[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Regeln eines Kältemittel-Massenstroms
eines Verdichters gemäß Anspruch 1 sowie einen Verdichter gemäß dem Oberbegriff des
Anspruchs 9.
[0002] Verdichter, für Kraftfahrzeug-Klimaanlagen sowie Verfahren zur Regelung derselben
sind aus dem Stand der Technik bekannt. Es finden verstärkt Axialkolbenverdichter
einen Einsatz in Kraftfahrzeug-Klimaanlagen. Der Kältemittel-Massenstrom dieser Verdichter
wird im allgemeinen durch die Hubhöhe der Kolben des Verdichters bestimmt, wobei die
Hubhöhe durch die Auslenkung einer in ihrer relativen Lage zu einer Antriebswelle
des Verdichters schwenkbaren Schräg- bzw. Schwenkscheibe definiert ist. Die Regulierung
des Auslenkwinkels erfolgt über eine Variation des in einem im wesentlichen durch
ein Gehäuse des Verdichters begrenzten Triebwerksraum, in welchem auch der Schwenkscheibenmechanismus
angebracht ist. Aufgrund des Verhältnisses des im Triebwerksraum vorherrschenden Drucks
p
c und des Drucks auf einer Hochdruckseite des Verdichters p
d bzw. des Drucks auf einer Sauggasseite des Verdichters p
s kann ein gewünschter Auslenkwinkel der Schwenkscheibe (entsprechend einer bestimmten
Hubhöhe der Kolben) durch eine Veränderung des Drucks p
c im Triebwerksraum hergestellt werden, was einen wunschgemäßen Kältemittel-Massenstrom
sicherstellt. Nachteilig daran ist jedoch, daß insbesondere bei wechselnden Drehgeschwindigkeiten
(die Drehzahl ändert sich quasi ständig, da der Verdichter über einen Riementrieb
mit dem Motor verbunden ist) sehr viele Regeleingriffe für den im Triebwerksraum vorherrschenden
Druck p
c notwendig sind.
[0003] Deshalb wird in der
EP 0 809 027 A1 der Wunsch geäußert, daß die Fördermenge eines Verdichters durch das dynamische Verhalten
des Triebwerks desselben kompensiert werden solle, so daß die Fördermenge konstant
gehalten werden kann. Ferner ist in der besagten Anmeldung festgehalten, daß für eine
Konstantregelung der Fördermenge bei wechselnden Drehgeschwindigkeiten das rückstellende
Drehmoment einer Taumelscheibe ausgenutzt werden kann, das ihrer Schrägstellung aufgrund
dynamischer Kräfte am mitdrehenden Scheibenteil entgegenwirkt.
[0004] Auf der
EP 0 809 027 A1 aufbauend offenbart die
DE 198 39 914 A1 Maßnahmen, wie ein solches Regelverhalten (eine zumindest teilweise Kompensation
der Fördermenge) erreicht werden kann. Es wird vorgeschlagen, die Bauteilmasse der
Schrägscheibe im Hinblick auf die translatorisch bewegten Massen so zu dimensionieren,
daß die Fliehkräfte der Schrägscheibe das Regelverhalten derselben beeinflussen. Dies
soll im wesentlichen dadurch erzielt werden, daß die rotierende Masse der Antriebsscheibe
bzw. des schwenkbaren Anteils der Antriebsscheibe größer ist als die gemeinsame Masse
aller Kolben, so daß die beim Drehen der Antriebsscheibe auftretenden Fliehkräfte
ausreichen, um der Schwenkbewegung der Antriebsscheibe bewußt regelnd entgegenzuwirken
und damit den Kolbenhub und somit die Fördermenge zu beeinflussen, insbesondere zu
verringern bzw. zu begrenzen.
[0005] In der auf die Anmelderin zurückgehenden
DE 103 29 393 wird dargelegt, warum die Bauteilmasse nicht der bevorzugte Parameter sein sollte,
um das Regelverhalten des Triebwerks infolge von Drehzahlschwankungen wie gewünscht
zu beeinflussen. Es wird weiterhin dargelegt, daß das gewünschte Regelverhalten des
Verdichters nicht mit der Bauteilmasse der Schrägscheibe in Relation zu den translatorisch
bewegten Massen erreicht werden kann, sondern nur unter Berücksichtigung des Massenträgheitsmoments
der Schrägscheibe, welche mehr von der Geometrie derselben abhängt als von der Bauteilmasse.
Ein Kerngedanke der
DE 103 29 393 ist es, bei Drehzahlschwankungen oder Änderungen der Drehzahl das Moment infolge
translatorisch bewegter Massen direkt durch das Moment infolge rotierender Massen
zu kompensieren oder auch zu überkompensieren. Die unabhängigen Ansprüche 1 und 9
sind in zweiteiliger Form gegenüber der Offenbarung dieser Druckschrift abgefasst.
[0006] In der ebenfalls auf die Anmelderin zurückgehenden
DE 103 47 709 A1 wird vorgeschlagen, die wirksamen Momente infolge der Massenkräfte und der Momente
infolge der Deviationsmomente so abzustimmen, daß sich der Schrägscheibenkippwinkel
bei wechselnden Drehzahlen weitgehend nicht ändert. Im weiteren ist aus der
DE 103 47 709 A1 bekannt, daß eine derartige Momentenverteilung ein Triebwerksverhalten zur Folge
hat, welches den Massenstrom eines Kältemittelverdichters optimal regelbar gestaltet,
wobei ein optimaler Kältemittel-Massenstrom jedoch nur für einen begrenzten Drehzahlbereich
des Verdichters erzielbar ist.
[0007] Weitere Erläuterungen zur Regelung eines Verdichters sind beispielsweise der
DE 195 14 748 A1 zu entnehmen. Ein darin beschriebener Verdichter stellt (wie bereits eingangs erläutert)
im Betrieb ein Sauggasdruckniveau p
s sowie ein Hochdruckniveau p
d bereit. Dies geschieht durch (in der Regel) ein Regelventil, durch welches der Betriebspunkt
eingestellt wird. Ebenso weist die Klimaanlage etwa diese Drucklagen auf. Verantwortlich
hierfür ist beispielsweise ein Expansionsorgan (welches den Kreislauf regelt; Drucktrennung),
welches wiederum auf Änderungen des Betriebszustands des Verdichters reagiert und
gegebenenfalls regelnd eingreift. Im Verdichtertriebwerksraum wird beispielsweise
durch Regelventile am Verdichter ein Druck p
c eingestellt, der zwischen dem Sauggasdruckniveau p
s und dem Hochdruckniveau p
d liegt. Die Änderung des Triebwerksraumdrucks p
c greift in das Kräfte- bzw. Momentengleichgewicht an der Schrägscheibe derart ein,
daß der Kippwinkel der Schrägscheibe verstellt werden kann. Wird der Druck p
c im Triebwerksraum dem Saugdruck p
s angenähert, so wird die Schrägscheibe in Richtung bzw. auf einen maximalen Kippwinkel
verstellt. Wird ein Triebwerksraumdruck p
c deutlich über dem Saugdruck p
s eingestellt, so wird die Schrägscheibe auf einen geringeren bzw. minimalen Kippwinkel
verstellt. Die Regelung erfolgt durch die möglichen Volumenströme (Volumenstrom 1
zwischen zwischen p
d und p
c, Volumenstrom 2 zwischen p
c und p
s) den einzelnen Kammern bzw. Drucklagen. Das hier beschriebene Modell ist vereinfacht
dargestellt und als beispielhaft anzusehen.
[0008] Da sich bei Betrieb des Verdichters bzw. Betrieb des Fahrzeugs nahezu permanent die
Drehzahl ändert (Verdichter gemäß dem Stand der Technik sind im allgemeinen über einen
Riementrieb mit dem Motor des Fahrzeugs verbunden), sind bei Verdichtern nach dem
Stand der Technik permanent Regeleingriffe notwendig, d.h. es ist eine permanente
Variation des Triebwerksraumdrucks p
c nötig (vgl. auch die obenstehenden Ausführungen).
[0009] Neben einer verminderten Leistung des Fahrzeuges durch die hohe Anzahl leistungsraubender
Regeleingriffe ist zu beachten und von Nachteil, daß der Regelvorgang durch eine entsprechende
Anpassung des Triebwerksraumdrucks p
c bei Drehzahlschwankungen träge ist und es zu starkem Überschwingen kommt, da der
Triebwerksraum ein vergleichsweise großes Volumen umfaßt. Die Trägheit der Regelung
ist durch die Länge der Regelstrecke bedingt, wobei sich die Regelstrecke wie folgt
darstellt: Auf eine Änderung der Verdichterdrehzahl n hin ändert sich der Kippwinkel
der Schwenkscheibe, was eine Änderung im Kältemittelmassenstrom zur Folge hat, woraus
eine Änderung des Verhältnisses von p
d zu p
s resultiert. Nach einer Detektion des vorstehend näher bezeichneten Verhältnisses
wird pC in Abhängigkeit des detektierten Verhältnisses neu eingestellt.
[0010] Durch die Triebwerkskonzeptionen bzw. die Verfahren zum Regeln eines Verdichters
gemäß der
EP 0 809 027, der
DE 198 39 914 und der
DE 103 29 393 sind Verdichter bekannt, bei denen einem Anstieg des Massenstrom beispielsweise infolge
eines Drehzahlanstiegs dadurch begegnet wird, daß sich der Kippwinkel der Schrägscheibe
verkleinert. Das Konzept basiert darauf, dies durch eine entsprechende Auslegung der
Schräg- bzw. Schwenkscheibe zu erreichen, wodurch eine Überkompensation der translatorisch
bewegten Massen (Kolben und Gleitsteine) bereitgestellt wird. Problematisch an dieser
Art der Auslegung bzw. Regelung ist, daß die Masse und die Geometrie der Schrägscheibe
vergleichsweise groß dimensioniert werden muß und daß das Momentengleichgewicht bzw.
eine Überkompensation der translatorisch bewegten Massen nicht über den gesamten Drehzahlbereich
eines Verdichters, sondern nur für einen relativ schmalen Drehzahlkorridor möglich
ist.
[0011] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zum Regeln des Kältemittel-Massenstroms
eines Verdichters bereitzustellen, bei welchem auch bei Drehzahlschwankungen ein weitgehend
konstanter Kältemittel-Massenstrom erreicht werden kann, wobei Verluste durch Regeleingriffe
zwischen den Drucklagen Hochdruck p
d und Triebwerksraumdruck p
c einerseits bzw. Triebwerksraumdruck p
c und Saugdruck p
s (Druck in einer Sauggaskammer) andererseits durch Verringerung der Anzahl der Regeleingriffe
möglichst gering gehalten werden können. Weiterhin soll darauf geachtet werden, daß
eine möglichst einfache Regelventilkonfiguration eingesetzt werden kann, was für geringe
Kosten sorgt. Weiterhin ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Verdichter
anzugeben, bei welchem ein erfindungsgemäßes Verfahren implementiert ist.
[0012] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 gelöst, wobei vorteilhafte Weiterentwicklungen und Details der Erfindung in den
Unteransprüchen beschrieben sind.
[0013] Im einzelnen wird die Aufgabe durch ein Verfahren zum Regeln des Kältemittel-Massenstroms
eines Verdichters, insbesondere eines Axialkolbenverdichters und weiterhin insbesondere
eines Verdichters für Kraftfahrzeug-Klimaanlagen, welcher CO
2 als Kältemittel aufweisen kann, gelöst, bei welchem in etwa ein Momentengleichgewicht
zwischen einem durch rotatorisch bewegte Massen bedingten Moment M
sw und einem durch translatorisch bewegte Massen bedingten Moment M
k,ges für wenigstens einen Auslenkwinkel α
gl der Schwenkscheibe herbeigeführt wird und bei welchem das Produkt der Verdichterdrehzahl
n, der Sauggasdichte p (des Sauggases, welches in den Zylinder mit einem Druck p
s* einströmt; der Druck p
s* kann sich von p
s unterscheiden, da durch Drosselstellen oder dgl. eine Druckabsenkung zwischen einer
Sauggaskammer und dem Zylinderraum auftritt) und des Kolbenhubs s für unterschiedliche
Verdichterdrehzahlen n zumindest für bestimmte Drehzahlbereiche, insbesondere für
Verdichterdrehzahlen n zwischen 600 und 9000 U/min, und weiterhin insbesondere für
Verdichterdrehzahlen zwischen 2500 und 7000 U/min, selbsttätig in etwa konstant gehalten
wird, während der im Triebwerksraum vorherrschende Druck p
c ebenfalls in etwa konstant gehalten wird. Es bleibt zu erwähnen, daß der Verdichter,
für den das erfindungsgemäße Verfahren konzipiert ist, im allgemeinen eine Antriebswelle
und eine in ihrer Neigung zur Antriebswelle verstellbare Schwenkscheibe aufweist,
welche in einem im wesentlichen durch ein Gehäuse des Verdichters definierten Triebwerksraum
desselben angeordnet ist und welche durch ihren Auslenkwinkel bezüglich der Antriebswelle
den Kolbenhub s des Verdichters definiert.
