[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein im Patentanspruch 1 angegebenes Hörgerät mit einem
Hinter-dem-Ohr-Teil und einem In-dem-Ohr-Teil und ein im Patentanspruch 10 angegebenes
dazugehöriges Verfahren.
[0002] Hörgeräte mit einem Hinter-dem-Ohr-Teil und einem In-dem-Ohr-Teil sollen immer kleiner
werden, wasserdicht sein und darüber hinaus auch optisch gut aussehen. Außerdem müssen
die Schaltpositionen "Ein" bzw. "Aus" eines Ein-/Ausschalters am Hörgerät einfach
auch für ältere Menschen erkennbar sein, so dass bekannte Druckschalter dafür nicht
in Frage kommen. Somit ist die Integration eines Ein- und Ausschalters in ein kleines
Hörgerät konstruktiv anspruchsvoll.
[0003] Aus der Patentschrift
DE 198 52 758 C2 ist ein Hörgerät mit einem relativ großen Ein- und Ausschalter in Form eines an dem
Hinter-dem-Ohr-Teil angebrachten Drehschalters mit Schaltnase bekannt.
[0004] Es ist Aufgabe der Erfindung ein weiteres Hörgerät mit einem Ein-/Ausschalter anzugeben,
welcher auch bei sehr kleinen Hörgeräten sichtbar ein- und ausschaltbar ist.
[0005] Gemäß der Erfindung wird die gestellte Aufgabe bei der Vorrichtung der eingangs erwähnten
Art und dem dazugehörigen Verfahren durch die in den unabhängigen Patentansprüchen
aufgeführten Merkmale gelöst, indem ein Ein-/Ausschalter mittels einem Verbindungselement
zwischen Hinter-dem-Ohr-Teil und In-dem-Ohr-Teil eines Hörgeräts schaltbar ist.
[0006] Erfindungsgemäß umfasst das Hörgerät ein Hinter-dem-Ohr-Teil und ein In-dem-Ohr-Teil,
welche durch ein Verbindungselement miteinander verbundenen sind. Zwischen dem Hinter-dem-Ohr-Teil
und dem Verbindungselement ist ein mit dem Verbindungselement derart in Wirkverbindung
stehendes Schaltelement angeordnet, dass durch eine Bewegung des Verbindungselements
mindestens zwei Schaltpositionen des Schaltelements einstellbar sind.
[0007] Außerdem wird erfindungsgemäß ein Verfahren zum Ein- und Ausschalten eines Hörgeräts,
umfassend ein Hinter-dem-Ohr-Teil und ein In-dem-Ohr-Teil, welche durch ein Verbindungselement
miteinander verbundenen sind, angegeben. Bei diesem Verfahren werden durch eine Bewegung
des Verbindungselements oder des Hinter-dem-Ohr-Teils mindestens zwei Schaltpositionen
eingenommen.
[0008] Der Gegenstand der Erfindung hat den Vorteil, dass auch bei sehr kleinen Hörgeräten
ein Ein-/Ausschalter, dessen Schaltpositionen leicht erkennbar und bedienbar sind,
integrierbar ist.
[0009] Vorzugsweise ist die Bewegung des Verbindungselements eine Drehbewegung, insbesondere
eine Drehung um einen Drehwinkel von neunzig Grad.
[0010] Das Schaltelement kann zwei Schaltpositionen aufweisen, wobei das Hörgerät bei einer
ersten Schaltposition eingeschaltet und bei einer zweiten Schaltposition ausgeschaltet
ist.
[0011] Dadurch ist das Hörgerät beim Tragen durch einen Hörgeräteträger eingeschaltet und
kann nach Abnahme einfach ausgeschaltet werden.
[0012] Die Schaltpositionen des Schaltelements des Hörgeräts können durch Einrasten spürbar
gemacht werden.
[0013] Dadurch sind die Schaltpositionen für einen Hörgeräteträger einfach erkennbar.
[0014] Vorzugsweise besteht das Schaltelement aus einem Drehschalter, umfassend eine auf
dem Hinter-dem-Ohr-Teil angeordnete drehbare Buchse und ein mit dem Verbindungselement
fest verbundenes, in die Buchse steckbares Steckerteil, wobei das in die Buchse gesteckte
Steckerteil gemeinsam mit der Buchse drehbar ist.
