[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Starten einer Feuerungseinrichtung, insbesondere
eines Gasbrenners, bei unbekannten Rahmenbedingungen und insbesondere bei erstmaligem
Nichtzünden, wobei für die Feuerungseinrichtung in einem Speicher eine aus empirischen
Ermittlungen bekannte Kennlinie einer Start-Luftzahl in Abhängigkeit von der Brennertemperatur
hinterlegt ist.
[0002] Gasheizgeräte werden zur Bereitung von Wärmwasser in einem Kessel, zur Bereitstellung
von Heizwärme o.ä. eingesetzt. In verschiedenen Betriebsphasen werden an das Gerät
unterschiedliche Anforderungen gestellt. Speziell der Startvorgang des Geräts verlangt
ein schnelles Entzünden der Brennerflamme und eine anschließende, an den Wärmebedarf
angepasste, Leistungsabgabe. Aufgrund der im Normalfall unregelmäßigen Nutzung des
Gasbrenners über den Tag und die Nacht verteilt, sind die Start-Rahmenbedingungen
für den Gasbrenner meist unbekannt. Wichtige Größen für diese Start-Rahmenbedingungen
sind vor allem die Brennertemperatur, die Gasart, der Gasdruck, der Umgebungsdruck
der Luft und die Luftfeuchtigkeit. Die entscheidende Größe zur Zündung des Brenners
ist die Start-Luftzahl, durch die das Verhältnis der tatsächlich dem Brenner zugeführten
Luftmenge zu der theoretisch für eine optimale stöchiometrische Verbrennung erforderlichen
Luftmenge beschrieben ist. Der Sollwert für die Luftzahl für die hygienisch optimale
Verbrennung während des Betriebs liegt bei etwa 1,3. Brenner zünden bei unterschiedlichen
Gas-Luftverhältnissen abhängig von den Rahmenbedingungen.
[0003] Die Leistungsabgabe eines Gasbrenners richtet sich nach dem sich regelmäßig ändernden
Wärmebedarf. Im Wesentlichen wird die Leistungsabgabe durch die Einstellung der Zufuhr
von Luft und Brenngas und durch das eingestellte Mischungsverhältnis zwischen Luft
und Gas bestimmt. Das Mischungsverhältnis kann beispielsweise als Verhältnis der Massenströme
oder der Volumenströme der Luft und des Gases angegeben werden.
[0004] Die
DE 100 45 270 C2 offenbart eine Feuerungseinrichtung und ein Verfahren zum Regeln der Feuerungseinrichtung
bei schwankender Brennstoffqualität. Insbesondere wird bei einer Änderung der Gasqualität
das Brennstoff-Luftverhältnis entsprechend verändert. Dabei wird für jede geeignete
Brennstoffart die Gemischzusammensetzung so lange nachgeregelt, bis die gewünschte
Flammenkerntemperatur erreicht ist. Außerdem werden Kennfelder für verschiedene Brennstoffe
verwendet, aus denen bei jeder Änderung der Leistungsanforderungen ein neues, geeignetes
Brennstoff-Luftverhältnis ausgelesen wird. Ein Verfahren zum Starten des Brenners
ist nicht offenbart.
[0005] In der
GB 2 270 748 A ist ein Steuerungssystem für einen Gasbrenner gezeigt. Die Regelung erfolgt hier
unter Verwendung einer an der Brenneroberfläche gemessenen Temperatur. Da die Oberflächentemperatur
von der Flußrate des Luft-Gas-Gemisches abhängt, wird bei Unterschreiten einer bestimmten
Temperatur die Geschwindigkeit des Gebläserotors gesenkt, wodurch der Luftfluss und
damit das Luft-Gas-Verhältnis gesenkt wird. Auf den Startvorgang des Brenners und
die damit verbundenen Verfahrensschritte wird nicht individuell eingegangen.
