Stand der Technik
[0001] DE 196 50 865 A1 bezieht sich auf ein Magnetventil, dessen Magnetanker mehrteilig ausgebildet ist
und eine Ankerscheibe sowie einen Ankerbolzen aufweist. Der Ankerbolzen ist in einem
Gleitstück geführt. Um ein Nachschwingen der Ankerscheibe nach einem Schließen des
Magnetventils zu vermeiden, ist am Magnetanker eine Dämpfungseinrichtung vorgesehen.
Mit einer solchen Einrichtung sind exakt die erforderlichen kurzen Schaltzeiten des
Magnetventils einhaltbar. Das Magnetventil ist bestimmt zur Anwendung bei Einspritzanlagen
mit einem Hochdruckspeichereinspritzsystem (Common-Rail). Als nächste Lösung aus
DE 196 50 865 A1 ist die Ankerplatte am Ankerbolzen geführt. Die Ankerplatte ist einerseits durch
eine Rückholfeder beaufschlagt und andererseits durch eine Einstellscheibe gesichert,
die in einer Ausnehmung am Umfang des Ankerbolzens eingelegt ist.
[0002] Gemäß der Lösung aus
DE 199 32 781 A1 wird eine Ankerbaugruppe vorgeschlagen, bei der eine Ankerplatte über einen Führungsbolzen
am Ankerbolzen befestigt wird. Der Führungsbolzen ist in einem am Führungsabschnitt
der Ankerplatte am Ankerbolzen ausgebildeten Langloch geführt, so dass die Ankerplatte
in Bezug Umfangsfläche Oberfläche des Ankerbolzens spielbehaftet aufgenommen ist.
[0003] WO 96/17166 A offenbart einen mittels MIM - Verfahren (Metal Injection Molding) hergestellten
Anker.
[0004] Magnetventile werden als Aktor aus Kosten- und Bauraumgründen an Hochdruckspeichereinspritzsystemen
(Common-Rail) eingesetzt. Der Magnetkreis eines Magnetventils besteht aus einer innerhalb
eines Magnetkerns aufgenommenen Magnetspule und einem Anker, der mit dem zu bewegenden
Schaltelement verbunden ist. Für die Verbindung zwischen dem Anker und dem Schaltelement
bestehen mehrere Möglichkeiten. Gemäß
DE 196 50 865 A1 kann der Ankerbolzen der Ankerplatte über die bereits erwähnte Sicherungsscheibe
montiert werden. Aufgrund des unvermeidlichen Spiels zwischen der Sicherungsscheibe,
einer Ausnehmung in der Stirnseite der Ankerplatte sowie der am Umfang des Ankerbolzens
gefertigten Ausnehmung zur Aufnahme der Sicherungsscheibe, ergeben sich nachteilige
Auswirkungen auf die Dynamik des Magnetventils.
[0005] Bei einteilig ausgebildeten Ankerbaugruppen, bei denen die Ankerplatte und der Ankerbolzen
aus ein und demselben Werkstoff gefertigt werden, besteht der Nachteil, dass der ausgewählte
Werkstoff einen Kompromiss zwischen zu beachtenden Verschleißanforderungen und der
Magnetkreisauslegung des Magnetkreises darstellt. Formschlüssige zweiteilige Lösungen
einer Ankerbaugruppe, bei der die Ankergruppe eine relativ zum Ankerbolzen bewegbare
Ankerplatte aufweist, liegen im Aufpressen der Ankerplatte auf den Ankerbolzen oder
in der Herstellung einer Schälniet-Verbindung zwischen der Ankerplatte und der Umfangsfläche
des Ankerbolzens. Der Nachteil dieser Lösung liegt in den hohen Anforderungen an die
Feingeometrie der Bauteile Ankerplatte und Ankerbolzen vor den formschlüssigen Verbindungen.
Eine Verbindungsmöglichkeit einer zweiteiligen Ankerbaugruppe zwischen Ankerplatte
und Ankerbolzen ist auch durch ein stoffschlüssiges Fügeverfahren wie zum Beispiel
das Schweißen oder das Kleben gegeben. Die Nachteile dieser Verbindungsmöglichkeiten
liegen einerseits in der umständlichen Montage, andererseits in der geringen erzielbaren
Festigkeit sowie schließlich in der nur beschränkten Genauigkeit, in der eine solche
Verbindung hergestellt werden kann.
[0006] Bei zweiteilig ausgebildeten Ankerbaugruppen, d. h. der Ausbildung der Ankerbaugruppen
aus zwei separaten Baugruppen, nämlich Ankerplatte und Ankerbolzen, besteht im Allgemeinen
der Vorteil, dass die Werkstoffe für den Magnetkreis, d. h. der Werkstoff der Ankerplatte
und der Werkstoff der Dichtfunktion, welche der Ankerbolzen übernimmt, auf die jeweilige
Anforderung optimal ausgewählt werden können. Deswegen wird angestrebt, unter Berücksichtigung
der oben stehend geschilderten Randbedingungen, zweiteilige Ankerbaugruppen einzusetzen,
die den jeweiligen Funktionen entsprechend, optimal hinsichtlich des Werkstoffes ausgewählt
sind.
Offenbarung der Erfindung
[0007] Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, zwischen einem Ankerbolzen oder einem Schaltelement,
welches eine pneuhydraulische Verbindung unmittelbar freigibt oder verschließt, eine
zum Magnetkreis des Magnetventils gehörende Ankerplatte im Wege der MIM-Technik (Metal-Injection
Molding) auszubilden. Dazu werden am Umfang eines Ankerbolzens zum Beispiel oder am
Umfang eines hydraulischen Schaltelementes im Bereich der Verbindungsstelle mit der
Ankerplatte zum Beispiel mindestens eine Ausnehmung in Gestalt einer Rille oder Nut
angebracht. Die Ausnehmungen können im Bereich der Öffnung der Ankerplatte, welche
vom Ankerbolzen bzw. vom hydraulischen Schaltelement durchsetzt werden, komplementär
zur Außengeometrie des Umfangs des Ankerbolzens oder des hydraulischen Schaltelementes
gefertigt werden.
[0008] Die Geometrie an der Außenumfangsfläche des Ankerbolzens bzw. des hydraulischen Schaltelementes
kann einfach im Ausgangsteil mit geringen Anforderungen an die Toleranzen hergestellt
werden. Der bei Magnetventilen hinsichtlich der Funktion erforderliche Restluftspalt
kann im MIM-Werkzeug eingestellt werden und entsteht während des Metal-Injection Molding,
d. h. während des Einspritzens einer Schmelze eines metallischen Materials, ohne dass
erforderliche Nacharbeiten wie zum Beispiel ein Nachschleifen zur Einstellung des
Restluftspaltes an der Stirnseite der Ankerplatte erforderlich sind, wenn diese mit
dem Ankerbolzen oder dem hydraulischen Schaltelement über das MIM-Verfahren gefügt
ist. Idealerweise wird die Ankerplatte als Bestandteil des Magnetkreises in Bezug
auf die Stirnseite, die in der Regel plan ausgeführt ist, des Ankerbolzens bzw. des
hydraulischen Schaltelementes zurückgesetzt ausgebildet, so dass sich eine Stufe zwischen
der Stirnseite des die Ankerplatte durchsetzenden Ankerbolzens bzw. des hydraulischen
Schaltelementes ergibt, welche den Restluftspalt zwischen der Stirnseite der dem Magnetkern
gegenüberliegenden Ankerplatte und der Stirn des der Ankerplatte gegenüberliegenden
Magnetkerns definiert.
[0009] Der Werkstoff des Ankerbolzens bzw. des hydraulischen Schaltelementes kann nach Verschleißgesichtspunkten
optimal ausgewählt werden. Für die Ankerplatte wird bevorzugt ein magnetischer Werkstoff
gewählt, um hohe Magnetkräfte aufzubringen und Wirbelstromverluste zu vermeiden. In
der Ankerplatte können Öffnungen oder Aussparungen in beliebig wählbarer Geometrie
zur Verringerung der Masse und zur Strömungsoptimierung angeformt werden, die ohne
Nachbearbeitung der Ankerplatte ausgebildet werden können. Über derartige Öffnungen
oder Aussparungen kann in einem Kraftstoffinjektor aus einem druckentlastbaren Steuerraum
abgesteuertes Steuervolumen einem niederdruckseitigen Rücklauf ohne größere Strömungswiderstände
zuströmen, für den Fall, dass das erfindungsgemäß vorgeschlagene Magnetventil an einem
Kraftstoffinjektor eingesetzt wird, dessen das Magnetventil aufnehmender Hohlraum
als niederdruckseitigen Rücklauf zur Absteuerung aus dem Steuerraum abgesteuerten
Kraftstoffsteuermenge dient.
