[0001] Die Erfindung betrifft eine Abtrennvorrichtung für einen Überspannungsableiter, deren
Schaltbewegung durch eine Schaltzunge vollzogen wird, gemäß Patentanspruch 1.
[0002] Unter dem Einfluss einer Erwärmung, deren Wärmequelle vorzugsweise ein zu überwachendes
Überspannungsschutzbauteil bildet, wird das Lot verflüssigt und infolge einer dadurch
ausgelösten Schaltbewegung eines speziell dafür vorgesehenen Teils der Abtrennvorrichtung,
eine elektrische Verbindung aufgetrennt. Das Teil der Abtrennvorrichtung, welches
die Schaltbewegung ausführt, ist z.B. nach
DE 295 19 313 U1 mittels einer in Schaltrichtung ausgerichteten Federkraft vorgespannt. Die Schaltbewegung
erreicht ihren absoluten Endpunkt, sobald die Vorspannkraft dieser Feder aufgebraucht
ist.
[0003] Von Abtrennvorrichtungen nach dem Stand der Technik ist als Nachteil bekannt, dass
die Vorspannkraft, falls sie permanent auf die Lotstelle wirkt, bereits ohne thermischen
Einfluss eine rein mechanische, nicht beabsichtigte Auslösung hervorrufen kann. Andererseits
ist eine gewisse Vorspannkraft notwendig, um eine entsprechend wirkungsvolle Schaltbewegung
zu erreichen, d.h. dass ein ausreichender Schaltweg (Trennabstand) und eine ausreichende
Schaltgeschwindigkeit erreichbar sind.
[0004] Sowohl der Schaltweg als auch die Schaltgeschwindigkeit sind Parameter, die die Leistungsfähigkeit
(Schaltvermögen) der Abtrennvorrichtung bestimmen. Da mit zunehmendem Schaltweg eine
rein mechanische Vorspannkraft rapide abnimmt, ist es sehr schwierig, einerseits über
den gesamten Schaltweg eine ausreichende Schaltgeschwindigkeit sicherzustellen und
andererseits die Vorspannungskraft auf die Lotstelle auf einen Wert zu begrenzen,
der mit ausreichender Sicherheit eine rein mechanisch bedingte Fehlauslösung ausschließt.
In der Praxis ist deshalb ein Kompromiss erforderlich, der abhängig von der Ausführung
der Lotstelle, der Lotmenge und schließlich auch der Zusammensetzung des Lotes eine
ausreichende Vorspannkraft zulässt. Dies setzt einen stabilen Fertigungsprozess voraus,
der besonders im Hinblick auf die Einführung bleifreier Lote neu bestimmt werden muss
und in der Regel eine weitere Reduzierung der Vorspannkraft erforderlich macht.
[0005] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine Lösung zu finden, die auf diese oben genannten
geänderten Bedingungen mit einfachen Mitteln einzustellen ist. Zudem soll die Vorspannkraft
soweit erhöht werden können, dass sich einerseits eine verbesserte Schaltleistung
über den Schaltweg und die Schaltgeschwindigkeit ergibt, andererseits jedoch die Gefahr
einer dadurch verursachten rein mechanischen Auslösung nicht besteht.
[0006] Die Lösung der erfindungsgemäßen Abtrennvorrichtung für Überspannungsableiter mit
erweitertem Funktionsumfang gemäß Anspruch 1 orientiert sich an folgenden Vorgaben:
- Eine Vorspannkraft F1, die im normalen Zustand des zu überwachenden Elementes auf
die Lotstelle einwirkt soll idealerweise gleich Null oder zumindest sehr gering sein,
so dass in diesem Zustand das Lot mechanisch dauerhaft nicht oder nur wenig belastet
wird;
- Eine weitere Vorspannkraft F2 soll demgegenüber den eingeleiteten Auslötvorgang beschleunigen,
um die Lotverbindung zu dem zu überwachenden Element möglichst schnell zu unterbrechen,
indem sie mit zunehmender bzw. ab einer bestimmten Lottemperatur die Vorspannung F1
unterstützend verstärkt;
- Eine Schaltkraft F3 soll die während des Schaltvorgangs gegebenenfalls abklingenden
Kräfte F1 / F2 unterstützen, indem sie idealerweise mit zunehmendem Schaltweg in dem
Maße zunimmt, wie die resultierende Kraft F1 / F2 abnimmt.
[0007] Die Kräfte F1 / F2 und F3 können als unabhängig voneinander organisierte Einzelkräfte
aus einem oder auch aus mehreren gleichen oder unterschiedlichen Kraftspeichern erzeugt
werden.
[0008] Erfindungsgemäß wird die Gesamt-Vorspannkraft, die auf die Lotstelle wirkt, mindestens
aus zwei Teilkräften zusammengesetzt, deren Kraftwirkungen (Wirkrichtungen) sich in
Richtung Schaltbewegung bedarfsgerecht ergänzend verstärken.
