[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Reinigen
von Formen mit Trockeneis.
[0002] Zum Reinigen der Innenoberfläche bzw. der Innenwandungen von im industriellen Bereich
eingesetzten Formen und Werkzeugen, im wesentlichen von solchen aus Metall, sind unterschiedlichste
chemische und physikalische Reinigungsverfahren und Möglichkeiten bekannt.
[0003] Chemische Reinigungsverfahren erfordern aufgrund der dort verwendeten oft· aggressiven
Mittel und aufgrund gesetzlicher Vorschriften einen hohen Aufwand an Sicherheits-
und Entsorgungseinrichtungen. Daher ist es bei den physikalischen Reinigungsverfahren,
bei denen die Verunreinigungen in der Regel durch Beschuss oder Bestrahlung der zu
reinigenden Oberfläche mit Sand-, Metall- oder Glaspartikeln entfernt werden, erforderlich,
dass das Reinigen selbst in gesonderten Kabinen durchgeführt wird. Hierfür muss das
zu reinigende Bauteil zunächst aus der entsprechenden Maschine ausgebaut und in eine
solche Kabine eingelegt werden.
[0004] Eine weitere Alternative besteht darin, Bauteile mittels Beschuss durch Trockeneispellets,
also kleinen Trockeneis-Stücken in Reiskorngröße, zu reinigen. Beim Trockeneis handelt
es sich um in den festen Aggregatzustand überführtes und auf mindestens -78.5°C gekühltes
Kohlendioxid. Trockeneis geht unter Atmosphärendruck unmittelbar vom festen Aggregatzustand
in den gasförmigen über, wobei keine Schmelzflüssigkeit entsteht. Dadurch kann auf
besonders einfache Weise, nämlich mit normaler Druckluft, sowohl der Beschuss mit
Trockeneis als auch die Absaugung und Abfuhr der Schmutzpartikel erfolgen.
[0005] Zu Reinigungszwecken kann Trockeneis in verschiedenen Formen verwendet werden. Trockeneis
liegt bei der Produktion in Form von Schnee vor. Um hartnäckigere Verschmutzungen
abrasiv zu entfernen wird er zu Trockeneisgranulat bzw. Trockeneispellets komprimiert,
indem man ihn durch Matrizen drückt. Die Massendichte der Pellets beträgt etwa 1000
kg/m
3. Sie haben die Form von Stiften mit einer Länge von etwa 5 mm bis 30 mm und einem
Durchmesser von etwa 3 mm.
[0006] Aus der
DE 199 36698 C1 ist eine Vorrichtung zur Reinigung von Vulkanisationsformen bekannt. Die Vorrichtung
weist eine mehrachsig bewegliche Strahleinrichtung und eine Manipulationseinrichtung
auf. Die Strahleinrichtung und die Manipulationseinrichtung werden von einer Isolationshaube
aufgenommen. Die Isolationshaube wird über einen Auslegearm und einen Adapterring
am Außenumfang einer Teilform angeschlossen. Die Vorrichtung soll beliebige Teilformen
von Vulkanisationsformen ohne Abwarten bis zum Auskühlen der Formen reinigen können.
Zudem soll der Strahl- bzw. Reinigungsbereich abgekapselt werden.
[0007] Die
FR-A-2 837 122 offenbart eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Reinigen bzw. zum Abbeizen von Oberflächen.
Die zu reinigenden Oberflächen können aus Metallen oder Verbundwerkstoffen ausgebildet
sein. Bei diesem Verfahren ist vorgesehen, die Oberflächen mittels Druckluft und cryogenem
CO
2 zu reinigen. Um die Reinigungswirkung zu verbessern wird das cryogene CO
2 mit einem Zusatz aus synthetischen oder mineralischen Partikeln versehen. Die synthetischen
Zusätze können beispielsweise aus Talk oder mit Harz umhüllten Recyclingabfall ausgebildet
sein. Mit diesem Verfahren sollen Beschichtungen, wie z.B. Farbe, Antikorrosionsfarbe,
Staub bzw. Schleifstaub und natürliche Verunreinigungen, wie Fette entfernt werden.
