[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer rutschhemmenden Beschichtung
auf einem von einer Rolle abwickelbaren oder bogenförmigen Träger, insbesondere zur
Verbesserung der Verarbeitungseigenschaften des Trägers für nachfolgende Verarbeitungsschritte,
wobei auf zumindest einer der beiden Oberflächen des Trägers eine Abdeckschicht aus
rutschhemmendem Material aufgebracht wird, gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] Verfahren dieser Art sind insbesondere dann gebräuchlich, wenn bahnen- oder bogenförmige
Werkstoffe nachfolgenden, automatisierten Anlagenabschnitten zugeführt werden, in
denen eine weitere Verarbeitung erfolgt. Insbesondere kann auch ein Druckvorgang beteiligt
sein, bei dem der Träger mit einer ein- oder mehrfarbigen Druckschicht versehen wird.
Ein Anwendungsbeispiel wäre etwa die Herstellung eines Verpackungsmaterials, wofür
zunächst ein Träger, z.B. eine Papierbahn, von einer Vorratsrolle abgewickelt und
ein- oder mehrfarbig bedruckt wird, bevor es schließlich weiteren Verarbeitungsschritten
wie Schneide- oder Klebevorgängen, oder auch nur einer Lagerung, zugeführt wird. Für
eine störungsfreie Verarbeitung der Papierbahn ist es hierzu notwendig, dass die Papierbahn
über bestimmte Verarbeitungseigenschaften verfügt, etwa eine Oberflächenbeschaffenheit,
die eine gute Handhabbarkeit in zumeist automatisierten Transport- und Verarbeitungsprozessen
sicherstellt. Daher wird die Papierbahn z.B. mit einer Abdeckschicht aus rutschhemmendem
Material versehen, um den Reibungswert, der im folgenden auch als Reibungskoeffizient
oder als Rutschwinkel bezeichnet wird, des Trägers zu erhöhen. Es sind verschiedene
rutschhemmende Materialien bekannt, etwa Lacke, die in flüssiger oder pastöser Form
auf eine oder beide Oberflächen des Trägers aufgebracht werden und in weiterer Folge
aushärten bzw. austrocknen müssen, bevor eine weitere Verarbeitung des Trägers erfolgen
kann. Um bestmögliche Reibungseigenschaften zu erzielen, wird dabei gemäß dem Stand
der Technik die gesamte zu beschichtende Oberfläche des Trägers mit einer Abdeckschicht
versehen. Das erscheint auch deswegen vorteilhaft, weil diese Abdeckschicht darunter
liegende Druckschichten vor Farbabrieb schützt, und dem Werkstoff außerdem einen optisch
mitunter ansprechenden Glanz verleiht.
[0003] Die für die Beschichtung verwendeten, rutschhemmenden Materialien sind allerdings
teuer, sodass der Vorteil verbesserter Verarbeitungseigenschaften mit höheren Kosten
verbunden ist. Außerdem lassen sich vollflächig aufgetragene Lacke oft sehr schlecht
an geplanten Klebestellen verkleben, da sich der Klebstoff schlecht mit der Abdeckschicht
verbinden lässt. Daher wird oft versucht, den Träger an den geplanten Klebestellen
nicht mit einer Abdeckschicht zu versehen. Es muss aber in diesem Fall sichergestellt
werden, dass das zumeist automatisiert vorgenommene Verkleben genau an diesen ausgesparten
Oberflächenbereichen des Trägers erfolgt, was mitunter Schwierigkeiten verursacht.
Das führt wiederum zu höheren Kosten, höherer Reklamationsgefahr, sowie höherer Makulaturgefahr.
Schließlich reduziert die nach Aufbringen der Abdeckschicht erforderliche Trocknungszeit
die gesamte Verarbeitungsgeschwindigkeit. Maßnahmen für eine schnellere Trocknung,
wie etwa eine Erhöhung der Trockungstemperatur, ziehen wiederum höheren Energieaufwand
nach sich.
[0004] In der
DE 203 02 310 U1 wird vorgeschlagen, den Gebrauch von Gütern des täglichen Alltags, wie etwa Schreib-
oder sonstige Unterlagen, Platzdecken als Unterlagen für Gedecke auf Esstischen und
dergleichen, zu erleichtern, indem ein Verrutschen dieser Gegenstände auf einem Untergrund
unterbunden wird. Das wird durch Verwendung eines Polypropylen-Klebematerials als
rutschhemmendes Material erreicht, das nach dem Aushärten eine Restklebrigkeit aufweist.
Das Klebematerial wird dabei als Flächenmuster aufgetragen.
[0005] In der
DE 202 06 101 U1 wird eine Antirutscheinrichtung zum Auftragen bzw. Befestigen auf festem Untergrund
vorgeschlagen, bei der ein Antirutschbelag transparent auf einem Signalband auflaminiert
ist.
[0006] In der
DE 202004017840 U1 wird ein Kunststoff-Flächengebilde beschrieben, das einen flächenhaften, flexiblen
Kunststoffträger, sowie eine auf dem Kunststoffträger aufgebrachte Beschichtung aus
Kunststoff umfasst, wobei die Beschichtung eine strukturierte Oberfläche bildet.
[0007] Die
DE 199 38 828 A1 beschreibt einen Papier- oder Kunststoffsack mit rutschhemmender Beschichtung aus
einer rasterartigen oder flächigen Beschichtung mit einem Kunststoffmaterial mit vergleichsweise
hohem Reibungskoeffizienten. Der Auftrag der Beschichtung kann einzelpunktweise oder
auch rasterartig erfolgen. Ziel der rutschhemmenden Beschichtung ist es, das Verrutschen
palettierter Stapel zu vermeiden.
[0008] Die
JP 03241092 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung einer rutschhemmenden Beschichtung auf Wellpappe
mithilfe einer Lackschicht. Das Ziel einer solchen Beschichtung ist wiederum eine
verbesserte Lagerfähigkeit des Materials.
[0009] Auch die
US 4,421,805 bezieht sich in erster Linie auf die Verbesserung der Stapelfähigkeit von Transportsäcken,
indem deren gegenseitiges Verrutschen mithilfe einer Schicht auf der Basis eines Polyamid-Harzes
unterbunden wird. Diese Schicht kann vollflächig oder auch rasterförmig aufgetragen
werden.
[0010] Die
DE 203 11 507 U1 betrifft flächiges, rutschhemmendes Material in Form von Matten oder Rollen, das
als Unterlage zur Sicherung schwerer Transportgüter vorgesehen ist. Die Beschichtung
soll dabei nicht klebrig sein, was erreicht wird, indem ein leicht klebrige Filme
bildendes, organisches Monomer oder Polymer in Form einer Suspension oder Paste aus
"blähfähigen Mikrokapseln" in einer Lösung, Suspension oder Emulsion des Monomers
bzw. Polymers auf die Matten aufgebracht wird. Die Matten stehen zunächst in Form
von Endlos-Rollen zur Verfügung, die nach der Beschichtung entsprechend zugeschnitten
werden. Die Beschichtung erfolgt vorzugsweise teilflächig, etwa in Form von Streifen.
[0011] Die
EP 1 407 831 A2 beschäftigt sich mit der Herstellung von Siegellackschichten auf Folien oder Folienverbunden,
etwa mithilfe von Tiefdruckverfahren. Die Folien können auch aus Papier bestehen,
und etwa zur Herstellung eines flexiblen Verpackungsmaterials dienen. Des Weiteren
werden Anlagen für ein solches Verpackungsmaterial beschrieben, bei denen eine Abwickelvorrichtung,
eine Kaschierstation, eine Druckstation, eine Drucküberlackbeschichtungsstation, eine
Siegelschichtstation und eine dieser nach geordnete Aufwickelstation Verwendung finden.
Die
EP 1 407 831 A2 schlägt dabei hinsichtlich der Siegelschichtstation eine Methode zur Herstellung
einer teilflächigen Siegelschicht mithilfe von elektrostatischen Beschichtungsverfahren
vor.
