[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Presshärten und temperierten Umformen von
Platinen aus höher- und/oder höchstfesten Stählen, bei welchem die Platine vor dem
Umformen erhitzt wird und anschließend in einem Umformwerkzeug warm umgeformt wird,
wobei das Umformwerkzeug Mittel zur Temperierung aufweist.
[0002] Aufgrund der immer höheren Anforderungen an die Festigkeitseigenschaften von Strukturbauteilen
aus Stahl oder einer Stahllegierung im Kraftfahrzeugbau werden zunehmend Warmumformungen
in der Serienfertigung eingesetzt, um höher- und/oder höchstfeste Stähle umformen
zu können. Beim Warmumformen wird zunächst eine Platine erwärmt. Dies geschieht üblicherweise
in einem Ofen. Anschließend wird die erhitzte Platine aus dem Ofen entnommen und in
ein Umformwerkzeug eingelegt, in welchem die Platine warm umgeformt werden. Beim Umformen
mit Presshärten wird beispielsweise die Platine mindestens auf Austenitisierungstemperatur
erhitzt. Anschließend kommt es zu einer raschen Abkühlung der Platine, so dass das
austenitische Gefüge der Platine in martensitisches Gefüge umgewandelt wird. Ausgehend
von guten Umformeigenschaften beim Vorliegen eines austenitischen Gefüges erfolgt
daher während des Umformens ein deutlicher Anstieg der Festigkeitswerte und damit
eine Verschlechterung der Umformeigenschaften der Platine. Aus der deutschen Offenlegungsschrift
DE 10 2005 018 974 A1 ist eine Vorrichtung bekannt, mit welcher Platinen aus einem Ofen in ein temperiertes
Umformwerkzeug eingelegt werden können, wobei während des Entnehmens aus dem Ofen
und des Einlegens in das Umformwerkzeug über Kontaktelemente die Platinen durch Stromfluss
auf Temperatur gehalten werden. Hierdurch soll erreicht werden, dass die Platinen
auch mit den für das Warmumformen vorgesehenen Temperaturen umgeformt werden. Darüber
hinaus ist aus der deutschen Offenlegungsschrift
DE 198 34 510 A1 ein Feinschneidwerkzeug bekannt, bei welchem in der Schneidplatte und in der Führungsplatte
jeweils eine Heizplatte mit Heizelementen angeordnet und ein Temperatursensor zur
Steuerung der Heizplatten vorgesehen ist. Mit dem bekannten Feinschneidwerkzeug sollen
Warmarbeitsstähle sowohl bei Raumtemperatur als auch bei Halbwarmtemperatur verarbeitet
werden.
[0003] Problematisch bei den aus dem Stand der Technik bekannten Umformwerkzeugen ist nun,
dass diese zwar eine Temperierung des Umformwerkzeugs ermöglichen, eine präzise Steuerung
der Platinentemperatur beim Umformen jedoch nicht erfolgen kann.
[0004] Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zu Grunde, ein Umformwerkzeug
zum Presshärten und temperierten Umformen sowie ein Verfahren zum Presshärten und
temperierten Umformen vorzuschlagen, welches eine genau definierte Temperaturführung
der Platine während des Umformens ermöglicht.
[0005] Gemäß der Lehre der vorliegenden Erfindung wird die oben aufgezeigte Aufgabe durch
ein Verfahren gemäß Anspruch 1 gelöst.
[0006] Es hat sich herausgestellt, dass es zur Beibehaltung der guten Umformeigenschaften
erwärmter höherfester bzw. höchstfester Stähle notwendig ist, die Temperatur der Kontaktflächen
der Umformwerkzeugelemente mit der Platine sehr genau zu kontrollieren. Hierdurch
ist es nicht nur möglich, den Verschleiß im Umformwerkzeug an den Kontaktflächen der
Umformwerkzeugelemente mit der Platine zu minimieren, da durch die Temperaturführung
optimale Prozessparameter, insbesondere optimale Prozesstemperaturen der Platine,
eingestellt werden können. Darüber hinaus ist es möglich, Einfluss auf das Gefüge
der Platine auszuüben, in dem die Abkühlgeschwindigkeiten der Platine während des
Umformens in den einzelnen Temperaturzonen über die Temperaturdifferenz zur Platinentemperatur
eingestellt wird. So können mit dem erfindungsgemäßen Umformwerkzeug unterschiedliche
Werkstöffeigenschaften in der Platine eingestellt werden. Beispielsweise kann über
die geregelten Temperaturzonen ein Spannungsarmglühen während und/oder nach dem Umformen
durchgeführt werden.
