[0001] Die gegenständliche Erfindung betrifft einen Pneumatikzylinder mit einer selbsteinstellenden
Endlagendämpfung mit einem Zylindergehäuse, in dem ein beweglicher Zylinderkolben
angeordnet ist, der an einer Seite von einem Druck beaufschlagt ist und sich durch
die Bewegung des Zylinderkolbens im Bereich der Endlage des Zylinderkolbens ein von
der nicht druckbeaufschlagten Seite des Zylinderkolbens begrenztes Dämpfvolumen ausbildet,
sowie ein Verfahren zur selbsteinstellenden Endlagendämpfung.
[0002] In Hydraulik- oder Pneumatikzylindern wird oftmals eine Endlagendämpfung verwendet,
um zu verhindern, dass der Kolben in der Endlage gegen das Zylindergehäuse oder gegen
einen Anschlag schlägt. Ziel der Endlagendämpfung ist es folglich, die Geschwindigkeit
einer bewegten Masse (Kolben + Last), deren Schwerpunkt in der Regel in der Zylinderachse
liegt, auf ein Niveau zu verringern, bei der weder der Zylinder noch die Maschine,
in der der Zylinder eingebaut ist, beschädigt oder durch eingeleitete Stöße beeinträchtigt
wird.
[0003] Bei einer bekannten Endlagendämpfung nach Fig. 1 wird am Ende des Arbeitshubes, im
Bereich des Endanschlags des Zylinderkolbens 22 ein Dämpfzapfen 18 durch eine Dämpfdichtung
21 in einer Ausnehmung 23 des Zylinderkolbens 22 geführt (strichliert angedeutet),
wodurch eine zusätzliche Kammer in der nicht Druck beaufschlagten Zylinderseite geschaffen
wird - das Dämpfvolumen 19. Das nun entstandene Dämpfvolumen 19 kann nur über eine
vorgesehene, hier nicht dargestellte, Ventilnadel, z.B. im Zylinderdeckel 4, entweichen.
Beim Einfahren des Zylinderkolbens 22 wird die Luft, die sich in dieser Kammer sammelt,
komprimiert und durch die Bewegung des Kolbens an der Ventilnadel vorbeigeführt. Das
Volumen kann aber nicht in derselben Zeit abgeführt werden, in der der Kolben einfährt,
weshalb es in dieser Kammer zu einem Druckanstieg kommt. Der Kolben wird durch diesen
Druck verzögert und soll dadurch nicht auf den Zylinderdeckel bzw. einen Endanschlag
aufschlagen, sondern mit dem zeitverzögerten Entweichen der Luft langsam einfahren.
Die Ventilnadel wird dabei bei Inbetriebnahme des Zylinders eingestellt. Diese Form
der Endlagendämpfung ist in vielen Pneumatik- oder Hydraulikzylindern zu finden die
eine Endlagendämpfung aufweisen, wie z.B. in einem kolbenstangenlosen Pneumatikzylinder
1 wie in Fig. 1 dargestellt. Der Nachteil dieser Endlagendämpfung ist jedoch, dass
durch die feste Einstellung der Ventilnadel nur eine bestimmte kinetische Energie
abgebaut werden kann. Bei Veränderung der zu dämpfenden Masse m (z.B. weil sich die
Last ändert) und/oder Geschwindigkeit v des Kolbens bedürfte es einer erneuten Einstellung,
was aber in der Praxis nicht immer möglich ist bzw. aufwendig ist. Durch das komplexe
Zusammenwirken von Masse, Geschwindigkeit und Endlagendruck ist die Einstellung der
Endlagendämpfung zeitaufwändig und durch die hohe Stoßbeanspruchung im Bereich des
mechanischen Endanschlages nicht ideal. Dadurch wird die Lebensdauer des Zylinders
gemindert. Häufig wird die Einstellung auch unzureichend vorgenommen oder gar völlig
vergessen, dadurch kommt es auch zum Schwingen in der Endlage und damit zu verlängerten
Zykluszeiten.
