[0001] Für Strickmaschinen sind beispielsweise zur Herstellung von Schneidplüsch Schneidnadeln
in Gebrauch, die einen Nadelkörper mit einem an einem Ende vorgesehenen Haken und
einen in Nachbarschaft des Hakens ausgebildeten Messerabschnitt aufweisen. Der Messerabschnitt
weist eine scharf geschliffene Schneidkante auf, die zum Aufschneiden von Maschen
dient. Ist der Messerabschnitt durch längeren Gebrauch abgestumpft, leidet die Qualität
des Gestricks. Die Schneidnadel muss dann ausgewechselt werden.
[0002] Aus der
DE 21 26 522 ist eine Schneidnadel mit einem Nadelkörper bekannt, an dem endseitig ein Haken ausgebildet
ist. Der Nadelkörper ist mit einem Schlitz zur Aufnahme eines Messers versehen. Das
Messer ist an der Nadel austauschbar gehalten. Weiters beschreibt die
EP 1 710 335 A2 eine Schneidnadel gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.
[0003] Davon ausgehend ist es Aufgabe der Erfindung, eine verbesserte Schneidnadel zu schaffen.
[0004] Diese Aufgabe wird mit der Schneidnadel nach Anspruch 1 gelöst.
[0005] Die erfindungsgemäße Schneidnadel weist einen Nadelkörper sowie ein Messer auf, das
mit dem Nadelkörper lösbar verbunden ist. Durch diese Maßnahme kann das Messer bei
Verschleiß ausgewechselt und durch ein neues scharf geschliffenes Messer ersetzt werden.
Es ist auch möglich, ein verschlissenes Messer aus der Schneidnadel herauszunehmen
und gesondert nachzuschleifen.
[0006] Die Schneidnadel kann in der Strickmaschine verbleiben, wenn das Messer auszuwechseln
ist. Es ist nicht nötig, das Strickmaschinenschloss zu öffnen. Dies erleichtert die
Wartung der Strickmaschine bei abgestumpften Schneidkanten der Schneidnadeln erheblich.
[0007] Vorzugsweise ist an der Schneidnadel ein Sitz zur Aufnahme und Lagerung des Messers
vorgesehen. Dieser Sitz kann beispielsweise in Form eines Schlitzes ausgebildet sein,
der sich durch den Nadelkörper erstreckt. Der Schlitz ist vorzugsweise in Nadelkörperlängsrichtung
in Nachbarschaft zu dem Haken angeordnet. Zwischen den Schlitzflanken ist das Messer
gehalten. Es sitzt in dem Schlitz vorzugsweise mit äußerst geringem seitlichem Spiel,
so dass es präzise gefasst ist. Der Schlitz ist im Nadelkörper vorzugsweise mittig
angeordnet. Er wird dann seitlich von Stegen bzw. Schlitzwänden begrenzt. Die Schlitzwände
sind Teil des Nadelgrundkörpers und vorzugsweise parallelflankig ausgebildet. Die
Schlitzweite und der Querschnitt der Schlitzwände können in etwa gleich groß sein.
Sie betragen vorzugsweise jeweils ein Drittel der Nadeldicke im Schlitzbereich. Je
nach Anwendungsgebiet, können die Dickenverhältnisse jedoch variieren. So kann z.B.
bei der Verwendung eines Schneidmessers mit großer Dicke die Schlitzweite größer als
ein Drittel der Nadeldicke im Schlitzbereich sein. Die Schlitzweite kann die Hälfte
der Nadeldicke einnehmen und in Sonderfällen sogar noch größer sein. Bei der Verwendung
eines sehr feinen Schneidmessers kann die Schlitzweite sehr gering sein, sie kann
dann z.B. nur 20 % der Nadeldicke im Schlitzbereich einnehmen oder sogar noch weniger.
[0008] Die durch den Schlitz gebildete Messerfassung enthält vorzugsweise wenigstens ein
formschlüssiges Haltemittel zur Lagerung des Messers. Dieses formschlüssige Haltemittel
steht mit dem Messer in Eingriff, um es zumindest an einem seiner Enden bzw. in einem
dem Ende nahen Bereich zu lagern. Das formschlüssige Haltemittel ist beispielsweise
ein in den Schlitz ragender erster Vorsprung, der von einer Ausnehmung des Messers
aufgenommen wird. Die Ausnehmung kann in Form einer Öffnung, die an beide Flachseiten
des Messers grenzt und somit das Messer durchquert, oder an dem stirnseitigen, dem
Haken zugewandten Ende des Messers ausgebildet sein. Diese Formschlussmittel können
ein Schwenkscharnier bilden, das das Messer an seinem vorderen, hakenseitigen Ende
lagert.