[0006] Aus der
AT 411 189 B ist ein Verfahren zur Regelung eines Gasbrenners bekannt, bei dem die CO-Konzentration
in den Abgasen der Brennerflamme mit einem Abgassensor erfasst wird. Ein bestimmter
CO-Wert entspricht einem bestimmten Gas-LuftVerhältnis. Ausgehend von einem bekannten,
z.B. experimentell ermittelten, Gas-Luftverhältnis bei einem bestimmten CO-Wert kann
ein gewünschtes Gas-Luftverhältnis eingestellt werden. Zum Starten regelt der Brenner
das Luft-Gas-Gemisch nach einer auf eine bestimmte Gasart abgestimmten Standardvorgabe,
berücksichtigt jedoch nicht den Fall, dass sich Rahmenbedingungen ändern, oder dass
der Startvorgang misslingt..
[0007] Die
EP 770 824 B1 zeigt eine Regelung des Gas-Luftverhältnisses im Brennstoff-Luftgemisch durch Messen
eines Ionisationsstroms, der vom Luftüberschuss in den Abgasen der Brennerflamme abhängt.
Bei stöchiometrischer Verbrennung wird bekanntermaßen ein Maximum des Ionisationsstroms
gemessen. In Abhängigkeit von diesem Wert kann die Gemischzusammensetzung optimiert
werden. Der Startvorgang wird von einer Startautomatik durchgeführt, die mit Hilfe
eines Sollwertgebers eine Startdrehzahl des Gebläses generiert, bei der ein zündfähiges
Gemisch vorliegt. Ebenfalls unberücksichtigt bleibt der Fall eines misslungenen Startversuchs.
[0008] Nachteilhaft an den zuletzt genannten Verfahren ist, dass um sie auszuführen entweder
vorausgesetzt wird, dass die Brenner bereits gestartet sind, oder unzureichende, auf
feste Rahmenbedingungen abgestimmte Startverfahren verwendet werden. Eine Offenbarung
integriert in die Beschreibung den Startvorgang eines Brenners, gelöst mit einer Startautomatik,
die lediglich das Gebläse als Regelgröße verwendet. Das ist nicht ausreichend, um
unterschiedliche, unbekannte Rahmenbedingungen zu berücksichtigen und auf ein Nichtzünden
zu reagieren.
[0009] In dem Stand der Technik
EP 1522 790 A2 sind zwei unterschiedliche Verfahren zu unterschiedlichen Gegebenheiten offenbart.
Zum einen werden für die erste Inbetriebnahme Verfahrensschritte für einen Startvorgang
mit einer Grundeinsteilung beschrieben, zum anderen wird ein Kalibriervorgang dargelegt,
der einsetzbar ist, sobald die Flamme geregelt brennt.
[0010] Der Stand der Technik
DE 102 00 128 A1 offenbart, dass verschiedene Gasarten bei unterschiedlichen Brennstoff-Luft-Gemischen
zünden und die Zündung mittels eines Fühlers erkannt wird. Bei konstantem Luftvolumenstrom
wird der Gasvolumenstrom kontinuierlich erhöht, bis es zur Zündung kommt. Für unterschiedliche
Gasarten sind verschiedene Kennlinien (Geraden) in einer Regeleinheit hinterlegt,
um anhand einer Messung des Gas-bzw. Luftvolumenstroms zum Zündzeitpunkt bei gleichzeitigem
Vergleich mit den hinterlegten Geraden die Gasart zu bestimmen. Es ist somit hieraus
bekannt, beim Startverfahren das Brennstoff-Luft-Gemisch kontinuierlich anzufetten,
bis es zur Zündung kommt.
[0011] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Starten
einer Feuerungseinrichtung bei unbekannten Rahmenbedingungen bereitzustellen.
[0012] Diese Aufgabe wird bei einem gattungsgemäßen Verfahren durch die Merkmale des Patentanspruchs
1 gelöst.
