(19)
(11) EP 2 016 014 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
24.07.2013  Patentblatt  2013/30

(21) Anmeldenummer: 07724499.4

(22) Anmeldetag:  24.04.2007
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B65H 18/26(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2007/003569
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2007/124886 (08.11.2007 Gazette  2007/45)

(54)

VORRICHTUNG ZUM ERZEUGEN VON WATTEWICKELN AUS TEXTILEN FASERWATTEN

METHOD FOR PRODUCING LAP ROLLS MADE OF TEXTILE FIBRE PADDING

DISPOSITIF DE PRODUCTION DE ROULEAUX DE NAPPES DE FIBRES TEXTILES


(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE IT LI TR

(30) Priorität: 02.05.2006 DE 102006020586

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
21.01.2009  Patentblatt  2009/04

(73) Patentinhaber: Oerlikon Textile GmbH & Co. KG
42897 Remscheid (DE)

(72) Erfinder:
  • STÄHLE, Dietmar
    73099 Adelberg (DE)

(74) Vertreter: Hamann, Arndt et al
Oerlikon Textile GmbH & Co. KG Abteilung DS Carlstrasse 60
52531 Übach-Palenberg
52531 Übach-Palenberg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A2- 0 942 080
WO-A-2006/032154
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung

    Technisches Gebiet



    [0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Erzeugen von Wattewickeln aus textilen Faserwatten, insbesondere zur Vorlage auf Kämmmaschinen, wobei der Wickeldruck beim Aufbau des Wattewickels an seinen zunehmenden Durchmesser anpassbar ist und wobei die Vorrichtung eine Drehzahl-Steuervorrichtung für mindestens eine, die Faserwatte fördernde Walze aufweist.

    Stand der Technik



    [0002] Eine derartige Maschine zum Bilden von Wattewickeln ist Gegenstand der EP 0 942 080 B1. In deren Figur 2 ist in der Ordinate die Abnahme des Pressdruckes und in der Abszisse die Zunahme des Wickeldurchmessers dargestellt.

    [0003] Die Maschine enthält eine Steuereinrichtung, der im Verlauf des Aufbaus des Wattewickels stets der momentane Durchmesser desselben bekannt sein sollte. Sie ist daher mit einem Drehgeber ausgestattet, der ein der kumulierten Länge der zulaufenden Watte entsprechendes Signal der Steuereinrichtung zuführt. Ferner werden ihr weitere Signale zugeführt wie das das Gewicht der zugeführten Watte in Gewichtseinheiten pro Längeneinheit, das spezifische Gewicht der Watte, die Breite der zugeführten Wattebahn bzw. des Wattewickels und den Außendurchmesser der Wickelhülse. Das kann von Hand erfolgen.

    [0004] Anhand dieser Werte errechnet die Steuervorrichtung in einem siebengliedrigen Algorithmus den momentanen Durchmesser des Wattewickels.

    [0005] Diese Vorrichtung erfordert einen gesonderten Drehzahlgeber nur für das Erfassen der kumulierten Länge des Wattewickels und elektronische Rechenmittel zum Ermitteln des Wickeldurchmessers, der dann seinerseits ein Umsetzen in einen bestimmten Pressdruck erfordert. Als nächstliegends Stand der Technik und die in DE 1022 133 offenbare Vorrichtung ange- sehen.

    [0006] Der Erfindung war daher die Aufgabe gestellt, das Ermitteln des passenden Pressdruckes auf den Wattewickel zu vereinfachen und auf gesonderte Vorrichtungen zum Messen von Längen oder von Durchmessern zu verzichten.

    Allgemeine Beschreibung der Erfindung



    [0007] Die Erfindung löst diese Aufgabe mit den im Kennzeichen des Hauptanspruches genannten Merkmalen. Aus der Drehzahl-Steuervorrichtung für den Antrieb der Wickelwalzen kann ohne weiteren gerätetechnischen Aufwand durch rein datentechnische Maßnahmen das gewünschte Längensignal für die jeweils aufgewickelte Wattelänge abgeleitet werden. Diesem zunehmenden Längensignal kann ein auf empirische Weise ermitteltes Signal für den abnehmenden Wickeldruck zugeordnet werden, der der Pressvorrichtung aufgegeben wird.

    [0008] Es hat sich gezeigt, dass das empirische Ermitteln des zugeordneten Wickeldruckes in diesem Falle für den geordneten Aufbau des Wattewickels durchaus ausreichend ist. Es bietet darüber hinaus den Vorteil, dass der Anpressdruck leicht nach der einschlägigen Erfahrung des Bedienpersonals variiert werden kann.

    [0009] Bevorzugt ist vorgesehen, dass die Länge eines Wickels in Längenabschnitte eingeteilt wird, denen dann bestimmte Pressdrücke zugeordnet werden.

    [0010] Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist hierzu eine Eingabevorrichtung auf, mittels deren diese Zuordnung vorgenommen werden kann und die einen Datenspeicher umfasst, in dem Kennlinien der Zuordnung von Längenabschnitten und Pressdrücken speicherbar und wieder abrufbar sind.

    Spezielle Beschreibung der Erfindung



    [0011] In den Figuren der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch dargestellt. Es zeigen

    Fig. 1 die schematische Seitenansicht einer Wickelvorrichtung;

    Fig. 2 ein Presskraft/Längen-Diagramm der Wickelvorrichtung der Fig.1.



    [0012] Die Wickelvorrichtung 1 weist zwei Wickelwalzen 2 und 3 auf, von denen eine durch einen Elektromotor 4 angetrieben ist. Die Drehung dieser Wickelwalze wird über eine nicht dargestellte Übertragungsvorrichtung auch auf die andere Wickelwalze übertragen.

    [0013] Auf den beiden Wickelwalzen 2, 3 liegt ein Wattewickel 5 auf, der um einen Wickelkern 6 gewickelt ist. Um einen dichten Wickel zu erzielen, wird der Wickelkern über eine Belastungsvorrichtung 7 gegen die Wickelwalzen gedrückt. In der dargestellten Ausführungsform besteht die Belastungsvorrichtung aus einer Kolben/Zylinder-Einheit 8, deren Kolben unter Druck, der hier durch ein Fluid bewirkt wird, also durch Fluiddruck nach unten gepresst ist. Der Fluiddruck kann pneumatisch oder hydraulisch durch eine hier nicht dargestellte Druckquelle erzeugt werden. Er ist über einen Steuerschieber 9 ein-, aus- und umschaltbar oder regelbar.

    [0014] Die Drehzahl der Wickelwalze 2 wird durch eine Steuervorrichtung 10 in Abhängigkeit von der Fördergeschwindigkeit der die Watte zuliefernden Organe bspw. durch die Speisefrequenz gesteuert. Aus diesem Steuersignal kann auf datentechnische Weise ohne weiteres ein Längensignal für die auf den Wickel aufgewickelte Länge abgeleitet werden. So können die der Wickellänge proportionalen Amplituden der Speisefrequenz gezählt werden. Aus diesem Längensignal wird dann ein mit der gelieferten Länge abnehmender Pressdruck der Belastungsvorrichtung 7 abgeleitet.

    [0015] In einen Algorithmus dieser Ableitung können Parameter wie die Wattedicke, die Elastizität der Watte, eine funktionsgerechte Abnahme des Pressdruckes und andere eingehen.

    [0016] Bevorzugt ist aber vorgesehen, die Abnahme des Pressdruckes rein empirisch zu steuern, indem bestimmten Längenbereichen der aufgewickelten Wickelwatte bestimmte, abnehmende Pressdrücke zugeordnet werden. Diese Zuordnung kann durch das Bedienpersonal nach deren Erfahrung und aktuellen Beobachtung vorgenommen werden, da die Abnahme des Pressdruckes keinen kritischen Faktor für den Aufbau des Wattewickels darstellt.

    [0017] In Figur 2 ist ein Pressdruck/Längen-Diagramm 11 für die Aufgabe des Pressdruckes an die Belastungsvorrichtung 7 dargestellt: die Abszisse stellt die aufgewickelte Länge, die Ordinate den jeweiligen Pressdruck auf den Wickelkern 6 dar. Bestimmten, zweckmäßiger Weise zunehmenden Längenabschnitten 121 bis 12n sind abnehmende Pressdrücken 131 bis 13n zugeordnet, die funktionsgerecht so gewählt werden, dass ein gewünschter Wickelaufbau erreicht wird.

    [0018] Zu diesem Zweck wird das Längensignal der Steuervorrichtung 10 einer Eingabevorrichtung 14 mit Tastenfeld 15 und Display 16 zugeleitet, in der den Längenabschnitten 121 bis 12n Pressdrücke 131 bis 13n zugeordnet werden können. So gebildete Pressdruck/Längen-Kennlinien 17 können in der Eingabevorrichtung gespeichert werden und bei Qualitätsänderungen wieder aufgerufen werden.

    [0019] Der Gegenstand der vorliegenden Erfindung ergibt sich nicht nur aus dem Gegenstand der einzelnen Patentansprüche, sondern auch aus der Kombination der einzelnen Patentansprüche untereinander.

    [0020] Alle in den Unterlagen offenbarten Angaben und Merkmale, insbesondere die in den Zeichnungen dargestellte räumliche Ausbildung, werden als erfindungswesentlich beansprucht, soweit sie einzeln oder in Kombination gegenüber dem Stand der Technik neu sind.
    Bezugszahlenliste
    1 Wickelvorrichtung
    2, 3 Wickelwalzen
    4 Elektromotor
    5 Wattewickel
    6 Wickelkern
    7 Belastungsvorrichtung
    8 Kolben/Zylinder-Einheit
    9 Steuerschieber
    10 Steuervorrichtung
    11 Pressdruck/Längen-Diagramm
    121 bis 12n Längenabschnitte
    131 bis 13n Pressdrücke
    14 Eingabevorrichtung
    15 Tastenfeld
    16 Display
    17 Pressdruck/Längen-Kennlinie



    Ansprüche

    1. Vorrichtung zum Erzeugen von Wattewickeln aus textilen Faserwatten, insbesondere zur Vorlage auf Kämmmaschinen, wobei der Wickeldruck beim Aufbau des Wattewickels an seinen zunehmenden Durchmesser anpassbar ist und wobei die Vorrichtung eine Drehzahl-Steuervorrichtung für mindestens eine, die Faserwatte fördernde Walze aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass aus der Drehzahl-Steuervorrichtung (10) ein Längensignal für die jeweils aufgewickelte Wattelänge abgeleitet werden kann und dieses Längensignal nach empirischer Zuordnung eines Pressdrucks den Wickeldruck steuern kann.
     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Längensignal aus der von der Drehzahl-Steuervorrichtung (10) abgegebenen Anzahl von Perioden des Speisestroms ableitbar ist.
     
    3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Eingabevorrichtung (14) umfasst, in der bestimmten Längenabschnitten (121 bis 12n) aufgewickelter Wattelänge bestimmte Pressdrücke (131 bis 13n) zuordenbar sind.
     
    4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Zuordnen von Pressdrücken (131 bis 13n) zu den Längenabschnitten (121 bis 12n) empirisch erfolgt.
     
    5. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Eingabevorrichtung (14) einen Datenspeicher umfasst, in dem aufgestellte Pressdruck/ Längen-Kennlinien (17) speicherbar und abrufbar sind.
     


    Claims

    1. Device for producing lap rolls from textile fibre wadding, in particular for feeding onto combing machines, wherein the winding pressure when building up the lap roll can be adapted to its increasing diameter and wherein the device has a rotational speed control device for at least one roller delivering the fibre wadding, characterised in that a length signal for the respectively wound lap length can be derived from the rotational speed control device (10) and this length signal can control the winding pressure after empirical allocation of a pressing pressure.
     
    2. Device according to claim 1, characterised in that the length signal can be derived from the number of periods of feed current provided by the rotational speed control device (10).
     
    3. Device according to claim 1, characterised in that it comprises an input device (14), in which specific pressing pressures (131 to 13n) can be allocated to specific length portions (121 to 12n) of wound lap length.
     
    4. Device according to claim 3, characterised in that the allocation of pressing pressures (131 to 13n) to the length portions (121 to 12n) takes place empirically.
     
    5. Device according to claim 3, characterised in that the input device (14) comprises a data memory, in which established pressing pressure/length characteristic lines (17) can be stored and retrieved.
     


    Revendications

    1. Dispositif de production d'enroulements de cardes fibreuses textiles, notamment en vue de la présentation à des peigneuses, la pression d'enroulement pouvant être adaptée au diamètre croissant de l'enroulement de carde lors de la formation de ce dernier, et ledit dispositif présentant un dispositif de commande de vitesses angulaires, dévolu à au moins un rouleau convoyant la carde fibreuse,
    caractérisé par le fait qu'un signal de longueur, affecté à la longueur de carde respectivement enroulée, peut être dérivé à partir du dispositif (10) de commande de vitesses angulaires, et ce signal de longueur peut commander la pression d'enroulement après attribution empirique d'une pression de contact.
     
    2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé par le fait que le signal de longueur peut être dérivé sur la base du nombre de périodes du courant d'alimentation, fourni par le dispositif (10) de commande de vitesses angulaires.
     
    3. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé par le fait qu'il inclut un dispositif d'entrée (14), dans lequel des pressions de contact déterminées (131 à 13n) peuvent être attribuées à des segments déterminés (121 à 12n) de longueur de carde enroulée.
     
    4. Dispositif selon la revendication 3, caractérisé par le fait que l'attribution de pressions de contact (131 à 13n) aux segments de longueur (121 à 12n) a lieu empiriquement.
     
    5. Dispositif selon la revendication 3, caractérisé par le fait que le dispositif d'entrée (14) inclut une mémoire de données, dans laquelle des courbes caractéristiques établies (17) pression de contact/longueur peuvent être stockées et appelées.
     




    Zeichnung








    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente