(19)
(11) EP 2 012 943 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
24.11.2010  Patentblatt  2010/47

(21) Anmeldenummer: 07723869.9

(22) Anmeldetag:  02.04.2007
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B21B 29/00(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2007/002928
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2007/121832 (01.11.2007 Gazette  2007/44)

(54)

BIEGEVORRICHTUNG FÜR ZWEI ARBEITSWALZEN EINES WALZGERÜSTES

BENDING DEVICE FOR TWO WORKING ROLLS OF A ROLLING STAND

DISPOSITIF DE CINTRAGE POUR DEUX CYLINDRES DE TRAVAIL D'UNE CAGE DE LAMINOIR


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL PL PT RO SE SI SK TR

(30) Priorität: 21.04.2006 AT 6822006

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
14.01.2009  Patentblatt  2009/03

(73) Patentinhaber: Siemens VAI Metals Technologies GmbH
4031 Linz (AT)

(72) Erfinder:
  • HOHENBICHLER, Gerald
    4484 Kronstorf (AT)
  • SCHERTLER, Armin
    2353 Guntramsdorf (AT)
  • ZAHEDI, Michael
    4502 St. Marien (AT)

(74) Vertreter: Maier, Daniel Oliver 
Siemens AG Postfach 22 16 34
80506 München
80506 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A1- 0 283 342
DE-A1- 19 938 217
WO-A-2005/011885
JP-A- 1 138 010
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Biegevorrichtung für zwei Arbeitswalzen eines Walzgerüstes mit in seitlichen Walzenständern vorgesehenen Führungsblöcken für zwei vertikal verstellbare Druckübertragungskörper, an denen die Arbeitswalzen über Einbaustücke abgestützt sind, und mit paarweise zwischen den Druckübertragungskörpern angeordneten Biegezylindern, die eine an einem Druckübertragungskörper angreifende Kolbenstange und einen vom jeweils anderen Druckübertragungskörper gebildeten oder gehaltenen Zylinder aufweisen, wobei die Druckübertragungskörper am jeweiligen Führungsblock gleitend abgestützt sind.

    [0002] Biegevorrichtungen für axial verschiebbare Arbeitswalzen eines Walzgerüstes dieser Art sind beispielsweise aus der EP 0 256 408 A2 und der DE 199 38 217 A1 bereits bekannt.

    [0003] Gemäß der EP 0 256 408 A2 sind die Arbeitswalzen aufnehmenden Einbaustücke über je eine im mittleren Höhenbereich angeordnete Gleitfläche an einem Führungsabsatz von paarweise angeordneten Druckübertragungskörpern abgestützt. Mit einem zwischen den paarweise angeordneten Druckübertragungskörpern wirksamen Biegezylinder sind die Druckübertragungskörper zueinander vertikal verlagerbar. Zur vertikalen Führung der Druckübertragungskörper bilden Führungsblöcke seitliche Führungsstege, die von den Druckübertragungskörpern umgriffen werden. Führungsblöcke und Führungsstege sind in den Stützbereichen vollflächig mit Schleißplatten besetzt, die Gleitflächen ausbilden.

    [0004] Aus der DE 199 38 217 A1 ist eine Biegevorrichtung (L-Block) für Arbeitswalzen eines Walzgerüstes bekannt, die zwei paarweise zusammenwirkende, L-förmig ausgebildete Druckübertragungskörper umfasst, zwischen denen ein Biegezylinder zur Generierung von Walzenbiegekräften wirksam ist. Die Druckübertragungskörper sind in einem Führungsblock abgestützt vertikal geführt, wobei der Führungsblock in den Kontaktbereichen mit den Druckübertragungskörpern vollflächig mit Schleißplatten belegt ist, die Gleitflächen ausbilden. Bei Beaufschlagung der in einem Abstand zueinander angeordneten Biegezylindern kommt es zu einer exzentrischen Krafteinleitung in die Druckübertragungskörper. Durch die Reaktionskräfte aus dem Kippmoment kommt es je nach Kipprichtung an gegenüberliegenden Schleißplatten an deren oberer und unterer Schleißplattenkante zu einer örtlich begrenzten sehr hohen Pressung. Das notwendige Spiel zwischen dem Führungsblock und den Druckübertragungskörpern begründet diese Kanteneinwirkung.