[0009] Neben einer ersten Vorspannkraft F1, die permanent auf die Lotstelle wirkt, wirken
zudem eine oder mehrere weitere Kräfte bedarfsorientiert, indem sie z.B. bei normaler
Lottemperatur nahezu wirkungslos sind und erst mit zunehmender Lottemperatur oder
während des Abtrenn- bzw. Schaltvorgangs ihre Kraftwirkung mit einbringen. Diese bedarfsgerecht
entwickelte Kräfteeinwirkung bzw. -verteilung kann zustands- oder temperaturabhängig
stetig bzw. ab einem bestimmten Zustand der Schalterstellung und/oder einer bestimmten
Temperatur schlagartig einsetzen.
[0010] Voraussetzung hierfür ist, dass alle Teilkräfte vektoriell so ausgerichtet sind,
dass sie sich in ihrer Kraftwirkung zum richtigen, dafür geeigneten Zeitpunkt ergänzen.
Dazu beruht die Erfindung auf einer verstärkten Kraftwirkung auf das Abtrennelement
während des gesamten Abtrennprozesses, d.h. während der Auslöt- und der nachfolgenden
Schaltphase, die durch zusätzliche thermische und/oder mechanische Effekte beeinflusst
bzw. unterstützt wird. Dies ist z.B. dann der Fall, wenn eine als Abtrennelement zur
Anwendung kommende Schaltzunge selbst die thermische Kraftwirkung unterstützt oder
diese Kraft gar aus ihr selbst heraus gebildet wird, indem sie z.B. aus einem Material
hergestellt ist, das die dazu erforderlichen mechanischen/thermischen Eigenschaften
aufweist.
[0011] Die bei der Erfindung angewandte Lösung erfordert eine bestimmte Ausgestaltung einer
solchen Schaltzunge, wobei sich die nachfolgend beschriebenen Ausführungen bzw. Varianten
in diesem Sinne als vorteilhaft erwiesen haben.
[0012] Die Schaltzunge ist aus einem Formteil gebildet, an dessen erstem auslaufendem Ende
ein Kontaktbügel zur äußeren Kontaktierung mit einem Steckteil und an dessen zweitem
auslaufendem Ende eine speziell ausgebildete oder ausbildbare Lotspitze angeformt
ist. Diese Lotspitze wird über eine definierte Lotstelle mit dem aktiven, im Störfall
als Wärmequelle dienenden Teil des Ableiters verbunden und bildet so eine elektrische/thermische
Verbindung, die mithilfe der beschriebenen Vorspannkraft F1 bei entsprechendem Temperatureinfluss
ausgelötet, eine Schaltbewegung ausführt.
Durch die Schaltbewegung wird der Stromkreis über den nun schadhaften Ableiter dauerhaft
unterbrochen.
[0013] Da die Vorspannkraft F1 alleine erfindungsgemäß nur eine geringe Kraftwirkung auf
die Lotstelle ausübt, soll eine zweite Vorspannkraft F2 bedarfsorientiert in den Abtrennvorgang
eingreifen. Diese kann einerseits thermisch bewirkt sein, indem sie z.B. bereits während
die Lotstelle "aufgeheizt" wird stetig oder schlagartig zunimmt und so den Auslötvorgang
unterstützt. Andererseits kann der nach der Auslötung einsetzende Trennvorgang durch
die Vorspannkraft F2 unterstützt werden, indem sie so wirkt, dass der Abtrennvorgang
eine zusätzliche "Beschleunigung" erfährt, indem z.B. der Schaltweg durch eine weitere
Öffnung der Trennstrecke durch Verformung der Schaltzunge vergrößert wird. Dadurch
wird die elektrische Trennung verbessert, was besonders bei höheren Systemspannungen
von Vorteil ist.
[0014] Beide Lösungsansätze können vorteilhafterweise alleine oder in Kombination angewendet
werden. Aus der Kombination ergibt sich zusätzlich eine gewisse Redundanz des Abtrennvorgangs,
da beide Kräfte unabhängig voneinander den eingeleiteten Abtrennvorgang, nämlich den
Auslötvorgang einerseits und den anschließenden Schaltvorgang andererseits unterstützen.
[0015] Im Weiteren wird die zusammen mit der ersten Vorspannkraft F1 wirkende vorwiegend
thermisch bedingte Vorspannkraft mit F2 und die nach dem Auslötvorgang zusammen mit
F1 vorwiegend mechanisch wirkende Vorspannkraft als Schaltkraft F3 bezeichnet.
[0016] Zur Bereitstellung der thermisch bedingten Vorspannkraft F2 besteht die Schaltzunge
aus einem metallischen, elektrisch leitfähigen Material, das unter Wärmeeinfluss verformbar
ist. Solche Metalle weisen nach dem Stand der Technik zwei verschiedene stabile Formzustände
auf, die sich temperaturabhängig einstellen. Im Falle der Schaltzunge entspricht ein
erster stabiler Zustand, der sich unter Normalbedingen ergibt, dem geschlossenen Zustand
der Abtrennvorrichtung. Seine Kraftwirkung ist in dieser Stellung so gerichtet, dass
er keine oder nur eine geringe zusätzliche Vorspannkraft erzeugt. Der zweite stabile
Zustand, der sich unter Wärmeeinfluss einstellt, entspricht dagegen dem geöffneten
Zustand der Abtrennvorrichtung, so dass mit zunehmender Erwärmung die Vorspannung
ansteigt (stetig bzw. sprunghaft) und damit die mechanische Vorspannung auf die Lotstelle
verstärkt. So wird eine bedarfsgerechte Vorspannung erzeugt, die letztlich auch für
sich alleine gesehen zu hohen Schaltgeschwindigkeiten auch bei großen Schaltwegen
führt.
