[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung nach Anspruch 1 bzw. ein Möbel nach Anspruch
10 und ein Verfahren nach Anspruch 11.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind Vorrichtungen für die Beeinflussung der Bewegung von
mehreren gegenüber einem feststehenden Möbelteil bewegbaren Möbelteilen bekannt, wobei
die bewegbaren Möbelteile mit Hilfe einer Antriebseinheit und einer Kontrolleinheit
zur Bewegungskontrolle der bewegbaren Möbelteile angetrieben bewegbar sind. Ein Beispiel
solcher Vorrichtung ist aus das Dokument
EP 1 374 732 A1 zu erkennen. Beispielsweise können verfahrbar geführte oder an Beschlägen verschwenkbare
Möbelteile, zum Beispiel Schubladen, Klappen, Türen und dergleichen gegenüber einem
Möbelkorpus mechanisch bzw. elektrisch unterstützt z.B. über einen Elektromotor angetrieben
bewegt werden. Insbesondere bei modernen Möbeln, die ggf. Zusatzfunktionen bzw. einen
relativ hohen Bedienkomfort bereitstellen, kann der Installations- bzw. Inbetriebnahmeaufwand
nicht unerheblich sein. Dieser hängt im Wesentlichen von der Anzahl der angetrieben
bewegbaren Möbelteile bzw. von der Komplexität der einzurichtenden Bewegungsmöglichkeiten
der bewegbaren Möbelteile ab. Heutzutage wird bei Möbeln mit angetrieben bewegbaren
Möbelteilen insbesondere ein hoher Benutzerkomfort angestrebt, wobei auch Sicherheitsaspekte
zu berücksichtigen sind.
Aufgabe und Vorteile der Erfindung
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, für eine Vorrichtung für die Bewegungsbeeinflussung
von angetrieben bewegbaren Möbelteilen bzw. für entsprechende Möbel den Installations-
bzw. Inbetriebnahmeaufwand vergleichsweise gering zu halten, wobei ein hoher Bedienkomfort
und relevante Sicherheitsanforderungen erfüllt werden sollen.
[0004] Diese Aufgabe wird durch die Ansprüche 1, 10 und 11 gelöst. In den abhängigen Ansprüchen
sind vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung aufgezeigt.
[0005] Die Erfindung geht zunächst aus von einer Vorrichtung für die Bewegungsbeeinflussung
von mehreren bewegbaren Möbelteilen, die mittels einer Antriebseinheit über eine Kontrolleinheit
zur Bewegungskontrolle der bewegbaren Möbelteile relativ zu einem feststehenden Möbelteil
angetrieben bewegbar sind. Ein wesentlicher Aspekt der Erfindung liegt darin, dass
die Kontrolleinheit derart ausgebildet ist, bei der gleichzeitigen angetriebenen Bewegung
von zwei bewegbaren Möbelteilen die Relativgeschwindigkeit zwischen den zwei bewegbaren
Möbelteilen unter einem vorgegebenen Wert zu halten, der kleiner ist, als eine zwischen
den zwei bewegbaren Möbelteilen maximal auftretende Relativgeschwindigkeit durch deren
angetriebene Bewegung. Die Vorrichtung für die Bewegungsbeeinflussung von mehreren
bewegbaren Möbelteilen kann je nach vorgenommener Grundkonfiguration eine angetriebene
Bewegung von zwei oder mehr angetrieben bewegbaren Möbelteilen gleichzeitig ermöglichen.
Dies kann zwar einerseits den Bedienkomfort erhöhen bzw. Zeitvorteile bringen, aber
andererseits eine Verletzungs- bzw. Kollisionsgefahr heraufbeschwören. Insbesondere
kann dabei ein Einklemm- oder Quetschrisiko durch das knappe aneinander Vorbeibewegen
der bewegbaren Möbelteile auftreten, insbesondere bei zueinander benachbarten bewegbaren
Möbelteilen. Diese Risiken können über die Kontrolleinheit ausgeschlossen bzw. minimiert
werden.
[0006] Mit der vorgeschlagenen Vorgehensweise können zudem hohe Sicherheitsstandards nach
den gültigen Normen bzw. Richtlinien oder nach den Vorgaben von Prüfstellen (z.B.
LGA) ohne Weiteres erfüllt werden.
[0007] Bewegen sich zwei Möbelteile in entgegengesetzter Richtung ergibt sich die Relativgeschwindigkeit
aus der Addition der beiden Einzelgeschwindigkeiten, bzw. bei gleicher Bewegungsrichtung
der beiden Möbelteile durch Subtraktion der beiden Einzelgeschwindigkeiten.
[0008] Als bewegbare Möbelteile kommen zum Beispiel Schubladen, Türen, Klappen, Tablarauszüge,
Drahtkörbe, Apothekenschränke, Drehgestelle, Karusselle oder dergleichen in Frage,
die insbesondere verschieblich bzw. fahrbar, drehbar und/oder schwenkbar am Möbel
ausgebildet sind.
[0009] Die Kontrolleinheit zur Bewegungskontrolle, die beispielsweise eine zentrale bzw.
übergeordnete Einheit ist oder aus mehreren Teileinheiten besteht, kann insbesondere
eine Rechnereinheit bzw. eine Computereinheit umfassen. Mit der Kontrolleinheit kann
mittels der Antriebseinheit das bewegbare Möbelteil aus einer Stillstand-Stellung
in eine weitere Stillstand-Stellung zumindest über einen Teilweg angetrieben bewegt
werden. Dabei wird das zu bewegende Möbelteil nach einer kurzen Anfangsbeschleunigung
aus dem Stillstand häufig mit einer nahezu konstanten Geschwindigkeit angetrieben
und vor Erreichen der nächsten Stillstand-Stellung entsprechend abgebremst. Die angetriebene
Bewegung eines bewegbaren Möbelteils umfasst insbesondere daher im Wesentlichen eine
kurze Beschleunigungs- bzw. Verzögerungsphase, insbesondere zu Beginn und Ende einer
angetriebenen Bewegung, und dazwischen eine Bewegungsphase mit einer maximalen bzw.
gleich bleibenden Geschwindigkeit.