    [0005] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine Biegevorrichtung für die Arbeitswalzen eines Walzgerüstes der eingangs beschriebenen Art so auszugestalten, dass quer zur Bewegungsebene der Druckübertragungskörper wirkende Reaktionskräfte infolge von Kippstellungen der Druckübertragungskörper frei von Kantenpressung in den Führungsblock abgeleitet werden können.

    [0006] Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, dass die Druckübertragungskörper durch sich selbst einstellende Schleißplatten am jeweiligen Führungsblock gleitend abgestützt sind und die sich selbst einstellenden Schleißplatten eine ebene Gleitfläche und eine zylindrisch oder sphärisch ausgeformte Stützfläche aufweisen. Damit wird ein vollflächiges Anliegen der Schleißplatten an der entsprechenden Stützfläche erreicht und das Entstehen einer lokalen Kantenpressung durch eine annähernd gleichmäßige Lastverteilung vollständig vermieden. Dies führt zu einer wesentlichen Verlängerung der Lebensdauer der Schleißplatten, wobei durch diese Maßnahme eine Verlängerung der Lebensdauer auf das Dreifache erwartet wird. Durch das vollflächige Anliegen der Schleißplatten treten auch keine Schmierprobleme im Kantenbereich der Schleißplatten mehr auf, die ansonsten bei ungleicher Flächenbelastung und daraus resultierender Keilspaltbildung durch das Abfließen des Schmiermittels von Bereichen mit hoher Flächenpressung verstärkt entstehen.

    [0007] Die ebene Gleitfläche der Schleißplatte liegt an einer Führungsfläche des Druckübertragungskörpers gleitend an und die zylindrisch oder sphärisch ausgeformte Stützfläche der Schleißplatte ist an einer entsprechend ausgebildeten zylindrisch oder sphärisch ausgebildeten Gegenstützfläche des Führungsblockes schwenkbar abgestützt.

    [0008] Die flächenmäßige Ausdehnung der Gleitfläche der Schleißplatten ist so gewählt, dass die maximal auftretende Flächenpressung, bei Annahme einer gleichmäßig verteilten Kippkraft auf die gesamte Gleitfläche, circa die Hälfte, vorzugsweise ein Drittel, der zulässigen Flächenpressung nicht überschreitet. Je höher diese rechnerische maximale Flächenpressung bei unveränderter Werkstoffpaarung ist, umso geringer wird die zu erwartende Lebensdauer sein.

    [0009] Zur Sicherstellung der notwendigen Beweglichkeit der Schleißplatten ist eine ständige beziehungsweise periodisch wiederkehrende Schmierung der Gleitfläche und der Stützfläche der Schleißplatten erforderlich. Sowohl der Gleitfläche als auch der Stützfläche jeder selbst einstellenden Schleißplatte ist mindestens eine Austrittsöffnung einer Schmiermittel-Versorgungsleitung zugeordnet, wobei diese Austrittsöffnungen vorzugsweise jeweils in die Gleitfläche und die Stützfläche münden. Zweckmäßig ist die Führung der Schmiermittel-Versorgungsleitung zu der jeweiligen Schleißplatte durch den Führungsblock. Eine vorteilhafte Anordnung dieser Schmiermittel-Versorgungsleitungen erfolgt so, dass der Gleitfläche und der Stützfläche der sich selbst einstellenden Schleißplatte jeweils mindestens eine Austrittsöffnung einer gemeinsamen Schmiermittel-Versorgungsleitung zugeordnet ist, wobei die Schmiermittel-Versorgungsleitung die Schleißplatte zwischen der Stützfläche und der Gleitfläche durchsetzt zur Sicherung einer gleichmäßigen Schmiermittelverteilung sind in die Gleitfläche und die Stützfläche der Schleißplatten Schmiermittelkanäle eingearbeitet.

    [0010] Der Abstand der Schleißplatten am vertikal angeordneten Schenkel der Druckübertragungskörper (Hebelarm der Kippkräfte am Führungsblock) ist so gewählt, dass während des Betriebes des Biegeblockes niemals Schmiermittelkanäle freiliegen.