[0012] Es ist daher das Ziel der Erfindung, Verfahren bereitzustellen, die diese Nachteile
vermeiden. Des Weiteren wäre es wünschenswert, wenn der Reibungswert des bahn- oder
bogenförmigen Werkstoffes auf den jeweiligen nachfolgenden Verarbeitungsvorgang optimiert
werden könnte, was derzeit nur durch Verwendung unterschiedlicher rutschhemmender
Materialien, oder durch Verwendung eines rutschhemmenden Materials mit z.B. variierender
Viskosität, denkbar wäre. Diese Ziele werden durch die Merkmale von Anspruch 1 verwirklicht.
[0013] Anspruch 1 bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung einer rutschhemmenden Beschichtung
auf einem von einer Rolle abwickelbaren oder bogenförmigen Träger zur Verbesserung
der reibungsbedingten Verarbeitungseigenschaften des Trägers für nachfolgende Verarbeitungsschritte,
wie etwa Schneide-, Stanz- oder Faltprozesse, wobei auf zumindest einer der beiden
Oberflächen des Trägers eine Abdeckschicht aus Lack aufgebracht wird, der nur über
Teilflächen der Oberfläche des Trägers aufgedruckt wird, und vor dem Auftragen der
Abdeckschicht ein ein- oder mehrfarbiger Druckvorgang auf der Oberfläche des Trägers
erfolgt. Erfindungsgemäß ist dabei vorgesehen, dass die Abdeckschicht rasterförmig
aufgetragen wird. Es hat sich nämlich überraschenderweise herausgestellt dass der
Rutschwinkel eines Werkstoffes im Vergleich zu einer vollflächigen Beschichtung mit
der Abdeckschicht wesentlich höher ist, wenn die Beschichtung der Oberfläche nicht
zur Gänze erfolgt. Somit kann nicht nur der Rutschwinkel erhöht werden, was oft vielfacher
Wunsch etwa der Verpackungsindustrie ist, sondern gleichzeitig auch teures Material
für die Herstellung der Abdeckschicht eingespart werden.
[0014] Im Detail zeigen Beobachtungen des Anmelders, dass der Rutschwinkel ausgehend von
vollflächiger Beschichtung des Trägers zunächst zunimmt, wenn das Abdeckverhältnis,
also das Verhältnis zwischen den von der Abdeckschicht bedeckten Teilflächen und der
Gesamtfläche der betreffenden Oberfläche des Trägers, ausgehend vom Wert 100% auf
niedrigere Prozentwerte reduziert wird. Bei weiterer Reduzierung des Abdeckverhältnisses
wird schließlich ein Maximalwert des Rutschwinkels durchlaufen, der größer als der
Rutschwinkel bei vollflächiger Beschichtung ist. Nach Durchlaufen dieses Maximalwerts
stellt sich schließlich das erwartete Verhalten ein, indem der Rutschwinkel abnimmt,
je kleiner man die Teilflächen der Oberfläche des Trägers, die mit der Abdeckschicht
versehen werden, wählt. Bei einem bestimmten Abdeckverhältnis stellt sich letztendlich
derselbe Rutschwinkel wie bei vollständig bedeckter Oberfläche ein. In dieser Situation
ergibt sich aber bereits eine beachtliche Einsparung an rutschhemmendem Material für
die Abdeckschicht. Bei weiterer Reduktion des Abdeckverhältnisses fällt der Rutschwinkel
schließlich unter diesen Wert und nimmt in weiterer Folge immer mehr ab, bis er jenen
Wert einnimmt, der dem Rutschwinkel des unbeschichteten Trägers entspricht.
[0015] Die in Anspruch 1 genannten, nachfolgenden Verarbeitungsschritte können dabei Schritte
zur Bearbeitung des beschichteten Trägers, wie etwa Schneide-, Stanz- oder Faltprozesse
sein.
[0016] Zum rasterförmigen Auftragen der Abdeckschicht stehen mehrere, dem Fachmann wohlbekannte
Methoden aus der Drucktechnik zur Verfügung, mit denen das rutschhemmende Material
auf die Oberfläche des Trägers in Form eines Rasters aufgetragen werden kann. Durch
Variation des Rasters können die oben erwähnten Abdeckverhältnisse sichergestellt
werden, wie noch näher beschrieben werden wird. Das Abdeckverhältnis wird im Zusammenhang
mit einem Raster im Folgenden auch als "Prozentwert des Rasters" bezeichnet.