[0004] Weiters sind wegabhängige Endlagendämpfungen bekannt, wie z.B. aus der
EP 949 422 A1, die einen Abluftquerschnitt in Abhängigkeit von der Kolbenposition verändern und
somit einen progressiven Dämpfverlauf vorgeben können. Dieser Dämpfverlauf ist aber
von der fest vorgegebenen Geometrie abhängig und kann somit nur für eine bestimmte
Kombination von Masse und Geschwindigkeit optimal sein. Wird der Pneumatikzylinder
abseits des optimalen Betriebspunktes betrieben, z.B. wenn sich der Arbeitsdruck (und
damit die Geschwindigkeit) ändert oder wenn eine andere Last bewegt wird, ist die
Dämpfung nicht mehr optimal. Aber genau das ist in der Praxis der Fall, da es sich
gezeigt hat, dass die Positionen, an denen die Druckspitzen auftreten je nach Belastung
und Geschwindigkeit unterschiedlich sind.
[0005] Ebenfalls sind pneumatische Stoßdämpfer bekannt, z.B. aus der
DE 37 40 669 A1, mit einem Auslassventil, über das die bei einer Dämpfungsbewegung des Kolbens komprimierte
Luft ausgelassen wird. Dazu wird ein Ventilstößel durch den Arbeitsdruck und eine
Federkraft vorgespannt. Wenn der Druck der komprimierten Luft die Vorspannung übersteigt,
öffnet das Auslassventil schlagartig und die komprimierte Luft wird über eine Drossel
entspannt. Um einen solchen Stoßdämpfer optimal betreiben zu können, ist eine Regelung
vorgesehen, mit der der Vordruck, gegen den der Kolben bewegt wird, in Abhängigkeit
von der Position des Kolbens geregelt wird. Mit einer solchen Regelung kann ein sich
einstellende Dämpfung erzielt werden, allerdings nur unter hohem Aufwand für die Regelung.
[0006] Die gegenständliche Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, eine Endlagendämpfung
eines Pneumatikzylinders, sowie ein zugehöriges Verfahren, anzugeben, die sich selbsttätig
auf unterschiedliche Betriebsparameter, wie z.B. Masse, Geschwindigkeit und Arbeitsdruck,
einstellt, um eine in einem weiten Bereich optimale Dämpfung zu erzielen und die einfach
und kostengünstig ausgestaltet ist.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Endlagendämpfung einen
Hubraum umfasst, der von einem beweglichen Hubelement und einem Teil des Pneumatikzylinders
begrenzt ist, wobei der Hubraum über einen Verbindungskanal mit dem den Zylinderkolben
beaufschlagenden Arbeitsdruck oder dem in einem Auslasskanal anliegenden Entlüftungsdruck
verbunden ist und das Hubelement über einen Dämpfkanal vom Druck im Dämpfvolumen beaufschlagt
ist, im Verbindungskanal vor dem Hubraum ein Rückschlagventil angeordnet ist, das
in Richtung des Arbeitsdruckes bzw. des Entlüftungsdruckes sperrt und dass ein Entlüftungskanal
vorgesehen ist, der mit dem beweglichen Hubelement öffenbar ist und der mit einem
Auslasskanal verbunden ist. Das erfindungsgemäße Verfahren ergibt sich dadurch, dass
im Dämpfvolumen durch die Bewegung des Zylinderkolbens ein Dämpfdruck entsteht, mit
dem ein Hubelement beaufschlagt wird, das Hubelement durch den Dämpfdruck gegen ein
in einem Hubraum abgeschlossenes, mit dem Arbeitsdruck oder dem Entlüftungsdruck beaufschlagtes
Druckmittelvolumen bewegt wird und durch die Bewegung des Hubelements ein Entlüftungskanal
geöffnet wird. Durch diese Anordnung bzw. dieses Verfahren entsteht im Hubraum eine
adaptive Gasfeder mit einer progressiven Federsteifigkeit, die vom Arbeitsdruck bzw.
vom Entlüftungsdruck und vom Druck im Endlagendämpfraum abhängig ist. Dadurch wird
der effektive Abströmquerschnitt abschnittsweise geöffnet, wodurch eine nahezu lineare
Öffnungsfunktion vorhanden ist. Die Federkonstante dieser Gasfeder verändert sich
dabei selbstständig in Abhängigkeit von den herrschenden Drücken und es wird eine
gleich bleibende Dämpfwirkung auch bei unterschiedlichen Betriebsdrücken und unterschiedlichen
kinetischen Energien erzielt. Vorteilhaft wird in der adaptiven Gasfeder der Entlüftungsdruck
verwendet, da der Druckverlauf auf der Entlüftungsseite eine ausgeprägtere Abhängigkeit
von der Verfahrgeschwindigkeit des Zylinderkolbens zeigt und damit als Regelgröße
besser geeignet ist. Die Erfindung erhöht dadurch den Komfort, die Funktionssicherheit
und die Nutzerfreundlichkeit des pneumatischen Antriebs. Durch die selbstständige
Anpassung der Endlagendämpfung an die Betriebsbedingungen entfallen darüber hinaus
auch die Kosten für die manuelle Einstellung und die Zykluszeiten verringern sich.
[0008] Das Dämpfvolumen wird vorteilhaft gebildet, indem im Bereich des Endanschlags des
Zylinderkolbens ein sich in axialer Richtung in das Zylindergehäuse erstreckender
Dämpfzapfen angeordnet ist und der Zylinderkolben mit einer den Dämpfzapfen aufnehmbaren
Ausnehmung ausgeführt ist. Dadurch wird das Zylindervolumen beim Einfahren des Dämpfzapfens
in die Ausnehmung zur Ausbildung des Dämpfvolumens geteilt. Alternativ kann das Dämpfvolumen
auch gebildet werden, indem ein Auslasskanal seitlich am Zylindergehäuse und axial
beabstandet vom Zylinderdeckel angeordnet wird.
[0009] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist das Hubelement als im Hubraum geführt gelagerter
Dämpfkolben ausgeführt. Der Hubraum bzw. der Dämpfkolben kann dabei, je nach konstruktiver
Ausgestaltung, entweder in einen den Pneumatikzylinder abschließenden Zylinderdeckel
oder im Zylinderkolben angeordnet sein.
[0010] Das Hubelement kann aber alternativ auch ein Dichtelement zwischen Dämpfzapfen und
Zylinderkolben sein, wobei das Dichtelement hohl ist und im Zylinderkolben angeordnet
ist. Mit einer solchen Anordnung kann die Anzahl der benötigten Komponenten für die
Endlagendämpfung reduziert werden.
[0011] Um ein mögliches Schwingen des Zylinderkolbens beim Auffahren auf das im Dämpfvolumen
eingesperrte Luftvolumen zu vermeiden bzw. zu reduzieren, kann am Pneumatikzylinder
eine Entlüftungsöffnung vorgesehen sein, die mit dem Dämpfvolumen verbunden ist.
[0012] Die gegenständliche Erfindung wird im Nachfolgenden anhand der schematischen, nicht
einschränkenden, bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung zeigenden Figuren 1 bis
4 beschrieben. Dabei zeigt
Fig. 1 einen bekannten kolbenstangenlosen Pneumatikzylinder,
Fig. 2 eine Ausführung der Erfindung mit der Endlagendämpfung im Zylinderdeckel,
Fig. 3 eine Ausführung der Erfindung mit der Endlagendämpfung im Zylinderkolben,
Fig. 4 eine Ausführung der Endlagendämpfung als Dämpfdichtung und
Fig. 5 eine Ausführung der Erfindung mit Druckversorgung der adaptiven Gasfeder von
der Entlüftungsseite.
[0013] In Fig. 2 ist ein Endbereich, hier das durch den Zylinderdeckel 4 abgeschlossene
Ende, eines Pneumatikzylinders 1, hier z.B. eines kolbenstangenlosen Pneumatikzylinders,
mit einer erfindungsgemäßen selbsteinstellenden Endlagendämpfung im Detail gezeigt.