    [0011] Die bevorzugte Ausführungsform der Schleißplatte ist mit einer zylindrischen Stützfläche ausgestattet. Dieser zylindrischen Stützfläche, die in einem Querschnitt ein Kreisbogen abbildet, ist ein Radiusmittelpunkt auf einer Längsachse der Schleißplatte zugeordnet. Die Lagerung, und falls notwendig eine zusätzliche Befestigung der Schleißplatte, erfolgt an einer ebenfalls zylindrisch ausgebildeten Gegenstützfläche am Führungsblock. Die Radiusmittelpunkte der zylindrischen Stützfläche der Schleißplatte und der zylindrischen Gegenstützfläche des Führungsblockes liegen vorzugsweise beide auf einer gemeinsamen Längsachse, wodurch eine (geringe) Drehbewegung um diese Längsachse ermöglicht wird. Diese Längsachse liegt vorzugsweise außerhalb der Schleißplatte. Die Längsachse ist normal zu den Drehachsen der Arbeitswalzen ausgerichtet. Die Drehbewegung liegt in einer Größenordnung von etwa 1/10°.

    [0012] In Abhängigkeit von Reibung und Schmierung an der zylindrischen Stützfläche der Schleißplatte, die über eine mittig eingearbeitete Schmiertasche mit Schmiermittel versorgt wird, und von der Reibung und Schmierung der Gleitfläche der Schleißplatte stellt sich ein Gleichgewichtszustand ein, bei dem die resultierende Kippkraft auf die Gleitfläche der Schleißplatte mit nur geringem Abstand von der Mitte der Gleitfläche wirkt. Je kleiner der Kreisradius gewählt werden kann, umso besser ist die Selbsteinstellwirkung der Schleißplatte, jedoch steigt mit abnehmendem Radius die Kippkraftflächenpressung an.

    [0013] Eine sphärische Abstützung der Schleißplatte mit einer kugelkappenförmigen Stützfläche ist vor allem dann zweckmäßig, wenn mit Kippbewegungen der Druckübertragungskörper in einer zweiten Normalebenen bzw. mit erheblichen Deformationen des Führungsblocks zu rechnen ist, insbesondere wenn diese eine Größenordnung erreichen, bei der geringe plastische Verformungen an kreissegment-zylinderförmigen Schleißleisten auftreten.

    [0014] Insbesondere zur Lagefixierung der Schleißplatten während der Montage der einzelnen Bauteile ist es zweckmäßig, wenn die Schleißplatte mit einem eine Schwenkbewegung der Schleißplatte relativ zum Führungsblock zulassenden Befestigungselement in dem die Gegenstützfläche aufnehmenden Führungsblock festgelegt ist. Dieses Befestigungselement kann von einer in der ebenen Gleitfläche der Schleißplatte versenkte Schraube gebildet sein die jedoch lediglich eine lose Positionierung der Schleißplatte und keinesfalls deren Lagefixierung bezweckt.

    [0015] Auch bei einer geringen Kippstellung der Druckübertragungskörper ist das ständige Anliegen aller selbst einstellenden Schleißplatten an den vertikalen Stützflächen der Druckübertragungskörper notwendig, um eine optimale Schmierung der Schleißplatten zu gewährleisten. Hierzu ist zwischen der sich selbst einstellenden Schleißplatte und dem die Schleißplatte abstützenden Führungsblock ein an der Schleißplatte und am Führungsblock anliegendes bzw. angreifendes Spreizelement in einer Ausnehmung angeordnet. Zweckmäßig ist dieses Spreizelement von einer Blattfeder gebildet, mit der eine Spreizkraft zwischen der Schleißplatte und dem Führungsblock erzeugt wird, so dass der Kontakt zwischen der Schleißplatte und dem Druckübertragungskörper stets aufrecht erhalten bleibt.

    [0016] Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Biegevorrichtung sind die paarweise zusammenwirkenden Druckübertragungskörper L-förmig mit einem längeren vertikalen und einem kürzeren horizontalen Schenkel ausgebildet und es liegen die Schenkel der Druckübertragungskörper einander im Wesentlichen in einer zu den Arbeitswalzen parallelen Ebene paarweise gegenüber. Alle vertikalen Stützflächen der Druckübertragungskörper, die in zu der die Arbeitswalzen aufnehmenden Ebene vertikalen Normalebenen angeordnet sind, sind ausschließlich mit sich selbst einstellenden Schleißplatten bestückt. Der horizontale und der vertikale Schenkel können auch gleiche Länge aufweisen.

    [0017] Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines nicht einschränkenden Ausführungsbeispiels, wobei auf die beiliegenden Figuren Bezug genommen wird, die folgendes zeigen:
    Fig. 1
    eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Biegevorrichtung (L-Block) ausschnittsweise in einem zu den Arbeitswalzen parallelen Schnitt durch die Druckübertragungskörper,
    Fig. 2
    diese Biegevorrichtung in einem Schnitt nach der Linie II-II der Fig. 1,
    Fig. 3
    eine selbst einstellende Schleißplatte in einer vergrößerten Darstellung,
    Fig. 4a
    eine Draufsicht auf die ebene Gleitfläche einer erfindungsgemäßen Schleißplatte mit einer möglichen Anordnung von Schmiermittelkanälen,
    Fig. 4b
    ein Querschnitt durch die Schleißplatte entlang der Schnittlinie A-A in Fig. 4a,
    Fig.4c
    ein Querschnitt durch die Schleißplatte entlang der Schnittlinie B-B in Fig. 4a,
    Fig. 4d
    eine vergrößerte Darstellung der Ausnehmung für die Aufnahme eines Spreizelementes an einer Schleißplatte gemäß Fig. 4c,
    Fig. 5a
    eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäße Biegevorrichtung (T-Block) in einer ausgefahrenen Betriebsposition,
    Fig.5b
    die zweite Ausführungsform der Biegevorrichtung in einer eingefahrenen Betriebsposition.


    [0018] Funktional gleiche Bauteile sind in den nachfolgend beschriebenen Ausführungsformen jeweils mit gleichen Bezugszeichen gekennzeichnet.

    [0019] Wie in den Figuren 1 und 2 dargestellt, sind um Drehachsen 1a drehbaren angetriebenen Arbeitswalzen 1 eines nicht näher dargestellten Walzgerüstes endseitig in Einbaustücken 2 gelagert, die vertikal im Fenster der seitlichen Walzenständer 3 verstellt werden können, um einerseits eine vorbestimmte Banddicke einstellen zu können und andererseits über die Vertikalverstellung den Biegeverlauf der Arbeitswalzen 1 zu beeinflussen, insbesondere im Zusammenhang mit einer axialen Verschiebung der Arbeitswalzen gegenüber den hier nicht dargestellten Stützwalzen. Die Beeinflussung des Biegeverlaufes der Arbeitswalzen 1 erfolgt mit Hilfe einer Biegevorrichtung, die im Wesentlichen aus paarweise angeordneten Druckübertragungskörpern 4a, 4b besteht, zwischen denen Biegezylinder 5 angeordnet sind. Die paarweise zu beiden Seiten der Einbaustücke 2 angeordneten Druckübertragungskörper 4a, 4b sind in je einem Führungsblock 6 an sich in ihrer vertikalen Ausrichtung selbst einstellenden Schleißplatten 7 oder an Vertikalführungen 7a vertikal verschiebbar gelagert. Wie insbesondere die Figur 2 erkennen lässt, sind die Führungsblöcke 6 seitlich in Fenster des Walzenständers 3 befestigt und bilden zwei parallele Vertikalführungen 7a für die Druckübertragungskörper 4a, 4b, die eine L-Form mit einem längeren vertikalen Schenkel 8 und einen kürzeren horizontalen Schenkel 9 aufweisen. Die Anordnung ist dabei so getroffen, dass die Schenkel 8 und 9 der Druckübertragungskörper 4a und 4b einander paarweise gegenüber liegen, wie dies in Figur 1 zu entnehmen ist. Die Schenkel 8 und 9 der Druckübertragungskörper 4a und 4b sind mit einem rechteckigen oder quadratischen Querschnitt versehen und liegen im Wesentlichen in einer gemeinsamen, zur die Drehachsen 1a der Arbeitswalzen 1 aufnehmenden Arbeitswalzenebene parallelen Mittelebene. Die Zylinder 10 der Biegezylinder 5 können demzufolge in einfacher Weise von den vertikalen Schenkel 8 der beiden Druckübertragungskörper 4a, 4b gebildet werden. Die mit einem Kolben 11 versehene Kolbenstange 12 der Biegezylinder 5 durchsetzt einen Zylinderdeckel 13 und greift in eine Aufnahmeausnehmung 14 im horizontalen Schenkel 9 des jeweils anderen Druckübertragungskörpers 4b bzw. 4a ein. Zur Übertragung der Biegekräfte dient ein in die Aufnahmeausnehmung 14 eingesetztes Druckstück 15. Die zugfeste Verankerung der Kolbenstange 12 in der Aufnahmeausnehmung 14 erfolgt durch einen Sperrbolzen 16, der senkrecht zur Kolbenstange 12 eingreift.