[0013] In einer Ausführungsform der Erfindung wird bei einem Verfahren gemäß Anspruch 1
die Kalibrierung in folgenden Schritten durchgeführt:
- Zuführung eines zu mageren Brennstoff-Luft-Gemisches an den Brenner, dass keine Zündung
erfolgen kann;
- stetige, langsame Anfettung des Brennstoff-Luft-Gemisches durch Öffnen des Gasventils
bei kontinuierlichen Zündungsversuchen;
- bei der Zündung: Berechnung der Luftzahl (λ)ZÜNDUNG aus der Brennertemperatur mit Hilfe der hinterlegten Kennlinie;
- Berechnung des Soll-Massenstroms der Verbrennungsluft mL,S für die Soll-Luftzahl (λ)S aus der Größe des gemessenen Ist-Massenstroms und der berechneten Luftzahl (λ)ZÜNDUNG zum Zeitpunkt der Zündung;
- Speicherung der Start-Luftzahl (λ)ZÜNDUNG für künftige Startvorgänge;
- Bestimmung eines Korridors an der aus den Kalibrierungen entstehenden Kennlinie.
[0014] Bei der ersten Inbetriebnahme eines Gasbrenners sind die Rahmenbedingungen gänzlich
unbekannt. Sowohl die Zusammensetzung des Gases, als auch die Umgebungsbedingungen
spielen für den Start und den Betrieb des Brenners eine entscheidende Rolle. Um einen
sicheren Startvorgang zu gewährleisten, ist es erfindungsgemäß vorteilhaft, eine Kalibrierung
durchzuführen, bei der die entscheidenden Einflussfaktoren ermittelt und berücksichtigt
werden. Der Startvorgang muss jedoch auch nach der ersten Inbetriebnahme im Alltagsbetrieb
immer wieder, abhängig von dem Wärmebedarf, sicher vollzogen werden können. Dazu ist
eine Kalibrierung ebenfalls vorteilhaft, weil auf diese Weise auf unterschiedliche
Bedarfssituationen entsprechend reagiert werden kann. Die Speicherung der bei der
Kalibrierung für die unterschiedlichen Starts ermittelten Luftzahlen birgt die Möglichkeit,
für zukünftige Starts auf diese Zahlen zurückzugreifen. Das ist nutzbringend hinsichtlich
eines sicheren und schnellen Starts des Gasbrenners. Eine Startautomatik, wie sie
der Stand der Technik offenbart, kann diese Vorteile nicht aufweisen, da sie ausschließlich
auf exakt bestimmte Rahmenbedingungen eingestellt sein muss und nicht auf unbekannte
Rahmenbedingungen reagieren kann.
[0015] Die Kalibrierung erfolgt durch ein Verfahren mit mehreren Schritten. Die Zuführung
eines zu mageren Brennstoff-Luft-Gemisches an den Brenner und das stetige langsame
Anfetten des Gas-Luft-Gemisches durch Öffnen des Gasventils bringt den großen Vorteil,
dass es zu keiner Verpuffungsexplosion eines angesammelten, nicht verbrannten Gas-Luft-Gemisches
kommen kann. Grundsätzlich wäre auch eine Annäherung des Gemisches von zu gashaltigem,
fettem hin zu lufthaltigerem, magerem Gemisch möglich, bis ein zündungsfähiges Brennstoff-Luft-Gemisch
am Brenner vorhanden ist, jedoch wäre eine derartige Annäherung bezüglich des Sicherheitsgedanken
äußerst nachteilhaft. Die Berechnungsvorgänge während des Kalibrierungsvorgangs sind
einfach und schnell auszuführen. Bei der Zündung wird die Luftzahl und der Soll-Massenstrom
der Verbrennungsluft mit Hilfe einer in einem Speicher abfragbaren Kennlinie errechnet,
so dass der Brenner direkt in den Betriebszustand überführt werden kann. Die Speicherung
der errechneten Ergebnisse bringt den Vorteil eines zukünftig noch schnelleren Startvorgangs.
