[0001] Die Erfindung betrifft eine Tankklappeneinheit für ein Kraftfahrzeug mit einem zur
Halterung einer Tankklappe ausgebildeten Scharnierarm, der um eine Schwenkachse verschwenkbar
gelagert ist, einem zusammen mit der Tankklappe bewegten Verriegelungsabschnitt und
einem Verriegelungselement, das zum Ver- und Entriegeln der Tankklappe durch eine
Steuereinheit zwischen einer Verriegelungsposition, in der das Verriegelungselement
in den Verriegelungsabschnitt eingreift, und einer Freigabeposition, in der das Verriegelungselement
nicht in den Verriegelungsabschnitt eingreift, bewegbar ist.
[0002] Tankklappen dienen zum Abdecken der Öffnung in der Karosserie, in der sich der mit
einem Tankdeckel verschließbare Tankeinfüllstutzen befindet. Bekannte Tankklappeneinheiten
weisen eine Tankklappe auf, die aufschwenkbar ist. Zum Verriegeln der Tankklappe im
geschlossenen Zustand kann an der Tankklappe bzw. an einem Scharnierarm, an dem die
Tankklappe befestigt ist, ein Verriegelungsabschnitt vorgesehen sein, der nach innen
von der Tankklappe vorsteht. In eine Öffnung in diesem Verriegelungsabschnitt kann
im geschlossenen Zustand der Tankklappe ein als Verriegelungsstange ausgebildetes
Verriegelungselement eingreifen, das mit Hilfe eines Stellmotors in eine Verriegelungsposition
bewegt werden kann, in der sie in die Öffnung des Verriegelungsabschnitts eingreift.
Der Stellmotor kann zum Beispiel durch die Zentralverriegelung des Fahrzeugs angesprochen
werden. Zum Öffnen oder Schließen der Tankklappe wird die Verriegelungsstange durch
den Stellmotor in eine Freigabeposition bewegt, in der die Verriegelungsstange nicht
in den Verriegelungsabschnitt eingreift.
[0003] Eine Tankklappeneinheit mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruches 1 ist aus
EP 0 736 406 B1 bekannt.
[0004] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Tankklappeneinheit anzugeben,
die ein Schließen der Tankklappe unabhängig vom Verriegelungszustand ermöglicht.
[0005] Diese Aufgabe wird mit einer Tankklappeneinheit mit den Merkmalen des Anspruchs 1
gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand von Unteransprüchen.
[0006] Bei der erfindungsgemäßen Tankklappeneinheit weisen das Verriegelungselement und/oder
der Verriegelungsabschnitt eine angefaste Fläche auf. Bei einer Ausführungsform, bei
der das Verriegelungselement eine angefaste Fläche aufweist, ist diese derart angeordnet,
dass der mit der Tankklappe bewegte Verriegelungsabschnitt bei einer Schließbewegung
der Tankklappe während eines Zustandes, in dem sich das Verriegelungselement in der
Verriegelungsposition befindet, auf die angefaste Fläche trifft. Bei einer Ausführungsform,
bei der der Verriegelungsabschnitt eine angefaste Fläche aufweist, ist diese derart
angeordnet, dass sie bei einer Schließbewegung der Tankklappe während eines Zustands,
indem sich das Verriegelungselement in der Verriegelungsposition befindet, auf das
Verriegelungselement trifft. In beiden Fällen ist die angefaste Fläche derart ausgestaltet,
dass bei einer Schließbewegung der Tankklappe während eines Zustandes, in dem sich
das Verriegelungselement in der Verriegelungsposition befindet, das Verriegelungselement
und der Verriegelungsabschnitt aneinander abgleiten.
[0007] Befindet sich das Verriegelungselement bei der erfindungsgemäßen Tankklappeneinheit
in der Verriegelungsposition, obwohl die Tankklappe nicht geschlossen ist - also zum
Beispiel wenn nach einem Tankvorgang die Zentralverriegelung betätigt wurde, obwohl
die Tankklappe zuvor nicht geschlossen wurde - kann die Tankklappe dennoch nachträglich
geschlossen werden. Bei der Schließbewegung der Tankklappe trifft dann die an dem
Verriegelungsabschnitt vorgesehene angefaste Fläche auf das Verriegelungselement bzw.
der Verriegelungsabschnitt auf die an dem Verriegelungselement vorgesehene angefaste
Fläche, sodass das Verriegelungselement und der Verriegelungsabschnitt über die angefaste
Fläche bzw. die angefasten Flächen aneinander abgleiten.
