[0001] Die Erfindung betrifft ein Kunststoffmagazin mit Seitenwänden aus Kunststoff, längs
denen die Patronen beim Nachladen in einer Feuerwaffe bewegt werden (Oberbegriff des
Anspruchs 1).
[0002] Lagebegriffe, die hier verwendet werden, betreffen ein Magazin, das in im wesentlichen
vertikaler Richtung von unten her Patronen einer Waffe zuführt, die in normaler Lage
in Schußrichtung weist und deren Lauf im wesentlichen horizontal verläuft, wie das
z.B. beim Gewehr G3 der Fall ist. Verläuft das Magazin anders, etwa von oben nach
unten (Bren-Maschinengewehr) oder horizontal (Sten-Maschinenpistole), dann sind die
Lagebegriffe sinngemäß auszulegen.
[0003] Stangen- oder Trommelmagazine aus Kunststoff sind bekannt. Es wäre aber auch denkbar,
Tellermagazine (wie beim Lewis-MG) aus Kunststoff herzustellen. Alle diese Magazine
haben Seitenwände, die die Patronen führen bzw. das Herausfallen der Patronen verhindern.
[0004] Magazine aus Kunststoff haben sich in den letzten Jahrzehnten besonders bei Selbstladegewehren
durchgesetzt, und zwar nicht nur wegen ihres günstigen Preises besonders bei gekrümmten
Stangenmagazinen, sondern besonders wegen ihrer hohen Zuverlässigkeit: während ein
Blechmagazin dazu neigt, infolge eines Stoßes oder Schlages verbeult zu werden, wobei
man die Beule oft kaum bemerkt und daher auch nicht für schädlich hält, verbeult ein
Kunststoffmagazin nicht, sondern infolge der Elastizität des Kunststoffes springt
die Beule wieder heraus, oder das Magazin geht zu Bruch und macht dadurch seine Beschädigung
klar erkennbar.
[0005] Hierbei wurde in die oberen Teile der Seitenwände eine Einlage eingespritzt, die
die Magazinlippen verstärken und in der richtigen Distanz halten soll (
EP 0 154 357 A2), oder über die Oberseite wurde ein Blechteil geklipst, das die Magazinlippen bildet,
und über die Unterseite ein Blechschuh geschoben, auf der sich die Magazinfeder abstützt
(
US 3 383 790).
[0006] Obwohl die frühen Versuche mit Kunststoffmagazinen, z.B. beim Gewehr Kalaschnikow
Mod. 1947, wenig aussichtsreich erschienen, weil zum Beispiel eingedrungener Sand
den Zubringer und die Patronen klemmen ließ, sind moderne Kunststoffmagazine nach
entsprechender Bemessung und entsprechend ausgewähltem Kunststoff mindestens ebenso
zuverlässig wie Blechmagazine, aber fester, leichter und frei formbar: so kann z.B.
ein Magazin für die Patrone 7,63 x 51 (Natopatrone) die leichte Krümmung aufweisen,
die die Vorderkante des Stapels von Patronen wegen deren leichter Konizität ebenfalls
hat, während ein Blechmagazin für dieselbe Patrone stets gerade Seiten hat, weil ein
gekrümmtes Blechmagazin viel teuerer in der Herstellung ist und wegen der Gefahr von
Herstellungsfehlern kaum Vorteile bringt. Das gekrümmte Kunststoffmagazin für diese
Patrone ist aber zuverlässiger und außerdem noch billiger als das gerade Stangenmagazin
aus Blech. Ein Kunststofmagazin gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 ist aus
EP 0154356 bekannt.
[0007] Wie schon erwähnt, spielt die Bemessung eine Rolle: der Abstand, den z.B. die Patronenspitze
von der nach vorne weisenden Magazinwand hat, hat sich hier als besonders wesentlich
erwiesen. Ist dieser Abstand zu gering, dann kommt es zu Klemmern. Nun ist die Länge
eines Kunststoffmagazins, in Schußrichtung gesehen, etwas größer, als die Länge eines
Blechmagazins sein kann, etwa wegen der geringeren Wandstärke des Bleches. Die geringere
Querabmessung des Kunststoffmagazins spielt dagegen bei Zickzacklagerung der Patronen
keine Rolle. Dies kann zu Schwierigkeiten führen, wenn das Gewehr für Blechmagazine
ausgelegt ist.