[0009] Des Weiteren kann an dem Nadelkörper eine Momentenabstützfläche für das Messer vorgesehen
sein. Diese ist vorzugsweise an dem von dem formschlüssigen Haltemittel entfernt liegenden
Ende des Schlitzes angeordnet. Sie dient dazu, eine vom Faden insbesondere bei allmählich
abstumpfender Schneidkante auf das Messer ausgeübte Druckkraft aufzufangen und abzustützen.
Die Momentenabstützfläche ist vorzugsweise eine sich in Nadelkörperlängsrichtung erstreckende,
vorzugsweise ebene Fläche. Diese Fläche ist vorzugsweise ungefähr radial zu der von
dem oben genannten Scharniermittel gebildeten Schwenkachse orientiert.
[0010] Zur lösbaren Verbindung des Messers mit dem Nadelkörper kann ein lösbares Verbindungsmittel
dienen. Dieses ist erfindungsgemäß durch eine Rasteinrichtung gebildet, die an einer
Stelle angeordnet ist, die von dem formschlüssigen Haltemittel beabstandet ist. Die
Rasteinrichtung kann z.B. durch eine an dem Messer ausgebildete Rastzunge gebildet
sein, die mit einem in dem Schlitz vorgesehenen zweiten Vorsprung rastend in Verbindung
treten kann. Die Rastzunge ist vorzugsweise quer zu der Nadelkörperlängsrichtung orientiert.
Bezogen auf die von dem formschlüssigen Verbindungsmittel definierte Schwenkachse
ist die Rastzunge vorzugsweise in Umfangsrichtung orientiert. Die Rastzunge ist wiederum
vorzugsweise einstückiger Bestandteil des Messers. Dies kann erreicht werden, indem
das Messer mit schlitzartigen Ausnehmungen versehen wird, zwischen denen eine aus
dem Material des Messers ausgebildete Zunge stehen bleibt. Diese ist an ihrem freien
Ende vorzugsweise mit einer Rastvertiefung versehen, die an dem Nadelkörper einrasten
kann.
[0011] Das lösbare Verbindungsmittel, z.B. in Form einer Rasteinrichtung kann an der selben
Stelle wie das Haltemittel ausgebildet sein, es bildet dann das Haltemittel. Die Rasteinrichtung
kann z.B. durch eine Erhebung gebildet sein, die in eine Öffnung des Messers ragt
und dies somit mittels Formschluss festhält und fixiert. Die Erhebung kann in Form
eines Zapfens, der aus dem Material einer Schlitzwand gebildet ist, bestehen. Die
Größe und die Abmessung der Öffnung des Schneidmessers und die Erhebung der Schlitzwand
können so aufeinander abgestimmt sein, dass das Schneidmesser nach der Montage axial
im Schlitz des Nadelgrundkörpers fixiert ist. Zur radialen Fixierung kann eine zweite
Rasteinrichtung gleicher oder ähnlicher Art im Abstand zur ersten angeordnet sein.
Vorzugsweise ist eines dieser beiden Rastmittel im vorderen Endbereich des Schneidmessers
und das andere Halte- bzw. Rastmittel im hinteren Endbereich des Schneidmessers angeordnet.
Zur Fixierung des Schneidmessers können zwei Erhebungen pro Öffnung im Schneidmesser
dienen. Jede Erhebung geht von einer Schlitzwand aus und ragt in die Öffnung des Schneidmessers.
Beide Erhebungen können spiegelsymmetrisch ausgebildet sein und können sich genau
gegenüberstehen. Zur Fixierung des Schneidmessers im Nadelgrundkörper kann eine Öffnung
eine Form einnehmen, die von der Form einer Erhebung abweicht. So kann eine Öffnung
z.B. als Langloch ausgebildet sein. Die Erhebungen der beiden Schlitzwände können
dann vorzugsweise seitlich versetzt angeordnet sein, so dass eine Erhebung im hinteren
Bereich des Langloches ragt und die gegenüberliegende Erhebung im vorderen Bereich
des Langloches ragt. Die Höhe der Erhebungen kann sehr gering ausgebildet sein. Ragen
zwei Erhebungen in eine Öffnung, so kann die Summe der Höhe beider Erhebungen kleiner
sein als die Breite des Schneidmessers bzw. die Länge einer Öffnung. Zwischen den
beiden Erhebungen die in eine Öffnung ragen ist dann vorzugsweise ein Abstand vorhanden.
Die Erhebungen können in den unterschiedlichsten Formen gebildet sein, sie können
z.B. eine zylindrische, oder eine kugelförmige oder anderweitige kurvenförmige Form
aufweisen.
