[0001] Die vorliegend Erfindung betrifft einen Sanitärlüfter.
[0002] Sanitärlüfter sind Dachlüfter, insbesondere für geneigte Dächer, bei denen im eingebauten
Zustand ein Rohrelement über eine Dachaußenfläche vorsteht, so dass eine Sanitärbelüftung
von Räumen, Kanalentlüftern sowie sonstigen Steigleitungen über eine an eine Belüftungsöffnung
des Dachlüfters anschließbare Steigleitung ermöglicht wird. Sanitärlüfter sind aus
dem Stand der Technik allgemein bekannt.
[0003] Im allgemeinen werden universell verwendbare Sanitärlüfter oder jeweils auf die entsprechenden
Dachpfannenmodelle passende Lüftersteine angeboten.
[0004] Ein entsprechender universell verwendbarer Dachlüfter ist beispielsweise aus der
DE 296 01 773 U1 bekannt. Dieser Lüfter ist vorzugsweise aus Stahlblech hergestellt und weist den
Nachteil auf, dass aufgrund der einfachen Ausgestaltungsform keine formschlüssige
Verbindung mit den üblichen Dachziegeln gegeben ist, was einen negativen Einfluss
auf die Dichtigkeit des Daches an dieser Stelle hat.
[0005] Darüber hinaus bieten die meisten Dachpfannenhersteller als Zubehör Sanitärlüfter
für die jeweils entsprechenden Dachziegel an. Im einfachsten Fall werden diese Sanitärlüfter
aus Kunststoff hergestellt.
Es ist aber auch bekannt, Sanitärlüfter aus dem entsprechenden Keramikmaterial herzustellen,
wobei in diesem Fall kein Rohr aus der Außenfläche des Dachziegels hervorragt, sondern
nur eine meist rechteckig ausgebildete Abdeckungskappe. Nachteilig hierbei ist, dass
diese Sanitärlüfter mehrteilig hergestellt werden müssen, was einen komplizierten
Herstellungs- und Montageprozess mit sich bringt. Auch haben die Sanitärlüfter aus
Ton den weiteren Nachteil, das der Anschluss der Steigleitung nicht rein formschlüssig,
sondern nur mit Hilfe von Klebe- oder Dichtungsmaterialien möglich ist, was auf Dauer
auch keine feste Verbindung ermöglicht.
Die der Dachpfanne nachempfundenen Sanitärlüfter aus Kunststoff haben den Nachteil,
daß diese nach einiger Zeit aufgrund der UV-Belastung brüchig werden, was Undichtigkeiten
und einen erhöhten Reparaturaufwand nach sich bringt.
[0006] Die vorliegende Erfindung hat die Aufgabe, einen Sanitärlüfter bereitzustellen, der
auf die einzelnen Dachpfannen eines jeden Herstellers abgestimmt ist und die Nachteile
der Sanitärlüfter des Standes der Technik vermeidet.
[0007] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch einen Sanitärlüfter (1) mit einer Grundplatte
(2), die nicht aus Kunststoff besteht, die in ihrer Form und Anschlüssen einer handelsüblichen
Dachpfanne entspricht und mit einem in der Mitte der Grundplatte befindlichen Durchlass
versehen ist, durch den ein kunststoff- oder metallhaltiges Belüftungsrohr (5) hindurchgeht.
[0008] Gemäß dieses erfindungsgemäßen Sanitärlüfters ist es erstmals möglich, sowohl das
exakte Pfannenmaterial als Grundplatte auszubilden als auch durch das originale Profil
der Anschlussschenkel eine optimale Dichtigkeit zu gewährleisten und durch den Verzicht
auf eine Grundplatte aus Kunststoff die Brüchig- oder Sprödigkeit der Grundplatte
infolge längerer UV-Einstrahlung auszuschließen.
[0009] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform besteht die Grundplatte nicht aus Metall.
[0010] Das durch diese Grundplatte durchgehende Belüftungsrohr kann aus Kunststoff, Metall
oder jedem weiteren Metall bestehen, dass eine einfache und formschlüssige Abdichtung
mit der Steigungsleitung ermöglicht.
[0011] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform besteht das Belüftungsrohr aus
PVC (Polyvinylchlorid).
[0012] Auch die Verwendung von einem Belüftungsrohr aus Kunststoff wiederspricht nicht der
Aufgabenstellung, denn diese der UV-Ausstrahlung ausgesetzte Kunststofffläche ist
dermaßen klein, daß keine wesentlichen Zersetzungserscheinung aufgrund der UV-Bestrahlung
zu beobachten sind. Auch ist es möglich, die UV-Exposition durch Verkürzung des aus
der Oberfläche der Belüftungsplatte herausragenden Belüftungsrohrs zu verringern oder
eine auf dem Belüftungsrohr aufzusetzende Belüftungskappe aus einem UVunempfindlichen
Material (z. B. Blechkappe) abzuschließen.