[0017] Für die Bereitstellung einer solchen Funktion sind z.B. sogenannte Bi-Metalle oder
Memorymetalle geeignet. Während Bi-Metalle aus zwei Metallen zusammengesetzt sind,
die sich unter Wärmeeinfluss unterschiedlich ausdehnen und somit das gesamte Teil
in eine vorbestimmbare Richtung verformen, bestehen die Memorymetalle aus einer Metalllegierung
(z.B. Nickel/Titan). Im Gegensatz zu den Bimetallen, wo sich mit steigender Temperatur
das Bestreben in den zweiten stabilen Zustand überzugehen stetig zunimmt, weisen die
Memorymetalle einen bestimmten Temperaturpunkt auf, bei dem sie sich schlagartig in
der Art einer Schaltbewegung vom einen in den anderen Zustand bewegen und dort auch
verbleiben, wenn die Temperatur, die zur Auslösung geführt hat, wieder abgefallen
ist.
Bei der Ausführung mit einem Bimetall muss ggf. für den Fall der Abkühlung eine Rückhaltung
vorgesehen werden, die das Wiedereinschalten der Abtrennvorrichtung verhindert. Ansonsten
würde sich der Vorgang der Abtrennung zyklisch wiederholen.
[0018] Als weitere Ausgestaltung ist die Ausführung einer Schaltzunge denkbar, die selbst
zusätzlich zu dem erwähnten thermischen Effekt einer Vorspannkraft F2 auch die erste,
mechanisch bedingte Vorspannkraft F1 erzeugt, indem sie ganz oder teilweise aus einer
Kombination eines der erwähnten thermischen Materialien mit einem federnden Material
besteht. Bei einer solchen Ausführung kann sowohl ein bestimmter Bereich als auch
die gesamte Schaltzunge in Sandwich-Bauweise mit dem thermisch reagierenden Metall
ausgestattet sein. Eine mechanische Zug- oder Druckfeder zur Erzeugung der Vorspannkraft
F1 wird dabei unter Umständen durch den federnden Effekt des Schaltzungenmaterials
ersetzt. Insgesamt ist die erzielbare Wirkung einer solchen Kombination aber die gleiche
wie bei der Ausführung nach der ersten Variante mit den funktionell getrennten Elementen
zur Erzeugung der Kraftwirkung F1/F2. Ein Vorteil kann sich bei bestimmten Anwendungen
ergeben, bei denen z.B. die Gefahr besteht, dass sich die mechanische Aufhängung der
Feder für die Vorspannkraft F1 löst (z.B. durch mechanischen Erschütterungen) oder
die Platzverhältnisse eine kompakte Ausführung der erfindungsgemäßen Abtrennvorrichtung
erfordern.
[0019] Wie bereits erwähnt, nimmt die Vorspannkraft F1 während der Schaltbewegung mit zunehmendem
Schaltweg stetig ab. Dieser Effekt kann von der Vorspannkraft F2 nur teilweise kompensiert
werden, da sich diese Teilkraft nur in der Auslötphase entfaltet und nachdem durch
den Abtrennvorgang die Wärmezuführung unterbrochen wird, auch diese Kraft mehr oder
weniger stetig abnimmt. Um zu verhindern, dass dadurch der Kräfteeintrag insgesamt
für eine effektive Schaltbewegung über den gesamten Schaltweg nicht mehr ausreicht,
ist gemäß der Erfindung eine weitere Kraft F3 vorgesehen, die sich während des Schaltvorgangs
entfaltet und so die nachlassende Wirkung von F1 bzw. F2 zumindest teilweise kompensiert.
Die Bereitstellung dieser weiteren Kraft erfolgt ausschließlich während des Schaltvorgangs
und entfaltet sich gegenüber den Vorspannkräften F1/F2 richtungsgleich, jedoch zeitlich
versetzt invers. Sie wird aus der Bewegung der Schaltzunge abgeleitet indem durch
eine stetige Verlagerung eines Kraftübertragungspunktes entlang der Schaltzunge das
einwirkende Kräfteverhältnis durch veränderte Kraft- und oder Hebelwirkungen so beeinflusst
wird, dass die daraus resultierende Kraft F3 mit zunehmendem Schaltweg stetig zunimmt.
[0020] Die Erfindung soll nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen und den Figuren 1
bis 6 näher erläutert werden.
[0021] Die nachfolgenden Ausführungsbeispiele beziehen sich ausgehend von einer gemeinsamen
Grundversion auf drei Varianten der Erfindung, anhand derer die relevanten Funktionen,
sowie weitere Details beschrieben und dargestellt werden.