Der Zylinderkolben 22 ist, z.B. über einen Schlitten, mit einer Masse m verbunden
und bewegt sich unter Druckbeaufschlagung p
1 an einer seiner Seiten mit einer Geschwindigkeit v in einem Zylindergehäuse 15 in
Richtung des mechanischen Endanschlags (im Bereich des Zylinderdeckels 4). Der Zylinderkolben
22 ist gegenüber dem Zylindergehäuse in bekannter Weise mittels Dichtelementen 20
abgedichtet. Die Bewegungsrichtung ist in Fig. 2 durch den Pfeil angedeutet. Die durch
die Bewegung verdrängte Luft auf der nicht druckbeaufschlagten Seite des Zylinderkolbens
22 wird dabei über einen Kanal 3 im Zylinderdeckel 4 und einen hier nicht dargestellten
Anschluss abgeführt.
[0014] Im Zylinderkolben 22 ist eine Ausnehmung 23 vorgesehen, die einen sich axial in das
Zylindergehäuse 15 erstreckenden Dämpfzapfen 18 aufnehmen kann. Der Dämpfzapfen 18
ist in diesem Beispiel am Zylinderdeckel 4 und im Endbereich bzw. im Bereich einer
Endlage des Zylinderkolbens 22 des Pneumatikzylinders 1 angeordnet, wodurch sich ein
Dämpfbereich ergibt. Ein Auslasskanal 3 erstreckt sich hier in axialer Richtung durch
den Zylinderdeckel 4 und durch den Dämpfzapfen 18. Ein solches Dämpfvolumen 19 kann
natürlich auch anders, insbesondere ohne Dämpfzapfen 18, gebildet werden, z.B. indem
der Auslasskanal 3 seitlich und in axialer Richtung beabstandet vom Zylinderdeckel
4 am Zylindergehäuse 15 angeordnet wird, wie in Fig. 2 strichliert angedeutet und
durch Bezugszeichen 3a gekennzeichnet. Dadurch wird der Auslasskanal 3a bei der Bewegung
des Zylinderkolbens 22 verschlossen, wodurch sich im Bereich der Endlage des Zylinderkolbens
22 zwischen Zylinderdeckel 4 und Zylinderkolben 22 wieder ein entsprechendes Dämpfvolumen
19 ergibt.
[0015] Im Zylinderdeckel 4 ist ein Hubraum 9 vorgesehen - hier eine einfache Bohrung, die
durch eine Scheibe 10 verschlossen wird. Der Hubraum 9 wird durch ein Hubelement,
hier ein Dämpfkolben 7, begrenzt, das beweglich (wie durch den Doppelpfeil in Fig.
2 angedeutet) und geführt im Hubraum 9 angeordnet ist. Der Hubraum 9 ist hier über
einen Kanal 11 im Zylinderdeckel 4 und einen im Zylindergehäuse 15 angeordneten Verbindungskanal
14 mit dem Arbeitsdruck p
1 auf der druckbeaufschlagten Seite des Zylinderkolbens 22 verbunden. Im Verbindungskanal
14 oder alternativ wie in diesem Beispiel im Kanal 11 im Zylinderdeckel 4 ist ein
Rückschlagventil 12 angeordnet, dass in Richtung des Arbeitsdruckes p
1 sperrt. Der Dämpfkolben 7 wird daher an einer Seite durch den im Hubraum 9 wirkenden
Arbeitsdruck p
1 druckbeaufschlagt. Die gegenüberliegende Seite 6 des Dämpfkolbens 7 ist in diesem
Beispiel abgestuft ausgeführt und ist über einen Dämpfkanal 16 mit dem Dämpfvolumen
19 verbunden. Der Dämpfkolben 7 verschließt einen im Zylinderdeckel 4 angeordneten
Entlüftungskanal 5, der mit dem Auslasskanal 3 verbunden ist. Der Dämpfkolben 7 kann
zur Abdichtung gegenüber dem Zylinderdeckel 4 mit Drosselnuten 8 versehene sein. Anstelle
der Drosselnuten 8 können aber auch beliebige andere Dichtelemente vorgesehen sein.
Um bei einer Arbeitsdruckänderung von einem Hub zum nächsten den neuen Arbeitsdruck
p
1 im Hubraum 9 einstellen zu können, kann über die Drosselnuten 8 oder den anderen
Dichtelementen an dieser Stelle zum Druckabbau im Hubraum 9 auch eine gezielte Leckage
vorgesehen sein. Ebenso ist aber natürlich denkbar, den Hubraum 9 zwischen zwei Hüben
wenn notwendig über andere geeignete Einrichtungen, wie z.B. ein Ventil oder eine
Drossel, zu entlüften bzw. mit dem neuen Arbeitsdruck p
1 zu beaufschlagen.
[0016] Eine solche Endlagendämpfung kann natürlich auch an der anderen Seite des Pneumatikzylinders
vorgesehen sein, so dass auch die entgegen gesetzte Bewegung entsprechend endlagengedämpft
ist. Dazu kann dieselbe Anordnung auch auf der anderen Seite vorgesehen sein und der
dann wirkende Arbeitsdruck wird über den zweiten Verbindungskanal 2 dem zweiten Hubraum
9 zugeführt.
[0017] Im Nachfolgenden wird nun die Funktion der erfindungsgemäßen Endlagendämpfung beschrieben.
[0018] Während der Bewegung des Zylinderkolbens 22 wird die verdrängte Luft auf der der
druckbeaufschlagt Seite abgewandten Seite des Zylinderkolbens 22 durch den Auslasskanal
3 abgeführt. Der Auslasskanal 3 ist dabei vorteilhaft so dimensioniert, dass die gesamte
verdrängte Luft ohne Rückstau (und damit ohne einhergehenden Druckanstieg) abgeführt
werden kann. Wenn der Zylinderkolben 22 im Bereich der Endlage des Zylinderkolben
22 durch die Bewegung auf den Dämpfzapfen 18 auffährt, wird dieser durch eine in der
Ausnehmung 23 des Zylinderkolbens 22 angeordnete Dämpfdichtung 21 geführt, wodurch
der Zylinderraum durch die Dämpfdichtung 21 geteilt wird. Dadurch entsteht am Ende
der Bewegung des Zylinderkolbens 22 eine abgeschlossene Kammer - das Dämpfvolumen
19, in dem die darin verbleibende Luft zur Dämpfung des Zylinderkolbens 22 durch dessen
Bewegung komprimiert wird. Dieser Dämpfdruck p
2 im Dämpfvolumen 19 wirkt über den Dämpfkanal 16 auf die Seite 6 des Dämpfkolbens
7, dessen dem Hubraum 9 zugewandte Seite gleichzeitig über den Verbindungskanal 14
mit dem Arbeitsdruck p
1 beaufschlagt ist. Übersteigt der Dämpfdruck p
2 im Dämpfvolumen 19 durch die weitere Bewegung des Zylinderkolbens 22 nun den Arbeitsdruck
p
1 wird der Dämpfkolben 7 angehoben, wodurch die Luft im Hubraum 9 komprimiert wird,
da durch das Rückschlagventil 12 ein Zurückströmen der Luft verhindert wird. Durch
den Hub des Dämpfkolbens 7 wird der Entlüftungskanal 5 geöffnet und die im Dämpfvolumen
19 eingeschlossene Luft beginnt über den Dämpfkanal 16, den Entlüftungskanal 5 und
den Abströmkanal 3 abzuströmen. Durch das im Hubraum 9 eingeschlossene Luftvolumen
entsteht im Hubraum 9 eine Gasfeder mit einer progressiven Federsteifigkeit

mit A
K der Fläche des Dämpfkolbens, V dem eingeschlossenen Volumen, das von den wirkenden
Drücken abhängig ist, und E
L, dem Elastizitätsmodul der Luft, der sich ergibt aus P*n, dem Druck multipliziert
mit dem Polytropenexponent. Diese adaptive Gasfeder wirkt dem Hub des Dämpfelements
7 entgegen, wodurch der Abströmquerschnitt nicht schlagartig, sondern progressiv und
in Abhängigkeit vom herrschenden Arbeitsdruck p
1 geöffnet wird. Dabei verhält sich die Öffnungsfunktion annähernd linear zum Druck.
Die Federkonstante dieser Gasfeder wird durch das Volumen und den Druck des Luftvolumens
bestimmt. Wird der Arbeitsdruck variiert, ändert sich damit auch die Federkonstante
der Gasfeder. Ändert sich die kinetische Energie des Zylinderkolbens 22, z.B. durch
eine höhere Geschwindigkeit v oder eine andere Masse m, passt sich über unterschiedliche
Druckverhältnisse der Hub des Dämpfelementes 7 und damit auch das Dämpfverhalten selbstständig
an die neuen Gegebenheiten an. Dies funktioniert in einem gewissen Energiebereich,
wobei die maximale Dämpfenergie nicht überschritten werden darf. Bei unterschiedlichen
Arbeitsdrücken verschiebt sich die Kennlinie der Dämpffunktion.
[0019] Wird der Öffnungsdruck im Dämpfraum 19 nicht erreicht, z.B. durch sehr niedrige Geschwindigkeiten
beim Transport sehr kleiner Massen, besteht die Gefahr des Schwingens. Das Schwingen
entsteht durch das Auffahren des Zylinderkolbens 22 auf das Luftpolster, das im Dämpfraum
19 gebildet wird, da die eingesperrte Luft nicht entweichen kann. Diesem Schwingen
kann z.B. durch gezieltes Einbringen einer (oder mehrerer) Entlüftungsöffnung(en)
17, z.B. im Dämpfzapfen 18 oder im Zylindergehäuse 15, entgegengewirkt werden. Die
Entlüftungsöffnung 17 kann dabei in ihrer Form, Lage und Größe den Gegebenheiten,
z.B. der konstruktiven Ausgestaltung oder den zu erwartenden kinetischen Energien,
angepasst werden.
[0020] In Fig. 3 ist eine alternative Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen selbsteinstellenden
Endlagendämpfung gezeigt. In dieser Ausführung ist der Hubraum 9 im Zylinderkolben
22 angeordnet, ebenso wie der Verbindungskanal 14, das Rückschlagventil 12, der Dämpfkanal
16 und der Entlüftungskanal 5. Ansonsten ist die Funktion dieser Endlagendämpfung
identisch mit der unter Bezug auf Fig. 2 beschriebenen.
[0021] Fig. 4 zeigt eine weitere mögliche Ausgestaltung der Erfindung. In diesem Beispiel
ist das Hubelement als elastische Dämpfdichtung 24 ausgeführt. Die Dämpfdichtung 24
ist dabei an der Ausnehmung 23 des Zylinderkolbens 22 angeordnet. Die Dämpfdichtung
24 ist dabei hohl ausgeführt und bildet somit ein Volumen zwischen dem Zylinderkolben
22 und der Dämpfdichtung - den Hubraum 9. Beim Auffahren des Zylinderkolbens 22 auf
den Dämpfzapfen 18 teilt die Dämpfdichtung 24 wieder das Zylindervolumen, wodurch
wieder das Dämpfvolumen 19 entsteht. Durch die weitere Bewegung des Zylinderkolbens
22 und der damit verbundenen Druckerhöhung im Dämpfraum 19 wird die Dämpfdichtung
24 zusammengedrückt, wie in Fig. 4 strichliert angedeutet. Dadurch hebt die Dämpfdichtung
24 vom Dämpfzapfen 18 ab und es entsteht ein ringförmiger Entlüftungskanal 5 zwischen
Dämpfdichtung 24 und Dämpfzapfen 18, durch den die im Dämpfvolumen 19 eingesperrte
Luft wieder abströmen kann. Im Hubraum 9 wird durch die Druckbelastung durch den Arbeitsdruck
p
1 wieder eine Gasfeder mit progressiver Federkonstante gebildet, die dem Zusammendrücken
der Dämpfdichtung 24 entgegen wirkt. Die Funktion dieser Ausführung ist daher wieder
identisch mit der unter Bezug auf Fig. 2 beschriebenen.
[0022] In den obigen Ausführungsbeispielen wird der Hubraum 9 immer durch den Arbeitsdruck
p
1 beaufschlagt. Es ist aber auch denkbar, den Hubraum 9 bzw. die adaptive Gasfeder
von der Entlüftungsseite her zu beaufschlagen, wie nachfolgen anhand der Fig. 5 beschrieben
wird. Auf Grund der üblichen Abluftdrosselung zur Geschwindigkeitsregulierung des
Zylinderkolbens 22 ist auf der Entlüftungsseite ein Gegendruck p
3 vorhanden, dessen Niveau niedriger ist als das der Belüftungsseite. Der Hubraum 9
wird in dieser Ausgestaltung über einen Verbindungskanal 14 und einem Kanal 11 mit
dem Auslasskanal 3 verbunden, in dem der Entlüftungsdruck p
3 anliegt. Im Verbindungskanal 14 bzw. im Kanal 11 ist wiederum ein Rückschlagventil
12 angeordnet, dass in Richtung des Entlüftungsdruckes p
3 sperrt. Zum Ausgleich des nun niedrigeren Drucks im Hubraum 9 der adaptiven Gasfeder
kann das Hubelement, hier wieder ein Dämpfkolben 7, mit unterschiedlich großen Kolbenflächen
ausgeführt werden. Bis der Zylinderkolben 22 mit der Dämpfdichtung 21 auf den Dämpfzapfen
18 auffährt, sind der Druck p
2 im Dämpfvolumen 19 und der Entlüftungsdruck p
3 im Auslasskanal 3 gleich groß. Der Entlüftungsdruck p
3 steht über den Verbindungskanal 14, das Rückschlagventil 12 und dem Kanal 11 auch
im Hubraum 9 an. Schließt die Dämpfdichtung 21 das Dämpfvolumen 19 ab, fällt der Entlüftungsdruck
p
3 im Auslasskanal 3 stark ab. Im Hubraum 9 hingegen, bleibt dieser Druck auf Grund
des Rückschlagventils 12 erhalten. Am Dämpfkolben 7 steht auf Seite 6 steht wieder
der ansteigende Druck p
2 im Dämpfvolumen 19 an und auf der anderen Seite des Dämpfkolbens 7 der Entlüftungsdruck
p
3 vor Dämpfbeginn. Ansonsten ist die Funktion dieser Endlagendämpfung identisch mit
der unter Bezug auf Fig. 2 beschriebenen, wobei die adaptive Gasfeder nun vom Entlüftungsdruck
p
3 abhängig ist.
[0023] Selbstverständlich können die adaptiven Gasfedern der Endlagendämpfungen gemäß den
Ausführungen nach den Figuren 3 und 4 wie oben beschrieben ebenfalls von der Entlüftungsseite,
d.h. durch den Entlüftungsdruck p
3, beaufschlagt werden.
[0024] Die obigen Beispiele wurden zwar mit Luft als Druckmittel beschrieben, es ist aber
selbstverständlich ebenso möglich, anstelle von Luft ein beliebiges anderes geeignetes
Gas als Druckmittel zu verwenden.
1. Pneumatikzylinder mit einer selbsteinstellenden Endlagendämpfung mit einem Zylindergehäuse
(15), in dem ein beweglicher Zylinderkolben (22) angeordnet ist, der an einer Seite
von einem Arbeitsdruck (p1) beaufschlagt ist und sich durch die Bewegung des Zylinderkolbens (22) im Bereich
der Endlage des Zylinderkolbens (22) ein von der nicht druckbeaufschlagten Seite des
Zylinderkolbens (22) begrenztes Dämpfvolumen (19) ausbildet, dadurch gekennzeichnet, dass die Endlagendämpfung einen Hubraum (9) umfasst, der von einem beweglichen Hubelement
(7, 24) und einem Teil des Pneumatikzylinders (1) begrenzt ist, wobei der Hubraum
(9) über einen Verbindungskanal (14) mit dem den Zylinderkolben (22) beaufschlagenden
Arbeitsdruck (p1) oder dem in einem Auslasskanal (3) anliegenden Entlüftungsdruck (p3) verbunden ist und das Hubelement (7, 24) über einen Dämpfkanal (16) vom Dämpfdruck
(p2) im Dämpfvolumen (19) beaufschlagt ist, dass im Verbindungskanal (14) vor dem Hubraum (9) ein Rückschlagventil (12) angeordnet
ist, das in Richtung des Arbeitsdruckes (p1) bzw. des Entlüftungsdruckes (p3) sperrt und dass ein Entlüftungskanal (5) vorgesehen ist, der mit dem beweglichen Hubelement (7, 24)
öffenbar ist und der mit dem Auslasskanal (3) verbunden ist.
2. Pneumatikzylinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich des Endanschlags des Zylinderkolbens (22) ein sich in axialer Richtung
in das Zylindergehäuse (15) erstreckender Dämpfzapfen (18) angeordnet ist und der
Zylinderkolben (22) mit einer den Dämpfzapfen (18) aufnehmbaren Ausnehmung (23) ausgeführt
ist.
3. Pneumatikzylinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Auslasskanal (3) seitlich am Zylindergehäuse (15) und axial beabstandet von einem
Zylinderdeckel (4) angeordnet ist.
4. Pneumatikzylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Hubelement als ein im Hubraum (9) geführt gelagerter Dämpfkolben (7) ausgeführt
ist.
5. Pneumatikzylinder nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Hubraum (9) in einem den Pneumatikzylinder (1) abschließenden Zylinderdeckel
(4) angeordnet ist.
6. Pneumatikzylinder nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Hubraum (9) im Zylinderkolben (22) angeordnet ist.
7. Pneumatikzylinder nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Hubelement ein elastisches Dichtelement (24) zwischen Dämpfzapfen (18) und Zylinderkolben
(22) vorgesehen ist, wobei das Dichtelement (24) hohl ist und im Zylinderkolben (22)
angeordnet ist.
8. Pneumatikzylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass am Pneumatikzylinder (1) eine Entlüftungsöffnung (17) vorgesehen ist, die mit dem
Dämpfvolumen (19) verbunden ist.
9. Pneumatikzylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass an beiden Endlagen des Zylinderkolbens (22) eine selbsteinstellende Endlagendämpfung
angeordnet ist.
10. Verfahren zur selbsteinstellenden Endlagendämpfung eines in einem Zylindergehäuse
(15) bewegten Zylinderkolben (22) eines Pneumatikzylinders (1), der an einer Seite
von einem Arbeitsdruck (p1) beaufschlagt wird und wobei durch die Bewegung des Zylinderkolbens (22) im Bereich
der Endlage des Zylinderkolbens (22) ein von der nicht druckbeaufschlagten Seite des
Zylinderkolbens (22) begrenztes Dämpfvolumen (19) gebildet wird, dadurch gekennzeichnet, dass im Dämpfvolumen (19) durch die Bewegung des Zylinderkolbens (22) ein Dämpfdruck (p2) entsteht, mit dem ein Hubelement (7, 24) beaufschlagt wird, dass das Hubelement (7, 24) durch den Dämpfdruck (p2) gegen ein mit dem Arbeitsdruck (p1) oder dem Entlüftungsdruck (p3) beaufschlagtes abgeschlossenes Druckmittelvolumen bewegt wird und dass durch die Bewegung des Hubelements (7, 24) ein Entlüftungskanal (5) geöffnet wird.