[0012] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Schneidnadel ist eine zwischen dem Messer
und dem Nadelkörper wirksame Axialarretierungseinrichtung vorgesehen. Diese dient
dazu, in Betrieb auf das Messer einwirkende Axialkräfte, insbesondere von der Rasteinrichtung
des Messers fernzuhalten und dafür zu sorgen, dass sich das Messer in Betrieb in Axialrichtung
an dem Nadelgrundkörper nicht bewegt. Die Axialarretierungseinrichtung kann durch
formschlüssig zusammenwirkende Mittel gebildet sein, die zwischen dem Messer und dem
Nadelgrundkörper wirksam sind. Vorzugsweise enthält die Axialarretierungseinrichtung
wenigstens eine Anlagefläche für das Messer, wobei diese Anlagefläche einer Axialbewegung
des Messers auf die Rasteinrichtung hin entgegen gerichtet ist. D.h. die beispielsweise
an dem Nadelgrundkörper vorgesehene Anlagefläche der Axialarretierungseinrichtung
schaut vorzugsweise auf das formschlüssige Verbindungsmittel hin. Eine solche Anlagefläche
kann beispielsweise an einem in dem Schlitz vorgesehenen Steg ausgebildet sein, der
zwischen der Rasteinrichtung und dem formschlüssigen Verbindungsmittel angeordnet
ist. Es können alternative Axialarretierungseinrichtungen vorgesehen sein, die beispielsweise
auf eine Endfläche des Messers einwirken.
[0013] Unabhängig von der konkreten Ausbildung des Verbindungsmittels, das das Messer an
dem Nadelkörper lagert, ermöglicht die vorliegende Erfindung einen einfachen und schnellen
Wechsel von verschlissenen Messern und somit eine erheblich beschleunigte Wartung
von Strickmaschinen. Außerdem ermöglicht die vorliegende Erfindung die gesonderte
Herstellung von Messern und Nadelkörpern aus unterschiedlichen, jeweils für den Einsatzzweck
optimierten Materialien mit unterschiedlichen für das jeweilige Ziel optimierten Herstellungstechnologien.
Es ist auch möglich, Nadelgrundkörper und Messer gesondert und in unterschiedlicher
Anzahl bereitzustellen, so dass an einem Nadelgrundkörper nacheinander mehrere Messer
eingesetzt und verschlissen werden können.
[0014] Weitere Einzelheiten vorteilhafter Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus
der Beschreibung, den Zeichnungen und Ansprüchen. Die Beschreibung beschränkt sich
auf wesentliche Aspekte der Erfindung und sonstiger Gegebenheiten. Die Zeichnungen
veranschaulichen weitere Einzelheiten und sind vom Fachmann in gewohnter Weise beschreibungsergänzend
heranzuziehen. Es zeigen:
Figur 1 die erfindungsgemäße Schneidnadel in einer perspektivischen Übersichtsdarstellung
in ausschnittsweiser Ansicht,
Figur 2 die Schneidnadel nach Figur 1 in einer vereinfachten Seitenansicht,
Figur 3 die Schneidnadel nach Figur 1 und 2 in einer teilweise geschnittenen Seitenansicht,
Figur 4 die Schneidnadel nach Figur 3 beim Messerwechsel,
Figur 5 eine abgewandelte Ausführungsform der Schneidnadel in einer teilweise aufgeschnittenen
Seitenansicht,
Figur 6 eine abgewandelte Ausführungsform der Schneidnadel in einer teilweise aufgeschnittenen
Seitenansicht und
Figur 7 einen Ausschnitt der Schneidnadel nach Figur 6 in Draufsicht.
[0015] In Figur 1 ist eine Schneidnadel 1 veranschaulicht, die einen länglichen Grundkörper
2 aufweist, an dessen Ende ein Haken 3 ausgebildet ist. Der Grundkörper 2 ist dazu
eingerichtet, mit einer Antriebseinrichtung in Verbindung zu treten. Dazu kann er,
wie Figur 2 zeigt, an einer geeigneten von dem Haken 3 entfernten Stelle mit einem
Fuß 4 versehen sein. Dieser ist dazu eingerichtet, mit dem Nadelschloss einer Strickmaschine
zusammenzuwirken, wodurch der Nadelkörper 2 in dem Nadelkanal eines Nadelbetts, beispielsweise
einer Rippscheibe oder einem Strickzylinder, axial d.h. in Schaftlängsrichtung L bewegt
wird. Der im Querschnitt beispielsweise rechteckige Nadelgrundkörper 2 weist, wie
Figur 1 veranschaulicht, in Nachbarschaft des Hakens 3 einen Schlitz 5 auf, in dem
ein Messer 6 gehalten ist. Der Schlitz 5 beginnt dabei vorzugsweise in unmittelbarer
Nachbarschaft zu dem Haken 3 in einem Kehlbereich 7 und erstreckt sich über die Nadelbrust
8 hinweg. Er ist gerade und wird von zwei Schlitzflanken begrenzt. Wie Figur 3 zeigt,
geht der Schlitz 5 dabei von der Nadeloberseite 9 bis zu dem Nadelrücken 10 und bildet
somit einen Durchbruch. Der Schlitz 5 ist somit sowohl zu der Nadeloberseite 9 als
auch zu dem Nadelrücken 10 hin offen. Es wird jedoch angemerkt, dass der Schlitz 5
zu dem Nadelrücken 10 bedarfsweise auch geschlossen sein kann.
