[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Kupfer-Chrom-Kontakten
für Vakuumschalter.
[0002] Vakuumschaltröhren für die Energieversorgung und -verteilung benötigen elektrische
Schaltkontakte aus einem lichtbogenresistenten Werkstoff, welcher den hohen thermischen
Belastungen von z. T. über 5 MW/cm
2 widersteht, keine gasförmigen oder sonstigen schädlichen Verunreinigungen freisetzt
und insbesondere wirtschaftlich gefertigt werden kann.
[0003] Meist werden für Schaltkontakte in Vakuumschaltröhren kupferhaltige Werkstoffe, im
überwiegenden Teil eine Mischung aus Kupfer (Cu) und Chrom (Cr), eingesetzt, wobei
i. a. der Chromanteil zwischen 20 %-m (Massenprozent) und 50 % (Massenprozent) beträgt.
Die speziellen, in der Vakuumschalttechnik eingesetzten Kontaktformen (Knopf- oder
Scheibenkontakt, Spiralkontakt, Topfkontakt, oder Axialmagnetfeldkontakt) erfordern,
dass der Kontaktbereich mechanisch bearbeitet werden muss, so dass Materialstärken
von mindestens 2 bis 3 mm benötigt werden.
[0005] Da sich die beiden Metalle Kupfer (Cu) und Chrom (Cr) in ihrer Dichte deutlich unterscheiden,
ist die direkte Herstellung von homogenen Schmelzwerkstoffen nicht möglich, da sich
die schwerere Komponente (Cu) absetzt. Im Allgemeinen werden daher für die hochwertigsten
Kontaktwerkstoffe so genannte Umschmelzwerkstoffe eingesetzt.
[0006] Gemäß der
EP 0 115 292 B1 können Umschmelzwerkstoffe dadurch hergestellt werden, dass ein grob vorgesinterter
Zylinder aus CuCr mit Hilfe eines elektrischen Lichtbogens in Edelgasatmosphäre nochmals
zu einem hochdichten, homogenen, feinkörnigen Werkstoff umgeschmolzen wird. Aus den
daraus erhaltenen zylindrischen Rohlingen werden anschließend Scheiben gesägt, die
im Folgenden nochmals spanend bearbeitet werden, um geeignete Endkonturen, Schlitze
und/oder Oberflächen der Kontakte zu erhalten. Insbesondere die notwendige Beseitigung
von Graten, welche beim spanenden Formen erzeugt werden, führt zu hohen Kosten solcherart
hergestellter Kontakte.
[0007] Durch den hohen Chromanteil ist ein CuCr-Werkstoff nur für die einfachsten Kontaktformen
für eine Konturgebung durch Stanzen geeignet. Bei spanender Bearbeitung des harten
Materials ist ein hoher Werkzeugverschleiß mit entsprechend hohen Werkzeugkosten unvermeidbar.
[0008] Andere Herstellverfahren für Kupfer-Chrom-Schaltkontakte, wie z. B. die Herstellung
von dicht gesinterten Rohlingen in endkonturnaher Form, erfordern im Allgemeinen ebenfalls
noch eine spannende Nachbearbeitung mit den oben beschriebenen Nachteilen. Zudem ist
bei Sinterwerkstoffen aus fertigungstechnischen Gründen die Korngrößenverteilung zu
erheblich größeren Korngrößen verschoben, was ungünstigere Schalt- und Abbrandeigenschaften
im Vergleich zu Umschmelzwerkstoffen zur Folge hat.
[0010] Für hohe Ansprüche an die Qualität von CuCr-Schaltontakten werden daher weitere Prozessschritte
zur Kornverfeinerung im oberflächennahen Bereich in Betracht gezogen. Beispielsweise
bietet sich ein Umschmelzen durch Einsatz von Laser oder Lichtbögen an.
[0011] Die
US 4 780 582 offenbart einen Schaltkontakt aus Kupfer und Chrom für Vakuumschalter. Ferner sei
noch auf die
JP 10-287939 verwiesen, die ein Verfahren zur Herstellung von Kontakten aus Kupfer, beispielsweise
für elektronische Bauteile wie Schalter oder Vakuumschalter, offenbart.
[0012] Von obigem Stand der Technik ausgehend ist es Aufgabe der Erfindung, ein vereinfachtes
Herstellungsverfahren für Kupfer-Chrom-Kontakte anzugeben.
[0013] Die Aufgabe ist erfindungsgemäß durch ein Herstellungsverfahren gemäß Patentanspruch
1 gelöst. Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Herstellungsverfahrens sind in den
abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0014] Das erfindungsgemäße Verfahren beruht auf der Verarbeitung einer Schmelze aus CuCr
durch rasche Erstarrung zu dünnen, typischerweise 1 bis 2 mm dicken Bändern bzw. Blechen,
wobei sich durch die Abkühlrate der Schmelze ein Cr-Konzentrationsprofil senkrecht
zur Blechoberfläche gezielt einstellen lässt. Dabei wird Gebrauch von der Technologie
der Herstellung amorpher Metalle, bei der durch schnelle Erstarrung das Metall in
ein thermodynamisches Nichtgleichgewicht überführt wird, gemacht. Solche amorphe Metalle
werden auch als Metallgläser bezeichnet.
[0015] Die Technologie der Rascherstarrung von Metallen ist vom Stand der Technik hinreichend
bekannt, wozu auf die
DE 694 18 938 T2, die
DE 35 28 891 C2 und die
DE 36 17 608 C2 verwiesen wird. Mit solchen Methoden werden so genannte amorphe Metalle mit feinsten
Ausscheidungen von hochschmelzenden Komponenten hergestellt, wobei solche Komponenten
beispielsweise Chrom sein können. Nicht bekannt für die Rascherstarrungstechnik ist
allerdings das System Kupfer-Chrom mit Kupfer als Matrix und Chrom als hochschmelzender
Komponente.
[0016] Bei der Erfindung reichert sich vorteilhafterweise aufgrund des Dichteunterschiedes
das Chrom (Cr) auf natürliche Weise an der Oberfläche an und das entstehende Dichteprofil
wird beim Erstarren "eingefroren".
[0017] Durch Ausstanzen mit entsprechend geformten Stanzwerkzeugen erhält man die gewünschte
Kontaktform. Eine Nachbearbeitung der Schaltkontakte ist vorteilhafterweise nur im
Bereich der Verbindungsstellen zu den Kontaktträgern, d.h. im Lotbereich, notwendig,
um die hier notwendigen Toleranzen und Oberflächenqualitäten zu erzeugen.
[0018] Die so hergestellten, kostengünstigen Stanzkontakte können als Kontaktauflagen mit
kontakttragenden Strukturen verbunden werden, z. B. durch Hartlötung, um die benötigte
mechanische Festigkeit zu erzielen.
[0019] Alternativ können auch dickere Bleche von mehreren mm Dicke mit der beschriebenen
Methode hergestellt werden, bei denen nur in einigen 1/10 mm in Oberflächennähe Cr
feinstdispers vorhanden ist. Durch die größere Materialstärke, die durch den kostengünstigen
Rohstoff Kupfer direkt erzeugt werden kann, kann dabei in nur einem einzelnen Arbeitsschritt
ein auch mechanisch belastbares Kontaktstück erzeugt werden, wobei wegen der günstigen
Werkstoffeigenschaften von Kupfer ebenfalls Stanztechnik zur Formgebung eingesetzt
werden kann. Dies führt zu besonders kostengünstigen Kontaktscheiben für Vakuumschaltkontakte.
[0020] Die wesentlichen Vorteile des beschriebenen Verfahrens liegen zum einen in der Materialeinsparung
durch den Wegfall spanender Bearbeitung (Sägen, Drehen, Fräsen) sowie durch gezielte
Einstellung der aus elektrotechnischen Gründen notwendigen Materialstärke. Zum anderen
erzielt man eine größere Wirtschaftlichkeit durch einen deutlich verringerten Chrom-Bedarf,
da die teure Komponente Chrom nur noch im Kontaktoberflächenbereich eingesetzt wird.
Weiterhin folgen aus dem Stanzprozess kürzere Fertigungszeiten und geringere Betriebskosten,
da das Stanzen anstelle von Drehen, Fräsen leichter automatisierbar ist.
[0021] Als entscheidenden Vorteil der Erfindung auf der elektrotechnischen Seite erhält
man ein erheblich verbessertes Schaltverhalten zum einen durch die natürliche Einstellung
einer feinkörnigen Struktur nahe der Oberfläche, zum anderen aber auch durch die verbesserte
Wärmeleitung durch den positiven Cu-Gradienten zur Kontaktunterseite hin.
[0022] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung von Ausführungsbeispielen. Dabei wird insbesondere auf die Zeichnung
gemäß Anlage verwiesen.
[0023] Es zeigen
- Figur 1
- das Zustandsdiagramm von Chrom (Cr) - Kupfer (Cu) und
- Figur 2
- ein Gefügebild eines Kupfer-Chrom-Werkstoffes mit 20 % Chromanteil (CuCr20),
- Figur 3
- eine Vorrichtung zur Herstellung von dünnen Werks- stoffbändern nach Art der Herstellung
von amorphen Metallen,
- Figur 4
- ein Gefügebild im Schnitt durch ein mit einer Ein- richtung gemäß Figur 3 hergestelltes
Cu-Cr-Band,
- Figur 5
- die Draufsicht auf ein Legierungsband mit daraus aus- gestanzten Kontaktschreiben
und
- Figur 6
- einen Vakuumschalterkontakt mit geschlitztem Kontakt- topf und einer Kontaktscheibe
gemäß Figur 5.
[0024] In Figur 1 ist das Zustandsdiagramm Chrom-Kupfer in der Weise dargestellt, dass 100
% Chromgehalt an der linken Seite und 100 % Kupfergehalt auf der rechten Seite aufgetragen
sind. Das Chrom hat bekanntermaßen einen vergleichsweise hohen Schmelzpunkt und zwar
1550°C. Kupfer hat demgegenüber einen vergleichsweise niedrigen Schmelzpunkt, und
zwar 1083°C. Bei einer Temperatur von 1075° wird bei einem Kupfergehalt von 98,2 ein
Eutektikum gebildet. Unterhalb des Schmelzpunktes von Kupfer existiert ein schmaler
Löslichkeitsbereich für Chrom. Ansonsten sind im festen Zustand unterhalb von 700°C
Kupfer und Chrom nicht ineinander löslich.
[0025] Das Zustandsdiagramm Chrom-Kupfer weist weiterhin die Besonderheit einer Mischungslücke
im flüssigen Zustand auf, wobei ein Monotektikum gebildet wird: Oberhalb der monotektischen
Temperatur von 1470°C liegen im Bereich zwischen etwa 6 % Kupfer und 58 % Kupfer bis
zu einer Temperatur von ca. 2000°C zwei unterschiedliche CuCr-Schmelzen vor, die nicht
miteinander mischbar sind.
[0026] Für die praktische Herstellung von im festen Zustand homogenen Kupfer-Chrom-Werkstoffen
bedeutet letzteres, dass zunächst eine homogene Schmelze von mehr als 2000°C hergestellt
werden muss, die dann schnell abgekühlt wird, um den homogenen Zustand zu erhalten
("einzufrieren"). Dies kann beispielsweise durch Lichtbogen-Umschmelzen gemäß der
EP 0 115 292 B1 erreicht werden.
[0027] Ein Gefüge eines Kupfer-Chrom-Werkstoffes, das mit dem Lichtbogen-Umschmelzverfahren
erzeugt wurde, ist in Figur 2 dargestellt. Im Einzelnen bedeutet in Figur 2 das Bezugzeichen
21 eine Kupfer-Matrix, in der Chromteilchen 22 ausgeschieden sind. Insgesamt ergibt
sich bei dem vorgegebenen Chromanteil eine weitestgehend isotrope Größen- und Konzentrationsverteilung
der Chromteilchen 22 in der Kupfermatrix 21.
[0028] In der Figur 3 ist eine Anordnung dargestellt, wie sie üblicherweise zur Herstellung
von amorphen Metallfilmen ("unterkühlte Gläser") bekannt ist. Im Einzelnen bedeuten
in Figur 2 das Bezugzeichen 31 ein um eine senkrecht zur Papierebene stehende Achse
I drehbares Kupferrad, 32 eine Wanne mit einem Kühlungsbad für das Kupferrad 31 und
33 einen Vorratsbehälter für eine CuCr-Schmelze. Die elektrische Heizeinrichtung und
andere regelungstechnische Mittel sind in Figur 3 nicht dargestellt.
[0029] Durch Aufsprühen der homogenen Schmelze mit Temperaturen T > 2000°C aus dem Vorratsbehälter
33 auf das sich drehende Rad 31, d.h. auf die sich drehende walze, wird auf dessen
Oberfläche CuCr-Material gleicher Zusammensetzung abgeschieden, wobei durch Kühlung
und Erstarrung der Schmelze mit definierter Abkühlrate dT/dt sich spezifische Parameter
vorgeben lassen.
[0030] Insbesondere wird bei optimaler Abkühlrate der Erstarrungsprozess, im Gegensatz zu
der bei der Herstellung metallischer Gläser verwendeten Prozessführung, so geführt,
dass die entstehende CuCr-Schicht nicht homogen über die Dicke des entstehenden Metallbandes
ist, sondern sich ein Konzentrationsgefälle des ausgeschiedenen Chroms dergestalt
ergibt, dass sich das leichtere Chrom bevorzugt an der oberen Oberfläche des Bandes
ansammelt. Dies wird dadurch erleichtert, dass die Unterseite zuerst erstarrt, der
obere Bereich des entstehenden Bandes (Blechs) aber länger flüssig bleibt und somit
die abgeschiedenen Cr-Teilchen durch Ihren Auftrieb im schwereren flüssigen Kupfer
an die Oberseite wandern, wo eine Aufkonzentration des Chroms stattfindet.
[0031] In Abhängigkeit von der Umfangsgeschwindigkeit des Kupferrades 31 entsteht somit
ein dünnes Band 50 bzw. ein Blech vorgegebener Dicke mit einer der Schmelze entsprechenden
Kupfer- und Chromkonzentration. Die Breite des Bandes 50 ist durch die Querausdehnung
der Kupferwalze 31 vorgegeben. Bei entsprechender Dimensionierung lassen sich auch
Bleche größerer Breite erzeugen.
[0032] Aus dem so hergestellten Band 50 bzw. Blech lassen sich nahezu beliebige Kontaktformen
ausstanzen, welche mittels bekannter Mittel auf vorgegebene Kontaktträger aufbringbar
sind, beispielsweise durch Hartlöten.
[0033] Durch die spezifischen Randbedingungen der Abkühlung der Schmelze auf dem Kupferrad
31 lässt sich erreichen, dass im CuCr-Band 50 senkrecht zur Bandrichtung eine anisotrope
Chrom-Konzentrationsverteilung vorliegt.
[0034] Der besondere Vorteil des angegebenen Herstellungsverfahrens besteht darin, dass
sich beim Abkühlvorgang eine Segregation der Bestandteile nach ihrem spezifischen
Gewicht der Komponenten vorgeben lässt. Dies bedeutet, dass die leichteren Bestandteile,
im vorliegenden Fall die Chrompartikel bzw. Tröpfchen, an die Oberfläche diffundieren.
[0035] Ein Gefügebild eines solchen bandförmigen Kontaktmaterials ist in Figur 4 dargestellt.
Dabei erfolgt der Schliff in senkrechter Richtung zum Band 50 aus Figur 3.
[0036] Im Einzelnen sind in Figur 4 mit 51 die Kupfermatrix bezeichnet und mit 52 die darin
vorhandenen Chromteilchen. Man erkennt eine nunmehr anisotrope Konzentrationsverteilung
des Chromanteils senkrecht zur Oberfläche des Bandes 50. An der Oberfläche des Bandes
50 ergibt sich eine hohe Chrom-Konzentration und eine feindisperse Verteilung der
Chrom-Teilchen. An der Unterseite des Bandes 50 liegt dagegen eine niedrige Chrom-Konzentration
vor. Dadurch wird insgesamt die Wärmeleitfähigkeit senkrecht zur Kontaktoberfläche
stark positiv beeinflusst, woraus sich ein verbessertes Schaltverhalten, insbesondere
im Sinne eines höheren Schaltvermögens, gegenüber homogenen, dem Stand der Technik
entsprechenden Kontakten ergibt.
[0037] Letzteres erleichtert insbesondere die Verbindung der Kontaktauflage auf Kontaktträgern,
welche üblicherweise aus Kupfer bestehen. Für die bestimmungsgemäße Verwendung von
Kupfer-Chrom-Kontakten bei Vakuumschaltern ist dabei der Chromanteil von besonderer
Bedeutung. Dieser ist nunmehr an der Oberfläche der Kontaktauflagen konzentriert.
[0038] Insgesamt ergeben sich somit beachtliche Vorteile für die Abbrandfestigkeit und andere
Schalteigenschaften der Schaltkontakte von Vakuumschaltern. Insbesondere wird bei
dieser Methode der Herstellung das für die Schalteigenschaften notwendige Chrom nur
noch in dem Bereich bereitgestellt, in dem es physikalisch bedingt benötigt wird,
nämlich in dem dem Kontaktspalt zugewandten Oberflächenbereich der Kontakte. Dadurch
kann, neben der erreichbaren höheren Feinkörnigkeit des Chroms, mit erheblich geringeren
Chromgesamtmengen gearbeitet werden, was deutliche Kostenvorteile gegenüber herkömmlichen
Herstellverfahren ergibt.
[0039] In der Draufsicht gemäß Figur 5 bedeutet 50 das Legierungsband aus Figur 3, das beispielsweise
eine Dicke von 2 mm hat. Aus dem Band 50 können mit einem nicht im Einzelnen dargestellten
Werkzeug Scheiben 60 mit beispielsweise vier Radialschlitzen 61 bis 64 ausgestanzt
werden. Wesentlich ist dabei, dass nur ein einziges entsprechend ausgebildetes Werkzeug
benötigt wird und dass insbesondere eine nachfolgende spanende Bearbeitung nicht mehr
erforderlich ist. Dadurch wird eine weitere Senkung der Herstellkosten gegenüber dem
Stand der Technik erzielt.
[0040] Ein kompletter Vakuumschalterkontakt 100 zur Verwendung als Radialfeld- oder Axialfeldkontakt
in Vakuumschaltgeräten ist in Figur 6 dargestellt. Der Vakuumschalterkontakt 100 besteht
aus einem Kontaktbolzen 110 zur Stromführung und einem Kontakttopf 120 mit Schlitzungen
121 bis 124 in der Topfwandung. Auf dem oberen Rand des Kontakttopfes 120 ist die
Kontaktscheibe 60 aus Figur 5 durch Hartlöten befestigt und zwar derart, dass die
Schlitze 61 bis 64 an die Schlitzungen 121 bis 124 in der Wandung des Kontakttopfes
120 anschließen.
[0041] Durch die Schlitzungen 121 bis 124 im Kontakttopf 120 wird der Strom in den zwischen
den Schlitzungen 12 bis 124 gebildeten Bereichen geführt. Dabei entsteht ein Magnetfeld,
das den beim Schalten gebildeten Lichtbogen beeinflusst. Jeweils zwei Topfkontakte
entsprechend Figur 6 bilden die komplette Kontaktanordnung für einen Vakuumschalter.
Je nachdem ob die Schlitzungen in den Kontakttöpfen in die gleiche Richtung oder gegeneinander
verlaufen, wird insgesamt ein radiales oder ein axial zur Kontaktanordnung verlaufendes
Magnetfeld generiert, welches sich auf das Schaltverhalten auswirkt.
[0042] Es können somit kostengünstig Vakuumschalterkontakte mit alternativ radialem oder
axialem Magnetfeld hergestellt werden. Der senkrecht zur Schaltfläche gerichtete Konzentrationsgradient
des Chroms sorgt für einen minimierten Kontaktabbrand bei optimalem Schaltverhalten.
1. Verfahren zur Herstellung von Kontakten aus Kupfer (Cu) und Chrom (Cr) als Schaltkontakte
für Vakuumschalter, wobei aus einem CuCr-Schmelzwerkstoff durch schnelles Abkühlen
auf Raumtemperatur eine vorgegebene Chrom-Konzentration im nichtthermodynamischen
Gleichgewicht eingestellt wird,
mit folgenden Verfahrensschritten:
- als Ausgangsmaterial für die Schaltkontakte wird ein Band bzw. ein dünnes Blech
aus Kupfer (Cu) und Chrom (Cr) mittels eines Gießverfahrens mit rascher Abkühlung
erzeugt, wobei
- zur Herstellung des Bandes bzw. Bleches flüssiges Kupfer-Chrom vorgegebener Konzentration
mit hoher Temperatur auf eine drehende Walze gespritzt oder gegossen wird, wobei der
Walze Kühlmittel zugeordnet sind, so dass die flüssige Metalllegierung abgekühlt wird,
- aus dem Band bzw. Blech wird eine Kontaktauflage ausgestanzt und
- das Stanzteil wird auf einem Kontaktträger befestigt.
2. Herstellungsverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Band bzw. Blech eine Stärke von 1 bis 2 mm hat.
3. Herstellungsverfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Abkühlrate definiert eingestellt wird.
4. Herstellungsverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass durch die definiert eingestellte Abkühlrate ein vorgegebenes Chrom-Konzentrationsprofil
senkrecht zur Band-/Blechoberfläche gezielt eingestellt wird.
5. Herstellungsverfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass aufgrund des Dichteunterschiedes von Chrom und Kupfer sich Chrom an der Oberfläche
des Bandes bzw. Bleches anreichert.
6. Herstellungsverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigung des Stanzteils auf dem Kontaktträger durch Hartlöten erfolgt.
7. Herstellungsverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass durch das Stanzteil eine Kontaktauflage auf dem Kontaktträger gebildet wird.
1. Method for producing contacts of copper (Cu) and chromium (Cr) as switching contacts
for vacuum switches, a predetermined chromium concentration being set in non-thermodynamic
equilibrium from a CuCr melt material by rapid cooling to room temperature, comprising
the following method steps:
- a strip or a thin sheet of copper (Cu) and chromium (Cr) is produced as the starting
material for the switching contacts by means of a casting process with rapid cooling,
wherein
- to produce the strip or sheet, liquid copper-chromium of a predetermined concentration
is sprayed or poured at high temperature onto a rotating roller, the roller being
assigned cooling means, so that the liquid metal alloy is cooled,
- a contact facing is punched out from the strip or sheet
and
- the punched part is fastened on a contact carrier.
2. Production method according to Claim 1, characterized in that the strip or sheet has a thickness of 1 to 2 mm.
3. Production method according to Claim 1 or 2, characterized in that the cooling rate is set in a defined manner.
4. Production method according to one of the preceding claims, characterized in that a predetermined chromium concentration profile is specifically set perpendicularly
to the strip/sheet surface by the cooling rate set in a defined manner.
5. Production method according to Claim 4, characterized in that chromium becomes concentrated on the surface of the strip or sheet as a result of
the difference in density of chromium and copper.
6. Production method according to Claim 1, characterized in that the fastening of the punched part on the contact carrier is performed by hard soldering
or brazing.
7. Production method according to Claim 1, characterized in that a contact facing is formed on the contact carrier by the punched part.
1. Procédé de production de contacts en cuivre ( Cu ) et en chrome ( Cr ) comme contacts
de commutation pour des interrupteurs à vide, dans lequel on établit, à partir d'un
matériau fusible en CuCr par refroidissement rapide à température ambiante, une concentration
prescrite de chrome à l'équilibre non thermodynamique,
comprenant les stades de procédé suivants :
- on produit au moyen d'un procédé de coulée avec refroidissement rapide, comme matériau
de contact pour les contacts de commutation, un feuillard ou une tôle mince en cuivre
( Cu ) et en chrome ( Cr ), dans lequel
- pour la production du feuillard ou de la tôle, on coule du cuivre-chrome liquide
d'une concentration prescrite à une température haute sur un cylindre tournant, des
moyens de refroidissement étant associés à ce cylindre, de manière à refroidir l'alliage
métallique liquide,
- on découpe dans le feuillard ou dans la tôle un support de contact et
- on fixe la partie découpée sur un porte-contact.
2. Procédé de production suivant la revendication 1, caractérisé en ce que le feuillard ou la tôle a une épaisseur de 1 à 2 mm.
3. Procédé de production suivant la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que l'on règle de manière définie la vitesse de refroidissement.
4. Procédé de production suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que, par la vitesse de refroidissement réglée de manière définie, on établit un profil
de concentration de chrome prescrit perpendiculairement à la surface du feuillard/de
la tôle.
5. Procédé de production suivant la revendication 4, caractérisé en ce que, sur la base de différences de masse volumique du chrome et du cuivre, la surface
du feuillard ou de la tôle s'enrichit en chrome.
6. Procédé de production suivant la revendication 1, caractérisé en ce que la fixation de la pièce découpée sur le porte-contact s'effectue par brasage dur.
7. Procédé de production suivant la revendication 1, caractérisé en ce qu'un support de contact sur le porte-contact est formé par la pièce découpée.