[0001] Die Erfindung betrifft einen Helm gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Ein Helm der eingangs genannten Art ist nach der
EP 0 590 255 A1 bekannt. Dieser Helm besteht aus einer innenseitig mit einer Dämpfungsmateriallage
ausgekleideten Helmschale mit einer Sichtöffnung, die mit einem durchsichtigen Visier
verschließbar ausgebildet ist, wobei am Helm mit Rücksicht auf etwa einfallendes Blendlicht
eine in den Bereich der Sichtöffnung einbringbare (im Falle der
EP 0 590 255 A1: einschwenkbare) Sonnenblende angeordnet ist.
[0003] Da es sich bei Nebel von selbst verbietet, eine Sonnenblende zu benutzen, ist es
auch bereits bekannt (da Gelblicht geeignet ist, bei Nebel die Sicht zumindest zu
verbessern), Nebelblenden aus Gelblicht durchlassendem Material bzw. als Gelbfilter
zu verwenden. Solche Gelbfilternebelblenden kommen, soweit bekannt, bislang jedoch
nur in Form von innen am klartransparenten Helmvisier allein applizierbaren, mehr
oder weniger steifen, formangepaßten Folien zur Anwendung. Abgesehen davon, dass solche
unmittelbar innen am Visier applizierbare Blenden nicht nur als Gelbfilter sondern
einerseits in allen geeigneten Tönungen und Abschattierungen angeboten werden und
bedarfsangepaßt zur Verwendung zu bringen sind, sind solche Blenden andererseits zwar
auswählbar, aber jeweils zum ständigen Verbleib am Visier bestimmt.
[0004] Ausgehend von einem Helm der eingangs genannten Art, d. h., eines Helmes mit vorhandener
Sonnenblende und einem durchsichtigem, außen an der Helmschale in Schließstellung
vor die Sichtöffnung bringbaren Visier, wobei die Sonnenblende hinter den Bereich
der Sichtöffnung einstellbar ist, liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen
solchen Helm hinsichtlich seiner Anpaßbarkeit an ungünstige äußere Sichtverhältnisse
zu verbessern.
[0005] Diese Aufgabe ist mit einem Helm der eingangs genannten Art nach der Erfindung durch
die im Kennzeichen des Patentanspruches 1 genannten Merkmale gelöst.
[0006] Mit anderen Worten ist zur Lösung dieser Aufgabe erst einmal Grundvoraussetzung,
am Helm Blenden vorzusehen bzw. verfügbar zu halten, die insbesondere konträren, äußeren
Lichtverhältnissen zu genügen in der Lage sind, d. h., zusätzlich zur hinlänglich
bekannten und üblichen Sonnenblende (siehe die vorgenannte
EP 0 590 255 A1) ist der Helm nunmehr zusätzlich gleichzeitig erfindungsgemäß mit einer Nebelblende
versehen, die unabhängig sowohl vom Visier als auch der Sonnenblende auf einfache
Weise in Stellung bringbar ist.
[0007] Nach der
DE 1 691 431 U1 ist ein sehr einfacher, keine Sichtöffnung aufweisender Schutzhelm bekannt, der außer
einem Blaufilter zwar auch ein Gelbfilter aufweist. Diese Filter bilden aber selbst
die Visiere, welche wahlweise einzeln oder auch gemeinsam in Sichtposition brinbar
sind, d. h., das eine oder andere Visier muss aber, um die Augen gegen die anströmende
Luft zu schützen, immer vor die Augen heruntergestellt sein. Klar transparente Sichtverhältnisse
sind nicht einstellbar, es sei denn, beide Visiere werden gemeinsam hochgestellt.
Ganz abgesehen davon, besteht bei nahzu gegebener Formgleichheit der beiden farbunterschiedlichen
Visiere gemäß der
DE 1 691 431 U1 bei gewünschter Betätigung während der Fahrt und Farbwechselerfordernis ein nicht
unbeträchtliches Gefährdungspotential für den Benutzer, zumal mangels Handhaben die
beiden Visiere zu ihrer Verstellung selbst erfasst werden müssen.
