[0001] Die Erfindung betrifft einen Warenbehälter insbesondere aus Karton, Kunststoff oder
dergleichen.
[0002] Ein Warenregal ist aus der Schrift
DE 100 13 092 C2 bekannt. Das beschriebene Warenregal wird mittels einer Beschickungs- und Entnahmevorrichtung
gefüllt bzw. entleert. Um die Übersicht über das eingelagerte Lagerbild zu verbessern,
ist mindestens eine digitale Kamera vorgesehen, die das in den Lagerträgern aufgenommene
Lagergut erfasst. Das Problem, unkontrollierter Entnahmen aus diesem Regal stellt
sich hier nicht, lediglich zur besseren Information wird zusätzlich ein optisches
Bild der gelagerten Gegenstände erfasst und in einem Rechnersystem abrufbar bereitgehalten.
[0003] In der Schrift
WO 2005/088494 A1 wird ein Lagersystem mit wenigstens einer Aufnahme für zu lagernde Güter auf einer
Recheneinheit zur Ableitung von Bestandsdaten beschrieben. Zur Erfassung der Güter
dient eine gravimetrisch ausgebildete Sensormatrix, die durch ein optisches Sensorelement
ergänzt werden kann. Durch die Erfassung einer Vielzahl von Messwerten wird das gesamte
Lagersystem als Sensornetzwerk realisiert und modellseitig zur Ableitung von Bestandsdaten
abgebildet, so dass sowohl eine Identifikation des Typs der gelagerten Güter als auch
deren Mengenbestimmung erfolgen kann. Nachteilig an dieser gravimetrisch arbeitenden
Sensormatrix ist, dass jeder Punkt der Sensormatrix eine Kraftmesszelle bildet, die
bekanntlich wesentlich anfälliger und aufwendiger zu fertigen ist. In der Praxis sind
deshalb häufige Störungen zu erwarten.
[0004] Die
DE 197 14 799 A1 beschreibt eine Vorrichtung zum Lagern von Wareneinheiten, die ebenfalls mittels
mechanischer Detektoren arbeitet, so dass sie dieselben Nachteile wie das vorbeschriebene
System aufweist.
[0005] Im Unterschied zu den Systemen, die mit mechanischen Sensoren arbeiten, beschreibt
die Schrift
US-PS 5,767,532 ein Aktenidentifizierungssystem, bei dem auf den Regalböden transparente optisch
arbeitende Platten angeordnet sind, die zum Aussenden und Empfangen von Licht dienen.
Nachteilig an diesem System ist jedoch, dass es speziell auf die Form von Akten ausgerichtet
ist und nicht die Lagerung und Erfassung der Vielzahl von unterschiedlichen Produkten
des Einzelhandels ermöglicht.
[0006] Bekanntlich entsteht dem Einzelhandel durch Ladendiebstähle ein großer Schaden. Zur
Vermeidung von Diebstählen sind insbesondere bei wertvolleren Waren elektronische
Sicherungssysteme im Einsatz. Nachteilig an diesen ist, dass sie die Handhabung erschweren
oder den Diebstahl erst beim Ausgang, im Falle von RIFID, aus dem Ladenlokal erkennen.
[0007] Aus der
NL-A-7 609 229 ist ein Warenregal mit einer Lagerfläche zur Ablage von Waren und einer Vorrichtung
zur Erfassung von Entnahmen aus dem Warenregal bekannt, wobei einem Stück der Ware
oder einer Warengruppe mindestens eine Lichtquelle und mindestens ein lichtempfindlicher
Sensor zugeordnet ist, und an dem eine Auswerteelektronik angeschlossen ist, die die
Signale des optischen Sensors in Entnahmesignale umwandelt.
[0008] Die
US 2004/019258 A1 offenbart eine Aufbewahrungseinheit für Defibrillatoren, die im Innern einen Detektor
aufweist, der die Entnahme des Defibrillators detektiert.
[0009] Es besteht daher ein dringendes Bedürfnis nach kostengünstigen Sicherungssystemen,
die eine bequeme Handhabung ermöglichen und auch die Überwachung kleinvolumiger Waren
erlauben.
[0010] Aufgabe der Erfindung ist, ein solches System zur Verfügung zu stellen.
[0011] Die Aufgabe wird mit einem Warenbehälter gelöst, der die Merkmale des Anspruchs 1
aufweist.
[0012] Bereits vorhandene Warenregale lassen sich mit Vorteil nachrüsten, wenn ein auf die
Lagerfläche aufstellbarer Behälter, in den Waren einlegbar sind, bereichsweise transparent
und/oder transluzent gestaltete Abschnitte aufweist und an mindestens einen optischen
Sensor und/oder die Auswerteelektronik anschließbar ist. In einem solchen Fall muss
nicht das Warenregal selbst umgerüstet werden, sondern es können bereits vorgefertigte
Behälter, in die die Waren einlegbar sind, zum Nachrüsten eines Warenregals genutzt
werden.
[0013] Demselben Zweck dient die Maßnahme, dass die gegenüberliegende Boden- und/oder Seitenfläche
des Warenbehälters zumindest bereichsweise transparent und/oder translizent gestaltete
Abschnitte und/oder Elemente aufweist, deren transparent gestalteten Abschnitten und/oder
Elementen mindestens ein optischer Sensor zugeordnet oder über eine Steckverbindung
zuordenbar ist, der die Lichtverhältnisse in einem oder mehreren der transparent gestalteten
Abschnitte und/oder Elemente erfasst, und eine Auswerteelektronik an dem optischen
Sensor angeschlossen oder anschließbar ist, die die Signale des optischen Sensors
in Entnahmesignale über die Entnahme von Waren aus dem Warenbehälter umwandelt.
[0014] Der Störabstand beim Empfang sonstiger Lichtquellen kann verbessert werden, wenn
von der Auswerteelektronik zusätzlich ein Sensorwert für die Umgebungslichtverhältnisse
berücksichtigbar ist.
[0015] Die Figuren der Zeichnung zeigen im Einzelnen:
- Figur 1:
- zeigt schematisch den Aufbau eines ersten Systems zur optischen Kontrolle der Entnahme
von Waren aus Verkaufsdisplays
- Figur 2:
- zeigt eine Erläuterung des Auswerteverfahrens
- Figur 3:
- zeigt schematisch den Aufbau eines zweiten Systems und
- Figur 4:
- zeigt schematisch ein Blockschaltbild zur Signalverarbeitung.
[0016] Dieses in Figur 1 gezeigte System, bestehend aus einem Warendisplay 10 und einer
Auswerteelektronik 8, ermöglicht die Erkennung der Entnahme von nicht handelsüblichen
Mengen eines Produktes 3.
[0017] Die Entnahme von Gegenständen bewirkt am Ausgang 11 einer Optischen Matrix, z. B.
aus Plexiglas, eine Änderung der Lichtintensität.
[0018] Das auf einen Tiefzieheinsatz, Spritzgussteil, oder ähnlicher Ebene 12 fallende Licht
13 wird an einem Punkt 14 optisch zusammengeführt. Von diesem Punkt aus wird das Licht
über Lichtwellenleiter 15 an eine elektronische Baugruppe 8 geführt. Diese wertet
die Änderung der Lichtmenge aus. Bei geringer Änderung handelt es sich um handelsübliche
Mengen des Produktes. Bei großer Änderung der Lichtintensität handelt es sich um Diebstahl.
[0019] Um falsche Auswertungen durch wechselnde Umgebungslichtverhältnisse auszuschließen,
muss das Umgebungslicht 16, wie in Figur 2 erläutert, gemessen werden. Diese Information
wird in einem zeitlichen Rahmen für die Messung als Bezugswert 18 der Lichtintensität
genutzt. Dieser Bezugswert 18 ändert sich nur langsam mit der Intensität des Umgebungslichtes.
Bei einer Entnahme dagegen ändert sich der Ausgang 11 wesentlich schneller. Diese
Informationen werden herangezogen, um die Ereignisse, beispielsweise wetterbedingte
Änderungen von Warenentnahmen zu trennen.
[0020] Die zeitliche Betrachtung des Messwertes der optischen Matrix muss in der doppelten
Zeit der maximalen Entnahmegeschwindigkeit erfolgen.
[0021] Durch die Messung des Umgebungslichtes ist der Füllstand des Tiefzieheinsatzes für
das Ergebnis nicht von Bedeutung.
[0022] Nach der Auswertung kann ein elektronisches Signal verschiedene Alarminformationen
17 (Figur 1) ausgeben, z. B. Sirene, Leuchtsignal, SMS etc.
[0023] Als Option kann bei einer Überentnahme das Bild der Verkaufstheke, Display via Funk
an einen Monitor, z. B. an der Kasse, gesendet werden.
[0024] Ein weiteres optisches System zur Sicherung von Produkten in Verkaufsdisplays, Regalen
und Shop-Theken etc. wird durch Figur 3 erläutert.
[0025] Ein Infrarot-LED-Matrix 1, beliebiger Größe, wird über eine Elektronik 5, 6 Punkt
4 für Punkt angesteuert. Die Matrix wird unter einem Produktträger platziert. Das
ausgesendete und modulierte IR-Licht wird von unten durch den Produktträger abgestrahlt.
[0026] Eine, oder mehrere IR-Empfängerdioden 2, mit Vorverstärker, sind räumlich so angeordnet,
dass das ausgestrahlte IR-Licht 7 empfangen und ausgewertet werden kann.
[0027] Die Auswertung gibt die Entnahme der Produkte in Abhängigkeit der Zeit wieder.
Funktionsweise der Schaltung:
[0028] Über einen Zähler wird die IR-LED-Matrix angesteuert.
[0029] Der Takt des Zählers 19 (Figur 4) wird der Empfangselektronik 8 zeitgleich zugeführt.
[0030] Erfolgt bei der Durchschaltung der IR-LEDs ein Empfangssignal an der IR-Empfängerdiode
2, wird das Signal des IR-Vorverstärkers einer analogen Speicherbaugruppe, einer RC-Kombination
A, zugeführt.
[0031] Das Signal führt zu einer Aufladung des Kondensators für die Zeit des high-Signals
am IR-Vorverstärkerausgang.
[0032] Sind nacheinander alle IR-LEDs der Matrix durchgeschaltet, wird über den Zähler ein
weiterer Zählschritt ausgeführt. Dieser schaltet den Ausgang des IR-Vorverstärkers
auf eine zweite RC-Kombination B um.
[0033] Nach einem erneuten Durchlauf der LEDs wird das RC-Glied A und das RC-Glied B an
die Eingänge eines Fensterkomparators gelegt. Dieser wertet die Änderung der Produktmenge
für den Zeitraum der letzten zwei Zählerdurchläufe aus.
[0034] Ist die Änderung außerhalb des Messfensters nach oben, hat eine Überentnahme stattgefunden.
Wird das Messfenster elektrisch nach unten überschritten, befinden sich Gegenstände
in der Messstrecke zwischen der IR-Matrix und der Empfängerdioden. In diesem Fall
wird über eine Elektronik der Wert der vorletzten Messung erhalten. Nach einer zeitlichen
Unterbrechung der Zähldurchläufe wird der Zähler und die Auswerteelektronik erneut
gestartet. Das Ausgangssignal wird jetzt wieder dem Fensterkomparator zugeführt. Die
Messschleife ist jetzt wieder aktiv.
[0035] Das beschriebene System wird aus Kostengründen mit wahlweise einer analogen, oder
digitalen Auswertung ausgestattet.