[0013] Der erfindungsgemäße Sanitärlüfter hat bevorzugter Weise eine Grundplatte aus Ton
oder Beton.
[0014] Die Herstellung eines solchen erfindungsgemäßen Sanitärlüfters ist denkbar einfach.
Als Grundplatte wird eine Originaldachpfanne verwendet, die in einem Bohrtisch mit
einer Neigung eingespannt wird, die der resultierenden Dachneigung entspricht. Mit
Hilfe eines geeigneten Bohrers wird in der Mitte ein Loch gebohrt, beispielsweise
unter Verwendung eines Diamant besetzten Kernbohrers. Nach dem Bohrvorgang wird ein
entsprechend abgelängtes Kunststoffrohr durch die Bohrung geführt und auf der Ober-
und Unterseite der Grundplatte mit einem Kleber auf 2-Komponentenbasis versiegelt.
Auf das obere Ende des Belüftungsrohrs kann dann noch eine beliebig ausgestaltete
Belüftungskappe aufgebracht werden. Der zwischen der Oberkante der Grundplatte und
der Achse des Belüftungsrohrs aufgespannte Winkel liegt im allgemeinen im Bereich
der üblichen Dachneigung, dass heißt zwischen 10 und 80 Grad.
[0015] Gemäß einer weiteren ebenfalls bevorzugten Ausführungsform wird das Belüftungsrohr
mit einer Farbe überzogen, so dass der optische Eindruck der Oberseite der Grundplatte
und des aus der Grundplatte herausragenden Belüftungsrohrs sich nicht unterscheidet.
Neben diesem dekorativen Vorteil erhöht diese zusätzliche Beschichtung auch die UV-Beständigkeit
bei empfindlichen Materialien zum Beispiel bei Kunststoffrohren.
[0016] In einer ganz besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist
das Rohr (1) mit der Grundplatte (2) auf deren oberen (3) und unteren Seite (4) verklebt.
[0017] Die folgende Zeichnung erläutert die vorliegende Erfindung ohne diese einzuschränken
oder in sonstiger Weise zu begrenzen.
- Figur 1 a
- zeigt die Aufsicht auf die Oberseite der Grundplatte eines erfindungsgemäßen Sanitärlüfters
- Figur 1 b
- zeigt die Ausrichtung des Seitenschenkels
- Figur 1 c
- zeigt die Seitenansicht aus Sicht der Unterseite der Grundplatte.
[0018] Deutlich in der Aufsicht und auch in den Seitenansichten zu erkennen ist das Profil
einer handelsüblichen Dachpfanne der Grundplatte des erfindungsgemäßen Sanitärlüfters.
Die in der Figur 1b dargestellte Neigung zwischen Belüftungsrohr (5) und Grundplatte
(2) beträgt 30 Grad. Die Darstellung dieser Figuren weisen weder eine obere Belüftungskappe
noch das an der unteren Seite des Belüftungsrohrs (10) angeschlossene Steigrohr aus.
Ebenfalls gut in der Aufsicht zu erkennen ist die obere Klebenaht (11) zur Fixierung
des Belüftungsrohrs (5) auf der Grundplatte (2).
Bezugszeichenliste:
[0019]
- 1.
- Sanitärlüfter
- 2.
- Grundplatte
- 3.
- obere Seite der Grundplatte
- 4.
- untere Seite der Grundplatte
- 5.
- Belüftungsrohr
- 6.
- Oberkante der Grundplatte
- 7.
- Unterkante der Grundplatte
- 8.
- Seitenschenkel der Grundplatte
- 9.
- oberes Ende des Belüftungsrohr
- 10.
- untere Seite des Belüftungsrohrs
- 11.
- Klebenaht
1. Sanitärlüfter (1) mit einer Grundplatte (2), die nicht aus Kunststoff besteht, die
in ihrer Form und Anschlüssen einer handelsüblichen Dachpfanne entspricht und mit
einem in der Mitte der Grundplatte befindlichen Durchlass versehen ist, durch den
ein kunststoff-oder metallhaltiges Belüftungsrohr (5) hindurchgeht.
2. Sanitärlüfter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundplatte (2) nicht aus Metall besteht.
3. Sanitärlüfter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundplatte (2) aus Ton oder Beton hergestellt ist.
4. Sanitärlüfter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohr (5) aus Metall oder Kunststoff ist.
5. Sanitärlüfter nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohr (5) aus PVC ist.
6. Sanitärlüfter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohr (5) mit einer UV-beständigen Farbe überzogen ist.
7. Sanitärlüfter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohr (1) mit der Grundplatte (2) auf deren oberen (3) und unteren Seite (4) verklebt
ist.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
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