Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Bestrahlungsvorrichtung zum Aushärten von Fingernägel-Modellagemassen.
[0002] Derartige Bestrahlungsvorrichtungen sind beispielsweise aus den Druckschriften
DE 86 09 293 U1,
DE 200 04 094 U1 oder
DE 20 2006 005 790 U1 bekannt. Sie bestehen im wesentlichen aus einem Gehäuse, das eine Wandöffnung zum
Einführen der Hand mit den auszuhärtenden Fingernägel-Modellagemassen (auch als Nagelmodellat
bezeichnet) in einen im Inneren des Gehäuses angeordneten Bestrahlungsraum aufweist.
[0003] Bei den bekannten Bestrahlungsvorrichtungen kann jeweils nur eine Hand in den Bestrahlungsraum
eingelegt und behandelt werden. Da die Endlagen der Fingernägel der linken und der
rechten Hand unterschiedlich voneinander sind, ist es zur optimalen Bestrahlung der
Modellagemassen erforderlich, für jede Hand jeweils eine UV-Lichtquelle für den Daumen
und mindestens eine UV-Lichtquelle für die restlichen Finger vorzusehen. Soll daher
mit den bekannten Bestrahlungsvorrichtungen nacheinander eine Bestrahlung beider Hände
erfolgen, so sind insgesamt mindestens drei, in der Regel aber vier Lichtquellen innerhalb
des Bestrahlungsraumes anzuordnen. Dadurch ergibt sich ein im Wesentlichen kuppelförmiger
Bestrahlungsraum.
[0004] Die vorgenannten bekannten Bestrahlungsvorrichtungen sind daher sowohl hinsichtlich
ihrer Ausgestaltung platzaufwendig als auch hinsichtlich ihrer Ausstattung relativ
kostenintensiv. Außerdem setzt die Verwendung der bekannten Bestrahlungsvorrichtung
für beide Hände voraus, daß bei dem Wechsel der Hände entweder die Stellung der jeweiligen
Bestrahlungsvorrichtung oder die Körperhaltung des entsprechenden Benutzers verändert
werden muß.
[0005] Zwar wird in manchen Kosmetikinstituten dem jeweiligen Benutzer für jede Hand eine
eigene, entsprechend positionierte Bestrahlungsvorrichtung zur Verfügung gestellt,
doch ist dieses mit einem hohen Kostenaufwand sowie mit einem entsprechend großen
Platzbedarf verbunden.
Darstellung der Erfindung
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine einfach aufgebaute und leicht bedienbare
Bestrahlungsvorrichtung anzugeben, deren Bestrahlungsraum sowohl mit der linken als
auch mit der rechten Hand bequem erreichbar ist, ohne daß hierzu eine Lageänderung
der Bestrahlungsvorrichtung oder eine Änderung der Körperhaltung des Benutzers erforderlich
ist.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Weitere,
besonders vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung offenbaren die Unteransprüche.
[0008] Die Erfindung beruht im wesentlichen auf dem Gedanken, das Gehäuse der Bestrahlungsvorrichtung
mit einer der ersten Wandöffnung gegenüberliegenden zweiten Wandöffnung zu versehen,
die ebenfalls mit dem Bestrahlungsraum verbunden ist, derart, daß beide Hände eines
Benutzers von außen durch die Wandöffnungen in den Bestrahlungsraum einführbar und
auf entsprechende Handauflageflächen samt Daumenauflagen auflegbar sind.
[0009] Zur gleichzeitigen oder zeitlich aufeinander folgenden Bestrahlung der Fingernägel
beider Hände werden bei der erfindungsgemäßen Bestrahlungsvorrichtung insgesamt lediglich
zwei - vorteilhafterweise senkrecht zueinander angeordnete - Lichtquellen benötigt.
Dabei ist die erste Lichtquelle (seitlich) vor den Daumenauflagen der Handauflageflächen
und die zweite Lichtquelle zur Bestrahlung der restlichen Finger deckenseitig an dem
Bestrahlungsraum angeordnet.
[0010] Die beiden Lichtquellen können, in Draufsicht gesehen, T- oder kreuzförmig zueinander
angeordnet sein. Grundsätzlich sind die Lichtquellen danach zu wählen, woraus das
Nagelmodellat besteht bzw. womit es auszuhärten ist.