[0016] Der Schlitz 5 dient der Lagerung und Sicherung des Messers 6, das wie eine Rasierklinge
als ebenes flaches Plättchen ausgebildet sein kann. Es weist somit zwei voneinander
weg weisende Flachseiten auf, die zwischen den Schlitzflanken ohne wesentliches Spiel
gehalten sind. An seiner sich von der Kehle 7 weg erhebenden Kante ist es geschliffen,
so dass dort eine, wie dargestellt, gerade oder.bedarfsweise auch anderweitig geformte
Schneidkante 11 ausgebildet ist. Diese steht vorzugsweise in einem spitzen Winkel
zu der Schaftlängsrichtung L.
[0017] Das Messer 6 und der Nadelkörper 2 der Schneidnadel 1 sind vorzugsweise gesondert
hergestellt und nachträglich miteinander verbunden worden. Entsprechend können sie
aus unterschiedlichen Materialien, beispielsweise unterschiedlichen Stählen bestehen.
Beispielsweise ist das Material des Messers 6 dahingehend optimiert, dass der Verschleiß
der Schneidkante 11 im vorgesehenen Einsatzfall minimal wird. Hingegen kann das Material
des Nadelgrundkörpers 2 hinsichtlich der Zähigkeit oder anderer Eigenschaften optimiert
sein. Außerdem können sowohl das Messer 6 als auch der Nadelgrundkörper 2 mit jeweils
optimierten verschleißmindernden Beschichtungen unterschiedlicher Art versehen sein.
[0018] Es ist zwischen dem Nadelgrundkörper 2 und dem Messer 6 vorzugsweise wenigstens ein
formschlüssiges Haltemittel 12 wirksam, das beispielsweise an dem hakenseitigen Ende
13 des Schlitzes 5 angeordnet ist. Das Haltemittel 12 wird beispielsweise durch einen
an dem Ende 13 des Schlitzes 5 vorgebildeten ersten Vorsprung 14 in Verbindung mit
einer in dem zugeordneten Ende des Messers 6 vorgesehenen Einkerbung 15 gebildet.
Der erste Vorsprung 14 kann zwischen Endflächen des Schlitzes 5 ausgebildet sein,
die jeweils einem Kreisbogen folgen. Wie der Vergleich der Figuren 3 und 4 zeigt,
bildet das formschlüssige Haltemittel 12 eine Art Scharnier, das eine in Figur 3 und
4 senkrecht auf der Zeichenebene stehende und somit quer zu der Grundkörperlängsrichtung
L orientierte Scharnierachse festlegt. Diese gestattet es, das Messer 6 in den Schlitz
5 hinein und aus diesem herauszuschwenken, wie Figur 4 durch einen strichpunktierten
Kreisbogen 16 andeutet.
[0019] An einer von dem Haltemittel 12 entfernten Stelle ist an dem Nadelgrundkörper 2 eine
vorzugsweise ebene Momentenabstützfläche 17 ausgebildet, die als Stützfläche für eine
entsprechend geformte, im vorliegenden Ausführungsbeispiel ebenfalls ebene Abstützfläche
18 des Messers 6 dient. Die Momentenabstützfläche 17 ist ungefähr radial zu dem Drehzentrum
des Haltemittels 12 und somit quer zu dem Kreisbogen 16 orientiert. Sie stützt das
Messer 6 ab, wenn beim Durchschneiden von Fäden entsprechende Kräfte auf die Schneidkante
11 einwirken, die dann Drehmomente erzeugen, die das Messer 6 um die gedachte Scharnierachse
des formschlüssigen Haltemittels 12 in Richtung des Kreisbogens 16 gegen die Momentenabstützfläche
17 drücken.