[0014] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird zusätzlich
zum Produkt der Verdichterdrehzahl n, der Sauggasdichte p und des Kolbenhubs s auch
der Druck p
d an der Hochdruckseite des Verdichters und/oder der Druck p
s an der Sauggasseite des Verdichters und/oder eine Regelventilstellgröße eines Regelventils
(dies ist in der Regel die Bestromung der Spule des Ventils), welches zwischen der
Hochdruckseite und dem Triebwerksraum in einer Verbindung beider Kammern angebracht
ist, in etwa konstant gehalten. Durch die vorstehend beschriebenen Verfahrensmerkmale
wird sichergestellt, daß nur eine geringe Anzahl an Regeleingriffen für den Triebwerksraumdruck
p
c notwendig ist. Insbesondere durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 wird sichergestellt,
daß auf eine Rückkopplung (Feedback-Schleife, in der Regel ein Feedback-Steller am
Regelventil) verzichtet werden kann, welche zur Regelung bei Verdichtern bzw. bei
Regelverfahren gemäß dem Stand der Technik nötig ist.
[0015] Vorzugsweise wird das Momentengleichgewicht zwischen M
sw und M
k,ges wenigstens für α
gl = (α
max - α
min)/2 hergestellt, wobei angemerkt sei, daß α
max den maximalen Auslenkwinkel der Schwenkscheibe und α
min den minimalen Auslenkwinkel der Schwenkscheibe bezeichnet. Alternativ oder zusätzlich
wird das Momentengleichgewicht zwischen M
sw und M
k,ges (wenigstens) für einen Auslenkwinkel α
gl hergestellt, für welchen gilt α
min ≤ α
gl ≤ α
max. Weiterhin zusätzlich oder alternativ kann das Momentengleichgewicht zwischen M
sw und M
k,ges (wenigstens) für einen Auslenkwinkel α
gl = α
max und/oder für einen (fiktiven) Auslenkwinkel α
gl ≥ α
max hergestellt werden. Hierdurch wird eine effektive Regelcharakteristik sichergestellt.
[0016] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird der Druck p
c im Triebwerksraum variiert, um einen gewünschten Betriebspunkt, d.h. einen gewünschten
Kältemittel-Massenstrom im Verdichter zu erhalten. Dies stellt sicher, daß gewünschte
Betriebspunkte sicher angefahren werden können, während innerhalb ein und desselben
Betriebspunktes, d.h. bei einem gewissen gewünschten Kältemittel-Massenstrom, das
erfindungsgemäße Verfahren derart selbsttätig regulierend eingreift, daß ein ändernder
Eingriff betreffend den Triebwerksraumdruck p
c im wesentlichen nicht nötig ist.
[0017] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verfahrens
wird bei einer Erhöhung der Verdichterdrehzahl n der Saugdruck p
s* und damit p derart abgesenkt, daß das Produkt aus n, p und s in etwa konstant ist.
Beim Saugdruck p
s* handelt es sich im Sinne der vorliegenden Anmeldung um den im Zylinderraum vorherrschenden
Saugdruck (welcher sich vom Druck p
s in einer den Zylindern vorgeschalteten Sauggaskammer durchaus unterscheiden kann),
während ρ die Dichte des Kältemittels im Zylinderraum bzw. in den Zylinderräumen darstellt.
[0018] Bezüglich des vorrichtungstechnischen Aspekts wird die gestellte Aufgabe durch einen
Verdichter mit den Merkmalen des Patentanspruchs 9 gelöst.
[0019] Ein wesentlicher Punkt der Erfindung ist es, daß bei einem Verdichter, insbesondere
Axialkolbenverdichter mit einem Gehäuse und einer im wesentlichen in dem Gehäuse angeordneten,
über eine Antriebswelle angetriebenen Verdichtereinheit zum Ansaugen und Verdichten
eines Kältemittels mit einer ebenfalls im Gehäuse angeordneten Schwenkscheibe die
Momente M
sw aufgrund der rotatorisch bewegten Massen und M
k,ges aufgrund der translatorisch bewegten Massen zu einander in einem vorbestimmten Verhältnis
stehen, wobei der Verdichter wenigstens ein sauggasseitig angeordnetes Einlaßventil
umfaßt, welches so konfiguriert ist, daß es den in den Zylinderraum gelangenden Kältemittel-Massenstrom
drehzahlabhängig so beeinflußt, daß das Verhältnis der Momente M
sw und M
k,ges einerseits und die Drosselleistung des wenigstens einen Einlaßventils andererseits
derart zueinander in Relation stehen, daß zumindest über Teile des möglichen Drehzahlbereichs
des Verdichters der Kältemittel-Massenstrom, der in das System gefördert wird, in
etwa konstant ist. Die besagten Teile des Drehzahlbereichs sind bevorzugt Verdichterdrehzahlen
zwischen 6000 und 9000 U/min, insbesondere jedoch Verdichterdrehzahlen zwischen 2500
und 7000 U/min. Das Einlaßventil bzw. die Einlaßventile kann bzw. können beispielsweise
zwischen einer Sauggaskammer (Druck p
s) und den Zylinderräumen (Druck p
s*) angeordnet sein. Neben der bloßen Existenz der Einlaßventile kann auch deren Dimensionierung,
welche zu bestimmten gewünschten Verlusten im Kältemittel-Massenstrom führen kann,
sowie die Abstimmung Kältemittel-Massenstrom-verlustbringender Maßnahmen aufeinander
zur gewünschten Regelcharakteristik führen bzw. beitragen. Durch eine derartige konstruktive
Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Verdichters wird sichergestellt, daß Regeleingriffe
für den Triebwerksraumdruck p
c insbesondere bei Drehzahlsprüngen minimiert werden, da der Kältemittel-Massenstrom
für einen weiten Drehzahlbereich ohne derartige Regeleingriffe konstant bleibt.
[0020] In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Einlaßventil, welches für die in den
Zylinder gelangende Sauggasdichte p verantwortlich zeichnet, ein druckgesteuertes
Lamellenventil. Alternativ oder zusätzlich kann auch ein schlitzgesteuertes Ventil
im Kältemittelkreislauf eines erfindungsgemäßen Verdichters angeordnet sein. Das wenigstens
eine Einlaßventil, insbesondere Lamellen- (oder schlitzgesteuerte) Ventil, weist vorzugsweise
eine Ventilplatte mit Durchgangsbohrung(en) bzw. Durchgangsdrosselbohrung(en) und
eine insbesondere zungenförmige Sauglamelle auf. Jedem Zylinder kann (können) ein
oder mehrere Einlaßventil(e) zugeordnet sein, wobei zusätzlich oder auch alternativ
die korrespondierenden Sauglamellen in einer Sauglamellenplatine integriert sein können.
Bei einem schlitzgesteuerten Ventil kann es sich beispielsweise um einen Schlitz in
der Zylinderwand handeln. Im Bereich der Lamellenventile kann es sich auch um eine
Konstruktion handeln, bei der die Sauglamelle im Kolben sitzt und die Ansaugung unter
dem Kolben erfolgt. Bei all den vorstehend bezeichneten Ausführungsformen handelt
es sich um konstruktiv einfach zu realisierende Versionen eines erfindungsgemäßen
Verdichters.
[0021] Das dem/den Einlaßventil(en) zugeordnete Ende eines bzw. jedes Zylinderraums kann
eine sich insbesondere radial erstreckende ringförmige Erweiterung umfassen, die insbesondere
den Hub der Sauglamelle(n) begrenzt und zur Befestigungsstelle der Sauglamelle(n)
hin abgeschrägt bzw. abgeflacht ist.
[0022] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verdichters
beträgt das Verhältnis von Kolbendurchmesser und Kolbenhub (D/s) in etwa 0,4 bis 1,5,
insbesondere 0,65 bis 1,1, wobei ein bevorzugter Wert bei in etwa 0,95 liegt. Zusätzlich
oder alternativ beträgt das Verhältnis von Kolbendurchmesser und Durchgangsbohrung
bzw. Durchgangsdrosselbohrung in der Ventilplatte (D/d) in etwa 1,5 bis 5, insbesondere
2,5 bis 4, wobei ein besonders bevorzugter Wert bei in etwa 3,6 liegt. Wiederum zusätzlich
oder alternativ beträgt das Verhältnis von Durchgangsbohrung bzw. Durchgangsdrosselbohrung
in der Ventilplatte und Hub der Sauglamelle (d/t) in etwa 2,5 bis 8, insbesondere
3,7 bis 6,7, wobei ein besonders bevorzugter Wert bei in etwa 4,55 liegt. Nochmals
alternativ oder zusätzlich beträgt das Verhältnis von Kolbenhub zum Hub der Sauglamelle
(s/t) in etwa 10 bis 30, insbesondere 14 bis 24, wobei hier ein besonders bevorzugter
Wert bei etwa 17,3 liegt. All die vorstehend beschriebenen Werte bzw. Verhältnisse
stellen sicher, daß ein erfindungsgemäßer Verdichter ein optimales Regelverhalten
aufweist. Die Auslegung bezieht sich auf das Kältemittel R744 (CO
2), wobei an dieser Stelle angemerkt sei, daß für andere Kältemittel eine Anpassung
des Parametersatzes notwendig und im Grundgedanken der vorliegenden Erfindung enthalten
ist.
[0023] Bei einem erfindungsgemäßen Verdichter kann ferner das Kippverhalten der Schwenkscheibe
derart selbsttätig limitierend wirksam sein, daß bei hohen Drehzahlen desselben, insbesondere
bei sehr hohen Drehzahlen oder der maximalen Drehzahl der Winkel maximaler Auslenkung
der Schwenkscheibe kleiner ist als der Winkel maximaler Auslenkung α
max bei niedrigen Drehzahlen des Verdichters. Bevorzugt sind die Geometrie und Dimensionierung
sämtlicher translatorisch bewegter Teile wie Axialkolben, Kolbenstange oder Gleitsteine
oder dgl. einerseits und sämtlicher rotatorisch bewegter Teile wie Schwenkscheibe,
Mitnehmer oder dgl. andererseits derart, daß für vorbestimmte Kippwinkel der Schwenkscheibe,
insbesondere zwischen einem vorbestimmten minimalen Kippwinkel und einem vorbestimmten
maximalen Kippwinkel das Moment M
k,ges infolge der translatorisch bewegten Massen, insbesondere der Kolben, gegebenenfalls
einschließlich Gleitsteine, Kolbenstangen oder dgl. derart kleiner gewählt ist als
das Moment M
sw infolge des Deviationsmoments, d.h. als das Moment infolge der Massenträgheit der
Schwenkscheibe, daß bei hohen Drehzahlen des Verdichters, insbesondere bei sehr hohen
Drehzahlen oder bei einer maximalen Drehzahlen der Winkel maximaler Auslenkung der
Schwenkscheibe kleiner ist als der Winkel α
max maximaler Auslenkung bei kleineren Drehzahlen des Verdichters. Auch eine derartige
konstruktive Ausgestaltung ermöglicht eine Minimierung der Regeleingriffe insbesondere
bei Drehzahlsprüngen bei einer gleichzeitigen kostengünstigen Herstellung.
[0024] Die Erfindung wird nachfolgend in Hinsicht auf weitere Vorteile und Merkmale beispielhaft
und unter Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen beschrieben. Die Zeichnungen
zeigen in:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung zur Verdeutlichung der Herleitung bzw. Berechnung der
Momente infolge der translatorisch und rotatorisch bewegten Massen;
- Fig. 2
- den Schwenkscheibenmechanismus eines erfindungsgemäßen Verdichters in Explosionsdarstellung;
- Fig. 3a
- die Momentenverteilung in einem erfindungsgemäßen Verdichter als Funktion des Kippwinkels
der Schwenkscheibe bzw. des Schwenkrings;
- Fig. 3b
- den Differenzdruck zwischen Triebwerksraum und Sauggasseite bzw. den Druck im Triebwerksraum
als Funktion des geometrischen Fördervolumens für einen bestimmten Betriebspunkt des
erfindungsgemäßen Verdichters bei verschiedenen Verdichterdrehzahlen;
- Fig. 4 a-c
- schematische Erläuterungen zur Funktionsweise eines erfindungsgemäßen Verdichters;
- Fig. 5
- eine Darstellung des Differenzdrucks zwischen Triebwerksraum und Sauggasseite als
Funktion des Massenstroms eines erfindungsgemäßen Verdichters;
- Fig. 6
- vier Indikatordiagramme für zwei Betriebspunkte des erfindungsgemäßen Verdichters;
- Fig. 7
- eine schematische Darstellung, welche die Auslegung des Einlaßventils bzw. der Einlaßventile
und der Verdichtergeometrie verdeutlicht; und
- Fig. 8
- das Verhalten eines erfindungsgemäßen Verdichters bei einem Drehzahlsprung von 2000
U/min auf 6000 U/min.