[0008] Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Ausgestaltung mit angefasten Flächen liegt
darin, dass bei der Montage der Tankklappeneinheit nicht darauf geachtet werden muss,
ob sich das Verriegelungselement gerade in der Verriegelungsposition befindet oder
nicht. Durch die angefaste Fläche bzw. die angefasten Flächen ist gewährleistet, dass
das Verriegelungselement bei der Montage der Tankklappe bzw. des Scharnierarmes nicht
abbrechen kann, wenn während eines Montageschrittes der Verriegelungsabschnitt auf
das gegebenenfalls in der Verriegelungsposition befindliche Verriegelungselement trifft.
[0009] Grundsätzlich ist die Abgleitbewegung des Verriegelungselementes und des Verriegelungsabschnittes
aneinander möglich, wenn eines dieser Elemente eine angefaste Fläche aufweist. Eine
besonders sichere und glatte Abgleitbewegung wird erreicht, wenn sowohl das Verriegelungselement
als auch der Verriegelungsabschnitt eine angefaste Fläche aufweisen.
[0010] Um die Abgleitbewegung zu ermöglichen, kann zum Beispiel das Verriegelungselement
oder der Verriegelungsabschnitt federnd gelagert sein. Bei einer einfachen und kostengünstigen
Ausgestaltung ist entweder der Verriegelungsabschnitt oder das Verriegelungselement
zumindest bereichsweise ausreichend elastisch, um ein Ausweichen während der Abgleitbewegung
zu ermöglichen. Zum Beispiel kann das Verriegelungselement zumindest bereichsweise
derart elastisch ausgestaltet sein, dass es bei der Abgleitbewegung dem Verriegelungsabschnitt
ohne zusätzliches Federelement ausweichen kann.
[0011] Bei einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung gemäß Anspruch 2 ist jedoch die Steuereinheit
derart ausgestaltet, dass das Verriegelungselement bei der Abgleitbewegung zwischen
Verriegelungselement und Verriegelungsabschnitt in die Freigabeposition bewegt werden
kann. Umfasst die Steuereinheit zum Beispiel einen Elektromotor, so wird das Verriegelungselement
zusammen mit den beweglichen Teilen des Elektromotors auf diese Weise in eine Position
des nicht verriegelten Zustandes bewegt. Die Tankklappe lässt sich dann schließen.
Eine erneute Verriegelung des Systems erfolgt erst wieder zum Beispiel beim erneuten
Betätigen der Zentralverriegelung. Eine solche Ausführungsform ist hinsichtlich der
Stabilität und der Führungsgenauigkeit des Verriegelungselementes von Vorteil. Nachdem
in der Regel nach dem Schließen der Tankklappe das Kraftfahrzeug ohnehin geöffnet
wird, um die Tankstelle zu verlassen, ist eine Verriegelung der Tankklappe nach dem
Schließen nach einem Tankvorgang normalerweise auch nicht notwendig, da bei Betätigen
der Zentralverriegelung zum Öffnen des Kraftfahrzeuges das Verriegelungselement ohnehin
in der Regel die Freigabeposition einnimmt.
[0012] Vorzugsweise ist das Verriegelungselement zur kostengünstigen Herstellung aus Kunststoff
gebildet.
[0013] Eine bevorzugte Ausführungsform sieht vor, dass das Verriegelungselement hakenförmig,
insbesondere J-förmig ausgebildet ist. Durch die hakenförmige Ausbildung kann das
Verriegelungselement sehr platzsparend an der Außenkontur der Tankklappeneinheit vorgesehen
sein.