[0010] Werden nun zwei gleichzeitig angetrieben bewegte Möbelteile betrachtet, ist es vorteilhaft,
die zwischen den beiden Möbelteilen auftretende Relativgeschwindigkeit so festzulegen,
dass diese unterhalb eines gewünschten Wertes bleibt bzw. gegebenenfalls maximal diesen
Wert erreicht, was besonders effektiv mit der Kontrolleinheit erfolgen kann, die sämtliche
maßgeblichen Bewegungsgrößen bei der Bewegung der angetriebenen Möbelteile beeinflusst.
Damit kann vorteilhafterweise erreicht werden, dass eine unerwünscht hohe Relativgeschwindigkeit,
die ein nicht akzeptables Gefährdungspotential insbesondere aufgrund der kinetischen
Energie der bewegten Möbelteile darstellt, nicht auftritt. Ein andernfalls daraus
resultierendes Gefährdungspotential für insbesondere eine Person im Nahbereich der
betrachteten Möbelteile ist dadurch vermeidbar bzw. eine Verletzungsgefahr für eine
Person beispielsweise durch Einklemmen oder Quetschen eines Körperteils, zum Beispiel
des Arms, der Hand bzw. der Finger zwischen den beiden Möbelteilen ausgeschlossen.
[0011] Dies ist insbesondere für benachbarte oder sich gegenseitig annähernde bewegbare
Möbelteile von Bedeutung. Die Relativgeschwindigkeit wird dazu für zwei gleichzeitig
angetrieben bewegte Möbelteilen unter einem vorgebbaren Wert gehalten. Auch eine aufwändigere
Kontrolle mit der Kontrolleinheit dahingehend, dass mehr als zwei Möbelteile gleichzeitig
angetrieben bewegt werden und die Relativgeschwindigkeit zwischen jeweils zwei der
mehreren bewegten Möbelteile begrenzt wird, ist denkbar.
[0012] Je nach Wunsch bzw. Gefährdungspotential durch die angetriebene Bewegung von zwei
angetrieben bewegten Möbelteilen kann der vorgegebene Wert individuell festgelegt
bzw. von der Kontrolleinheit kontrolliert werden. Um den vorgebbaren Wert zu erreichen
kann insbesondere ein Abbremsvorgang mit entsprechenden Bremsmittel erfolgen. Auch
kann durch Unterbinden bzw. Beenden der Antriebswirkung aufgrund von z.B. Reibverlusten
die Reduzierung der Geschwindigkeit des bewegbaren Möbelteils ausreichend hoch sein.
[0013] Weiter wird vorgeschlagen, dass die Kontrolleinheit so ausgebildet ist, bei der gleichzeitigen
angetriebenen Bewegung von zwei bewegbaren Möbelteilen die Relativgeschwindigkeit
zumindest so lange unter dem vorgebbaren Wert zu halten, wie Randabschnitte der zwei
Möbelteile, insbesondere Frontpartien, sich in einem Nahbereich zueinander befinden.
Mit dieser Anordnung wird dem Umstand Rechnung getragen, dass beispielsweise die angetriebene
Bewegung von benachbarten bewegbaren Möbelteilen z.B. Möbelschüben ein in der Praxis
bedeutendes Unfallrisiko in sich birgt, indem eine Person, welche auf die Möbelteile
z.B. Schübe zugreift oder an diesen hantiert, die Hand bzw. Finger zwischen Randabschnitte
der Möbelteile einklemmen kann. Dabei können Teile der Hand bzw. Finger in einen sich
beim Bewegen der Möbelteile veränderlichen Spaltbereich zwischen insbesondere Frontpartien
der angetrieben bewegbaren Möbelteile kommen und Verletzungen zum Beispiel Quetschungen
verursachen.
[0014] Vorteilhafterweise ist die Kontrolleinheit ausgebildet, den vorgebbaren Wert der
Relativgeschwindigkeit zwischen den zwei sich gleichzeitig angetrieben bewegenden
Möbelteilen auf eine Geschwindigkeit vorzugeben, die im Bereich einer maximal auftretenden
Geschwindigkeit liegt, die durch die angetriebene Bewegung eines der zwei Möbelteile
erreicht wird. In der Regel ist eine maximal auftretende Geschwindigkeit bei der angetriebenen
Bewegung eines bewegbaren Möbelteils so gewählt, dass kein bzw. kein nennenswertes
Gefährdungspotential daraus resultiert. Daher ist die so ausgelegte maximal auftretende
Geschwindigkeit als Richtwert für eine maximal auftretende Relativgeschwindigkeit
zwischen zwei gleichzeitig angetrieben bewegenden Möbelteilen sinnvoll zu wählen.
Damit kann auch die so eingegrenzte Relativgeschwindigkeit in der Regel kein wesentliches
Verletzungspotential für eine Bedienperson darstellen.
[0015] Bei zwei sich einzeln jeweils mit der gleichen maximalen Geschwindigkeit v
max angetrieben bewegenden Möbelteilen wäre dann der vorgegebene Wert der maximal erlaubten
Relativgeschwindigkeit bei entgegengesetzter Bewegungsrichtung z.B. die maximale Einzelgeschwindigkeit
v
max.
[0016] Prinzipiell ist es natürlich auch möglich, dass zwei angetrieben bewegbare Möbelteile
mit unterschiedlichen maximalen Geschwindigkeiten von der Antriebseinheit bewegt werden.
In einem solchen Fall ist für zwei betrachtete angetrieben bewegbare Möbelteile individuell
eine vorgebbare Relativgeschwindigkeit, die nicht überschritten werden darf, zu wählen,
zum Beispiel die niedrigere maximal erreichbare Einzelgeschwindigkeit der beiden betreffenden
Möbelteile.
