(19)
(11) EP 2 020 466 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
04.02.2009  Patentblatt  2009/06

(21) Anmeldenummer: 08104919.9

(22) Anmeldetag:  30.07.2008
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E04D 1/30(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL NO PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA MK RS

(30) Priorität: 02.08.2007 DE 102007036604

(71) Anmelder:
  • Geschwandtner, Rainer
    46414 Rhede (DE)
  • Tebest, Arnd
    47652 Weeze (DE)

(72) Erfinder:
  • Geschwandtner, Rainer
    46414, Rhede (DE)
  • Tebest, Arnd
    47652, Weeze (DE)

(74) Vertreter: Dunkelberg, Oliver Thomas Michael 
Düsseldorfer Landstr. 249 - 251
47259 Duisburg
47259 Duisburg (DE)

   


(54) Sanitärlüfter


(57) Sanitärlüfter mit einer Grundplatte, die nicht aus Kunststoff besteht, die in ihrer Form und Anschlüssen einer handelsüblichen Dachpfanne entspricht und mit einem in der Mitte der Grundplatte befindlichen Durchlass versehen ist, durch den ein kunststoff- oder metallhaltiges Rohr hindurchgeht.




Beschreibung


[0001] Die vorliegend Erfindung betrifft einen Sanitärlüfter.

[0002] Sanitärlüfter sind Dachlüfter, insbesondere für geneigte Dächer, bei denen im eingebauten Zustand ein Rohrelement über eine Dachaußenfläche vorsteht, so dass eine Sanitärbelüftung von Räumen, Kanalentlüftern sowie sonstigen Steigleitungen über eine an eine Belüftungsöffnung des Dachlüfters anschließbare Steigleitung ermöglicht wird. Sanitärlüfter sind aus dem Stand der Technik allgemein bekannt.

[0003] Im allgemeinen werden universell verwendbare Sanitärlüfter oder jeweils auf die entsprechenden Dachpfannenmodelle passende Lüftersteine angeboten.

[0004] Ein entsprechender universell verwendbarer Dachlüfter ist beispielsweise aus der DE 296 01 773 U1 bekannt. Dieser Lüfter ist vorzugsweise aus Stahlblech hergestellt und weist den Nachteil auf, dass aufgrund der einfachen Ausgestaltungsform keine formschlüssige Verbindung mit den üblichen Dachziegeln gegeben ist, was einen negativen Einfluss auf die Dichtigkeit des Daches an dieser Stelle hat.

[0005] Darüber hinaus bieten die meisten Dachpfannenhersteller als Zubehör Sanitärlüfter für die jeweils entsprechenden Dachziegel an. Im einfachsten Fall werden diese Sanitärlüfter aus Kunststoff hergestellt.
Es ist aber auch bekannt, Sanitärlüfter aus dem entsprechenden Keramikmaterial herzustellen, wobei in diesem Fall kein Rohr aus der Außenfläche des Dachziegels hervorragt, sondern nur eine meist rechteckig ausgebildete Abdeckungskappe. Nachteilig hierbei ist, dass diese Sanitärlüfter mehrteilig hergestellt werden müssen, was einen komplizierten Herstellungs- und Montageprozess mit sich bringt. Auch haben die Sanitärlüfter aus Ton den weiteren Nachteil, das der Anschluss der Steigleitung nicht rein formschlüssig, sondern nur mit Hilfe von Klebe- oder Dichtungsmaterialien möglich ist, was auf Dauer auch keine feste Verbindung ermöglicht.
Die der Dachpfanne nachempfundenen Sanitärlüfter aus Kunststoff haben den Nachteil, daß diese nach einiger Zeit aufgrund der UV-Belastung brüchig werden, was Undichtigkeiten und einen erhöhten Reparaturaufwand nach sich bringt.

[0006] Die vorliegende Erfindung hat die Aufgabe, einen Sanitärlüfter bereitzustellen, der auf die einzelnen Dachpfannen eines jeden Herstellers abgestimmt ist und die Nachteile der Sanitärlüfter des Standes der Technik vermeidet.

[0007] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch einen Sanitärlüfter (1) mit einer Grundplatte (2), die nicht aus Kunststoff besteht, die in ihrer Form und Anschlüssen einer handelsüblichen Dachpfanne entspricht und mit einem in der Mitte der Grundplatte befindlichen Durchlass versehen ist, durch den ein kunststoff- oder metallhaltiges Belüftungsrohr (5) hindurchgeht.

[0008] Gemäß dieses erfindungsgemäßen Sanitärlüfters ist es erstmals möglich, sowohl das exakte Pfannenmaterial als Grundplatte auszubilden als auch durch das originale Profil der Anschlussschenkel eine optimale Dichtigkeit zu gewährleisten und durch den Verzicht auf eine Grundplatte aus Kunststoff die Brüchig- oder Sprödigkeit der Grundplatte infolge längerer UV-Einstrahlung auszuschließen.

[0009] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform besteht die Grundplatte nicht aus Metall.

[0010] Das durch diese Grundplatte durchgehende Belüftungsrohr kann aus Kunststoff, Metall oder jedem weiteren Metall bestehen, dass eine einfache und formschlüssige Abdichtung mit der Steigungsleitung ermöglicht.

[0011] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform besteht das Belüftungsrohr aus PVC (Polyvinylchlorid).