[0007] Wie bereits ausgeführt, kommt einer genauen Kontrolle der Temperaturen der Platine
während des Umformens beim Presshärten und temperierten Umformen von Platinen aus
höher- und/oder höchstfesten Stählen besondere Bedeutung zu, da dann nicht nur die
Warmumformeigenschaften gut kontrolliert werden können, sondern darüber hinaus über
die Abkühlgeschwindigkeiten Einfluss auf das Gefüge genommen werden kann. Erfindungsgemäß
wird dies durch die einzeln regelbaren Temperaturzonen, die den Kontaktflächen des
Umformwerkzeugelementen zugeordnet sind, erreicht.
[0008] Vorzugsweise weisen die Temperaturzonen im Umformwerkzeug während des Umformens einheitliche
oder unterschiedliche Temperaturen auf. Je nach Bedarf kann damit während des Umformens
ein Temperaturprofil innerhalb der Platine oder eine konstante Temperatur in den umgeformten
Bereichen der Platine eingestellt werden.
[0009] Wie bereits ausgeführt, können kostengünstigere Umformwerkzeuge gemäß einer nächsten
weitergebildeten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens dadurch verwendet
werden, dass die Temperatur der einzelnen Temperaturzonen im Umformwerkzeug während
des Umformens eine Temperatur von maximal 650 °C nicht übersteigt. In diesem Fall
können kostengünstige Warmarbeitsstähle für die Herstellung des Umformwerkzeugs verwendet
werden.
[0010] Beträgt die Temperatur mindestens einer Temperaturzone im Umformwerkzeug mehr als
200 °C, so kann das Gefüge der pressgehärteten Platine in dieser Temperaturzone auf
eine verbesserte Bruchdehnung unter reduzierten Werten in Bezug auf die Streckgrenze
und Zugfestigkeit eingestellt werden. Darüber hinaus reduzieren sich aufgrund einer
höheren Werkzeugtemperatur Gefügeschwankungen aufgrund wechselnder Flächenpressungen.
Hierfür wird die Ursache darin gesehen, dass die Schwankung der Abkühlraten trotz
unterschiedlicher Flächenpressungen bei höheren Werkzeugtemperaturen verringert wird.
[0011] Übersteigt die Temperatur zumindest einer Temperaturzone im Umformwerkzeug 200 °C
nicht, so werden in diesem Bereich maximale Streckgrenzen und Zugfestigkeiten bei
einer verringerten Bruchdehnung erzielt.
[0012] Ein weiterer Parameter zur Beeinflussung des Gefüges der Platine während des Umformens
kann dadurch bereitgestellt werden, dass das Abkühlverhalten der Platine zumindest
teilweise über die Flächenpressungen des Umformwerkzeugs eingestellt wird. Insbesondere
in Bereichen niedriger Temperaturen im Umformwerkzeug, also in Bereichen mit einer
Temperatur unterhalb von 200 °C, führt eine Variation der Flächenpressung zu deutlich
unterschiedlichen Abkühlgeschwindigkeiten, so dass das Gefüge der Platine insbesondere
in diesen Temperaturzonen über die Flächenpressung veränderbar ist.
[0013] Besonders hohe mechanische Festigkeitswerte können mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
dadurch erreicht werden, dass beispielsweise ein Mangan-Bor-Stahl, insbesondere ein
Mangan-Bor-Stahl vom Legierungstyp 22MnB5, verwendet wird. Mit dem genannten Stahltyp
können Zugfestigkeiten von größer als 1500 MPa und Streckgrenzen von mehr als 1000
MPa erreicht werden, wobei die Bruchdehnung A80 etwa bei 5 % liegt.
[0014] Um während des Presshärtens und temperierten Umformens nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren eine Oxidbildung auf der Oberfläche der Platine zu verhindern, weisen die
Platinen erfindungsgemäß eine Oberflächenbeschichtung zum Schutz vor Oxidbildung auf.
Beispielsweise kann ein entsprechender Oxidschutz der Oberflächen der Platine durch
eine Aluminium-Silizium-Beschichtung bereitgestellt werden.
[0015] Schließlich kann eine Gefügestruktur mit dem erfindungsgemäßen Verfahren dadurch
gezielt eingestellt werden, dass ein Temperaturunterschied zwischen der erwärmten
Platine und den Kontaktflächen des temperierten Werkzeugs zwischen 50 und 650 °C,
vorzugsweise von 100 bis 350 °C eingestellt wird. Als Temperatur der Platine wird
hier die Kerntemperatur der Platine verstanden. Bei einem Temperaturunterschied von
50 °C bis 650 °C lassen sich nahezu alle Gefügestrukturen während des Umformens erzeugen,
beispielsweise eine ferritische Grundmatrix bei geringen Temperaturunterschieden bei
50 °C. Bei größeren Temperaturunterschieden zwischen 100 °C und 300 °C werden im wesentlichen
bainitische Gefügestrukturen durch das Umformen in der Platine erzeugt, welche sich
positiv auf das Dehnungsverhalten der umgeformten Platine auswirken. Bei größeren
Temperaturunterschieden von mehr als 300 °C wird im wesentlichen der martensitische
Gefügestrukturanteil erhöht, welches zwar die Festigkeit steigert, aber das Dehnungsvermögen
der umgeformten Platine verringert.
[0016] Es gibt nun eine Vielzahl von Möglichkeiten das erfindungsgemäße Verfahren zum Presshärten
und temperierten Umformen weiterzubilden und auszugestalten. Hierzu wird einerseits
verwiesen auf die dem Patentanspruch 1 nachgeordneten Patentansprüche, andererseits
auf die Beschreibung eines eines Umformwerkzeugs zur Durchführung des Verfahren gemäß
der Erfindung in Verbindung mit der Zeichnung.
[0017] In der Zeichnung zeigt die einzige Figur in einer perspektivischen Schnittansicht
ein Ausführungsbeispiel eines Umformwerkzeugs zum Presshärten und temperierten Umformen
einer Platine aus höher- und/oder höchstfesten Stählen. Das in der einzigen Figur
dargestellte Ausführungsbeispiel eines Umformwerkzeugs zum Presshärten und temperierten
Umformen weist zunächst als Umformwerkzeugelemente einen Ziehring 1, einen Stempel
2 sowie einen Blechhalter 3 auf. In der Aufnahme 4 für den Ziehring 1 sind Heizdrähte
5 angeordnet, welche den Ziehring 1 als erste Temperaturzone temperieren. Der Stempel
2 weist eine Heizspirale 6 auf, so dass dessen Temperatur ebenfalls geregelt werden
kann. Schließlich umfasst die Aufnahme 7 des Blechhalters Heizdrähte 8, welche den
Blechhalter 3 temperieren. Die einzelnen Temperaturzonen, welche aus den Kontaktflächen
des Ziehrings 1, des Stempels 2 und des Blechhalters 3 mit der Platine gebildet werden
sowie die einzelnen Heizdrähte werden durch Isoliermaterial 9 gegenüber Wärmeverlusten,
beispielsweise in die Werkzeugaufnahme 13, isoliert. In dem vorliegenden Ausführungsbeispiel
des Umformwerkzeugs sind die einzelnen Umformwerkzeugelemente 1, 2, 3, welche die
einzelnen Temperaturzonen bilden, zwar nicht untereinander wärmeisoliert. Allerdings
ist durch Anordnung der Thermoelemente 10, 11, 12 in unmittelbarer Nähe der Kontaktflächen
der Umformwerkzeugelemente 1, 2, 3 mit der Platine gewährleistet, dass eine genaue
Temperierung der entsprechenden Bereiche der Platine erreicht werden kann. Wie aus
der Figur zu erkennen ist, ist der Ziehring 1 sowie der Blechhalter 3 und der Stempel
2 gegenüber der Werkzeugaufnahme wärmeisoliert, so dass ein unkontrollierter Wärmeabfluss
in die Werkzeugaufnahme 13 verhindert wird.