[0010] Die im Wege des MIM-Verfahrens hergestellte Verbindung zwischen dem Ankerbolzen oder
einem hydraulischen Schaltelement und der angeformten Ankerplatte nimmt die beim Auftreffen
des hydraulischen Schaltelementes bzw. des Ankerbolzens mit daran aufgenommenem Schließelement,
beim Auftreffen auf den Sitz auftretenden Beschleunigungskräfte auf. Je nach Herstellungsprozess
und Beträge der auftretenden Beschleunigungskräfte können mehrere Ausnehmungen, Nuten
oder ein Bund oder mehrere Bünde oder eine Geometrie mit Hinterschnitt am Ankerbolzen
bzw. am hydraulischen Schaltelement und komplementär dazu an der inneren Mantelfläche
der die Ankerplatte durchsetzenden Öffnung oder Bohrung ausgebildet werden, so dass
die Beschleunigungskräfte zuverlässig aufgenommen werden. Der Einsatz des MIM-Verfahrens
gestattet in vorteilhafter Weise das Ausbilden eines metallischen Bauteils aus einem
metallischen Werkstoff, an einem Bauteil, welches aus einem davon verschiedenen Material
gefertigt ist, so dass die miteinander zu fügenden Einzelbauteile unter Berücksichtigung
jeweils optimierter, auf den Einsatzzweig abgestimmter Werkstoffeigenschaften ausgewählt
werden können.
Zeichnung
[0011]
- Figur 1
- zeigt eine erste Ausführungsvariante der erfindungsgemäß vorgeschlagenen Verbindung
in innerhalb einer Ankerbau- gruppe an einem druckausgeglichenen 2=2-Ventil,
- Figuren 2.1, 2.2, 2.3 und 2.4
- verschiedene Ausführungsvarianten der MIM-Verbindung der Ankerbaugruppe,
- Figur 3
- der Einsatz der erfindungsgemäß vorgeschlagenen Anker- baugruppe an einem nach außen
öffnenden Ventil (A- Ventil),
- Figur 4
- der Einsatz der erfindungsgemäß vorgeschlagenen MIM- Verbindung innerhalb einer Ankerbaugruppe
an einem Hül- senventil.
Ausführungsvarianten
[0012] Der Darstellung gemäß Figur 1 ist ein druckausgeglichenes 2/2-Ventil zu entnehmen,
mit dem ein Kraftstoffinjektor betätigbar ist und dessen Ankerbaugruppe eine Ankerplatte
und einen Ankerbolzen bzw. ein hydraulisches Schaltelement aufweist und die Ankerplatte
mittels einer MIM-Verbindung am Ankerbolzen angeformt ist.
[0013] Der Darstellung gemäß Figur 1 ist entnehmbar, dass ein hier nur teilweise dargestellter
Kraftstoffinjektor 10 einen Injektorkörper 12 aufweist. Der Kraftstoffinjektor 10
umfasst ein Magnetventil 14. Das Magnetventil 14 umfasst einen Magnettopf 16, in dem
eine Magnetspule 22 aufgenommen ist. Der Magnettopf 16 wird von einer Durchgangsöffnung
18 durchzogen, die zur Aufnahme einer Schließfeder 20 dient.
[0014] Unterhalb des Magnettopfes 16 befindet sich eine Ankerbaugruppe 24, die eine Ankerplatte
26 umfasst. Die Ankerplatte 26 kann entweder an einem Ankerbolzen angeformt oder an
einem hydraulischen Schaltelement 28 angeformt sein. Die Befestigung zwischen der
Ankerplatte 26 und dem Ankerbolzen 28 bzw. dem hydraulischen Schaltelement 28 erfolgt
im Wege einer MIM-Verbindung 30 (Metal-Injected Molding).
[0015] Der Ankerbolzen 28 bzw. das hydraulische Schaltelement 28 der Ankerbaugruppe 24 ist
in einer Bohrung 32 des Injektorkörpers 12 aufgenommen. Je nach Ausführungsvariante
kann zum Beispiel für den Fall, dass die Ankerplatte 26 der Ankerbaugruppe 24 mit
einem hydraulischen Schaltelement 28 verbunden ist, die untere Stirnseite des hydraulischen
Schaltelementes 26 mit einem im Injektorkörper 12 ausgebildeten Sitz 36 zusammenwirken.
Im Injektorkörper 12 befindet sich ein hydraulischer Raum 40, in den zum Beispiel
eine Druckentlastungsleitung 38 zur Druckentlastung eines ein Einspritzventil des
Kraftstoffinjektors 10 betätigenden Steuerraumes erfolgt.