[0016] Des weiteren ist es vorteilhaft, wenn die einzelnen Ergebnisse nicht nur gespeichert,
sondern dafür verwendet werden, eine Kennlinie zu entwickeln, um die ein Korridor
bestimmt wird. Dieser Korridor ist für jeden folgenden Startvorgang und für den Betrieb
ein entscheidendes Hilfsmittel, weil durch ihn ein Bereich abgegrenzt wird, in dem
der Brenner in den verschiedenen Leistungsspektren sicher gestartet und betrieben
werden kann. Das hat den großen Vorteil, dass eventuelle Fehlfunktionen, die sich
durch einen Betrieb des Gasbrenners außerhalb des Korridors zeigern, sicher entdeckt
werden und der Brenner nach einer festgelegten Zeitspanne aus Sicherheitsgründen abgeschaltet
wird.
[0017] Vorteilhaft ist auch, die Änderung der Öffnung des Gasventils durch die Modulation
einer Pulsweite, durch die Variation einer Spannung oder eines Stroms einer Ventilspule,
oder durch Betätigung eines Schrittmotors eines Ventils durchzuführen. Auf diese Weise
kann das Gasventil schnell und sicher die benötigten Öffnungen realisieren.
[0018] Des weiteren ist es vorteilhaft, dass für die Feuerungseinrichtung zur Berechnung
der tatsächlichen Start-Luftzahl eine empirisch ermittelte Kennlinie von Start-Luftzahlen
zu bekannten Rahmenbedingungen in einem Speicher hinterlegt ist. Bei verschiedenen
Brennertemperaturen werden dafür vorab unterschiedliche Start-Luftzahlen ermittelt,
die die hinterlegte Kennlinie beschreiben. Mit Hilfe der Kennlinie kann während des
Kalibrierungsvorgangs durch Messen der Brennertemperatur einfach die tatsächliche
Start-Luftzahl errechnet werden.
[0019] Weitere Merkmale und Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens ergeben sich aus der
nachfolgenden Beschreibung. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Ablaufplan des Kalibrierungsvorgangs;
- Fig. 2
- eine Kennlinie, die aus empirischen Ermittlungen für die Feuerungseinrichtung gespeichert
ist;
- Fig. 3
- eine Kennlinie mit einem Korridor, die während des Kalibrierungsvorgangs berechnet
wird.
[0020] Figur 1 zeigt einen Ablaufplan, der die einzelnen Schritte des Kalibrierungsvorgangs
darstellt.
[0021] Der Ablaufplan ist gemäß der dargestellten Pfeile schrittweise von oben nach unten
zu lesen. Untereinander abgebildete Schritte werden nacheinander, nebeneinander abgebildete
Schritte gleichzeitig ausgeführt. Jeder Schritt entspricht einem rechteckigen Kasten.
[0022] Zu Beginn des Kalibrierungsvorgang wird Gas mit einer konstante Luftmenge vermischt.
Das anfangs daraus entstehende Brennstoff-Luft-Gemisch ist absichtlich zu mager, d.h.
der Gasanteil ist zu gering, um gezündet werden zu können. Auf diese Weise ist eine
Ausgangssituation sichergestellt, bei der es zu keiner unerwarteten Zündung, von der
eine Explosionsgefahr ausginge, kommen kann.
[0023] Durch langsames, stetiges Öffnen des Gasventils bei konstantem Luft-Massenstrom wird
das zu dem Brenner strömende Brennstoff-Luft-Gemisch angefettet, d.h. das Verhältnis
von der zugeführten Gasmenge zu der zugeführten Luftmenge steigt. Gleichzeitig werden
durch die Zündanlage kontinuierlich Zündversuche mit dem fortwährend gashaltiger werdenden
Gemisch unternommen:
[0024] Wenn das unbekannte, zur Zündung nötige Verhältnis zwischen Gasmenge und Luftmenge
für die jeweiligen Rahmenbedingungen erreicht ist, zündet das Gemisch und der Gasbrenner
ist gestartet. Genau zu diesem Zeitpunkt des Zündens wird die Brennertemperatur gemessenen.
Mit Hilfe dieser gemessenen Temperatur und der in dem Speicher abgelegten Kennlinie
der Beziehung von Start-Luftzahl zur Brennertemperatur, wird die tatsächliche Luftzahl
zum Zeitpunkt der Zündung berechnet.
[0025] Das Ergebnis dieser berechneten Luftzahl zum Zeitpunkt der Zündung, bei der entsprechend
gemessenen Brennertemperatur, wird abgespeichert, so dass die Luftzahl für zukünftige
Startvorgänge zur Verfügung steht.
[0026] Des Weiteren wird aus dieser Luftzahl der Soll-Massenstrom der zuzuführenden Luftmenge
berechnet. Anschließend kann bei bekannter konstanter Öffnung des Gasventils die zugeführte
Luftmenge von einem gemessenen Istwert zu einem berechneten Sollwert so geändert werden,
dass die Soll-Luftzahl erreicht wird. Die Soll-Luftzahl liegt auf der Soll-Kennlinie,
die das angestrebte Verhältnis von Luftmenge zu Gäsmenge bzw. m
L,tatsächlich / m
L,min bei verschiedenen Wärme-/ Leistungsanforderungen beschreibt. Um diese Soll-Kennlinie
wird ein Korridor erzeugt, der mindestens so groß/breit ist, dass die berechnete Start-Luftzahl
innerhalb dieses Korridors liegt. Die Kennlinie und der erzeugte Korridor werden in
dem Speicher abgelegt, so dass zukünftige Startvorgänge, entsprechend der unterschiedlichen
Wärme-/ Leistungsforderungen, gemäß dieses Korridors durchgeführt werden. Die für
den Gasbrenner vorher unbekannten Rahmenbedingungen sind durch den Kalibrierungsvorgang
für folgende Startvorgänge in bekannte Rahmenbedingungen gewandelt worden.
[0027] Die Ansteuerung einer Soll-Luftzahl von der berechneten Start-Luftzahl kann durch
eine Änderung der zugeführten Luftmenge bei konstant gehaltener Gasöffnung erfolgen.
[0028] Durch Bildung eines Korridors über dem Luft-Massenstrom ist es möglich, angepasst
an die Wärme-/ Leistungsforderung in einem Parameterbereich zu zünden. Würde mit hoher
Leistung gezündet, obgleich nur ein geringer Wärmebedarf besteht, würde viel Energie
in das Heizsystem eingebracht, was im Extremfall zum sofortigen Wiederabschalten des
Gasbrenners führt. Daher kann bei geringem Leistungsbedarf eine bestimmte kleine Gasöffnung
und eine entsprechende Luftmenge angesteuert werden. Für den Fall eines schnellen
Bedarfs an hoher Leistung, z.B dem Brauchwasserbetrieb, steht die maximale Wärme-/
Leistungsabgabe durch eine angesteuerte große Öffnung des Gasventils mit entsprechender
Luftmenge direkt zur Verfügung, ohne sich von einer begrenzten Zündleistung her der
Maximalleistung langsam annähern zu müssen.
[0029] Durch den erzeugten Korridor sind gleichzeitig für den Normalbetrieb auch Grenzen
gesetzt, innerhalb derer der Gasbrenner betrieben wird. Bei Feststellung, dass diese
Grenzen über einen bestimmten Zeitraum über- oder unterschritten werden, ist ein Hinweis
auf eine Fehlfunktion gegeben. Dabei kann es sich beispielsweise um eine Abweichung
des Gasdrucks vom zulässigen Eingangsdruckbereich, eine Abweichung des Gases, oder
um eine Fehlfunktion von Sensoren handeln. Der Gasbrenner schaltet sich in diesem
Fall nach Ablauf einer festgelegten Zeitspanne automatisch ab.
[0030] Figur 2 zeigt eine Detailskizze der für die Feuerungseinrichtung in einem Speicher
hinterlegten Kennlinie. Diese Kennlinie entsteht aus einer Funktion aus Start-Luftzahl
und Brennertemperatur - f(T
Brenner) = λ.