[0022] Die Erfindung stellt eine Abtrennvorrichtung für Überspannungsableiter mit erweitertem
Funktionsumfang dar, der darin besteht, dass eine erste Vorspannkraft F1 nach dem
Stand der Technik durch mindestens eine zweite, erfindungsgemäße Vorspannkraft F2
oder Schaltkraft F3 bedarfsgerecht unterstützt wird, um die Auslöse- sowie Schaltcharakteristik
dahingehend zu verbessern, dass einerseits die Kraftwirkung auf die Lotstelle bei
normaler Umgebungstemperatur vermindert und andererseits der Abtrennweg bzw. die Abtrenngeschwindigkeit
gegenüber dem Stand der Technik erhöht ist. Die Abtrennmittel der erfindungsgemäßen
Abtrennvorrichtung befinden sich zusammen mit dem zu überwachenden Überspannungs-Schutzelement
bevorzugt in dem aufsteckbaren Oberteil eines zweiteiligen Gehäuses, sind aber prinzipiell
auch einer einteiligen Anordnung realisierbar ist. Zudem weist das Oberteil Mittel
zur Kontaktierung mit einem Unterteil und ein Anzeigefenster auf, an dem der Schaltzustand
der Abtrennvorrichtung optisch angezeigt wird. Das Unterteil, kontaktiert über entsprechende
Gegenkontakte das Oberteil und weist zudem Anschlussmittel für die äußeren Anschlüsse
auf.
[0023] Das aktive Element stellt dabei ein überspannungsbegrenzendes oder ein überspannungsschaltendes
Bauteil dar, das von der Abtrennvorrichtung auf Überschreitung einer bestimmten Erwärmungstemperatur
überwacht wird. Die Überschreitung vorgegebener Temperaturwerte wird als Defektzustand
des aktiven Bauteils (z.B. Funkenstrecke und/oder Varistor) gewertet, was dessen Trennung
von der Energiezufuhr über die Abtrennvorrichtung erfordert.
[0024] Figur 1a zeigt das Oberteil einer grundlegenden Ausführung eines steckbaren Überspannungsableiters,
auf der die Erfindung im Wesentlichen aufbaut.
[0025] Hierbei besteht das Oberteil aus dem steckbaren Einsatz (1) mit angeformten äußeren
Steckkontakten zur Kontaktierung mit dem Unterteil, an dem die Leitungszuführung der
äußeren Anschlüsse erfolgt.
Die beiden äußeren Steckkontakte führen ins Gehäuseinnere und kontaktieren dort beidseitig
das Ableiterelement (5). Erfindungsrelevant ist dabei, dass beide Kontaktstücke (4,
6) aus einem einzigen Stück als Stanz-, Zieh- oder Prägeteil aus einem vorzugsweise
thermisch verformbaren und / oder federnden und dennoch gut leitfähigen Material bestehen,
an dessen Ende bzw. Ausprägung jeweils Kontaktfedern (4b, 6b) oder Kontaktbügel (6a)
zur Kontaktierung des Unterteils bzw. des Ableiterelementes (5) angeformt sind.
[0026] Ein erstes der beiden Kontaktstücke (4) ist in seiner Ausführung bzw. Ausgestaltung
als Schaltzunge (4c) einer Abtrennvorrichtung mit erweiterten Eigenschaften ausgebildet,
wobei eine Ausgestaltung der Schaltzunge (4c) als Schiene einmal ohne Ausprägung und
bei einer weiteren Ausführung mit einer mittig angeordnete Ausprägung ausgebildet
ist. Wesentlich ist dabei, dass beide Ausführungen der Kontaktstücke (4) aus einem
einzigen Teil bestehen. An deren Ende befindet sich die Lotkontaktstelle (4d), deren
Lotverbindung (4f) bei einer mit einer Erwärmung einhergehenden Überlastung des Ableiterelementes
(5) an dessen Kontakt (5a) durch Wärmeübertragung aufschmilzt und mit einer Schaltbewegung
der Schaltzunge (4c) die beabsichtigte Abschaltung bewirkt.
[0027] Die Schaltbewegung der Schaltzunge (4c) resultiert aus einer Federspannung, die indirekt
über einen Abtrennbock (2) eine Vorspannung auf die Schaltzunge (4c) und damit auf
die Lotkontaktstelle (4d) ausübt. Diese Vorspannung entspricht der Vorspannkraft F1.
Durch die Drehbewegung des Abtrennbocks (2) führt die abgetrennte Schaltzunge (4c)
eine entsprechend schnelle Schaltbewegung über einen großen Öffnungsweg aus und stellt
damit eine sichere Trennung zwischen dem Ableiterelement (5) und der durch die Schaltzunge
(4c) gebildeten Leitungszuführung her. Gleichzeitig wird die vom Abtrennbock (2) ausgeführte
Drehbewegung in ihrer Endstellung (1b) in einem Sichtfenster (1a) angezeigt, so dass
nach außen hin die Schaltstellung des Abtrennbocks (2) anhand seiner Schaufläche (2d)
als Auslösezustand erkennbar ist.