[0011] Im Falle von durch UV-Licht härtbaren Modellagemassen kann es sich bei den Lichtquellen
sowohl um UV-Gasentladungslampen als auch um UV-LED-Bestrahlungseinrichtungen handeln.
[0012] Als vorteilhaft hat es sich erwiesen, wenn die Handauflageflächen der erfindungsgemäßen
Bestrahlungsvorrichtung jeweils eine rippenförmige Erhöhung aufweisen, welche von
Daumen und benachbartem Zeigefinger ertastet und anschließend umklammert werden können,
so daß die Fingernägel-Modellagemassen bei einer genau definierten Handstellung bestrahlt
werden.
Kurze Beschreibung der Zeichnung
[0013] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den folgenden, anhand
von Figuren erläuterten Ausführungsbeispielen. Es zeigen:
- Fig. 1
- die Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Bestrahlungsvorrichtung mit geschlossenem
Gehäuse, wobei die Anordnung der Lichtquellen innerhalb des Gehäuses gestrichelt angedeutet
ist;
- Fig. 2
- eine Ansicht der erfindungsgemäßen Bestrahlungsvorrichtung von der in Fig.1 mit II
bezeichneten Seite, wobei die Anordnung der Lichtquellen innerhalb des Gehäuses wiederum
gestrichelt angedeutet ist;
- Fig. 3
- eine perspektivische Ansicht der in den Fig.1 und 2 dargestellten Bestrahlungsvorrichtung,
jedoch ohne Darstellung des Gehäusedeckels, und
- Fig. 4
- eine Unteransicht des vollständigen Gehäusedeckels.
[0014] In den Fig. 1 und 2 ist mit 1 eine erfindungsgemäße Bestrahlungsvorrichtung bezeichnet,
die ein Gehäuse 2 umfaßt, welches einen Bestrahlungsraum 3 umschließt.
[0015] Das Gehäuse 2 setzt sich im wesentlichen aus einem Bodenteil 4 und einem Gehäusedeckel
5 zusammen. Es besitzt zwei gegenüberliegende Wandöffnungen 6, 7, die mit dem Bestrahlungsraum
3 verbunden sind, derart, daß bei der bestimmungsgemäßen Verwendung der Bestrahlungsvorrichtung
1 beide Hände eines Benutzers von außen durch die Wandöffnungen 6, 7 in den Bestrahlungsraum
3 einführbar und auf entsprechende Handauflageflächen 8, 9 auflegbar sind.
[0016] Zur Bestrahlung der Fingernägel-Modellagemassen sind in dem Bestrahlungsraum 3 zwei
im wesentlichen T-förmig zueinander angeordnete, doppelstabförmig ausgebildete UV-Gasentladungslampen
10, 11 vorgesehen. Dabei ist die erste Gasentladungslampe 10 seitlich vor den Daumenauflagen
12, 13 der Handauflageflächen 8, 9 und die zweite Gasentladungslampe 11 zur Bestrahlung
der restlichen Finger deckenseitig an dem Bestrahlungsraum 3 angeordnet.
[0017] Die beiden Handauflageflächen 8, 9 weisen rippenförmige Erhöhungen 14, 15 auf, welche
von den Daumen und den benachbarten Zeigefingern beim Einführen der Hände in den Bestrahlungsraum
3 von dem jeweiligen Benutzer gut ertastbar sind und umklammert werden können. Dadurch
können die Hände und somit auch die Fingernägel des jeweiligen Benutzers eine genau
definierte Stellung innerhalb des Bestrahlungsraumes 3 einnehmen.
[0018] Mit den Bezugszeichen 16, 17 sind in Fig.3 die Halterungen der Gasentladungslampen
10, 11 bezeichnet, welche mit einer elektrischen Schaltungseinrichtung 18 verbunden
sind, die ihrerseits mittels eines Schalters 19 betätigbar ist.
[0019] Wie Fig. 4 erkennen läßt, sind die Lichtquellen 10, 11, deren Halterungen 16, 17
samt Schaltungseinrichtung 18 sowie der Schalter 19 dem Gehäusedeckel 5 zugeordnet,
d. h. daran fest montiert. Demgegenüber stellt das Bodenteil 4 nichts weiter als ein
Verschlusssteil für das Gehäuse dar. Wird es losgeschraubt und entfernt, liegt für
den Fachmann die gesamte technische Einrichtung frei, so daß er beispielsweise einfach
und schnell einen Lampenwechsel vornehmen kann.
[0020] Die Erfindung ist selbstverständlich nicht auf das vorstehend beschriebene Ausführungsbeispiel
beschränkt. So braucht es sich bei den Lichtquellen 10, 11 nicht zwingend um UV-Gasentladungslampen
zu handeln. Vielmehr sind für dasselbe Nagelmodellat auch UV-LED-Bestrahlungseinrichtungen
einsetzbar, wobei dann auch mehrere LEDs zu einem Zeilenarray zusammengefaßt sein
können.
[0021] In jedem Falle führt die Erfindung zu einem einfacheren Aufbau einer Bestrahlungsvorrichtung.
So genügen bereits zwei gerichtete Lichtquellen statt bisher drei. Außerdem ist eine
erfindungsgemäße Bestrahlungsvorrichtung vielseitiger einsetzbar und bequemer zu benutzen.
Was bisher zwei herkömmliche Geräte leisten mußten, schafft jetzt ein einziges. Im
Ergebnis lassen sich damit Herstellung- und Betriebskosten sparen. So brennt bei herkömmlichen
Geräten immer mindestens eine Lichtquelle umsonst. Bei einer erfindungsgemäßen Bestrahlungsvorrichtung
ist es anders. Ja, das können sogar im Sinne einer noch weitergehenden Energieersparnis
beide Hände auch gleichzeitig bestrahlt werden. Nicht zuletzt ergibt sich bei allem
auch die Möglichkeit, Zeit zu sparen.
Bezugszeichenliste
[0022]
- 1
- Bestrahlungsvorrichtung
- 2
- Gehäuse
- 3
- Bestrahlungsraum
- 4
- Bodenteil
- 5
- Gehäusedeckel
- 6,7
- Wandöffnungen
- 8,9
- Handauflageflächen
- 10,11
- (UV-) Gasentladungslampen, Lichtquellen
- 12,13
- Daumenauflagen
- 14,15
- rippenförmige Erhöhungen
- 16,17
- Halterungen
- 18
- Schaltungseinrichtung
- 19
- Schalter
1. Bestrahlungsvorrichtung zum Aushärten von Fingernägel-Modellagemassen mit den Merkmalen:
a) die Bestrahlungsvorrichtung (1) umfaßt ein Gehäuse (2), das einen Bestrahlungsraum
(3) umschließt;
b) das Gehäuse (2) weist zwei gegenüberliegende Wandöffnungen (6, 7) auf, derart,
daß jeweils eine Hand eines Benutzers der Bestahlungsvorrichtung (1) von außen durch
eine Wandöffnung (6, 7) in den Bestrahlungsraum (3) einführbar ist;
c) jeder Wandöffnung (6, 7) ist im Bestrahlungsraum (3) eine Handauflagefläche (8,
9) mit einer Daumenauflage (12, 13) zugeordnet, auf die jeweils eine Hand zur Einnahme
der Behandlungsposition auflegbar ist;
d) in dem Bestrahlungsraum (3) sind mindestens zwei Lichtquellen (10, 11) angeordnet,
wobei die erste Lichtquelle (10) der Bestrahlung der Daumen dient und vor den Daumenauflagen
(12, 13) der Handauflageflächen (8, 9) angeordnet ist und die zweite Lichtquelle (11)
zur Bestrahlung der restlichen Finger deckenseitig an dem Bestrahlungsraum (3) angeordnet
ist.
2. Bestrahlungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Lichtquellen (10, 11) im wesentlichen senkrecht zueinander angeordnet sind.
3. Bestrahlungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Lichtquellen (10, 11) in Draufsicht gesehen, T- oder Kreuzförmig zueinander
angeordnet sind.
4. Bestrahlungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei den Lichtquellen (10, 11) um UV-Gasentladungslampen handelt.
5. Bestrahlungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei den Lichtquellen (10, 11) um UV-LED-Bestrahlungseinrichtungen handelt.
6. Bestrahlungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Handauflageflächen (8, 9) jeweils eine rippenförmige Erhöhung (14, 15) aufweisen,
welche von Daumen und benachbartem Zeigefinger der jeweiligen Hand eines Benutzers
der Bestrahlungsvorrichtung (1) ertastet und anschließend umklammert werden können.