[0001] Die Erfindung betrifft eine Ringzange gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Ringzangen der hier angesprochenen Art sind bekannt. Sie dienen dazu, Sicherungsringe
zu montieren und zu entfernen. Bei den hier angesprochenen Ringen handelt es sich
um Sicherungsringe, die zur axialen Sicherung einer Welle in eine Nut eingesetzt werden
können, die in die Umfangsfläche der Welle eingebracht ist. Sie dienen auch dazu,
Ringe in Nuten einzusetzen, die in eine Innenfläche einer Bohrung eingebracht sind.
Die hier angesprochenen Ringe werden auch als Seeger-Ringe bezeichnet, die als offene
Ringe mit Eingriffsöffnungen in den Endbereichen ausgebildet sind. Die Endbereiche
eines derartigen Rings müssen aufgeweitet werden, wenn sie in die Nut einer Welle
eingesetzt werden sollen. Entsprechend müssen die Enden zusammengedrückt werden, sodass
der Außendurchmesser des Rings reduziert wird, wenn dieser in eine in einer Bohrungsoberfläche
eingebrachte Nut eingesetzt werden soll. Es zeigt sich also, dass diese Art Sicherungsringe
beim Einsetzten in eine Nut aufgeweitet oder zusammengedrückt werden müssen, je nachdem
ob sie in Zusammenhang einer Welle oder einer Bohrung Verwendung finden. Um diese
beiden verschiedenen Arbeitsweisen zu realisieren, werden unterschiedliche auch als
Ringzangen bezeichnete Zangen verwendet. Sie weisen zwei durch ein Gelenk verbundene
Griffe mit Funktionsenden auf, wobei die Funktionsenden auf einer Seite des Gelenks
und die Griffe auf der anderen Seite des Gelenks angeordnet sind. Bei dem einen Zangentyp
schließen sich die Funktionsenden, wenn die Griffe aufeinander zu bewegt werden. Bei
dem anderen Zangentyp öffnen sich die Funktionsenden, wenn die Griffe aufeinander
zu bewegt werden. Die Funktionsenden weisen Spitzen auf, die in die Endöffnungen der
Seegerringe eingreifen. Es wird deutlich, dass bei Ein- und Ausbau derartiger Ringe
verschiedene Zangen eingesetzt werden müssen, je nachdem ob die Sicherungsringe in
die Außenfläche einer Welle oder in die Innenfläche einer Bohrung eingesetzt werden
sollen.
[0003] Es gibt auch verstellbare Zangen, mit denen Ringe in die Außenseite einer Welle und
in die Innenfläche einer Bohrung einsetzbar sind (G 84 16 236.8;
DE 197 25 597 A1). Bei derartigen Zangen ist die Verwendung zweiter getrennter Werkzeuge nicht erforderlich.
Die Zangen sind mit einem Umstellmechanismus versehen, der die freie Auswahl zwischen
den beiden Funktionsstellungen möglich macht, so dass ein Ring entweder in die Außenfläche
einer Welle oder in die Innenfläche einer Bohrung einsetzbar ist. Dabei ist es auch
bekannt (
DE 197 25 597 A1), den Umstellmechanismus so auszubilden, dass er durch eine Verdrehung der Funktionsenden
der Zange umgestellt wird. Es zeigt sich aber, dass der Aufbau derartiger Zangen relativ
aufwändig, damit auch in der Herstellung teuer sowie anfällig ist.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Ringzange der hier angesprochenen Art zu
schaffen, mit der Sicherungsringe eingesetzt werden können, unabhängig davon, ob diese
in Nuten an der Außenfläche einer Welle oder in Nuten in der Innenfläche einer Bohrung
eingesetzt werden sollen. Dabei soll die Umstellung der Ringzange auf die beiden Funktionsweisen
auf einfache Weise erfolgen, um aufwändige Konstruktionen und hohe Herstellungskosten
zu vermeiden.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe wird eine Ringzange vorgeschlagen, welche die in Anspruch
1 genannten Merkmale aufweist und zwei durch ein Gelenk schwenkbeweglich verbundene
Griffe sowie zwei den Griffen zugeordnete Funktionsenden umfasst, die auf der den
Griffen gegenüberliegenden Seite des Gelenks angeordnet sind. Weiterhin ist vorgesehen,
dass mindestens ein Funktionsende gegenüber dem zugehörigen Griff in wenigstens zwei
Winkelstellungen anordenbar und um eine Drehachse drehbar ist. Die Ringzange zeichnet
sich dadurch aus, dass das Funktionsende ein an den zugehörigen Griff angrenzendes
Tragteil aufweist sowie ein daran angrenzendes und von diesem ausgehendes Griffteil,
das auf der dem zugehörigen Griff abgewandten Seite des Tragteils angeordnet ist.
Das Tragteil ist gegenüber dem zugehörigen Griff um eine Drehachse drehbar, die einen
Winkel mit der Mittelachse des Griffteils des Funktionsendes einschließt. Wird das
Funktionsende zur Umschaltung der Funktionsweise der Ringzange um die Drehachse des
Tragteils in eine erste Winkelstellung verdreht, so liegt die Mittelachse des Griffteils
in einer ersten Funktionsstellung der Ringzange auf einer Seite der Drehachse des
Tragteils und in der anderen zweiten Funktionsstellung auf der anderen Seite der Drehachse
des Tragteils. Damit kann die Funktionsweise der Ringzange quasi umgeschaltet werden:
In der ersten Winkelstellung werden die Funktionsenden beim Schließen der Griffe aufeinander
zubewegt, während sie in der zweiten Funktionsstellung sich beim Schließen der Griffe
voneinander wegbewegen.
[0006] Weitere Ausgestaltungen der Ringzange ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0007] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine perspektivische Seitenansicht einer geschlosse-nen Ringzange, bei der sich ein
Funktionsende gegen-über dem zugehörigen Griff in einer ersten Winkelstel-lung befindet;
- Figur 2
- die Ringzange nach Figur 1 in geöffneter Stellung;
- Figur 3
- eine geschlossene Ringzange, bei der sich ein Funkti-onsende gegenüber dem zugehörigen
Griff in einer zweiten Winkelstellung befindet;
- Figur 4
- die Ringzange nach Figur 3 in geöffnetem Zustand;
- Figur 5
- die in Figur 3 dargestellte Ringzange in vergrößerter perspektivischer Vorderansicht;
- Figur 6
- die Ringzange nach Figur 5 mit verdrehtem Funktion-sende und
- Figur 7
- die Ringzange nach Figur 6 mit weiter verdrehtem Funktionssende.
[0008] Figur 1 zeigt eine Ringzange 1, die auch als Sicherungsringzange oder Seegerring-Zange
bezeichnet wird. Sie weist zwei Griffe 3 und 5 auf, die über ein Gelenk 7 schwenkbeweglich
miteinander verbunden sind. Die Schwenkbewegung erfolgt durch eine durch das Gelenk
7 verlaufende Schwenkachse. Auf der dem Gelenk 7 gegenüberliegenden Seite der Griffe
3 und 5 sind Funktionsenden vorgesehen, wobei ein erstes Funktionsende 9 dem ersten
Griff 3 und ein zweites Funktionsende 11 dem zweiten Griff 5 zugeordnet ist. An ihrem
dem Gelenk 7 abgewandten Ende sind die Funktionsenden 9, 11 mit Spitzen 13 und 15
versehen, die so - vorzugsweise zylindrisch - ausgebildet sind, dass sie in Löcher
einbringbar sind, welche in den Endbereichen der Sicherungsringe vorgesehen sind.
[0009] Bei dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel ist das erste Funktionsende 9 fest
mit dem ersten Griff 3 verbunden, während das zweite Funktionsende 11 gegenüber dem
zugehörigen zweiten Griff 5 in wenigstens zwei Winkelstellungen anordenbar ist.
[0010] Um dies zu erreichen, kann das zweite Funktionsende 11 vom zweiten Griff 5 abgenommen,
gedreht und in einer anderen Winkelstellung wieder in diesen eingesteckt werden. Es
ist aber vorzugsweise auch möglich, das zweite Funktionsende 11 gegenüber dem zweiten
Griff 5 drehbar auszugestalten, wobei das zweite Funktionsende 11 mit einem Stift
in den Gelenkbereich des Griffs 5 eingreifen kann oder aber ein Vorsprung des Griffs
5 in das zweite Funktionsende 11 hineingesteckt wird. Bei dieser Ausgestaltung ist
das zweite Funktionsende 11 gegenüber dem zweiten Griff 5 drehbar. In Figur 1 ist
es in einer ersten Winkelstellung angeordnet, bei der es in der geschlossenen Position
der beiden Griffe 3 und 5 schräg nach unten weist. Dabei mag es sein, dass die Ringzange
1 gegenüber der in Figur 1 dargestellten Position noch weiter geschlossen werden kann.
Dies ist aber für das Grundprinzip der Ringzange 1 nicht von entscheidender Bedeutung.
Das zweite Funktionsende 11 braucht nicht 360° gegenüber dem Griff 5 drehbar ausgestaltet
zu sein; es reicht wenn es so ausgelegt ist, dass es um 180° schwenkbar ist.
[0011] Das zweite Funktionsende 11 weist ein an den zweiten Griff 5 angrenzendes Tragteil
17 auf, außerdem ein von dem Gelenk 7 abgewandtes an das Tragteil 17 angrenzendes
Griffteil 19 mit der Spitze 15. Das Tragteil 17 ist um eine Drehachse 21 dreh- oder
schwenkbar gegenüber dem zweiten Griffteil 5 ausgebildet. Das Tragteil 17 kann so
in das Griffteil 5 einsteckbar sein, dass es in der eingesteckten Position nicht drehbar
ist. Um eine Drehbewegung in diesem Fall ausführen zu können, wird das Tragteil 17
aus dem Griffteil 5 herausgezogen, um die Drehachse 21 gedreht, vorzugsweise um 180°,
und wieder eingesteckt. Vorzugsweise ist das Tragteil 17 so ausgebildet, dass es für
eine Drehung beziehungsweise Schwenkung um die Drehachse 21 nicht aus dem Griffteil
5 herausgenommen werden muss. Figur 1 zeigt deutlich, dass der Griffteil 19 gegenüber
der Drehachse 21, also gegenüber dem Tragteil 17, abgewinkelt ist sodass dessen Mittelachse
23 mit der Drehachse 21 einen Winkel α einschließt.
[0012] In Figur 2 ist die Ringzange gemäß Figur 1 in einer zweiten Funktionsstellung dargestellt,
nämlich geöffnet. Gleiche Teile sind mit gleichen Bezugsziffern versehen, sodass insofern
auf die Beschreibung zu Figur 1 verwiesen wird.
[0013] Ein Vergleich der Figuren 1 und 2 zeigt, dass die Griffe 3 und 5 entsprechend dem
Doppelpfeil 25 voneinander weg bewegt wurden. Deutlich erkennbar ist, dass die in
Figur 1 V-förmig auseinanderklaffenden Funktionsenden 9 und 11 nun in der geöffneten
Position der Griffe 3 und 5 praktisch übereinanderliegen, also geschlossen sind. Die
Spitzen 15 und 17 liegen nunmehr in einem minimalen Abstand zueinander und können
in die am Ende eines Seeger-Rings vorgesehen Öffnungen eingeführt werden, wobei es
ohne Weiteres möglich ist, den Abstand der Spitzen 13 und 15 an den Abstand der Öffnungen
anzupassen.
[0014] Betrachtet man die Figuren 1 und 2, so zeigt sich, dass die gemäß Figur 2 geöffnete
Zange in Eingriff gebracht werden kann mit den Öffnungen an den Enden eines Seeger-Rings.
Um diesen aufzuspreizen, wird die Zange geschlossen, wobei die beiden Griffe 3 und
5 aufeinander zu bewegt werden, sodass die Ringzange 1 die Funktionsstellung gemäß
Figur 1 annimmt. Die Spitzen 13 und 15 befinden sich dann in einem Abstand zueinander,
sodass ein erfasster Seeger-Ring aufgeweitet wird. Er kann nun über eine Welle geschoben
werden, um den Seeger-Ring in eine in der Außenfläche der Welle vorhandene Nut einzusetzen.
[0015] Betrachtet man die Figuren 1 und 2, so zeigt sich, dass in der hier wiedergegebenen
ersten Winkelstellung des Funktionsendes 11 gegenüber dem zugehörigen Griff 5 eine
erste Funktionsstellung gegeben ist, bei welcher ein Schließen der Griffe 3 und 5,
ein Aufspreizen der Spitzen 13 und 15 bewirkt. Dabei liegt in beiden Positionen, also
in geschlossenem Zustand gemäß Figur 1 und in geöffnetem Zustand gemäß Figur 2, die
Mittelachse 23 des Griffteils 19 stets auf einer Seite der Drehachse 21 des Tragteils
17, hier unterhalb dieser Drehachse 21.
[0016] Figur 3 zeigt die Ringzange 1 wiederum in geschlossenem Zustand. Die Griffe 3 und
5 sind -wie in Figur 1- also aneinander angenähert. Gleiche Teile sind mit gleichen
Bezugsziffern versehen, sodass insofern auf die Beschreibung zu den vorangegangen
Figuren verwiesen werden kann.
[0017] Ein Vergleich der Figuren 2 und 3 zeigt, dass das zweite Funktionsende 11 gegenüber
dem zugehörigen zweiten Griff 15 eine zweite Winkelposition einnimmt. Es stellt quasi
eine Verlängerung des Bereichs des Griffs 5 dar, der an das Gelenk 7 angrenzt.
[0018] Es ist möglich, das zweite Funktionsteil 11 in einer zweiten Winkelstellung in den
zweiten Griff 3 einzustecken, also ein separates Funktionsteil 11 zu verwenden, das
in zwei Winkelstellungen in den Griff 5 einsteckbar ist.
[0019] Bevorzugt wird jedoch ein zumindest um 180° am zweiten Griff 5 angebrachtes zweites
Funktionsteil 11, wie es anhand der Figuren 1 und 2 erläutert wurde. Es weist einen
Tragteil 17 auf, der um eine Drehachse 21 gegenüber dem zweiten Griff 5 drehbar ist,
und einen Griffteil 19, dessen Mittelachse 23 mit der Drehachse 21 einen Winkel anschließt.
Das Griffteil 19 ist also gegenüber dem Tragteil 17 wie auch in den Figuren 1 und
2 dargerstellt, abgewinkelt.
[0020] In der Figur 3 dargestellten zweiten Winkelstellung des zweiten Funktionsteils 11
gegenüber dem zweiten Griff 5 ergibt sich Folgendes: Die beiden Spitzen 13 und 15
der Funktionsteile 9 und 11 befinden sich unmittelbar nebeneinander, wenn die beiden
Griffe 3 und 5 geschlossen sind.
[0021] Figur 4 zeigt die Ringzange 1 in einer zweiten Funktionsstellung: Die Griffe 3 und
5 sind in ihrer geöffneten Position dargestellt, also in einem Abstand zueinander,
was durch den Doppelpfeil 25 angedeutet ist. Aus Figur 4 wird deutlich, dass sich
das zweite Funktionsende 11, wenn es sich in seiner zweiten Winkelposition gegenüber
dem zweiten Griff 5 befindet, von dem ersten Funktionsende 9 entfernt, wenn die beiden
Griffe 3 und 5 geöffnet, also ebenfalls voneinander wegbewegt werden. Dementsprechend
sind die Spitzen 13 und 15 bei geöffneten Griffen 3 und 5 in einem Abstand zueinander
angeordnet.
[0022] Aus den Figuren 2 und 3 wird deutlich, dass die beiden Spitzen 13 und 15 der Funktionsenden
9 und 11 etwa in einer Ebene liegen. Diese ist vorzugsweise so angeordnet, dass die
durch das Gelenk 7 verlaufende Schwenkachse der beiden Griffe 3 und 5 im Wesentlichen
senkrecht auf dieser Ebene steht. Um dies zu erreichen, ist das feststehende erste
Funktionsende 9 des ersten Griffs 3 vorzugsweise in seinem Endbereich 27 abgekröpft.
[0023] Betrachtet man die Figuren 3 und 4, so zeigt sich, dass in der hier vorgegebenen
Winkelstellung des Funktionsendes 11 gegenüber dem Griff 5, die Mittelachse 23 des
Griffteils 19 stets oberhalb der Drehachse 21 des Tragteils 17 angeordnet ist und
damit auf der gegenüberliegenden Seite der Drehachse 21, im Vergleich zu der in den
Figuren 1 und 2 wiedergegebenen Winkelstellung des Funktionsendes 11 gegenüber dem
zugehörigen Griff 5. Wird also das Funktionsende 11 aus einer ersten Winkelstellung
gemäß den Figuren 1 und 2 gegenüber dem Griff 5 in seine zweite Winkelstellung gegenüber
dem Griff 5 verbracht, wie sie aus den Figuren 3 und 4 ersichtlich ist, so liegt die
Mittelachse 23 des Griffteils 19 bei den beiden Winkelstellungen jeweils auf gegenüberliegenden
Seiten der Drehachse 21.
[0024] In den Figuren 1 bis 4 wird die Ringzange 1 in einer perspektivischen Seitenansicht
dargestellt, in der man auf eine Gelenkplatte 29 des zweiten Griffs 5 schaut. Diese
verdeckt im Wesentlichen die Gelenkplatte 31 des ersten Griffs 3.
[0025] Die folgenden Darstellungen geben die Ringzange 1 in einer perspektifischen Vorderansicht
wieder, in der man schräg auf die Gelenkplatte 31 des Griffs 3 schaut. Gleiche Teile
sind auch hier mit gleichen Bezugsziffern versehen, sodass auf die Beschreibung zu
den Figuren 1 bis 4 verwiesen wird.
[0026] Figur 5 zeigt die Ringzange 1 in geschlossener Position, wobei sich das zweite Funktionsende
11 gegenüber dem zugehörigen zweiten Griff 5 in seiner zweiten Winkelstellung befindet,
wie sie in Figur 3 dargestellt ist. Die Griffe 3 und 5 der Ringzange 1 befinden sich
in ihrer angenäherten Position, wobei sich auch die Spitzen 13 und 15 der Funktionsenden
9 und 11 in ihrer angenäherten Position befinden, weil, wie gesagt, das zweite Funktionsende
11 sich in seiner zweiten Winkelstellung gemäß Figur 3 befindet.
[0027] Deutlich wird hier, dass die beiden Spitzen 13 und 15 sich praktisch in einer Ebene
befinden. Dies wird dadurch erreicht, dass der Endbereich 27 des ersten Funktionsendes
9 abgekröpft ist.
[0028] Figur 6 zeigt wiederum die Ringzange 1 in einer perspektivischen Darstellung von
schräg vorne, wie bei der Darstellung gemäß Figur 5. Gleiche Teile sind mit gleichen
Bezugsziffern versehen, sodass insofern auf die Beschreibung zu den vorangegangenen
Figuren verwiesen wird.
[0029] Auch in Figur 6 ist die Ringzange 1 geschlossen dargestellt, das heißt, die Griffe
3 und 5 befinden sich in ihrer angenäherten Position. Der einzige Unterschied gegenüber
Figur 5 besteht darin, dass das zweite Funktionsende 11 gegenüber der in Figur 5 dargestellten
Position im Uhrzeigersinn verdreht wurde, was durch einen Pfeil 33 angedeutet ist.
Bei dieser Drehbewegung wird das zweite Funktionsteil 11 um die Drehachse 21 des Tragteils
17 verdreht.
[0030] Figur 7 zeigt schließlich die Ringzange 1 in derselben perspektivischen Darstellung
wie in den Figuren 5 und 6, also von schräg vorne, wobei man schräg auf die Gelenkplatte
31 des ersten Griffs 3 schaut. Gleiche Teile sind wiederum mit gleichen Bezugsziffern
versehen, sodass auf die Beschreibung zu den vorangegangenen Figuren verwiesen wird.
[0031] Der einzige Unterschied zwischen Figur 6 und 7 besteht darin, dass das zweite Funktionsende
11 entsprechend dem Pfeil 33 noch weiter um die Drehachse 21 gedreht wurde. Es wird
ganz deutlich, dass bei einer weiteren Drehung des zweiten Funktionsteils 11 um die
Drehachse 21 dieses die erste Funktionsstellung annimmt, wie sie in den Figuren 1
und 2 dargestellt wurde.
[0032] Es zeigt sich auch, dass bei einer weiteren Drehung des zweiten Funktionsteils 11
sich die Spitzen 13 und 15 in einem Abstand zueinander in einer gedachten Ebene befinden,
obwohl die Position der Griffe 3 und 5 in den Figuren 5, 6 und 7 unverändert blieb.
Die Ebene ist vorzugsweise so ausgerichtet, dass die Schwenkachse des Gelenks 7 auf
ihr senkrecht steht.
[0033] Auf einfache Weise wird hiermit eine Ringzange 1 realisiert, die sowohl zur Montage
und Demontage von Seeger-Ringen geeignet ist, die in die Umfangsfläche einer Welle
eingesetzt werden, als auch für die Montage und Demontage von Seeger-Ringen, die in
eine Nut der Innenfläche einer Bohrung eingesetzt werden sollen.
[0034] Für die Funktion der Ringzange 1 ist es von untergeordneter Bedeutung, ob das zweite
Funktionsteil 11 in das zugehörige zweite Griffteil 5 in zwei Winkelstellungen einsteckbar
ist, oder ob dieses gegenüber dem zweiten Griffteil 5, wie anhand der Figuren 1 bis
7 erläutert, schwenk- oder drehbeweglich ausgebildet ist. Entscheidend ist, dass mindestens
eines der Funktionsteile, hier das zweite Funktionsteil 11 in zwei Winkelstellungen
gegenüber dem zugehörigen zweiten Griff 5 anordenbar ist, sodass zum Einen bei einer
Schließbewegung der Griffe 3 und 5 die Spitzen 13 und 15 der Griffe 3 und 5 voneinander
wegbewegt werden, wie dies anhand der Figuren 2 und 1 erläutert wurde, oder aber aufeinander
zu bewegt werden wie dies anhand der Figuren 4 und 3 ersichtlich wird.
[0035] Wegen des einfachen Aufbaus ist die Ringzange 1 kostengünstig herstellbar und sehr
funktionssicher.
[0036] Um die Funktionssicherheit der Ringzange 1 zu erhöhen ist vorzugsweise vorgesehen,
dass das drehbar am zweiten Griff 5 angebrachte zweite Funktionsende 11 in den beiden
aus den Figuren ersichtlichen Funktionsstellungen verriegelbar ist, sodass es sich
nicht willkürlich verdrehen kann.
[0037] Die anhand der Figuren erläuterte Ringzange ist auf einfache Weise umschaltbar, um
sie zum Einen dazu zu verwenden, Ringe in die Außenseite einer Welle einzusetzen und
zum Anderen dazu, Ringe in die Innenfläche einer Bohrung einzubringen. Vorzugsweise
sind dabei auf der Außenseite der Welle und auf der Innenseite der Bohrung entsprechende
Nuten vorgesehen, welche die Ringe sicher aufnehmen.
[0038] Die Ringzange zeichnet sich durch einen sehr einfachen Aufbau aus. Es bedarf lediglich
der Anordnung mindestens eines der Funktionsenden gegenüber dem zugehörigen Griff
in wenigstens zwei Winkelstellungen. Bei dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel
ist nur ein Funktionsende lagevariabel. Das Funktionsende 11 ist gegenüber dem zugehörigen
Griff 5 in zwei Winkelstellungen anordenbar, entweder in dem es in diesen beiden Winkelstellungen
in den Griff einsteckbar oder an diesem schwenk- beziehungsweise drehbar anordenbar
ist.
[0039] Dabei zeichnet sich die Ringzange dadurch aus, dass allein die Veränderung der Winkelstellung
des mindestens einen Funktionsendes ausreicht, die Funktionsweise der Ringzange zu
ändern, es bedarf keiner Umschalteinrichtung, die in die Schwenkbewegung der Griffe
oder die Kopplung der Griffe mit den Funktionsenden eingreift. Die Ringzange ist daher
sehr einfach aufgebaut, kostengünstig herstellbar und sehr funktionssicher.
[0040] Entscheidend ist es also, dass allein durch die Veränderung der Winkelstellung mindestens
eines der Funktionsenden gegenüber dem zugehörigen Griff eine Umschaltung der Grundfunktion
der Ringzange bewirkt. Dabei ist es auch möglich, beide Funktionsenden winkelveränderbar
auszugestalten oder eben, wie dargestellt nur eines. Dies führt zu einem besonders
einfachen Aufbau der Ringzange, wie hier erläutert wurde.
1. Ringzange mit
- zwei durch ein Gelenk (7) schwenkbeweglich verbundenen Griffen (3,5) und
- zwei den Griffen (3,5) zugeordneten Funktionsenden (9,11), die auf der den Griffen
(3,5) gegenüberliegenden Seite des Gelenks (7) angeordnet sind, wobei
- die Funktionsenden (9,11) auf ihrer dem Gelenk (7) abgewandten Seite eine Spitze
(13,15) aufweisen,
- mindestens ein Funktionsende (11) an dem zugehörigen Griff (5) in wenigstens zwei
Winkelstellungen anordenbar ist, und
- das mindestens eine Funktionsende (11) um eine Drehachse (21) drehbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das mindestens eine Funktionsende (11) ein an den zugehörigen Griff (5) angrenzendes
Tragteil (17) aufweist sowie ein daran angrenzendes Griffteil (19), das auf der dem
zugehörigen Griff (5) abgewandten Seite des Tragteils (17) angeordnet ist,
- das Griffteil (19) eine Mittelachse (23) aufweist,
- das Tragteil (17) gegenüber dem zugehörigen Griff (5) um eine Drehachse (21) drehbar
ist, und dass
- die Mittelachse (23) mit der Drehachse (21) einen Winkel (α) einschließt, wobei
- die Mittelachse (23) in einer ersten Winkelstellung des mindestens einen Funktionsendes
(11) auf einer ersten Seite der Drehachse (21) und
- in einer zweiten Winkelstellung des mindestens einen Funktionsteils (11) auf der
gegenüberliegenden Seite der Drehachse (21) angeordnet ist.
2. Ringzange nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Funktionsende (11) in zwei Funktionsstellungen verriegelbar anordenbar
ist.
3. Ringzange nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Spitzen (13,15) der Funktionsenden (9,11) in einer gemeinsamen Ebene angeordnet
sind.
4. Ringzange nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Ebene eine durch das Gelenk (7) verlaufende Schwenkachse senkrecht steht.
5. Ringzange nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Funktionsende (9) gegenüber dem anderen Funktionsende (11) abgekröpft ist.