[0008] Mit Rücksicht darauf, dass, wie vorbemerkt, Sonnenblende und Nebelblende unterschiedlichen,
d. h., konträren Sichtverhältnissen genügen müssen, sind die Sonnenblende und die
Nebelblende unabhängig voneinander in den Bereich der Sichtöffnung einbringbar angeordnet
und ausgebildet, wobei die Sonnen- und die zu dieser hinzugekommene Nebelblende am
Helm bevorzugt schwenkbar angeordnet sind, und zwar vorteilhaft schwenkbar um ein
gemeinsames Gelenk, wofür vorteilhaft das für das in der Regel per se vorhandene,
hochschwenkbare Visier notwendige Gelenk mit ausgenutzt wird.
[0009] Von noch näher zu beschreibenden, weiteren vorteilhaften Ausführungsformen abgesehen,
ist es mit Rücksicht auf plötzlich auftretende Nebelbänke vorteilhaft, insbesondere
die Nebelblende schnell in Position bringen zu können, ohne den Helm absetzen zu müssen.
Dafür sind die Blenden mit Verstellfortsätzen versehen, wobei, was noch näher zu erläutern
ist, u. a. auch in Betracht gezogen werden kann, mindestens den/die Fortsätze der
Nebelblende als die Helmschale durchgreifende Fortsätze auszubilden.
[0010] Bevorzugt wird dabei eine Ausführungsform dahingehend, dass an der Helmschale hinter
dem Hochstellungsbereich des Visiers zwei zueinander parallele und senkrecht zur Sichtöffnung
orientierte Stellschlitze angeordnet und die Sonnenblende und die Nebelblende mit
aus den Stellschlitzen ragenden Stellfortsätzen versehen sind, wobei zudem in Weiterbildung
die Stellfortsätze in den Stellschlitzen selbsthemmend und abgedichtet geführt sind.
Da mit den erfindungsgemäß vorhandenen Sonnen- und Nebelblenden, die also keine Visiere
darstellen, extremen Sichtverhältnissen, nämlich blendendem Sonnenlicht einerseits
und auftretendem Nebel andererseits Rechnung getragen werden kann, kann auch das die
Luftströmung abhaltende, eigentliche Visier aus glasklar transparentem, d. h., nicht
eingefärbten Material gebildet sein.
[0011] Der erfindungsgemäße Helm und seine weiteren vorteilhaften Ausführungsformen gemäß
der abhängigen Patentansprüche werden anhand der zeichnerischen Darstellung eines
Ausführungsbeispieles nachfolgend näher erläutert.
Es zeigt schematisch
[0012]
- Figur 1
- in Seitenansicht den erfindungsgemäßen Helm bei geschlossenem Visier und in Rückzugsstellung
beider Blenden zum Bereich der Sichtöffnung;
- Figur 2
- den Helm gemäß Figur 1 mit in den Bereich der Sichtöffnung verstellter Nebelblende;
- Figur 3
- den Helm gemäß Figur 1 mit im Bereich der Sichtöffnung befindlicher Sonnenblende und
hochgeschwenkter Nebelblende;
- Figur 4
- im Schnitt eine besondere Ausführungsform des Helmes; und
- Figur 5
- perspektivisch die bevorzugte Ausführungform des Helms.
[0013] Unter Verweis auf die Figuren 1 bis 4 umfasst der Helm eine innenseitig mit einer
Dämpfungsmateriallage 2 ausgekleidete Helmschale 1 mit einer Sichtöffnung 3, die,
wie üblich, mit einem durchsichtigen und hochschwenkbaren Visier 4 verschließbar ausgebildet
ist. Eine in den Bereich der Sichtöffnung 3 einschwenkbare Sonnenblende 5 ist außerdem
vorhanden. Wesentlich ist dabei, dass nunmehr am Helm ergänzend zur Sonnenblende 5
eine aus einem gelblich durchsichtigen Material gebildete Nebelblende 6 vorgesehen
ist.
[0014] Die innen, d. h. hinter dem Visier 4 im Helm angeordnete Sonnenblende 5 und die Nebelblende
6 sind dabei unabhängig voneinander in den Bereich der Sichtöffnung 3 einbringbar.
Abgesehen davon, dass die Zuordnung dieser beiden Blenden zum Helm auch schieberartig,
d. h. nicht schwenkbar, erfolgen kann, sind aber, wie in den Figuren dargestellt,
die Sonnen- 5 und die Nebelblende 6 am Helm in den Sichtöffnungsbereich vorzugsweise
schwenkbar angeordnet.
[0015] Dafür sind die Sonnen- 5 und die Nebelblende 6 um ein gemeinsames Gelenk 7 mit ihren
gelenkseitigen Enden 9 schwenkbar angeordnet, wobei vorteilhaft das Gelenk 7 auch
für das äußere Visier 4 mit genutzt werden kann.
[0016] Die Sonnen- 5 und die Nebelblende 6 sind an ihren unteren Rändern 8, wie schematisch
in den Figuren 1 bis 3 dargestellt, mit Verstellfortsätzen 10 versehen, um Zugriffe
für die Ein- oder Rückschwenkung der einen oder anderen Blende 5, 6 in oder aus dem
Bereich der Sichtöffnung 3 zu bilden. Da die Verstellung der Blenden 5, 6 unabhängig
voneinander zu bewerkstelligen ist, sind die Verstellfortsätze 10 versetzt zueinander
angeordnet. Für den Versatz der Verstellfortsätze 10 zueinander bestehen verschiedene
Möglichkeiten:
So kann der Verstellfortsatz 10 für die eine Blende auf der einen Seite und der für
die andere auf der anderen Seite angeordnet sein. Es ist aber auch möglich, wie in
Figur 1 angedeutet, die Verstellfortsätze 10 an den unteren Rändern 8 der Blenden
5, 6 nebeneinender anzuordnen.
[0017] Um die Blenden 5, 6 in den und aus dem Bereich der Sichtöffnung 3 verschwenken zu
können, sind diese bei geöffnetem Visier 4 per Eingriff in die Sichtöffnung 3 des
Helmes erreichbar.
[0018] Eine diesbezüglich weitere Ausführungsform, die vergrößert und schematisch in Figur
4 veranschaulicht ist, besteht darin, dass mindestens die Nebelblende 6 mindestens
an einem ihrer gelenkseitigen Enden 9 mit einer das Gelenk 7 durchgreifenden Stellwelle
11 versehen ist. Bezüglich "mindestens" ist dabei in Betracht gezogen, dass, wie mit
dargestellt, dies auch für die Sonnenblende 5 vorgesehen werden kann, wobei für diese
dann eine kleine Hohlwelle 12 das Gelenk 7 mit bildet. An den äußeren Enden der Stellwelle
11 und der Hohlwelle 12 sind, wie ebenfalls dargestellt, geeignete, von außen zugängliche
Stellfortsätze 13, 15 angeordnet.
[0019] Da sowohl die Nebelblende 6 als auch die Sonnenblende 5 im Inneren des Helmes angeordnet
sind, dort sich aber die Dämpfungsmateriallage 2 befindet, ist in dieser ein Aufnahmeschlitz
14 für die Sonnenblende 5 und die Nebelblende 6 vorgesehen, in den die beiden Blenden
5, 6 zurückgestellt werden können. Dieser Aufnahmeschlitz 14 mit den in diesen hochgeschwenkten
Blenden 5, 6 ist in Figur 1 gepunktet angedeutet.
[0020] Bezüglich der Einstellung der Sonnenblende 5 und der Nebelblende 6 wird die in Figur
5 dargestellte Ausführungsform bevorzugt, da diese, ohne das Visier 4 hochklappen
oder von innen an die beiden Blenden 5, 6 herangehen zu müssen, sogar während der
Fahrt betätigt werden können. Hierfür sind an der Helmschale 1, und zwar hinter dem
Hochstellungsbereich 4.1 des Visiers 4 zwei zueinander parallele und senkrecht zur
Sichtöffnung 3 hin orientierte Stellschlitze 16 angeordnet, und die Sonnenblende 5
und die Nebelblende 6 sind mit aus den Stellschlitzen 16 ragenden Stellfortsätzen
15.1 versehen. Zugriffsgünstig und unabhängig davon, ob das Visier 4 hochgeklappt
ist oder nicht, sind also die beiden Stellfortsätze 15.1 (der rechte, nicht dargestellte
befindet sich anordnungssymmetrisch auf der anderen Seite der Helmschale 1) problemlos
per Hand erreichbar und können selbst während der Fahrt unabhängig voneinander eingeschwenkt
oder zurückgestellt werden.
[0021] Die beiden Stellfortsätze 15.1 sind dabei vorteilhaft in den Stellschlitzen 16 selbsthemmend
und abgedichtet geführt, um sie zum einen in ihrer Position zu fixieren und um zum
anderen die Stellschlitze 16 nach außen gegen die überstreichende Luftströmung so
weit wie möglich abzudichten. Dafür sind nicht besonders dargestellte, elastische
und sich geringfügig überlappende Dichtlippenstreifen innen an der Helmschale 1 längs
der Ränder der Stellschlitze 16 vorgesehen, die vorteilhaft beide Funktionen gleichzeitig
erfüllen.
[0022] Ferner sind die Sonnenblende 5 und die erfindungsgemäß hinzugekommene Nebelblende
6 mit einem gewissen Abstand (ca. 1-2 mm) einander zugeordnet, so dass sie bei ihrer
Verstellung nicht in Schleifkontakt kommen können. Mit Rücksicht darauf sind die Blenden
5, 6 auch weitestgehend formstabil ausgebildet.
Bezugszeichenliste
[0023]
- 1
- Helmschale
- 2
- Dämpfungsmateriallage
- 3
- Sichtöffnung
- 4
- Visier
- 4.1
- Hochstellungsbereich
- 5
- Sonnenblende
- 6
- Nebelblende
- 7
- Gelenk
- 8
- Blendenränder
- 9
- gelenkseitiges Ende
- 10
- Verstellfortsatz
- 11
- Stellwelle
- 12
- Stellwelle
- 13
- Stellfortsatz
- 14
- Aufnahmeschlitz
- 15
- Stellfortsatz
- 15.1
- Steckfortsätze
- 16
- Stellschlitze
1. Helm, umfassend eine innenseitig mit einer Dämpfungsmateriallage (2) ausgekleidete
Helmschale (1) mit einer Sichtöffnung (3), die mit einem durchsichtigen Visier (4)
verschließbar ausgebildet ist, wobei am Helm im Bereich der Sichtöffnung (3) eine
Sonnenblende (5) vorgesehen ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass am Helm ergänzend zur Sonnenblende (5) eine aus einem gelblich durchsichtigen Material
gebildete Nebelblende (6) vorgesehen ist.
2. Helm nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sonnenblende (5) und die Nebelblende (6) unabhängig voneinander in den Bereich
der Sichtöffnung (3) einbringbar sind.
3. Helm nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sonnen- (5) und die Nebelblende (6) am Helm schwenkbar angeordnet sind.
4. Helm nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sonnen- (5) und die Nebelblende (6) um ein gemeinsames Gelenk (7) schwenkbar
angeordnet sind.
5. Helm nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Visier (4) ebenfalls am gemeinsamen Gelenk (7) angelenkt ist.
6. Helm nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Nebelblende (6) mindestens an einem ihrer gelenkseitigen Enden (9) mit einer
das Gelenk (7) durchgreifenden Stellwelle (11) versehen und an dieser außen ein Stellfortsatz
(13) angeordnet ist.
7. Helm nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sonnenblende (5) mindestens an einem ihrer gelenkseitigen Enden (9) mit einer
das Gelenk (7) durchgreifenden Stellwelle (12) versehen und an dieser außen ein Stellfortsatz
(15) angeordnet ist, wobei wahl- und vorzugsweise eine der Stellwellen (11, 12) als
Hohlwelle ausgebildet ist.
8. Helm nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass an der Sonnenblende (5) und an der Nebelblende (6) Verstellfortsätze (10) angeordnet
sind.
9. Helm nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verstellfortsätze (10) zueinander versetzt angeordnet sind.
10. Helm nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass an der Helmschale (1) hinter dem Hochstellungsbereich (4.1) des Visiers (4) zwei
zueinander parallele und senkrecht zur Sichtöffnung (3) hin orientierte Stellschlitze
(16) angeordnet sind und die Sonnen-(5) und die Nebelblende (6) mit aus den Stellschlitzen
(16) ragenden Stellfortsätzen (15.1) versehen sind.
11. Helm nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Stellfortsätze (15.1) in den Stellschlitzen (16) selbsthemmend und abgedichtet
geführt sind.
12. Helm nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass in der Dämpfungsmateriallage (2) mindestens ein Aufnahmeschlitz (14) für die Sonnen-
(5) und die Nebelblende (6) angeordnet ist.
13. Helm nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die beiden Blenden (5, 6) in jeder ihrer Positionen zueinander beabstandet einander
zugeordnet sind.