[0028] Die Federvorspannung F1 für die Schaltzunge (4c) wird durch eine Feder (3) erzeugt,
die ihren Festpunkt am Ende einer Gehäusenut (4a) hat. Die so von der Feder erzeugte
Druckkraft wirkt auf den Abtrennbock (2) am Punkt (2c), der wiederum auf das Drehlager
(2a) des Abtrennbocks wirkt und so die bereits erwähnte Drehbewegung ermöglicht.
Zunächst wirkt also die Federvorspannung F1 über den Abtrennbock (2) auf die Schaltzunge
(4c) und damit auf die Lotkontaktstelle (4d). Eine weitere Unterstützung kann sie
dadurch erfahren, dass die Schaltzunge (4c) selbst eine Vorspannung erzeugt, die aus
einer Federspange oder aus einem Bimetall- oder Memorymetallstreifen bestehen kann.
Während die Wirkung der Federspange hauptsächlich in der Schaltphase zum Tragen kommt,
können thermisch verformbare Metalle, die so zusammengestellt sind, dass sie (mindestens)
zwei stabile, temperaturabhängige Stellungen oder Ausformungen annehmen können, zur
Unterstützung des Auslötvorgangs herangezogen werden. Dieser Effekt wird bei der Erfindung
so genutzt, dass die Schaltzunge mit zunehmender Temperatur eine zunehmende Zugkraft
F2 in Schaltrichtung erfährt und somit zuzüglich zur Federkraft F1 die Vorspannung
erhöht, was den eingeleiteten Auslöt- und den nachfolgenden Abtrenn- bzw. Schaltvorgang
positiv beeinflusst. Die durch die Kombination F1/F2 erzeugte Vorspannung der Schaltzunge
hat nicht nur verstärkende Wirkung auf den Auslötvorgang, sondern erhöht zusätzlich
die Zuverlässigkeit der Auslösung eines Schaltvorgangs durch zwei unabhängig einwirkende,
gleichgerichtete Kräfte.
[0029] Die Lotstelle, die die Schaltzunge mit dem Ableiterelement verbindet, ist so ausgelegt
und hergestellt, dass die Abtrennung sicher und zu einem Zeitpunkt erfolgt, bei dem
noch keine thermischen Schäden durch ein überhitztes Ableiterelement abzusehen sind.
Dieser Punkt wird zunächst durch die Wahl des Lotes bestimmt, wobei auch die beschriebene
mechanische Vorspannung einen wesentlichen Anteil dazu liefert. Weiterhin müssen die
Lotmenge an der Lotstelle (4f) (siehe Figur 1b) und die Wärmeverteilung an der Lotkontaktstelle
optimiert sein.
Dazu ist zunächst die Lotkontaktstelle (4d) so ausgeformt, dass sie nur eine begrenzte
Menge Lot aufnimmt, indem das Ende der Schaltzunge (4c) als Kontaktmesser (4d'), das
als Gegenkontakt in einen schlitzförmigen Durchbruch (5c) eintaucht und mit seinem
durchragenden Teil mit dem Kontakt (5a) des aktiven Elementes (5) verlötet wird, ausgebildet
ist. Um eine optimale Wärmeverteilung zu erreichen, werden bevorzugt hochwärmeleitfähige
Metalle oder Metalllegierungen bzw. Überzüge zumindest oder ausschließlich im Bereich
der Lotkontaktstelle (4d) verwendet.
[0030] Das zweite Kontaktstück (6) ist so ausgeformt, dass es über entsprechende Abstützungen
in dem Gehäusehalbteil, welches für die Aufnahme der Bauteile ausgebildet ist, einen
Kontaktdruck über den Bügel (6a) auf die Kontaktfläche (5b) des Ableiterelementes
(5) ausübt bzw. mit diesem Kontaktstück verlötet ist. Die Abstützungen bestehen aus
miteinander verflochtenen Stegen, die gleichzeitig die Festigkeit des Gehäusehalbteiles
(1) erhöhen, so dass ein kontinuierlicher Kontaktdruck auch durch eine entsprechende
Steifigkeit des Trägergehäuses sichergestellt ist.
[0031] Durch die Stege im tragenden Gehäusehalbteil werden beide Kontaktstücke (4, 6) geführt
und in ihrer Lage gehalten. Gleichzeitig wirken die Stege in bestimmten Bereichen
als Isolation für die Kontaktstücke bzw. stützen oder verstärken dort deren Form und
ermöglichen so, dass die Kontaktstücke z.B. im Bereich der Steckkontakte mechanisch
belastet werden können, ohne sich dadurch zu verformen.
[0032] Die Erzeugung der erfindungsgemäßen Schaltkraft F3 wird anhand der Figuren 2 bis
4 erklärt. Sie entfaltet ihre Wirkung sobald der Auslötvorgang vollzogen ist und sich
die Schaltzunge in Richtung Endstellung für den geöffneten Zustand bewegt. Sie wirkt
also wie die Vorspannkraft F2 bedarfsorientiert jedoch zeitversetzt zusammen mit F1.