[0008] In der
DE 102 33 304 A1 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Entfernen von Dünnfilm- und Dünnschicht-Verschmutzungen
auf festen Oberflächen beschrieben. Dabei wird einem Trockeneisluftstrahl flüssiges
Reinigungsmittel derart zugesetzt, dass es zeitgleich mit dem Trockeneisluftstrahl
auf einer zu reinigenden Oberfläche auftrifft. Der Reinigungsmittelzusatz soll den
Reinigungsvorgang beschleunigen und verbessern. Dadurch soll das Trockeneisstrahlgut
nur sehr kurz auf eine zu reinigende Oberfläche gerichtet werden, wodurch die Kältespannungen
des zu reinigenden Objekts verringert werden und damit auch für empfindliche Materialien
beherrschbar werden. Auf diese Weise sollen auch sensible Oberflächen, wie z.B. Glas,
effektiv und schadensfrei gereinigt werden. Das Reinigungsmittel kann an verschiedenen
Stellen der Vorrichtung dem Trockeneisluftstrahl zugeführt werden.
[0009] Aus der
GB-A-2 145 643 geht eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Reinigen von Maschinen und Vorrichtungen
in Kernkraftwerken durch abrasive Bestrahlung hervor. Dabei ist vorgesehen Trockeneispartikel
auf die zu reinigende Oberfläche aufzubringen. Den Trockeneispartikeln können Eispartikel
und/oder oberflächenaktive Zusätze beigemischt sein, um zu verhindern, dass die gelösten
Teilchen sich in der Atmosphäre verteilen. Insbesondere sollen gelöste kontaminiert
Partikel im Schmelzwasser gebunden werden, wodurch die Entfernung kontaminierter Partikel
vereinfacht werden soll.
[0010] In der
WO 99/03640 ist eine Vorrichtung und ein Verfahren zum abrasiven Schneiden beschrieben. Das Verfahren
ist insbesondere zum Schneiden von empfindlichen Materialien, wie z.B. Sprengstoff,
vorgesehen. Dabei wird in einem Vorratstank eine erste Flüssigkeit unter Umgebungstemperatur
abgekühlt, die gekühlte Flüssigkeit wird dann mit Druck beaufschlagt und in Form eines
Strahls ausgegeben. Dem Strahl wird eine zweite Flüssigkeit zugeführt, um feste abrasiv
wirkende Partikel im Düsenkörper zu bilden. Diese Partikel sollen den Schneidvorgang
ausführen, ohne das eine Sprengung ausgelöst wird.
[0011] Weitere Vorrichtungen zur Reinigung mit Trockeneis sind von der Linde AG bekannt.
Diese arbeiten im wesentlichen nach 2 unterschiedlichen Prinzipien, den Druckstrahlgeräten
mit 1-Schlauch-System und den Geräten mit Ansaugprinzip mit 2-Schlauch-System.
[0012] Bei den 1-Schlauch-Strahlsystemen werden über eine rotierende Luftschleuse reiskorngroße
Pellets vom Vorratsbehälter der Maschine in einen Drucktuftstrom zudosiert, in Richtung
einer Strahlpistole davongetragen und schließlich in einer Lavaldüse auf annähernd
Schallgeschwindigkeit beschleunigt. Die Pellets prallen dann auf die zu reinigende
Oberfläche.
[0013] Die 2-Schlauch-Strahlsysteme verwenden das Ansaugprinzip. Ein Druckluftstrom erzeugt
ein partielles Vakuum in einer Strahlpistole. Das Trockeneisgranulat wird vom Vorratsbehälter
des Gerätes über eine Dosierschnecke in einen Ansaugbereich transportiert. Dort werden
die Pellets vom Unterdruck im Strahlschlauch mitgerissen und zu einer Venturidüse
befördert, von wo aus sie in Richtung des Reinigungsziels beschleunigt werden.
[0014] Beim Beschuss mit Trockeneispellets entstehen mehrere vorteilhafte Effekte. Neben
dem zunächst erfolgenden mechanischen Abtragen von Verunreinigungen durch Abrasion
ergibt sich eine starke punktuelle Abkühlung des bestrahlten Bereiches, wodurch die
Verunreinigungen, besonders bei Kunststoffresten in Kunststoffformen, verspröden und
sich leichter entfernen lassen. Zudem entsteht beim Aufprall der Trockeneispellets
auf die Oberfläche unter Atmosphärendruck der bereits genannte Übergang des Trockeneises
in den gasförmigen Zustand, wobei eine ca. 700fache Volumenvergrößerung des Trockeneises
stattfindet. Die dadurch entstehenden Gaswirbel sind in der Lage, die unterkühlten
und versprödeten Verunreinigungen auszublasen, ohne den Untergrund oder die Oberfläche
selbst zu beschädigen.
[0015] Manchmal ist es von Nachteil bei den bekannten Verfahren zur Reinigung von Vulkanisationsformen
oder anderen Formen zur Kunststoffformgebung mit Trockeneis, dass zu sauber gereinigt
wird. Das heißt nach dem Reinigen einer Vulkanisationsform fehlt eine "Restverunreinigung"
oder "Rückverunreinigung" in den Formen, dies kann zu einem Ausschuss beim Wiederanfahren
der Maschinen führen. Um dieses Problem zu beheben wird oftmals nach dem Reinigen
eine Trennmittelschicht in die Formen eingebracht. Diese Trennmittelschicht soll ein
Anhaften der Kunststoffteile in den Formen verhindern. Die Dicke der Trennmittelschicht
kann aber nicht genau festgelegt werden, daher kommt es beim Wiederanfahren der Maschinen
zunächst zu einer Produktion von Ausschussteilen, da meistens eine zu dicke Trennmittelschicht
aufgebracht wird. In vielen Fällen sind die Formen nach dem nachträglichern Aufbringen
der Trennmittelschicht vollständig ausgekühlt, was zu einem zeitlichen Mehraufwand
führt, da die Formen vor dem Anfahren erst wieder vollständig aufgeheizt werden müssen.
[0016] Aufgabe der Erfindung ist es ein Verfahren bereitzustellen, mit dem es möglich ist,
dass Formen schnell gereinigt werden können und dass zuverlässig verhindert wird,
dass nach dem Reinigen neue Kunststoffformteile an der Form anhaften.
[0017] Die Aufgabe wird mit einem Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0018] Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den jeweiligen Unteransprüchen angegeben.
[0019] Erfindungsgemäß ist ein Verfahren zum Reinigen von Formen zur Kunststoffformgebung,
insbesondere PUR-Formteile, mit Trockeneis vorgesehen, wobei das Trockeneis aus einem
Vorratsbehälter gefördert wird, über eine Mischeinheit dosiert und/oder mit Pressluft
gemischt wird. Das Trockeneis wird zusammen mit einem Trennmittel auf eine zu reinigende
Oberfläche gestrahlt.
[0020] Mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens wird eine Trennmittelschicht auf der Oberfläche
der Form aufgetragen. Hierbei wird ein Teil des aufgetragenen Trennmittels wiederum
durch das auf die Oberfläche treffende Trockeneis wieder entfernt. Hierdurch entsteht
ein Gleichgewichtszustand zwischen Auf- und Abtragung des Trennmittels. Dies führt
dazu, dass das Trennmittel in einer sehr dünnen Schicht aufgetragen wird, die es erlaubt,
die Form ohne weitere Behandlung und Verzögerung sofort zum Herstellen eines weiteren
Kunststoffformteils zu verwenden, das nach der Herstellung leicht aus der Form entfernt
werden kann.
[0021] Mit der Erfindung wird somit der Ausschuss an Kunststoffformteilen erheblich vermindert
und die Produktion kann wesentlich schneller wieder aufgenommen werden.
[0022] Durch das erfindungsgemäße Verfahren ist es möglich die Formen ohne Ausbau aus den
Maschinen und ohne dass die Formen vollständig auskühlen zu Reinigen, was zu einer
erheblichen Zeitersparnis führt.
[0023] Der Zeitaufwand beim Anfahren ist sehr gering, da die Formen nach dem Reinigen nur
geringfügig abgekühlt sind und somit weniger Energie und Zeit zum Aufheizen erforderlich
ist.
[0024] Auf den Einsatz von zusätzlichem Reinigungsmittel kann verzichtet werden.
[0025] Die Erfindung wird beispielhaft anhand der Zeichnungen erläutert. Es zeigen dabei
schematisch.
- Figur 1:
- eine Seitenansicht einer Vorrichtung zur durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
- Figur 2:
- eine Seitenansicht einer weiteren Ausführungsform der Vorrichtung.
[0026] Die Vorrichtung 1 zum Reinigen von Formen weist einen Vorratsbehälter 2 zum Aufnehmen
und Speichern von Trockeneis auf. Der Vorratsbehälter 2 ist in der Draufsicht quadratisch
ausgebildet. Weiterhin weist der Vorratsbehälter 2 eine Bodenwandung 3, zwei Seitenwandungen
4, eine Vorderwandung 5 und eine Rückwandung 6 auf. Auf der Oberseite ist eine Klappe
7 zum Einbringen des Trockeneises ausgebildet. Die Vorderwandung 5 ist schräg in einem
Winkel von etwa 60° gegenüber der Bodenwandung 3 angeordnet.
[0027] Die Bodenwandung 3 weist einen trichterförmigen Einfüllstutzen 8 auf, der den Vorratsbehälter
2 mit einer Dosierscheibe 9 verbindet. Der Einfüllstutzen 8 ist als Ventil 8 mit einem
irisförmigen Öffnungsmechanismus ausgebildet. Über den Einfüllstutzen 8 gelangt das
Trockeneis in die Dosiereinheit 9.
[0028] Die Dosierscheibe 9 ist unterhalb des Vorratsbehälters 2 angeordnet. Die Dosierscheibe
9 weist beispielsweise 16 zylindrische Durchgangsbohrungen 10 auf. Über den Einfüllstutzen
8 werden die Durchgangsbohrungen 10 in einer Position 11 unterhalb des Einfüllstutzen
8 mit Trockeneis befüllt. Ein Elektromotor versetzt die Dosierscheibe 9 in eine gleichförmige
Drehbewegung um die Durchgangsbohrungen 10 vom Einfüllstutzen 8 zu einer Pressluftleitung
12 zu überführen.
[0029] Die Pressluftleitung 12 weist eine Unterbrechung 13 auf, in der die Dosierscheibe
9 angeordnet ist. Beim Drehen der Dosierscheibe kann jeweils eine Durchgangsbohrung
10 in Flucht mit der Pressluftleitung 12 angeordnet werden. Die Pressluftleitung 12
entleert die Durchgangsbohrungen 10 der Dosierscheibe 9 und beschleunigt das darin
enthaltene Trockeneis, das heißt die Dosierscheibe 9 dosiert Trockeneis in einen in
der Pressluftleitung 12 strömenden Pressluftstrom 14. Unterhalb des Bereichs 13 der
Dosierscheibe 9 setzt sich die Pressluftleitung 12 fort.
[0030] Über eine Trennmittelpumpe 15 wird ein Düsenring 16 mit Trennmittel aus dem Trennmittelbehälter
17, der an den Abschnitt der Pressluftleitung 12 unterhalb der Dosierscheibe angeschlossen
ist, beschickt. Der Düsenring 16 umschließt den Umfang der Pressluftleitung 12 kreisförmig
und weist mehrere Düsen auf. Mittels der Düsen des Düsenrings 16 wird das Trockeneis
im inneren der Pressluftleitung 12 gleichmäßig mit Trennmittel besprüht bzw. versetzt.
Auf diese Weise wird in der Pressluftleitung 12 ein Pressluft-Trockeneis-Trennmittel-Gemisch
ausgebildet.
[0031] An die Pressluftleitung 12 ist ein Strahlschlauch 18 angeschlossen. Der Strahlschlauch
18 mündet in eine Strahlpistole 19. Die Strahlpistole 19 weist ein mit einem Abzug
20 verbundenes Ventil 21 und eine nach dem Ventil 21 angeordnete Düse 22, beispielsweise
eine Lavaldüse 22, auf. Die Lavaldüse 22 beschleunigt das Pressluft-Trockeneis-Trennmittel-Gemisch
auf annähernd Schallgeschwindigkeit. Wird das Ventil 21 über den Abzug 20 der Strahlpistole
19 betätigt wird das Pressluft-Trockeneis-Trennmittel-Gemisch ausgegeben und auf eine
zu reinigende Oberfläche gelenkt.
[0032] In einer weiteren Ausgestaltung der Vorrichtung 1 ist der Einfüllstutzen 8 des Vorratsbehälters
2 mit einem Ende einer Dosierschnecke 23 zur Entnahme von Trockeneis aus dem Vorratsbehälter
2 verbunden. Über die Drehzahl der Dosierschnecke 23 lässt sich die Menge des entnommenen
Trockeneises steuern.
[0033] Das andere Ende der Dosierschnecke 23 mündet in einen Zuführschlauch 24, der mit
einer Strahlpistole 25 verbunden ist. Der Zuführschlauch 24 dient zum Transport des
Trockeneises in die Strahlpistole 25.
[0034] Eine Pressluftleitung 26 mündet ebenfalls in die Strahlpistole 25. Im Inneren der
Strahlpistole 25 mündet die Pressluftleitung 26 in Längsrichtung in eine Düse 27 zum
Beschleunigen der Pressluft. Der Zuführschlauch 24 mündet seitlich in die Düse 27,
die eine Mischkammer 27 ausbildet. Durch die durch die Mischkammer 27 strömende Pressluft
wird im Zuführschlauch 24 ein Vakuum, erzeugt durch das das Trockeneis in die Mischkammer
27 gesaugt wird.
[0035] Ebenfalls seitlich an die Mischkammer 27 ist eine Trennmitteldüse 28 angeschlossen,
die mit einem Trennmittelbehälter 29 über eine Leitung 30 verbunden ist. Über eine
Trennmittelpumpe 31 wird die Trennmitteldüse 29 mit Trennmittel aus dem Trennmittelbehälter
29 beschickt. Auf diese weise dosiert die Trennmitteldüse 28 Trennmittel in die Mischkammer
27 zu. Hierdurch wird in der Mischkammer 27 ein Pressluft-Trockeneis-Trennmittel-Gemisch
ausgebildet.
[0036] An die Mischkammer 28 bzw. das Ende der Düse 27 ist eine Lavaldüse 32 angeschlossen,
die das Pressluft-Trockeneis-Trennmittel-Gemisch zusätzlich beschleunigt.
Die Strahlpistole 25 weist einen Abzug 33 und ein Ventil 34 welches im Bereich, in
dem die Pressluftleitung 26 in die Strahlpistole 25 mündet, ausgebildet ist. Wird
das Ventil 34 über den Abzug 33 der Strahlpistole 25 betätigt, wird das Pressluft-Trockeneis-Trennmittel-Gemisch
ausgegeben und auf eine zu reinigende Oberfläche gelenkt.
[0037] Bei beiden Ausführungsformen der Vorrichtung kann das Trennmittel bereits in das
Trockeneis integriert bzw. angelagert sein bevor dieses in den Vorratsbehälter 2 eingebracht
wird und/oder die Trennmittelzufuhr erfolgt im Vorratsbehälter 2 und/oder der Dosierscheibe
9 bzw. der Dosierschnecke 23 und/oder der Leitung 12, 18, 26, 30 und/oder der Strahlpistole
19, 25 bzw. den darin enthaltenen Düse/n 22, 27, 28, 32.
[0038] Nachfolgend wird die Anwendung der oben beschriebenen Vorrichtung 1 zum Reinigen
von Formen erläutert.
[0039] Das Trockeneis wird durch die Klappe 7 in den Vorratsbehälter 2 eingebracht. Durch
Betätigen des Abzugs 20 öffnet sich das Ventil 21 der Strahlpistole 19. Zunächst strömt
Pressluft durch die Pressluftleitung 12 und aus der Strahlpistole 19 aus. Die Pressluft
hat einen Druck von etwa 8 bar bis 12 bar und vorzugsweise etwa 10 bar je nach Beschaffenheit
der Verschmutzung und der zu reinigenden Form.
[0040] Das Trockeneis gelangt über den geöffneten Einfüllstutzen 8 in eine entsprechende
zylindrische Durchgangsbohrung 10 der Dosierscheibe 9. Über den Einfüllstutzen 8 lässt
sich die gewünschte Menge an Trockeneis regulieren.
[0041] Der Elektromotor versetzt die Dosierscheibe 9 in eine gleichförmige Drehbewegung
und befördert auf diese Weise die mit Trockeneis gefüllte Durchgangsbohrung der Position
11 zur Unterbrechung 13.
[0042] In der Unterbrechung wird das Trockeneis von der Pressluft mitgerissen und beschleunigt.
[0043] Die Trennmittelpumpe fördert Trennmittel aus dem Trennmittelbehälter 17, das über
die Düsen des Düsenrings 16 in die Pressluftleitung 12 zudosiert wird. Die Düsen des
Düsenrings 16 spritzen derart Trennmittel in die Pressluftleitung 12 ein, dass die
Oberfläche des vorbeifliegenden Trockeneises nahezu vollständig mit Trennmittel benetzt
ist und das Pressluft-Trockeneis-Trennmittel-Gemisch ausgebildet wird. Das Verhältnis
Trennmittel zu Trockeneis beträgt in etwa 1:5 bis 1:50 und vorzugsweise 1:10 bis 1:20,
entsprechend der Anwendung.