[0014] Insbesondere kann das Verriegelungselement einen an der Steuereinheit eingreifenden,
langgestreckten Basisabschnitt, einen sich daran anschließenden gegenüber dem Basisabschnitt
schräg bzw. quer verlaufenden Mittelabschnitt und einen sich daran anschließenden,
zum Eingreifen in den Verriegelungsabschnitt ausgebildeten Endabschnitt umfassen,
an dem bei der entsprechenden Ausführungsform die angefaste Fläche vorgesehen ist.
Bevorzugt kann der Endabschnitt des Verriegelungselementes im Wesentlichen parallel
und insbesondere entgegengesetzt zu dem Basisabschnitt verlaufen. Dadurch ist gewährleistet,
dass bei einer axialen Verschiebung des Verriegelungselementes zwischen der Freigabeposition
und der Verriegelungsposition durch die Steuereinheit auch der Endabschnitt eine entsprechend
parallel versetzte, axiale Verschiebung durchführt.
[0015] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung sind der Basisabschnitt
und der Endabschnitt bei eingebauter Tankklappeneinheit im Wesentlichen horizontal
angeordnet. Eine axiale Verschiebung des Verriegelungselementes entspricht damit ebenfalls
einer im Wesentlichen horizontalen Verschiebung.
[0016] Bevorzugt sind der Basisabschnitt und der Endabschnitt bei eingebauter Tankklappeneinheit
in vertikaler und horizontaler Richtung versetzt zueinander angeordnet. Der Mittelabschnitt
kann dabei bogenförmig oder schräg zur geschlossenen Tankklappe verlaufend ausgebildet
sein.
[0017] Eine kompakte Bauweise lässt sich erreichen, wenn die Bewegungsrichtung des Verriegelungselementes
zwischen der Freigabeposition und der Verriegelungsposition im Wesentlichen senkrecht
zur Schwenkachse der Tankklappe und/oder parallel zur Längsachse des Scharnierarms
verläuft.
[0018] Zum Eingreifen des Verriegelungselementes in den Verriegelungsabschnitt sind korrespondierende
Eingreifelemente vorgesehen. Besonders bevorzugt weist der Verriegelungsabschnitt
einen in Richtung der Tanköffnung weisenden Ansatz an dem Scharnierarm oder der Tankklappe
mit einer Öffnung auf, in die das Verriegelungselement in der Verriegelungsposition
bei geschlossener Tankklappe eingreifen kann.
[0019] Die Tankklappeneinheit kann einen Muldenkörper aufweisen, an dem der Scharnierarm
schwenkbar befestigt ist, wobei die Steuereinheit zur Bewegung des Verriegelungselementes
an der Außenseite des Muldenkörpers im Bereich der Schwenkachse vorgesehen sein kann.
Eine solche Ausgestaltung ist sehr kompakt und einfach einzubauen. Besonders einfach
ist es dabei, wenn das Verriegelungselement den Muldenkörper umgreift.
[0020] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme
auf die Figuren näher beschrieben. Dabei zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Darstellung einer erfindungsgemäßen Tankklappeneinheit,
- Fig. 2
- eine Rückansicht der Tankklappeneinheit nach Fig. 1,
- Fig. 3
- eine teilweise aufgerissene Draufsicht auf die Tankklappeneinheit nach Fig. 1,
- Fig. 4
- eine Seitenansicht der Tankklappeneinheit der Fig. 1, und
- Fig. 5
- ein Detail der Tankklappeneinheit der Fig. 1 während einer Schließbewegung.
[0021] Fig. 1 zeigt die Tankklappeneinheit 1, die einen Muldenkörper 2 und einen verschwenkbar
an den Muldenkörper 2 gelagerten Scharnierarm 3 umfasst, an dem eine hier geöffnet
dargestellte Tankklappe 4 befestigt ist. Der Scharnierarm 3 umfasst einen länglichen
Abschnitt 5, der zum Haltern der Tankklappe 4 ausgebildet ist, sowie einen sich daran
anschließenden bogenförmigen Abschnitt 6, der in eine seitlich des Muldenkörpers 2
ausgebildete Gehäuseerweiterung 7 hineinragt und in dieser um eine Schwenkachse 8
(Fig. 2) verschwenkbar gelagert ist. Im rückwärtigen Bereich des Muldenkörpers 2 ist
eine Öffnung 9 vorgesehen, die zur Aufnahme eines nicht dargestellten Tankeinfüllstutzens
dient.
[0022] Im Bereich des freien Endes des Scharnierarms 3 ist ein Ansatz 10 mit einer Öffnung
oder Bohrung 11 ausgebildet, die zusammen einen Verriegelungsabschnitt 12 bilden.
An der der Tankklappe 4 abgewandten Stirnseite weist der Ansatz 10 eine angefaste
Abschnittfläche 100 auf. Etwa gegenüber der Gehäuseerweiterung 7 ist an den Muldenkörper
2 ein Führungselement 13 mit einer Führungsöffnung 14 vorgesehen, welche die Wand
15 des Muldenkörpers 2 durchdringt. Der als Verriegelungszapfen ausgebildete Endabschnitt
16 eines hakenförmigen, aus Kunststoff gefertigten Verriegelungselementes 17 ist in
der Führungsöffnung 14 geführt. An den Endabschnitt 16 des Verriegelungselementes
17 schließt sich ein Mittelabschnitt 18 und daran ein Basisabschnitt 19 des Verriegelungselementes
17 an, der mit einer an der Oberseite der Gehäuseerweiterung 7 angeordneten Steuereinheit
20 in Wirkverbindung steht. Mit der Steuereinheit 20, die beispielsweise als Stellmotor
oder als Elektromagnet ausgebildet sein kann, kann das Verriegelungselement 17 in
axialer Richtung, das heißt entlang des Pfeils 22 zur Steuereinheit hin, sowie entlang
eines Pfeils 21 von der Steuereinheit 20 weg bewegt werden.
[0023] Fig. 2 zeigt die Tankklappeneinheit 1 in einer Rückansicht, wobei die Tankklappe
4 geschlossen ist. Die Blickrichtung ist von hinten auf den Muldenkörper 2, sodass
das Verriegelungselement 17 sichtbar ist. Der Scharnierarm 3 ist vom Muldenkörper
2 verdeckt und insofern gestrichelt dargestellt. Zur Orientierung ist die Längsachse
26 des Scharnierarms eingetragen. In Fig. 2 ist - ebenfalls durch den Muldenkörper
verdeckt und gestrichelt dargestellt - die Schwenkachse 8 gezeigt, um die der Schwenkarm
3 geschwenkt werden kann. In dem in Fig. 2 dargestellten geschlossenen und verriegelten
Zustand der Tankklappe 4 greift der Endabschnitt 16 des Verriegelungselementes 17
durch die Bohrung 11 des Ansatzes 10 an dem Scharnierarm 3.
[0024] Fig. 3 zeigt eine Draufsicht von oben auf die Tankklappeneinheit 1 (entsprechend
der Blickrichtung III, wie sie in Fig. 2 angegeben ist) in teilaufgerissener Ansicht.
Auch hier ist die Tankklappe 4 geschlossen und verriegelt gezeigt. In dieser Ansicht
erkennt man, wie der Endabschnitt 16 des Verriegelungselementes 17 durch die Bohrung
11 des Ansatzes 10 des Scharnierarms 3 greift. Am Ende des Endabschnitts 16 ist die
angefaste Elementfläche 102 sichtbar.
[0025] Außerdem ist in dieser Ansicht gut zu erkennen, dass das Führungselement 13 mit der
Führungsöffnung 14 so positioniert ist, dass bei verschlossener Tankklappe 4 die Führungsöffnung
14 mit der Bohrung 11 des Verriegelungsabschnittes 12 fluchtet, sodass der als Verriegelungszapfen
ausgebildete Endabschnitt 16 des Verriegelungselementes 17 in die Bohrung 11 des Verriegelungsabschnittes
12 eingreifen kann und bei Verschieben des hakenförmigen Verriegelungselementes 17
in einer Richtung gemäß Pfeil 21 der Verriegelungszapfen 16 die Bohrung 11 des Verriegelungsabschnittes
12 verlässt.
[0026] Fig. 4 zeigt eine seitliche Draufsicht auf die Tankklappeneinheit 1 mit geschlossener
Tankklappe 4 entsprechend der Blickrichtung IV, wie sie in Fig. 3 angegeben ist. Insbesondere
wird hier die schräge Anordnung des Mittelabschnitts 18 des Verriegelungselementes
17 deutlich.
[0027] Fig. 5 zeigt ein Detail der Tankklappeneinheit um das Zusammenwirken des Verriegelungselementes
17 mit dem Verriegelungsabschnitt 12 während einer Schließbewegung der Tankklappe
4 in Richtung des Pfeils 104 zu verdeutlichen, und zwar, wenn sich das Verriegelungselement
17 in der Verriegelungsposition befindet. Insbesondere ist erkennbar, wie das Verriegelungselement
17 durch das Aneinanderabgleiten der angefasten Fläche 100 des Verriegelungsabschnittes
12 und der angefasten Fläche 102 des Verriegelungselementes 17 in Richtung des Pfeiles
106 ausweicht.
[0028] Wie es insbesondere den Fig. 1 bis 4 zu entnehmen ist, umgreift das Verriegelungselement
17 aufgrund seiner hakenförmigen Ausbildung den Muldenkörper 2 in seinem rückwärtig
gelegenen oberen Bereich, wobei aufgrund der hakenförmigen Ausbildung gewährleistet
ist, dass eine Verschiebung des Basisabschnittes 19 des Verriegelungselementes in
eine dazu entsprechende Verschiebung des Endabschnitts 16 umgesetzt wird.
[0029] Aus den Fig. 2 bis 4 ist weiter zu erkennen, dass sich der Mittelabschnitt 18 des
Verriegelungselementes 17 von dem im Wesentlichen horizontal verlaufenden Basisabschnitt
19 schräg nach vorne unten und gleichzeitig nach vorne außen zum Endabschnitt 16 erstreckt,
der wiederum im Wesentlichen horizontal durch die Führungsöffnung 14 in das Innere
des Muldenkörpers hineinragt. Durch diese den Muldenkörper 2 in Teilbereichen umgreifende
Ausbildung des Verriegelungselementes 17 ist es möglich, dass die Steuereinheit 20
platzsparend an der Ober- oder der Unterseite der Gehäuseerweiterung 7 vormontiert
werden kann und ein Verriegeln der Tankklappe 4 im Bereich ihres von der Schwenkachse
8 abgewandten Endes möglich ist. Durch die umgreifende Ausgestaltung des Verriegelungselementes
17 wird die Außenabmessung der Tankklappeneinheit 1 kaum vergrößert. Die Tankklappeneinheit
1 kann zusammen mit der Steuereinheit 20 und dem Verriegelungselement 17 als vormontierte
Baugruppe hergestellt werden, wobei durch die Anordnung der Steuereinheit 20 unmittelbar
an der Gehäuseerweiterung 7 gewährleistet ist, dass sich die Tankklappeneinheit 1
ohne weiteres von außen durch eine entsprechende Aufnahmeöffnung in der Karosserie
einsetzen lässt. Da die Gehäuseerweiterung 7 zusammen mit der Steuereinheit 20 an
einer Seite der Tankklappeneinheit 1 angeordnet ist, kann zunächst diese seitlich
überstehende Einheit bei schräggestellter Tankklappeneinheit 1 in die Aufnahmeöffnung
eingeführt werden und anschließend durch Verkippen der Tankklappeneinheit 1 diese
überstehende Einheit seitlich neben der Aufnahmeöffnung hinter dem Karosserieblech
positioniert werden. Dadurch kann der Muldenkörper 2 vollständig in die Aufnahmeöffnung
eingeschoben und darin befestigt werden.
[0030] Die erfindungsgemäße Tankklappeneinheit funktioniert wie folgt.