[0008] Das Gewehr G3, das seit Mitte der 50er Jahre gefertigt wird, weist Abmessungen des
Magazinschachtes auf, die nicht zu einem Kunststoffmagazin passen - Mitte der 50er
Jahre hat nämlich noch keine Mensch ernsthaft an Kunststoffmagazine gedacht. Dieses
Gewehr G3 ist jedoch außerordentlich verbreitet, und die Abnehmer wollen nun für die
Magazine, die allmählich zu ersetzen sind, billigere und bessere Kunststoffmagazine
erwerben. Hier gibt es aber wegen der zu kurzen Längsabmessung des Magazinschachtes
ernsthafte Schwierigkeiten. Andererseits kann man einer Armee, die an die Nato-Versorgung
angeschlossen ist, nicht empfehlen, Patronen zu verwenden, die z.B. einen halben Millimeter
kürzer sind als die Natopatrone.
[0009] Die Erfindung hat die Aufgabe, dieses Problem zu lösen. Daneben ist es Aufgabe der
Erfindung, ein Magazin insbesondere für Gewehre zu schaffen, das noch besser funktioniert
als bisherige Magazine.
[0010] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Hauptanspruchs gelöst, wobei mindestens
eine der Seitenwände auf der Seite, auf der die Patronen entlangbewegt werden, eine
Metallbeschichtung aufweist. Diese Lösung erscheint widersinnig, denn wenn man schon
erkannt hat, daß die abzustellenden Störungen darauf zurückzuführen sind, daß die
Innenlänge des Magazins nur gerade noch ausreichend ist, dann müßte man von einer
Beschichtung der Innenwände ja erwarten, daß die Probleme noch größer werden, da sich
ja die Abstände noch verringern. Wider Erwarten stellt das erfindungsgemäße Merkmal
aber die Störungen vollständig ab, was Versuche erhärtet haben, ohne daß der Grund
dafür völlig klar wäre. Es wird angenommen, daß infolge des Rückstoßes Teile der Patronen
gegen die Magazinwände prallen und dort wegen der geringen Abstände nicht zurückprallen
können, sondern an den Wänden scheuern und allmählich Scheuermarkierungen bilden,
an denen andere Patronen hängenbleiben können. Solche Scheuermarkierungen sind aber
bei einer harten und gegebenenfalls federnden Metalloberfläche nicht möglich.
[0011] Es könnte grundsätzlich die gesamte Innenoberfläche des Magazins mit Metall beschichtet
werden. Es ist aber bevorzugt, daß die Metallbeschichtung nur auf der in Schußrichtung
gelegenen Seitenwand, der Vorderwand, vorliegt . Dadurch, daß die Rückwand unbeschichtet
bleibt, kann die Beschichtung an der Vorderwand dicker ausgeführt werden und wirksamer
sein. Es hat sich nämlich gezeigt, daß die spitzen Militärgeschoße in erster Linie
das nur aus Kunststoff bestehende Magazin an der Vorderwand beschädigen, so daß die
Beschichtung dieser Vorderwand ausreicht, um die Beschädigungen zu verhindern.
[0012] Die Metallbeschichtung ist ein Abdeckblech. Ein solches Blech kann gesondert ausgestanzt
und behandelt werden, etwa gehärtet und/oder gebondert oder phosphatiert werden, was
bei elektrochemischem Auftrag oft nicht möglich ist. Es können auch besonders geeignete
Legierungen gewählt werden, deren elektrochemischer Auftrag nicht möglich oder problematisch
ist.
[0013] Deshalb kann auch nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ein Stahl- oder
Federstahlblech als Abdeckblech gewählt werden (Anspruch 2), also ein Eisen-Kohlenstoffgemisch,
das nicht elektrochemisch aufgetragen werden kann. Ein dünnes Stahlblech ist aber
bestens geeignet, nicht nur Schläge aufzunehmen, ohne daß sie Markierungen hinterlassen,
sondern auch beim leichten Eindrücken der Magazinwand zusammen mit dieser wieder zurückzufedern.
[0014] Das Metallblech könnte aufgeklebt werden. Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung
ist es aber bevorzugt, daß beiderseits der Vorderwand eine Rinne ausgebildet ist,
und daß das Blech in die Rinnen eingeschoben ist (Anspruch 3). Die Rinnen können durch
Leisten gebildet werden, die auf der Innenoberfläche der Seitenwände ausgebildet sind,
denn da sich die Patronen nach vorne verjüngen, der Querschnitt eines Stangenmagazins
aber etwa rechteckig ist, bleiben die Patronen durch die Leisten unbehindert. Da das
Blech biegsam oder federnd ist, kann es außerdem auch dann mühelos eingeschoben werden,
wenn die Vorderwand gekrümmt ist.
[0015] Federnde Metallplatten könnten in die Rinnen von innen her eingedrückt werden. Da
aber der Kunststoffteil des Magazins einstückig gespritzt wird, wäre dies nur schwierig
zu bewerkstelligen. Daher wird gemäß einer Weiterbildung der Erfindung vorgeschlagen,
daß die Rinnen auf der Seite der Magazinlippen zum Einschieben des Blechs offen sind
(Anspruch 4), also an der Oberseite eines herkömmlichen Stangenmagazins.
[0016] Es wäre nun möglich, die Metallplatte etwa mittels einer Blindniete von vorne her
zu befestigen. Es wird nach einer Weiterbildung der Erfindung aber vorgeschlagen,
daß die Vorderwand eine Vertiefung aufweist, in die ein aus dem Blech geformter Federstreifen
einfällt, um das Blech gegen Herausfallen zu sichern. Es ist also nur nötig, das Blech
von oben her einzuschieben, bis der Federstreifen in die Vertiefung eingefallen ist.
Dann bilden Kunststoffmagazin und Metallplatte gewissermaßen ein Teil, weil sie unlösbar
miteinander verbunden sind.
[0017] Das Blech könnte auf der Oberseite der Vorderwand stumpf enden. Bevorzugt ist aber,
daß das Blech auf der Oberseite nach vorne über die Schmalseite der Seitenwand gebogen
ist (Anspruch 5), so daß diese gegen schädigende Stöße von oben her durch den umgebogenen
Blechstreifen geschützt ist. Dadurch ist es möglich, die Vorderwand dünner auszubilden,
als es ohne den Blechschutz möglich wäre. Des weiteren dient dieser umgebogene Abschnitt
auch als Zuführhilfe.
[0018] Der Gegenstand der Erfindung wird in der beigefügten Zeichnung noch näher erläutert.
In dieser zeigen:
- Fig. 1
- eine Stahlfeder zum Schutz der Magazin-Vorderwand,
- Fig. 2
- eine Ansicht eines erfindungsgemäßen Kunststoff- magazins, von schräg oben her gesehen,
- Fig. 3
- einen Längsschnitt durch ein fertiges Kunststoff- magazin, und
- Fig. 4
- eine Ansicht des fertigen, erfindungsgemäßen Magazins, von der Seite und schräg oben
her gesehen.
[0019] In Fig. 4 ist ein fertiges, erfindungsgemäßes Magazingehäuse zu sehen, das aus einem
Kunststoffteil 1 besteht, dessen Vorderwand 3 (Fig. 2) auf der Innenseite mit einer
Stahl-Federblechplatte 5 abgedeckt ist, die an der Oberseite einen umgekanteten Steg
7 aufweist, der die Vorderwand 3 von oben her abdeckt und schützt. Der Steg 7 ist
besonders in Fig. 1 zu sehen.
[0020] Beiderseits der Vorderwand 3 ist im Inneren des Magazins eine Leise 11 ausgebildet
(Fig. 2). Die Blechplatte 5 wird von oben her in das Kunststoffteil 1 eingeschoben,
und zwar zwischen die Leisten 11 und die Vorderwand 3.
[0021] Im unteren Teil der Blechplatte 5 ist ein Federstreifen 9 ausgeprägt und nach vorne
ausgebogen. An der Unterseite geht der Federstreifen 9 in die Blechplatte 5 über,
an der Oberseite steht der Federstreifen 9 gegenüber der Blechplatte 5 in Richtung
nach vorne von der Blechplatte 5 ab.
[0022] Wenn die Blechplatte 5 in das Kunststoffteil 1 eingeschoben wird, wird der Federstreifen
9 in die Ebene der Blechplatte 5 gedrückt, bis er zu einer an der Innenseite der Vorderwand
3 eingelassenen Innenvertiefung 13 gelangt, unter der er nach vorne herausspringt
und die Blechplatte somit verrastet. Jetzt können Feder und Zubringer in das Magazingehäuse
eingebaut werden.
1. Kunststoffmagazin mit Seitenwänden (3) aus Kunststoff, längs denen die Patronen beim
Nachladen in eine Feuerwaffe bewegt werden, mit einer Metallbeschichtung (5), die
mindestens eine der Seitenwände (3) auf der Seite, auf der die Patronen entlangbewegt
werden, bedeckt, wobei die Metallbeschichtung ein Abdeckblech (5) ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Vorderwand (3) des Kunststoffmagazins eine Vertiefung (13) aufweist, in die ein
aus dem Abdeckblech (5) geformter Federstreifen (9) einfällt, um das Abdeckblech (5)
gegen Herausfallen zu sichern.
2. Kunststoffmagazin nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Abdeckblech (5) ein Stahl- oder Federstahlblech ist.
3. Kunststoffmagazin nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass beiderseits der Vorderwand (3) eine Rinne (11) ausgebildet ist, und dass das Abdeckblech
(5) in die Rinnen (11) eingeschoben ist.
4. Kunststoffmagazin nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Rinnen (11) auf der Seite der Magazinlippen zum Einschieben des Abdeckblechs
(5) offen sind.
5. Kunststoffmagazin nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Abdeckblech (5) auf der Oberseite nach vorne über die Schmalseite der Seitenwand
(3) gebogen ist (Umkantung 7).
1. A plastic magazine with side walls (3) of plastics material, along which the cartridges
are moved whilst reloading in a firearm, with a metal coating (5) which covers at
least one of the side walls (3) on the side along which the cartridges are moved,
wherein the metal coating is a cover plate (5), characterized in that the front wall (3) of the plastic magazine has a depression (13) into which a spring
strip (9) shaped from the cover plate (5) drops in order to prevent the cover plate
(5) from falling out.
2. A plastic magazine according to claim 2, characterized in that the cover plate (5) is a steel or spring-steel sheet.
3. A plastic magazine according to claim 1 or 2, characterized in that a channel (11) is formed on both sides of the front wall (3), and the cover plate
(5) is pushed into the channels (11).
4. A plastic magazine according to claim 3, characterized in that the channels (11) on the side of the lips of the magazine are open for the insertion
of the cover plate (5).
5. A plastic magazine according to any one of claims 1 to 4, characterized in that the cover plate (5) is bent forwards on the top side beyond the narrow side of the
side wall (3) (folded edge 7).
1. Chargeur en matière plastique, comportant des parois latérales (3) en matière plastique,
le long desquelles sont déplacées les cartouches au moment du rechargement dans une
arme à feu, comportant un revêtement métallique (5), qui recouvre au moins une des
parois latérales (3), sur le côté le long duquel les cartouches sont déplacées, ledit
revêtement métallique étant une tôle de protection (5), caractérisé en ce que la paroi avant (3) du chargeur en matière plastique comporte un creux (13), dans
lequel pénètre une bande de ressort (9) formée dans la tôle de protection (5), pour
empêcher toute chute de la tôle de protection (5).
2. Chargeur en matière plastique selon la revendication 1, caractérisé en ce que la tôle de protection (5) est une tôle en acier ou en acier à ressort.
3. Chargeur en matière plastique selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que de part et d'autre de la paroi avant (3) est réalisée une rainure (11), et en ce que la tôle de protection (5) est insérée dans les rainures (11).
4. Chargeur en matière plastique selon la revendication 3, caractérisé en ce que les rainures (11) sont ouvertes sur le côté du bec du chargeur pour y faire coulisser
la tôle de protection (5).
5. Chargeur en matière plastique selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que la tôle de protection (5), sur le côté supérieur, est pliée (bord plié 7) vers l'avant
au-dessus du petit côté de la paroi latérale (3).