[0016] Bei Bestromung des in Figur 1 dargestellten Kraftstoffinjektors 10 wird die Ankerplatte
26, die am Umfang des Ankerbolzens 28 oder eines hydraulischen Schaltelementes 28
angeformt ist, durch die Magnetspule 22 angezogen und der Sitz 36 an der unteren Stirnseite
des Ankerbolzens 28 bzw. des hydraulischen Schaltelementes 28 geöffnet. Dadurch entsteht
eine Druckentlastung des hydraulischen Raumes 40, so dass eine Steuermenge über die
Entlastungsleitung 38, den hydraulischen Raum 40 und den geöffneten Sitz 36 in einen
niederdruckseitigen Rücklauf 34 des Injektors 12 abströmen kann.
[0017] Wird die Bestromung der Magnetspule 22 hingegen aufgehoben, so wird die Ankerbaugruppe
24 durch die vom Magnettopf 16 umschlossene Schließfeder 20 in den Sitz 36 gedrückt,
so dass die Strömungsverbindung zwischen der den Steuerraum entlastenden Entlastungsleitung
38 und den niederdruckseitigen Rücklauf 34 durch den geschlossenen Sitz 36 im Injektorkörper
12 unterbrochen ist.
[0018] Den Darstellungen gemäß der Figuren 2.1, 2.2, 2.3 und 2.4 sind Ausführungsvarianten
der MIM-Verbindung innerhalb einer Ankerbaugruppe zu entnehmen.
[0019] Figur 2.1 ist entnehmbar, dass der Ankerbolzen 28 bzw. das hydraulische Schaltelement
28 einen Umfang 52 aufweist. In dem Bereich, in dem am Umfang 52 des Ankerbolzens
28 bzw. des hydraulischen Schaltelementes 28 die Ankerscheibe 36 der Ankerbohrung
24 angeformt wird, befindet sich eine Außenkonturierung 44. Je nach gewählter Konfiguration
der Außenkonturierung 44 am Umfang 52 des Ankerbolzens 28 bzw. des hydraulischen Schaltelementes
28, ergibt sich eine formschlüssige Verbindung 46 der Ankerplatte 26 mit dem Ankerbolzen
28 oder dem hydraulischen Schaltelement 28. Mit dem MIM-Verfahren wird bei Anformung
der Ankerplatte 26 eine formschlüssige Verbindung 46 durch die Anformung der Ankerplatte
26 am Ankerbolzen 28 oder dem hydraulischen Schaltelement 28 erzeugt. Bevorzugt wird
die Ankerplatte 26 der Ankerbaugruppe 24 so am Umfang 52 des Ankerbolzens 28 bzw.
des hydraulischen Schaltelementes 28 angeformt, dass sich zwischen der Stirnseite
50 der Ankerscheibe 26 und der Stirnseite des Ankerbolzens 28 bzw. des hydraulischen
Schaltelementes 28 ein Überstand 48 ergibt, der den Restluftspalt zwischen der Stirnseite
50 der Ankerscheibe 26 und der unteren Stirnseite der vom Magnetkern 16 umschlossenen
Magnetspule 22 definiert.
[0020] Während für die Ankerplatte 26 bevorzugt ein magnetischer Werkstoff gewählt wird,
um hohe Magnetkräfte und geringe Wirbelstromverluste zu erhalten, wird der Werkstoff,
aus dem der Ankerbolzen 28 bzw. das hydraulische Schaltelement 28 gefertigt wird,
ein Werkstoff gewählt, der hinsichtlich eines optimalen Verschleißes optimiert ausgewählt
ist. Die Ankerplatte 26 wird im Wege des MIM-Verfahrens unter Ausbildung einer MIM-Verbindung
30 am Ankerbolzen 28 angeformt, wobei der Nachbearbeitungsaufwand ein Minimum annimmt.
[0021] Der Darstellung gemäß Figur 2.2 ist eine alternative Ausführungsvariante der MIM-Verbindung
einer Ankerbaugruppe 24 zu entnehmen.
[0022] Aus der Darstellung gemäß Figur 2.2 geht hervor, dass am Umfang 52 des Ankerbolzens
28 bzw. des hydraulischen Schaltelementes 28 eine Umfangsnut 54 verläuft. Komplementär
zur Tiefe der Umfangsnut 54 am Umfang 52 des Ankerbolzens 28 bzw. des hydraulischen
Schaltelementes 28 bildet sich bei der Anformung der Ankerplatt 26 ein Vorsprung 56
aus. Nach dem Ausformen der Ankerplatte 26 ergibt sich zwischen dem Vorsprung 56 und
der Umfangsnut 54 am Umfang 52 des Ankerbolzens 28 bzw. des hydraulischen Schaltelementes
28 die MIM-Verbindung 30. Diese Bauteile sind miteinander formschlüssig gefügt.
[0023] Auch in der in Figur 2.2 dargestellten Ausführungsvariante der Ankerbaugruppe 24
befindet sich zwischen der Stirnseite 50 der Ankerplatte 26 und der Stirnseite des
Ankerbolzens 28 bzw. des hydraulischen Schaltelementes 28 ein Überstand 48, welcher
im montierten Zustand der Ankerbaugruppe 24 den Restluftspalt zwischen der Stirnseite
50 der Ankerplatte 26 und der Stirnseite der vom Magnettopf 16 umschlossenen Magnetspule
22 definiert.
[0024] Figur 2.3 zeigt eine weitere Ausführungsvariante einer eine MIM-Verbindung aufweisenden
Ankerbaugruppe.
[0025] Gemäß dieser Ausführungsvariante ist am Umfang 52 des Ankerbolzens 28 bzw. des hydraulischen
Schaltelementes 28 ein Bund 58 ausgeführt. Der erhaben über den Umfang 52 des Ankerbolzens
28 bzw. des hydraulischen Schaltelementes 28 hervorstehende Bund 58 bildet beim Anformen
der Ankerplatte 26 eine entsprechend konfigurierte Ausnehmung an der Innenseite der
Ankerplatte 26. Auch in der in Figur 2.3 dargestellten Ausführungsvariante der Ankerbaugruppe
24 wird der Überstand 48 zwischen der Stirnseite des Ankerbolzens 28 bzw. des hydraulischen
Schaltelementes 28 und der Stirnseite 50 der Ankerplatte 26 im MIM-Werkzeug eingestellt,
so dass sich bei der Anformung der Ankerplatte 26 am Ankerbolzen 28 bzw. am hydraulischen
Schaltelement 28 durch entsprechende Axialanordnung des Bundes 58 ein Restluftspalt
zwischen der Ankerplatte 26 und der Magnetspule 22 ergibt.
[0026] In Figur 2.4 ist eine Ausführungsvariante der erfindungsgemäß vorgeschlagenen Ankerbaugruppe
dargestellt, bei welcher am Umfang 52 des Ankerbolzens 28 bzw. des hydraulischen Schaltelementes
28 mindestens ein Hinterschnitt 60 ausgeführt ist. Der Hinterschnitt 60 am Umfang
52 des Ankerbolzens 28 bzw. des hydraulischen Schaltelementes 28 wird beim Anformen
der Ankerplatte 26 im Wege des MIM-Verfahrens vom Material, aus dem die Ankerplatte
26 hergestellt wird, umgeben. Es bildet sich eine formschlüssige Verbindung 46 zwischen
der Ankerplatte 26 und dem Ankerbolzen 28 oder dem hydraulischen Schaltelement 28
aus, die auch hohen Beschleunigungskräften standhält.
[0027] Die in den Figuren 2.1 bis 2.4 dargestellten Ausführungsvarianten der Ankerbaugruppe
24 zeichnen sich allesamt durch eine MIM-Verbindung 30 zwischen der Ankerplatte 26
und dem Ankerbolzen 28 bzw. dem hydraulischen Schaltelement 28 aus. Die äußere Konturierung
44 des Umfangs 52 des Ankerbolzens 28 bzw. des hydraulischen Schaltelementes 28 kann
einfach im Ausgangsteil die geringen Anforderungen an die Toleranzen hergestellt werden.
Die Ausbildung des Restluftspaltes wird durch entsprechende Dimensionierung des Überstandes
48 zwischen der Stirnseite 50 der Ankerplatte 26 und der Stirnseite des Ankerbolzens
28 bzw. des hydraulischen Schaltelementes 28 im MIM-Werkzeug eingestellt und beim
MIM-Prozess, d. h. dem Einspritzen oder dem Einbringen eines flüssigen metallischen
Materials, im Rahmen der Herstellung der MIM-Verbindung 30 beim Anformen der Ankerplatte
26 erzeugt. Während der Werkstoff des Ankerbolzens 28 bzw. des hydraulischen Schaltelementes
28 hinsichtlich der Verschleißeigenschaften optimal ausgelegt ist, wird die am Ankerbolzen
28 bzw. des hydraulischen Schaltelementes 28 anzuformende Ankerplatte 26 hinsichtlich
der magnetischen Eigenschaften des Werkstoffes optimiert gewählt. Wenn auch in den
Figuren 2.1 bis 2.4 nicht dargestellt, kann zur Reduzierung der Masse der Ankerplatte
26 diese mit Durchgangsöffnungen, Durchgangsbohrungen oder Aussparungen versehen werden,
mit der einerseits eine Verringerung der Masse der Ankerplatte 26 erzielbar ist und
mit denen andererseits ein Abfließen von aus dem Steuerraum abgesteuerter Steuermenge
optimiert werden kann.
[0028] Figur 3 zeigt die erfindungsgemäß vorgeschlagene Ankerbaugruppe an einem nach außen
öffnenden Ventil (A-Ventil).
[0029] Der Darstellung gemäß Figur 3 ist entnehmbar, dass der Kraftstoffinjektor 10 im Injektorkopf
12 umfasst, in dem das Magnetventil 14 aufgenommen ist. Die Ankerbaugruppe 24 gemäß
der Darstellung in Figur 3 umfasst die Ankerplatte 26, die über eine MIM-Verbindung
30 mit dem Ankerbolzen 28 bzw. dem hydraulischen Schaltelement 28 formschlüssig verbunden
ist. Am Umfang des Ankerbolzens 28 bzw. des hydraulischen Schaltelementes 28 ist eine
Sitzfläche ausgebildet, die mit dem Sitz 36 des Injektorkörpers 12 zusammenwirkt.
Die Ankerbaugruppe 24 gemäß der Darstellung in Figur 3 öffnet bei Bestromung der Magnetspule
22, die vom Magnettopf 16 umschlossen ist, nach außen. Hierzu ist am Umfang 52 des
Ankerbolzens 28 bzw. des hydraulischen Schaltelementes 28 eine Umfangsverjüngung 66
ausgebildet, in deren Bereich die Entlastungsleitung 38 zur Druckentlastung eines
in Figur 3 nicht dargestellten, jedoch im Injektorkörper 12 ausgebildeten Steuerraumes
mündet. Wird der Sitz 36 bei Bestromung der Magnetspule 22 und Aufwärtsbewegung der
Ankerbaugruppe 24 geöffnet, strömt das Steuervolumen über die Entlastungsleitung 38,
den durch die Umfangsverjüngung 66 am Umfang des Ankerbolzens 28 bzw. des hydraulischen
Schaltelementes 28 gebildeten Hohlraum und den geöffneten Sitz 36, in den niederdruckseitigen
Rücklauf 34 ab. Ein weiterer Rücklauf, über den Führungsleckage abgeführt wird, liegt
am unteren Ende der Bohrung 32 im Injektorkörper 12, in dem der Ankerbolzen 28 bzw.
das hydraulische Schaltelement 28 eng toleriert geführt ist. Der Ausführungsvariante
gemäß Figur 3 lässt sich ferner entnehmen, dass die obere Stirnseite des Ankerbolzens
28 bzw. des hydraulischen Schaltelementes 28 mit einem Anschlag 62 zusammenwirkt,
der den Öffnungshub der Ankerbaugruppe 24 begrenzt. In der Darstellung gemäß Figur
3 ist der Hubanschlag 62 an der unteren Stirnseite des Magnettopfes 16 ausgebildet.
[0030] Figur 4 zeigt eine weitere Ausführungsvariante der erfindungsgemäß vorgeschlagenen
Ankerbaugruppe an einem Hülsenventil.
[0031] Der Darstellung gemäß Figur 4 ist der Kraftstoffinjektor 10 zu entnehmen, der zur
Druckentlastung einer Entlastungsleitung 38 eines Steuerraumes im Injektorkörper 12
ein Hülsenventil aufweist. Die Ankerbaugruppe 24 umfasst in dieser Ausführungsvariante
eine Ventilhülse 68, die mit der Ankerplatte 26 über eine MIM-Verbindung 30 gefügt
ist. Innerhalb der Ventilhülse 38 ist ein über die Schließfeder 20 beaufschlagter
zylindrischer Ventilkörper 70 aufgenommen. Über die Schließfeder 20 ist der zylindrisch
ausgeführte Ventilkörper 70 beaufschlagt.
[0032] Bei Bestromung der Magnetspule 22 des Magnettopfes 16 wird die Stirnseite 50 der
Ankerplatte 26 angezogen, so dass sich die Ventilhülse 68 vom Sitz 36 an der Oberseite
des Injektorkörpers 12 abhebt. Dadurch wird eine Mündung 74 der Entlastungsleitung
38 des im Injektorkörper 12 ausgebildeten Steuerraumes druckentlastet, da eine Beißkante
76, die an der unteren Stirnfläche der Ventilhülse 68 ausgebildet ist, von der Planseite
des Injektorkörpers 12 abgehoben ist. Die Mündungsstelle 74 des Entlastungskanals
38 kann zum Beispiel in einer domförmigen Erhebung 72 an der Planseite des Injektorkörpers
12 des Kraftstoffinjektors 10 gemäß der Ausführungsvariante in Figur 4 münden. Ist
die Beißkante 76 der Ventilhülse 68 von der domförmigen Erhebung 72 zurückgestellt,
strömt die aus dem Entlastungskanal 38 abströmende Steuermenge seitlich in Richtung
eines niederdruckseitigen Rücklaufes 34 aus dem Injektorkörper 12 des Kraftstoffinjektors
10 ab.
1. Verfahren zur Herstellung einer Ankerbaugruppe (24) für ein Magnetventil (14), welches
eine bestrombare Magnetspule (22) enthält, mit nachfolgenden Verfahrensschritten:
a) am Umfang (52) eines Ankerbolzens (28) oder eines hydraulischen Schaltelementes
(28) wird eine Außenkonturierung (44; 54, 58, 60) erzeugt,
b) im Bereich der Außenkonturierung (44, 54, 58, 60) wird eine Ankerplatte (26) im
Wege des MIM-Verfahrens (Metal-Injected Molding) ausgebildet.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass gemäß Verfahrensschritt a) am Umfang (52) des Ankerbolzens (28) oder des hydraulischen
Schaltelementes (28) mindestens eine Nut (54) oder eine Rille ausgebildet werden.
3. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass gemäß Verfahrensschritt a) am Umfang (52) des Ankerbolzens (28) oder des hydraulischen
Schaltelementes (28) mindestens ein Bund (58) oder ein Hinterschnitt (60) ausgeführt
wird.
4. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass gemäß Verfahrensschritt b) zwischen dem Material der Ankerscheibe (26) und der Außenkonturierung
(44; 54, 58, 60) des Umfangs (52) des Ankerbolzens (28) oder des hydraulischen Schaltelementes
(28) eine formschlüssige Verbindung erzeugt wird.
5. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass gemäß Verfahrensschritt b) zwischen der Stirnseite des Ankerbolzens (28) oder des
hydraulischen Schaltelementes (28) und einer Stirnseite (50) der Ankerplatte (26)
ein einem Restluftspalt definierender Überstand (48) erzeugt wird.
6. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass gemäß Verfahrensschritt b) in der Ankerscheibe (26) Durchgangsöffnungen oder Aussparungen
erzeugt werden.
7. Ankerbaugruppe (24) für ein Magnetventil (14) mit einer Ankerplatte (26) und einem
Ankerbolzen (28) oder einem hydraulischen Schaltelement (28), dadurch gekennzeichnet, dass die Ankerplatte (26) im Bereich einer Außenkonturierung (44; 54, 58, 60) am Umfang
(52) des Ankerbolzens (28) oder des hydraulischen Schaltelementes (28) im Wege des
MIM-Verfahrens angeformt ist.
8. Ankerbaugruppe (24) gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Umfang (52) des Ankerbolzens (28) oder des hydraulischen Schaltelementes (28)
mindestens eine Rille oder mindestens eine nutförmige Vertiefung (54) aufweist.
9. Ankerbaugruppe (24) gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass am Umfang (52) des Ankerbolzens (28) oder des hydraulischen Schaltelementes (28)
mindestens eine, erhaben über den Umfang (52) hervorstehende Erhebung (58, 60) ausgeführt
ist.
10. Ankerbaugruppe (24) gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Ankerplatte (26) aus einem magnetischen Werkstoff und der Ankerbolzen (28) oder
das hydraulische Schaltelement (28) aus einem verschleißoptimierten Material gefertigt
sind.
1. Method for the production of an armature subassembly (24) for a solenoid valve (14)
which contains a current-activatable magnetic coil (22), with the following method
steps:
a) an external contouring (44; 54, 58, 60) is generated on the circumference (52)
of an armature bolt (28) or of a hydraulic switching element (28),
b) an armature plate (26) is formed in the region of the external contouring (44,
54, 58, 60) by means of the MIM method (metal-injected moulding).
2. Method according to Claim 1, characterized in that, according to method step a), at least one slot (54) or one groove is formed on the
circumference (52) of the armature bolt (28) or of the hydraulic switching element
(28).
3. Method according to Claim 1, characterized in that, according to method step a), at least one collar (58) or one undercut (60) is formed
on the circumference (52) of the armature bolt (28) or of the hydraulic switching
element (28).
4. Method according to Claim 1, characterized in that, according to method step b), a positive connection is generated between the material
of the armature disc (26) and the external contouring (44; 54, 58, 60) of the circumference
(52) of the armature bolt (28) or of the hydraulic switching element (28).
5. Method according to Claim 1, characterized in that, according to method step b), a projection (48) defining a residual air gap is generated
between the end face of the armature bolt (28) or of the hydraulic switching element
(28) and one end face (50) of the armature plate (26).
6. Method according to Claim 1, characterized in that, according to method step b), through-orifices or clearances are generated in the
armature disc (26).
7. Armature subassembly (24) for a solenoid valve (14) with an armature plate (26) and
with an armature bolt (28) or with a hydraulic switching element (28), characterized in that the armature plate (26) is integrally formed, in the region of an external contouring
(44; 54, 58, 60), on the circumference (52) of the armature bolt (28) or of the hydraulic
switching element (28) by means of the MIM method.
8. Armature subassembly (24) according to Claim 7, characterized in that the circumference (52) of the armature bolt (28) or of the hydraulic switching element
(28) has at least one groove or at least one slot-shaped depression (54).
9. Armature subassembly (24) according to Claim 7, characterized in that at least one elevation (58, 60) projecting in a raised manner beyond the circumference
(52) is formed on the circumference (52) of the armature bolt (28) or of the hydraulic
switching element (28).
10. Armature subassembly (24) according to Claim 7, characterized in that the armature plate (26) is manufactured from a magnetic material and the armature
bolt (28) or the hydraulic switching element (28) is manufactured from a wear-optimized
material.
1. Procédé de fabrication d'un module d'induit (24) pour une électrovanne (14), qui comprend
une bobine magnétique (22) pouvant être parcourue par un courant, comprenant les étapes
de procédé suivantes :
a) un contour extérieur (44 ; 54, 58, 60) est produit à la périphérie (52) d'un boulon
d'induit (28) ou d'un élément de commutation hydraulique (28),
b) dans la région du contour extérieur (44 ; 54, 58, 60) est réalisée une plaque d'induit
(26), au cours du procédé MIM (Metal-Injected Molding, moulage par injection de métal).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que conformément à l'étape de procédé a), au moins une rainure (54) ou une gorge sont
réalisées sur la périphérie (52) du boulon d'induit (28) ou de l'élément de commutation
hydraulique (28).
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que conformément à l'étape de procédé a), au moins un épaulement (58) ou une contre-dépouille
(60) sont réalisées sur la périphérie (52) du boulon d'induit (28) ou de l'élément
de commutation hydraulique (28).
4. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que conformément à l'étape de procédé b), une connexion par engagement par correspondance
géométrique est produite entre le matériau du disque d'induit (26) et le contour extérieur
(44 ; 54, 58, 60) de la périphérie (52) du boulon d'induit (28) ou de l'élément de
commutation hydraulique (28).
5. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que conformément à l'étape de procédé b), un dépassement (48) définissant une fente d'air
résiduelle est produit entre le côté frontal du boulon d'induit (28) ou de l'élément
de commutation hydraulique (28) et un côté frontal (50) de la plaque d'induit (26).
6. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que conformément à l'étape de procédé b), des ouvertures de passage ou des évidements
sont produits dans le disque d'induit (26).
7. Module d'induit (24) pour une électrovanne (14), comprenant une plaque d'induit (26)
et un boulon d'induit (28) ou un élément de commutation hydraulique (28), caractérisé en ce que la plaque d'induit (26) est façonnée dans la région d'un contour extérieur (44 ;
54, 58, 60) à la périphérie (52) du boulon d'induit (28) ou de l'élément de commutation
hydraulique (28) au cours du procédé MIM.
8. Module d'induit (24) selon la revendication 7, caractérisé en ce que la périphérie (52) du boulon d'induit (28) ou de l'élément de commutation hydraulique
(28) présente au moins une gorge ou au moins un renfoncement (54) en forme de rainure.
9. Module d'induit (24) selon la revendication 7, caractérisé en ce qu'au moins un rehaussement (58, 60) saillant au-dessus de la périphérie (52) est réalisé
sur la périphérie (52) du boulon d'induit (28) ou de l'élément de commutation hydraulique
(28).
10. Module d'induit (24) selon la revendication 7, caractérisé en ce que la plaque d'induit (26) est fabriquée en un matériau magnétique et le boulon d'induit
(28) ou l'élément de commutation hydraulique (28) est fabriqué en un matériau optimisé
en termes d'usure.