[0036] In der digitalen Version wird auch die Stelle der Matrix, die nicht durch ein Produkt
verdeckt ist, erkannt. Dieses hat zur Folge, dass das System nicht nur zur Erkennung
von Füllständen eingesetzt werden kann, sondern über eine entsprechend angepasste
Schnittstelle an ein Warenwirtschaftssystem angeschlossen werden kann.
[0037] Dieses Trackingsystem ermöglicht eine Abstimmung mit dem Kassensystem und der Lagerhaltung.
[0038] Die zuvor beschriebene Schaltung wird anhand Figur 4 erläutert. Die Auswerteelektronik
8 beinhaltet im Wesentlichen einen Block 19 zur Takterzeugung, Synchronisation und
Auswahl der LED-Matrix über eine 6 Bit Kodierung. Dieser Block 19 synchronisiert somit
den Takt und die Auswahl des Blocks 5, 6 zur Ansteuerung der Zeilen und Spalten der
LED-Matrix, der Modulation der LED, Ansteuerung mit 36 kHz, bei einer Umschaltfrequenz
der Zeilen und Spalten mit 500 Hz. Der Block 5, 6 steuert dann die Infrarot-LED-Matrix
1 mit einstellbarem Impuls/Pauseverhältnis. An diesen Block sind auch weitere IR-LED
Felder 30 anschließbar. Das von Feld 1 ausgestrahlte Licht gelangt zu dem IR-Empfängerblock
2 mit einer Signalaufbereitung einschließlich einem 36 kHz Eingangsfilter und Takterkennung
zur Synchronisation des Messfensters mit 500 Hz. Dieser Block 2 ist ebenfalls über
den Takt des Blocks 19 synchronisiert. Das Signal des Blocks 2 gelangt dann in den
in den vom Block 19 ebenfalls synchronisierten Zähler und Zwischenspeicherblock 20,
der von dem Block 21 zu einem Zählerstand ausgewertet wird und diesen an ein GSM-Modul
22 übergibt. Die Daten werden über einen Short-Message-Service (SMS) 31 und einem
GSM-Provider 23 übermittelt, der die Daten in eine E-Mail wandelt. Die Daten sind
aus Postfächern 24 über eine entsprechende Software 25 abrufbar, die die Daten aus
der Mail entsprechend selektiert und an eine Datenbank 26 übergibt. Ein Backup 27
der Rohdaten dient der Sicherheit des Gesamtsystems. Aus dieser Datenbank werden die
gewünschten Reportdateien 28 generiert und per E-Mail 29 an Informationsempfänger
gesandt.
[0039] Auf diese Weise ist ein Warenregal und ein Verfahren zur Kontrolle von Warenentnahmen
aus diesem Warenregal geschaffen, das besonders betriebssicher und kostengünstig auch
kleinere Teile in optisch ansprechender Form zu sichern im Stande ist.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0040]
- 1
- Infrarot-LED-Matrix, Lichtquelle
- 2
- IR-Empfängerdiode, Sensor
- 3
- Produkt
- 4
- Punkt
- 5
- Ansteuerung, Spalte
- 6
- Ansteuerung, Zeile
- 7
- IR-Licht
- 8
- Auswerteelektronik, elektrische Baugruppe
- 9
- Alarmgang
- 10
- Warendisplay
- 11
- Ausgang, Eingang
- 12
- Tiefzieheinsatz, Spritzgussteil oder ähnliche Ebene
- 13
- Licht
- 14
- Punkt
- 15
- Lichtwellenreiter
- 16
- Umgebungslicht
- 17
- Alarminformation
- 18
- Bezugswert
- 19
- Takt
- 20
- Zähler und Zwischenspeicherblock
- 21
- Auswerteblock
- 22
- GSM-Modul
- 23
- GSM-Provider
- 24
- Postfach
- 25
- Software
- 26
- Datenbank
- 27
- Backup der Rohdaten
- 28
- Report Datei
- 29
- E-Mail
- 30
- LED-Feld
- 31
- SMS