[0017] Weiter wird vorgeschlagen, dass die Kontrolleinheit derart ausgelegt ist, die zwei
gleichzeitig sich angetrieben bewegenden Möbelteile in gleichem Maße abzubremsen,
um die Relativgeschwindigkeit zwischen den zwei Möbelteilen unter den vorgegebenen
Wert zu bringen. Auf diese Weise kann der vorgegebene Wert der Relativgeschwindigkeit
vergleichsweise schnell und sicher erreicht werden. Bevorzugt ist hierzu eine insbesondere
von der Kontrolleinheit kontrollierte Abbremsung der angetrieben bewegbaren Möbelteile
vorzusehen, beispielsweise mittels geeigneter Bremsmittel bzw. einer entsprechend
ausgelegten Antriebseinheit. Die Bremsbewegung der Möbelteile kann beispielsweise
linear oder nicht linear erfolgen.
[0018] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes ist die
Kontrolleinheit ausgebildet, die zwei gleichzeitig sich angetrieben bewegenden Möbelteile
unterschiedlich stark abzubremsen, um die Relativgeschwindigkeit zwischen den zwei
Möbelteilen unter den vorgegebenen Werten zu bringen. Damit lässt sich der Bedienkomfort
verbessern bzw. eine Zeitersparnis zum Öffnen bzw. Schließen von bewegbaren Möbelteilen
realisieren.
[0019] Die Kontrolleinheit kann insbesondere ausgebildet sein, bei der Bewegung von zwei
gleichzeitig angetrieben bewegenden Möbelteilen, von denen ein Möbelteil in eine Schließstellung
bewegt und ein weiteres Möbelteil in eine geöffnete Stellung bewegt wird, das sich
in die Schließstellung bewegende Möbelteil stärker abzubremsen als das sich in die
geöffnete Stellung bewegende Möbelteil, um die Relativgeschwindigkeit zwischen den
zwei Möbelteilen unter dem vorgegebenen Wert zu bringen. Damit kann eine Unsymmetrie
der Abbremsvorgänge der bewegbaren Möbelteile bereit gestellt werden.
[0020] Des Weiteren ist es von Vorteil, dass die Kontrolleinheit derart ausgebildet ist,
bei der gleichzeitigen angetriebenen Bewegung der zwei Möbelteile nach einer Bewegungsphase
der beiden Möbelteile, in welcher die Relativgeschwindigkeit zwischen den zwei Möbelteilen
unter dem vorgebbaren Wert gehalten wurde, zumindest ein Möbelteil der zwei Möbelteile
angetrieben zu beschleunigen. Damit lassen sich unterschiedliche bzw. auch relativ
komplexe Bewegungsmuster für die angetrieben bewegbare Möbelteile einstellen.
[0021] Insbesondere kann individuell an Kundenwünsche angepasst eine angestrebte hohe Bedienfreundlichkeit
realisiert werden.
[0022] Zum Beispiel kann in einer Bewegungsphase, in welcher zumindest ein bewegbares Möbelteile
abgebremst wurde, dessen Geschwindigkeit erhöht werden, um eine gewünschte maximale
Antriebsgeschwindigkeit bzw. die Geschwindigkeit vor dem Abbremsen wieder zu erreichen.
Mit dieser Vorgehensweise können gleichzeitige Öffnungs- bzw. Schließbewegungen von
angetrieben bewegbaren Möbelteilen vergleichsweise schnell ablaufen ohne Sicherheitsvorgaben
ignorieren zu müssen. Insbesondere wird nur für bestimmte Bewegungsphasen der bewegten
Möbelteile der vorgegebene Relativgeschwindigkeitswert eingeregelt.
[0023] Grundsätzlich können auch beide angetrieben bewegbaren Möbelteile, wenn beide zuvor
abgebremst wurden, um den vorgegebenen Wert zu erreichen, wieder beschleunigt werden.
[0024] Außerdem wird vorgeschlagen, dass die Kontrolleinheit so ausgelegt ist, bei der gleichzeitigen
angetriebenen Bewegung der zwei Möbelteile nach einer Bewegungsphase der beiden Möbelteile,
in welcher die Relativgeschwindigkeit zwischen den zwei Möbelteilen unter dem vorgebbaren
Wert gehalten wurde, zumindest ein Möbelteil der zwei Möbelteile mit gleich bleibender
Geschwindigkeit angetrieben zu bewegen. Dies ermöglicht ein ökonomisches Vorgehen
bei der Bewegung der beiden gleichzeitig bewegten Möbelteile. Beispielsweise kann
es von Vorteil sein, eines der Möbelteile oder auch beide Möbelteile nach der Bewegungsphase,
in welcher die Möbelteile insbesondere abgebremst wurden, mit der dann erreichten
Antriebsgeschwindigkeit weiter zu bewegen. Vorzugsweise kann dies bei dem sich schließenden
Möbelteil von Interesse sein. Beispielsweise kann so ein ruhiger Bewegungsverlauf
bzw. nicht ruckartiger Ablauf der angetriebenen Bewegungen der Möbelteile erzielt
werden, was häufig als angenehm empfunden wird.
[0025] Außerdem wird bei einer ggf. ansonsten realisierten Beschleunigung der Energiebedarf
bzw. der Verschleiß für die angetriebene Bewegung positiv beeinflusst.
[0026] In einer überdies bevorzugten Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes ist die
Kontrolleinheit ausgebildet, für eine Festlegung der zwei Möbelteile einem ersten
angetrieben bewegbaren Möbelteil wenigstens ein weiteres angetrieben bewegbares Möbelteil
zuzuordnen, wenn durch die gleichzeitige angetriebene Bewegung des ersten Möbelteils
und dem wenigstens einen weiteren Möbelteil ein unerwünschter Zustand auftreten kann.