[0031] Die Brennertemperatur ist ein entscheidender Parameter hinsichtlich der zum Start
benötigten Start-Luftzahl. Aus mehreren vorab durchgeführten Startversuchen lässt
sich eine Kennlinie entwickeln, die eine Start-Luftzahl in Abhängigkeit von der Brennertemperatur
bestimmt und der Feuerungseinrichtung in einem Speicher hinterlegt wird. Zur Bestimmung
dieser Kennlinie wird bei kontinuierlichen Zündversuchen ein zu mageres Brennstoff-Luft-Gemisch
langsam angefettet, bis es zur Zündung kommt. Die Luftzahl im Augenblick der Zündung
wird festgehalten. Durch Wiederholung dieses Vorgangs bei verschiedenen Brennertemperaturen
ergibt sich aus den einzelnen Ergebnissen die gesuchte Kennlinie. Durch die Hinterlegung
in einem Speicher kann jederzeit auf die Kennlinie zugegriffen werden.
[0032] Figur 3 zeigt eine Detailskizze der durch den Kalibrierungsvorgang erzeugten Kennlinie
und dem dazu bestimmten Korridor (gestrichelt dargestellt).
[0033] Die entscheidenden Einflussgrößen für die Gemischbildung sind die zugeführte Gasmenge
m
G und Luftmenge m
L. Die Gasmenge m
G ist dabei abhängig von der Öffnung (w) des Gasventils. Um einen hygienischen Betrieb
zu gewährleisten wird die Feuerungsanlage bei einer Luftzahl von etwa λ = 1,3 betrieben.
Die Kennlinie liegt in dem dargestellten Diagramm, je nach Rahmenbedingungen etwas
verschoben in Richtung des oberen oder unteren Bereich. Im oberen Bereich ist das
Brennstoff-Luft-Gemisch fetter, im unteren Bereich magerer. Um die Kennlinie wird
der Korridor bestimmt, durch den Grenzen für den Betrieb und ein sicherer Bereich
für die Luftzahl für folgende Startvorgänge vorgegeben ist. Die obere Grenze limitiert
die Brennbarkeit des Brennstoff-Luft-Gemisches zu dem fetten, die untere Grenze zu
dem mageren Bereich.
1. Verfahren zum Starten einer Feuerungseinrichtung, insbesondere eines Gasbrenners,
bei unbekannten Rahmenbedingungen, wobei für die Feuerungseinrichtung in einem Speicher
eine aus empirischen Ermittlungen bekannte Kennlinie eine Start-Luftzahl in Abhängigkeit
von der Brennertemperatur hinterlegt ist, wobei bei Nichtzünden der Feuerungseinrichtung
a) eine Kalibrierung des Startverlaufs durchgeführt wird, wobei das zum Zünden nötige
Verhältnis von Öffnung des Gasventils (w) zu Luftmenge mL iterativ durch Variation der Gas- und/oder der Luftmenge ermittelt wird, und
b) im Fall der Zündung die Feuerungseinrichtung gestartet und die zutreffende Luftzahl
(λ)ZÜNDUNG mit Hilfe der Kennlinie ermittelt und gespeichert wird, und
c) die durch Kalibrierung ermittelten und gespeicherten Luftzahlen (λ)ZÜNDUNG für folgende Startvorgänge verwendbar sind.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kalibrierung in folgenden Schritten durchgeführt wird:
- Zuführung eines zu mageren Brennstoff-Luft-Gemisches an den Brenner, dass keine
Zündung erfolgen kann,
- stetige, langsame Anfettung des Brennstoff-Luft-Gemisches durch Öffnen des Gasventils
(w) und/oder Reduzieren der zugeführten Luftmenge bei kontinuierlichen Zündüngsversuchen,
- bei Zündung: Berechnung der Luftzahl (λ)ZÜNDUNG aus der Brennertemperatur mit Hilfe der hinterlegten Kennlinie,
- Berechnung des Soll-Massenstroms der Verbrennungsluft mL,S für die Soll-Luftzahl (λS) aus den Größen des Ist-Massenstroms der Verbrennungsluft und der berechneten Luftzahl
(λ)ZÜNDUNG zum Zeitpunkt der Zündung.