[0044] Das Pressluft-Trockeneis-Trennmittel-Gemisch gelangt von der Pressluftleitung 12
in den Strahlschlauch 18 und durchströmt das über den Abzug 20 geöffnete Ventil 21
der Strahlpistole 19. Über die Düse 22 der Strahlpistole 19 wird das Trockeneis auf
annähernd Schallgeschwindigkeit beschleunigt und nimmt auf diese Weise die nötige
Energie zum Reinigen einer Oberfläche auf. Von der Strahlpistole 19 aus wird das Pressluft-Trockeneis-Trennmittel-Gemisch
auf die zu reinigende Oberfläche gelenkt.
[0045] In einer weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden Trockeneis,
Pressluft und Trennmittel erst in der Düse 27 der Strahlpistole gemischt und dort
das Pressluft-Trockeneis-Trennmittel-Gemisch ausgebildet.
[0046] Über den Druck in der Pressluftleitung 26, die zudosierte Menge an Trennmittel und
die Beschaffenheit des Trockeneises kann die Schichtdicke des in der Form verbleibenden
bzw. aufgebrachten Trennmittels gesteuert bzw. variiert werden.
[0047] Beim erfindungsgemäßen Verfahren kann Trockeneis als Kohlendioxid in Form von Trockeneispellets
und auch Trockeneisschnee aus expandiertem flüssigem CO
2 verwendet werden.
[0048] Im Falle von flüssigem Kohlendioxid ist es besonders vorteilhaft, flüssiges Trennmittel
mit flüssigem Kohlendioxid vor der Entspannung unter Druck (20 bis 65 bar) im unterkritischen
Bereich zu vermischen. Bei der anschließenden Entspannung entsteht eine besonders
gleichmäßige Vermischung von CO
2-Schnee und Trennmittel
[0049] Es kann auch vorgesehen sein zunächst in einem ersten Arbeitsschritt eine Art Vorreinigung,
ohne den Zusatz von Trennmittel, vorzunehmen und in einem zweiten Arbeitschritt eine
Endreinigung, mit Zusatz von Trennmittel, auszuführen bei der die Trennmittelschicht
in gewünschter Dicke auf die Form aufgebracht wird.
[0050] Nachfolgend wird die Herstellung von mit Trennmittel versetztem Trockeneis beschrieben.
[0051] Bei der Herstellung des Trockeneises ist vorgesehen dem Trockeneisschnee vor dem
Durchdrücken durch Matrizen Trennmittel im Verhältnis 1:5 bis 1:50 und vorzugsweise
1:10 bis 1:20 zuzuführen. Das Trennmittel kann dem Trockeneis als separate Partikel,
Flüssigkeit oder Gas zugeführt werden. Auf diese Weise wird das Trennmittel in das
Trockeneis integriert und/oder angelagert und/oder beigemischt.
[0052] Derart mit Trennmittel versetzter Trockeneisschnee kann genauso wie flüssiges mit
Trennmittel versetztes CO
2 zum Reinigen verwendet werden.
[0053] In einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen das Trennmittel beim Pelletieren
zuzuführen. Dabei wird dem Trockeneis beim Durchdrücken durch die Matrizen in der
Matrize, über beispielsweise düsenförmig ausgebildete Öffnungen in der Matrize, Trennmittel
als separate feste Partikel oder Flüssigkeit zugeführt. Auf diese Weise wird das Trennmittel
ganz oder zumindest Teilweise in die Trockeneispellets integriert und/oder auf deren
Oberfläche angelagert.
[0054] In einer weiteren Ausführungsform wird den Trockeneispellets nach dem Pelletieren
Trennmittel als separate Partikel, Flüssigkeit oder Gas zugeführt. Auf diese Weise
wird das Trennmittel ganz oder zumindest Teilweise auf der Oberfläche der Trockeneispellets
angelagert bzw. beigemischt.
[0055] Auch eine Kombination der oben genannten Herstellungsverfahren ist möglich.
[0056] Beim Reinigen mit dem erfindungsgemäßen Verfahren wird die Schmutzschicht auf der
Form entfernt und zugleich eine Schicht aus frischem Trennmittel an der Form aufgebaut
bzw. appliziert werden. Diese Schicht wird vom Trockeneis durch das Gleichgewicht
zwischen Aufbringen und Abtragen nur in geringem Ausmaß wieder entfernt und verbleibt
durch Wahl des Strahldruckes in der gewünschten Dicke in der Form. Die Dicke der Trennmittelschicht
beträgt etwa 10 µm bis 120 µm und vorzugsweise 30 µm bis 50 µm.
[0057] Durch das erfindungsgemäße Verfahren ist es möglich die Formen ohne Ausbau aus den
Maschinen und ohne dass die Formen vollständig auskühlen zu Reinigen, was zu einer
erheblichen Zeitersparnis führt. Mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens kann eine
Trennmittelschicht, durch das Gleichgewicht beim gleichzeitigen Reinigen bzw. Abtragen
und Benetzen mit Trennmittel bzw. Aufbringen, in der erforderlichen Dicke auf einer
Innenoberfläche einer Form erzeugt werden. Dadurch wird Zeit eingespart, da die Trennmittelschicht
nicht separat aufgetragen werden muss und was viel wichtiger ist, der Ausschuss bis
die Produktion nach der Reinigung wieder kontinuierlich verläuft verringert sich,
da weniger Teile durch die falsche Trennmitteldicke Trennmittels zum Ausschuss werden.
Bei einer zu dicken Trennmittelschicht weisen die Formteile nicht die gewünschte Oberfläche
auf und bei einer zu dünnen Trennmittelschicht haften die Teile in den Formen, wodurch
sie beim Auslösen zerstört werden. Beim erfindungsgemäßen Verfahren wird eine Schicht
aus frischem Trennmittel an der Form aufgebaut, welche vom Trockeneis nur in geringem
Ausmaß wieder entfernt wird und so als Schutzschicht in der Form verbleibt um diese
Probleme zu vermeiden.
[0058] Das erfindungsgemäße Verfahren kann wie folgt kurz zusammengefasst werden.
[0059] Erfindungsgemäß ist ein Verfahren zum Reinigen von Formen mit Trockeneis nach Anspruch
1 vorgesehen, wobei das Trockeneis aus einem Vorratsbehälter gefördert wird, über
eine Mischeinheit dosiert und/oder mit Pressluft gemischt wird. Das Trockeneis wird
zusammen mit einem Trennmittel auf eine zu reinigende Oberfläche gestrahlt.
Bezugszeichenliste
[0060]
- 1
- Vorrichtung
- 2
- Vorratsbehälter
- 3
- Bodenwandung
- 4
- Seitenwandung
- 5
- Vorderwandung
- 6
- Rückenwandung
- 7
- Klappe
- 8
- Einfüllstutzen
- 9
- Dosierscheibe
- 10
- Durchgangsbohrung
- 11
- Bereich
- 12
- Pressluftleitung
- 13
- Bereich
- 14
- Pressluftstrom
- 15
- Trennmittelpumpe
- 16
- Düsenring
- 17
- Trennmittelbehälter
- 18
- Strahlschlauch
- 19
- Strahlpistole
- 20
- Abzug
- 21
- Ventil
- 22
- Düse
- 23
- Dosierschnecke
- 24
- Zuführschlauch
- 25
- Strahlpistole
- 26
- Pressluftleitung
- 27
- Düse
- 28
- Trennmitteldüse
- 29
- Trennmittelbehälter
- 30
- Leitung
- 31
- Trennmittelpumpe
- 32
- Venturidüse
- 33
- Abzug
- 34
- Ventil
1. Verfahren zum Reinigen von Formen zur Kunststoffformgebung mit Trockeneis, wobei das
Trockeneis aus einem Vorratsbehälter (2) gefördert wird, über eine Mischeinheit dosiert
und/oder mit Pressluft gemischt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Trockeneis zusammen mit Trennmittel auf eine zu reinigende Oberfläche der Form
zur Kunststoffformgebung gestrahlt wird, so dass durch das Gleichgewicht zwischen
dem Reinigen der Oberfläche und dem Aufbringen des Trennmittels eine Trennmittelschicht
erzeugt wird.
2. Verfahren zum Reinigen von Formen mit Trockeneis nach Anspruche 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Trennmittelschicht in einer Dicke von 10 µm bis 120 µm und vorzugsweise 30 µm
bis 50 µm erzeugt wird.
3. Verfahren zum Reinigen von Formen mit Trockeneis nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Trennmittel in das Trockeneis integriert und/oder am Trockeneis angelagert und/oder
dem Trockeneis beigemischt ist.
4. Verfahren zum Reinigen von Formen mit Trockeneis nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass als Trockeneis CO2-Pellets vorgesehen sind.
5. Verfahren zum Reinigen von Formen mit Trockeneis nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass als Trockeneis CO2-Schnee vorgesehen ist.
6. Verfahren zum Reinigen von Formen mit Trockeneis nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Trennmittel fest ist.
7. Verfahren zum Reinigen von Formen mit Trockeneis nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Trennmittel flüssig ist.
8. Verfahren zum Reinigen von Formen mit Trockeneis nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Form unmittelbar nach dem Reinigen und dem Aufbringen der Trennmittelschicht
ohne weitere Behandlung und Verzögerung zum Herstellen eines weiteren Kunststoffformteils
verwendet wird.
1. Process for cleaning moulds for moulding plastics with dry ice, the dry ice being
extracted from a reservoir (2), dosed by means of a mixing unit and/or mixed with
compressed air, characterized in that the dry ice is blasted onto a surface to be cleaned of the mould for moulding plastics
together with a release agent, so that a layer of release agent is produced by the
equilibrium between the cleaning of the surface and the application of the release
agent.
2. Process for cleaning moulds with dry ice according to Claim 1, characterized in that the layer of release agent is produced in a thickness of 10 µm to 120 µm and preferably
30 µm to 50 µm.
3. Process for cleaning moulds with dry ice according to Claim 1 or 2, characterized in that the release agent is integrated in the dry ice and/or attached to the dry ice and/or
admixed with the dry ice.
4. Process for cleaning moulds with dry ice according to one of Claims 1 to 3, characterized in that CO2 pellets are provided as the dry ice.
5. Process for cleaning moulds with dry ice according to one of Claims 1 to 4, characterized in that CO2 snow is provided as the dry ice.
6. Process for cleaning moulds with dry ice according to one of Claims 1 to 5, characterized in that the release agent is solid.
7. Process for cleaning moulds with dry ice according to one of Claims 1 to 6, characterized in that the release agent is liquid.
8. Process for cleaning moulds with dry ice according to one of Claims 1 to 7, characterized in that the mould is used directly after the cleaning and the application of the layer of
release agent for producing a further plastic moulding without any further treatment
or delay.
1. Procédé pour nettoyer à l'aide de glace sèche des moules de façonnage de matière synthétique,
la glace sèche étant refoulée hors d'un récipient de réserve (2), dosée par une unité
de mélange et/ou mélangée avec de l'air comprimé,
caractérisé en ce que
la glace sèche est projetée en même temps qu'un agent de démoulage sur une surface
à nettoyer du moule de façonnage de matière synthétique, de telle sorte que l'équilibre
entre le nettoyage de la surface et l'application de l'agent de démoulage forme une
couche d'agent de démoulage.
2. Procédé de nettoyage de moules à l'aide de glace sèche selon la revendication 1, caractérisé en ce que la couche d'agent de démoulage est formée sur une épaisseur de 10 µm à 120 µm et
de préférence de 30 µm à 50 µm.
3. Procédé de nettoyage de moules à l'aide de glace sèche selon les revendications 1
ou 2, caractérisé en ce que l'agent de démoulage est intégré dans la glace sèche, est appliqué sur la glace sèche
et/ou est mélangé à la glace sèche.
4. Procédé de nettoyage de moules à l'aide de glace sèche selon l'une des revendications
1 à 3, caractérisé en ce que des pastilles de CO2 sont prévues comme glace sèche.
5. Procédé de nettoyage de moules à l'aide de glace sèche selon l'une des revendications
1 à 4, caractérisé en ce que de la neige de CO2 est prévue comme glace sèche.
6. Procédé de nettoyage de moules à l'aide de glace sèche selon l'une des revendications
1 à 5, caractérisé en ce que l'agent de démoulage est solide.
7. Procédé de nettoyage de moules à l'aide de glace sèche selon l'une des revendications
1 à 6, caractérisé en ce que l'agent de démoulage est liquide.
8. Procédé de nettoyage de moules à l'aide de glace sèche selon l'une des revendications
1 à 7, caractérisé en ce qu'immédiatement après le nettoyage et l'application de la couche d'agent de démoulage,
le moule est utilisé sans autre traitement et sans attente pour la fabrication d'une
autre pièce moulée en matière synthétique.