[0025] Beim Verfahren zum Regeln des Kältemittel-Massenstroms eines Verdichters wird ein
Momentengleichgewicht zwischen einem durch rotatorisch bewegte Massen bedingten Moment
M
sw und einem durch translatorisch bewegte Massen bedingten Moment M
k,ges für wenigstens einen Auslenkwinkel α
gl einer Schwenkscheibe, welche in Form eines Schwenkrings 1 (vgl. Fig. 2) vorliegt,
herbeigeführt. Für einen CO
2 als Kältemittel benutzenden Verdichter ergibt sich folgender Parametersatz, welcher
in etwa für ein Momentengleichgewicht sorgt: m
k = 45 bis 80g (Masse der Kolben), r
i = 17 bis 25 mm (Innendurchmesser des Schwenkrings 1), r
a = 35 bis 45 mm (Außendurchmesser des Schwenkrings 1), h = 12 bis 17 mm und R = 24
bis 35, wobei der Werkstoff, aus dem der Schwenkring 1 gefertigt ist, Stahl, Grauguß
oder eine Bronzelegierung ist. Die Auslegung der Schwenkscheibe in Form des Schwenkrings
1 sorgt dafür, daß das vorstehend beschriebene Verhältnis von M
sw und M
k,ges in einer konstruktiv einfachen Weise erreichbar ist, da der Massenschwerpunkt im
Kippgelenk auf der Antriebswellenachse liegt und nicht in Abhängigkeit des Kippwinkels
des Schwenkrings 1 variiert. Dadurch haben die Regelkennlinien einen relativ linearen
Verlauf. Eine Verdeutlichung der Herleitung der beiden vorstehend näher bezeichneten
Momente ist aus Fig. 1 ersichtlich. Dabei handelt es sich um eine vereinfachte, als
beispielhaft anzusehende Herleitung (vereinfacht ist in diesem Zusammenhang in dem
Sinne zu verstehen, daß in der Modellrechnung die interessierenden Größen für eine
Scheibe berechnet werden) für die verschiedenen Momente. Bei komplexen Geometrien
insbesondere der Schwenkscheibe (wenn die anschauliche Betrachtung keine zufriedenstellenden
Werte mehr liefert) können die Massenträgheitsmomente und Deviationsmomente sowie
andere, von Geometrie und Dichte der Materialien beeinflußte Größen, auf einfache
Weise mittels CAD berechnet werden.
[0026] In der vereinfachten, jedoch anschaulichen Herleitung der Massenträgheitsmomente
wird davon ausgegangen, daß der Schwerpunkt der Schwenkscheibe im Kippgelenk in etwa
auf der Wellenmittelachse liegt, also kein Steineranteil oder ähnliches berücksichtigt
werden muß. Für die Herleitung des Deviationsmomentes gelten im allgemeinen die folgenden
mathematischen Zusammenhänge, wobei auch das maßgebliche Koordinatensystem in Fig.
1 dargestellt ist:
| α1 = 0 |
|
| β1 = 90° |
Richtungswinkel der x-Achse |
| γ1 = 90° |
gegenüber den Hauptträgheitsachsen ξ, η, ·ζ |
| α2 = 90° |
|
| β2 = ψ |
Richtungswinkel der y-Achse |
| γ2 = 90° + ψ |
gegenüber den Hauptträgheitsachsen ξ, η, ·ζ |
| α3 = 90° |
|
| β3 = 90°-ψ |
Richtungswinkel der z-Achse |
| γ3 = ψ |
gegenüber den Hauptträgheitsachsen ξ, η, ·ζ |
[0027] Das hierbei verwendete Koordinatensystem geht, wie vorstehend erwähnt, aus Fig. 1
hervor. Weiterhin gilt für einen "Ring":

sowie

(Anmerkung: J3 ≈ 2 J2)
[0028] Für das Deviationsmoment, welches für die Schwenkbewegung maßgebend ist, gilt :

[0029] Unabhängig von der Fig. 1 gilt für das Moment infolge Massenkräfte der Kolben:

Z
i = Rω
2 tanα cosβ
i
F
mi = m
k z
i
M(F
mi) = m
k R cosβ
i z
i 
sowie für das Moment M
sw infolge des Deviationsmoments:

[0030] Im Zusammenhang mit der Erfindung soll für einen beliebigen Kippwinkel oder Kippwinkelbereich
folgendes Momentenverhältnis konstruktiv verwirklicht werden:
MSW ≥ Mk,ges bzw. bevorzugt der Unterfall MSW = Mk,ges bzw. bevorzugt (für CO2 als Kältemittel) MSW ≈ Mk,ges
[0031] Damit gilt auch:

bzw. für CO
2:

[0032] Wie bereits erläutert, läßt sich das (Kipp-)Moment der Schwenkscheibe infolge des
zugehörigen Deviationsmoments durch verschiedene Parameter (Geometrie, Dichteverteilung,
Masse, Massenschwerpunkt) bewußt so einstellen, daß
[0033] M
sw ≥ M
k,ges oder aber der Unterfall M
sw = M
k,ges gilt.
[0034] Im Zusammenhang mit den angegebenen Gleichungen bedeutet:
- θ
- Drehwinkel der Welle (wobei die vor- und nachstehenden Betrachtungen der Einfachheit
halber für θ=0 angestellt werden)
- η
- Anzahl der Kolben
- R
- Abstand der Kolbenachse zur Wellenachse
- ω
- Wellendrehzahl
- α
- Kippwinkel des Schwenkringes/Schwenkscheibe
- mk
- Masse eines Kolbens inklusive Gleitsteine bzw. Gleitsteinpaar
- mk,ges
- Masse aller Kolben inklusive Gleitsteine
- msw
- Masse des Schwenkringes
- ra
- Außenradius des Schwenkringes
- ri
- Innenradius des Schwenkringes
- h
- Höhe des Schwenkringes
- g
- Dichte des Schwenkringes
- V
- Volumen des Schwenkringes
- βi
- Winkelposition des Kolbens i
- zi
- Beschleunigung des Kolbens i
- Fmi
- Massenkraft des Kolbens i (inklusive Gleitsteine)
- M(Fmi)
- Moment infolge der Massenkraft des Kolbens i
- Mk,ges
- Moment infolge der Massenkraft aller Kolben
- Msw
- Moment infolge des Aufstellmomentes des Schwenkringes/Schwenkscheibe infolge des Deviationsmoments
(Jyz)
[0035] Ein Beispiel für ein Triebwerk, bei dem ein Momentengleichgewicht (M
k,ges ≈ M
sw) für wenigstens einen Auslenkwinkel α
gl der Schwenkscheibe bzw. des Schwenkrings 1 hergestellt ist, d.h. also für einen Verdichter,
bei dem das Momentengleichgewicht-Merkmal des erfindungsgemäßen Verfahrens implementiert
ist, ist in Fig. 2 dargestellt. Bevor jedoch näher hierauf eingegangen wird, sei erwähnt,
daß eine bevorzugte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verdichters (nicht in
den Zeichnungen dargestellt) ein Gehäuse, einen Zylinderblock und einen Zylinderkopf
umfaßt. Im Zylinderblock sind Kolben axial hin- und herbewegbar gelagert. Der Antrieb
des Verdichters erfolgt über eine Riemenscheibe mittels einer Antriebswelle 2. Bei
dem hier beschriebenen Verdichter handelt es sich um einen Verdichter mit variablem
Kolbenhub, wobei der Kolbenhub durch eine Druckdifferenz, die durch die Drücke p
s* und p
c definiert ist, geregelt wird. Je nach der Größe der Druckdifferenz (diese ist zeitabhängig
bzw. abhängig vom Drehwinkel der Antriebswelle 2) wird eine Schwenkscheibe in Form
eines Schwenkrings 1 mehr oder weniger aus ihrer bzw. seiner vertikalen Lage ausgelenkt
bzw. verschwenkt (vgl. hierzu auch Fig. 3b: ist die Druckdifferenz groß, so ist der
Kipp- bzw. Auslenkwinkel des Schwenkrings 1 klein, während bei kleinen Druckdifferenzen
der Kippwinkel groß ist). Je größer der daraus resultierende Schwenkwinkel bzw. Auslenkwinkel
ist, desto größer ist der Kolbenhub. Ist der Kolbenhub groß, so ist zunächst der Massenstrom
groß. Die Größe des dazu korrespondierenden Drucks hängt von der Systemregelung, d.h.
der Expansionsorganstellung ab.
[0036] Aus Fig. 2 ist ersichtlich, daß der Schwenkscheibenmechanismus der bevorzugten Ausführungsform
den Schwenkring 1, die Antriebswelle 2, eine Schiebehülse 3, die auf der Antriebswelle
2 axial gegen die Wirkung wenigstens eines elastischen Elementes in Form einer ring-
bzw. schneckenförmigen Paß- bzw. Rückstellfeder 4 (die bei einer Anwendung von CO
2 als Kältemittel bevorzugt eine Federrate von C = 30 bis 60 N/mm hat) gelagert ist,
sowie ein Stützelement 5 und ein Kraftübertragungselement 6 umfaßt. Alternativ ist
auch eine Bauform mit zwei Federn denkbar. Die Schiebehülse 3 kann dabei sowohl gegen
die Wirkung beider Federn, als auch mit der Wirkung einer Feder sowie gegen die Wirkung
der anderen Feder gelagert sein. Das Stützelement 5 ist sowohl radial als auch (in
einer Richtung senkrecht zur Antriebswellenachse) senkrecht dazu verschiebbar am Kraftübertragungselement
6 angelenkt, was bedeutet, daß das Stützelement 5 in einer Ebene (und nicht nur entlang
einer Achse) verschiebbar gelagert ist. Das Stützelement 5 ist zylinderbolzenförmig
ausgebildet und weist eine Nut 7 auf, mittels derer das Stützelement 5 mit dem Kraftübertragungselement
6 in Wirkeingriff steht. Dazu ist das dem Stützelement 5 zugewandte Ende bzw. ist
der dem Stützelement 5 zugewandte Endbereich des Kraftübertragungselements 6 in Form
eines Flachstahls ausgebildet. Dies heißt also, daß der besagte Endbereich des Kraftübertragungselements
6 eine annähernd rechteckförmige Umfangskontur aufweist. Dieser annähernd rechteckförmig
ausgebildete Endbereich steht mit der Nut 7 des Stützelements 5 in Eingriff. Der Vorteil
der Konstruktion des Kraftübertragungselements 6 und des Stützelements 5 und insbesondere
deren Lagerung ineinander liegt darin, daß der Flachstahl nicht zu hoch bauen muß;
die Festigkeit und Steifigkeit (geringe Verformung) wird durch die Breite der Lagerung
bereitgestellt. In einem mittleren Bereich nimmt die Stärke des Kraftübertragungselements
6 zu, während es an seinem der Antriebswelle 2 zugewandten Ende hülsenförmig ausgebildet
ist. Mit Hilfe des hülsenförmigen Teils 8 des Kraftübertragungselements 6 ist selbiges
an der Antriebswelle 2 gelagert bzw. befestigt. Für eine verdrehgesicherte Verbindung
der Antriebswelle 2 mit dem hülsenförmigen Teil 8 des Kraftübertragungselements 6
sorgt eine Paßfeder 2a. Es sei an dieser Stelle angemerkt, daß in der vorliegenden
bevorzugten Ausführungsform das Kraftübertragungselement 6 einstückig und auch einstoffig
mit dem hülsenförmigen Teil 8 ausgebildet ist. Alternativ könnte es sich natürlich
beim Kraftübertragungselement 6 und dem hülsenförmigen Teil 8 um zwei verschiedene
Bauteile (gegebenenfalls sogar aus unterschiedlichen Materialien) handeln. Ferner
sei an dieser Stelle angemerkt, daß das Kraftübertragungselement 6 bzw. der hülsenförmige
Teil 8 des Kraftübertragungselements 6 zwei Aussparungen in Form von Nuten 9 aufweist.