[0012] Auch die Verwendung von einem Belüftungsrohr aus Kunststoff wiederspricht nicht der Aufgabenstellung, denn diese der UV-Ausstrahlung ausgesetzte Kunststofffläche ist dermaßen klein, daß keine wesentlichen Zersetzungserscheinung aufgrund der UV-Bestrahlung zu beobachten sind. Auch ist es möglich, die UV-Exposition durch Verkürzung des aus der Oberfläche der Belüftungsplatte herausragenden Belüftungsrohrs zu verringern oder eine auf dem Belüftungsrohr aufzusetzende Belüftungskappe aus einem UVunempfindlichen Material (z. B. Blechkappe) abzuschließen.

[0013] Der erfindungsgemäße Sanitärlüfter hat bevorzugter Weise eine Grundplatte aus Ton oder Beton.

[0014] Die Herstellung eines solchen erfindungsgemäßen Sanitärlüfters ist denkbar einfach. Als Grundplatte wird eine Originaldachpfanne verwendet, die in einem Bohrtisch mit einer Neigung eingespannt wird, die der resultierenden Dachneigung entspricht. Mit Hilfe eines geeigneten Bohrers wird in der Mitte ein Loch gebohrt, beispielsweise unter Verwendung eines Diamant besetzten Kernbohrers. Nach dem Bohrvorgang wird ein entsprechend abgelängtes Kunststoffrohr durch die Bohrung geführt und auf der Ober- und Unterseite der Grundplatte mit einem Kleber auf 2-Komponentenbasis versiegelt. Auf das obere Ende des Belüftungsrohrs kann dann noch eine beliebig ausgestaltete Belüftungskappe aufgebracht werden. Der zwischen der Oberkante der Grundplatte und der Achse des Belüftungsrohrs aufgespannte Winkel liegt im allgemeinen im Bereich der üblichen Dachneigung, dass heißt zwischen 10 und 80 Grad.

[0015] Gemäß einer weiteren ebenfalls bevorzugten Ausführungsform wird das Belüftungsrohr mit einer Farbe überzogen, so dass der optische Eindruck der Oberseite der Grundplatte und des aus der Grundplatte herausragenden Belüftungsrohrs sich nicht unterscheidet. Neben diesem dekorativen Vorteil erhöht diese zusätzliche Beschichtung auch die UV-Beständigkeit bei empfindlichen Materialien zum Beispiel bei Kunststoffrohren.

[0016] In einer ganz besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist das Rohr (1) mit der Grundplatte (2) auf deren oberen (3) und unteren Seite (4) verklebt.

[0017] Die folgende Zeichnung erläutert die vorliegende Erfindung ohne diese einzuschränken oder in sonstiger Weise zu begrenzen.
Figur 1 a
zeigt die Aufsicht auf die Oberseite der Grundplatte eines erfindungsgemäßen Sanitärlüfters
Figur 1 b
zeigt die Ausrichtung des Seitenschenkels
Figur 1 c
zeigt die Seitenansicht aus Sicht der Unterseite der Grundplatte.


[0018] Deutlich in der Aufsicht und auch in den Seitenansichten zu erkennen ist das Profil einer handelsüblichen Dachpfanne der Grundplatte des erfindungsgemäßen Sanitärlüfters. Die in der Figur 1b dargestellte Neigung zwischen Belüftungsrohr (5) und Grundplatte (2) beträgt 30 Grad. Die Darstellung dieser Figuren weisen weder eine obere Belüftungskappe noch das an der unteren Seite des Belüftungsrohrs (10) angeschlossene Steigrohr aus. Ebenfalls gut in der Aufsicht zu erkennen ist die obere Klebenaht (11) zur Fixierung des Belüftungsrohrs (5) auf der Grundplatte (2).

Bezugszeichenliste:



[0019] 
1.
Sanitärlüfter
2.
Grundplatte
3.
obere Seite der Grundplatte
4.
untere Seite der Grundplatte
5.
Belüftungsrohr
6.
Oberkante der Grundplatte
7.
Unterkante der Grundplatte
8.
Seitenschenkel der Grundplatte
9.
oberes Ende des Belüftungsrohr
10.
untere Seite des Belüftungsrohrs
11.
Klebenaht



Ansprüche

1. Sanitärlüfter (1) mit einer Grundplatte (2), die nicht aus Kunststoff besteht, die in ihrer Form und Anschlüssen einer handelsüblichen Dachpfanne entspricht und mit einem in der Mitte der Grundplatte befindlichen Durchlass versehen ist, durch den ein kunststoff-oder metallhaltiges Belüftungsrohr (5) hindurchgeht.
 
2. Sanitärlüfter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundplatte (2) nicht aus Metall besteht.
 
3. Sanitärlüfter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundplatte (2) aus Ton oder Beton hergestellt ist.
 
4. Sanitärlüfter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohr (5) aus Metall oder Kunststoff ist.
 
5. Sanitärlüfter nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohr (5) aus PVC ist.
 
6. Sanitärlüfter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohr (5) mit einer UV-beständigen Farbe überzogen ist.
 
7. Sanitärlüfter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohr (1) mit der Grundplatte (2) auf deren oberen (3) und unteren Seite (4) verklebt ist.
 




Zeichnung








Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente