun zwei Situationen dargestellt, in welchen das Seil 20
zunächst lotrecht ausgerichtet ist, beim Anheben der Last 10 jedoch aus der Lotrechten
wegbewegt wird.
[0107] In Figuren 2a bis 2c geschieht dies dadurch, dass der Schwerpunkt 26 der Last 10
sich zu Beginn des Hubvorgangs nicht unterhalb des Lastaufnahmepunkts 25 befindet.
Wird die Last 10 nun, wie in Figur 2b dargestellt, angehoben, stellt sich diese schräg,
bis der Schwerpunkt 26 der Last unter dem Lastaufnahmepunkt 25 angeordnet ist. Durch
diese Verkantung der Last 10 wird der Lastaufnahmepunkt 25, an welchem das Seil 20
z. B. am Lastaufnahmemittel befestigt ist, jedoch in horizontaler Richtung bewegt,
im hier gezeigten Fall in radialer Richtung nach innen. Hierdurch verändert sich der
Seilwinkel relativ zur Lotrechten, was bei einem kompletten Freikommen der Last 10
zu einer ungewünschten Schwingung der Last führen würde.
[0108] Deshalb wird in einem Ausführungsbeispiel eines Verfahrens während des Anhebens der
Last 10 die Abweichung des Seilwinkels von der Lotrechten bestimmt. Im einfachsten
Ausführungsbeispiel überprüft der Kranführer dabei auf der Anzeige den Seilwinkel
bzw. die horizontale Abweichung und stellt den Kran während dem Hub nach, um die Abweichung
des Seilwinkels von der Lotrechten durch das Ungleichgewicht der Last wieder auszugleichen.
Bei einem verbesserten Ausführungsbeispiel wird das Ungleichgewicht der Last aus der
Abweichung des Seilwinkels von der Lotrechten bestimmt und angezeigt, so dass der
Kranführer besser reagieren kann.
[0109] In der in Figur 2c gezeigten Stellung wurde der Kran nun so bewegt, dass die durch
das Ungleichgewicht der Last bedingte Schrägstellung, bei welcher der Schwerpunkt
26 unterhalb des Lastaufnahmepunkts 25 angeordnet ist, ausgeglichen wurde. Beim kompletten
Freikommen der Last 10 wird hierdurch eine ungewollte Schwingung der Last aufgrund
des Ungleichgewichts der Last vermieden.
[0110] In einem nicht dargestellten Ausführungsbeispiel weist das Lastaufnahmemittel eine
Vorrichtung zur insbesondere linearen Bewegung der Last 10 relativ zum Lastaufnahmepunkt
25 auf, über welche der Schwerpunkt 26 der Last ohne ein Verkippen der Last 10 unterhalb
des Lastaufnahmepunkts 25 angeordnet werden kann. Hierzu weist das Lastaufnahmemittel,
z. B. ein Spreader, z. B. eine Längsverschiebung des Lastaufnahmepunkts 25 relativ
zur Last, z. B. einem Container, auf.
[0111] Wird nun beim Anheben der Last eine Abweichung des Seilwinkels von der Lotrechten
festgestellt, kann der Kranführer den Lastaufnahmepunkt so lange relativ zur Last
verfahren, bis das Seil wieder lotrecht ausgerichtet ist. Ebenso kann anhand der Abweichung
des Seilwinkels von der Lotrechten das Ungleichgewicht der Last bestimmt und angezeigt
werden, so dass der Kranfahrer die Ansteuerung der Längsverstellung des Spreaders
anhand dieser Anzeige vornehmen kann. Ebenso ist eine automatische Verstellung des
Spreaders denkbar.
[0112] Eine solche Verstellung des Spreaders anhand der Abweichung des Seilwinkels von der
Lotrechten ist von besonderem Vorteil, da ein Verkippen der Container insbesondere
beim Verladen in ein Schiff zu einem Verklemmen der Container führen kann, durch welches
das Verladen erheblich behindert werden kann.
[0113] In Figuren 3a bis 3c ist nun ein weiterer Effekt zu sehen, durch welchen eine Abweichung
des Seilwinkels von der Lotrechten beim Anheben der Last hervorgerufen werden kann.
In Figur 3a ist vor Beginn des Hubs das Seil 20 noch lotrecht ausgerichtet. Da sich
der Schwerpunkt 26 der Last unter dem Lastaufnahmepunkt 25 befindet, die Last also
kein Ungleichgewicht aufweist, verschiebt sich der Lastaufnahmepunkt 25 beim Anheben
der Last 10 in diesem Fall nicht. Wie in Figur 3b gezeigt, gibt jedoch die Kranstruktur
durch die Belastung beim Anheben der Last nach, wobei in diesem Fall Turm 3 und Ausleger
1 leicht nach vorne gebeugt werden. Hierdurch wird die Auslegerspitze 30, über welche
das Seil 20 läuft, relativ zum Lastaufnahmepunkt 25 bewegt, so dass sich eine Abweichung
des Seilwinkels von der Lotrechten durch das Nachgeben der Kranstruktur ergibt.
[0114] Erfindungsgemäß wird diese Abweichung in einem ersten Ausführungsbeispiel des Verfahrens
vom Kranführer anhand der Anzeige des Seilwinkels beim Anheben der Last ausgeglichen.
Ebenso kann die Abweichung des Seilwinkels von der Lotrechten durch das Nachgeben
der Kranstruktur unter der Belastung bestimmt werden, welche dann angezeigt werden
kann, um die Arbeit des Kranführers zu erleichtern. In einem weiteren Ausführungsbeispiel
ist auch eine automatische Nachführung des Krans zur lotrechten Ausrichtung auf Grundlage
der Daten der Sensoreinheit zur Bestimmung eines Seilwinkels relativ zur Gravitationskraftrichtung
möglich. Ist der Seilwinkel wieder in der lotrechten ausgerichtet, kann die Last,
wie in Figur 3c gezeigt, ohne Schwingungen angehoben werden.
[0115] In Figur 4a ist ein weiteres Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Krans zu sehen.
Hierbei handelt es sich um einen Off-Shore-Kran, welcher auf einer Off-Shore-Plattform
50 angeordnet ist und z. B. zum Verladen einer Last 10 von einem Schiff 60 auf die
Plattform 50 dient. Da das Schiff 60 sich relativ zur Plattform 50 bewegen kann, kann
auch der Seilwinkel des Seils 20 relativ zur Lotrechten ohne eine Bewegung des Krans
durch eine Bewegung des Schiffes verändert werden.
[0116] Um dieser Situation Rechnung zu tragen, ist in einem Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Krans eine Überlastfunktion vorgesehen, welche gegebenenfalls neben den oben beschriebenen
Warn- und Sicherheitsfunktionen eingesetzt werden kann. Um z. B. eine Zerstörung des
Krans zu verhindern, wenn sich das Seil 20 am Schiff 60 verhakt und die Bewegung des
Schiffes 60 den Kran zu überlasten droht, werden Gegenmaßnahmen eingeleitet, wenn
der Seilwinkel einen maximal zulässigen Bereich überschreitet. Insbesondere kann hierbei
die Bewegung des Krans teilweise freigegeben werden, z. B. indem das Seil 20 freigegeben
wird oder die Drehbewegung des Turmes 3. Diese Freigabe erfolgt dabei kontrolliert
mit einer gewissen Gegenkraft, um plötzliche Kraftstöße zu vermeiden.
[0117] Hierdurch kann auf Grundlage des Seilwinkels relativ zur Gravitationskraftrichtung
eine einfach auszuführende Überlastsicherung realisiert werden, welche nur anhand
eines Seilskraftsensors nur schwierig zu realisieren ist. Durch eine solche Überlastsicherung,
welche eine teilweise Freigabe der Kranbewegung bewirkt, kann zudem ein unkontrolliertes
Schleifen der Last 10 über das Schiff 60 verhindert werden.
[0118] Der zulässige Bereich 70 für den Seilwinkel in X- und Y-Richtung ist z.B. in Figur
4b schraffiert gezeigt. Überschreitet der Seilwinkel diesen zulässigen Bereich 70,
wird entweder die Warnfunktion oder eine der Überlastfunktionen ausgelöst.
[0119] Figur 4b zeigt dabei ein Anzeigeelement zur Anzeige einer Abweichung von einer lotrechten
Stellung des Seils, mit einem zulässigen Bereich 70 für den Seilwinkel bzw. für die
horizontale Abweichung in X- und Y-Richtung, das heißt in radialer und tangentialer
Richtung. Die Anzeige des Seilwinkels erfolgt hierdurch graphisch, z.B. indem der
Seilwinkel in dem in Figur 4b gezeigten Diagramm als Punkt dargestellt wird. Anstelle
des Seilwinkels kann auch die horizontale Abweichung der Last aus der in der Mitte
liegenden Nullstellung dargestellt werden, das heißt der Abstand der Last von der
Position, in welcher sie sich bei gleicher Kranstellung, aber lotrechtem Seil befände.
Der Kranfahrer kann so die absolute Auslenkung der Last direkt erkennen und so leichter
abschätzen, wie weit der Kran zur korrekten Ausrichtung des Seils verfahren werden
muss.
[0120] Durch die erfindungsgemäße Bestimmung des Seilwinkels relativ zur Lotrechten durch
eine Sensoreinheit zur Bestimmung eines Seilwinkels relativ zur Gravitationskraftrichtung
und die entsprechenden Kransteuerungen und Kransteuerungsverfahren ist neben einer
einfacheren Bedienung und Ausrichtung des Kranes auch eine erheblich erhöhte Sicherheit
beim Hub von Lasten möglich.
[0121] In einem weitern Ausführungsbeispiel, der kein Teil der vorliegenden Erfindung ist
weist der Kran mindestens einen ersten und einen zweiten Seilstrang auf, welche das
Lastaufnahmemittel mit der Auslegerspitze verbinden. Insbesondere ist dabei eine verbesserte
Dämpfung der sphärischen Schwingungen der Last durch die Kransteuerung gegeben.
[0122] Regelungs- und Automatisierungskonzepte für Kräne, die die Pendelbewegung der Last
am Seil bei einer Kranbewegung verhindern, sind auf die genaue Messung der Seilwinkel
angewiesen. Insbesondere bei Auslegerkränen ist es dabei vorteilhaft, nicht direkt
die Seilwinkel über beispielsweise Bildverarbeitende Methoden zu bestimmen, sondern
die Winkelgeschwindigkeiten mittels Gyroskopen zu messen.
[0123] Da die Gyroskopsignale allerdings Offsetbehaftet sind und auch Störeinflüsse, wie
Seiloberschwingungen, erfassen, werden Beobachterschaltungen für die Integration der
Geschwindigkeiten zu den Seilwinkeln eingesetzt.
[0124] Um die Winkelgeschwindigkeiten der pendelnden Last zu erfassen, werden die Gyroskope
mittels einer mechanischen Konstruktion am Seil unter der Auslegerspitze befestigt.
Notwendig für die Erfassung der sphärischen Lastschwingung sind zwei Gyroskope, die
in tangentialer und radialer Richtung angeordnet sind.
[0125] Wie in Abbildung 5 dargestellt, wird zur verbesserten Lastpendeldämpfung nun vorgeschlagen,
sowohl dem ersten als auch dem zweiten Seilstrang ein Seilfolgeelement, wie es in
Fig. 0b gezeigt ist, zuzuordnen. Anstelle der Sensoreinheit zur Bestimmung eines Seilwinkels
relativ zur Gravitationskraftrichtung sind die Seilfolgeelemente jedoch mit Gyroskopeinheiten
ausgestattet, welche zur Lastpendeldämpfung besser geeignet sind. Über diese erfolgt
eine Winkelgeschwindigkeitserfassung der pendelnden Kranlast.
[0126] Figur 0b zeigt dabei ein erstes Seilfolgeelement 35, an welchem im hier gezeigten
Ausführungsbeispiel die dem ersten Seilstrang zugeordnete erste Sensoreinheit angeordnet
ist. Das erste Seilfolgeelement ist dabei am Auslegerkopf 30 des Auslegers 1 durch
kardanische Verbindungen 32 und 33 unter einer ersten Seilrolle 31 angebracht, über
welche der erste Seilstrang 20 geführt ist. Das Seilfolgeelement 35 weist dabei Rollen
36 auf, durch welche der erste Seilstrang 20 geführt ist, so dass das Seilfolgeelement
35 den Bewegungen des Seilstrangs 20 folgt. Die kardanischen Verbindungen 32 und 33
erlauben dem Seilfolgeelement dabei, sich frei um eine horizontale und eine vertikale
Achse zu bewegen, unterbinden jedoch Drehbewegungen. Die radiale und tangentiale Winkelgeschwindigkeit
des ersten Seilfolgeelementes 35 und damit des ersten Seilsstrangs 20 kann somit über
die am Seilfolgeelement 35 angeordnete erste Sensoreinheit, welche als Gyroskopeinheit
ausgeführt ist, bestimmt werden. Ein zweites Seilfolgeelement mit einer zweiten Sensoreinheit,
welches einem zweiten Seilstrang zugeordnet ist, ist analog zum ersten Seilfolgeelement
aufgebaut und mit der Auslegerspitze verbunden. Das zweite Seilfolgeelement misst
dementsprechend die Winkelgeschwindigkeit des zweiten Seilstranges.
[0127] Die Gyroskopsignale (Winkelgeschwindigkeiten in tangentialer und radialer Richtung)
beider Seilfolgeelemente werden mit identischen Algorithmen aufbereitet und verarbeitet.
Zunächst werden Störeinflüsse, die durch falsche Montage hervorgerufen werden, softwaretechnisch
kompensiert (siehe Gleichung 0.1). Sind die Empfindlichkeitsebenen der Gyroskopsensoren
nicht exakt in tangentialer und radialer Richtung sondern durch falsche Montage verkippt,
messen die Sensoren die Drehgeschwindigkeit des Kranes anteilig mit.

[0128] Der Einbau- oder Montagewinkel für jeden Gyroskopsensor auf beiden Seilfolgeelemente
ist jeweils
ϕeinbau,
ϕ̇D ist die Drehgeschwindigkeit des Krans,
ϕ̇t/rmess ist die tangentiale oder radiale Winkelgeschwindigkeit und
ϕ̇t/rkomp ist das resultierende kompensierte Gyroskopsignal.
[0129] Weiterhin werden die kompensierten Messsignale mit einer Beobachterschaltung offsetfrei
zu den Seilwinkeln integriert. Nach dieser Aufbereitung stehen nun die Seilwinkel
für beide Seilfolgeelemente in tangentialer und radialer Richtung zur Verfügung.
[0130] Die Erweiterung des Messkonzeptes um das zweite Seilfolgeelement führt zu zwei wesentlichen
Vorteilen gegenüber der Variante mit nur einem Seilfolgeelement oder der Variante
mit den Gyroskopsensoren im Haken.
[0131] Der erste Vorteil ist die Redundanz der Messung des Lastpendelns. Fällt ein Sensor
auf einer der beiden Seilfolgeelemente aus, wird die Winkelgeschwindigkeit immer noch
von dem Sensor der anderen Halterung erfasst. Damit kann die Grundfunktion der Kransteuerung
(die Pendeldämpfung und Trajektorienfolge) sichergestellt werden. Durch Differenzbildung
der Winkelsignale beider Seilfolgeelemente in die jeweiligen Richtungen lässt sich
weiterhin bei Überschreiten eines Schwellwertes ein Sensorfehler detektieren. Somit
kann der Kran bei Auftreten eines Sensorfehlers sofort in einen sicheren Zustand gebracht
werden.
[0132] Der zweite Vorteil ist die Möglichkeit der Kompensation der Torsionsschwingung der
Last. Dabei wird, wie Gleichung 0.2 zeigt, der Mittelwert der Winkelsignale der beiden
Seilfolgeelemente in die entsprechende Richtung berechnet.

[0133] Der Seilwinkel in tangentiale Richtung
ϕt berechnet sich also aus dem Mittelwert der beobachteten Winkelsignale der Halterung
41
ϕtbeobH1 und Halterung 42
ϕtbeobH2. Gleiches gilt für den Seilwinkel in radiale Richtung symbolisiert durch den Indize
r. Tritt eine Torsion der Last mit der Winkelgeschwindigkeit
ϕ̇Torsion auf, messen die Gyroskope auf den Seilfolgeelemente 41 und 42 exakt eine entgegen
gesetzte Störschwingung sowohl in tangentialer als auch in radialer Richtung. Damit
kann durch die Mittelwertbildung der Einfluss der Torsionsschwingung eliminiert werden.
Die Regelung der Lastpendeldämpfung, in welche die von den zwei Gyroskopeinheiten
erzeugten Daten eingehen, wird nun im folgenden näher dargestellt.
[0134] In dem betrachteten Fall ist die Dynamik der Auslegerbewegung durch einige vorherrschende
nichtlineare Wirkungen gekennzeichnet. Die Verwendung eines linearen Steuergerät würde
daher große Fehler bei der Trajektoriennachführung und ungenügende Dämpfung der Lastpendelung
bewirken. Um diese Probleme zu überwinden, nutzt die vorliegende Erfindung ein nichtlineares
Steuerungsvorgehen, das auf der Umkehr eines vereinfachten nichtlinearen Modells beruht.
Dieses Steuerungsvorgehen für die Wippbewegung eines Auslegerkrans erlaubt eine schwenkfreie
Lastbewegung in radialer Richtung. Durch Verwenden einer zusätzlichen stabilisierenden
Regelungsschleife zeigt die sich ergebende erfindungsgemäße Kransteuerung eine hohe
Genauigkeit der Trajektoriennachführung und eine gute Dämpfung der Lastpendelung.
Messergebnisse werden vorgelegt, um die gute Leistung des nichtlinearen Trajektoriennachführungssteuergeräts
zu validieren.
[0135] Auslegerkrane wie der LIEBHERR Hafenmobilkran LHM (siehe Fig. 1) werden zum effizienten
Handhaben von Umschlagprozessen in Häfen verwendet. Diese Art von Auslegerkranen ist
durch eine Lastkapazität von bis zu 140 Tonnen, eine maximale Ausladung von 48 Metern
und eine Seillänge von bis zu 80 Metern gekennzeichnet. Während des Umsetzungsprozesses
wird eine kugelförmige Lastschwingung angeregt. Diese Lastschwingung muss aus Sicherheits-
und Leistungsgründen vermieden werden.
[0136] Wie in Fig. 1 gezeigt besteht ein solcher Hafenmobilkran aus einer mobilen Bühne
6, an der ein Turm 3 angebracht ist. Der Turm 3 kann um eine vertikale Achse gedreht
werden, wobei seine Position durch den Winkel
ϕD beschrieben wird. An dem Turm 3 ist ein Ausleger 1 schwenkbar angebracht, der durch
den Aktor 4 gewippt werden kann, wobei seine Position durch den Winkel
ϕA beschrieben wird. Die Last 10 ist an einem Seil der Länge
lS vom Kopf des Auslegers 1 abgehängt und kann bei dem Winkel ϕ
Sr pendeln.
[0137] Im Allgemeinen sind Krane unteraktuierte Systeme, die Schwingverhalten zeigen. Daher
wurden in der Literatur viele ungeregelte und geregelte Steuerlösungen vorgeschlagen.
Diese Ansätze beruhen aber auf dem linearisierten dynamischen Modell des Krans. Die
meisten dieser Beiträge berücksichtigen nicht die Aktordynamik und -kinematik. Bei
einem Auslegerkran, der durch Hydraulikaktoren angetrieben wird, sind die Dynamik
und Kinematik der Hydraulikaktoren nicht vernachlässigbar. Insbesondere bei dem Auslegeraktor
(Hydraulikzylinder) muss die Kinematik berücksichtigt werden.
[0138] Die folgende Ausführung nutzt einen auf Flachheit basierenden Steuerungsansatz für
die radiale Richtung eines Auslegerkrans. Der Ansatz beruht auf einem vereinfachten
nichtlinearen Modell des Krans. Somit kann das Gesetz der linearisierenden Steuerung
formuliert werden. Ferner wird gezeigt, dass die Nulldynamik der nicht vereinfachten
nichtlinearen Steuerschleife eine ausreichende Dämpfungseigenschaft garantiert.
1. NICHTLINEARES MODELL DES KRANS
[0139] Unter Berücksichtigen der Steuerungsziele der Verhinderung der Lastpendelung und
des Nachverfolgens einer Bezugstrajektorie in radialer Richtung muss das nichtlineare
dynamische Modell für die Wippbewegung abgeleitet werden. Der erste Teil des Modells
wird erhalten durch
- Vernachlässigen der Masse und der Elastizität des Seils
- Annahme, dass Last eine Punktmasse ist
- Vernachlässigen der Zentripetal- und Coriolis-Terme
[0140] Das Verwenden des Newton/Eulerschen Verfahrens und das Berücksichtigen der vorgegebenen
Annahmen führt zu der folgenden Differentialgleichung der Bewegung für die Lastpendelung
in radialer Richtung:

[0141] Fig. 8 zeigt eine schematische Darstellung der Wippbewegung, wobei
ϕSr der radiale Seilwinkel,
ϕ̈Sr die radiale Winkelbeschleunigung,
lS die Seillänge,
r̈A die Beschleunigung des Auslegerendes und
g die Gravitationskonstante ist.
[0142] Der zweite Teil des dynamischen Modells beschreibt die Kinematik und Dynamik des
Aktors für die radiale Richtung. Unter der Annahme, dass der Hydraulikzylinder Verhalten
erster Ordnung aufweist, wird die Differentialgleichung der Bewegung wie folgt erhalten:

[0143] Wobei
z̈zyl und
żzyl die Zylinderbeschleunigung und Geschwindigkeit,
TW die Zeitkonstante,
Azyl die Querschnittfläche des Zylinders,
uW die Eingangsspannung des Servoventils und
KVW die proportionale Konstante von Strömrate zu
uw ist.
[0144] Fig. 9 zeigt eine schematische Darstellung der Kinematik des Aktors mit den geometrischen
Konstanten
da,
db,α
1,α
2. Um eine Umwandlung von Zylinderkoordinaten (
zzyl) zu Ausladungskoordinaten (
rA) zu erhalten, wird die kinematische Gleichung

differenziert.
KWz1 und
KWz3 beschreiben die Abhängigkeit von den geometrischen Konstanten
da,
db,
α1,
α2 und dem Wippwinkel
ϕA. (siehe Figur 9)
lA ist die Länge des Auslegers.
[0145] Das Formulieren des Verhaltens erster Ordnung des Aktors in Ausladungskoordinaten
durch Verwenden der Gleichungen (4) führt zu einer nichtlinearen Differentialgleichung.

[0146] Zum Darstellen des nichtlinearen Modells in der Form

werden die Gleichungen (1) und (6) verwendet. Hierdurch führen der als Eingabe verwendete
Zustand
x=[
rA ṙA ϕSr ϕ̇Sr]
T und die als Ausgabe vorgesehene radiale Position der Last
y = rLA zu:

2. NICHT-LINEARER STEUERUNGSANSATZ
[0147] Die folgenden Überlegungen werden unter der Annahme getroffen, dass die rechte Seite
der Differentialgleichung für die Lastpendelung linearisiert werden kann. Somit wird
die Erregung des radialen Lastpendelung von dem radialen Seilwinkel
ϕSr entkoppelt.

[0148] Um eine flache Ausgabe für das vereinfachte nichtlineare System zu finden, muss der
relative Grad bestimmt werden.
2.1 Relativer Grad
[0149] Der relative Grad wird durch die folgenden Bedingungen definiert:

[0150] Der Operator
Lftstellt die Lie-Ableitung entlang des Vektorfelds
fl bzw.
Lgt entlang des Vektorfelds
gl dar. Mit der realen Ausgabe

wird ein relativer Grad von
r = 2 erhalten. Da die Ordnung des vereinfachten nichtlinearen Modells 4 ist, ist
yl eine nicht flache Ausgabe. Doch mit einer neuen Ausgabe

wird ein relativer Grad von
r=4 erhalten. Angenommen, dass nur kleine radiale Seilwinkel eintreten, kann die Differenz
zwischen der realen Ausgabe
yl und der flachen Ausgabe

vernachlässigt werden. Diese Vereinfachung wird gewählt, um die Rechenzeit für die
in Kapitel 3 beschriebene Trajektoriengenerierung so gering wie möglich zu halten.
2.2 Exakte Linearisierung
[0151] Da die vereinfachte Systemdarstellung differentiell flach ist, kann eine exakte Linearisierung
vorgenommen werden. Daher wird eine neue Eingabe definiert als

und das linearisierende Steuersignal
ul wird berechnet durch

[0152] Um das sich ergebende linearisierte System zu stabilisieren, wird eine Fehlerrückführung
zwischen der Bezugstrajektorie und den Ableitungen der Ausgabe
y* abgeleitet.

[0153] Die Rückführungsverstärkungen
kl,i werden durch die Polplatzierungstechnik erhalten. Figur 10 zeigt den sich ergebenden
Aufbau des linearisierten und stabilisierten Systems.
[0154] Das Nachführungssteuergerät beruht auf der vereinfachten Lastpendelung ODE (8) und
nicht auf der Lastpendelung ODE (1). Ferner wird für die Steuergerätauslegung die
fiktive Ausgabe

verwendet. Die resultierende interne Dynamik ist dabei in der noch nicht veröffentlichten
DE 10 2006 048 988 gezeigt, deren Inhalt einen Bestandteil der vorliegenden Anmeldung darstellt.
3. Bahnplanung / Trajektoriengenerierung
A. Formulierung des Optimalsteuerungsproblems
[0155] Das Problem der Trajektoriengenerierung wird als beschränktes Optimalsteuerungsproblem
der offenen Kette für das linearisierte System mit Zustandsrückführung formuliert.
Aufgrund der relevanten Berechnungszeit für die Lösung des Optimalsteuerungsproblems
wird die Modellprädiktive Trajektoriengenerierung mit einer nicht zu vernachlässigbaren
Abtastzeit ausgeführt. Ebenfalls wird durch das numerische Lösungsverfahren selbst
eine Diskretisierung der Zeitachse eingeführt. Der Einfachheit halber wird allerdings
das Optimalsteuerungsproblem fortlaufend in kontinuierlicher Zeit dargestellt.
Die Modellgleichungen sind gegeben durch:

[0156] Die Zustandvariablen
xlin sind die Zustände der Integratorkette, welche sich aus dem linearisierten System,
bestehend aus Flachheitsbasiertem Regler (Gleichung (14)) und nichtlinearem System
(Gleichung (6)), ergibt, und den Zuständen der Integratorkette für die Referenztrajektorie.
Zusätzliche Zustände werden eingeführt, um einen glatten Eingang ν zu erhalten. Der
Anfangszustand
xlin,0 wird aus den Zuständen dieser Integratoren, dem aktuellen Systemausgang und dessen
Ableitungen hergeleitet. Die Ausgänge
ylin des linearen Systems (Gleichung (15)) sind Variablen, die dem flachen Ausgang
y* (Gleichung (12)) und dessen erste und zweite Ableitung entsprechen. Diese Variablen
sind die Position, Geschwindigkeit und Beschleunigung der Last in radialer Richtung.
Das Gütefunktional

berücksichtigt zum einen die quadratische Abweichung der prognostizierten Ausgänge
ylin von deren Referenzprognose
w(
t) und zum anderen die quadratische Änderung der Eingangsgröße
ulin. Der Optimierungshorizont
tf-
t0, die symmetrische, positiv semi-definite Wichtungsmatrix
Q und der Wichtungskoeffizient
r > 0 sind wesentliche Einstellungsparameter für die Modellprädiktive Trajektoriengenerierung.
Der Optimierungshorizont
tf-
t0 sollte das wesentliche dynamische Verhalten des Prozesses/Systems erfassen. Dieses
ist definiert durch die Periodendauer des Lastpendelns (bis 18 Sekunden für den betrachteten
Kran). Versuche zeigen, dass 10 Sekunden für den Optimierungshorizont ausreichen.
[0157] Die Referenzprognose
w(
t) für die Lastposition, -geschwindigkeit und -beschleunigung wird aus den Handhebelsignalen
des Kranfahrers (Sollgeschwindigkeiten) generiert. Die Prädiktion berücksichtigt Geschwindigkeitsreduzierungen,
wenn sich die Last den Grenzen des Arbeitsbereiches nähert.
Die Modellprädiktive Trajektoriengenerierung berücksichtigt Restriktionen für die
Prozessvariablen als Beschränkungen des Optimalsteuerungsproblems.

[0158] Beschränkungen der Änderung des Eingangs werden verwendet, um hochfrequente Anregungen
des Systems zu vermeiden.

[0159] Damit müssen die Änderungsraten
u̇lin als Stellgrößen bei der Formulierung des Optimalsteuerungsproblems berücksichtigt
werden.
Die Generierung der Referenztrajektorien führt zu einem äußeren Regelkreis (Figur
(10)). Somit sind die Ergebnisse der Stabilitätsbetrachtungen von Modellprädiktiven
Regelungen anwendbar. Bedingungen für die garantierte Stabilität des geschlossenen
Regelkreises unter Nominalbedingungen benötigen im Normalfall stabilisierende Beschränkungen
der Zustände am Ende des Optimierungshorizontes zusammen mit einer passenden Auswertung
des Endzustandes. Für eine "zero-state terminal constraint" müsste man feste Endwerte,
die von den stationären Zuständen in Verbindung mit den Referenzeingängen abhängen,
für die nicht zu integrierenden Zustände einführen.

[0160] Beschränkungen von diesem Typ (Gleichung (19)) verursachen wahrscheinlich unlösbare
Optimalsteuerungsprobleme unter nicht nominalen Bedingungen, wie Modellunsicherheiten
oder Messrauschen, besonders für kurze Optimierungshorizonte. Somit wird die Gleichungsbeschränkung
(19) als quadratischer Strafterm mit symmetrischer, positiv definiter Wichtungsmatrix
Q approximiert, was das ursprüngliche Gütefunktional folgendermaßen erweitert:

B. Numerische Lösung des Optimalsteuerungsproblems
[0161] Das zeitkontinuierliche, beschränkte, linear-quadratische Optimalsteuerungsproblem
(15)-(20) wird diskretisiert.

[0162] Wobei

,
uk and

die Werte der entsprechenden Variablen in den Diskretisierungpunkten
tk bezeichnen. Die Matrizen und Vektoren
Ak,
bk and
Ck erhält man durch Lösen der Transitionsgleichung in [
tk,
tk+1] aus
A, b und
C. Das Gütefunktional (Gleichung (20)) und die Beschränkungen (Gleichungen (17)(18))
werden ebenfalls entsprechend diskretisiert.
Damit wird das zeitkontinuierliche Optimalsteuerungsproblem als eine Aufgabe der quadratischen
Programmierung für die Zustandvariablen und Stellgrößen

des diskreten Problems approximiert und kann mit einem üblichen "Interior Point"
Algorithmus gelöst werden. In dem Algorithmus wird die Struktur der diskreten Modellgleichungen
in einem RICCATI-ähnlichen Ansatz genutzt, um eine Lösung der NEWTONschritt-Gleichung
mit O(
K(
m3+
n3)) Operationen zu erhalten. D.h. der Berechnungsaufwand steigt linear mit dem Optimierungshorizont
K und kubisch mit der Anzahl der Stellgrößen(
m) und Zustandsvariablen(
n).
Nicht äquidistante Diskretisierungsschritte Δ
Tk=
tk+l-
tk im Prädiktionshorizont des MPC's helfen die Dimension des Optimalsteuerungsproblems
zu begrenzen. Die Darstellung zeigt, dass die Anfangschrittweite durch den Takt der
Trajektoriengenerierung bestimmt wird und sich dann innerhalb des Prädiktionshorizontes
linear vergrößert.
[0163] Durch die Kransteuerung mit der entsprechenden Lastpendeldämpfung, in welche Daten
von den beiden den jeweiligen Seilsträngen zugeordneten Sensoreinheiten eingehen und
welche wie oben beschrieben aufgebaut ist, lässt sich eine schnelle und sichere Dämpfung
der sphärischen Pendelschwingungen der Last mit nur minimalen Pendelausschlägen erreichen.
Dies zeigen die folgenden Messergebnisse, welche mit einer Seillänge von 57 m und
einer Last von 3,5 t durchgeführt wurden.
[0164] Figur 11 zeigt dabei die Geschwindigkeit der Last, einmal wie sie vom Kranführer
mittels eines Eingabeelementes vorgegeben wird, und einmal wie sie über das Bahnplanungsmodul
mittels Optimalsteuerung als Soll-Trajektorie vorgegeben wird. Hierbei werden die
Beschränkungen des Systems berücksichtigt, so dass die obere Grenze für die Geschwindigkeit
der Last von der radialen Lastposition abhängt, da die Geometrie des Auslegers sowie
des Wippzylinders bei unterschiedlichen Auslegerstellungen unterschiedliche Maximalgeschwindigkeiten
zulassen. Für die Maximal-Beschleunigung ist dagegen eine konstante Beschränkung vorgegeben.
[0165] Figur 12a vergleicht nun diese Soll-Trajektorie mit der gemessenen Geschwindigkeit
der Last. Die Regelung folgt dabei der Soll-Trajektorie, wobei das Bahnplanungsmodul
Unsicherheiten im Modell durch eine modellbasierte Bahnplanung kompensiert. Hieraus
ergibt sich eine schnelle und gedämpfte Bewegung der Last ohne nennenswerte Überschwingungen.
Figur 12b zeigt dann die entsprechende Trajektorie der Lastposition.
[0166] Die Regelung dämpft die sphärischen Schwingungen der Last durch entsprechende kompensierende
Bewegungen des Auslegers während und am Ende jedes Manövers. Dies ist in Figur 13
gezeigt, aus welcher sich die von der Auslegerspitze ausgeführten Gegenbewegungen
ergeben, welche der Schwingung der Last entgegenwirken. Hierdurch kann der Seilwinkel
auf weniger als 3° begrenzt werden.
[0167] Die für die Online-Berechnung des Optimallösungsproblems in dem Bahnplanungsmodul
benötigte Rechenzeit ist dabei in Figur 14 gezeigt. Hierbei ergeben sich Rechenzeiten
zwischen 54 msek und 66 msek. Entscheidend für dieses extrem kurze Ansprechen der
Bahnplanung auf Vorgaben des Kranführers ist dabei zum einen die schnelle Lösbarkeit
durch die nachgeschaltete lineare Strecke aus nicht-linearer Regelung und nicht-linearem
Kransystem, sowie die innerhalb des Prädiktionshorizonts steigende Länge der Intervalle
zwischen den Stützpunkten der Prädiktion.
1. Kran mit einem Ausleger (1 ), einer Kransteuerung und mindestens einem Seil (20) zum
Heben einer Last (10), wobei in der Kransteuerung mindestens eine Sensoreinheit zur
Bestimmung eines Seilwinkels relativ zur Gravitationskraftrichtung vorgesehen ist,
wobei die mindestens eine Sensoreinheit an einem Seilfolgeelement (35) angeordnet
ist und am Seil (20) geführt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Seilfolgeelement (35) am Auslegerkopf (30) des Auslegers (1) durch kardanische
Verbindungen (32) unter einer Hauptseilrolle (31) angebracht ist und am Seil geführt
ist, wobei eine Überlastsicherung vorgesehen ist, welche bei einem Überschreiten eines
zulässigen Wertebereichs (70) für eine sich aus dem gemessenen Seilwinkel ergebende
Abweichung und/oder für die horizontale Abweichung der Last (10) automatisch in die
Steuerung des Kranes eingreift, um eine Überlast des Kranes zu verhindern, wobei die
Überlastsicherung die Bewegung des Kranes und/oder des Seils (20) zumindest teilweise
freigibt.
2. Kran nach Anspruch 1, wobei neben der Sensoreinheit zur Bestimmung eines Seilwinkels
(70) relativ zur Gravitationskraftrichtung mindestens eine Gyroskopeinheit zur Messung
einer Seilwinkelgeschwindigkeit vorgesehen ist.
3. Kran nach Anspruch 1 oder 2, wobei der Kran mindestens zwei Seilstränge zum Heben
der Last (10) aufweist, und mindestens zwei Sensoreinheiten zur Bestimmung der Seilwinkel
relativ zur Gravitationskraftrichtung vorgesehen sind, welche unterschiedlichen Seilsträngen
zugeordnet sind.
4. Kran nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei der Kran mindestens zwei Seilstränge
zum Heben der Last (10) aufweist, und mindestens zwei Gyroskopeinheiten zur Messung
der Seilwinkelgeschwindigkeiten vorgesehen sind, welche unterschiedlichen Seilsträngen
zugeordnet sind.
5. Kran nach Anspruch 4, wobei die Gyroskopeinheit an dem Seilfolgeelement angeordnet
ist.
6. Kran nach Anspruch 5, wobei der Kran mindestens zwei Seilstränge zum Heben der Last
(10) aufweist, und mindestens zwei Seilfolgeelemente vorgesehen sind, welche unterschiedlichen
Seilsträngen zugeordnet sind.
7. Kran nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei eine Anzeigeeinheit zur Anzeige
einer sich aus dem gemessenen Seilwinkel ergebenden Abweichung vorgesehen ist, insbesondere
zur Anzeige eines Seilwinkels relativ zur Gravitationskraftrichtung und/oder einer
daraus resultierenden horizontalen Abweichung der Last (10).
8. Kran nach Anspruch 7, wobei die Anzeige eine lotrechte Seilstellung optisch und/oder
akustisch anzeigt.
9. Kran nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei eine Warneinrichtung vorgesehen
ist, welche den Kranführer bei Überschreiten eines zulässigen Wertebereichs (70) für
eine sich aus dem gemessenen Seilwinkel ergebende Abweichung, insbesondere für den
Seilwinkel relativ zur Gravitationskraftrichtung und/oder für die horizontale Abweichung
der Last (10), warnt, insbesondere durch ein optisches und/oder akustisches Signal.
10. Kran nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei die Kranssteuerung, insbesondere
die Warneinrichtung und/oder die Überlastsicherung, zusätzlich Daten eines Seilkraftsensors
auswertet
11. Kran nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei der Kran mindestens zwei Seilstränge
zum Heben der Last (10) aufweist, deren Seilfeldverdrehung bestimmt wird.
12. Kran nach Anspruch 11, wobei eine Anzeigeeinheit zur Anzeige der Seilfeldverdrehung
vorgesehen ist.
13. Kran nach Anspruch 11, wobei eine Warneinrichtung vorgesehen ist, welche den Kranführer
bei Überschreiten eines zulässigen Wertebereichs für die Seilfeldverdrehung warnt,
insbesondere durch ein optisches und/oder akustisches Signal.
14. Kran nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei eine Verdrehsicherung vorgesehen
ist, welche bei einem Überschreiten eines zulässigen Wertebereichs für die Seilfeldverdrehung
automatisch in die Steuerung des Kranes eingreift.
15. Kran nach einem der vorangegangenen Ansprüche, welche eine automatische Lastpendeldämpfung
aufweist.
16. Kran nach Anspruch 15, wobei die Lastpendeldämpfung auf den Daten mindestens einer
Gyroskopeinheit beruht.
17. Kran nach Anspruch 15, wobei die Sensoreinheit zur Bestimmung des Seilwinkels relativ
zur Gravitationskraftrichtung zur Überwachung und/oder Kalibrierung der Gyroskopeinheit
verwendet wird.
18. Kran nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei eine Funktion zum automatischen
Ausrichten des Kranes vorgesehen ist, durch welche das Seil (20) lotrecht über der
Last (10) ausgerichtet wird.
19. Kran nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei eine Funktion zum automatischen
Ausrichten des Kranes vorgesehen ist, durch welche eine Seilfeldverdrehung ausgeglichen
wird.
20. Kran nach einem der vorangegangenen Ansprüche, mit einem Speicher zur Speicherung
von Lastdaten auf Grundlage des Seilwinkels zur Lebensdauerberechnung und/oder zur
Dokumentation.
21. Kran nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei die von der ersten und der zweiten
Sensoreinheit gemessenen Daten von einer ersten und einer zweiten Beobachterschaltung
ausgewertet werden.
22. Kran nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei eine Kompensation der von der
ersten und der zweiten Sensoreinheit gemessenen Daten bezüglich des Einbauwinkels
der Sensoreinheiten und des Drehwinkels des Kranes erfolgt.
23. Kran nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei durch einen Vergleich der von
der ersten und der zweiten Sensoreinheit gemessenen Daten Sensorfehler erkannt werden.
24. Kran nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei in der Lastpendeldämpfung durch
eine Mittelwertbildung aus den von der ersten und der zweiten Sensoreinheit bestimmten
Seilwinkeln und/oder Seilwinkelgeschwindigkeiten die Torsionsschwingung des Seilfeldes
berücksichtigt wird.
1. Grue comprenant une flèche (1), une commande de grue et au moins un câble (20) destiné
au levage d'une charge (10), au moins une unité de capteur destinée à déterminer un
angle de câble par rapport à la direction de la force gravitationnelle étant prévue
dans la commande de grue et l'au moins une unité de capteur étant disposée sur un
élément de suivi de câble (35) et guidée sur le câble (20),
caractérisée en ce que
l'élément de suivi de câble (35) est relié avec la tête de flèche (30) du flèche (1)
par le biais des liaisons de type Cardan (32) en dessous d'une poulie principale (31)
et guidé sur le câble, une sûreté contre la surcharge étant prévue, laquelle intervient
automatiquement dans la commande de la grue lors d'un dépassement d'une plage de valeurs
(70) admissible pour un écart résultant de l'angle de câble mesuré et/ou pour l'écart
horizontal de la charge (10), pour empêcher une surcharge de la grue, dans laquelle
la sûreté contre la surcharge libère le mouvement de la grue et/ou du câble (20) au
moins en partie.
2. Grue selon la revendication 1, dans laquelle, outre l'unité de capteur destinée à
déterminer un angle de câble (70) par rapport à la direction de la force gravitationnelle,
au moins une unité de gyroscope est prévue pour mesurer une vitesse angulaire de câble.
3. Grue selon la revendication 1 ou 2, dans laquelle la grue comporte au moins deux brins
de câble destinés au levage de la charge (10), et au moins deux unités de capteur
destinées à déterminer les angles de câble par rapport à la direction de la force
gravitationnelle sont prévues, lesquelles sont associées à différents brins de câble.
4. Grue selon l'une des revendications précédentes, dans laquelle la grue comporte au
moins deux brins de câble destinés au levage de la charge (10), et au moins deux unités
de gyroscope sont prévues pour mesurer les vitesses angulaires de câble, lesquelles
sont associées à différents brins de câble.
5. Grue selon la revendication 4, dans laquelle l'unité de gyroscope est disposées sur
l'élément de suivi de câble.
6. Grue selon la revendication 5, dans laquelle la grue comporte au moins deux brins
de câble destinés au levage de la charge (10), et au moins deux éléments de suivi
de câble sont prévus, lesquels sont associés à différents brins de câble.
7. Grue selon l'une des revendications précédentes, dans laquelle une unité d'indication
est prévue pour indiquer un écart résultant de l'angle de câble mesuré, en particulier
pour indiquer un angle de câble par rapport à la direction de la force gravitationnelle
et/ou un écart horizontal de la charge (10) qui en résulte.
8. Grue selon la revendication 7, dans laquelle l'indication indique une position de
câble verticale de manière optique et/ou acoustique.
9. Grue selon l'une des revendications précédentes, dans laquelle un dispositif d'avertissement
est prévu, lequel avertit le grutier lors du dépassement d'une plage de valeurs (70)
admissible pour un écart résultant de l'angle de câble mesuré, en particulier pour
l'angle de câble par rapport à la direction de la force gravitationnelle et/ou pour
l'écart horizontal de la charge (10), en particulier par un signal optique et/ou acoustique.
10. Grue selon l'une des revendications précédentes, dans laquelle la commande de grue,
en particulier le dispositif d'avertissement et/ou la sûreté contre la surcharge,
évalue en plus des données d'un capteur d'effort de câble.
11. Grue selon l'une des revendications précédentes, dans laquelle la grue comporte au
moins deux brins de câble destinés au levage de la charge (10), dont la torsion de
portée de câble est déterminée.
12. Grue selon la revendication 11, dans laquelle une unité d'indication est prévue et
destinée à indiquer la torsion de portée de câble.
13. Grue selon la revendication 11, dans laquelle est prévu un dispositif d'avertissement,
qui avertit le grutier lors du dépassement d'un domaine de valeurs admissible pour
la torsion de portée de câble, en particulier par un signal optique et/ou acoustique.
14. Grue selon l'une des revendications précédentes, dans laquelle une sûreté contre la
torsion est prévue, qui intervient automatiquement dans la commande de la grue lors
d'un dépassement d'un domaine de valeurs admissible pour la torsion de portée de câble.
15. Grue selon l'une des revendications précédentes, qui comporte un amortissement automatique
des oscillations de charge.
16. Grue selon la revendication 15, dans laquelle l'amortissement des oscillations de
charge se base sur les données d'au moins une unité de gyroscope.
17. Grue selon la revendication 19, dans laquelle l'unité de capteur destinée à déterminer
l'angle de câble par rapport à la direction de la force gravitationnelle est utilisée
pour la surveillance et/ou l'étalonnage de l'unité de gyroscope.
18. Grue selon l'une des revendications précédentes, dans laquelle une fonction d'orientation
automatique de la grue est prévue, permettant d'orienter le câble (20) verticalement
au-dessus de la charge (10).
19. Grue selon l'une des revendications précédentes, dans laquelle une fonction d'orientation
automatique de la grue est prévue, permettant de compenser une torsion de portée de
câble.
20. Grue selon l'une des revendications précédentes, comprenant une mémoire destinée à
stocker des données de charge sur la base de l'angle de câble à des fins de calcul
de la durée de vie et/ou à des fins de documentation.
21. Grue selon l'une des revendications précédentes, dans laquelle les données mesurées
par la première et la seconde unité de capteur sont évaluées par un premier et un
second circuit d'observateur d'état.
22. Grue selon l'une des revendications précédentes, dans laquelle une compensation des
données mesurées par la première et la seconde unité de capteur concernant l'angle
d'installation des unités de capteur et l'angle de rotation de la grue est effectuée.
23. Grue selon l'une des revendications précédentes, dans laquelle des défauts de capteur
sont détectés par une comparaison des données mesurées par la première et la seconde
unité de capteur.
24. Grue selon l'une des revendications précédentes, dans laquelle l'oscillation de torsion
de la portée de câble est prise en compte dans l'amortissement des oscillations de
charge par une formation d'une moyenne des angles de câble et/ou vitesses angulaires
de câble déterminés par la première et la seconde unité de capteur.