- Speicherung der Start-Luftzahl (λ)ZÜNDUNG für künftige Startvorgänge
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass durch entsprechende Kalibrierungen eine Kennlinie entsteht, an der ein Korridor bestimmt
wird, innerhalb oder an dessen Grenzen die Feuerungseinrichtung betrieben wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Kennlinie durch die Funktion w = f(mL), mit w = Öffnung des Gasventils und mL = Luftmasse, beschrieben wird.
5. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Berechnung des Soll-Massenstroms der Verbrennungsluft mL,S für die Soll-Luftzahl (λS) ein sofortiges Ansteuern des errechneten Soll-Betriebszustands mittels der berechneten
Soll-Werte anschließt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Ansteuern des Betriebszustands bezüglich der Soll-Werte durch Anpassung der Gas-
und/oder Luftmenge ausgeführt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass dem Vorgang des Ansteuerns eine Regelung des Brennbetriebes folgt.
8. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Überschreitung der oberen oder eine Unterschreitung der unteren Grenze des Korridors
erfasst wird.
9. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Betrieb der Feuerungseinrichtung außerhalb der Grenzen des Korridors, nach dem
Ablauf einer vorgegebenen Zeitspanne, zum Abschalten des Gerätes führt.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Einstellung der Gasventilsöffnung durch die Variation einer Spannung oder eines
Stroms einer Ventilspule, die Modulation einer Pulsweite, oder durch Regulierung eines
Schrittmotors eines Ventils ausgeführt wird.
1. A method for starting a combustion device, in particular for starting a gas burner,
under unknown basic conditions, wherein a characteristic diagram of a start air ratio
depending on the burner temperature known from empirical analysis is stored for the
combustion device in a memory, wherein after an ignition failure of the combustion
device
a) a calibration of the starting process is performed, wherein the ratio of opening
of the gas valve (w) to air volume mL necessary for ignition is iteratively determined by variation of the gas and/or air
volume; and
b) in case of ignition, the combustion device is started and the applicable air ratio
(λ)IGNITION is determined using the characteristic diagram and stored, and
c) the air ratios (λ)IGNITION determined and stored by means of the calibration are usable for future starting
processes.
2. A method according to claim 1, wherein the calibration is performed by the following
steps:
- feeding a fuel-air-mix, which is too lean, to the burner, so that no ignition can
occur;
- continuous slow enriching of the fuel-air-mix by opening the gas valve (w) and/or
reducing the fed air volume under continuous ignition attempts;
- when ignition occurs: computation of the air ratio (λ)IGNITION from the burner temperature by means of the stored characteristic diagram;
- computation of the target mass flow of the combustion air mL,S for the target air ratio (λS) from the size of the measured actual mass flow of the combustion air and from the
computed air ratio (λ)IGNITION at the point in time of ignition; and
- storing the target air ratio (λ)IGNITION for future starting processes.
3. A method according to claim 1 or 2, wherein a characteristic diagram is generated
by respective calibrations, along which a channel is defined, within which, or at
whose boundaries the combustion device is operated.
4. A method according to claim 3, wherein the characteristic diagram is defined by the
function w = f(mL), with w = opening of the gas valve and mL = air volume.
5. A method according to claim 2, wherein after the computation of the target mass flow
of the combustion air mL,S for the target-air-ratio (λS), an immediate controlling of the computed target operating condition by means of
the computed target values follows.
6. A method according to claim 5, wherein the controlling of the operating condition
with respect to the target values is performed by adapting the gas and/or air volume.
7. A method according to claim 5 or 6, wherein a control of the burner operation is performed
after the controlling process.
8. A method according to claim 3, wherein exceeding the upper boundary of the channel
or undershooting the lower boundary of the channel is detected.
9. A method according to claim 3, wherein operating the combustion device outside of
the boundaries of the channel causes the unit to be switched off after a predetermined
time period has expired.
10. A method according to one of the preceding claims, wherein the adjustment of the gas
valve opening is performed by varying a voltage or a current of a solenoid valve,
the modulation of a pulse width, or by regulating a stepper motor of a valve.
1. Procédé pour mettre en marche un système de combustion, en particulier pour mettre
en marche un brûleur à gaz, dans des conditions générales inconnues, dans lequel un
diagramme caractéristique d'un rapport d'air de démarrage en fonction de la température
du brûleur connu à partir d'un analyse empirique est stocké dans une mémoire pour
le système de combustion, dans lequel, après une défaillance de l'allumage du système
de combustion
a) un étalonnage de l'opération de démarrage est réalisée, dans lequel le rapport
nécessaire de l'ouverture de la vanne de gaz (w) au volume de l'air mL pour l'allumage est déterminé de manière itérative par variation de la quantité du
gaz et / ou la quantité d'air; et
b) en cas d'allumage, le dispositif de combustion a mis en marche et le ratio d'air
(λ)IGNITION applicable est déterminée en utilisant le diagramme caractéristique et stocké, et
c) les ratio d'air (λ)IGNITION déterminée et mémorisée au moyen de l'étalonnage sont utilisables pour processus
d'allumage suivantes.
2. Procédé selon la revendication 1, dans lequel l'étalonnage est effectué par les étapes
suivantes:
- alimentation d'un carburant-air-mix trop pauvre au brûleur de sorte qu'aucun allumage
ne peut se produire;
- enrichissement lentement et stable de carburant-air-mix par l'ouverture de la vanne
de gaz (w) et / ou en réduisant le volume d'air alimenté sous tentatives d'allumage
en continu;
- lorsque l'allumage se produit, le calcul de la ratio d'air (λ)IGNITION de la température du brûleur à l'aide du diagramme caractéristique mémorisé;
- calcul du débit massique cible de l'air de combustion mL,S pour le rapport d'air cible (As) à partir de la taille du débit massique réelle mesurée
de l'air de combustion et à partir du ratio d'air (λ)IGNITION calculé au moment d'allumage; et
- stocker le ratio d'air (λ)IGNITION cible pour processus d'allumage suivantes.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, dans lequel une caractéristiques est générée
par des étalonnages respectifs, le long de laquelle un couloir est défini, à l'intérieur
duquel, ou à des limites duquel de combustion est exploité.
4. Procédé selon la revendication 3, dans lequel la caractéristique est définie par la
fonction w = f(mL), avec w = ouverture de la vanne de gaz et mL = masse de l'air.
5. Procédé selon la revendication 2, dans lequel, un contrôle immédiat de l'état de marche
cible calculée suivant au moyen des valeurs cibles calculées après le calcul du débit
massique cible de l'air de combustion mL,S pour le ratio d'air (λ).
6. Procédé selon la revendication 5, dans lequel le contrôle de l'état de marche par
rapport aux valeurs cibles est réalisée en adaptant le volume de gaz et /ou le volume
d'air.
7. Procédé selon la revendication 5 ou 6, dans lequel un processus de contrôle est effectué
après le contrôle de l'état de marche.
8. Procédé selon la revendication 3, dans lequel un dépassement de la limite supérieure
ou de la limite inférieure du canal du couloir est détecté.
9. Procédé selon la revendication 3, dans lequel le fonctionnement du système de combustion
à l'extérieur des limites du couloir amène le système d'être mis hors tension après
une période de temps prédéterminée a expiré.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel le réglage
de l'ouverture de la vanne de gaz est effectuée en faisant varier une tension ou un
courant d'une électrovanne, la modulation de largeur d'impulsion, ou par la régulation
d'un moteur pas à pas d'une vanne.