Es sei an dieser Stelle angemerkt, daß das Kraftübertragungselement 6 und das hülsenförmige
Teil 8 auch einstückig mit der Antriebswelle 2 ausgeführt sein kann. Hierbei kann
es sich z.B. um ein Schmiedeteil handeln; eine einstückige Ausführung ist für eine
Serienfertigung zu bevorzugen.
[0037] Da der Innendurchmesser der Feder 4 größer ist als der Außendurchmesser des hülsenförmigen
Teils 8 des Kraftübertragungselements 6, kann das hülsenförmige Teil 8 in zusammengebautem
Zustand des Schwenkscheibenmechanismus unter die Feder 4 geschoben werden. Das heißt
also, daß das hülsenförmige Teil 8 über die Antriebswelle 2 gestülpt und radial durch
die Feder 4 auf der Antriebswelle 2 fixiert wird. Auf der der Feder 4 abgewandten
Seite des Kraftübertragungselements 6 wird dann die Schiebhülse 3, welche eine zum
Kraftübertragungselement 6 korrespondierende Aussparung 10 aufweist, über die Antriebswelle
2 gestülpt (Gleitsitz). Die Schiebehülse 3 weist ferner zwei Aussparungen in Form
von Bohrungen 11 auf. Axial werden das Kraftübertragungselement 6 sowie die Schiebehülse
3 durch eine Nutmutter (nicht gezeigt) auf der Antriebswelle 2 gesichert, wobei sich
die Schiebehülse 3 auf der Antriebswelle 2 in axialer Richtung hin- und herbewegen
kann. Der hülsenförmige Teil 8 des Kraftübertragungselements ist mit der Feder 4 auf
der Antriebswelle 2 drehfest fixiert. Für ein besseres Startverhalten des Verdichters
ist auf der Antriebswelle 2 ferner eine Tellerfeder 12 angeordnet, welche dafür Sorge
trägt, daß der Verdichter nicht bei einem minimalen Auslenkwinkel des Schwenkrings
1 startet. Ferner sind auf der Antriebswelle 2 Anschläge in Form von Anschlagscheiben
13, 14 angeordnet, welche den Auslenkwinkel des Schwenkrings begrenzen. Die Anschlagscheibe
13 dient als Anschlag für einen minimalen Auslenkwinkel, während die Anschlagscheibe
14 als Anschlag für einen maximalen Auslenkwinkel des Schwenkrings 2 dient. An der
Rückseite kann auch ein Lagersitz für das Hauptaxiallager vorgesehen sein.
[0038] Das Stützelement 5 ist in einer zylinderförmigen Aussparung in Form einer Bohrung
15 im Schwenkring 1 gelagert. Die Bohrung 15 erstreckt sich senkrecht zur Antriebswellenachse.
Die Sicherung des Stützelements 5 im Schwenkring 1 erfolgt mittels zweier Sprengringe
16.
[0039] Es sei an dieser Stelle angemerkt, daß das Kraftübertragungselement 6 in der vorliegenden
bevorzugten Ausführungsform drehfest mit der Antriebswelle 2 verbunden ist. Weiterhin
sei an dieser Stelle angemerkt, daß durch die hülsenförmige Ausbildung bzw. den hülsenförmigen
Teil 8 des Kraftübertragungselements 6 die Antriebswelle 2 nicht durchbrochen wird
und somit entsprechende Stabilität aufweist. Die lichte Weite der Bohrung des Schwenkrings
1 ist mindestens geringfügig größer als die korrespondierende Erstreckung des Kraftübertragungselements
6 (Montierbarkeit).
[0040] Bei der vorliegenden bevorzugten Ausführungsform ist der Mechanismus aus Stützelement
5 und Kraftübertragungselement 6 nicht dazu bestimmt, das Drehmoment von der Welle
auf die Schrägscheibe in Form des Schwenkrings 1 zu übertragen. Die Lagerstellen zwischen
Stützelement 5 und Kraftübertragungselement 6, zwischen Kraftübertragungselement 6
und Antriebswelle 2 und zwischen Stützelement 5 und Schwenkring 1 sind nicht dazu
ausgelegt, Drehmoment zu übertragen. Es entfällt demnach eine Art Mitnehmerfunktion
für das Stützelement 5 und das Kraftübertragungselement 6. Das ist aus Gründen der
Hysterese bewußt so gewählt, d.h. das Verkippen des Schwenkrings 1 und die Drehmomentübertragung
werden funktional voneinander entkoppelt. Der Mechanismus aus Kraftübertragungselement
6 und Stützelement 5 nimmt im wesentlichen die Kolbenkräfte auf. Das Drehmoment wiederum
wird von der Antriebswelle 2 an den Schwenkring 1 durch ein auf der Antriebswellenmittelachse
bereitgestelltes Kippgelenk (realisiert durch Antriebsbolzen 15a) übertragen. Die
das Drehmoment zwischen der Schiebehülse 3 und dem Schwenkring 1 übertragenden Antriebsbolzen
15a sind am Schwenkring mit Sprengringen 16a arretiert bzw. gesichert. Der Schwenkring
1 weist Abflachungen 17 auf, welche zu Abflachungen 18 an der Schiebehülse 3 korrespondierenden.
Prinzipiell ist in anderen Ausführungsformen auch denkbar, daß die Schiebehülse 3
entfällt und die Drehmomentübertragung in einer beliebigen Form zwischen Antriebswelle
und Schwenkring 1 direkt stattfindet (z.B. über Abflachungen an der Antriebswelle
2 und dem Schwenkring 1). Es sei an dieser Stelle angemerkt, daß es ebenso zum Grundgedanken
der vorliegenden Erfindung gehört, die Funktionen der Drehmomentübertragung und der
Gaskraftabstützung zu koppeln.
[0041] Durch die Entkopplung der Drehmomentübertragung und der Gaskraftabstützung kann erreicht
werden, daß neben der Möglichkeit, das Stützelement 5 und das Kraftübertragungselement
6 entsprechend klein zu dimensionieren, eine optimierte Flächenpressung, insbesondere
zwischen Kraftübertragungselement 6 und Stützelement 5 sowie zwischen Stützelement
5 und Schwenkring 1 erreicht werden. Dadurch und durch die erfindungsspezifische Bauweise
von Stützelement 5 und Kraftübertragungselement 6 bzw. durch die erfindungsspezifische
Anlenkung zwischen Kraftübertragungselement 6 und Stützelement 5 kann eine kompakte
Bauform des Verdichters erreicht werden.
[0042] In Fig. 3a ist eine qualitative Darstellung der bevorzugten Auslegung der Momente
gemäß der verwendeten Gleichungen (vgl. Fig. 1) dargestellt, wobei neben den durch
die rotatorisch und translatorisch bedingten Momenten (M
sw und M
k,ges) die Summe der Momente dargestellt ist. Wie man Fig. 3a entnehmen kann, stellt sich
über weite Bereiche des Kippwinkels bzw. Auslenkwinkels des Schwenkrings 1 in etwa
ein Momentengleichgewicht ein, wobei es sich in der vorliegenden Figur um eine Darstellung
der Momente über dem Schwenkwinkel α für eine beliebige Drehzahl n der Antriebswelle
2 handelt.
[0043] In Fig. 3b ist für eine feste Federrate der Rückstellfeder 4 und für feste Druckverhältnisse
an der Hochdruck- und der Saugseite von 130 und 35 bar für verschiedene Drehzahlen
n der Differenzdruck, der zwischen Triebwerksraum und Saugseite herrscht, dargestellt,
wobei jede Betrachtung für einen Verdichter mit Momentengleichgewicht und mit einer
über den gesamten Drehzahlbereich vorherrschenden konstanten Sauggasdichte p , gilt.
Es sei an dieser Stelle angemerkt, daß es sich hierbei um eine eher theoretische Betrachtungsweise
handelt, da sowohl der Druck p
d als auch der Druck p
s* am Kolben für diese Berechnung für jede Drehzahl n der Antriebswelle 2 konstant
angenommen werden. In der Praxis werden mit steigender Drehzahl n insbesondere der
Saugdruck p
s* und somit die Sauggasdichte p abgesenkt.
[0044] Es sei an dieser Stelle angemerkt, daß in Fig. 3a das Momentengleichgewicht M
sw zu M
k,ges qualitativ dargestellt ist. Die Momente M
sw und M
k,ges können durch entsprechende Triebwerksauslegung auch so eingestellt werden, daß sich
neben einem Triebwerk mit neutralem Verhalten wie in Fig. 3a dargestellt, ein Triebwerk
mit aufregelndem Verhalten bzw. ein Triebwerk mit abregelndem Verhalten konzipieren
läßt. Die Momente M
sw und M
k,ges bzw. deren Verhältnis zueinander wäre(n) lediglich entsprechend vorzusehen, wobei
für CO
2 als Kältemittel natürlich M
sw ≈ M
k,ges bzw. M
sw > M
k,ges bevorzugt wird.
[0045] Im weiteren sei der Fall M
sw + M
k,ges ≈ 0 betrachtet. Aus Fig. 3b kann man erkennen, daß sich die Regelkurven in genau
einem Punkt schneiden. Dies ist der Ausgangspunkt für die Summe der Momente, wobei
in diesem Punkt gilt: M
sw = M
k,ges. Dieser Punkt läßt sich je nach Konstruktion eines Verdichters beliebig auswählen.
Anhand der Gleichung zur Summe der Momente aus Fig. 1 kann man einen Einfluß des Kippwinkels
leicht nachvollziehen. Der Effekt ergibt sich aus den Verläufen der Terme tan(α) und
sin(2α). Das heißt, die Summe der Momente kann in der Auslegung für genau einen Kippwinkel
ausgeglichen werden. Geschieht das zum Beispiel für den maximalen Kippwinkel der Schrägscheibe,
so gibt es kleinere Abweichungen in der Summe der Momente für andere Kippwinkel. Diese
Abweichungen kann man aber relativ klein halten.
[0046] Für folgende Kippwinkel ist die Einstellung des Momentengleichgewichts sinnvoll:
für αmin ≤ α ≤ αmax
für α = (αmax - αmin)/2
für α = αmax, und
für α ≥ αmax
[0047] Die beiden zuletzt genannten Fälle sind allerdings deutlich zu bevorzugen, wobei
angemerkt sei, daß in den Diagrammen der Abbildungen 3a und 3b ungefähr der dritte
Fall (Schnittpunkt bei 95 % des maximalen Fördervolumens), d.h. also ein Momentengleichgewicht
für α = α
max, realisiert wird. Neben dem sich gegenüber Veränderungen der Drehzahl in etwa neutral
verhaltenden Triebwerk wird der Kippwinkel des Schwenkrings 2 im wesentlichen durch
die Variation der Drücke p
s*, p
d sowie des Triebwerksraumdruckes p
c verändert. In einem konstanten Betriebspunkt bei vorgegebenem p
s* und p
d geschieht die Änderung im wesentlichen nur durch den Triebwerksraumdruck p
c. Letzteres ist auch den Diagrammen der Fig. 3b zu entnehmen.
[0048] Um Regeleingriffe vermeiden bzw. vermindern zu können, die durch Drehzahländerungen
verursacht werden, wird bei dem hier beschriebenen Verfahren das Produkt der Verdichterdrehzahl
n, der Sauggasdichte p des in den Zylindern angesaugten Gases und des Kolbenhubs s
für unterschiedliche Verdichterdrehzahlen n zumindest für bestimmte Drehzahlbereich
in etwa konstant gehalten, während ein im Triebwerksraum herrschender Druck p
c ebenfalls in etwa konstant gehalten wird (weil z.B. die Bestromung des Regelventils
konstant gehalten wird). Dies geschieht zumindest bereichsweise, insbesondere für
Verdichterdrehzahlen n zwischen 600 und 9000 U/min und bevorzugt für Verdichterdrehzahlen
zwischen 2500 und 7000 U/min. Dadurch kann das Fördervolumen, d.h. der Massenstrom
auch ohne Regelung des Triebwerksraumdrucks p
c in etwa konstant gehalten werden. Dies verdeutlicht sich einfach aus folgenden Zusammenhängen:
Das Fördervolumen pro Zeit V [cm
3/ s] = V
geo [cm
3] x n [1/s], wobei V
geo für das geometrische Fördervolumen und n für die Verdichterdrehzahl steht. Für das
geometrische Fördervolumen V
geo gilt folgende Beziehung: V
geo = D
2π/4 x s x η, wobei η die Anzahl der Kolben darstellt. Der Massenstrom pro Zeit m [g/s]
= V [cm
3/s] x ρ [g/cm
3] wobei p für die zeitlich zu mittelnde Sauggasdichte im Zylinderraum steht. Damit
ergibt sich, daß m eine Funktion von n, p und s ist, wobei p eine Funktion von t und
p ist. Daraus erkennt man, daß m = K x s x n x ρ gilt, wobei K eine Konstante ist,
so daß bei einer Konstanthaltung des Produkts aus s, n und p das Fördervolumen bzw.
der Massenstrom konstant gehalten werden.
[0049] Demnach ermöglicht also eine derartige erfindungsgemäße Ausgestaltung des Verfahrens
mit einem Momentengleichgewicht der translatorischen und rotatorischen Massen auf
der einen Seite und einer Konstanthaltung der oben näher bezeichneten Parameter auf
der anderen Seite eine Regelung eines Verdichters ohne ein Nachregeln des Triebwerksraumdrucks
p
c für einen entsprechenden Betriebspunkt. Über das Regelventil am Verdichter und die
systemseitige Regelung wird lediglich ein gewünschter Betriebspunkt eingestellt, während
eine Änderung der Drehzahl der Antriebswelle 2 durch das selbstkompensierende Verhalten
eines erfindungsgemäßen Verdichters weitgehend abgefangen wird. Apparativ bedeutet
dies, daß bei einer Änderung der Drehzahl ein etwa proportionales Verhalten in bezug
auf den geförderten Kältemittel-Massenstrom realisiert werden muß. Dies heißt, daß
auch bei einer deutlichen Steigerung der Drehzahl der geförderte Kältemittel-Massenstrom
konstant zu halten bzw. zu limitieren ist. Dies wird apparativ (vgl. hierzu Fig. 7)
dadurch gelöst, daß neben dem Momentengleichgewicht, beispielsweise durch eine Ausgestaltung
des Schwenkrings 2 und des Triebwerks gemäß Fig. 2, wenigstens ein sauggasseitig eingeordnetes
Einlaßventil angebracht ist, welches derart konfiguriert ist, daß der in die Zylinderbohrungen
gelangende Kältemittel-Massenstrom drehzahlabhängig derart (insbesondere über die
Sauggasdichte) beeinflußt wird, daß das Verhältnis der Momente M
sw und M
k,ges einerseits und die Drosselleistung des Einlaßventils andererseits derart zueinander
in Relation stehen, daß zumindest über Teile des Drehzahlbereichs des Verdichters
der Kältemittel-Massenstrom, der im System gefördert wird, in etwa konstant ist. Dies
heißt in anderen Worten gesagt, daß die Ventile auf der Saugseite bedingt als Drosselstelle
genutzt werden und gezielt im Zusammenhang mit den Parametern M
sw und M
k,ges ausgelegt bzw. abgestimmt sind. Es sei an dieser Stelle weiterhin erwähnt, daß bei
M
SW ≈ M
k,ges der Auslenkwinkel des Schwenkrings 1 bei Drehzahlsprüngen konstant bleibt. Dies heißt
in anderen Worten gesagt, daß, wenn sich die Drehzahl des Verdichters von n1 auf n2
verdoppelt, der Kältemittel-Massenstrom im wesentlichen durch eine Auslenkwinkelreduzierung
(hier Halbierung) konstant gehalten wird. Diese wird durch die Absenkung der Sauggasdichte
hervorgerufen (ρ
1 x n
1 x s
1 ≈ ρ
2 x n
2 x s
2, wobei n
2 = 2n
1 und s, x ρ1 ≈ 2 x ρ
2 x s
2).
[0050] Die Drosselung durch die saugseitigen Ventile ist schematisch in Fig. 4a dargestellt,
wobei der Einfluß der Drosselung durch ein Log-p-h-Diagramm in Fig. 4b verdeutlicht
wird (Druckreduzierung auf p
s* für das Gas im Zylinderraum). Der kritische Punkt (mit CO
2 als Kältemittel handelt es sich um einen überkritischen Prozeß) ist mit KP bezeichnet.
Ergänzend hierzu ist noch der Kältemittel-Massenstrom über der Drehzahl der Antriebs
2 -bzw. Verdichterwelle in Fig. 4c aufgetragen (qualitative Darstellung). Neben dem
theoretischen Anstieg des Massenstroms ist das reale Verhältnis dargestellt, welches
vom Betriebspunkt abhängig variieren kann. Die gewählte Darstellung ist für einen
festen Betriebspunkt aufgetragen. Die Darstellung gilt demnach für einen konstanten
Kippwinkel.
[0051] Wie auch aus Fig. 5 ersichtlich ist, kann aufgrund der erfindungsgemäßen Verfahrensführung
bzw. Auslegung eines Verdichters bewirkt werden, daß für Drehzahlen n1, n2, n3 und
n4 bei einer jeweiligen Verdoppelung zwischen den jeweiligen nächstliegenden Drehzahlen
(z.B. n
2 = 2 n
1) eine Halbierung von V
geo x ρ dargestellt werden kann, ohne daß der Druck p
c im Triebwerksraum verändert werden muß, so daß m = V
geo x ρ x n bei der besagten Verdoppelung von n konstant bleibt. Dabei ist der Einfluß
der Drosselung des Sauggases bei einem minimalen Kippwinkel sehr gering und z.B. bei
einem Kippwinkel von 0° gar nicht vorhanden, was dadurch verdeutlicht wird, daß sich
in diesem Bereich die Verläufe der einzelnen Drehzahlen in etwa treffen. Bei der Ausgestaltung
des erfindungsgemäßen Verdichters muß weiterhin berücksichtigt werden, daß Verluste
infolge der Sauggasdrosselung auftreten, welche bei der Auslegung der Ventilgeometrie
zu berücksichtigen sind. Diese Verluste steigen mit steigender Drehzahl. Durch die
erfindungsgemäße Ausgestaltung wird erreicht, daß sich V
geo x p so ändert, daß der Massenstrom des Kältemittels konstant bleibt, ohne daß der
Druck im Triebwerksraum geändert werden müßte.
[0052] In Fig. 4c ist der Massenstrom des Kältemittels über der Drehzahl qualitativ dargestellt,
wobei daraus hervorgeht, daß der Massenstrom des Kältemittels durch den Drosselungseffekt
bei höheren Drehzahlen deutlich mehr reduziert wird als bei niedrigen Drehzahlen.
Dies heißt in anderen Worten gesagt, daß bei einer Veränderung der Drehzahl von n2
auf n3 der Massenstrom des Kältemittels ohne Verluste von m2t auf m3t angehoben wird.
Durch die Verluste wird der Massenstrom des Kältemittels jedoch von einem Massenstrom
m2r auf einen Massenstrom m3r angehoben. Dadurch ist es bedingt, daß durch die Auslegung
der Saugventile gegebenenfalls nur über weite Drehzahlbereiche ein idealer Verlauf
des Regelverhaltens sichergestellt werden kann und nicht über den gesamten Drehzahlbereich.
[0053] Der Hintergrund für diesen Sachverhalt liegt auch darin, daß z.B. bei einer Verdoppelung
der Drehzahl der Kippwinkel der Schrägscheibe halbiert werden müßte. Würden die Momente
M
sw und M
k,ges so ausgelegt, daß M
sw größer als M
k,ges wäre (Überkompensation), so würde die Drehzahl einen nichtlinearen Einfluß nehmen
(dieser Einfluß unterläge einem quadratischen Gesetz). Ebenso hat auch die Drosselung
keinen linearen (sondern einen quadratischen) Einfluß. Es bietet sich an, zumindest
einen dieser sich gegenseitig verstärkenden Effekte zu vermeiden. Ohnehin wurde gegenüber
dem Stand der Technik bereits erwähnt, daß eine Überkompensation durch den Parameter
M
sw durch eine entsprechend unattraktive Bauteilmasse und Bauteilgröße erkauft werden
müßte. Demnach ist M
k,ges ≈ M
sw zu bevorzugen.
[0054] Deshalb ist es vorteilhaft, das Regelverhalten in einem mittleren Drehzahlbereich
abzustimmen. Im Drehzahlbereich darunter liegt dann eine leichte Unterkompensation
vor, im oberen Drehzahlbereich liegt eine leichte Überkompensation vor.
[0055] Kompensation heißt in diesem Zusammenhang, daß bei einer Drehzahlverdoppelung das
geometrische Fördervolumen bzw. der Kippwinkel oder der Hub des Kolbens derart selbsttätig
verändert wird, daß der Massenstrom des Kältemittels sich im wesentlichen nicht verändert,
der Triebwerksraumdruck p
c nicht durch einen Regeleingriff verändert werden muß und sich durch den nicht veränderten
Massenstrom das anlagenseitige Druckniveau auf der Saugseite bzw. der Hochdruckseite
sowie auch die Kälteleistung im wesentlichen nicht verändert. Bei einem konstanten
Kältemittel-Massenstrom m = konst (wobei wie bereits vorstehend erläutert m = V
geo x ρ x n gilt), wirkt bei einer Veränderung der Drehzahl n dadurch, daß m = K x s
x n x ρ gilt, direkt und zeitnah auf ρ x s ein, wobei ρ ebenfalls auf s einwirkt.
Man erhält demnach eine sehr schnelle Regelantwort auf die Änderung der Drehzahl n.
Durch die Regelstrecke des Regelventils wäre das nicht möglich, so daß ein Überschwingen
vermieden werden kann. Der Schwenkring 1 ist demnach eine Art interner Controller
(Wattcontroller).
[0056] Unterkompensation heißt in diesem Zusammenhang, daß bei einer Verdoppelung der Drehzahl
das geometrische Fördervolumen bzw. der Kippwinkel bzw. der Hub des Kolbens derart
selbsttätig verändert wird, daß der Massenstrom des Kältemittels gegenüber der Ausgangslage
etwas verringert wird. Ein korrigierender Regeleingriff wird notwendig. Ebenso bedeutet
Überkompensation in diesem Zusammenhang, daß bei einer Verdoppelung der Drehzahl das
geometrische Fördervolumen bzw. der Kippwinkel oder der Hub des Kolbens derartig selbsttätig
verändert wird, daß der Massenstrom des Kältemittels gegenüber der Ausgangslage etwas
erhöht wird. Ein korrigierender Regeleingriff wird, wie im Falle der Unterkompensation,
notwendig.
[0057] Eine Unterkompensation von M
k,ges durch M
sw oder M
k,ges bietet sich nicht an, da dann die Auslegung der Saugventile auch diesen negativen
Effekt mit eliminieren müßte.
[0058] Das heißt zusammengefaßt:
Msw > Mk,ges (Überkompensation der translatorisch bewegten Massen) bewirkt Nachteile im Bereich
"package" und verstärkt den Einfluß der Drosselung durch die Saugventile in unerwünschtem
Maße.
Msw < Mk,ges (Unterkompensation der translatorisch bewegten Massen) bewirkt Nachteile dadurch,
daß der Effekt gegen den gewollten Effekt der Sauggasdrosselung arbeitet.
Msw ≈ Mk,ges ist ideal, die Geometrie im wesentlichen der Saugventile und des Verdichtungsraums
sind darauf abgestimmt (insbesondere für das Kältemittel CO2).
[0059] Ebenso wurden die Begriffe Über-, Unter- bzw. Kompensation neben dem Zusammenhang
der Momente auch für den Massenstrom des Kältemittels verwendet:
Unterkompensation: Bei einer Verdoppelung der Drehzahl n wird der Kältemittel-Massenstrom
m = Vgeo x n x ρ, d.h. also Vgeo x ρ, derart selbsttätig verändert, daß der Massenstrom des Kältemittels gegenüber
der Ausgangslage verringert wird. Ein korrigierender Regeleingriff ist notwendig.
Überkompensation: Bei einer Verdoppelung der Drehzahl wird das geometrische Fördervolumen
derart selbsttätig verändert, daß der Massenstrom des Kältemittels gegenüber der Ausgangslage
erhöht wird. Auch hier ist ein korrigierender Regeleingriff notwendig.
[0060] In Zusammenhang mit Drehzahlsprüngen wurde bisher von Erhöhungen der Drehzahl gesprochen.
Es ist selbstverständlich, daß das Verhalten sich in gleicher Form bei Drehzahlabsenkungen
wiederspiegelt, insbesondere ist es z.B bei. einer Halbierung der Drehzahl das Ziel,
Veränderungen des Massenstroms des Kältemittels selbsttätig zu kompensieren. Dazu
erhöht sich das geometrische Fördervolumen dementsprechend.