[0033] Die betreffenden Ausführungen in den Figuren 2 bis 4 entsprechen weitestgehend der
Grundversion nach Figur 1, weshalb hier nur diejenigen Elemente bezeichnet sind, die
im unmittelbaren Zusammenhang mit der beschriebenen Funktion der jeweiligen Version
stehen. Gemeinsame erfindungswesentliche Merkmale dieser drei erweiterten Funktionen
sind
- ein Festpunkt (2b) auf dem Abtrennbock, der die von den Vorspannkräften F1/F2 erzeugte
und über den Abtrennbock übertragene, zunächst statische und nach dem Auslötvorgang
in eine Drehbewegung umgesetzte Kraft abhängig von der Schaltstellung der Schaltzunge
an einem bestimmten Punkt überträgt und dadurch eine sich stetig erweiternde Hebelkraft
erzeugt,
- bestimmte Modifikationen der Schaltzunge, die eine gespeicherte statische Energie
im Zuge der Schaltbewegung in eine richtungsgleiche Bewegungsenergie umwandeln und
so die abklingenden Vorspannkräfte unterstützen.
[0034] Die Figuren 2a und 2b zeigen ein erstes Beispiel der Erfindung jeweils im geschlossen
und im ausgelösten Zustand.
Das erfindungswesentliche Merkmal dieses Ausführungsbeispiels sind zwei unterschiedlich
angeordnete Drehpunkte, von denen ein erster am Punkt (4e) der Schaltzunge und ein
zweiter am Punkt (2a) dem Abtrennbock zugeordnet ist. Die Kraftwirkung von F1 spannt
im nicht ausgelösten Zustand über einen Festpunkt (2b) am Abtrennbock die Schaltzunge
in Richtung der Schaltbewegung vor. Nach vollzogener Auslötung wird unter Einwirkung
der Kraft F1 über den Festpunkt (2b) auf der Schaltzunge die Abtrennung eingeleitet,
wobei sich die Krafteinwirkung die der Festpunkt auf die Schaltzunge ausübt mit zunehmendem
Schaltweg in Richtung Abtrennkontakt (4d) bewegt. Diese Verlagerung der Kraftübertragung
bewirkt eine Änderung der Kräfteaufteilung über die Länge der Schaltzunge zwischen
dem Drehlager am Punkt (4e) und dem Auslötkontakt (4d), indem sich die Länge eines
Hebelarmes L mit zunehmendem Schaltweg ausgehend von einer ausgeglichenen mittleren
Position L1 in Bild 2a in eine ungleichgewichtige obere Position L2 in Bild 2b erstreckt.
So wird die bei zunehmendem Schaltweg abnehmende Federkraft F1 soweit kompensiert,
dass sich trotzdem ein funktionell einwandfreier Verlauf des Abtrennvorgangs einstellt.
Durch die anfänglich ausgeglichene mittlere Position L1 der Kraftübertragung über
den Festpunkt auf die Schaltzunge kann die Vorspannkraft F1 gegenüber einer Abtrennvorrichtung
nach dem Stand der Technik wesentlich reduziert sein.
[0035] Die Figuren 3a und 3b zeigen ein zweites Beispiel der Erfindung jeweils im geschlossen
und im ausgelösten Zustand. Der Auslösevorgang bis zu der in Figur 3b dargestellten
Position der Schaltzunge ist bis dahin identisch mit demjenigen, wie er in Figur 2a/2b
bereits beschrieben wurde. Darüber hinaus weist diese Variante der Erfindung eine
Zusatzfunktion auf, die ab dieser Position der Schaltstellung, die ja bereits die
Endstellung der Drehbewegung durch den Abtrennbock darstellt eine weitere Verlängerung
des Schaltweges bewirkt. Diese Schaltstellung ist in Figur 3c dargestellt.
[0036] Die hierfür zur Anwendung kommende Schaltzunge (4c) (Figur 3d/3e) wird aus einem
Federmaterial ausgeformt, das in einem bestimmten Bereich eine Ausprägung mit einem
überbogenen Steg (4h) aufweist. Der überbogene Steg wirkt als integrierte Federspange.
Durch die mechanische Vorspannung, die die Schaltzunge durch die Überbiegung des Steges
bzw. der Federspange erfährt, wirkt im eingelöteten Zustand zunächst eine Vorspannkraft
(F2') in Richtung Lotstelle, wodurch die Vorspannung in Schaltrichtung durch die Federkraft
F1 reduziert ist. Nachdem der Auslötvorgang abgeschlossen ist, setzt sich die Schaltzunge
unter dem überwiegenden Einfluss von F1 in gewohnter Weise von der Lotstelle durch
eine Schaltbewegung in Richtung Endstellung ab. Ab einer bestimmten Schaltstellung
erfährt die Überbiegung (4h) dadurch eine Überdehnung, so dass sie schlagartig in
die entgegengesetzte Richtung S2' kippt, wodurch die Schaltzunge insgesamt eine Kippbewegung
durch Verformung des Steges in Richtung Endstellung vollzieht und damit den Schaltweg
über die eigentliche Endstellung der Schaltbewegung S1 hinaus um den Betrag S2 zusätzlich
vergrößert (Figur 3c).
[0037] Die Figuren 4a/4b zeigen eine dritte Variante der Erfindung jeweils im eingelöteten
und im ausgelöteten Zustand. Diese Variante weist eine etwa S-förmig vorgebogene Schaltzunge
(4c) auf, wie sie in Figur 4b im ausgelöteten Zustand zu erkennen ist.
Im geschlossenen Zustand nach Figur 4a wird der vordere Bereich der Schaltzunge in
eine U-Form gebogen, deren offenes Ende (4d') in einen Schlitz (5c) der Lotkontaktfahne
(5a) ragt und darin verlötet wird. Auch hier überträgt der Festpunkt (2b) des Abtrennbocks
die Vorspannkraft F1 der Feder auf die Schaltzunge und verändert während der der Auslötung
folgenden Trennbewegung seinen Angriffspunkt so, dass er die Trennbewegung unterstützt.
Als Folge davon wird das verlötete Ende der Schaltzunge aus dem Schlitz der Lotkontaktfahne
herausgezogen und vollzieht die Trennung ebenfalls durch eine Verformung der Schaltzunge,
indem sie wieder ihre ursprüngliche S-Form einnimmt. Während das ausgelötete Ende
dadurch nach oben schnappt, wird die Schaltbewegung bis zur Endstellung (1b) des Abtrennbocks
fortgeführt.
[0038] Figur 5a zeigt beispielhaft das Zusammenwirken der einzelnen Teilkräfte F1, F2 und
F3 während eines Auslötvorganges durch Erwärmung T des zu überwachenden Ableiterelementes
mit anschließender Abtrennung der Schaltzunge und dem Schaltweg, den die Schaltzunge
bis zum Endanschlag zurücklegt.
[0039] Der Auslötvorgang liegt im Bereich A. Die Erwärmungstemperatur T des Ableiters steigt
dabei beginnend bei der Umgebungstemperatur T
u an, bis die Auslöttemperatur T
A erreicht ist. Durch die im Bereich B zum Zeitpunkt t2 eingeleitete Abtrennung von
der Energiezufuhr kühlt der Ableiter über die Zeit wieder ab. So wird eine Überhitzung
des Gesamtsystems, die sich im ungünstigsten Fall bzw. fehlender Abtrennvorrichtung
zu einer Brandgefährdung entwickeln könnte, vermieden.
Während des Auslötvorgangs steigt die Kraftwirkung der Vorspannkraft F2 kontinuierlich
an, während die Vorspannkraft F1 permanent auf die Schaltzunge und damit auf die zu
diesem Zeitpunkt noch nicht aufgelötete Lotstelle wirkt.
[0040] An der Schnittstelle Bereich A zu Bereich B ist zum Zeitpunkt t2 der Auslötvorgang
abgeschlossen. Die Schaltzunge wird zunächst maßgeblich unter Einwirkung der mit zunehmendem
Schaltweg nachlassenden Kräfte F1 und F2 in Richtung Endstellung t3 bewegt, während
die Kraft F3 in diesem Bereich mit Mitteln, die in den Erläuterungen zu den Figuren
2 bis 4 beschrieben sind, bis zur Endstellung ansteigt.
[0041] Das Diagramm Figur 5a zeigt zudem deutlich, dass die Kraft F2 im Wesentlichen den
Auslötvorgang (Bereich A) unterstützt. Weiteres Ziel der Erfindung ist allerdings
auch, dass für den Schaltvorgang (Bereich B) eine weitere Kraft zur Wirkung kommt,
die die mit zunehmendem Schaltweg nachlassende Federkraft von F1 unterstützt oder
ersetzt, um eine hohe Schaltgeschwindigkeit bzw. einen großen Schaltweg zu erzielen.
Dazu dient die Schaltkraft F3 die nach den Mitteln Figur 2 bis Figur 4 bereitgestellt
wird.
[0042] Figur 5b zeigt den Verlauf der aus den Teilkräften F1, F2 und F3 resultierenden Gesamtkraft
F
RG im Vergleich zum Verlauf der Vorspannkraft F1. Man erkennt, dass die zusätzlichen
Maßnahmen der Erfindung gegenüber dem Stand der Technik (hier durch den Verlauf von
F1 repräsentiert) deutliche Vorteile aufweist.
[0043] Die erläuterten Ausführungen einer Abtrennvorrichtung für Überspannungsableiter mit
erweitertem Funktionsumfang gehen davon aus, dass sich das zu überwachende Überspannungsschutzelement
unter dem Einfluss einer Belastung oder Beschädigung so verhält, dass es sich übermäßig
erhitzt. Diese Überhitzung bildet praktisch die Vorraussetzung, dass die Lotstelle
aufschmilzt und letztlich in der beschriebenen Art und weise das defekte Bauteil von
der Versorgungsspannung abtrennt. Eine auf diese Art wirkende Abtrennvorrichtung kann
deshalb auch nur dann wirkungsvoll eingesetzt werden, wenn eine relativ träge Abschaltung
ausreicht, was in den meisten Fällen auch tatsächlich der Fall ist, zumal die meistens
extern im Stromnetz vorzusehenden Stromsicherungen die Schnellabschaltung (z.B. bei
Kurzschluss) übernehmen.
[0044] Eine Abtrennvorrichtung mit erweitertem Funktionsumfang sollte jedoch so konzipiert
sein, dass auch ein eventueller Kurzschluss über das Ableiterelement erkannt und rechtzeitig
abgeschaltet werden kann. Diese Maßnahme hat folgende Vorteile:
- Es ist kein externer Kurzschlussschutz erforderlich, bzw. die Anwendung ist von dessen
Bemessung unabhängig;
- die Schaltcharakteristik des integrierten Kurzschlussschutzes kann mit der der thermischen
Abtrennung abgestimmt (koordiniert) werden;
- die thermische Abtrennung und die Kurzschlussabtrennung können am Überspannungsableiter
angezeigt werden;
- Ein Kurzschluss des Überspannungsableiters führt nicht zwangsläufig zur Abschaltung
der Stromversorgung der Verbraucheranlage durch die Stromkreissicherung (koordinationsabhängig).
[0045] Wie auch immer besteht durch eine weitere Modifikation der Schaltzunge die Möglichkeit,
eine Kurzschlusssicherung einzurichten. Dazu wird der Querschnitt der Schaltzunge
an einer dafür geeigneten Stelle verjüngt. Der Querschnitt dieser Verjüngung bestimmt
den Strom, der zu einer strombedingten Abschaltung führt.
[0046] Der bei der strombedingten Abschaltung an der Trennstelle auftretende Lichtbogen
wird, um dessen Auswirkungen zu begrenzen, am Aufbau behindert. Dazu wird in konventionellen
Stromsicherungen eine Löschsandfüllung vorgesehen, die die Lichtbogenstelle umgibt
und den entstehenden Lichtbogen soweit herunterkühlt, dass er sich gar nicht erst
ausweiten kann.
Nach dem Stand der Technik ist von Trennschaltern allerdings auch bekannt, die Lichtbogenkühlung
durch so genannte Funkenlöschkammern herbeizuführen. Hier wird der Lichtbogen in Teillichtbögen
aufgeteilt und mittels Kühlbleche abgekühlt.
[0047] Eine weitere Möglichkeit bietet eine Löscheinrichtung, die unter dem thermischen
Einfluss des Lichtbogens ein Löschgas freisetzt.
[0048] Um den Lichtbogen an der strombedingten Schmelzstelle der Schaltzunge zu beherrschen,
sind bei der Erfindung zwei Maßnahmen vorgesehen.
Zum einen ist der Abtrennbock so ausgeführt, dass er sich zwischen die aufgetrennten
Teile der Schaltzunge schiebt, wobei der untere Teil hohlwandig ausgebildet ist und
den abgetrennten unteren Teil der Schaltzunge in Art einer Schaltkammer umschließt.
Damit bietet sich dem Lichtbogen kein weiterer Fußpunkt, wodurch er unterbrochen wird.
[0049] Zum zweiten besteht der Abtrennbock bzw. zumindest die Hohlkammer aus einem Werkstoff,
der unter dem Einfluss des Lichtbogens ein Löschgas freisetzt, welches zusätzlich
die Ausdehnung des Lichtbogens durch Kühlung unterbindet.
[0050] Die Figuren 6a und 6b zeigen eine solche, in die Schaltzunge integrierte Stromsicherung.
[0051] Figur 6a zeigt die Schaltzunge (4c), die im Bereich des Auflagepunktes für den Festpunkt
(2b) eine Querschnittsverjüngung (4i) aufweist, die aus einer Bohrung oder Ausprägung
gebildet ist. Der Abtrennbock bildet unterhalb des Festpunktes eine Schaltkammer (2e)
aus, die den unteren Bereich der Schaltzunge (4i') während und nach der strombedingten
Abtrennung vom oberen, noch mit der Lotstelle verbundenen Teil (4i") abtrennt. Durch
die Einhausung des unteren Teils der Schaltzunge ist dieser Bereich elektrisch von
den übrigen Teilen durch Beabstandung und Isolierung getrennt (Figur 6b).
Bezugszeichenliste
[0052]
- 1
- steckbarer Einsatz
- 1a
- Sichtfenster
- 1b
- Endstellung
- 2
- Abtrennbock
- 2a
- Drehlager [2]
- 2b
- Festpunkt
- 2c
- Kraftübertragung [3]
- 2d
- Schaufläche
- 2e
- Schaltkammer
- 3
- Feder
- 4
- Kontaktstück
- 4a
- Gehäusenut, Anschlag für [3]
- 4b
- Steckkontakt, Kontaktfeder
- 4c
- Schaltzunge
- 4d
- Lotkontaktstelle, Abtrennkontakt
- 4d'
- Kontaktmesser
- 4e
- Drehpunkt
- 4f
- Lotverbindung
- 4g
- ----
- 4h
- überbogener Steg [4c]
- 4i
- Querschnittsverjüngung [4c]
- 4i'
- Schaltzunge, unterer Bereich
- 4i"
- Schaltzunge, oberer Bereich
- 5
- Ableiterelement
- 5a
- Ableiterkontakt
- 5b
- Kontaktfläche
- 5c
- Durchbruch
- 6
- Kontaktstück
- 6a
- Kontaktbügel
- 6b
- Steckkontakt, Kontaktfeder