    [0020] Die paarweise angeordneten und den Druckübertragungskörpern 4a und 4b zugeordneten beiden Biegezylinder 5 liegen in einer gemeinsamen Ebene, die der Bildebene der Figur 1 entspricht, in einem horizontalen Abstand zueinander und erzeugen bei deren Druckbeaufschlagung in dieser Ebene infolge der möglichen exzentrischen Biegekrafteinleitung ein Kippmoment, wobei die paarweise wirkenden Kippkräfte über die sich selbst einstellenden Schleißplatten 7 in den Führungsblock 6 und den Walzenständer 3 abgeleitet werden. In der Bildebene der Figur 2 kommt es nur zu sehr geringer ungleicher Flächenbelastung an den Vertikalführungen 7a infolge von Reaktionskräften, die über die Druckübertragungskörper 4a und 4b auf den Führungsblock 6 abgeleitet werden. Hier können sowohl die in Figur 2 dargestellten vollflächigen Vertikalführungen 7a als auch die in Figur 1 dargestellten selbst einstellenden Schleißplatten 7 eingesetzt werden. Entlang des langen vertikalen Schenkels 8 der Druckübertragungskörper 4a und 4b sind zwei selbst einstellende Schleißplatten 7 und entlang der demgegenüber kurzen horizontalen Schenkel 8 der Druckübertragungskörper ist eine selbst einstellende Schleißplatte 7 angeordnet.

    [0021] Fig. 3 zeigt die selbst einstellende Schleißplatte 7, die mit einer ebenen Gleitfläche 17 an einer vertikalen Führungsfläche 18 des Druckübertragungskörpers 4a eben anliegt und mit einer zylindrisch ausgeformten Stützfläche 19 an einer Gegenstützfläche 20 des Führungsblockes 6 um einen Radiusmittelpunkt 21 schwenkbar abgestützt ist. Die Gleitfläche 17 der selbst einstellenden Schleißplatte 7 ist quadratisch oder rechteckig ausgebildet und die Stützfläche 19 ist von einem Abschnitt einer Kreiszylindermantelfläche gebildet. In die zylindrisch ausgeformte Stützfläche 19 der Schleißplatte 7 ist eine Schmiertasche 22 eingearbeitet, von der ausgehend eine ausreichende Schmierung für die Einstellbewegung der Schleißplatte auf die vertikale Führungsfläche 18 des Druckübertragungskörpers 4a sichergestellt ist. Mit einem als Schraube dargestellten Befestigungselement 23 ist die Schleißplatte 7 ohne Beeinträchtigung der betrieblich gewünschten Drehbewegung am Führungsblock 6 befestigt, aber ein leichter Ein- und Ausbau der Druckübertragungskörper ermöglicht wird.

    [0022] Figur 3 lässt in der gewählten Darstellung auch eine weitere geometrische Ausführungsform der selbst einstellenden Schleißplatte zu. Die Schleißplatte 7 ist mit einer sphärisch ausgebildeten Stützfläche 19 ausgestattet, die Teil einer Kugeloberfläche ist, die an einer ebenfalls sphärisch ausgeformten Gegenstützfläche 20 des Führungsblockes 6 um einen Radiusmittelpunkt in zwei Normalrichtungen schwenkbar abgestützt ist und damit das ebene Anliegen der Gleitfläche der Schleißplafte räumlich gewährleistet. Die ebene Gleitfläche 17 der selbst einstellenden Schleißplatte ist in diesem Fall vorzugsweise kreisförmig ausgebildet.

    [0023] Die Figuren 4a bis 4d zeigen weitere vorteilhafte konstruktive Ausgestaltungen der Schleißplatte, speziell zu deren intensiven Schmierung. Schmiermittel-Versorgungsleitungen 25 sind, wie in den Figuren 1 und 2 dargestellt, in den Führungsblock 6 in Form von Bohrungen eingearbeitet und münden ausgehend von einer nicht dargestellten zentralen Schmiermittel-Versorgungseinheit oder leicht zugänglichen Schmiernippel in den Gegenstützflächen 20 der Führungsblöcke 6. Diese Schmiermittel-Versorgungsleitungen 25 durchsetzen anschließend die Schleißplatte 7 und verbinden die zylindrische Stützfläche 19 mit der ebenen Gleitfläche 17. In Fig. 4a sind ausgehend von den Austrittsöffnungen zweier Schmiermittel-Versorgungsleitungen 25 in die Gleitfläche 17 eingearbeitete Schmiermittelkanäle 26 dargestellt, die sich scherengitterartig über die Gleitfläche 17 erstrecken und damit eine gleichmäßige Schmiermittelversorgung an der ganzen Gleitfläche sicherstellen. An der zylindrisch ausgebildeten Stützfläche 19 münden die Schmiermittelkanäle in kegelförmigen Schmiertaschen 22, die in eine nutenförmige Ausnehmung 27 übergehen. Die Ausnehmung 27 nimmt ein als Blattfeder ausgebildetes Spreizelement 28 auf (Fig. 4d), welches einerseits am Boden der Ausnehmung 27 und andererseits am Führungsblock 6 anliegt und eine Spreizkraft erzeugt, die die Schleißplatte vom Führungsblock 6 wegdrückt und gegen die Führungsfläche 18 der Druckübertragungskörper 4a, 4b presst.

    [0024] Eine in der Fachwelt als T-Block bekannte Biegeeinrichtung, die mit den erfindungsgemäßen Schleißplatten ausgestattet ist, ist in schematischen Darstellungen in Figur 5a in einer ausgefahren Betriebsposition und in Figur 5b in einer eingefahrenen Betriebsposition dargestellt. Diese beiden Betriebspositionen sind durch den maximal möglichen vertikalen Verschiebeweg der beiden T-förmig ausgebildeten Druckübertragungskörper 4a und 4b festgelegt. Die Druckübertragungskörper 4a und 4b sind in einem Führungsblock 6 vertikal geführt, wobei die Biegezylinder 5 jeweils an den horizontalen Schenkeln 9 der Druckübertragungskörper angreifen und in Aufnahmeausnehmungen 14 des Führungsblockes 6 eingebettet sind. Die vertikalen Führungen der Druckübertragungskörper 4a und 4b am Führungsblock 6 erfolgt durch sich selbst einstellende Schleißplatten 7, die in ihrer konstruktiven Ausgestaltung und hinsichtlich der Schmiermittelversorgung gleichermaßen ausgebildet sind, wie die Schleißplatten gemäß den Darstellungen in den Figuren 1 bis 4.

    [0025] Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsformen beschränkt. In gleicher Weise können beispielsweise die selbst einstellenden Schleißplatten mit der Gleitfläche an einer vertikalen Führungsfläche des Führungsblockes anliegen und mit der zylindrisch oder sphärisch ausgeformten Stützfläche in einer Gegenstützfläche am Druckübertragungskörper abgestützt sein.


    Ansprüche

    1. Biegevorrichtung für zwei Arbeitswalzen eines Walzgerüstes mit in seitlichen Walzenständern vorgesehenen Führungsblöcken (6) für zwei vertikal verstellbare Druckübertragungskörper (4a, 4b), an denen die Arbeitswalzen (1) über Einbaustücke (2) abgestützt sind, und mit paarweise zwischen den Druckübertragungskörpern (4a, 4b) angeordneten Biegezylindern (5), die eine an einem Druckübertragungskörper (4a oder 4b) angreifende Kolbenstange (12) und einen vom jeweils anderen Druckübertragungskörper (4b oder 4a) gebildeten oder gehaltenen Zylinder (10) aufweisen, wobei die Druckübertragungskörper (4a, 4b) am jeweiligen Führungsblock (6) gleitend abgestützt sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckübertragungskörper (4a, 4b) durch sich selbst einstellende Schleißplatten (7) am jeweiligen Führungsblock (6) gleitend abgestützt sind und die sich selbst einstellende Schleißplatte (7) eine ebene Gleitfläche (17) und eine zylindrisch oder sphärisch ausgeformte Stützfläche (19) aufweist.
     