[0061] In Fig. 6 sind Indikatordiagramme für zwei Betriebspunkte dargestellt, um den Einfluß
der Ventilverluste in Abhängigkeit der Drehzahl n der Antriebswelle 2 zu zeigen. Während
bei einer Drehzahl von 800 U/min der durchschnittliche Druckverlust bei etwa 0,5 bar
liegt, liegt der Druckverlust bei gleicher Ventilkonfiguration bei 3000 U/min bei
im Durchschnitt etwa 3 bar. Dieses Verhalten ist durch entsprechende Dimensionierung
der saugseitigen Ventile in gewissen Grenzen beeinflußbar.
[0062] Die Dimensionierung der saugseitigen Ventile und der Verdichtergeometrie ist in Fig.
7 beschrieben. Die Dimensionierung der Parameter bezieht sich auf die Anwendung des
Kältemittels R744 (CO
2). Die Dimensionierung von Verdichtern, welche als Kältemittel R134a/R152a verwenden,
ist deutlich unterschiedlich; hier müßte die Abstimmung des Momentengleichgewichts
bzw. der Momente M
sw und M
k,ges in bezug auf die Ventilgeometrie deutlich anders aussehen. Bei R134a/R152a sind die
Druckverluste vergleichsweise geringer, was darin resultiert, daß die Momente M
sw größer als M
k,ges gewählt werden müssen (Überkompensation der Momente), um eine Kompensation im Bereich
des Massenstroms des Kältemittels zu erzielen. Es sei an dieser Stelle angemerkt,
daß das hier konkret für CO
2 als Kältemittel beschriebene Verfahren auf beliebige Kältemittel übertragbar ist,
wobei diese Übertragung im Grundgedanken der vorliegenden Erfindung enthalten ist.
In den beiden oberen Diagrammen kann man beginnend bei einem Unterschwinger (unten
links) im Saugdruck, bei dem das Saugventil öffnet, einen Verdichter-Zyklus betrachten.
Das Gas wird in der Folge (Prozeßrichtung entgegen dem Uhrzeigersinn) verdichtet,
bis nach einem leichten Überschwinger das Auslassventil öffnet. Nach dem Auslass des
Gases folgt eine Rückexpansion, die schließlich wieder zum Ausgangspunkt führt.
[0063] Der Verdichter weist (vgl. Fig. 7) an der Einlaßseite für das Sauggas in den Zylinderraum
eine Ventilplatte 19 mit einer darunter angebrachten Sauglamelle 20 auf. Die Sauglamelle
20 ist zungenförmig ausgebildet und dient der Steuerung des Sauggaseinlasses. Wird
das Gas im Zylinder komprimiert, so verschließt die Sauglamelle 20 eine Durchgangsdrosselbohrung
21, während sich die Sauglamelle 20 beim Ansaugen des Sauggases (bedingt durch den
im Zylinder vorherrschenden Unterdruck) um einen Hub t (verdeutlicht durch Pfeile
22) nach unten bewegt und dem einzusaugenden Kältemittel bzw. dem Sauggas durch die
Durchgangsdrosselbohrung 21 Einlaß in den Zylinder gewährt.
[0064] Die Durchgangsdrosselbohrung 21 weist einen Durchmesser d auf. Aufgrund der Geometrie
des Einlaßventils, d.h. insbesondere aufgrund des Durchmessers d der Durchgangsdrosselbohrung
21 bzw. insbesondere aufgrund der Summe des Durchmessers d der Durchgangsdrosselbohrung
21 und des Hubes t der Sauglamelle 20 und auch der Verdichtergeometrie kommt es über
weite Arbeitsbereiche des erfindungsgemäßen Verdichters zu einem gewünschten Absenken
des Saugdrucks p
s. Dies kann beispielsweise (im Falle eines Verdichters mit Kältemittel CO
2) mit folgenden Parametern für die Verdichtergeometrie erreicht werden: Die Anzahl
der Kolben N beträgt 5 bis 9; der Hub t der Sauglamelle 20 beträgt zwischen 0,9 und
1,2 mm, während die Ventilplatte 19 eine Bohrung (Durchgangsdrosselbohrung 21) aufweist,
deren Durchmesser d zwischen 4 und 6 mm liegt. Die Werte für den Kolbendurchmesser
D liegen bei ca. 15 bis 19 mm und der Kolbenhub s beträgt in etwa 17 bis 22 mm. Das
maximale Hubvolumen pro Zylinder V beträgt 3 ccm bis 6 ccm. Ein bevorzugter Parametersatz
lautet: N = 6; D = 18; s = 19; V = 4,7; t = 1,1; d = 5. Demnach ergeben sich als energetisch
günstige, die Geometrie des Verdichters beschreibende Größen ein Verhältnis von Kolbendurchmesser
und Kolbenhub von etwa 0,65 bis 1,1, ein Verhältnis von Kolbendurchmesser und Durchgangsdrosselbohrung
21 in der Ventilplatte 19 von etwa 2,5 bis 4, ein Verhältnis von Durchgangsdrosselbohrung
21 in der Ventilplatte 19 und Hub t der Sauglamelle von etwa 3,7 bis 6,7 sowie ein
Verhältnis von Kolbenhub s zum Hub t der Sauglamelle von etwa 14 bis 24.
[0065] Es sei an dieser Stelle angemerkt, daß diese Werte die optimale Geometrie für einen
Betrieb mit CO
2 als Kältemittel wiederspiegeln, daß jedoch je nach konstruktiven Bedürfnissen auch
Werte von 0,4 bis 1,5 für das Verhältnis von Kolbendurchmesser und Kolbenhub sowie
Werte von 1,5 bis 5 für das Verhältnis von Kolbendurchmesser und Durchgangsdrosselbohrung
sowie Werte von 2,5 bis 8 für das Verhältnis von Durchgangsdrosselbohrung und Hub
der Sauglamelle sowie Werte von etwa 10 bis 30 für das Verhältnis von Kolbenhub zum
Hub der Sauglamelle energetisch günstig sind. In dieser bevorzugten Ausführungsform
wird die Durchgangsdrosselbohrung 21 auf der Saugseite als Drosselstelle genutzt und
gezielt im Zusammenhang mit den anderen den Verdichter regelnden Parametern ausgelegt.
Das einströmende Gas durchströmt eine Saugkammer, welche im Zylinderkopf angebracht
ist, mit dem Druck P
s und wird dann über das Einlaßventil, das beispielsweise die vorstehend beschriebene
Konfiguration aufweist, in die Zylinderbohrung eingeleitet, wo sich aufgrund der Saugventil-Konfiguration
der Druck p
s* einstellt, der ein optimales Regelverhalten des Verdichters gewährleistet.
[0066] In Fig. 8 letztendlich ist ein Drehzahlsprung von 2000 U/min auf 6000 U/min dargestellt;
die Kurven repräsentieren den Druck an der Sauggasseite, den Massenstrom des Kältemittels,
die Drehzahl sowie den Druck an der Hochdruckseite. Der Massenstrom des Kältemittels
sowie die Drücke im Triebwerksraum an der Sauggasseite des Verdichters und der Druckseite
des Verdichters bleiben im wesentlichen unverändert. Erfindungsgemäß ist durch eine
Abstimmung der Momente M
sw und M
k,ges in Zusammenhang mit den Saugventilen erreicht worden, daß dieses Verhalten vorherrscht.
[0067] Der ideale Bereich für die Auslegung ist, wie bereits erwähnt, der mittlere Drehzahlbereich,
so daß für die oben genannten Größen kurzzeitige Veränderungen (Massenstrom des Kältemittels
sowie die Drücke im Triebwerksraum an der Saugseite des Verdichters und der Druckseite
des Verdichters) selbstregelnd kompensiert werden.
[0068] Das ist auch versuchstechnisch leicht zu überprüfen. Bei einem Verdichter für die
Anwendung des Kältemittels R744 kann der Massenstrom für einen entsprechenden Drehzahlsprung
relativ einfach gemessen werden. Die Auslegung der Parameter der Saugventile sowie
der Parameter M
sw und M
k,ges ist durch Ausmessen und Wiegen nachzuvollziehen. Ein Messen des Kolbenhubs kann durch
eine Befestigung eines Magneten am Kolben auf eine einfache Art und Weise erfolgen,
da sich der Magnet über einen Sensor am Gehäuse detektieren läßt. Der Massenstrom
m ist vor oder nach dem Verdichter über Massenstrommeßgeräte feststellbar. Mittels
eines Drehzahlmeßgeräts läßt sich auch die Verdichterdrehzahl n auf einfache Art und
Weise bestimmen. Der Druck p
s kann in einem Indikatordiagramm indiziert werden und über seinen Zusammenhang mit
der Sauggasdichte ρ (ρ = f(p, T)) leicht berechnet werden. Demnach sind alle Größen
bestimmbar.
[0069] Durch die erfindungsgemäße Selbstregelung kann entgegen dem Stand der Technik ein
einfaches Schaltventil eingesetzt werden, welches den Gasstrom von der Hochdruckseite
in den Triebwerksraum beeinflussen kann. Das Schaltventil kann dann eingreifen, wenn
ein anderer Betriebspunkt eingestellt werden soll. Ein Eingriff auf das Regelventil
durch ein sogenanntes Feedback wie beim Stand der Technik ist nicht notwendig. Dem
Regelventil, welches den Gasstrom von der Druckseite des Verdichters in den Triebwerksraum
des Verdichters regelt, muß somit kein zusätzliches Signal zugeführt werden, wie es
nach dem Stand der Technik bekannt ist. Beim Stand der Technik dienen als zusätzliche
Signale z.B. die Änderung des Massenstroms des Kältemittels, die Änderung einer Druckdifferenz,
die Änderung des Saugdrucks etc. Für einen einmal eingestellten Betriebspunkt kann
die Selbstregelung Schwankungen des Kältemittel-Massenstroms infolge der Drehzahl
kompensieren. Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß es wesentlich ist, daß
nicht nur der Massenstrom im wesentlichen konstant gehalten werden kann, sondern gleichzeitig
die Drucklagen auf der Druckseite und der Saugseite des Verdichters. Die Magnetspule
des Regelventils betätigt das Regelventil erst dann, wenn ein neuer Betriebspunkt
eingestellt werden soll. Ein sogenanntes Schaltventil ist gegenüber dem Stand der
Technik also dadurch gekennzeichnet, daß der Feedbackbereich entfallen kann. Ein solches
Schaltventil ist deutlich günstiger, als die nach dem Stand der Technik verwendeten
Ventile. Ein solch einfaches in einem erfindungsgemäßen Verdichter verwendetes Ventil
ist bevorzugt ein Ventil der Bauart, wie sie für heutige ABS- bzw. ESP-Ventile eingesetzt
werden.
[0070] Es sei auch darauf hingewiesen, daß die erfindungsgemäße Regelung deutlich schneller
als die bisherige Regelung arbeitet. Die zu regelnden Größen werden etwa zeitgleich
mit dem Anstieg der Drehzahl geregelt, nach dem Stand der Technik geschieht das zeitverzögert,
da zuerst eine Feedbackgröße abgreifbar sein muß, die dem Regelventil zugeführt bzw.
zugeordnet wird.
[0071] Obwohl die Erfindung anhand von Ausführungsformen mit fester Merkmalskombination
beschrieben wird, umfaßt sie jedoch auch die denkbaren weiteren vorteilhaften Kombinationen
dieser Merkmale, wie sie insbesondere, aber nicht erschöpfend, durch die Unteransprüche
angegeben sind. Sämtliche in den Anmeldungsunterlagen offenbarten Merkmale werden
als erfindungswesentlich beansprucht, soweit sie einzeln oder in Kombination gegenüber
dem Stand der Technik neu sind.
Bezugszeichenliste
[0072]
- 1
- Schwenkring
- 2
- Antriebswelle
- 2a
- Paßfeder
- 3
- Schiebehülse
- 4
- Rückstellfeder
- 5
- Stützelement
- 6
- Kraftübertragungselement
- 7
- Nut
- 8
- hülsenförmiger Teil des Kraftübertragungselements 6
- 9
- Nut
- 10
- Aussparung
- 11
- Bohrung
- 12
- Tellerfeder
- 13, 14
- Anschlagscheibe
- 15
- Bohrung
- 15a
- Antriebsbolzen
- 16, 16a
- Sprengring
- 17, 18
- Abflachung
- 19
- Ventilplatte
- 20
- Sauglamelle
- 21
- Durchgangsdrosselbohrung
- 22
- Pfeil
1. Verfahren zum Regeln des Kältemittel-Massenstroms eines Verdichters, insbesondere
Axialkolbenverdichters, weiterhin insbesondere für Kraftfahrzeug-Klimaanlagen, weiterhin
insbesondere für CO2 als Kältemittel, welcher eine Antriebswelle (2) und eine in ihrer Neigung zur Antriebswelle
verstellbare Schwenkscheibe (1) aufweist, welche in einem im wesentlichen durch ein
Gehäuse des Verdichters definierten Triebwerksraum desselben angeordnet ist und welche
durch ihren Auslenkwinkel bezüglich der Antriebswelle (2) den Kolbenhub des Verdichters
definiert,
wobei in etwa ein Momentengleichgewicht zwischen einem durch rotatorisch bewegte Massen
bedingten Moment Msw und einem durch translatorisch bewegte Massen bedingten Moment Mk,ges für wenigstens einen Auslenkwinkel αgl der Schwenkscheibe (1) herbeigeführt wird, dadurch gekennzeichnet, daß das Produkt der Verdichterdrehzahl n, der Sauggasdichte ρ und des Kolbenhubs s für
unterschiedliche Verdichterdrehzahlen n wenigstens bereichsweise, insbesondere für
Verdichterdrehzahlen n zwischen 600 und 9000 U/min, insbesondere für Verdichterdrehzahlen
zwischen 2500 und 7000 U/min, selbsttätig in etwa konstant gehalten wird, während
ein im Triebwerksraum herrschender Druck pc ebenfalls in etwa konstant gehalten wird (ρ x s x n = konstant).
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
zusätzlich zum Produkt der Verdichterdrehzahl n, der Sauggasdichte ρ und des Kolbenhubs
s auch der Druck pd an einer Hochdruckseite des Verdichters und/oder der Druck ps an einer Sauggasseite des Verdichters und/oder eine Regelventilstellgröße eines Regelventils
zwischen der Hochdruckseite und dem Triebwerksraum in etwa konstant gehalten werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Momentengleichgewicht zwischen Msw und Mk,ges wenigstens für αgl = (αmax - αmin)/2 hergestellt wird, wobei αmax den maximalen Auslenkwinkel der Schwenkscheibe (1) und αmin den minimalen Auslenkwinkel der Schwenkscheibe (1) bezeichnet.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Momentengleichgewicht zwischen Msw und Mk,ges wenigstens für einen Auslenkwinkel αgl hergestellt wird, für welchen gilt: αmin ≤ αgl ≤ αmax.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Momentengleichgewicht zwischen Msw und Mk,ges wenigstens für einen Auslenkwinkel αgl = αmax hergestellt wird.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Momentengleichgewicht zwischen Msw und Mk,ges wenigstens für einen (fiktiven) Auslenkwinkel αgl ≥ αmax hergestellt wird.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Druck im Triebwerksraum pc variiert wird, um einen gewünschten Betriebspunkt, d.h. einen gewünschten Kältemittelmassenstrom
im Verdichter zu erhalten.
8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
bei einer Erhöhung der Drehzahl n der Saugdruck ps* und damit p derart abgesenkt wird, daß das Produkt aus n, p und s in etwa konstant
ist.
9. Verdichter, insbesondere Avialkolbenverdichter, weiterhin insbesondere Verdichter
für die Klimaanlage eines Kraftfahrzeugs, mit einem Gehäuse und einer im wesentlichen
in dem Gehäuse angeordneten, über eine Antriebswelle (2) angetriebenen Verdichtereinheit
zum Ansaugen und Verdichten eines Kältemittels mit einer ebenfalls im Gehäuse angeordneten
Schwenkscheibe (1),
dadurch gekennzeichnet, daß
die Momente Msw aufgrund der rotatorisch bewegten Massen und Mk,ges aufgrund der translatorisch bewegten Massen zueinander in einem vorbestimmten Verhältnis
stehen,
daß der Verdichter wenigstens ein sauggasseitig angeordnetes Einlaßventil umfaßt,
welches so konfiguriert ist, daß es den in den Zylinderraum gelangenden Kältemittel-Massenstrom
drehzahlabhängig so beeinflußt, daß das Verhältnis der Momente Msw und Mk,ges einerseits und die Drosselleistung des wenigstens einen Einlaßventils andererseits
derart zueinander in Relation stehen, daß zumindest über Teile des Drehzahlbereichs,
insbesondere für Verdichterdrehzahlen n zwischen 600 und 9000 U/min, insbesondere
für Verdichterdrehzahlen zwischen 2500 und 7000 U/min der in das System geförderte
Kältemittel-Massenstrom in etwa konstant ist.
10. Verdichter nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, daß
das wenigstens eine Einlaßventil ein druckgesteuertes Lamellenventil (19, 20, 21)
ist.
11. Verdichter nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet, daß
das wenigstens eine Einlaßventil ein schlitzgesteuertes Ventil ist.
12. Verdichter nach einem der Ansprüche 9 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Einlaßventil, insbesondere Lamellenventil, eine Ventilplatte (19) mit Durchgangsdrosselbohrung
(21) und eine insbesondere zungenförmige Sauglamelle (20) umfaßt.
13. Verdichter nach einem der Ansprüche 9 bis 12,
mit einem Zylinderblock und wenigstens einem, insbesondere 5 bis 9 Kolben, welche
in im Zylinderblock vorgesehenen Bohrungen axial hin- und herbewegbar sind,
dadurch gekennzeichnet, daß
jedem Zylinder ein Einlaßventil zugeordnet ist und/oder die korrespondierenden Sauglamellen
(20) in einer Sauglamellenplatine integriert sind.
14. Verdichter nach Anspruch 9 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß
das dem Einlaßventil zugeordnete Ende des bzw. jedes Zylinderraums eine sich radial
erstreckende ringförmige Erweiterung umfaßt, die insbesondere den Hub der Sauglamelle(n)
(20) begrenzt und zur Befestigungsstelle der Sauglamelle(n) (20) hin abgeschrägt bzw.
abgeflacht ist.
15. Verdichter nach einem der Ansprüche 9 bis 14,
falls nach einem der Ansprüche 8 bis 10 zusätzlich mit einem Zylinderblock und wenigstens
einem, insbesondere 5 bis 9 Kolben, welche in im Zylinderblock vorgesehenen Bohrungen
axial hin- und herbewegbar sind,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Verhältnis von Kolbendurchmesser und Kolbenhub (D/s) in etwa 0,4 bis 1,5, insbesondere
0,65 bis 1,1, weiterhin insbesondere in etwa 0,95 beträgt.
16. Verdichter nach einem der Ansprüche 9 bis 15, insbesondere Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Verhältnis von Kolbendurchmesser und Durchgangsdrosselbohrung in der Ventilplatte
(D/d) in etwa 1,5 bis 5, insbesondere 2,5 bis 4, weiterhin insbesondere in etwa 3,6
beträgt.
17. Verdichter nach einem der Ansprüche 9 bis 16, insbesondere Anspruch 15 oder 16,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Verhältnis von Durchgangsdrosselbohrung in der Ventilplatte und Hub der Sauglamelle
(d/t) in etwa 2,5 bis 8, insbesondere 3,7 bis 6,7, weiterhin insbesondere in etwa
4,55 beträgt.
18. Verdichter nach einem der Ansprüche 9 bis 17, insbesondere Anspruch 15 oder 16 oder
17,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Verhältnis von Kolbenhub zum Hub der Sauglamelle (s/t) in etwa 10 bis 30, insbesondere
14 bis 24, weiterhin insbesondere in etwa 17,3 beträgt.
19. Verdichter nach einem der Ansprüche 9 bis 18,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Kippverhalten der Schwenkscheibe (1) derart selbsttätig limitierend wirksam ist,
daß bei hohen Drehzahlen des Verdichters, insbesondere bei sehr hohen Drehzahlen oder
der maximalen Drehzahl, der Winkel maximaler Auslenkung der Schwenkscheibe (1) kleiner
ist als der Winkel maximaler Auslenkung αmax bei niedrigen Drehzahlen des Verdichters.
20. Verdichter nach einem der Ansprüche 9 bis 19,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Geometrie und Dimensionierung sämtlicher translatorisch bewegter Teile, wie Axialkolben,
Kolbenstange oder Gleitsteine, od. dgl., einerseits und sämtlicher rotatorisch bewegter
Teile, wie Schwenkscheibe (1), Mitnehmer od. dgl., andererseits derart sind, daß für
vorbestimmte Kippwinkel der Schwenkscheibe (1), insbesondere zwischen einem vorbestimmten
minimalen Kippwinkel und einem vorbestimmten maximalen Kippwinkel das Moment Mk,ges infolge der translatorisch bewegten Massen, insbesondere der Kolben, ggf. einschließlich
Gleitsteine, Kolbenstangen od. dgl., derart kleiner gewählt ist als das Moment Msw infolge des Deviationsmoments, d.h. als das Moment infolge der Massenträgheit der
Schwenkscheibe, daß bei hohen Drehzahlen des Verdichters, insbesondere bei sehr hohen
Drehzahlen oder bei einer maximalen Drehzahl, der Winkel maximaler Auslenkung αmax der Schwenkscheibe (1) kleiner ist als der Winkel maximaler Auslenkung bei kleineren
Drehzahlen des Verdichters.
1. Method of controlling the coolant mass flow of a compressor, especially of an axial
piston compressor, moreover especially for motor vehicle air-conditioning systems,
moreover especially for CO2 as coolant, which compressor has a drive shaft (2) and a tilt plate (1) which is
variable in terms of its inclination to the drive shaft and which is arranged in a
drive mechanism chamber of the compressor substantially defined by a housing of the
latter and which, by means of its angle of deflection with respect to the drive shaft
(2), defines the piston stroke of the compressor,
wherein there is brought about, approximately, a moment equilibrium between a moment
Msw caused by masses moved in rotation and a moment Mk,ges caused by masses moved in translation for at least one angle of deflection αgl of the tilt plate (1),
characterised in that
the product of the compressor speed of rotation n, the inlet gas density p and the
piston stroke s for different compressor speeds of rotation n is automatically kept
approximately constant at least over a range, especially for compressor speeds of
rotation n between 600 and 9000 rpm, especially for compressor speeds of rotation
between 2500 and 7000 rpm, whilst a pressure pc prevailing in the drive mechanism chamber is likewise kept approximately constant
(ρ x s x n = constant).
2. Method according to claim 1,
characterised in that
in addition to the product of the compressor speed of rotation n, the inlet gas density
ρ and the piston stroke s, there are also kept approximately constant the pressure
pd at the high-pressure side of the compressor and/or the pressure ps at the inlet gas side of the compressor and/or a control valve setting variable of
a control valve between the high-pressure side and the drive mechanism chamber.
3. Method according to claim 1 or 2,
characterised in that
the moment equilibrium between Msw and Mk,ges is produced at least for αgl = (αmax - αmin)/2, wherein αmax denotes the maximum angle of deflection of the tilt plate (1) and αmin denotes the minimum angle of deflection of the tilt plate (1).
4. Method according to one of the preceding claims,
characterised in that
the moment equilibrium between Msw and Mk,ges is produced at least for an angle of deflection αgl such that: αmin ≤ αgl ≤ αmax.
5. Method according to one of the preceding claims,
characterised in that
the moment equilibrium between Msw and Mk,ges is produced at least for an angle of deflection αgl = αmax.
6. Method according to one of the preceding claims,
characterised in that
the moment equilibrium between Msw and Mk,ges is produced at least for a (hypothetical) angle of deflection αgl ≥ αmax.
7. Method according to one of the preceding claims,
characterised in that
the pressure in the drive mechanism chamber pc is varied in order to obtain a desired operating point, that is to say a desired
coolant mass flow in the compressor.
8. Method according to one of the preceding claims,
characterised in that,
in the case of an increase in the speed of rotation n, the inlet pressure ps* - and together therewith ρ - is lowered so that the product of n, ρ and s is approximately
constant.
9. Compressor, especially an axial piston compressor, moreover especially a compressor
for the air-conditioning system of a motor vehicle, having a housing and, for drawing
in and compressing a coolant, a compressor unit arranged substantially in the housing
and driven by means of a drive shaft (2) and having a tilt plate (1) likewise arranged
in the housing,
characterised in that
the moments Msw due to the masses moved in rotation and Mk,ges due to the masses moved in translation are in a predetermined ratio to one another,
and in that the compressor has, arranged on the inlet gas side, at least one inlet valve which
is so configured that it influences, in dependence on the speed of rotation, the coolant
mass flow entering the cylinder space so that, on the one hand, the ratio of the moments
Msw and Mk,ges and, on the other hand, the throttling performance of the at least one inlet valve
are in a relation to one another such that, at least over parts of the speed of rotation
range, especially for compressor speeds of rotation n between 600 and 9000 rpm, especially
for compressor speeds of rotation between 2500 and 7000 rpm, the coolant mass flow
introduced into the system is approximately constant.
10. Compressor according to claim 9,
characterised in that
the at least one inlet valve is a pressure-controlled reed valve (19, 20, 21).
11. Compressor according to claim 9 or 10,
characterised in that
the at least one inlet valve is a slot-controlled valve.
12. Compressor according to one of claims 9 to 11,
characterised in that
the inlet valve, especially reed valve, has a valve plate (19) having a throttling
through-bore (21) and an especially tongue-like inlet blade (20).
13. Compressor according to one of claims 9 to 12,
having a cylinder block and at least one, especially 5 to 9, piston(s) which is/are
arranged to move axially back and forth in bores provided in the cylinder block,
characterised in that
an inlet valve is associated with each cylinder, and/or the corresponding inlet blades
(20) are integrated in an inlet blade plate.
14. Compressor according to claim 9 to 13,
characterised in that
that end of the or each cylinder space which is associated with the inlet valve has a
radially extending annular extension, which limits especially the stroke of the inlet
blade(s) (20) and which is bevelled off or flattened off towards the fixing location
of the inlet blade(s) (20).
15. Compressor according to one of claims 9 to 14,
if according to one of claims 8 to 10 additionally having a cylinder block and at
least one, especially 5 to 9, piston(s) which is/are arranged to move axially back
and forth in bores provided in the cylinder block,
characterised in that
the ratio of piston diameter and piston stroke (D/s) is approximately from 0.4 to
1.5, especially from 0.65 to 1.1, moreover especially approximately 0.95.
16. Compressor according to one of claims 9 to 15, especially claim 15,
characterised in that
the ratio of piston diameter and the throttling through-bore in the valve plate (D/d)
is approximately from 1.5 to 5, especially from 2.5 to 4, moreover especially approximately
3.6.
17. Compressor according to one of claims 9 to 16, especially claim 15 or 16,
characterised in that
the ratio of the throttling through-bore in the valve plate and stroke of the inlet
blade (d/t) is approximately from 2.5 to 8, especially from 3.7 to 6.7, moreover especially
approximately 4.55.
18. Compressor according to one of claims 9 to 17, especially claim 15 or 16 or 17,
characterised in that
the ratio of piston stroke to the stroke of the inlet blade (s/t) is approximately
from 10 to 30, especially from 14 to 24, moreover especially approximately 17.3.
19. Compressor according to one of claims 9 to 18,
characterised in that
the tilting behaviour of the tilt plate (1) acts in a self-limiting manner such that
at high speeds of rotation of the compressor, especially at very high speeds of rotation
or at the maximum speed of rotation, the angle of maximum deflection of the tilt plate
(1) is less than the angle of maximum deflection αmax at low speeds of rotation of the compressor.
20. Compressor according to one of claims 9 to 19,
characterised in that
the geometry and dimensioning of all parts moved in translation, such as axial pistons,
piston rod or sliding blocks or the like, on the one hand, and all parts moved in
rotation, such as the tilt plate (1), members for conjoint movement or the like, on
the other hand, are such that, for predetermined tilt angles of the tilt plate (1),
especially between a predetermined minimum tilt angle and a predetermined maximum
tilt angle, the moment Mk,ges due to the masses moved in translation, especially that of the pistons, where appropriate
including sliding blocks, piston rods or the like, is so selected as to be less than
the moment Msw due to the moment of deviation, that is to say than the moment due to the mass inertia
of the tilt plate, that at high speeds of rotation of the compressor, especially at
very high speeds of rotation or at a maximum speed of rotation, the angle of maximum
deflection αmax of the tilt plate (1) is less than the angle of maximum deflection at lower speeds
of rotation of the compressor.
1. Procédé de régulation du flux massique de fluide frigorigène d'un compresseur, en
particulier d'un compresseur à piston axial, plus particulièrement pour des systèmes
de climatisation de véhicules à moteur, plus particulièrement des systèmes utilisant
du CO2 comme fluide frigorigène, qui présente un arbre moteur (2) et un disque oscillant
(1) dont l'inclinaison par rapport à l'arbre moteur est réglable et qui est disposé
dans un compartiment de mécanisme d'entraînement du compresseur essentiellement défini
par un carter dudit compresseur, son angle de déviation par rapport à l'arbre moteur
(2) définissant la course du piston du compresseur, procédé dans lequel un équilibre
approximatif entre un moment Msw dû aux masses déplacées en rotation et un moment Mk,tot dû aux masses déplacées en translation est généré pour au moins un angle de déviation
αéq du disque oscillant (1), caractérisé en ce que le produit de la vitesse de rotation du compresseur n, de la densité du gaz aspiré
ρ et de la course du piston s est automatiquement maintenu à peu près constant pour
différentes vitesses de rotation n du compresseur, au moins par plages, en particulier
pour des vitesses de rotation n du compresseur allant de 600 à 9000 tr/min, en particulier
pour des vitesses de rotation du compresseur allant de 2500 à 7000 tr/min, tandis
qu'une pression pc régnant dans le compartiment de mécanisme d'entraînement est maintenue à peu près
constante elle aussi (ρ x s x n = constante).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que, en plus du produit de la vitesse de rotation du compresseur n, de la densité du
gaz aspiré ρ et de la course du piston s, la pression pd dans un côté à haute pression du compresseur et/ou la pression ps dans un côté aspiration du compresseur et/ou une variable de commande d'une soupape
de réglage entre le côté haute pression et le compartiment de mécanisme d'entraînement
sont également maintenues à peu près constantes.
3. Procédé selon la revendication 1 ou la revendication 2, caractérisé en ce que l'équilibre entre les moments Msw et Mk,tot est établi au moins pour αéq = (αmax - αmin)/2, où αmax désigne l'angle de déviation maximale du disque oscillant (1) et αmin désigne l'angle de déviation minimale du disque oscillant (1).
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'équilibre entre les moments Msw et Mk,tot est établi au moins pour un angle de déviation αéq pour lequel on a αmin ≤ αéq ≤ αmax.
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'équilibre entre les moments Msw et Mk,tot est établi au moins pour un angle de déviation αéq = αmax.
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'équilibre entre les moments Msw et Mk,tot est établi au moins pour un angle (fictif) de déviation αéq ≥ αmax.
7. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on fait varier la pression pc dans le compartiment de mécanisme d'entraînement afin d'obtenir un point de fonctionnement
voulu, c'est-à-dire un flux massique de fluide frigorigène voulu dans le compresseur.
8. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que, lors d'une élévation de la vitesse de rotation n, la pression d'aspiration ps et donc ρ diminuent de telle façon que le produit de n, ρ et s reste à peu près constant.
9. Compresseur, en particulier compresseur à piston axial, plus particulièrement compresseur
pour le système de climatisation d'un véhicule à moteur, comprenant un carter et un
groupe compresseur essentiellement disposé dans le carter et entraîné par un arbre
moteur (2) pour aspirer et comprimer un fluide frigorigène, avec un disque oscillant
(1) disposé lui aussi dans le carter, caractérisé en ce que le moment Msw dû aux masses déplacées en rotation et le moment Mk,tot dû aux masses déplacées en translation ont entre eux une relation prédéterminée et
en ce que le compresseur comprend au moins une soupape d'admission disposée côté aspiration
qui est configurée de telle sorte que le flux massique du fluide frigorigène introduit
dans l'alésage du cylindre est influencé en fonction de la vitesse de manière que
le rapport des moments MSW et Mk,tot d'une part et le degré d'étranglement de ladite au moins une soupape d'admission
d'autre part ont entre eux une relation telle que, au moins sur des parties de la
plage de vitesse, en particulier pour des vitesses de rotation n du compresseur allant
de 600 à 9000 tr/min, en particulier pour des vitesses de rotation du compresseur
allant de 2500 à 7000 tr/min, le flux massique du fluide frigorigène alimenté dans
le système est à peu près constant.
10. Compresseur selon la revendication 9, caractérisé en ce que ladite au moins une soupape d'admission est une soupape à lamelles commandée par
la pression (19, 20, 21).
11. Compresseur selon la revendication 9 ou la revendication 10, caractérisé en ce que ladite au moins une soupape d'admission est une soupape à fente.
12. Compresseur selon l'une des revendications 9 à 11, caractérisé en ce que la soupape d'admission, en particulier la soupape à lamelles, comprend un plateau
de soupape (19) qui comporte un perçage d'étranglement traversant (21) et une lamelle
d'aspiration (20) en particulier en forme de languette.
13. Compresseur selon l'une des revendications 9 à 12, comprenant un bloc cylindres et
au moins un, en particulier de 5 à 9 pistons pouvant décrire un mouvement de va et
vient axial dans les alésages prévus dans le bloc cylindres, caractérisé en ce qu'une soupape d'admission est associée à chaque cylindre et/ou en ce que les lamelles d'aspiration (20) correspondantes sont intégrées dans une platine de
lamelles d'aspiration.
14. Compresseur selon les revendications 9 à 13, caractérisé en ce que l'extrémité du ou de chaque alésage de cylindre associé à la soupape d'admission
comprend un prolongement annulaire qui s'étend dans le sens radial afin de limiter
en particulier la course de la ou des lamelles d'aspiration (20) et qui est biseauté
ou aplati en direction du point de fixation de la ou des lamelles d'aspiration (20).
15. Compresseur selon l'une des revendications 9 à 14, avec en plus, dans le cas des revendications
8 à 10, un bloc cylindres et au moins un, en particulier de 5 à 9 pistons pouvant
décrire un mouvement de va et vient axial dans les alésages prévus dans le bloc cylindres,
caractérisé en ce que le rapport du diamètre de piston sur la course du piston (D/s) se situe dans la plage
de 0,4 à 1,5 environ, en particulier de 0,65 à 1,1, et plus particulièrement est égal
à 0,95 environ.
16. Compresseur selon l'une des revendications 9 à 15, en particulier la revendication
15, caractérisé en ce que le rapport du diamètre de piston sur celui du perçage d'étranglement traversant du
plateau de soupape (D/d) se situe dans la plage de 1,5 à 5 environ, en particulier
de 2,5 à 4, et plus particulièrement est égal à 3,6 environ.
17. Compresseur selon l'une des revendications 9 à 16, en particulier la revendication
15 ou la revendication 16, caractérisé en ce que le rapport du diamètre du perçage d'étranglement traversant du plateau de soupape
sur la course de la lamelle d'aspiration (d/t) se situe dans la plage de 2,5 à 8 environ,
en particulier de 3,7 à 6,7, et plus particulièrement est égal à 4,55 environ.
18. Compresseur selon l'une des revendications 9 à 17, en particulier la revendication
15 ou 16 ou 17, caractérisé en ce que le rapport de la course du piston sur la course de la lamelle d'aspiration (s/t)
se situe dans la plage de 10 à 30 environ, en particulier de 14 à 24, et plus particulièrement
est égal à 17,3 environ.
19. Compresseur selon l'une des revendications 9 à 18, caractérisé en ce que le comportement d'inclinaison du disque oscillant (1) a une action limitatrice automatique
telle que, à des vitesses de rotation élevées du compresseur, en particulier à des
vitesses très élevées ou à la vitesse maximale, l'angle de déviation maximale du disque
oscillant (1) est plus petit que l'angle de déviation maximale αmax à des vitesses de rotation lentes du compresseur.
20. Compresseur selon l'une des revendications 9 à 19, caractérisé en ce que toutes les pièces déplacées en translation telles que les pistons axiaux, les tiges
de pistons, les coulisseaux ou similaires d'une part et toutes les pièces déplacées
en rotation telles que le disque oscillant (1), les entraîneurs ou similaires d'autre
part ont une géométrie et sont dimensionnées de telle façon que, pour des angles d'inclinaison
du disque oscillant (1) prédéterminés, en particulier entre un angle d'inclinaison
minimale prédéterminé et un angle d'inclinaison maximale prédéterminé, le moment Mk,tot dû aux masses déplacées en translation, en particulier aux pistons, le cas échéant
y compris les coulisseaux, les tiges de pistons ou similaires, est choisi à une valeur
inférieure à celle du moment MSW dû au moment de déviation, c'est-à-dire inférieure à celle du moment dû à l'inertie
de masse du disque oscillant, et en ce que, à des vitesses de rotation élevées du compresseur, en particulier à des vitesses
très élevées ou à une vitesse maximale, l'angle de déviation maximale αmax du disque oscillant (1) est plus petit que l'angle de déviation maximale à des vitesses
de rotation lentes du compresseur.