Mit dieser Ausgestaltung wird dem Umstand Rechnung getragen, dass zu einem herausgegriffenen
bewegbaren Möbelteil aus einer Mehrzahl von weiteren angetrieben bewegbaren Möbelteilen,
bei der gleichzeitigen Bewegung des herausgegriffenen Möbelteils mit zumindest einem
der weiteren Möbelteile ein Gefahrenpotenzial ausgeht. Um die entsprechenden Möbelteile
bei deren gleichzeitiger Bewegung wie vorgeschlagen unter einem vorgegebenen Wert
der Relativgeschwindigkeit zu halten, ist es deshalb notwendig vorher die betreffenden
bewegbaren Möbelteile zu definieren bzw. einander zuzuordnen. Dies kann beispielsweise
in einem speziellen Konfiguriervorgang erfolgen. Die Konfigurierung bzw. Zuordnung
von angetrieben bewegbaren Möbelteilen kann auf unterschiedliche Weise vorgenommen
werden. Zu jedem angetrieben bewegbaren Möbelteil kann jeweils wenigstens ein, angetrieben
bewegbares Möbelteile zugeordnet werden, insbesondere alle direkt benachbarten.
[0027] Wird beispielsweise aus einer Mehrzahl benachbarter Schubladen eine Schublade angetrieben
bewegt, kann eine oberhalb, unterhalb, rechts, links seitlich oder diagonal davon
bzw. gegenüberliegende oder übereck angeordnete benachbarte bewegbare Schublade eine
Einklemm- bzw.
[0028] Einquetschgefahr begründen. Dies muss in der Konfiguration beachtet bzw. festgelegt
werden, dass zumindest wenn Randabschnitte der beiden angetrieben bewegbaren Möbelteile
in einem Nahbereich zueinander sind, die Relativgeschwindigkeit der beiden betrachteten
bewegten Möbelteile unter dem vorgegebenen Wert bleibt. Übergeordnet zu dieser Vorgabe
wird sinnvoller Weise festgelegt, dass eine Kollision von zwei bewegbaren Möbelteilen
sicher nicht stattfinden kann.
[0029] Die Erfindung betrifft außerdem ein Möbel mit einem feststehenden Möbelteil und angetrieben
bewegbaren Möbelteilen, insbesondere Schubladen, mit einer Vorrichtung wie oben erläutert.
Damit lassen sich die aufgezeigten Vorteile für ein entsprechendes Möbelteil verwirklichen.
[0030] Schließlich betrifft die Erfindung außerdem ein Verfahren zur Konfigurierung einer
Vorrichtung für die Bewegungsbeeinflussung von mehreren bewegbaren Möbelteilen, die
mittels einer Antriebseinheit über eine Kontrolleinheit zur Bewegungskontrolle der
bewegbaren Möbelteile relativ zu einem feststehenden Möbelteil angetrieben bewegbar
sind, insbesondere zur Konfigurierung einer wie oben beschriebenen Vorrichtung. Zentraler
Aspekt des erfindungsgemäßen Verfahren liegt in einem ein- und ausschaltbaren Konfiguriermodus,
wobei bei eingeschaltetem Konfiguriermodus eine Zuordnung eines bewegbaren Möbelteils
zu einem weiteren bewegbaren Möbelteil durchgeführt wird und nach erfolgter Zuordnung
der Konfiguriermodus ausgeschaltet wird, wobei für die Bewegungskontrolle der bewegbaren
Möbelteile die erfolgte Zuordnung berücksichtigt wird. Damit kann in einem definiert
vorgegebenen Konfiguriermodus eine Zuordnung der bewegbaren Möbelteile untereinander
erfolgen.
[0031] Bevorzugt ist nur im Konfiguriermodus bzw. bei aktivem Konfigurierzustand die Zuordnung
bzw. deren Änderung von bewegbaren Möbelteilen möglich. Nach der Konfigurierung wird
der Konfiguriermodus verlassen, womit sichergestellt ist, dass keine ungewollte Löschung
von Einstellungen oder eine Umkonfigurierung stattfinden kann.
Figurenbeschreibung
[0032] Ein stark schematisch dargestelltes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der
einzigen Figur dargestellt und unter Angabe weiterer Vorteile und Details näher beschrieben.
- Figur 1
- zeigt ein schematisiertes Möbel in perspektivischer Frontansicht schräg von oben.
[0033] In Figur 1 ist ein Möbel 1 mit einem feststehenden Möbelteil bzw. einem Möbelkorpus
2 und an diesem bewegbar geführte Möbelschübe 3 mit mehreren Schubladen 4 bis 14 gezeigt.
Eine Außenschublade 11 kann mit ihrer Frontpartie 11a die Frontpartie 9a einer Innenschublade
9 und die Frontpartie 10a einer Innenschublade 10 überdecken. Im geschlossenen Zustand
der Möbelschübe 3 zeigt das Möbel 1 eine quaderförmig Gestalt. Der Möbelkorpus 2 umfasst
zwei äußere Seitenwände 2a bzw. 2b, ein Oberteil 2c, ein Bodenteil 2d und außerdem
eine in Figur 1 nicht erkennbare Rückwand. Der Möbelkorpus 2 verfügt außerdem über
im Inneren des Möbelkorpus parallel zu den Seitenwänden 2a, 2b verlaufende Innenwände
2e und 2f.
[0034] Im Möbelkorpus 2 sind über nicht dargestellte Auszugsführungen die Möbelschübe 3
an den Seitenwänden 2a, 2b bzw. den Innenwänden 2e, 2f verfahrbar aufgenommen, zum
Beispiel über bekannte Vollauszüge. Die Möbelschübe 3 können gemäß dem Doppelpfeil
P relativ zum Möbelkorpus 2 eingeschoben bzw. ausgefahren werden. Die Schubladen 4
bis 9 und 12 bis 14 befinden sich jeweils in Schließposition, wohingegen die Innenschublade
10 in etwa halb bzw. die Außenschublade 11 ganz geöffnet gegenüber dem Möbelkorpus
2 ist.
[0035] Die Vorderseite des Möbels 1 mit Frontpartien der Möbelschübe 3 stellen eine Bedienseite
für die Bedienung bzw. Nutzung der Möbelschübe 3 durch eine Person dar.