    2. Biegevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Gleitfläche (17) und der Stützfläche (19) der sich selbst einstellenden Schleißplatte (7) jeweils mindestens eine Austrittsöffnung einer Schmiermittel-Versorgungsleitung (25) zugeordnet ist.
     
    3. Biegevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Gleitfläche (17) und der Stützfläche (19) der sich selbst einstellenden Schleißplatte (7) jeweils mindestens eine Austrittsöffnung einer gemeinsamen Schmiermittel-Versorgungsleitung (25) zugeordnet ist, wobei die Schmiermittel-Versorgungsleitung (25) die Schleißplatte (7) zwischen der Stützfläche (19) und der Gleitfläche (17) durchsetzt.
     
    4. Biegevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die ebene Gleitfläche (17) der Schleißplatte (7) an einer Führungsfläche (18) des Druckübertragungskörpers (4a, 4b) gleitend anliegt und die zylindrisch oder sphärisch ausgeformte Stützfläche (19) der Schleißplatte (7) an einer entsprechend ausgebildeten zylindrisch oder sphärisch ausgebildeten Gegenstützfläche (20) des Führungsblockes (4a, 4b) schwenkbar abgestützt ist.
     
    5. Biegevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schleißplatte (7) mit einem eine Schwenkbewegung der Schleißplatte relativ zum Führungsblock (6) zulassenden Befestigungselement (23) am Führungsblock (6) festgelegt ist.
     
    6. Biegevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der sich selbst einstellenden Schleißplatte (7) und dem die Schleißplatte (7) abstützenden Führungsblock (6) ein an der Schleißplatte und am Führungsblock angreifenden Spreizelement (28), vorzugsweise eine Spannfeder, in einer Ausnehmung (27) der Schleißplatte (7) angeordnet ist.
     
    7. Biegevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckübertragungskörper (4a, 4b) L-förmig mit einem längeren vertikalen (8) und einem kürzeren horizontalen (9) Schenkel ausgebildet sind, dass die Schenkel (8, 9) der Druckübertragungskörper (4a, 4b) einander in einer zu den Arbeitswalzen (1) parallelen Ebene paarweise gegenüberliegen und dass alle vertikalen Stützflächen der Druckübertragungskörper, die in zu der die Arbeitswalzen aufnehmenden Ebene vertikalen Normalebenen angeordnet sind, ausschließlich mit sich selbst einstellenden Schleißplatten abgestützt sind.
     


    Claims

    1. Bending device for two working rolls of a rolling stand having guide blocks (6) provided in lateral roll housings for two vertically adjustable pressure-transmission bodies (4a, 4b), on which the working rolls (1) are supported via chocks (2), and having bending cylinders (5) which are arranged in pairs between the pressure-transmission bodies (4a, 4b) and have a piston rod (12) acting on one pressure-transmission body (4a or 4b) and a cylinder (10) formed or held by the respective other pressure-transmission body (4b or 4a), the pressure-transmission bodies (4a, 4b) being supported on the respective guide block (6) in a sliding manner, characterized in that the pressure-transmission bodies (4a, 4b) are supported on the respective guide block (6) in a sliding manner by self-adjusting wearing plates (7) and the self-adjusting wearing plate (7) has a planar sliding surface (17) and a cylindrically or spherically shaped support surface (19).
     
    2. Bending device as claimed in Claim 1, characterized in that at least one respective outlet opening of a lubricant supply line (25) is associated with the sliding surface (17) and the support surface (19) of the self-adjusting wearing plate (7).
     
    3. Bending device as claimed in Claim 1, characterized in that at least one respective outlet opening of a common lubricant supply line (25) is associated with the sliding surface (17) and the support surface (19) of the self-adjusting wearing plate (7), the lubricant supply line (25) penetrating the wearing plate (7) between the support surface (19) and the sliding surface (17).
     
    4. Bending device as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the planar sliding surface (17) of the wearing plate (7) rests against a guide surface (18) of the pressure-transmission body (4a, 4b) in a sliding manner and the cylindrically or spherically shaped support surface (19) of the wearing plate (7) is pivotably supported on a correspondingly configured, cylindrically or spherically configured mating support surface (20) of the guide block (4a, 4b).
     
    5. Bending device as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the wearing plate (7) is secured to the guide block (6) by a fastening element (23) allowing a pivoting movement of the wearing plate relative to the guide block (6).
     
    6. Bending device as claimed in one of the preceding claims, characterized in that between the self-adjusting wearing plate (7) and the guide block (6) supporting the wearing plate (7), a spreading element (28) acting on the wearing plate and on the guide block, preferably a tension spring, is arranged in a recess (27) of the wearing plate (7).
     
    7. Bending device as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the pressure-transmission bodies (4a, 4b) are L-shaped in their configuration with a longer vertical (8) and a shorter horizontal (9) leg, in that the legs (8, 9) of the pressure-transmission bodies (4a, 4b) oppose one another in pairs in a plane parallel to the working rolls (1) and in that all vertical support surfaces of the pressure-transmission bodies arranged in normal planes vertical to the plane receiving the working rolls are supported exclusively by self-adjusting wearing plates.
     


    Revendications

    1. Dispositif de cintrage pour deux cylindres de travail d'une cage de laminoir avec des blocs de guidage (6) prévus dans des montants latéraux du laminoir pour deux corps de transmission de pression (4a, 4b) déplaçables verticalement, sur lesquels les cylindres de travail (1) sont supportés au moyen d'empoises (2), et avec des cylindres de cintrage (5), disposés par paires entre les corps de transmission de pression (4a, 4b), qui présentent une tige de piston (12) agissant sur un corps de transmission de pression (4a ou 4b) et un cylindre (10) respectivement formé ou tenu par l'autre corps de transmission de pression (4b ou 4a), dans lequel les corps de transmission de pression (4a, 4b) sont appuyés en appui glissant sur le bloc de guidage respectif (6), caractérisé en ce que les corps de transmission de pression (4a, 4b) sont appuyés en appui glissant sur le bloc de guidage respectif (6) par des plaques d'usure à réglage automatique (7) et la plaque d'usure à réglage automatique (7) présente une face de glissement plane (17) et une face d'appui de forme cylindrique ou sphérique (19).
     
    2. Dispositif de cintrage selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'au moins une ouverture de sortie d'une conduite d'alimentation en lubrifiant (25) est respectivement associée à la face de glissement (17) et à la face d'appui (19) de la plaque d'usure à réglage automatique (7).
     
    3. Dispositif de cintrage selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'au moins une ouverture de sortie d'une conduite commune d'alimentation en lubrifiant (25) est associée respectivement à la face de glissement (17) et à la face d'appui (19) de la plaque d'usure à réglage automatique (7), dans lequel la conduite d'alimentation en lubrifiant (25) traverse la plaque d'usure (7) entre la face d'appui (19) et la face de glissement (17).
     
    4. Dispositif de cintrage selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la face de glissement plane (17) de la plaque d'usure (7) est appliquée de façon glissante sur une face de guidage (18) du corps de transmission de pression (4a, 4b) et la face d'appui de forme cylindrique ou sphérique (19) de la plaque d'usure (7) est appuyée de façon pivotante sur une face d'appui opposée (20), de forme cylindrique ou sphérique correspondante, du bloc de guidage (6).
     
    5. Dispositif de cintrage selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la plaque d'usure (7) est fixée sur le bloc de guidage (6) avec un élément de fixation (23) qui permet un mouvement pivotant de la plaque d'usure (7) par rapport au bloc de guidage (6).
     
    6. Dispositif de cintrage selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un élément expansible (28), de préférence un ressort de serrage, agissant sur la plaque d'usure (7) et sur le bloc de guidage (6), est disposé entre la plaque d'usure à réglage automatique (7) et le bloc de guidage (6) supportant la plaque d'usure (7), dans un évidement (27) de la plaque d'usure (7).
     
    7. Dispositif de cintrage selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les corps de transmission de pression (4a, 4b) sont réalisés en forme de L avec une branche verticale plus longue (8) et une branche horizontale plus courte (9), en ce que les branches (8, 9) des corps de transmission de pression (4a, 4b) sont opposées l'une à l'autre par paires dans un plan parallèle aux cylindres de travail (1), et en ce que toutes les faces d'appui verticales des corps de transmission de pression, qui sont disposées dans des plans verticaux normaux au plan contenant les cylindres de travail, sont supportées exclusivement avec des plaques d'usure à réglage automatique.
     




    Zeichnung




















    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente