[0001] Die Erfindung betrifft einen Abstandskörper gemäß der im Anspruch 1 angegebenen Art.
Kraftfahrzeuge mit einer aktiven dynamischen Höhenverstellung (Active Body Control),
die der dynamischen Regelung der Vertikaldynamik dienen, sind hinreichend bekannt.
Hierzu gibt es verschiedene technische Lösungen, wie z.B. hydraulisch/pneumatische,
rein hydraulische, sowie reine elektrische Systeme. Es ist zu beobachten, dass die
rein elektrischen Systeme (eABC) unweigerlich auf dem Vormarsch sind.
[0002] Als Stand der Technik wird beispielhaft auf die
DE 10 2005 001 744 B3 verwiesen. Das offenbarte Federbein umfasst im Wesentlichen einen an sich bekannten
Schwingungsdämpfer, eine Speicher- und eine Tragfeder sowie einen zwischen der Speicherfeder
und der Tragfeder angeordneten, mittels eines elektrischen Aktuators, verstellbaren
Federteller. In Ausgangslage, etwa wenn das Fahrzeug leer ist, ist der Federteller
ohne Kraftkomponente, d. h. die Tragfeder und die Speicherfeder sind im Gleichgewicht.
Mittels des über den elektrischen Aktuator verstellbaren Federtellers ist es nunmehr
möglich die dynamischen Kraftkomponenten der Radlaständerung zu stellen. Durch das
Vorhandensein der Speicherfeder müssen nicht die vollen Kräfte gestellt werden, als
dies der Fall wäre, wenn die Wank- und Nickbewegung allein durch eine Beeinflussung
der Tragfeder ausgeglichen werden sollten.
[0003] Aus der
US 4,216,977 ist eine hydropneumatische Aufhängung für ein Kraftfahrzeug bekannt. Hierzu sind
in hydropneumatische Aufhängungseinheiten jeweils automatisch nivellierende Ventile
eingebaut, wobei eine Aufhängungseinheit jeweils für eine Radeinheit des Fahrzeugs
vorgesehen ist, um hydraulisches Druckmittel den Aufhängungseinheiten zuzuführen oder
von diesen abzuleiten, um die Höhe des Fahrzeugrahmens zu regulieren. Die hydropneumatische
Aufhängung ermöglicht insbesondere auch ein Anheben des Fahrzeugrahmens in eine Position,
sodass Reifenwechsel ermöglicht ist. Für den Reifenwechsel wird dabei zwischen einer
Fahrbahnoberfläche und Kraftfahrzeug ein gattungsgemäßer Abstandskörper eingefügt.
Zuvor wird das aktive Federbein in Form der hydropneumatischen Aufhängung eines Kraftfahrzeugs
derart betätigt, dass das Kraftfahrzeug relativ zu der Fahrbahnoberfläche angehoben
wird. Dann wird zwischen der Fahrbahnoberfläche und dem angehobenen Kraftfahrzeug
der Abstandskörper eingelegt. Sodann wird das Kraftfahrzeug relativ zur Fahrbahnoberfläche
geringfügig abgesenkt, sodass das Kraftfahrzeug auf dem Abstandskörper zum Aufliegen
kommt.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Abstandskörper für ein Verfahren
zur Nutzung der Stellwege eines aktiven Federbeins eines Kraftfahrzeugs zum Anheben
eines Reifens gemäß der im Oberbegriff des Anspruches 1 angegebenen Art zur Verfügung
zu stellen.
[0005] Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches 1 gelöst.
[0006] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass durch eine gezielte Ausbildung
des Abstandskörpers eine Stabilisierung des Fahrzeugs bei Anheben des Kraftfahrzeugs,
insbesondere ein Anheben eines Rades im Falle einer Reifenpanne, ermöglicht wird zudem
der Abstandskörper auch noch als Aufbewahrungsort von Werkzeug verwendbar ist.
[0007] Der Abstandskörper ist als ein quaderförmiges oder zylindrisches Bauteil ausgebildet,
wobei mindestens eine Kantenlänge des quaderförmigen Bauteils, respektive die Höhe
des Zylinders größer als die Bodenfreiheit des Kraftfahrzeugs ist. Dabei ist Abstandskörper
als ein Hohlkörper ausgebildet, und dient der Aufnahme von Bordwerkzeug. Die Abmessungen
des quaderförmigen oder zylindrischen Bauteils sind zudem so dimensioniert, dass das
Bauteil platzsparend, z.B. in der Felgenschüssel des Reserverades, mitgeführt werden
kann.
[0008] Vorzugsweise ist der Abstandskörper als ein Strukturschaum hoher Tragfähigkeit, insbesondere
als ein Aluminiumwabenstrukturbauteil ausgebildet. Dies hat den Effekt, dass der Körper
ein geringes Gewicht aufweist und zugleich die nötige Tragfähigkeit vorhanden ist.
[0009] Das Verfahren zur Nutzung der Stellwege eines aktiven Federbeins eines Kraftfahrzeugs
zum Anheben eines Reifens benötigt ein an sich bekanntes Federbein mit einer Tragfeder
und einer in Reihe zur Tragfeder angeordneten Speicherfeder sowie einen mittels eines
Aktuators axial verstellbaren Federteller. In bekannter Art und Weise ist die Tragfeder
zwischen einem Führungselement des Reifens und dem Federteller angeordnet, während
die Speicherfeder zwischen dem Federteller und einem Fahrzeugaufbau angeordnet ist.
Erfindungsgemäß wird zum Anheben eines Reifens, insbesondere im Falle einer Reifenpanne,
in einem ersten Schritt der Federteller ausgehend von einer Neutralstellung nach unten
in Richtung auf das Führungselement des Reifens verstellt, so dass das Kraftfahrzeug
relativ zu einer Fahrbahnoberfläche angehoben wird. In einem zweiten Schritt wird
zwischen die Fahrbahnoberfläche und dem angehobenen Kraftfahrzeug ein Abstandskörper
eingelegt. Im nachfolgenden dritten Schritt wird der Federteller wieder nach oben
in Richtung auf den Fahrzeugaufbau verstellt, so dass das Kraftfahrzeug relativ zur
Fahrbahnoberfläche geringfügig abgesenkt wird und nachfolgend das Kraftfahrzeug auf
dem Abstandskörper zum Aufliegen kommt. Durch die sich nun wieder entspannende Tragfeder
wird der Reifen von der Fahrbahnoberfläche abgehoben.
[0010] Auf eine einfache Art und Weise ist es nunmehr durch die erfindungsgemäßen Verfahrensschritte
möglich, ein an sich bekanntes Federbein zum Anheben des Fahrzeugs und damit zum Reifenwechsel
zu benutzen. Eine Mitführung eines separaten Wagenhebers ist nicht mehr erforderlich.
Durch das Vorhandensein der Speicherfeder und die erfindungsgemäße Abfolge der Verfahrensschritte
ist zudem in besonders vorteilhafter Weise sichergestellt, dass zum Anheben des Kraftfahrzeuges
nicht die gesamte Hubkraft aufgewendet werden muss, als dies der Fall wäre, wenn keine
Speicherfeder vorhanden wäre, da die Speicherfeder einen Kraftanteil zur benötigen
Hubkraft liefert. Beim letzten Verfahrensschritt, d.h. beim Anheben des defekten Reifens,
hilft dann umgekehrt die sich entspannende Tragfeder die Speicherfeder wieder "aufzuziehen".
[0011] Vorzugsweise wird die Verstellung des Federtellers vom Cockpit des Kraftfahrzeugs
aus gesteuert. Hierdurch ist eine komfortable Bedienung gewährleistet.
[0012] Das Federbein zur Durchführung des Verfahrens umfasst in bekannter Art und Weise
einen Schwingungsdämpfer, eine Tragfeder und eine in Reihe zur Tragfeder angeordnete
Speicherfeder sowie einen mittels eines Aktuators axial verstellbaren Federteller,
wobei die Tragfeder zwischen einem Führungselement des Reifens und dem Federteller,
und die Speicherfeder zwischen dem Federteller und einem Fahrzeugaufbau angeordnet
ist. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass der Aktuator mit einer Steuer-/Regeleinrichtung
in Wirkverbindung steht und die Steuer-/Regeleinrichtung vom Cockpit des Kraftfahrzeugs
aus bedienbar ist.
[0013] Weitere Vorteile, Merkmale und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfindung
ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung in Verbindung mit dem in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispiel.
[0014] Die Erfindung wird im Folgenden an Hand des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher beschrieben.
[0015] In der Beschreibung, in den Patentansprüchen, in der Zusammenfassung und in der Zeichnung
werden die in der unten aufgeführten Liste der Bezugszeichen verwendeten Begriffe
und zugeordnete Bezugszeichen verwendet. In der Zeichnung bedeuten:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Radauf- hängung eines Kraftfahrzeugs in Neutralstellung
mit einem aktiven Federbein,
- Fig. 2
- die Radaufhängung aus Fig. 1 nach dem ersten erfindungsgemäßen Verfahrensschritt,
- Fig. 3
- die Radaufhängung aus Fig. 1 nach dem zweiten erfindungsgemäßen Verfahrensschritt,
und
- Fig. 4
- die Radaufhängung aus Fig. 1 nach dem dritten erfindungsgemäßen Verfahrensschritt.
[0016] Fig. 1 zeigt in einer schematischen Darstellung eine ein aktives Federbein 10 umfassende
Radaufhängung eines Kraftfahrzeugs 12.
[0017] Das Federbein 10 umfasst im Wesentlichen eine Tragfeder 14 und eine in Reihe zur
Tragfeder 14 angeordnete Speicherfeder 16 sowie einen mittels eines Aktuators axial
verstellbaren Federteller 18. Die axiale Verstellbarkeit des Federtellers 18 ist mittels
zweier Pfeile schematisch angedeutet. Auf eine Darstellung der weiteren, an sich bekannten
Elementen des Federbeins 10 wurde vorliegend aus Gründen der Übersichtlichkeit verzichtet.
[0018] Während die Tragfeder 14 zwischen einem Führungselement 20 eines Reifens 22 des Kraftfahrzeuges
12 und dem Federteller 18 angeordnet ist, ist die Speicherfeder 16 zwischen dem Federteller
18 und einem Fahrzeugaufbau 24 angeordnet.
[0019] Fig. 2 zeigt die Situation nach einer Reifenpanne. Zur Durchführung des erforderlichen
Reifenwechseln sind die nachfolgenden Verfahrensschritte ausgeführt:
[0020] Zunächst wird der Federteller 18 nach unten in Richtung auf das Führungselement 20
des Reifens 22 verstellt, so dass das Kraftfahrzeug 12 relativ zu einer Fahrbahnoberfläche
26 angehoben wird. Die Verstellung des Federtellers 18 ist dabei bequem aus dem Cockpit
des Kraftfahrzeug 12 initiierbar.
[0021] Wie Fig. 3 zu entnehmen ist, wird im nachfolgenden zweiten Schritt zwischen die Fahrbahnoberfläche
26 und dem angehobenen Kraftfahrzeug 12, ein im Kraftfahrzeug 12 mitgeführter Abstandskörper
28 eingelegt. Der Abstandskörper 28 ist als ein quaderförmiges, extrem leichtes und
tragfestes Bauteil in Aluwabenstruktur ausgebildet.
[0022] Nach Einlegung des Abstandskörpers 28 wird in einem letzten Schritt der Federteller
18 nach oben in Richtung auf den Fahrzeugaufbau 24 verstellt, vgl. Fig. 4. Hierdurch
wird das Kraftfahrzeug relativ zur Fahrbahnoberfläche 26 geringfügig abgesenkt, sodass
das Kraftfahrzeug 12 auf dem Abstandskörper 28 zum Aufliegen kommt. Durch die sich
nun im weiteren Verlauf wieder entspannende Tragfeder 14 wird der Reifen 22 von der
Fahrbahnoberfläche 26 abgehoben.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0023]
- 10
- Federbein
- 12
- Kraftfahrzeug
- 14
- Tragfeder
- 16
- Speicherfeder
- 18
- Federteller
- 20
- Führungselement
- 22
- Reifen
- 24
- Fahrzeugaufbau
- 26
- Fahrbahnoberfläche
- 28
- Abstandskörper
1. Abstandskörper (28) zum Mitführen in einem Kraftfahrzeug (12) zur Durchführung eines
Verfahrens zur Nutzung eines aktiven Federbeins (10) eines Kraftfahrzeugs (12) zum
Anheben eines Reifens, bei dem das Kraftfahrzeug (12) relativ zu einer Fahrbahnoberfläche
(26) angehoben wird, zwischen der Fahrbahnoberfläche (26) und dem angehobenen Kraftfahrzeug
(12) der Abstandskörper (28) eingelegt wird, das Kraftfahrzeug (12) relativ zur Fahrbahnoberfläche
(26) geringfügig abgesenkt wird und das Kraftfahrzeug (12) auf dem Abstandskörper
zum Aufliegen kommt, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandskörper (28) als ein quaderförmiges oder zylindrisches Bauteil ausgebildet
ist, der Abstandskörper (28) mindestes eine Kantenlänge des quaderförmigen Bauteils
oder die Höhe des zylindrisches Bauteils größer als die Bodenfreiheit des Kraftfahrzeugs
(12) ist und der Abstandskörper (28) als ein Hohlkörper ausgebildet ist, und der Aufnahme
von Bordwerkzeug dient.
2. Abstandskörper nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandskörper (28) als ein Strukturschaum hoher Tragfähigkeit, insbesondere
als ein Aluminiumwabenstrukturbauteil ausgebildet ist.
1. Spacer body (28) for carrying in a motor vehicle (12) for carrying out a method for
using an active suspension strut (10) of a motor vehicle (12) to lift a tyre, in which
method the motor vehicle (12) is raised relative to a roadway surface (26), the spacer
body (28) is placed between the roadway surface (26) and the raised motor vehicle
(12), the motor vehicle (12) is lowered slightly relative to the roadway surface (26),
and the motor vehicle (12) comes to rest on the spacer body, characterized in that the spacer body (28) is designed as a cuboidal or cylindrical component, the spacer
body (28) is at least one edge length of the cuboidal component or the height of the
cylindrical component larger than the ground clearance of the motor vehicle (12),
and the spacer body (28) is designed as a hollow body and serves to hold a vehicle
tool kit.
2. Spacer body according to Claim 1, characterized in that the spacer body (28) is designed as a structured foam with a high load capacity,
in particular as an aluminium honeycomb structured component.
1. Corps d'espacement (28) destiné à être entraîné dans un véhicule automobile (12) pour
mettre en oeuvre un procédé pour l'utilisation d'une jambe de force active (10) d'un
véhicule automobile (12) afin de soulever un pneu, le véhicule automobile (12) étant
soulevé par rapport à une surface de la chaussée (26), le corps d'espacement (28)
étant introduit entre la surface de la chaussée (26) et le véhicule automobile soulevé
(12), le véhicule automobile (12) étant légèrement abaissé par rapport à la surface
de la chaussée (26) et le véhicule automobile (12) venant en appui contre le corps
d'espacement, caractérisé en ce que le corps d'espacement (28) est réalisé sous forme de composant quadrilatéral ou cylindrique,
le corps d'espacement (28) est d'une longueur égale à au moins une longueur d'arête
du composant quadrilatéral ou la hauteur du composant cylindrique est supérieure à
la garde au sol du véhicule automobile (12) et le corps d'espacement (28) est réalisé
sous forme de corps creux, et sert à recevoir un outil de bord.
2. Corps d'espacement selon la revendication 1, caractérisé en ce que le corps d'espacement (28) est réalisé sous forme de mousse structurelle de grande
capacité portante, notamment sous forme de composant structurel en nid d'abeilles
en aluminium.