[0018] Die drei Temperaturzonen des Ziehrings 1, des Stempels 2 und des Blechalters 3 können
unabhängig voneinander auf unterschiedliche Temperaturen von Raumtemperatur bis beispielsweise
maximal 650 °C, bevorzugt 200 bis 650 °C, insbesondere 400 °C bis 650 °C, eingestellt
werden. Erfindungsgemäß können damit auch Temperaturprofile im Umformwerkzeug erzeugt
werden, um an entsprechenden Stellen der umgeformten Platine eine Gefügeänderung,
beispielsweise aufgrund unterschiedlicher Abkühlgeschwindigkeiten der Platine in diesen
Bereichen, herbeizuführen. Der Einfachheit halber, sind in der einzigen Figur Mittel
zur Variierung der Flächenpressung sowie die Mittel zur Ansteuerung der einzelnen
Heizdrähte der Temperaturzonen nicht dargestellt.
[0019] Bei Versuchen mit Platinen beispielsweise aus Mangan-Bor-Stahl vom Legierungstyp
22MnB5 sind unterschiedliche Temperaturen im gesamten Werkzeug eingestellt worden.
Der Einfachheit halber wurde bei den Versuchen die Temperatur im Ziehring 1, Stempel
2 und Blechhalter 3 jeweils identisch eingestellt. Aufgrund der Position der Thermoelemente
10, 11, 12 ist damit gewährleistet, dass die eingestellte Temperatur auch an den Kontaktflächen
zur Platine vorliegt und damit der Umformtemperatur entspricht. In den Versuchen zeigte
sich, dass bei geringen Werkzeugtemperaturen, d.h. unterhalb von 200 °C, die höchsten
Festigkeitswerte bei einer Bruchdehnung A80 von etwa 5% erzielt werden konnten. Die
Messwerte für die Streckgrenze R
P0,2 lagen oberhalb von 1050 MPa und für die Zugfestigkeit R
m oberhalb von 1500 MPa. Bei höheren Werkzeugtemperaturen oberhalb von 200 °C sanken
die Werte für die Streckgrenze R
P0,2 auf unter 1000 MPa ab. Gleichzeitig betrugen die Werte für die Zugsfestigkeit auf
unter 1500 MPa. Allerdings steigerte sich die Bruchdehnung A80 auf etwa 5,8 %. Beispielsweise
sanken bei einer Werkzeugtemperatur von 400 °C die Zugfestigkeit auf R
m = 820 MPa , die Streckgrenze auf R
p0,2 = 610 MPa ab. Die Bruchdehnung stieg dagegen auf A80 = 10 %. Die Ursache für die
geänderten Festigkeitswerte wird darin gesehen, dass bei höherer Umformwerkzeugtemperatur
weiterhin Austenitanteile im Gefüge vorhanden sind. Um ein Gefüge mit höheren Bruchdehnungswerten
zu erzielen werden daher Umformwerkzeugtemperaturen von beispielsweise 400 °C bis
650 °C bevorzugt. Bei Umformwerkzeugtemperaturen unterhalb von 200 °C besteht das
Gefüge dagegen nur noch aus Martensit und eine maximale Festigkeit bei verringerter
Bruchdehnung wird erreicht.
[0020] Es zeigte sich darüber hinaus, dass bei einer erhöhten Werkzeugtemperatur unterschiedliche
Flächenpressungen auf die Gefügeausbildung nur einen geringen Einfluss hatten. Dies
wird darauf zurückgeführt, dass die unterschiedlichen Flächenpressungen, welche in
einem Bereich von 0,15 MPa bis 3,83 MPa variiert wurden, nur geringe Unterschiede
in der Abkühlrate für den Temperaturbereich von 790 °C bis 390 °C bewirkten. Die für
diesen Temperaturbereich gemessenen Abkühlraten lagen zwischen 80 und 115 K/s. Wird
das Umformwerkzeug jedoch auf eine Temperatur unterhalb von 200 °C temperiert, so
ist aufgrund des großen Temperaturunterschiedes zwischen der Platine und dem Umformwerkzeug
der Einfluss der Flächenpressung auf die Abkühlrate und damit deren Einfluss auf die
Ausbildung des Gefüges deutlich größer. Es hat sich herausgestellt, dass bei niedrigen
Werkzeugtemperaturen, d.h. unterhalb von 200 °C, über die Flächenpressung unterschiedliche
Abkühlgeschwindigkeiten von 80 K/s bis 480 K/s gemessen werden konnten. Dies hatte
zur Folge, dass bei den extrem hohen Abkühlgeschwindigkeiten ein sehr grobes martensitisches
Gefüge entstanden ist. Bei Abkühlgeschwindigkeiten von 80 K/s bis 130 K/s entstand
dagegen ein feinkörniges martensitisches Gefüge, welches insgesamt als vorteilhaft
angesehen wird. Die gemessenen Werte für die Streckgrenze und die Zugfestigkeit wurden
durch die unterschiedlichen Gefügeausbildungen nicht geändert. Um maximale Festigkeitswerte
beim Presshärten und temperierten Umformen von höher- und/oder höchstfesten Stählen
zu erreichen, muss daher die Temperaturführung im Umformwerkzeug bzw. in der umzuformenden
Platine sehr genau eingehalten werden. Das beschriebene Ausführungsbeispiel des Umformwerkzeugs
zum Presshärten und temperierten Umformens ist hierzu besonders geeignet.
[0021] Darüber hinaus wurden zwei weitere Proben aus einer 22MnB5-Stahllegierung mit einer
Aluminium-Silizium(AlSi)-Beschichtung ca. 6 Minuten lang auf 950 °C erwärmt. Probe
a) wurde in einem auf 410 °C temperierten Werkzeug mit einem Druck von 80 bar und
Probe b) in einem auf Raumtemperatur gekühlten Werkzeug mit einem Druck von 80 bar
umgeformt.
[0022] Mikroschliffe der Proben a) und b) zeigten unterschiedliche Gefügeausbildungen. Probe
a) wies ein Gefüge aus Bainit mit Anlasseffekten auf. Im Gegensatz dazu war bei Probe
b) eine martensitisch, bainitische Gefügestruktur nachweisbar.
[0023] Eine weitere Probe des oben genannten Typs wurde bei 900 °C geglüht und in ca. 6s
in eine Presse überführt, wobei die Kerntemperatur des Blechs noch bei ca. 750 °C
lag. Die Temperatur der Presse betrug 600 °C und die Schließzeit ca. 1,5 S. Im Anschluss
an die temperierte Umformung erfolgte eine schlagartige Abkühlung auf Raumtemperatur.
Die Untersuchung der Probe zeigte eine ferritische Grundmatrix mit zeilenförmig angeordnetem
Perlit, wobei zusätzlich einzelne Martensitinseln und Bainitanteile festgestellt wurden.
Bei einer weiteren Klemmätzung konnten geringe Restaustenitanteile aufgezeigt werden.
Über die Versuche konnte gezeigt werden, dass durch das temperierte Umformen gezielt
Martensit, Bainit und/oder Perlit sowie Restaustenit im Blech eingestellt werden kann.
1. Verfahren zum Presshärten und temperierten Umformen von Platinen aus höher- und/oder
höchstfesten Stählen, bei welchem die Platine vor dem Umformen mindestens auf Austenitisierungstemperatur
erhitzt wird und anschließend in einem Umformwerkzeug warm umgeformt wird, wobei das
Umformwerkzeug Mittel zur Temperierung aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Platine über Kontaktflächen von im Umformwerkzeug zur Umformung vorgesehener
Umformwerkzeugelemente umgeformt wird, wobei die Kontaktflächen zumindest teilweise
einer Mehrzahl im Umformwerkzeug vorgesehener Temperaturzonen zugeordnet sind und
eine Mehrzahl an Temperaturzonen des Umformwerkzeugs über Mittel zur Temperierung
während des Umformens jeweils auf vordefinierte Temperaturwerte temperiert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Temperaturzonen im Umformwerkzeug während des Umformens einheitliche oder unterschiedliche
Temperaturen aufweisen.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur der einzelnen Temperaturzonen im Umformwerkzeug während des Umformens
eine Temperatur von maximal 650 °C nicht übersteigt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur mindestens einer Temperaturzone im Umformwerkzeug größer als 200 °C
beträgt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur mindestens einer Temperaturzone 200 °C nicht übersteigt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass das Abkühlverhalten der Platine zumindest teilweise über die Flächenpressungen des
Umformwerkzeugs eingestellt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Mangan-Bor-Stahl, insbesondere ein Mangan-Bor-Stahl vom Legierungstyp 22MnB5,
verwendet wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass die Platine eine Oberflächenbeschichtung zum Schutz vor Oxidbildung aufweist.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Temperaturunterschied zwischen der erwärmten Platine und den Kontaktflächen des
temperierten Werkzeugs zwischen 50 und 650 °C, vorzugsweise von 100 bis 350 °C eingestellt
wird.
1. Method for the press-hardening and tempered forming of blanks from high and/or very
high strength steels, in which the blank is heated at least to austenising temperature
before the forming and then is hot-formed in a forming tool, wherein the forming tool
has means for tempering, characterised in that the blank is formed by means of contact surfaces of forming tool elements provided
in the forming tool for forming, wherein the contact surfaces are at least partially
allocated to a plurality of temperature zones provided in the forming tool and a plurality
of temperature zones of the forming tool is tempered during the forming by way of
tempering means, in each case to pre-defined temperature values.
2. Method according to Claim 1,
characterised in that the temperature zones in the forming tool have uniform or different temperatures
during the forming.
3. Method according to Claim 1 or 2,
characterised in that the temperature of the individual temperature zones in the forming tool does not
exceed a temperature of maximum 650°C during the forming.
4. Method according to any one of Claims 1 to 3,
characterised in that the temperature of at least one temperature zone in the forming tool is greater than
200°C.
5. Method according to any one of Claims 1 to 4,
characterised in that the temperature of at least one temperature zone does not exceed 200°C.
6. Method according to any one of Claims 1 to 5,
characterised in that the cooling behaviour of the blank is at least partially adjusted by the surface
pressures of the forming tool.
7. Method according to any one of Claims 1 to 6,
characterised in that a manganese-boron steel is used, in particular a manganese-boron steel of alloy type
22MnB5.
8. Method according to any one of Claims 1 to 7,
characterised in that the blank has a surface coating to provide protection against oxide formation.
9. Method according to any one of Claims 1 to 8,
characterised in that a temperature difference is set between the heated blank and the contact surfaces
of the tempered tool between 50 and 650°C, preferably from 100 to 350°C.
1. Procédé de trempe sous presse et de formage à chaud de flans en acier à résistance
élevée et/ou à très haute résistance, dans lequel le flan, avant le formage, est chauffé
au moins à la température d'austénitisation et est formé ensuite à chaud dans un outil
de formage, ledit outil de formage comportant des moyens de mise en température,
caractérisé en ce que le flan est formé au moyen de surfaces de contact d'éléments de formage, prévus pour
le formage dans l'outil de formage, lesdites surfaces de contact étant associées au
moins en partie à une pluralité de zones de température prévues dans l'outil de formage,
et une pluralité de zones de température dans l'outil de formage étant amenées, pendant
le formage, à des valeurs de température prédéfinies dans chaque cas, par l'intermédiaire
de moyens de mise en température.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les zones de température dans l'outil de formage possèdent pendant le formage des
températures uniformes ou différentes.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la température des différentes zones de température dans l'outil de formage ne dépasse
pas une température maximale de 650°C pendant le formage.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que la température dans au moins une zone de température dans l'outil de formage est
supérieure à 200°C.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4,
caractérisé en ce que la température dans au moins une zone de température ne dépasse pas 200°C.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5,
caractérisé en ce que le comportement de refroidissement du flan est régulé au moins en partie par les
pressions superficielles de l'outil de formage.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 6,
caractérisé en ce que l'on utilise un acier au manganèse et bore, en particulier un acier au manganèse
et bore du type d'alliage 22MnB5.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 7,
caractérisé en ce que le flan comporte un revêtement de surface pour empêcher la formation d'oxyde.
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 8,
caractérisé en ce qu'une différence de température entre le flan chauffé et les surfaces de contact de
l'outil porté à la température désirée, est réglée entre 50 et 650°C, de préférence
de 100 à 350°C.