[0015] Dadurch kann das Verbindungselement samt In-dem-Ohr-Teil vom Hinter-dem-Ohr-Teil
einfach getrennt werden.
[0016] Eine elektrische Verbindung zwischen drehbarer Buchse und Hinter-dem-Ohr-Teil erfolgt
vorzugsweise mittels Schleifkontakten und Schleifringen.
[0017] Dadurch werden elektrische Kabel im Verbindungselement trotz häufiger Drehbewegungen
nicht beschädigt.
[0018] Das Verbindungselement kann einen Schall leitenden Schlauch und/oder elektrische
Leitungen umfassen. Es kann starr sein oder aus einem Memorymaterial, das eine stabile,
vorgebbare Endform des Verbindungselements gewährleistet, bestehen.
[0019] Weitere vorteilhafte Ausbildungen sind in den abhängigen Patentansprüchen angegeben.
[0020] Weitere Besonderheiten der Erfindung werden aus den nachfolgenden Erläuterungen eines
Ausführungsbeispiels anhand von schematischen Zeichnungen ersichtlich.
[0021] Es zeigen:
- Figur 1
- eine Ansicht eines ausgeschalteten Hörgeräts und
- Figur 2
- eine Ansicht eines eingeschalteten Hörgeräts.
[0022] Figur 1 und Figur 2 zeigen eine Frontansicht eines Hörgeräts 1. Dieses umfasst ein
Hinter-dem-Ohr-Teil 2, ein In-dem-Ohr-Teil 3 und ein diese beiden Teile 2,3 verbindendes
Verbindungselement 4. Das Verbindungselement 4 ist mittels eines Schaltelements 5
mit dem Hinter-dem-Ohr-Teil 3 drehbar verbunden. Das Verbindungselement 4 ist in der
Regel starr und dient zur Übertragung von elektrischen Signalen oder Schallwellen
von dem Hinter-dem-Ohr-Teil 2 zu einem Hörer des In-dem-Ohr-Teils 3. Darüber hinaus
dient es zum Fixieren des Hörgeräts 1 an der Ohrmuschel des Hörgeräteträgers. Es dient
aber auch zum Einsetzen des In-dem-Ohr-Teils 3 in den Gehörgang, da das In-dem-Ohr-Teil
3 durch das starre Verbindungselement 4 leicht geführt werden kann.
[0023] Das Verbindungselement 4 besitzt beispielsweise als Kern einen Draht, und dieser
ist zusammen mit einer elektrischen Verbindungsleitung mit einem Kunststoff umgeben.
Das Verbindungselement 4 lässt sich beispielsweise warm verformen. In einer anderen
Ausführungsform ist das Verbindungselement 4 ein warmverformbarer Schlauch, in dem
Schallwellen vom Hinter-dem-Ohr-Teil 2 zum Ohrpassstück des In-dem-Ohr-Teils 3 übertragen
werden.
[0024] Die Form des In-den-Ohr-Teils 3 ist günstiger Weise an den Gehörgang des Hörgeräteträgers
exakt angepasst. Auch das Hinter-dem-Ohr-Teil 2 sollte exakt an den Raum hinter dem
Ohr angeglichen sein. Des Weiteren lässt sich das Verbindungselement 4 in der Länge
und in der Form an die Anatomie der Ohrmuschel des Hörgeräteträgers anpassen.
[0025] Das Schaltelement 5, durch das das Verbindungselement 4 mit dem Hinter-dem-Ohr-Teil
2 verbunden ist, ist beispielsweise ein Drehschalter 5 mit zwei Schaltpositionen "Ein"
und "Aus". Durch Drehen 6 des Verbindungselements 4 durch beispielsweise den Hörgeräteträger
kann zwischen diesen beiden Schaltpositionen geschaltet werden. Vorzugsweise unterscheiden
sich die beiden Schaltpositionen durch einen Drehwinkel von 90 Grad des Verbindungselements
4 und rasten spürbar ein.
[0026] Das Verbindungselement 4 ist bevorzugt in das Schaltelement 5 steckbar ausgeführt.
[0027] Umfasst das Verbindungselement 4 auch elektrische Leitungen, so müssen diese durch
den Drehschalter 5 geschliffen werden. Um unnötige und fehleranfällige Biegungen der
elektrischen Leitungen zu vermeiden, erfolgt dies bevorzugt mittels Schleifkontakten,
die sich in einem beweglichen Teil des Drehschalters 5 befinden und zu Schleifringen
in einem festen Teil des Drehschalters 5 Kontakt halten. Durch Stecken des Verbindungselements
4 in den Drehschalter 5 erhalten die elektrischen Leitungen Kontakt zu den Schleifkontakten.
[0028] Ist das Verbindungselement 4 ein Schlauch zur Schallübertragung sind selbstverständlich
keine Schleifkontakte und Schleifringe erforderlich. Beispielsweise werden aber ein
im Hinter-dem-Ohr-Teil 2 angeordneter Schlauch und der Schlauch des Verbindungselements
4 passgenau drehbar verbunden, um eine reibungslose Schallübertragung zu ermöglichen.
[0029] Figur 1 zeigt das Hörgerät 1 im eingeschalteten Zustand. Das Verbindungselement 4
befindet sich in einer Position, in der das Hörgerät vom Hörgeräteträger benutzt bzw.
getragen wird. Der Drehschalter 5 ist auf Position "Ein" gestellt.
[0030] Figur 2 zeigt das Hörgerät 1 im abgenommenen und ausgeschalteten Zustand. Das Verbindungselement
4 befindet sich in einer Position, die durch eine Drehung 6 beispielsweise um 90 Grad
gegenüber der eingeschalteten Position verdreht ist. Der Drehschalter 5 ist auf Position
"Aus" gestellt.
1. Hörgerät (1) mit einem Hinter-dem-Ohr-Teil (2) und einem In-dem-Ohr-Teil (3), welche
durch ein Verbindungselement (4) miteinander verbundenen sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Hinter-dem-Ohr-Teil (2) ein mit dem Verbindungselement (4) in Wirkverbindung
stehendes Schaltelement (5) derart angeordnet ist, dass durch eine zum Hinter-dem-Ohr-Teil
(2) relative Bewegung (6) des Verbindungselements (4) mindestens zwei Schaltpositionen
des Schaltelements (5) einstellbar sind.
2. Hörgerät (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Bewegung (6) des Verbindungselements (4) eine Drehbewegung ist.
3. Hörgerät (1) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schaltpositionen durch einen die Schaltpositionen bestimmenden Drehwinkel von
neunzig Grad unterscheidbar sind.
4. Hörgerät (1) nach einem der vorigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Schaltelement (5) zwei Schaltpositionen aufweist, wobei das Hörgerät (1) bei
einer ersten Schaltposition eingeschaltet und bei einer zweiten Schaltposition ausgeschaltet
ist.
5. Hörgerät (1) nach einem der vorigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schaltpositionen des Schaltelements (5) durch Einrasten spürbar sind.
6. Hörgerät (1) nach einem der vorigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Schaltelement (5) aus einem Drehschalter besteht, umfassend eine auf dem Hinter-dem-Ohr-Teil
(2) angeordnete drehbare Buchse und ein mit dem Verbindungselement (4) fest verbundenes,
in die Buchse steckbares Steckerteil, wobei das in die Buchse eingesteckte Steckerteil
gemeinsam mit der Buchse drehbar ist.
7. Hörgerät (1) nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine elektrische Verbindung zwischen drehbarer Buchse und Hinter-dem-Ohr-Teil (2)
mittels Schleifkontakten und Schleifringen erfolgt.
8. Hörgerät (1) nach einem der vorigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verbindungselement (4) einen Schall leitenden Schlauch und/oder elektrische Leitungen
umfasst.
9. Hörgerät (1) nach einem der vorigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verbindungselement (4) starr ist oder aus einem Memorymaterial, das eine stabile,
vorgebbare Endform des Verbindungselements (4) gewährleistet, besteht.
10. Verfahren zum Ein- und Ausschalten eines Hörgeräts (1), umfassend ein Hinter-dem-Ohr-Teil(2)
und ein In-dem-Ohr-Teil(3), welche durch ein Verbindungselement (4) miteinander verbundenen
sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch eine Bewegung des Verbindungselements (4) mindestens zwei Schaltpositionen
eingenommen werden.