[0017] Anspruch 2 nützt die Beobachtung aus, dass durch Variation des Abdeckverhältnisses
der Rutschwinkel des Werkstoffes gezielt verändert werden kann. Gemäß Anspruch 2 wird
nämlich das Verhältnis zwischen den von der Abdeckschicht bedeckten Teilflächen und
der Gesamtfläche der betreffenden Oberfläche des Trägers in Abhängigkeit vom gewünschten
Reibungswert (Rutschwinkel) der Oberfläche gewählt. Damit kann der Reibungswert des
bahn- oder bogenförmigen Werkstoffes auf den jeweiligen nachfolgenden Verarbeitungsvorgang
abgestimmt werden.
[0018] Anspruch 3 sieht vor, dass die Schichtdicke der Abdeckschicht in Abhängigkeit vom
gewünschten Reibungswert der Oberfläche gewählt wird. Sollte etwa der Eindruck einer
geschlossenen Abdeckschicht zwecks Glanz notwendig sein, so kann man das Abdeckverhältnis
höher wählen, aber gleichzeitig die Schichtstärke reduzieren. So kann man den optischen
Eindruck einer geschlossenen Abdeckschicht erhalten, aber wegen der reduzierten Schichtstärke
dennoch eine erhebliche Einsparung erzielen.
[0019] Anspruch 4 schlägt vor, als Träger Papier, Karton, Textilien, Aluminiumfolien, Kunststofffolien
oder Verbundfolien aus zumindest zwei der vorgenannten Materialien zu verwenden.
[0020] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der beiliegenden Zeichnungen näher erläutert.
Hierbei zeigen die
Fig. 1 einen schematischen Querschnitt entlang der Linie A-A von Fig. 4 eines Abschnittes
eines erfindungsgemäßen Werkstoffes bestehend aus einem Träger, einer Druckschicht
und einer Abdeckschicht,
Fig. 2 eine schematische Darstellung des Werkstoffes von Fig. 1 von oben gesehen für
ein erstes Abdeckverhältnis,
Fig. 3 eine schematische Darstellung des Werkstoffes von Fig. 1 von oben gesehen für
ein zweites Abdeckverhältnis, und
Fig. 4 eine schematische Darstellung des Werkstoffes von Fig. 1 von oben gesehen für
ein drittes Abdeckverhältnis.
[0021] In der Fig. 1 ist eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Werkstoffes
gezeigt, der aus einem Träger 1, gegebenenfalls einer Druckschicht 2, sowie einer
Abdeckschicht 3 besteht. Der Träger 1 kann etwa eine Papierbahn, ein Papierbogen,
ein Karton, ein Textil, eine Aluminiumfolie, eine Kunststofffolie, eine Verbundfolie
aus zumindest zwei der vorgenannten Werkstoffen oder dergleichen sein. Jedenfalls
ist der Träger 1 von einer Rolle abwickelbar oder bogenförmig, und ist somit geeignet,
im Zuge automatisierter Verarbeitungsprozesse nachfolgenden Verarbeitungsschritten
zugeführt zu werden.
[0022] Die Druckschicht 2 kann auch aus mehreren Farbschichten bestehen, etwa wenn im Zuge
des Bedruckens des Trägers 1 mehrere Farbebenen aufgetragen werden.
[0023] Wie bereits erwähnt wurde, ist es für eine störungsfreie Verarbeitung des Trägers
1 in nachfolgenden Verarbeitungsschritten notwendig, dass der Träger 1 über bestimmte
Verarbeitungseigenschaften verfügt, etwa eine Oberflächenbeschaffenheit, die eine
gute Handhabbarkeit in zumeist automatisierten Transport- und Verarbeitungsprozessen
sicherstellt. Daher wird der Träger 1 mit einer Abdeckschicht 3 aus rutschhemmendem
Material versehen, um den Reibungswert des Trägers 1 zu erhöhen. In der Fig. 1 ist
etwa dargestellt, dass nur die nach oben orientierte Oberfläche des Trägers 1 bzw.
der Druckschicht 2, mit einer Abdeckschicht 3 versehen ist, nicht aber die nach unten
orientierte Oberfläche des Trägers 1. Es können aber auch beide Oberflächen des Trägers.1
mit einer Druckschicht 2 und/oder einer Abdeckschicht 3 versehen sein.
[0024] Es sind verschiedene rutschhemmende Materialien bekannt, etwa Lacke, die in flüssiger
oder pastöser Form auf eine oder beide Oberflächen des Trägers 1 aufgebracht werden,
und in weiterer Folge aushärten bzw. trocknen müssen, bevor eine weitere Verarbeitung
des Trägers 1 erfolgen kann. Diese Lacke stellen farblose, glänzende oder matt trocknende
Materialien dar, die entweder als Drucklack durch die Druckmaschine, oder als Dispersionslack
auf wässriger Basis durch ein eigenes Drucklackwerk, auf den Träger 1 bzw. die Druckschicht
2 aufgebracht werden. Das Lackieren stellt im Rahmen von Druckverfahren zumeist die
letzte Druckphase dar und verbessert nicht nur das Aussehen eines Druckproduktes,
sondern erhöht, vor allem bei mattem Papier, auch die Abriebfestigkeit der Druckfarben
der Druckschicht 2. Nicht zuletzt weisen diese Lacke aber auch rutschhemmende Wirkung
auf, die im Fall einer nachfolgenden Verarbeitung des Druckprodukts ausgenutzt wird.
In herkömmlicher Weise wird dabei die gesamte zu beschichtende Oberfläche des Trägers
1 mit einer Abdeckschicht 3 versehen, um bestmögliche Reibungseigenschaften zu erzielen.
Die Abdeckschicht 3 hat ferner den Zweck, die darunter liegende Druckschicht 2 vor
Farbabrieb zu schützen.
[0025] Erfindungsgemäß ist jedoch vorgesehen, dass die Abdeckschicht 3 nur über Teilflächen
der Oberfläche des Trägers 1 aufgetragen wird. Wie bereits erwähnt wurde, ist der
Rutschwinkel eines Werkstoffes im Vergleich zu einer vollflächigen Beschichtung mit
der Abdeckschicht 3 wesentlich höher, wenn die Beschichtung der Oberfläche nicht zur
Gänze erfolgt. In bevorzugter Weise erfolgt das Auftragen der Abdeckschicht 3 etwa
rasterförmig, wobei die Form des Rasters prinzipiell unwesentlich ist. Je nach Anwendungsfall
können sich unterschiedliche Rasterformen als geeignet erweisen, wobei die Auswahl
der optimalen Rasterform eine für den Fachmann übliche Aufgabe darstellt. Durch Variation
des Rasters können unterschiedliche Abdeckverhältnisse sicher gestellt werden. In
den Fig. 2 bis 4 ist etwa ein einfaches Beispiel eines Rasters dargestellt, das aus
einzelnen Rasterpunkten 4 besteht, die in regelmäßiger Anordnung über die Oberfläche
5 des Trägers 1 bzw. der Druckschicht 2 angeordnet sind. Ein Rasterpunkt 4 ist dabei
ein druckbares Bildelement, welches in verschiedenen Abständen zueinander oder in
verschiedenen Größen aufgetragen werden kann. Das in den Fig. 2 bis 4 beispielhaft
gezeigte Raster würde etwa einem frequenzmodulierten Raster entsprechen, also einem
Raster, bei dem die Oberfläche 5 in Rasterpunkte 4 gleicher Grösse aufgeteilt wird,
wobei die Variation des Prozentwerts des Rasters, also des Abdeckverhältnisses, über
die Anzahl der Punkte in der Fläche (die Frequenz) erfolgt. Die Rasterpunkte 4 könnten
dabei auch stochastisch angeordnet sein. Im Gegensatz hierzu könnte die Oberfläche
5 aber auch in eine feste Zahl von Rasterpunkten 4 aufgeteilt sein (z.B. "24er-Raster":
24x24 Punkte pro cm
2), und die Variation des Prozentwerts des Rasters über die Grösse der Punkte (die
Amplitude) erfolgen, wobei man in diesem Fall auch von einem amplitudenmodulierten
Raster spricht. Diese beiden Rastertypen können aber auch kombiniert werden. In den
Fig. 2 bis 4 ist schematisch eine Rasterform mit jeweils unterschiedlichen Prozentwerten
dargestellt. In der Fig. 2 ist etwa ein Raster mit vergleichsweise niedrigem Abdeckverhältnis
gezeigt. Sind z.B. 30% der Gesamtfläche der Oberfläche 5 mit Rasterpunkten 4 bedeckt,
so spricht man auch von einem "30%igen Raster". In der Fig. 3 wurde die Anzahl der
Rasterpunkte 4 erhöht und stellt z.B. einen "50%igen Raster" dar. Die Fig. 4 stellt
schließlich schematisch einen "70%igen Raster" dar. Es sind jedoch auch alle anderen
Arten von Rasterformen sowie Abdeckverhältnissen denkbar.
[0026] Für das Auftragen der Rasterpunkt 4 stehen dem Fachmann mehrere, wohlbekannte Methoden
aus der Drucktechnik zur Verfügung, mit denen das rutschhemmende Material auf die
Oberfläche 5 des Trägers 1 in Form eines Rasters aufgetragen werden kann. Die Wahl
des optimalen Druckverfahrens wird von den Eigenschaften des Trägers 1 bzw. der Druckschicht
2, von den Anforderungen aufgrund der nachfolgenden Verarbeitungsschritte, von der
Art des rutschhemmenden Materials, oder auch einfach von der Kostenfrage abhängen.
Je nach Anwendungsfalls wird sich der Fachmann somit für unterschiedliche Hoch-, Flach-,
Tief- oder Durchdruckverfahren entscheiden, wie etwa Flexodruck, Offsetdruck, Siebdruck,
oder auch thermische Druckverfahren. Die gegenständliche Erfindung lässt sich jedenfalls
mit all diesen Druckverfahren verwirklichen.
[0027] Wird von einem Träger 1 aus einem bestimmten Material ausgegangen, etwa ein Papierbogen,
so verfügt dieser Träger 1 nach dem Bedrucken mit der Druckschicht 2 über einen bestimmten
Reibungswert (Rutschwinkel). Dieser Rutschwinkel ist kleiner als jener Rutschwinkel,
der sich bei vollflächigem Lackieren mit der Abdeckschicht 3 ergibt. Bei vollflächigem,
rasterförmigen Lackieren mit der Abdeckschicht 3 handelt es sich um ein "100%iges
Raster". Wie bereits erwähnt wurde, nimmt der Rutschwinkel ausgehend von einer solchen
vollflächigen Beschichtung des Trägers 1 bzw. der Druckschicht 2 zunächst zu, wenn
der Prozentwert des Rasters reduziert wird, etwa auf ein 70%iges Raster (Fig. 4).
Bei weiterer Reduzierung des Abdeckverhältnisses wird schließlich z.B. bei einem 50%igen
Raster (Fig. 3) ein Maximalwert des Rutschwinkels durchlaufen, der größer als der
Rutschwinkel bei vollflächiger Beschichtung ist. Nach Durchlaufen dieses Maximalwerts
stellt sich schließlich das erwartete Verhalten ein, indem der Rutschwinkel abnimmt,
je kleiner man die Teilflächen der Oberfläche 5 des Trägers 1, die mit der Abdeckschicht
3 versehen werden, wählt. Bei einem bestimmten Abdeckverhältnis stellt sich letztendlich
derselbe Rutschwinkel wie bei vollständig bedeckter Oberfläche ein. Bei einem 24iger
Raster wäre das etwa bei einem 30%igen Raster der Fall (schematisiert in Fig. 2).
In dieser Situation ergibt sich aber bereits eine beachtliche Einsparung an rutschhemmendem
Material für die Abdeckschicht 3 von etwa 70%. Bei weiterer Reduktion des Abdeckverhältnisses
fällt der Rutschwinkel schließlich unter diesen Wert und nimmt in weiterer Folge immer
mehr ab, bis er jenen Wert einnimmt, der dem Rutschwinkel des unbeschichteten Trägers
1 bzw. der Druckschicht 2 entspricht.