[0020] Zur Sicherung des Messers 6 in seiner Arbeitsposition nach Figur 3 ist ein Befestigungsmittel
vorgesehen, das im vorliegenden Ausführungsbeispiel durch eine Rasteinrichtung 19
gebildet wird. Die Rasteinrichtung 19 umfasst zwei rastend in Eingriff überführbare
Glieder, von denen eines an dem Nadelschaf t 2 und das andere an dem Messer 6 ausgebildet
ist. Im Ausführungsbeispiel sind diese Glieder seitens des Nadelschafts 2 durch einen
zweiten Vorsprung 20 gebildet, der an dem von dem Haken 3 weg liegenden Ende 21 des
Schlitzes 5 ausgebildet ist. Seitens des Messers 6 ist das Rastglied durch eine Zunge
22 gebildet, die einstückiger Bestandteil des Messers 6 ist. Der zweite Vorsprung
20 wird im vorliegenden Ausführungsbeispiel von zwei bogenförmig gekrümmten Flächen
begrenzt. Er bildet eine in Richtung des Hakens 3 ragende Spitze.
[0021] Die Zunge 22 besteht aus dem Material des Messers 6. Sie ist durch zwei Schlitze
23, 24 freigestellt, d.h. aus dem flachen Körper des Messers 6 herausgeschnitten und
bildet somit einen freigestellten länglichen Abschnitt des Messers 6. An einem Ende
ist sie naht- und übergangslos mit dem übrigen Material des Messers 6 verbunden. Ihr
anderes Ende ist zu der Einkerbung 15 hin und von dieser weg federnd beweglich. Dieses
andere federnd bewegliche Ende ist außerdem mit einer Ausnehmung oder Einkerbung 25
versehen, die so angeordnet ist, dass sie die Spitze des zweiten Vorsprungs 20 aufnehmen
kann, wenn die Abstützfläche 18 an der Momentenabstützfläche 17 anliegt.
[0022] Zusätzlich kann die Schneidnadel 1 eine Axialarretierungseinrichtung 26 aufweisen
zu der ein an dem Grundkörper 2 ausgebildetes Widerlager 27 und eine an dem Messer
6 ausgebildete Anlagefläche 28 gehören. Das Widerlager 27 kann durch einen den Schlitz
5 durchquerenden Steg gebildet sein, der mit beiden den Schlitz 5 begrenzenden Wangen
einstückig verbunden ist. Der Steg bzw. das Widerlager 27 weist vorzugsweise eine
zu dem Haken 3 hin orientierte Facette 29 auf. Dieser ist der Anlagefläche 28 zugeordnet,
die von dem Haltemittel 12 bzw. dem Haken 3 weg weist. Die Anlagefläche 28 kann Teil
einer Berandung einer maulartigen Öffnung 29 sein, die an dem Messer 6 an der der
Schneidkante 11 gegenüber liegenden Kante angebracht ist.
Die Schneidnadel 1 arbeitet wie folgt:
[0023] In Betrieb führt die Schneidnadel 1 eine entlang der Schaftlängsrichtung L hin und
her gehende Bewegung aus. Dabei fängt der Haken 3 Fäden und formt diese zu Halbmaschen
oder Maschen. Werden diese zu dem Messer 6 geschoben oder wird die Schneidnadel 1
so weit ausgetrieben, dass die Schneidkante 11 des Messers 6 durch die Masche fährt,
wird die Masche aufgeschnitten. Dabei wird auf das Messer 6, neben anderen Kräften,
eine von dem Haken 3 weg gerichtete Kraft ausgeübt. Diese Kraft stützt die Anlagefläche
28 an dem Widerlager 27 ab. Die Kraft wird somit von der Rasteinrichtung 19 ferngehalten.
Das Messer 6 ist sicher in dem Nadelgrundkörper 2 gehalten.
Der Messerwechsel geht wie folgt:
[0024] Das Messer 6 wird aus dem Schlitz 5 heraus gezogen und schwenkt dabei, wie es Figur
4 zeigt. Dabei gibt die Zunge 22 federnd nach und gleitet somit von dem zweiten Vorsprung
20 ab. Außerdem wird das Messer 6 von dem Widerlager 27 weg geschwenkt, so dass es
aus der in der Figur 4 gezeigten Position gänzlich aus dem Schlitz 5 heraus gehoben
werden kann. Ein neues Messer 6 wird eingesetzt, indem dieses zunächst mit seinem
hakenseitigen Ende in den Schlitz 5 eingeführt wird, so dass seine Einkerbung 15 auf
den ersten Vorsprung 14 aufgesetzt wird. Dann wird das Messer 6 entlang des Kreisbogens
16 in den Schlitz hinein geschwenkt, wobei die Einkerbung 25 der Zunge 22 an dem zweiten
Vorsprung 20 einrastet und die Abstützfläche 18 an der Momentenabstützfläche 17 ihre
Anlage findet. Dieser Vorgang kann durchgeführt werden, ohne die Schneidnadel 1 aus
ihrem Nadelbett herauszunehmen.
[0025] Figur 5 veranschaulicht eine abgewandelte Ausführungsform, bei der die Axialarretierungseinrichtung
26 nicht, wie vorstehend dargelegt, zwischen den Enden 13, 21 des Schlitzes sondern
aus Sicht des Hakens 3 gesehen hinter dem Messer 6 angeordnet ist. Diese Ausführungsform
eignet sich beispielsweise für Schneidnadeln 1' mit relativ hohem Schaft, d.h. größerem
Abstand zwischen der Nadeloberseite 9 und dem Nadelrücken 10. Innerhalb eines Schlitzfortsatzes
5' kann das Widerlager 27' vorgesehen sein, das mit einer Endfläche 31 des Messers
6 zusammenwirkt. Die Endfläche 31 bildet hiermit eine Anlagefläche, die der Anlagefläche
28 entspricht. Das Widerlager 27' kann durch einen Zapfen gebildet sein, der in eine
entsprechende, den Nadelgrundkörper 2 quer durchsetzende Öffnung eingebracht ist.
Der Zapfen kann auch durch Vorsprünge gebildet sein, die von den Flanken des Schlitzfortsatzes
5' aufeinander zu vorragen. Solche Halbzapfen können ähnlich wie bei der Herstellung
von Zungenlagerungen bei Zungennadeln erzeugt werden.
[0026] Figur 6 veranschaulicht eine abgewandelte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Schneidnadel 1. Diese Schneidnadel weist eine Axialarretierungseinrichtung 26', ein
Haltemittel 12' und eine Rasteinrichtung 19' auf, die von den oben beschriebenen Mitteln
abweicht. Ansonsten wird bei Verwendung gleicher Bezugszeichen auf obige Beschreibung
verwiesen. Es ist zwischen dem Nadelgrundkörper 2 und dem Messer 6 vorzugsweise wenigstens
ein formschlüssiges Haltemittel 12' wirksam, das beispielsweise im Endbereich des
Messers 6 an dem hakenseitigen Ende 13 des Schlitzes 5 angeordnet ist. Das Haltemittel
12' wird beispielsweise durch eine Einkerbung 15' in Form einer Öffnung, die quer
zur Längsrichtung L des Nadelgrundkörpers 2 angeordnet ist, gebildet. In diese Öffnung
15' die in Form eines Langloches ausgebildet ist, ragt ausgehend von der Schlitzwand
34 ein erster Vorsprung 14' und ausgehend von der Schlitzwand 35 ein erster Vorsprung
14" (Figur 7). Das Langloch 15' wird in Richtung des Hakens 3 durch ein Ende 33 und
gegenüber durch ein Ende 32 begrenzt. Der erste Vorsprung 14' und 14" kann aus dem
Material der Schlitzwand 34, 35 gebildet sein. Die ersten Vorsprünge 14' und 14" können
in axialer Richtung voneinander beabstandet positioniert sein. Im Ausführungsbeispiel
gemäß Figur 7 wirkt der erste Vorsprung 14' mit dem Ende 33 der Öffnung 15' und der
erste Vorsprung 14" mit dem Ende 32 der Öffnung 15' zusammen und bilden mit den Enden
32 und 33 einen Formschluss. Die Oberfläche des ersten Vorsprungs 14' und 14" kann
in Form eines Kugelabschnittes ausgebildet sein und einen Teil einer Kugeloberfläche
umfassen. Ihre Höhe des ersten Vorsprungs 14', 14" kann gering ausgebildet sein und
somit nur geringfügig in die Öffnung 15' des Messers 6 ragen. Um das Einklippsen des
Messers in den Schlitz 5 zu ermöglichen, wird die Höhe und die Positionierung des
ersten Vorsprungs 14', 14" abhängig von der Flexibilität der Schlitzwände 34, 35 bestimmt.
Eine hohe Flexibilität der Schlitzwände 34, 35 erlaubt eine große Höhe des ersten
Vorsprungs 14', 14" und die Positionierung in einem endnahen Bereich des Messers 6.
Stabile Schlitzwände 34, 35 erfordern eine geringe Höhe des ersten Vorsprungs 14',
14" und die Positionierung möglichst in der Mitte der Längsausdehnung des Messers
6.
[0027] Die Rasteinrichtung 19' gemäß dem Ausführungsbeispiel nach Figur 6 ist von dem Haltemittel
12' beabstandet angeordnet. Sie ist im Wesentlichen gleich wie das Haltemittel 12'
ausgebildet. Sie weist eine Einkerbung 25' in Form einer Bohrung auf, welche das Messer
6 quer zu dessen Längsrichtung durchsetzt. In diese Öffnung 25' ragt ausgehend von
der Schlitzwand 34 ein zweiter Vorsprung 20" und ausgehend von der Schlitzwand 35
ein Vorsprung 20". Beide Vorsprünge 20' und 20" sind in axialer Richtung gleich positioniert.
Sie stehen sich gegenüber und bilden mit der Öffnung 25' einen Formschluss. Für die
Höhe und die Position des zweiten Vorsprungs 20' und 20" gelten die oben erwähnten
Kriterien des ersten Vorsprungs 14' und 14" entsprechend.
[0028] Zusätzlich kann die Schneidnadel 1 gemäß Figur 6 eine Axialarretierüngseinrichtung
26' aufweisen, zu der ein an dem Grundkörper 2 ausgebildetes Widerlager 27' und eine
an dem Messer 6 ausgebildete Anlagefläche 28' gehören. Das Widerlager 27' kann durch
eine den Schlitz 5 begrenzende Fläche bzw. Kante gebildet sein. Die Kante bzw. das
Widerlager 27' weist vorzugsweise eine zu dem Haken 3 hin orientierte Facette 29'
auf. Diese ist der Anlagefläche 28' zugeordnet, die von dem Haltemittel 12' bzw. dem
Haken 3 weg weist.
[0029] Das Messer 6 einer erfindungsgemäßen Schneidnadel 1 gemäß Figur 6 und 7 wird gewechselt,
indem mit einem Mittel z.B. einer Flachzange (nicht dargestellt) das Messer 6 an seinen
Flachseiten erfasst und nach:oben in Richtung Nadeloberseite 9 abgezogen wird. Dabei
weichen die Schlitzwände 34, 35 federnd aus, so dass die Vorsprünge 14', 14" und 20',
20" die Öffnungen 15' und 25' freigeben und das Messer 6 entnommen werden kann. Ein
neues Messer 6 kann in den freien Schlitz 5 eingebracht werden, indem es von der Nadeloberseite
9 in Richtung des Nadelrückens 10 mit einem Hilfsmittel eingeführt wird, wobei die
Vorsprünge 14', 14'', 20', 20" mit den Öffnungen 15' und 25' einen Schnappverschluss
bilden.
[0030] Es ist eine Schneidnadel 1 für Strickmaschinen und ähnliche Anwendungsfälle vorgesehen
worden, die einen Nadelkörper 2 aufweist, an der ein Messer 6 vorzugsweise durch eine
Rasteinrichtung 19, 19' lösbar gehalten ist. Eine solche Schneidnadel 1 mindert Wartungskosten
von Strickmaschinen und eröffnet Wege zur fertigungstechnischen und materialmäßigen
Optimierung von Nadelkörper 2 und Messer 6.
Bezugszeichen
[0031]
- 1, 1'
- Schneidnadel
- 2
- Nadelkörper, Grundkörper
- 3
- Haken
- 4
- Fuß
- L
- Schaftlängsrichtung
- 5
- Schlitz
- 5'
- Schlitzfortsatz
- 6
- Messer
- 7
- Kehlbereich
- 8
- Nadelbrust
- 9
- Nadeloberseite
- 10
- Nadelrücken
- 11
- Schneidkante
- 12, 12'
- Haltemittel
- 13
- Ende
- 14, 14', 14"
- erster Vorsprung
- 15, 15'
- Einkerbung, Öffnung
- 16
- Kreisbogen
- 17
- Momentenabstützfläche
- 18
- Abstützfläche
- 19, 19'
- Rasteinrichtung
- 20, 20', 20"
- zweiter Vorsprung
- 21
- Ende
- 22
- Zunge
- 23, 24
- Schlitz
- 25, 25'
- Einkerbung, Öffnung
- 26
- Axialarretierungseinrichtung
- 27, 27'
- Widerlager
- 28, 28'
- Anlagefläche
- 29, 29'
- Facette
- 30
- Öffnung
- 31
- Endfläche
- 32, 33
- Ende
- 34, 35
- Schlitzwand
1. Schneidnadel (1) für eine Strickmaschine,
mit einem Nadelkörper (2), der an einem Ende mit einem Haken (3) versehen ist, und
mit einem Messer (6), das mit dem Nadelkörper (2) lösbar verbunden ist,
wobei Nadelkörper (2) mit mindestens einem formschlüssigen Haltemittel (12, 12') zur
Lagerung des Messers (6) versehen ist, und das Haltemittel (12, 12') von einem ersten
Vorsprung (14, 14', 14") und einer Einkerbung (15, 15') gebildet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Rasteinrichtung (19, 19') vorgesehen ist, die zum Halten des Messers (6) an
dem Nadelkörper (2) dient,
und dass die Rasteinrichtung (19, 19') von einem zweiten Vorsprung (20, 20', 20")
und einer Einkerbung (25, 25') gebildet ist,
wobei der erste Vorsprung (14, 14', 14") und der zweite Vorsprung (20, 20' 20") an
Enden eines Schlitzes (5) des Nadelkörpers (2) an voneinander beabstandeten Stellen
angeordnet sind.