[0036] Die Anordnung der Schubladen mit Blick vorne auf das Möbel 1 gemäß Figur 1 umfasst
drei Spalten mit jeweils mehreren übereinander positionierten Schubladen. Die von
vorne gesehen linke Spalte umfasst zwischen der Seitenwand 2b und der Innenwand 2f
die gleichartigen Schubladen 4 bis 7 bzw. die mittlere Spalte zwischen den Innenwänden
2e und 2f die Schubladen 8 bis 11 und die rechte Spalte zwischen der Innenwand 2e
und der Seitenwand 2a die Schubladen 12 bis 14.
[0037] Zur angetriebenen Bewegung insbesondere jedes Möbelschubs 4 bis 14 relativ zum Möbelkorpus
2 ist eine nicht dargestellte Vorrichtung, zum Beispiel entsprechend einer der in
der
WO 2006/029894 A1 vorgestellten Vorrichtungen, zur Bewegungsbeeinflussung der Möbelschübe 3 vorgesehen,
wobei die angetriebenen Bewegung mit einer Antriebseinheit bzw. einer Kontrolleinheit
zur Bewegungskontrolle der Möbelschübe 3 erfolgt. Ebenfalls nicht dargestellt sind
Verbindungsleitungen oder dergleichen zur Versorgung der Vorrichtung zur Bewegungsbeeinflussung.
[0038] Die Schubladen 4 bis 6 sind an ihren Schubladenfronten jeweils mit einem Griffelement
15 bis 17 bzw. die Schublade 7 mit einem nicht erkennbaren weiteren Griffelement versehen,
um die betreffende Schublade manuell zu greifen und insbesondere an der Schublade
zu ziehen. Daher ist es grundsätzlich möglich, dass die Schubladen 4 bis 7 nicht mit
der Antriebseinheit angetrieben sondern lediglich manuell betätigt bewegbar sind.
Es ist auch denkbar, dass die Schubladen 4 bis 7 angetrieben und manuell bewegbar
sind, um z.B. bei deren manuell von einer Person ausgeführten Bewegung diese mit der
Antriebseinheit zu unterstützen, insbesondere beim Öffnen.
[0039] Die anderen Schubladen sind insbesondere mit der Antriebseinheit bewegbar, wobei
es denkbar ist, dass eine angetrieben bewegbare Schublade mit oder ohne Unterstützung
durch die Antriebseinheit manuell bewegt werden kann. Beispielsweise können die Schubladen
4 bis 7 an den Griffelementen manuell aufgezogen werden, wobei die Antriebseinheit
insbesondere als Unterstützung für den Benutzer eine Antriebswirkung aufbringt. Die
Antriebseinheit kann vielfältig ausgestaltet sein und mit elektrischen Mitteln z.B.
mit Hilfe eines Elektromotors oder nicht elektrisch mit mechanischen Mitteln arbeiten
bzw. mit einer Kombination aus diesen Mitteln funktionieren. Die Öffnungs- und/oder
Schließbewegung kann ganz oder teilweise angetrieben erfolgen, z.B. wenn Ausstoßmittel
zum Ausstoßen des bewegbaren Möbelteils aus einer Schließstellung in eine zumindest
teilweise geöffnete Stellung vorgesehen sind.
[0040] Beim Möbel 1 liegt die Bedienebene, die insbesondere durch die geschlossenen Schubladenfronten
gebildet wird, idealer Weise in einer Ebene, es sind aber erfindungsgemäß auch Möbel
umfasst, deren Bedienseiten bzw. die Frontseiten der geschlossenen bewegbaren Möbelteile
in zwei oder mehr unterschiedlichen Ebenen liegen, zum Beispiel bei Übereck- oder
Gegenüber-Anordnungen. Auch Anordnungen mit Faltklappen oder -türen sind davon umfasst,
die übereinander positioniert sind, z.B. in einem Ober- und einem Unterschrank, wobei
zumindest eine Faltklappe oder -türe nach oben und eine andere nach unten bewegbar
sind. Bei derartigen Bewegungen kann erfindungsgemäß ein auftretendes Einklemmrisiko
vermieden werden.
[0041] Die Schubladen 8 bis 14 sind an ihren Frontpartien 8a bis 14a ohne Kontur bzw. ohne
ein Griffelement oder eine sonstige Hilfe zum Ziehen an dem betreffenden Möbelteil
ausgestattet. Die Schubladen 4 bis 14 können mit oder ohne z.B. insbesondere Ausstoßer-
bzw. Touch-Latch-Funktionalität versehen sein. Die Schubladen 8 bis 14 lassen sich
zum Beispiel durch Antippen auf die Frontseite einer Schublade auslösen bzw. öffnen
oder schließen.
[0042] Zur Vermeidung von unerwünschten Zuständen bei dem Möbelteil 1 bzw. um eine mögliche
Einklemm-, Einquetschgefahr bzw. Kollisionsgefahr für eine Person durch sich angetrieben
bewegende Schubladen auszuschließen, ist die nicht dargestellte Kontrolleinheit bzw.
mit dieser zusammenarbeitende Elemente so ausgebildet, bei der gleichzeitig stattfindenden
angetriebenen Bewegung von zwei bewegbaren Schubladen der Möbelschübe 3 die Relativgeschwindigkeit
zwischen den zwei bewegbaren Schubläden unter einem vorgegebenen Wert zu halten, der
kleiner ist, als eine zwischen den zwei bewegbaren Schubladen maximal auftretende
Relativgeschwindigkeit durch deren angetriebene Bewegung.
[0043] In der Praxis relevant sind insbesondere die Fälle, in denen zwei einander zugeordnete
Schubladen, insbesondere benachbarte Schubladen, gleichzeitig in entgegengesetzter
Richtung angetrieben bewegt werden. Das kann insbesondere sein, wenn eine Schublade
aus einer geöffneten Position geschlossen wird und zur selben Zeit eine zugeordnete
bzw. direkt benachbarte Schublade aus einer geschlossenen Position geöffnet wird und
die beiden Schubladen dabei aneinander vorbeifahren. Dies könnte auch für Schubladen
gelten, bei denen dabei keine Kollision der beiden Möbelteile stattfinden kann.