[0028] Durch Variation des Abdeckverhältnisses kann daher der Rutschwinkel des lackierten
Druckwerkes gezielt verändert werden. Es muss lediglich das Verhältnis zwischen den
von der Abdeckschicht 3 bedeckten Teilflächen und der Gesamtfläche der betreffenden
Oberfläche 5 des Trägers 1 in Abhängigkeit vom gewünschten Reibungswert (Rutschwinkel)
der Oberfläche 5 gewählt werden. Damit kann der Reibungswert des erfindungsgemäßen
bahn- oder bogenförmigen Werkstoffes auf den jeweiligen nachfolgenden Verarbeitungsvorgang
abgestimmt werden.
[0029] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren bzw. dem erfindungsgemäßen Werkstoff gelingt
es somit, die Menge des für die Beschichtung verwendeten, rutschhemmenden Materials
zu reduzieren, womit eine erhebliche Kostensenkung verbunden ist. Des Weiteren lassen
sich Klebevorgänge leichter durchführen, da aufgrund des Rasters der Klebstoff, z.B.
Leim, eine Verbindung zum Träger 1, z.B. Papier, aufbauen, und so die notwendigen
Klebeeigenschaften erreichen kann. Das führt wiederum zu niedrigeren Kosten, sowie
niedrigerer Reklamations- und Makulaturgefahr. Schließlich kann aufgrund der geringeren
Mengen des für die Abdeckschicht 3 notwendigen Materials die erforderliche Trocknungszeit
reduziert werden, was die gesamte Verarbeitungsgeschwindigkeit erhöht. Maßnahmen für
eine schnellere Trocknung, wie etwa eine Erhöhung der Trockungstemperatur oder dergleichen,
sind nicht mehr bzw. in verringertem Ausmaß notwendig.
1. Verfahren zur Herstellung einer rutschhemmenden Beschichtung auf einem von einer Rolle
abwickelbaren oder bogenförmigen Träger (1) zur Verbesserung der reibungsbedingten
Verarbeitungseigenschaften des Trägers (1) für nachfolgende Verarbeitungsschritte,
wie etwa Schneide-, Stanz- oder Faltprozesse, wobei auf zumindest einer der beiden
Oberflächen (5) des Trägers (1) eine Abdeckschicht (3) aus Lack aufgebracht wird,
der nur über Teilflächen der Oberfläche (5) des Trägers (1) aufgedruckt wird, und
vor dem Auftragen der Abdeckschicht (3) ein ein- oder mehrfarbiger Druckvorgang auf
der Oberfläche (5) des Trägers (1) erfolgt, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckschicht (3) rasterförmig aufgetragen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis zwischen den von der Abdeckschicht (3) bedeckten Teilflächen und der
Gesamtfläche der betreffenden Oberfläche (5) des Trägers (1) in Abhängigkeit vom gewünschten
Reibungswert der Oberfläche (5) gewählt wird.
3. Verfahren nach Anspruche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schichtdicke der Abdeckschicht (3) in Abhängigkeit vom gewünschten Reibungswert
der Oberfläche (5) gewählt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass als Träger (1) Papier, Karton, ein textiler Werkstoff, eine Aluminiumfolie, eine
Kunststofffolie, oder eine Verbundfolie aus zumindest zwei der vorgenannten Werkstoffen
verwendet wird.
1. Method for producing a non-slip coating on a carrier (1) which is in the form of a
sheet or can be unwound off a roll, for improving the friction-related treatment characteristics
of the carrier (1) for subsequent treatment steps, such as for example cutting, stamping
or folding processes, a covering layer (3) consisting of lacquer being applied to
at least one of the two surfaces (5) of the carrier (1), the lacquer being printed
on only over partial areas of the surface (5) of the carrier (1), and prior to the
application of the covering layer (3), a single-coloured or multicoloured printing
process takes place on the surface (5) of the carrier (1), characterised in that the covering layer (3) is applied in the form of a grid.
2. Method according to claim 1, characterised in that the ratio between the partial areas covered by the covering layer (3) and the total
area of the respective surface (5) of the carrier (1) is selected as a function of
the desired friction value of the surface (5).
3. Method according to one of claims 1 to 2, characterised in that the layer thickness of the covering layer (3) is selected as a function of the desired
friction value of the surface (5).
4. Method according to one of claims 1 to 3, characterised in that the carrier (1) used is paper, cardboard, a textile material, an aluminium foil,
a plastics material film, or a composite sheet made of at least two of the aforementioned
materials.