2. Schneidnadel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Nadelkörper (2) einen Schlitz (5) zur Aufnahme des Messers (6) aufweist.
3. Schneidnadel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Nadelkörper (2) mit einer Momentenabstützfläche (17) für das Messer (6) versehen
ist.
4. Schneidnadel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zu der Rasteinrichtung (19) eine an dem Messer (6) ausgebildete Rastzunge (22) gehört.
5. Schneidnadel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Rastzunge durch einen freigestellten länglichen Abschnitt des Messers (6) gebildet
ist.
6. Schneidnadel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Axialarretierungseinrichtung (26) aufweist.
7. Schneidnadel nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Axialarretierungseinrichtung (26, 26') wenigstens eine Anlagefläche (28, 28',
31) für das Messer (6) aufweist, die einer Axialbewegung des Messers (6) auf die Rasteinrichtung
(19, 19') hin entgegen wirkt.
1. Cutting needle (1) for a knitting machine,
with a needle body (2) which is provided with a hook (3) at one end, and
with a cutter (6) which is detachably connected to the needle body (2),
wherein the needle body (2) is provided with at least one form-fit holding means (12,
12') for mounting the cutter, and
the holding means (12, 12') is formed by a first protrusion (14, 14', 14") and a notch
(15, 15'),
characterized in that
a detent device (19, 19') is provided which serves to hold the cutter (6) on the needle
body (2),
and that the detent device (19, 19') is formed by a second protrusion (20, 20', 20")
and a notch (25, 25'),
wherein the first protrusion (14, 14', 14") and the second protrusion (20, 20', 20")
are arranged at points spaced apart from each other at ends of a slot (5) of the needle
body (2).
2. Cutting needle according to claim 1, characterised in that the needle body (2) has a slot (5) for receiving the cutter (6).
3. Cutting needle according to claim 1, characterised in that the needle body (2) is provided with a moment-support face (17) for the cutter (6).
4. Cutting needle according to claim 1, characterised in that the detent device (19) comprises a detent tongue (22) formed on the cutter (6).
5. Cutting needle according to claim 4, characterised in that the detent tongue is formed by an exposed linear portion of the cutter (6).
6. Cutting needle according to claim 1, characterised in that it comprises an axial locking device (26).
7. Cutting needle according to claim 6, characterised in that the axial locking device (26, 26') has at least one contact face (28, 28', 31) for
the cutter (6) which counters an axial movement of the cutter (6) towards the detent
device (19, 19').
1. Aiguille coupante (1) pour une machine à tricoter, comprenant un corps d'aiguille
(2) qui est pourvu d'un crochet (3) à une extrémité, et comprenant un couteau (6)
qui est relié de manière détachable au corps d'aiguille (2), le corps d'aiguille (2)
étant pourvu d'au moins un moyen de maintien (12, 12') par complémentarité de forme
pour le montage du couteau 6, et le moyen de maintien (12, 12') étant formé par une
première saillie (14, 14', 14") et une encoche (15, 15'), caractérisée en ce qu'un dispositif d'encliquetage (19, 19') est prévu, lequel sert au maintien du couteau
(6) sur le corps d'aiguille (2), et en ce que le dispositif d'encliquetage (19, 19') est formé par une deuxième saillie (20, 20',
20") et par une encoche (25, 25'), la première saillie (14, 14', 14") et la deuxième
saillie (20, 20', 20") étant disposées aux extrémités d'une fente (5) du corps d'aiguille
(2) à des emplacements distants l'un de l'autre.
2. Aiguille coupante selon la revendication 1, caractérisée en ce que le corps d'aiguille (2) présente une fente (5) pour la réception du couteau (6).
3. Aiguille coupante selon la revendication 1, caractérisée en ce que le corps d'aiguille (2) est pourvu d'une surface de support de couple (17) pour le
couteau (6).
4. Aiguille coupante selon la revendication 1, caractérisée en ce que le dispositif d'encliquetage (19) comprend une languette d'encliquetage (22) formée
sur le couteau (6).
5. Aiguille coupante selon la revendication 4, caractérisée en ce que la languette d'encliquetage est formée par une partie allongée dégagée du couteau
(6).
6. Aiguille coupante selon la revendication 1, caractérisée en ce qu'elle présente un dispositif de blocage axial (26).
7. Aiguille coupante selon la revendication 6, caractérisée en ce que le dispositif de blocage axial (26, 26') présente au moins une surface d'appui (28,
28', 31) pour le couteau (6), laquelle s'oppose à un mouvement axial du couteau (6)
sur le dispositif d'encliquetage (19, 19').