[0001] Die Erfindung betrifft eine Handwerkzeugmaschine mit pneumatischem Schlagwerk der
im Oberbegriff von Patentanspruch 1 genannten Art. Derartige Handwerkzeugmaschinen
sind z. B. als Meissel- oder Kombihammer ausgebildet.
[0002] Aus der
EP 1 584 422 A1 ist ein elektrisch betriebener Bohr- und/oder Meisselhammer bekannt, der ein in einem
Gerätegehäuse angeordnetes Schlagwerk aufweist, das über einen Motor betreibbar ist.
Das Schlagwerk weist dabei ein in einem Führungsrohr geführtes Erregerelement, wie
einen Erregerkolben, auf, das mittels eines vom Motor betätigbaren Pleuels hin- und
hergehend bewegbar ist. Der Pleuel ist dazu an seinem dem Kolben abgewandten Ende
exzentrisch an einem Excenterrad gelagert, dessen Drehachse ortsfest ist und das vom
Motor angetrieben ist. Die Drehachse des Excenterrades liegt dabei in einer durch
das Schlagwerk definierten Schlagwerksachse. Das Erregerelement treibt über ein Luftpolster
bzw. eine Luftfeder einen ebenfalls in dem Führungsrohr geführten Flugkolben an, der
über einen Döpper Schläge auf ein vorne in einem Werkzeughalter aufgenommenes Werkzeug
ausübt. Um Druckspitzen im Schlagwerk zu reduzieren ist zusätzlich zur Luft- bzw.
Gasfeder zwischen dem Erregerkolben und dem Flugkolben eine elastische mechanische
Druckfeder angeordnet. Ein derartiges Schlagwerk ist robust und leistungsstark.
[0003] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Druckverlauf im Schlagwerk
auf konstruktiv einfache Weise zu optimieren.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch die in Anspruch 1 genannten Massnahmen
erreicht. Demnach ist die Drehachse des Excenterrades in einem Abstand senkrecht zur
Schlagachse angeordnet. Durch diese Massnahme wird der Druckverlauf im Schlagwerk
während eines Arbeitshubes vermindert aber trotzdem die gleiche Einzelschlagenergie
erzielt bzw. bei gleichem Maximaldruck eine höhere Einzelschlagenergie erreicht.
[0005] Von Vorteil ist es dabei, wenn der Abstand der Drehachse des Excenterrades zur Schlagwerksachse
in einem Bereich von 10% bis 80% des Radius des Excenterrades liegt, wodurch eine
Druckabsenkung im Schlagwerk im Bereich von 2% (bei 10% des Radius) bis ca. 10% (bei
80% des Radius) erzielt werden kann.
[0006] Vorteilhaft ist der Pleuel gekröpft ausgebildet, wodurch, wodurch Kollisionen mit
dem Führungsrohr auf technisch einfache Weise vermieden werden können. Der Kröpfungswinkel
beträgt dabei vorzugsweise 5° bis 45°, je nach den vorliegenden Bauverhältnissen.
[0007] In den Zeichnungen ist die Erfindung in einem Ausführungsbeispiel dargestellt.
[0008] Es zeigen:
- Fig.1 1
- eine erfindungsgemässe Handwerkzeugmaschine mit einem pneumatischen Schlagwerk;
- Fig. 2
- ein Detail der Handwerkzeugmaschine im Schnitt gemäss der Linie II - II aus Fig. 1.
[0009] In Figur 1 ist eine als drehender und schlagender Kombihammer ausgebildete Handwerkzeugmaschine
10 wiedergegeben, die ein Gehäuse 11 aufweist, in dem ein auf ein in einer Werkzeugaufnahme
14 anordnenbares Werkzeug 15 einwirkendes Schlagwerk 20, ein Getriebe 13 und ein Motor
12 angeordnet sind. Das Schlagwerk 20 ist über eine in den Figuren nicht sichtbare
Abtriebswelle mit dem Getriebe 13 gekoppelt, welches eine Rotationsbewegung des Motors
12 übersetzt und über die Abtriebswelle auf ein aus Fig. 2 ersichtliches Excenterrad
17 überträgt, das in einer Drehrichtung 16 in Rotation versetzbar ist.
[0010] In Figur 2 ist das erfindungsgemässe Schlagwerk 20 dargestellt. Das Schlagwerk 20
weist ein Führungsrohr 21 auf, in dem ein als Erregerkolben ausgebildetes Erregerelement
22 hin und her bewegbar geführt ist. Das Führungsrohr 21 kann zur Vereinfachung der
Montage auch zwei- oder mehrteilig ausgebildet sein. Das Erregerelement 22 ist zur
Erzeugung einer Hubbewegung im Betrieb der Handwerkzeugmaschine 10 über ein schwenkbar
an diesem gelagertes Pleuel 29 mit dem Excenterrad 17 verbunden. Der Pleuel 29 ist
dabei über eine exzentrisch an dem Excenterrad 17 angeordneten Lagerzapfen 18 mit
diesem verbunden, wodurch eine Rotationsbewegung des Excenterrades 17 in Drehrichtung
16 in eine oszillierende Hubbewegung des Erregerelements 22 transformiert wird. Das
Excenterrad 17 rotiert dabei um eine zentrische Drehachse D. In dem Führungsrohr 21
sind ferner noch ein Döpper 24 und ein als Flugkolben ausgebildetes Schlagelement
23 axial versetzbar gelagert. Das Schlagelement 23 ist dabei über den Erregerkolben
und die zwischen ihm und dem Erregerelement 22 liegende Luftfeder 25 ebenfalls in
eine oszillierende Hubbewegung versetzbar. Das Schlagelement 23 schlägt dabei im Schlag-Betrieb
der Handwerkzeugmaschine 10 auf den Döpper 24, der seinerseits auf das Werkzeug 15
(aus Fig. 1) schlägt. Alternativ schlägt das Schlagelement 23 direkt auf das Ende
eines Werkzeuges. Die Luftfeder 25 bzw. Gasfeder (je nach dem eingesetzten Gas oder
Gasgemisch) zwischen dem Erregerelement 22 und dem Schlagelement 23 kann dabei über
Schaltmittel (in den Figuren nicht dargestellt) an- und abschaltbar ausgebildet sein.
[0011] Das Schlagwerk 20 definiert eine zentrale Schlagwerksachse S die zentrisch durch
das Führungsrohr 21 und die in diesem bewegten Elemente (Erregerelement 22 etc.) verläuft.
Die Drehachse D des Excenterrades 17 ist senkrecht zu der Schlagwerksachse S um einen
Abstand X versetzt, wodurch der Druckverlauf im Schlagwerk 20 während eines Arbeitshubes
vermindert aber trotzdem die gleiche Einzelschlagenergie erzielt bzw. bei gleichem
Maximaldruck eine höhere Einzelschlagenergie erreicht wird. Die Drehachse D ist dabei
in dem vorliegenden Beispiel, bei dem die Drehrichtung 16 des Excenterrades 17 im
Uhrzeigersinn drehend ist, bezogen auf die Schlagrichtung 19 des Schlagwerks 20 nach
rechts aus der Schlagwerksachse S herausverlagert. Bei einem gegen den Uhrzeigersinn
drehenden Schlagwerk wäre die Drehachse D des Excenterrades 17 hingegen genau entgegengesetzt
aus der Schlagwerksachse S heraus verlagert. Der Abstand X entspricht dabei dem 0,1
bis 0,8 fachen des Radius RE des Excenterrades 17.
[0012] Der bezogen auf die Schlagwerksachse S axiale Abstand A der zwei möglichen Durchgangspunkte
(angedeutet durch die gepunkteten Kreise 31, 32) des Lagerzapfens 18 durch die Schlagwerksachse
S bei Rotation des Excenterrades 17 ist kleiner, als die zweifache radiale Distanz
RL des Lagerzapfens 18 zur Drehachse D des Excenterrades 17.
[0013] Der Pleuel 29 ist vorzugsweise gekröpft ausgebildet wobei der Kröpfungswinkel K vorzugsweise
zwischen 5° und 45° liegt.
1. Handwerkzeugmaschine mit einem über einen Motor (12) antreibbaren pneumatischem Schlagwerk
(20), das eine zentrale Schlagwerksachse (S) definiert und das ein in einem Führungsrohr
(21) hin und her bewegbares Erregerelement (22) sowie ein in dem Führungsrohr (21)
versetzbar geführtes und mittels einer Luftfeder (25) über das Erregerelement (22)
antreibbares Schlagelement (23) aufweist, wobei das Erregerelement (22) über einen
an einem motorisch betreibbaren und eine ortsfeste Drehachse (D) aufweisenden Excenterrad
(17) exzentrisch gelagerten Pleuel (29) in eine hin- und hergehende Bewegung versetzbar
ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Drehachse (D) des Excenterrades (17) in einem Abstand (X) senkrecht zur Schlagachse
(S) beabstandet ist.
2. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand (x) der Drehachse (D) des Excenterrades (17) zur Schlagwerksachse (S)
in einem Bereich von 10% bis 80% des Radius (RE) des Excenterrades (17) liegt.
3. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Pleuel (29) gekröpft ausgebildet ist.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
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