[0031] Ausgegangen wird zum Beispiel von einem Zustand, in dem die Tankklappe 4 geschlossen
und verriegelt ist, also insbesondere der Endabschnitt 16 des Verriegelungselementes
17 durch die Bohrung 11 des Verriegelungsabschnittes 12 greift und so ein Öffnen der
Tankklappe 4 um die Schwenkachse 8 herum nicht möglich ist. Zum Beispiel durch Betätigung
der Zentralverriegelung wird die Steuereinheit 20 veranlasst, das Verriegelungselement
17 in Richtung des Pfeils 21 zu bewegen. Dadurch wird der Endabschnitt 16 des Verriegelungselementes
17 aus der Bohrung 11 des Verriegelungsabschnittes 12 herausbewegt, sodass der Verriegelungsabschnitt
12 frei ist. Ein Öffnen der Tankklappe 4 ist damit möglich. Zum Beispiel nach Durchführen
eines Tankvorganges wird die Tankklappe 4 wieder um die Schwenkachse 8 herum geschlossen.
Zum Beispiel durch Betätigung der Zentralverriegelung kann dann die Steuereinheit
20 veranlasst werden, das Verriegelungselement 17 in der Pfeilrichtung 22 zurückzuziehen,
wodurch insbesondere auch der Endabschnitt 16 des Verriegelungselementes 17 durch
die Bohrung 11 des Verriegelungsabschnittes 12 hindurchtritt und die Tankklappe 4
verriegelt. Ein Öffnen der Tankklappe 4 ist damit nicht mehr möglich. Das Eintreten
des Endabschnittes 16 des Verriegelungselementes 17 in die Bohrung 11 des Verriegelungsabschnittes
12 wird dabei durch die angefaste Elementfläche 102 des Verriegelungselementes 17
erleichtert.
[0032] Es kann jedoch zum Beispiel passieren, dass der Fahrer des betankten Fahrzeuges die
Zentralverriegelung 20 zum Verschließen betätigt, obwohl die Tankklappe 4 noch nicht
geschlossen ist. Dennoch ist es mit der erfindungsgemäßen Tankklappeneinheit 1 möglich,
die Tankklappe 4 nachträglich zu schließen, ohne die Zentralverriegelung noch einmal
betätigen zu müssen.
[0033] Die Tankklappe 4 wird dabei in Richtung des Pfeiles 104 (Fig. 5) bewegt. Die angefaste
Fläche 100 des Verriegelungsabschnittes 12 trifft auf die angefaste Fläche 102 des
Endabschnittes 16 des Verriegelungselementes 17. Aufgrund der Anfasung der aufeinander
treffenden Flächen 100, 102 wird das Verriegelungselement 17 in Richtung des Pfeiles
106 gedrängt, so dass der Endabschnitt 16 dem Verriegelungsabschnitt 12 ausweicht.
Dabei bewegen sich die beweglichen Teile der Steuereinheit 20, die beispielsweise
als Stellmotor oder als Elektromagnet ausgebildet ist, mit dem Verriegelungselement
17 mit.
[0034] Obwohl sich das Verriegelungselement 17 bereits in der Verriegelungsposition befindet,
kann also die Tankklappe 4 geschlossen werden, ohne dass die Steuereinheit 20 zum
Beispiel durch die Zentralverriegelung noch einmal betätigt werden muss.
[0035] Nachdem die Tankklappe auf diese Weise geschlossen wurde, befindet sich bei dieser
Ausführungsform das Verriegelungselement 17 nicht in der Verriegelungsposition. Dies
ist grundsätzlich auch nicht notwendig, da der Fahrer nach dem Tankvorgang ohnehin
zum Besteigen des Kraftfahrzeuges die Zentralverriegelung zum Öffnen betätigen wird,
um die verschlossene Kraftfahrzeugtür zu öffnen. Beim Betätigen der Zentralverriegelung
zum Öffnen würde das Verriegelungselement 17 ohnehin in die Freigabeposition bewegt,
in der der Endabschnitt 16 nicht in die Bohrung 11 im Verriegelungsabschnitt 12 eingreifen
würde. In diesem Zustand wird die Tankklappe 4 durch an sich bekannte Rast- oder Schnappmechanismen
gehalten ohne dass eine Verriegelung vorliegt, entsprechend einem Zustand, der im
Normalfall bei geschlossener Tankklappe aber nicht verriegelter Zentralverriegelung
vorliegt.
[0036] Bei anderen Ausgestaltungen kann das Verriegelungselement ausreichend elastisch ausgestaltet
oder gelagert sein, um die Abgleitbewegung der angefasten Flächen 100, 102 zu ermöglichen.
[0037] Auch beim Einbau der Tankklappeneinheit 1 erweist sich die erfindungsgemäße Ausgestaltung
mit angefasten Flächen am Verriegelungsabschnitt 12 und/oder am Endabschnitt 16 des
Verriegelungselementes 17 als vorteilhaft.
[0038] Während des Einbaus ist die Steuereinheit 20 nicht notwendigerweise bereits elektrisch
ansteuerbar. Um den Einbau möglichst einfach zu gestalten, sollte sich die Verriegelungseinheit
17 jedoch möglichst in der platzsparenden Verriegelungsposition befinden um ein einfaches
Einsetzen in die Karosserie zu erleichtern. Um zum Beispiel die Öffnung 9 im Muldenkörper
2 optimal um den Tankeinfüllstutzen herum zu platzieren ist es jedoch vorteilhaft,
wenn während des Einbaus die Tankklappe 4 auch geöffnet sein kann. Ohne angefaste
Flächen an dem Verriegelungsabschnitt 12 bzw. am Endabschnitt 16 des Verriegelungselementes
17 wäre ein Schließen der Tankklappe im Anschluss an den Einbau jedoch erst dann wieder
möglich, wenn auch die Steuereinheit 20 bereits ansteuerbar wäre, um das Verriegelungselement
17 aus der Verriegelungsposition herauszubewegen. Mit der erfindungsgemäßen Ausgestaltung
kann die Tankklappe 4 jedoch nach dem Einbau der Tankklappeneinheit 1 im beschriebener
Weise geschlossen werden, auch wenn das Verriegelungselement 17 in der platzsparenden
Verriegelungsposition ist, ohne dass die Steuereinheit 20 angesteuert werden muss.
Der Einbau der Tankklappeneinheit 1 wird dadurch signifikant erleichtert. Außerdem
ist gewährleistet, dass während des Einbaus, während dessen in der Regel Kräfte aufgewendet
werden müssen, ein Abbrechen des Verriegelungselements 17 verhindert werden kann,
wenn zum Beispiel unbeabsichtigt die Tankklappe 4 geschlossen wird, obwohl sich das
Verriegelungselement 17 in der Verriegelungsposition befindet.
Bezugszeichenliste
[0039]
- 1
- Tankklappeneinheit
- 2
- Muldenkörper
- 3
- Scharnierarm
- 4
- Tankklappe
- 5
- länglicher Abschnitt des Scharnierarms
- 6
- bogenförmiger Abschnitt des Scharnierarms
- 7
- Gehäuseerweiterung
- 8
- Schwenkachse
- 9
- Öffnung im Muldenkörper
- 10
- Ansatz
- 11
- Bohrung im Verriegelungsabschnitt
- 12
- Verriegelungsabschnitt
- 13
- Führungselement
- 14
- Führungsöffnung
- 15
- Wand
- 16
- Endabschnitt des Verriegelungselements
- 17
- Verriegelungselement
- 18
- Mittelabschnitt des Verriegelungselements
- 19
- Basisabschnitt des Verriegelungselements
- 20
- Steuereinheit
- 21, 22
- Bewegungsrichtungen des Verriegelungselements
- 26
- Längsachse des Scharnierarms
- 100
- angefaste Abschnittfläche des Verriegelungsabschnitts
- 102
- angefaste Elementfläche des Verriegelungselements
- 104
- Schließbewegung der Tankklappe
- 106
- Ausweichbewegung des Verriegelungselements
1. Tankklappeneinheit für ein Kraftfahrzeug mit
- einem zur Halterung einer Tankklappe (4) ausgebildeten Scharnierarm (3), der um
eine Schwenkachse (8) verschwenkbar gelagert ist,
- einem zusammen mit der Tankklappe bewegtem Verriegelungsabschnitt (12), und
- einem Verriegelungselement (17), das zum Ver- und Entriegeln der Tankklappe (4)
durch eine Steuereinheit (20) zwischen einer Verriegelungsposition, in der das Verriegelungselement
(17) in den Verriegelungsabschnitt (12) eingreift, und einer Freigabeposition, in
der das Verriegelungselement (17) nicht in den Verriegelungsabschnitt (12) eingreift,
bewegbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das Verriegelungselement (17) eine angefaste Elementfläche (102) aufweist, die derart
angeordnet ist, dass der Verriegelungsabschnitt (12) bei einer Schließbewegung (104)
der Tankklappe (4) während eines Zustandes, in dem sich das Verriegelungselement (17)
in der Verriegelungsposition befindet, auf die angefaste Elementfläche (102) trifft
und/oder der Verriegelungsabschnitt (12) eine angefaste Abschnittfläche (100) aufweist,
die derart angeordnet ist, dass sie bei einer Schließbewegung (104) der Tankklappe
(4) während eines Zustandes, in dem sich das Verriegelungselement (17) in der Verriegelungsposition
befindet, auf das Verriegelungselement (17) trifft, und
- die angefaste Fläche derart angeordnet ist bzw. die angefasten Flächen (100, 200)
derart angeordnet sind, dass das Verriegelungselement (17) und der Verriegelungsabschnitt
(12) bei einer Schließbewegung (104) der Tankklappe (4) während eines Zustandes, in
dem sich das Verriegelungselement (17) in der Verriegelungsposition befindet, aneinander
abgleiten.
2. Tankklappeneinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (20) derart ausgestaltet ist, dass sie bei einer Schließbewegung
(104) der Tankklappe (4) während eines Zustandes, in dem sich das Verriegelungselement
(17) in der Verriegelungsposition befindet, die von der Abgleitbewegung (106) zwischen
Verriegelungselement (17) und Verriegelungsabschnitt (12) hervorgerufene Bewegung
des Verriegelungselementes (17) in die Freigabeposition zulässt, in der es dann vorzugsweise
verbleibt.
3. Tankklappeneinheit nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Verriegelungselement (17) aus Kunststoff gefertigt ist.
4. Tankklappeneinheit nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verriegelungselement (17) hakenförmig, insbesondere J-förmig, ausgebildet ist.
5. Tankklappeneinheit nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verriegelungselement (17) einen an der Steuereinheit (20) angreifenden, lang
gestreckten Basisabschnitt (19), einen sich daran anschließenden, gegenüber dem Basisabschnitt
(19) schräg bzw. quer verlaufenden Mittelabschnitt (18) sowie einen sich daran anschließenden,
zum Eingreifen in den Verriegelungsabschnitt (12) ausgebildeten Endabschnitt (16)
umfasst.
6. Tankklappeneinheit nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Endabschnitt (16) des Verriegelungselements (17) im Wesentlichen parallel und
insbesondere entgegengesetzt zu dem Basisabschnitt (19) verläuft.
7. Tankklappeneinheit nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Basisabschnitt (19) und der Endabschnitt (16) bei eingebauter Tankklappeneinheit
(1) im Wesentlichen horizontal angeordnet sind.
8. Tankklappeneinheit nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Basisabschnitt (19) und der Endabschnitt (16) bei eingebauter Tankklappeneinheit
(1) in vertikaler und horizontaler Richtung versetzt zueinander angeordnet sind.
9. Tankklappeneinheit nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Verriegelungsabschnitt (12) einen in Richtung der Tanköffnung weisenden Ansatz
(10) an dem Scharnierarm (3) oder der Tankklappe (4) mit einer Öffnung (11) aufweist,
in die das Verriegelungselement (17) in der Verriegelungsposition bei geschlossener
Tankklappe (4) eingreifen kann.
10. Tankklappeneinheit nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Muldenkörper (2), an dem der Scharnierarm (3) schwenkbar befestigt ist.
11. Tankklappeneinheit nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (20) an der Außenseite des Muldenkörpers (2) im Bereich der Schwenkachse
(8) angeordnet ist.
12. Tankklappeneinheit nach einem der Ansprüche 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, und dass das Verriegelungselement (17) den Muldenkörper (2) zumindest bereichsweise
umgreift.