[0044] Bewegungszustände bei denen eine Kollision von zwei gleichzeitig bewegbaren Möbelteilen
auftreten könnte, sind durch die Kontrolleinheit von vorneherein insbesondere durch
übergeordnete abgelegte Kontrollmechanismen ausgeschlossen. Im Beispiel gemäß Figur
1 sind daher gleichzeitig ablaufende entgegengesetzte Bewegungen der Schubladen 9
und 11 bzw. 10 und 11 zumindest derart nicht möglich, dass die Frontpartie 11a mit
einer der Frontpartien 9a bzw. 10a kollidiert.
[0045] Bei dem Möbel 1 können beispielsweise der Schublade 8 alle anderen Schubladen 4 bis
7 und 9 bis 14 oder die Schubladen 4, 5, 6, 9, 11, 12 und 13 zugeordnet sein. So kann
z.B. für den letzteren Fall eine kritische Relativgeschwindigkeit zwischen der angetrieben
bewegten Schublade 8 und zumindest einer weiteren gleichzeitig angetrieben bewegten
Schublade von den Schubladen 4, 5, 6, 9, 11, 12 und 13 vermieden werde, indem bei
deren aneinander Vorbeibewegen die Relativgeschwindigkeit auf den vorgegebenen Grenzwert
begrenzt wird, die betreffenden Schubladen also vergleichsweise langsam aneinander
vorbeifahren. Eine Einklemm- oder Quetschgefahr insbesondere zwischen der bewegenden
Frontpartie 8a und zumindest einer der Frontpartien 9a, 11a, 12a und 13a bzw. der
Schubladen 4, 5 und 6 kann ausgeschlossen werden.
[0046] In diesem Fall können die restlichen Schubladen des Möbelkorpus 1, also die Schubladen
7, 10 und 14 gleichzeitig mit der angetrieben bewegten Schublade 8 bewegt werden,
ohne dass eine vorgegebener Wert der Relativgeschwindigkeit zwischen der betreffenden
Schublade und der Schublade 8 einzuhalten ist.
[0047] Eine intelligente Lösung kann z.B. für jede einzelne Schublade eine Gruppe zugeordneter
Schubladen definieren, was ebenfalls in der Kontrolleinheit abgespeichert sein kann.
Für die Außenschublade 11 beispielsweise, für welche wie oben erläutert Kontrollmechanismen
zur Vermeidung von Kollisionen mit den Schubladen 9 und 10 gültig sind, könnte zusätzlich
zum Beispiel die Schubladen 5, 6, 7, 8, 13 und 14 zugeordnet werden.
[0048] Grundsätzlich kann die Kontrolleinheit so ausgestaltet sein, dass auch bewegbare
Möbelteile von anderen feststehenden Möbelkorpussen in der Zuordnung für ein betrachtetes
angetrieben bewegbares Möbelteil berücksichtigt wird, also auch gegenüberliegende,
übereinander liegende oder übereck angeordnete Möbelteile wie Schubladen, Klappen
oder Türen.
[0049] Das Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1 zeigt ein Möbel mit mehreren Schubladen. Die
Erfindung betrifft aber auch andere Möbel mit angetrieben bewegbaren Möbelteilen wie
beispielsweise Türen, Klappen, Falttüren oder -klappen, Tablarauszüge, Drahtkörbe,
Apothekenschränke, Drehgestelle, Karusselle oder dergleichen.
[0050] Auch hier gilt, dass übergeordnet Kontrollmechanismen ggf. gültig sind, um Kollisionen
zu vermeiden, also Relativgeschwindigkeiten für diese Möbelteile nicht oder nur über
eingegrenzte erlaubte Bewegungsphasen der gesamten möglichen Bewegung zu definieren
sind.
Bezugszeichenliste:
[0051]
- 1
- Möbel
- 2
- Möbelkorpus
- 2a
- Seitenwand
- 2b
- Seitenwand
- 2c
- Oberteil
- 2d
- Bodenteil
- 2e
- Innenwand
- 2f
- Innenwand
- 3
- Möbelschübe
- 4
- Schublade
- 5
- Schublade
- 6
- Schublade
- 7
- Schublade
- 8
- Schublade
- 8a
- Frontpartie
- 9
- Innenschublade
- 9a
- Frontpartie
- 10
- Innenschublade
- 10a
- Frontpartie
- 11
- Außenschublade
- 11a
- Frontpartie
- 12
- Schublade
- 12a
- Frontpartie
- 13
- Schublade
- 13a
- Frontpartie
- 14
- Schublade
- 14a
- Frontpartie
- 15
- Griffelement
- 16
- Griffelement
- 17
- Griffelement
1. Vorrichtung für die Bewegungsbeeinflussung von mehreren bewegbaren Möbelteilen 3,
die mittels einer Antriebseinheit über eine Kontrolleinheit zur Bewegungskontrolle
der bewegbaren Möbelteile 3 relativ zu einem feststehenden Möbelteil 2 angetrieben
bewegbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontrolleinheit derart ausgebildet ist, bei der gleichzeitigen angetriebenen
Bewegung von zwei bewegbaren Möbelteilen die Relativgeschwindigkeit zwischen den zwei
bewegbaren Möbelteilen unter einem vorgegebenen Wert zu halten, der kleiner ist, als
eine zwischen den zwei bewegbaren Möbelteilen maximal auftretende Relativgeschwindigkeit
durch deren angetriebene Bewegung.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontrolleinheit so ausgebildet ist, bei der gleichzeitigen angetriebenen Bewegung
von zwei bewegbaren Möbelteilen die Relativgeschwindigkeit zumindest solange unter
dem vorgebbaren Wert zu halten, wie Randabschnitte der zwei Möbelteile, insbesondere
Frontpartien, sich in einem Nahbereich zueinander befinden.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontrolleinheit ausgebildet ist, den vorgebbaren Wert der Relativgeschwindigkeit
zwischen den zwei sich gleichzeitig angetrieben bewegenden Möbelteilen auf eine Geschwindigkeit
vorzugeben, die im Bereich einer maximal auftretenden Geschwindigkeit liegt, die durch
die angetriebene Bewegung eines der zwei Möbelteile erreicht wird.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontrolleinheit derart ausgelegt ist, die zwei gleichzeitig sich angetrieben
bewegenden Möbelteile in gleichem Maße abzubremsen, um die Relativgeschwindigkeit
zwischen den zwei Möbelteilen unter den vorgegebenen Wert zu bringen.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontrolleinheit ausgebildet ist, die zwei gleichzeitig sich angetrieben bewegenden
Möbelteile unterschiedlich stark abzubremsen, um die Relativgeschwindigkeit zwischen
den zwei Möbelteilen unter den vorgegebenen Wert zu bringen.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontrolleinheit ausgebildet ist, bei der Bewegung von zwei gleichzeitig angetrieben
bewegenden Möbelteilen, von denen ein Möbelteil in eine Schließstellung bewegt und
ein weiteres Möbelteil in eine geöffnete Stellung bewegt wird, das sich in die Schließstellung
bewegende Möbelteil stärker abzubremsen als das sich in die geöffnete Stellung bewegende
Möbelteil, um die Relativgeschwindigkeit zwischen den zwei Möbelteilen unter den vorgegebenen
Wert zu bringen.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontrolleinheit derart ausgebildet ist, bei der gleichzeitigen angetriebenen
Bewegung der zwei Möbelteile nach einer Bewegungsphase der beiden Möbelteile, in welcher
die Relativgeschwindigkeit zwischen den zwei Möbelteilen unter dem vorgebbaren Wert
gehalten wurde, zumindest ein Möbelteil der zwei Möbelteile angetrieben zu beschleunigen.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontrolleinheit so ausgelegt ist, bei der gleichzeitigen angetriebenen Bewegung
der zwei Möbelteile nach einer Bewegungsphase der beiden Möbelteile, in welcher die
Relativgeschwindigkeit zwischen den zwei Möbelteilen unter dem vorgebbaren Wert gehalten
wurde, zumindest ein Möbelteil der zwei Möbelteile mit gleich bleibender Geschwindigkeit
angetrieben zu bewegen.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontrolleinheit ausgebildet ist, für eine Festlegung der zwei Möbelteile einem
ersten angetrieben bewegbaren Möbelteil wenigstens ein weiteres angetrieben bewegbares
Möbelteil zuzuordnen, wenn durch die gleichzeitige angetriebene Bewegung des ersten
Möbelteils und dem wenigstens einen weiteren Möbelteil ein unerwünschter Zustand auftreten
kann.
10. Möbel mit einem feststehenden Möbelteil und angetrieben bewegbaren Möbelteilen, insbesondere
Schubladen, mit einer Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
11. Verfahren zur Konfigurierung einer Vorrichtung für die Bewegungsbeeinflussung von
mehreren bewegbaren Möbelteilen, die mittels einer Antriebseinheit über eine Kontrolleinheit
zur Bewegungskontrolle der bewegbaren Möbelteile relativ zu einem feststehenden Möbelteil
angetrieben bewegbar sind, zur Konfigurierung einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche
1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass in einem ein- und ausschaltbaren Konfiguriermodus bei eingeschaltetem Konfiguriermodus
eine Zuordnung eines bewegbaren Möbelteils zu einem weiteren bewegbaren Möbelteil
durchgeführt wird und nach erfolgter Zuordnung der Konfiguriermodus ausgeschaltet
wird, wobei für die Bewegungskontrolle der bewegbaren Möbelteile die erfolgte Zuordnung
berücksichtigt wird.
1. Device for influencing the movement of a plurality of movable furniture parts 3 which
are movably driven by means of a drive unit via a control unit for controlling the
movement of the movable furniture parts 3 relative to a fixed furniture part 2, characterized in that the control unit is configured in such a manner as to keep the relative speed between
the two movable furniture parts below a predefined value during the simultaneous driven
movement of two movable furniture parts, said value being smaller than a maximum relative
speed occurring between the two movable furniture parts due to the driven movement
thereof.
2. Device according to claim 1, characterized in that the control unit is configured in such a manner as to keep the relative speed during
the simultaneous driven movement of two movable furniture parts below the predefinable
value, at least while the peripheral sections of the two furniture parts, in particular
front parts, are proximate to one another.
3. Device according to claim 1 or 2, characterized in that the control unit is configured to indicate the predefinable value of the relative
speed between the two simultaneously driven moving furniture parts as a speed which
lies in the region of a maximum speed that is achieved by the driven movement of one
of the two furniture parts.
4. Device according to one of the preceding claims, characterized in that the control unit is designed in such a manner that the two simultaneously driven
moving furniture parts can be slowed down to the same extent, in order to bring the
relative speed between the two furniture parts below the predefined value.
5. Device according to one of the preceding claims, characterized in that the control unit is configured to slow down the two simultaneously driven moving
furniture parts to different degrees, in order to bring the relative speed between
the two furniture parts below the predefined value.
6. Device according to Claim 5, characterized in that the control unit is configured to slow down the furniture part moving into the closed
position to a greater degree than the furniture part moving into the open position
during the movement of two simultaneously driven moving furniture parts, whereof one
furniture part is moved into a closed position and a further furniture part is moved
into an open position, in order to bring the relative speed between the two furniture
parts below the predefined value.
7. Device according to one of the preceding claims, characterized in that the control unit is configured in such a manner as to increase the driven speed of
at least one furniture part of the two furniture parts during the simultaneous driven
movement of the two furniture parts, following a movement phase of the two furniture
parts in which the relative speed between the two furniture parts was kept below the
predefinable value.
8. Device according to one of the preceding claims, characterized in that the control unit is designed in such a manner as to move at least one furniture part
of the two furniture parts by driving at a constant speed during the simultaneous
driven movement of the two furniture parts, following a movement phase of the two
furniture parts in which the relative speed between the two furniture parts was kept
below the predefinable value.
9. Device according to one of the preceding claims, characterized in that the control unit is configured, in order to fix the two furniture parts, to assign
to a first driven movable furniture part at least one other driven movable furniture
part, if the simultaneous driven movement of the first furniture part and the at least
one other furniture part can result in an undesirable state.
10. Furniture having a fixed furniture part and driven movable furniture parts, in particular
drawers, having a device according to one of the preceding claims.
11. Method for the configuration of a device for influencing the movement of a plurality
of movable furniture parts which are movably driven by means of a drive unit via a
control unit for controlling the movement of the movable furniture parts relative
to a fixed furniture part, for the configuration of a device according to one of Claims
1 to 9, characterized in that in a configuring mode that can be turned on and off, when the configuring mode is
turned on an assignment of a movable furniture part to another movable furniture part
is carried out and once the assignment has been made the configuring mode is turned
off, wherein the assignment that has been made is taken into account when controlling
the movement of the movable furniture parts.
1. Dispositif pour influencer le mouvement de plusieurs éléments de meuble (3) mobiles,
qui peuvent être déplacés par entraînement au moyen d'une unité d'entraînement par
l'intermédiaire d'une unité de contrôle destinée à contrôler le mouvement des éléments
de meuble (3) mobiles par rapport à un élément de meuble (2) fixe, caractérisé en ce que l'unité de contrôle est conçue pour, en cas de mouvement d'entraînement simultané
de deux éléments de meuble mobiles, maintenir la vitesse relative entre les deux éléments
de meuble mobiles en dessous d'une valeur prédéfinie qui est inférieure à une vitesse
relative maximale se produisant entre les deux éléments de meuble mobiles à la suite
de leur mouvement d'entraînement.
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'unité de contrôle est conçue pour, en cas de mouvement d'entraînement simultané
de deux éléments de meuble mobiles, maintenir la vitesse relative en dessous de la
valeur pouvant être prédéfinie au moins temps que les sections de bord des deux éléments
de meuble, en particulier des parties frontales, se situent à proximité l'une de l'autre.
3. Dispositif selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que l'unité de contrôle est conçue pour prédéfinir la valeur pouvant être prédéfinie
de la vitesse relative entre les deux éléments de meuble se déplaçant simultanément
par entraînement à une vitesse qui se situe dans le domaine d'une vitesse maximale
qui est atteinte par le mouvement par entraînement d'un des deux éléments de meuble.
4. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'unité de contrôle est conçue pour freiner de la même manière les deux éléments
de meuble se déplaçant simultanément par entraînement, en vue d'amener la vitesse
relative entre les deux éléments de meuble en dessous de la valeur prédéfinie.
5. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'unité de contrôle est conçue pour freiner avec une intensité différente les deux
éléments de meuble se déplaçant simultanément par entraînement, en vue d'amener la
vitesse relative entre les deux éléments de meuble en dessous de la valeur prédéfinie.
6. Dispositif selon la revendication 5, caractérisé en ce que l'unité de contrôle est conçue pour, en cas de mouvement de deux éléments de meuble
se déplaçant simultanément par entraînement, dont l'un des éléments de meuble est
déplacé dans une position de fermeture et un autre élément de meuble est déplacé dans
une position ouverte, freiner plus fortement l'élément de meuble se déplaçant dans
la position de fermeture que l'élément de meuble se déplaçant dans la position ouverte,
en vue d'amener la vitesse relative entre les deux éléments de meuble en dessous de
la valeur prédéfinie.
7. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'unité de contrôle est conçue pour, en cas de mouvement simultané par entraînement
des deux éléments de meuble et après une phase de mouvement des deux éléments de meuble
au cours de laquelle la vitesse relative entre les deux éléments de meuble a été maintenue
en dessous de la valeur pouvant être prédéfinie, accélérer par entraînement au moins
un élément de meuble parmi les deux éléments de meuble.
8. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'unité de contrôle est conçue pour, en cas de mouvement simultané par entraînement
des deux éléments de meuble et après une phase de mouvement des deux éléments de meuble
au cours de laquelle la vitesse relative entre les deux éléments de meuble a été maintenue
en dessous de la valeur pouvant être prédéfinie, déplacer par entraînement à une vitesse
constante au moins un élément de meuble parmi les deux éléments de meuble.
9. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'unité de contrôle est conçue de manière à affecter à un premier élément de meuble
pouvant être déplacé par entraînement au moins un autre élément de meuble pouvant
être déplacé par entraînement, pour une localisation des deux éléments de meuble,
lorsque le déplacement simultané par entraînement du premier élément de meuble et
du ou des autres éléments de meuble peut provoquer l'apparition d'un état non souhaité.
10. Meuble comprenant un élément de meuble fixe et des éléments de meuble pouvant être
déplacés par entraînement, en particulier des tiroirs, comprenant un dispositif selon
l'une des revendications précédentes.
11. Procédé de configuration d'un dispositif pour influencer le mouvement de plusieurs
éléments de meuble mobiles, qui peuvent être déplacés par entraînement au moyen d'une
unité d'entraînement par l'intermédiaire d'une unité de contrôle destinée à contrôler
le mouvement des éléments de meuble mobiles par rapport à un élément de meuble fixe,
destiné à configurer un dispositif selon l'une des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que, dans un mode de configuration pouvant être mis en service et hors service, lorsque
le mode de configuration est en service, une affectation d'un élément de meuble mobile
à un autre élément de meuble mobile est réalisée et, après réalisation de l'affectation,
le mode de configuration est mis hors service, l'affectation effectuée étant prise
en considération pour la contrôle de mouvement des éléments de meuble mobiles.